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19. Jahrhundert - Schlauweb
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19. Jahrhundert

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Das 19. Jahrhundert begann kalendarisch am 1. Jänner 1801 und endete am 31. Dez. 1900. In der langzeithistorischen Evaluierung wird es (der Begriff gewinnt selbst erst im 19. Jahrhundert Bedeutung) der Neuzeit zugerechnet, deren Anfangspunkt je nach Begriffserklärung des Epochenumbruchs zwischen 1450 und 1550 angesetzt wird.

In der modernen Lehre entspricht die Phase 19.Jahrhundert allerdings nicht den Jahren 1801-1900. Vielmehr ist es mittlerweile wissenschaftlicher Konsensus von einem "Langen 19. Jahrhundert" zu sprechen. Üblicherweise lässt man dieses unscharf mit der französischen Putsch von 1789 loslegen und mit dem Beginn des ersten Weltkrieges im Im Jahre1914 enden. Das 19. Jahrhundert in diesem Sinn bildet damit die historische Phase zwischen der frühen Neuzeit auf der einen Seite und dem "kurzen 20. Jahrhundert" (1914-1989/90) auf der anderen Seite.

Aus verschiedenen Gründen kann das 19. Jahrhundert den Charakter einer eigenen Ära beanspruchen. Es war die Zeit in der sich die Industrialisierung und die kapitalistische Wirtschaftsweise zuvor europäisch und Nordamerika durchsetzen. Mit dem Imperialismus erreichte die direkte und indirekte Übermacht Europas in der Welt ihren Höhepunkt. Innerhalb der sich industrialisierenden Gesellschaften veränderten sich die Lebensweisen zum Teil dramatisch. Der soziale Wandel zerstörte hergebrachte Verhaltens- und Denkweisen. Die Verkehrsrevolution und die Retrieval nach Arbeit erhöhten die Mobilität. Die Städte wuchsen nicht nur in quantitativer Hinsicht, an Stelle mit der Urbanisierung begann sich eine spezifisch neuzeitliche städtische Lebensweise durchzusetzen.

Das lange 19. Jahrhundert war in vieler Hinsicht das Jahrhundert des Bürgertums und der bürgerlichen Gesellschaft. Das Besitz- und Bildungsbürgertum prägte erst einmal Kunst, Kultur, Geistesgeschichte aber etwa mit dem Nationalismus und dem Liberalismus auch die politische Kultur.

Daraufhin Verlauf entwickelte sich auch die Arbeiterbevölkerung zu einer gesellschaftlich prägenden Schicht. Arbeiterbewegung und Sozialismus wurden zu zentralen Begriffen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dagegen verloren der Adel im 19. Jahrhundert aber auch die Landbevölkerung eher an Bedeutung.

Gerade in Auffassung auf die dominierenden sozialen Gruppen spricht viel dafür, ein langes 19.Jahrhundert von einem kurzen 20.Jahrhundert abzugrenzen. Im letzteren nahm der gesellschaftliche Einfluss des Bürgertums als Folge des ersten Weltkrieges erheblich ab und in der zweiten Hälfte verlor auch die Arbeiterbevölkerung an Bedeutung.

Auch in Anschauung auf die dominierende politische Organisationsform des Nationalstaats unterscheidet sich das 19. Jahrhundert von der absolutistisch-feudalistischen Frühen Neuzeit auf der einen Seite und einem "postnationalen" späten 20.Jahrhundert auf der anderen Seite.

Inhaltsverzeichnis

Neue Organisationsformen: Der Nationalstaat

Fragt man nach den Organisationsformen, danach in welchen Einheiten sich die Volk wahrnahmen, dann dürfte dies die große Veränderung sein, die mit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eintrat: Der Nationalstaat wurde als neue politische Einrichtung aufgebaut. Er forderte neue Themen, neue Bildungssysteme, neue wirtschaftliche Strukturen, eine neue Vorstellung seitens derer, die in ihm lebten: die Bereitschaft, sich als Bürger zu sehen und sich dementsprechend zu organisieren.

Herrschaft geht im 18. Jahrhundert noch von den Herrschaftshäusern und politischen Parteiungen aus, sowie von mächtigen Adeligen, die dahinter den Parteiungen stehen. Kriege werden im 18. Jahrhundert dementsprechend wahrgenommen: Regenten wollen sie, und gewähren "ihr" Geld in sie fließen. Militärische Niederlagen werden im 18. Jahrhundert nicht als nationale Demütigungen empfunden, statt als Teil einer von Regenten gestalteten Machtpolitik. Hier entwickelt sich im 19. Jahrhundert eine ganz neue Wahrnehmung. Sie ist zu Beginn eine Folge der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege, die von einem ganz neuen Heer aus zweiter Hand werden - einem aus Staatsbürgern zusammengesetzten. Speziell Deutschland hat dem französischen Nationalismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts wenig entgegenzustellen. Das Heilige Römische Reich ist in Einzelstaaten zersplittert, die von Napoleon gegeneinander ausgespielt werden. Der Reichsverband wird aufgelöst. Deutschlands Intellektuelle fordern in der Reaktion auf die Bedrohung einen Nationalstaat, der erst noch gegründet werden muss, der jedoch auf diesem Weg mit einem ganz neuen Wahrnehmung von Staatsbürgerlichkeit ausgestattet wird. Ende des 19. Jahrhunderts sind militärische Niederlagen dann mit enormen nationalen Gesichtsverlusten verbunden. Ein deutsches Heer zieht 1870 durch Französische Republik und erzwingt in Versailles, dem traditionellen Ort der von Grande Nation ausgehenden Herrschaft ein Eingeständnis der Niederlage, das als nationale Verunstaltung empfunden werden muss (und 1918 eine internationale Gegenantwort, eine verheerende Demütigung Deutschlands nach sich zieht).

Nationale Euphorien, wie sie in der Befreiung Griechenlands von den Türken in den 1820ern und im Einigungsprozess Italiens Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts aufkommen, bleiben ohne Gegenstück im 18. Jahrhundert - weder die englische Glorious Revolution von 1688 noch die Französische Sturz waren von vergleichbaren nationalen Sentimenten der Vereinigung begleitet. Europas Intellektuelle wie der Romantiker Lord Byron, der bei einem militärischen Kommando in Griechenland stirbt, entwickeln eine romantische Identifikation mit den neuen nationalen Bewegungen, die vom Volk gebraucht werden müssen, um zu funktionieren. Authentischer als Politik des 18. Jahrhunderts, echter, den Wurzeln näher, erscheint der neue Nationalismus.

Das 19. Jahrhundert legte hier Grundsteine für Entwicklungen die im 20. neue Ausprägungen und globale Dimensionen gewinnen sollten. Der Faschismus und der Nationalsozialismus des 20. Jahrhunderts werden sich als national-völkische Bewegungen manifestieren. Hochtechnisierte und hochgerüsteten Vereinigte Staaten von Amerika werden sich hier in romantischen Rückbesinnungen auf Völkische Ursprünge definieren und Konflikte globaler Dimensionen austragen, die die Welt umdirigieren werden.

