Afghanistan
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| Amtssprache | Paschtu, Persisch (Dari) | ||||
| Hauptstadt | Kabul | ||||
| Staatsform | Islamische Republik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Hamid Karzai | ||||
| Fläche | 647.500 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 28.513.677 (Juli 2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 44,0 Bewohner pro km² | ||||
| Lebenserwartung | 44,5 Jahre | ||||
| Währung | Afghani | ||||
| Zeitzone | UTC +4,5 | ||||
| Nationalhymne | Soroud-e-Melli | ||||
| Kfz-Nationalitätszeichen | AFG | ||||
| Internet-TLD | .af | ||||
| Vorwahl | +93 | ||||
| Bild:Afghanistan-Pos.png | |||||
| Bild:Af-map.png
Detaillierte Landkarte (Stand 2002) | |||||
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Afghanistan bzw. Afghânestân), ist ein Staat in Zentralasien, der an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China und Pakistan grenzt.
Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Das zentralasiatische Land grenzt an den Iran, Pakistan, China, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan; drei Viertel sind unzugänglich.
Afghanistan war im Kalten Krieg des 20. Jahrhunderts stark durch die Weltanschauung der USA und die kommunistische Weltsicht der SU in opponierende Lager gespalten. Dadurch fegten permanent Kriege durch das Land. In den 80er-Jahren besiegten von Pakistan eingesetzte und von den USA und Saudi-Arabien finanzierte Mudschaheddin das kommunistische Regime. Die Aufteilung der Machtbereiche scheiterte jedoch an Rivalitäten; die fundamentalistisch islamisch ausgerichteten Taliban-Milizen kamen an die Macht und setzten eine radikale Position des Islam und gerade die Scharia mit aller Härte durch. Das Taliban-Regime, das Mitgliedern von Terrororganisationen Unterschlupf gewährt hatte, stürzte im maßgeblich von den USA geführten „Krieg gegen den Terrorismus“, der Ende 2001 begann.
Geographie
Afghanistan ist ein Binnenland mit strategischer Bedeutung in der Region.
Das Land ist größtenteils Gebirgsland. Weniger als 10 % der Landesfläche liegen unten von 600 m. Die Gebirgszug des Hindukusch (bis 7.500 m Höhe) und des Sefid Kuh erstrecken sich über weite Teile des 652.090 km² großen Landes.
Größere Städte sind Kabul (als Agglomeration 4,9 Mill. Ew.), Kandahar (339.200 Ew.), Mazar-e-Sharif (239.800 Ew.), Herat (166.600 Ew.), Dschalalabad (158.800 Ew., 2002) und Kundus (118.000 Ew., 2003).
Siehe auch: Liste der Städte in Afghanistan
Im Südwesten befindet sich eine abflusslose Ebene mit dem Hilmendsee an der Grenze zum Iran. Sein wichtigster Zufluss ist der Hilmend, der im Morgenland des Landes nahe der Ort Kabul entspringt. Afghanistan besitzt ein kontinentales Klima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern.
Afghanistan ist vorerst ein Gebirgsland im östlichen Hochland von Iran. Nur im Norden liegen Ebenen am Amudarja und im Südwesten kleinere wüstenartige Becken. Der Nordosten wird vom Hindukusch durchzogen. Zwischen dem Becken von Kabul und dem nördlichen Landesteil besteht seitdem 1964 eine winterfeste Straßenverbindung über den Gebirgskamm mit einem fast 3 km langen Tunnel (Salangpass-Straße).
Der südliche Hindukusch fällt steil in die Landschaft Nuristan ab, die partiell noch von Nadelwäldern bezogen ist. Die Landschaften zwischen der Stadt Kabul und dem Khaiberpass an der Grenze zu Pakistan sind der politische und wirtschaftliche Kernraum