Die Nation als von ihrer Wirtschaft lebende Einheit

Entscheidende Bedeutung für die Ausbildung des Nationalstaates gewinnt im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung, die ein Ringen um wirtschaftliche Macht zwischen Europas Nationen auslöst. Im 18. Jahrhundert suchen die Regenten Europas nach Möglichkeiten, ihre Staatshaushalte zu sanieren - Staatshaushalte, die grundsätzlich ihre persönlichen familiären Haushalte sind. Geld pumpen sie sich von privaten Finanziers, Steuereinnahmen erhöhen sie, soweit dies geht, im besonderen Fall ziehen sie Geld aus der kursierenden Münze. Es geht aus der Sicht der Haushalte des 17. und 18. Jahrhunderts darum, den Abfluss von Edelmetall ins Ausland zu verhindern. Infrastrukturmaßnahmen, wie die Ansiedlung von Manufakturen, bleiben im 18. Jahrhundert von den Regenten gesteuerte Maßnahmen. Der Kameralismus entwickelt sich als eigene Forschung der wirtschaftlichen Altlastensanierung eines Territoriums durch den Landesherrn.

Mit dem 19. Jahrhundert verändert sich die Sicht auf wirtschaftliche Entwicklungen. Großbritannien wurde als Kolonialmacht und als Land der hier früh einsetzenden Industrialisierung schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Wirtschaftsimperium. Amsterdam verlor seine Stellung als zentraler Handelsplatz. London, die Gemarkung des Commonwealth übernahm diese Position. Die nationale Einigung Deutschlands geschieht am Ende im 19. Jahrhundert maßgeblich in einem Aufholprozess. Die Konkurrenz richtet sich politisch in der Fragestellung des Nationalismus auf Französische Republik aus; wirtschaftlich und militärisch jedoch auf das industrialisierte und hochgerüstete Großbritannien. Ohne die Industrialisierung, wie sie England leistete, kann das aufstrebende Preußen, die Kernmacht des neuen deutschen Reichs, Großbritannien keine Flotille entgegenstellen, und ohne eine Flotille wird die neue Nation keine Möglichkeit haben, noch Kolonien zu akquirieren.

Europas Nationen müssen die Rahmenbedingungen für die Industrialisierung stellen, wollen sie gegenseitig gegenüber bestehen.

Der wirtschaftliche Konzentrationsprozess wird von neuen Debatten begleitet: Mit der Auseinandersetzung um den Liberalismus geht es im 19. Jahrhundert um die Kernfrage, ob dem Nationalstaat mehr mit einer staatlich gelenkten Wirtschaft gedient ist, oder damit, dass er seinen Bürgern und ihrer Initiative größte Ungebundenheit lässt. Der Kommunismus gewinnt in der Auseinandersetzung zwischen deutschen Debatten und der Realität des englischen Wirtschaftssystems Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts seine Programmatik. Er prognostiziert, dass mit der neuen wirtschaftlichen Integration die Klasse der Arbeiter eigene Silhouette gewinnt - eine Klasse, die am Ende das Ende der Nationalstaaten herbeiführen wird, eine Weltherrschaft der Arbeiterklasse, gestützt auf die Produktion, die letztlich von der Proletariat ausgehen muss.

Der Sozialismus strebt Kompromisse mit dem Nationalstaat an, soziale Sicherungssysteme, die Massenarmut verhindern und den Staat stabilisieren.

Europas Nationen im Wettbewerb um Kolonien

Der Kolonialismus des 19. Jahrhunderts geht abstrahierend dargestellt bis in das 16. und 17. Jahrhundert zurück, er weist jedoch gänzlich neue Züge auf. Spanien und Portugal nutzten ihre Kolonien vordringlich, um Gold aus ihnen zu beziehen - das Edelmetall war von kurzem Profit, der Goldfluss führte zu einem Preisverfall, weniger jedoch zum Aufbau sich selbst erhaltender wirtschaftlicher Strukturen. Einen zweiten Entwicklungsschub leistete der niederländische Kolonialismus des 17. Jahrhunderts, der Amsterdam zum Weltfinanzort machte. Ihn prägte der Zusammenschluss Amsterdamer Kaufleute in Handelsgesellschaften, die die größere Erschließung von Wirtschaftsräumen zwischenfinanzierten. Importiert wurden aus den Kolonien Handelswaren. Der Reichtum der Königreich der Niederlande resultierte aus dem Zwischenhandel und der Veredelung von Rohstoffen in Manufakturen des Landes.

Was dem niederländischen Kolonialismus fehlte, war die staatliche Deckung, die er in Großbritannien entwickelte. Die Unterdrückung des Mogulreichs Zentrum des 18. Jahrhunderts mit britischer Militärmacht bedeutet hier am Ende eine Weichenstellung in den Kolonialismus des 19. Jahrhunderts. Private Kapitalgesellschaften bilden das Rückgrat des britischen Kolonialismus. Der Staat deckt sie durch den Aufbau der Nationalbank. In den Kolonien baut der erstarkende Staat Substrukturen seiner selbst auf: Eigene Bildungszentren, eine eigene ständige Streitkräfte als Ordnungsmacht, eigene staatliche Strukturen, aus denen im 20. Jahrhundert führende Nationen der Dritten Welt hervorgehen.

Der Wettstreit der Nationen um Kolonien wird im 19. Jahrhundert zum zentralen Thema europäischer nationaler Selbstwahrnehmung. Große Projekte wie der Bau des Sueskanals werden zu Kristallisationspunkten des neuen Bewusstseins. Die eigene, europäische Überlegenheit gegenüber dem kolonialen Raum schafft einen Rassismus, der im 18. Jahrhundert nicht bestand, und ein eigenes Feld der Kulturtheorie, in dem es um die Anfrage geht, unter welcher Bedingung einander Kulturnationen entwickeln.

Rohstoffe, Energiereserven und Industrie

Innerhalb der einzelnen Länder wird die Industrialisierung und die Erschließung der Kohlevorkommen zum Gegenpol des Kolonialismus. Zu verarbeitende Güter werden importiert, Energiereserven müssen im Land für ihre Weiterverarbeitung erschlossen werden. Die Kohlevorkommen Nord und West Englands, Lothringens und des Rheinlands werden der Reihe nach wirtschaftlich nutzbar gemacht. Großbritannien muss sich Ende des 19. Jahrhunderts der wirtschaftlichen Konkurrenz des erstarkten europäischen Kontinents stellen, ehe die USA im 20. Jahrhundert mit einer eigenen Wirtschaftspolitik und Dank ihrer schieren Marktgröße Europas Nationen überholen.

Die Erfindung der Dampfmaschine geht in das frühe 18. Jahrhundert zurück. Im Zusammenspiel mit der Erschließung neuer Energievorkommen und dem Rohstoffimport aus den Kolonien zulässig sie den Aufbau des industrialisierten Europas. Europas Landkarte verändert sich im Prozess. Reich waren im 17. und 18. Jahrhundert zuerst die Herrschaftszentren. Mit der Erschließung von Rohstoffvorkommen werden Regionen, die bisher uninteressant waren, als Wirtschaftsstandorte attraktiv. Das Rheinland und der Raum um Lüttich machen hier Karrieren.

Neue Verkehrsmittel und Medien

Mit der Industrialisierung wird die Eisenbahn und die Dampfschifffahrt aufgebaut – sowohl als auch Erfindungen, die nötig sind, um die flächendeckende Erschließung von Wirtschaftsräumen überhaupt durchzuführen. Auf dem Erdteil ermöglicht die Zug Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts den Güterverkehr. Güter werden zur Weiterverarbeitung an die Orte transportiert, an denen Rohstoffvorkommen die Energiereserven stellen. Zwischen den Kohleabbaugebieten, den industrialisierten Zentren, und den bestehenden Handelsmetropolen entwickeln sich Verkehrsnetze. Mit der Ausdehnung der wirtschaftlich nutzbaren Fläche wächst die Bevölkerung im 19. Jahrhundert.

Zu den neuen Verkehrsmitteln kommt ab Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts der Aufbau der modernen Telekommunikation. Das erste Transatlantikkabel wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelegt. Nachrichten können wenig später mit Lichtgeschwindigkeit international transportiert werden – für den Wettstreit zwischen den USA und Europa, der mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt, ist das fast die entscheidende Voraussetzung.

Mit den neuen Medien nimmt die staatliche Struktur neue Formen an. Herrschaft bedurfte im Mittelalter aber und abermal der persönlichen Präsenz des Regenten, der im Bedarfsfall von Pfalz zu Pfalz reiste, um Herrschaftsansprüche vor Ort geltend zu machen. Die frühe Neuzeit erlaubte die zentrale Machtausübung, den Absolutismus, als neue Herrschaftsform. Eine zentrale Steuer- und Geldpolitik und eine bis an die Landesgrenzen reichende militärische Präsenz sicherten die absolutistische Herrschaft. Die Erfindung des Drucks zog im 17. Jahrhundert die Entwicklung der Zeitungen als Informationsquelle nach sich. Ab Zentrum des 17. Jahrhunderts breiteten sich Nachrichten mit der Tempo des Postverkehrs flächendeckend in Westeuropa aus, sie erreichten die Regierenden wie die Bevölkerung. Dieser Informationsfluss ließ sich bis in das 19. Jahrhundert kaum beschleunigen. Sicherheit von Information ließ sich damit nicht beliebig steigern – die Überprüfung von Fehlinformationen dauerte bis in das 19. Jahrhundert in zwischen den Metropolen Europas Wochen, entsprechend misstrauisch wurden Nachrichten behandelt.

Die Informationsaustausch über die Telegrafie rechtmäßig Zentrum des 19. Jahrhunderts die Zubereitung von Zeitungen und Journalen, in denen weltumspannend am selben Tag dieselben Nachrichten verfügbar werden. Daten können nun unverzüglich überprüft werden. Die Informationsaustausch zwischen Regierungszentralen und lokalen Behörden gewinnt an Bedeutung. Das Gefühl dauernd und an jedem Ort des Landes von den Entscheidungen der Regierung betroffen zu sein, von Entscheidungen die ihre Unterlagen vor Ort erheben, schafft ein neues Wahrnehmung bei den Bürgern von der übergeordneten staatlichen, das gesamte Gebiet erfassenden Einheit.

Bürgertum und Interessenverbände

Die Beziehungen zwischen dem Einzelnen und dem Staat werden im Verlauf des 19. Jahrhunderts in den Nationalstaaten grundlegend neu organisiert. Das 18. Jahrhundert trug noch immer den Traditionen der Ständegesellschaft Rechnung. Privilegien wurden einzelnen Ständen garantiert. In den Städten wurden Berufsgruppen mit Privilegien ausgestattet. Dem wirtschaftlichen Wachstum waren im 18. Jahrhundert handfeste Grenzen gesetzt: Die meisten Städte Europas waren im 18. Jahrhundert ummauert. Manufakturen mussten vor den Stadtmauern errichtet werden, ohne den Schutz der Stadt. In der Ort wiederum wurden die einzelnen Handelsbefugnisse vom Rat der Gemarkung verwaltet und nicht vermehrt. Wer im 18. Jahrhundert in einer Gemeinde ein neues Geschäft öffnen wollte, musste in eine Familie mit der Gewerbebefugnis seiner Wahl einheiraten oder eine verwaiste Gewerbebefugnis erwerben.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schleifen die größeren Städte Europas ihre Befestigungsanlagen. Wo die Stadtmauern standen, entstehen Ringstraßen. Wirtschaftliche Ansiedlungen und Villenviertel entstehen an den neuen Sternstraßen, die die Städte des 19. Jahrhunderts anlegen. Die Voraussetzung dieser Entwicklung war der militärtechnische Fortschritt: Als sich Städte nicht länger rechtfertigen ließen, wurden ihre großen Befestigungsanlagen unnütz, neue Armeen mussten die Landessicherung vornehmen. Mit dem 19. Jahrhundert entwickeln sich die Großstädte Europas zu Wirtschaftszentren.

Zutrittsbedingungen zu den Berufen werden liberalisiert. Neuansiedlungen von Unternehmen werden gefördert. Ein neues Verständnis staatsbürgerlicher Initiative und privaten Unternehmertums ist die Folge. Das Bürgertum wird zur treibenden, initiativen Kraft. Es schafft neue Organisationsformen, Berufsverbände und ein komplexes Geflecht an Gesellschaften und Interessengruppen, die das wirtschaftliche Leben bestimmen und den kulturellen Austausch prägen.

Nation und Bildung

Eines der wichtigsten Probleme, das die Französische Revolution Europas Nationen hinterließ war das der stabilen sozialen Ordnung. Eigene Ideologien annehmen sich im 19. Jahrhundert der zentralen Anfrage der sozialen Mobilität und ihrer konfliktfreien Gewährleistung an - der Positivismus, der anfänglich der französischen Putsch nahe steht und dann mit dem Liberalismus einhergeht, begründet die Soziologie als Forschung des geregelten und für die Menschheit fruchtbaren Zusammenlebens. Der Sozialismus und der Kommunismus knüpfen weiterreichende politische Forderungen an die Entwicklung der Staaten.

Eine ganz sonstige Lösung des Problems sozialer Mobilität richtet sich mit den Bildungssystemen ein. Die Nationen Europas gewährleisten ihren Bürgern - unabhängig von Schicht und Konfession - gleiche Aufstiegschancen. Zugunsten der Revolution einer Klasse, kann das Individuum versuchen, in privater Initiative sich empor zu arbeiten.

Die Wege dazu muss das Bildungssystem liefern, das allen offen steht. Die Schulpflicht wird eingeführt. Zu sozialer Unruhe führt das neue System dabei gerade nicht: Ganz einzelne kann hypothetisch aufsteigen, wenn er den entsprechenden Bildungsgang nimmt. Praktisch haben die finanzstarken Anhäufen des Bürgertums und des Adels nicht wettzumachende Vorteile, ihren Kindern in den nationalstaatlich organisierten Bildungssytemen die optimalen Startbedingungen zu geben. Arbeiterkinder werden frühzeitig aus der Schulbildung genommen, um für den Familienunterhalt zu sorgen.

Mindestens so wichtig für die soziale Stabilisierung werden die nationalen Diskussionsthemen, die in den Schulunterricht eingeführt werden. Sie sorgen für ein tiefergehendes Klassenbewusstsein. Über Kunst, Literatur und Klänge spricht man in den oberen Anhäufen - gebildet. In den unteren Anhäufen bietet eine populäre Kultur eigene Diskursgegenstände an mit dem Ergebnis, dass eine Vermischung der Anhäufen für alle Beteiligten unattraktiv wird. Man teilt die Themen nicht, die in den verschiedenen Anhäufen interessant sind, wenn man Anhäufen wechselt.

Kulturnationen und Säkularisation

Die Schulbildung und alle nationalen Debatten blieben im 18. Jahrhundert mit religiösen Themen ausgestattet. Die Religionen stellten grundlegend die Öffentlichkeit her, innerhalb derer Diskussionen stattfinden konnten. Europas Landkarte war nicht nur territorial zersplittert, sie war ferner nach den drei Konfessionen geteilt, ohne das dabei ein einheitliches Muster zustande kam. Die Konflikte zwischen den Nationen deckten sich nicht mit der konfessionellen Landkarte. Konflikte einzelner Nationen mit Interessengruppen, die konfessionell leibeigen waren, führten in der Regel darum immer sofort auch Konflikte zwischen den Nationen herbei, die sich für die benachteiligten religiösen Gruppen verantwortlicher fühlten.

Anfang des 19. Jahrhunderts erfasst eine Säkularisations-Welle Kontinentaleuropa. Die Kirche wird dem Staat untergeordnet. Einzelne Territorien wie Bayern und Württemberg überwinden ihre Abbau in kleine isolierte regionale Gebiete durch spektakuläre Aneignungen kirchlichen Besitzes. Eine Verlagerung gesellschaftlicher Debatten muss die Säkularisation absichern. Die Nation muss die Diskussionen dominieren, will sie die Macht der Kirchen zurückdrängen. Sie tut dies indem sie gerade den Schutz der bürgerlichen Freiheiten anbietet.

Der Nationalstaat des 19. Jahrhunderts führt die Emanzipation der Religionen ein, vorher er den Bürgern gänzliche Ungebundenheit des Bekenntnisses einräumt. Von entscheidender Bedeutung wird diese Entwicklung für Europas Juden, die bis jetzt in allen Territorien eine diskriminierte Minderheit waren. Wohl finden sie auch jetzt kaum Zugang zu Positionen in Militär und Politik, doch können sie in Wirtschaft und Bildung steigernd frei anlegen und eine eigene Bedeutung in der Gesellschaft damit entwickeln.

Gegenüber den von der Gottesglauben dominierten Debatten kommen neue Debatten- und Bildungsgegenstände auf: Nationaltheater werden in den Städten aufgebaut, um der Nationalliteratur einen Raum zu geben. Auf dem Buchmarkt werden die Veränderungen mit einer Umstrukturierung des Angebots greifbar: Die Buchhandlungen des 18. Jahrhunderts boten überwiegend Theologica - kontroverse Theologica, große Lehrwerke, "praktische" Geisteswissenschaft vom Gebetbuch bis zum religiösen Verhaltensratgeber. Im 19. Jahrhundert verliert die Religionswissenschaft ihre Marktbedeutung, die Belletristik und in dieser die Nationalliteratur annehmen ihren Platz ein. Zusatzdiskussionen kommen auf: Die Kunstdebatte, die jetzt bildende Kunst zum neuen Gegenstand hat, die ernste Musik, die einen eigenen Konzertbetrieb aufbaut.

Mit beiden Debattenfeldern wird die nationale Literaturdiskussion um zwei internationale Plattformen erweitert. Alle drei großen Debatten werden im Austausch über die "Kultur" zusammengefasst. Die Frage, was eine Kulturnation auszeichnet, beschäftigte Europas Intellektuelle im Blick auf die "unterentwickelten" Länder Afrikas wie im Wettstreit der europäischen Kulturnationen um nationale Identität. Er findet auf dem Gebiet der Kultur seinen Hauptaustragungsort.

Identifizierten sich Großbritannien und Französische Republik mit längerer Überlieferung als Nachfahren Roms, so wählt Deutschland im 19. Jahrhundert einen folgenschweren nationalen Sonderweg. Das MA wird zur eigenen großen Phase der Nation gemacht. Über das MA gründet sich die neue Nation auf "germanische" Wurzeln. Als Option war dies schon in Debatten der Humanisten angelegt. Nun jedoch wird ein spezifischer Nationalcharakter und eine neue Ethik hinzuentwickelt. Deutschland bricht im 19. Jahrhundert mit Idealen des christlichen Humanismus. Das Germanische wird als Gegenkultur aufgebaut, in der das Volk am Ende die Ethik rechtfertigen soll - es wird zur vitalen biologischen Einheit, die die Nation als Organisationsform hervorbringt, und die von der Nation aggressiv gegen Einfluss der Nachbarnationen geschützt werden muss. Von der Schwärmerei geht hier eine Entwicklung in die Philosophie Friedrich Nietzsches, die einen über der Moral stehenden Übermenschen denkbar macht, in den Nationalsozialismus des 20. Jahrhunderts, wo der Übermensch und das Volk rassistische Qualitäten gewinnen gegenüber den "Untermenschen" im Land und "in den slawischen Völkern" des Ostens, deren Unterjochung und Massenmord Programm des wirtschaftlich und militärisch modernen Nationalstaates werden - eines Nationalstaats, der die verqueren Traditionsangebote des 19. Jahrhunderts zusammenbringt und der schließlich zum Schutz der "arischen Rasse" schreitet.

Die Literatur, die Kunst und die Musik werden zu Bereichen eines pluralistischen Austauschs

Die Literatur, jetzt definiert als der Bereich der nationalsprachlichen Überlieferung (siehe zu diesem Punkt eingehender den Artikel Literatur), die Kunst, jetzt definiert als Feld der Dinge, die ob ihrer Ästhetik gewürdigt sein wollen und die Tonkunst werden in Europas Nationen zu privilegierten Debattenfeldern. Die Entwicklung kommt maßgeblich über die Sekundären Diskurse zustande, die sich diesen Produktionen im Feuilleton und an den Schulen und Universitäten annehmen.

Eine Reorganisation des Marktes ist die Folge: Hoch stillstehen die kulturtragenden national gewürdigten Produktionen, tief dagegen eine neue kommerzielle Kultur, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts steigernd auf die Kommerzialisierung gegenüber den unteren Anhäufen als neuem Massenpublikum abzielt.

Die hohe Fertigung der anspruchsvollen Kunst, Literatur und Musik, die die Kunstausstellungen, die Konzertsäle und die Literaturzeitschriften erobert, wird unter der massiven gesellschaftlichen Würdigung, die sie erfährt, mit der Wende ins 19. Jahrhundert zum Veranstaltungsort aller wichtigen Debatten. Staatstragender Kniff steht dabei eine permanente Rebellion der Kniff gegen bestehende Moral und Ästhetik gegenüber. Eine übergreifende Diskussion begleitet den Weg der Kunstfertigkeit und der Literatur in die gesellschaftsweiten Diskussionen: Die Debatte, wie weit Kunstfertigkeit sich anderen Zwecken zur Verfügung stellen kann, genauer wie stark der Künstler auf der Autonomie der Kunstgriff beharren kann, sich ganz seiner Arbeit verpflichtet fühlen darf - einer Arbeit, auf die der sekundäre Diskussion zukommen muss, und die wirklich nicht einfach nach seinen Ansprüchen gebildet wird. Unter dem Motto L’art pour l’art erweitert die als Ästhetizismus ausgewiesene Option das Spektrum bis nachher bestehender Schulen, die zu unterschiedlichen Interessengruppen unterschiedliche Nähe entwickelten - von der staatsragenden Kunstgriff des akademischen Historismus so weit wie den Schulen, die die Kunstfertigkeit in den Tätigkeit sozialer Anliegen stellen.

Unten dieser in der hohen Kultur ausgefochtenen Kämpfe entwickelt sich eine breite Produktion, die an kommerziellen Bühnen und im Angebot der Massenliteratur ein Massenpublikum erobert, vor dieses mit dem Sportart als neuem Ereignislieferanten und einer allgemeinen Massenpresse einen eigenen Status als politische Macht und ganz eigene Medien und in ihnen transportierte Unterlagen gewinnt.

Wissenschaften

Massiv malen sich die skizzierten Veränderungen im Wissenschaftsbetrieb ab: Bis in das 18. Jahrhundert rein wurden die Wissenschaften an kirchlichen und landesherrlichen Institutionen unterrichtet. Die Fächer Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie teilten den Wissenschaftsbetrieb unter sich auf. Nationale Akademien der Wissenschaften kamen mit dem 17. Jahrhundert ins Spiel und gaben der "Gelehrtenrepublik" neue Dachstrukturen. Die Naturwissenschaften blieben jedoch bis in das späte 18. Jahrhundert trotz der spektakulären Erkenntnisse seit Galilei und Newton eine Domäne für Liebhaber. Es gibt für sie im 18. Jahrhundert keinen wirtschaftlichen Nutzen und keine Berufe, in denen sie sich auszahlen könnten.

Die Sicht auf die Naturwissenschaften ändert sich im 18. Jahrhundert maßgeblich durch die Leistungen der Royal Society, die als Wissenslieferantin den Aufbau der Kolonien begleitet. Die Verbesserung der Navigation und ihr dienend der Zeitmessung, die Kollektion geographischer Angaben gehören zu den ersten Angeboten der auf die Naturwissenschaften ausgerichteten wissenschaftlichen Gesellschaft.

Verbesserungen landwirtschaftlicher Anbauverfahren, die am Ende wirtschaftliche Profite abwerfen, kommen als Meriten der Wissenschaften im späten 18. Jahrhundert in die Diskussion. Mit der Industrialisierung wird in den Nationen Europas diskutierbar, dass technische Universitäten aufgebaut werden müssen, um Grundwissen zu produzieren. Das alte Gefüge der Wissenschaften wird aufgebrochen:

  • Die Naturwissenschaften beliefern die technischen Wissenschaften mit Erkenntnis,
  • die Ingenieurwissenschaften greifen in die Praxis ein,
  • die Geisteswissenschaften werden aufgebaut, um die großen gesellschaftlichen Debattengegenstände mit einer hierarchisierbaren Diskussion auszustatten: Die Geschichte, die Literatur, die Kunst, die Musik werden Bereiche des Universitätsbetriebs,
  • Sozialwissenschaften kommen im 19. Jahrhundert hinzu, lagern aber einen Außenseiterstatus.

Europa und die Welt

Der Nationalstaat wurde in der größeren Perspektive die Einheit, die die weltweite Zuwachs mit neuer Koordinationskraft übernehmen konnte. Afrika hatte dem europäischen Konzept ethnische Kulturen entgegenzustellen und wurde am härtesten von der neuen Entwicklung getroffen: Europas Nationen teilten Afrika unter sich auf und schufen eigene Pseudonationen in Afrika: Gebiete, deren Grenzen mit dem Abrichtlineal auf der Landkarte gezogen wurden, Gebiete wie sie europäisch Nationen praktisch gewesen wären, die lange in einzelne Machtdomänen zersplittert waren. In Afrika konnten die Nationen ihre eigenen Organisationsstrukturen auf in ihren Augen kaum vorhandene Organisationsstrukturen aufsetzen, ein Problem, das Sprengkraft im 20. Jahrhundert entfaltete, als dieselben künstlich geschaffenen Einheiten in "Unabhängigkeiten" entlassen wurden, die letztlich was auch immer übrige als Unabhängigkeit erlaubten.

Verschieden entfaltete sich der Nationalismus in Asien: Hier traf Okzident im 18. Jahrhundert auf politische Einheiten, die ganz wie europäische Einheiten organisiert waren. Das Kaiserreich China schien europäischen Beobachtern überlegen in seiner Organisation, hier hatte man einen vollendet zentral organisierten Staat aufgebaut. Indien schien Abendland dagegen unterlegen: das Moghul-Imperium blieb das Unterfangen einer einzelnen Dynastie, die am Ende in blutigen Erbschaftsquerelen unterging. Großbritannien, Frankreich und Dänemark suchten das Machtvakuum zu nutzen, das sich Mittelpunkt des 18. Jahrhunderts in Indien abzeichnete, Großbritannien blieb dabei erfolgreich. Mit dem 19. Jahrhundert und dem Aufbau der europäischen Nationalstaaten errangen diese eine überlegene Organisationsstruktur: die Integration wirtschaftlicher, militärischer Macht unter dem Dach einer zentralen Außenpolitik staatlicher Deckung. Die Nationen Europas handelten am Ende untereinander ihre Machtansprüche aus. Die Länder Asiens mussten den Weg eigener Nationalstaatlichkeit wählen. Japan ging ihn mit der Umsturz der 1860er als einzige asiatische Nation siegreich mit einer Übernahme politischer Strukturen von Großbritannien und einer Übernahme des Bildungssystems besonders von Deutschland. Der Aufbau einer Militärmacht und einer Wirtschaftsmacht folgte mit verheerenden Konsequenzen für die benachbarten asiatischen Nationen.

Die unterlegenen Nationen Asiens gerieten mit dem 20. Jahrhundert in Europas Machtgeschiebe, und gewannen erst hier die Chance, Gegengewichte zur europäischen und amerikanischen Macht als aufsteigende Nationen aufzubauen.

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Wirkstoff gegen das Vergessen: US-Forscher sind auf einen zentralen Punkt bei der Entstehung von Alzheimer gestoßen: Sie haben ein Protein identifiziert, das entscheidend an der Bildung der auch als Plaques bezeichneten Eiweißverklumpungen beteiligt ist. Diese sind typisch für Alzheimer und scheinen eine wichtige Rolle beim Fortschreiten der Demenzerkrankung zu spielen. Die Ergebnisse sind besonders vielversprechend, da es bereits ein Medikament gibt, das das entdeckte Schlüsselprotein blockiert: Wie die Forscher schon in einer früheren Studie gezeigt haben, kann der Leukämie-Wirkstoff Imatinib dieses Protein gezielt unschädlich machen, ohne gesunden Zellen zu schaden. Um ihn gegen Alzheimer einsetzen zu können, müsste der Wirkstoff so verändert werden, das er auch das Gehirn erreicht. ...... Weiterlesen!

Sich verändernde Wahrnehmungen: Entwicklungen werden ein zentrales Thema

Bestimmte Worte waren dem 18. Jahrhundert weitgehend fremd. Das Wort "Entwicklung" gehört zu ihnen. "Veränderung" ist das Wort, das sich im frühen 18. Jahrhundert überall dort findet, wo man im 19. Jahrhundert Entwicklungsthesen sucht. Eine Veränderung kann in einem Leute vorgehen, er fasst einen neuen Entschluss, wird von einer neuen Stimmung erfasst, verändert sich von da auf grundlegend. Veränderungen, Revolutionen, sind im 18. Jahrhundert nicht minder in allen historischen Prozessen gesucht. Reiche gehen unter, alternative werden gegründet. Man geht im 18. Jahrhundert davon aus, dass Kultur des Entschlusses bedarf. Adam entschied sich, mündig auf die Welt gekommen, am ersten Tag seiner Existenz, die Sachen zu nennen und aus einer einfachen Zusammensetzung von Vorstellungen die wesentlichen Erfindungen wie Schiffe, Häuser, und Städte zu begründen.

Der historische Raum war für das 18. Jahrhundert kurz. Auf die Weltschöpfung folgten etwa 1600 Jahre bis zur Sintflut, dann um das Jahr 2300 ante Christum natum kam es mit der erneuten Besiedelung der Welt durch die drei Söhne Noahs zum Aufbau der jetzigen Kulturräume - 1000 Jahre später war dieses Werk abgeschlossen, die Antike Welt lag so besiedelt vor, wie die ersten antiken Dramatiker und die Schreiber des Alten Testaments sie wahrnahmen.

Abendland rühmte sich seiner Aufklärung gerade da es von einer kurzen Geschichte ausging, die verworrenen langen Regentenreihen mied, mit denen die Chinesen etwa ihre Geschichte ausstatteten. Die Welt müsste, so europäische Aufklärer im 18. Jahrhundert, von antiken Ruinen übersät sein, wäre die Welt älter und schon länger von Volk besiedelt.

Zur kurzen Weltgeschichte gehört das Individuum, das Kultur immerwährend und aus dem beliebigen Urteil hervorbringt, ein Indivduum, mit dem das 19. Jahrhundert bricht.

Geschichte als Entwicklungsraum

Die Geschichte der Welt und der Menschheit wird schon mit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts länger. Versteinerungen, Fossile, bedürfen neue geologische Theorien - bisher hatte man sie unbefangen als Beweis der Sintflut gesehen. Die Heilige Schrift wird im ersten Anlauf durch Auslegungen verteidigt, die den Schöpfungsmythos symbolisch lesen. Aus den einzelnen Tagen werden Jahrtausende der Entwicklung.

Der Zunehmende Verhältnis mit außereuropäischen Kulturen macht es Ende des 18. Jahrhunderts denkbar, dass kulturelle Entwicklungen lange menschheitsgeschichtliche Prozesse voraussetzen. Gleichzeitig entwickelt gerade die Schwärmerei des frühen 19. Jahrhunderts eine große Begeisterung für die "Naturvölker", deren eigene Kultur der hohen westlichen Zivilisation in manchen Aspekten plötzlich überlegen scheint.

Das 19. Jahrhundert zeigt sich von den Socken von Kulturunterschieden, von der Option, dass gerade sehr lange Entwicklungen zu dem Zivilisationsstand führten, der europäisch herrscht. Die Fremdheit der Antike und des Mittelalters werden Untersuchungsgegenstände. Kulturelle Fremdartigkeit wird produziert und im Historismus gegenüber der Vergangenheit in Anschlag gebracht.

Maler des 17. und 18. Jahrhunderts hatten historische Szenen nicht selten nur geringfügig mit fremdem Zeitkolorit versehen, der aktuelle Osten inspirierte dabei. Maler des 19. Jahrhunderts entdecken fremde Ästhetiken. Die Gotik wird als eigene Ästhetik konstruiert und von den Romantikern in großen Gemälden inszeniert. Die Antike findet eine neue, archäologische Forschung, in der es um die Wiederherstellung fremder Sitten, und Ex Formen des Zusammenlebens geht.

Die Geisteswissenschaft des 18. Jahrhunderts kannte keine Sprachentwicklungen, sie ging von Sprüngen und Neuschöpfungen aus. Unterschiedlich die Sprachwissenschaft, die im 19. Jahrhundert aufkommt und die Entwicklungsgesetze postuliert und untergegangene Sprachstufen wie das Indogermanische rekonstruiert.

Einen tiefen Einschnitt bedeutet für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts das Bilden der Evolutionstheorie und des Darwinismus. Die Abstammung des Volk vom Affen ist weniger als Bruch mit der biblischen Überlieferung prekär - von ihr hatte man sich an den entscheidenden Stellen schon getrennt. Die Verwandtschaft des Leute mit dem Affen wird vielmehr als provokante Kulturthese wahrgenommen. Sie kratzt am Selbstverständnis, mit dem sich die Leute in den Nationen Europas als Kulturträger feiern, ehe ein eigener Rassismus sich von derselben These abspaltet: Die Theorie, die weiße Rasse könnte in der Entwicklung eine höhere Entwicklungsstufe erreicht haben, als die anderen Rassen der Welt.

Die Zukunft als neues Thema

Die utopischen Entwürfe des 16. und des 17. Jahrhunderts kamen bezeichnenderweise alle ohne die Futur als Projektionsfläche aus. Utopia, wie es Thomas Morus entwarf, war ein fiktives Eiland. Großbritannien konnte, den Urteil vorausgesetzt, sofort einen vergleichbaren Staat einrichten.

Zukunftsprospekte bleiben im 17. und 18. Jahrhundert selten. Die Memoirs of the Twentieth Century mit denen Samuel Madden 1731 sich in der Einbildungskraft der Romanwelt bis in das Jahr 1999 wagt bildlich darstellen eine kaum veränderte Welt des frühen 18. Jahrhunderts. Welche Erfindungen sollten noch kommen, so musste sich der Autor des frühen 18. Jahrhunderts fragen, wo doch alle Erfindungen in jedem Augenblick möglich waren.

Mit der Ausdehnung der Vergangenheit wird in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Futur zum Raum, in dem eine neue Menschheit leben könnte. Louis-Sébastien Mercier wagt sich hier 1770 mit seinem Roman L'An 2440 in eine aufgeklärtere Zukunft, die sich erheblich von der Gegenwart unterscheidet.

Im 19. Jahrhundert kommen technologische Phantasien auf, die Science Fiction entsteht mit Welten, in denen die Wissenschaften und die Ingenieurwissenschaften für ganz neue Formen des Zusammenlebens sorgen.

Politische Richtungen und philosophische Schulen entwickeln ein dem gleichkommendes Interesse an der Futur als Raum politischer Zielsetzungen.

Der Positivismus geht im frühen 18. Jahrhundert aus den Erfahrungen der französischen Wende und den Diskussionen der neuen Naturwissenschaften hervor. Sein Gründer Auguste Comte konzipiert einen Siegeszug der Wissenschaften, der am Ende das menschliche Zusammenleben revolutionieren soll. Die Soziologie wird als Forschung aufgebaut, um das Zusammenleben zu erforschen und Modelle eines bestmöglichen Zusammenlebens zu entwickeln. Der Positivismus selbst wird zum wissenschaftlichen Ersatz der Religionen ausgebaut. Ihn trägt die größere Kulturthese, nach der die Menschheit sich über die Theismus zu den Wissenschaften entwickeln muss, die am Ende als Produzenten des Fortschritts das beste Zusammenleben ermöglichen.

Gegenüber dem Positivismus positioniert sich Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts der Marxismus mit dem Kommunismus. An Stelle einer fließenden kulturellen Entwicklung fordert er den Bruch, die Weltrevolution, einen Siegeszug der benachteiligten Klassen, die den neuen Lebensstandard des 19. Jahrhunderts als billige austauschbare Arbeitskräfte ermöglichen.

Zukunftsprognosen bestimmen die Debatten des 19. Jahrhunderts nahe historischen Entwicklungsthesen, die dieselben Zukunftsprognosen beweisen müssen. Gerade die Zeit, die davon ausgeht, dass alle Entwicklungen langsam verlaufen, produziert im Gegenzug extrem beschleunigte Entwicklungen. Die Welt, wie sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts aussah, unterschied sich in vielem nicht von der Welt des Mittelalters - Angaben benötigten ebenso lange auf ihren Wegen durch Okzident wie Jahrhunderte zuvor, die Vehikel waren dieselben, in Dörfern und Städten lebte man ähnlich.

Ende des 19. Jahrhunderts sind Europas Metropolen weitgehend elektrifiziert, Schienennetze verbinden sie miteinander, Angaben werden ohne Zeitverzug elektronisch vermittelt. Reisegeschwindigkeiten sind durch den Zugverkehr verkürzt. Die Dampfschifffahrt verbindet die Kontinente. Die Wirtschaft ist Ende des 19. Jahrhunderts international eng vernetzt. Im 20. Jahrhundert wird sie ihre erste weltweite Katastrophe erleben.

Das Individuum als Entwicklungsraum

Bis in das 18. Jahrhundert war zuerst die Theismus für das Individuum und sein Gemüt zuständig. Die Medizin entwickelte grundlegende Theorien zu bestimmten Gemütsverstimmungen, die sie auf Ungleichgewichte im Säftehaushalt zurückbezog. Eine Forschung der Seelenkunde brachte das 18. Jahrhundert nicht hervor. Sie entsteht in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch die Konzeption eines neuen Individuums, das sich durch persönliche Schwächen definiert und "sympathisch", wörtlich attraktiv für Mitgefühl, macht. Attraktivität lag im frühen 18. Jahrhundert in der Bereitschaft, die eigene Ruf zu verteidigen. Im späten 18. Jahrhundert werden zartfühlende Helden attraktiv, die das Verständnis ihrer Umwelt einfordern, deren Schutz verlangen.

Eine eigene Lehre entwickelt sich mit dem neuen Individuum. Sie kümmert sich um dessen Bildung, die nun zur entscheidenden Prämisse späterer Möglichkeiten im gemeinen Leben wird. Die Ausbildung wird mit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum zentralen Thema - eine Erziehung, die die Möglichkeiten ausbilden muss, die im Individuum je nach seinen persönlichen Fähigkeiten schlummern.

Für Persönlichkeitsprobleme werden im Verlauf des 19. Jahrhunderts in der Folge eigene Humanwissenschaften zuständig. Die Medizin erforscht persönliche Anlagen. Grundsätzliche Fragen Gültigkeit haben der Asozialität, die womöglich hereditär ist, mindestens aber Zeichen einer Verfall sein muss, für die das Individuum oder die Gesellschaft Verantwortung tragen.

Der Strafvollzug wird auf Korrektion ausgerichtet. Die Erziehungsanstalten werden auf die Formung des Volk verpflichtet. Geistige und körperliche Ertüchtigung werden Themen. Die Abhärtung und Sportart kommen in Mode - sowohl als auch Lebensbereiche die im frühen 18. Jahrhundert noch unvorstellbar waren.

Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert werden am Ende zur Ära der modernen Seelenkunde - der Wissenschaft, die Fehlentwicklungen in Dispositionen und schlecht verarbeiteten Erfahrungen aufspürt. Mit ihr ist der Zustand erreicht, an dem das Individuum der Konzept nach über sich weniger weiß als die neuen Humanwissenschaften, die Daten erheben, klassifizieren, Schädel vermessen, Krankengeschichten sammeln - ein komplexes Einrichtungsgegenstand an Interaktionen eingerichtet haben, mit denen die Wissenschaften dem Individuum begegnen. Eigene Phantasien setzte das im 18. Jahrhundert frei - von der Frankensteinphantasie bis zur Einbildungskraft der positivistische wohlgeordneten Welt. Neue Phantasien werden dies im 20. Jahrhundert freisetzen: Die von Zwangsstaaten, die dem Individuum keinen eigenen Entwicklungsraum mehr bewilligen werden.

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Ereignisse

Überblick

Den wichtigsten organisatorischen Modernisierungsschub bringt in Frankreich die Französische Revolution. Mit den Napoleonischen Kriegen sehen sich zwei Jahrzehnte später Europas Nationen gezwungen, adäquate Organisationsstrukturen zu entwickeln. Napoléon Bonaparte gängig zu Beginn des 19. Jahrhunderts in seinen Eroberungsfeldzügen die Ideen der Französischen Sturz europaweit. Der Code Civil, die bürgerlichen Gesetzesgrundlagen werden in seinem zeitweiligen Herrschaftsbereich ausgebreitet. Trotz seiner letztlichen Niederlage und dem Versuch der europäischen Fürsten, mit der Politik der Restauration nach dem Wiener Kongress von 1815, die bürgerlichen Fortschritte rückgängig zu machen, bleiben die neuen Ideen von nationaler Einheit und liberaleren Rechten in den Gesellschaften Europas, erstens unter den intellektuellen Eliten, festgesetzt.

Der deutsche Sprachgebiet ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts politisch zersplittert. Deutsche Intellektuelle sehen im deutschen Nationalstaat die einzige Option, bürgerliche Freiheiten zu erlangen sowie eine Organisationsstruktur aufzubauen, die sich gegenüber Französische Republik und Großbritannien rechtfertigen kann. Der Nationalstaat unter Führung der Gebildeten scheitert 1849. Die wirtschaftliche Entwicklung lässt in den meisten Territorien zu wünschen übrig. Preußen nutzt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die militärische Vormachtstellung, um die politische Vereinigung von oben herunter durchzusetzen. Eine eigene Sozialstaatlichkeit wird unter Otto von Bismarck von oben abwärts eingeführt.

Großbritannien ist seitdem 1703 vereinigt und verfügt seit der Glorious Revolution über eine funktionale Machtaufteilung zwischen König, Volksvertretung und Parteiensystem. Modernisierungsschübe, wie sie Grande Nation nahm, folgen in Großbritannien glimpflich, besonders da die wachsende Prosperität Konflikte in der Klassengesellschaft entschärft. Großbritannien kann seine Vorreiterrolle als Wirtschaftsmacht bis an das Ende des Jahrhunderts verteidigen.

Der katholische Mittelmeerraum kam mit der Neuzeit in ein technologisches Hintertreffen gegenüber den nördlicheren Nationen. Das 19. Jahrhundert bringt Griechenland und Italien nationale Bewegungen und den Aufbau moderner staatlicher Strukturen.

Die USA haben 1776 die nationale Unabhängigkeit errungen, bleiben jedoch bis Zentrum des 19. Jahrhunderts technologisch rückständig. Hiefür ist wie auch die Sklaverei verantwortlich, die den Aufbau einer industrialisierten Gesellschaft lange entbehrlich macht wie die Justierung des Südens auf eine agrarische Produktion. Einen technologischen Schwung brachte der Bürgerkrieg Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts mit sich. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts steht besonders in den Nordstaaten unter dem Zeichen einer wirtschaftlichen Aufholjagd. Der Kapitalismus findet mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Vereinigte Staaten von Amerika von Vereinigte Staaten von Amerika dank der schieren Größe des Wirtschaftsraums, dem Bevölkerungszuwachs (vor allem durch Immigration) und der sehr viel freieren Entwicklungsmöglichkeiten im (gesellschaftlich nicht durch Traditionen gehinderten) Kulturraum eine eigene Ausprägung - jene die es den USA im 20. Jahrhundert erlauben sollten die Führungsrolle als Imperium zu übernehmen. Eigene Kolonien bauten die USA dabei nicht auf, als zukunftweisend erwies sich dagegen eine Politik gegenüber dem "Hinterhof" der USA - die zweite Erschließung Südamerikas durch amerikanische Konzerne.

Südamerika prosperierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kumulativ durch europäische Emigranten, die die wirtschaftliche Erschließung vorantrieben, bleibt jedoch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nachdem Nordamerika zurück.

Afrika und Asien geraten im 19. Jahrhundert in ein epochales Abseits, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts allein Japan als zukünftige Wirtschafts- und Militärmacht heraustritt.

Klima

  • Die Kleine Eiszeit endet.
  • Das Jahr 1816 geht als Jahr ohne Sommer in die Klimageschichte ein: der Eruption eines Vulkans in Indonesien im Apr. 1815 hat zur Folge, dass in Nordamerika und Westen im Juli und August Temperaturen unter Null Grad herrschten.

Europa

Amerika

  • Im mexikanisch-amerikanischen Krieg gewinnen die USA große Teile des heutigen Südwestens der USA zu ihrem Territorium hinzu. Schon vorweg hatte Napoleon Louisiana an die USA verkauft. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erwerben die USA Alaska von Russland.
  • In den britischen Kolonien und in Neue Welt endet die Sklaverei. siehe: Amerikanischer Bürgerkrieg 1861 bis 1865. Ende des Sklavenhandels.
  • Unabhängigkeitsbewegungen in Süd- und Mittelamerika führen in vielen dortigen Staaten zur Unabhängigkeit von der spanischen und portugiesischen Herrschaft.
  • In den USA wird die Siedlungsgrenze kumulativ nach Abendland ausgedehnt, bis das Land von der Ostküste bis zur Westküste kolonisiert ist. Die nordamerikanischen Indianer werden in immer weniger werdende Reservationen zurück gedrängt. Eine wichtige Lebensgrundlage der Prärieindianer, der Bison, wird von den Angloamerikanern fast ausgerottet. Höhepunkt und Ende der Indianerkriege bis 1890. Die Ansiedlung des Westens der USA ist ferner geprägt von Glücksrittern, Abenteurern, Ausbreitung der Viehzucht, der Hochphase des Cowboyberufs unter anderem. Später wird die Pionierzeit mit den genannten Erscheinungen als so genannter Wilder Westen verklärt und romantisiert.
  • Die Entdeckung von Gold in Australien und im Europa der USA leitet eine massenhafte Migration und Besiedlung der betroffenen Gebiete ein.

Asien

  • Entstehung des Baha'ismus (Baha'i), der jüngsten Offenbarungsreligion.
  • Die Meiji-Restauration 1868 öffnet Japan für moderne Einflüsse und katapultiert es zum Ende des 19.Jahrhunderts in eine führende Großmacht.

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Persönlichkeiten

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Erfindungen und Entdeckungen

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Literatur

  • Schnerb, Robert: Das Bürgerliche Zeitalter. Europa als Weltmacht 1815 - 1914. Zürich 1971, ISBN 3463136821

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Siehe auch

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Weblinks

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(TID 5687)

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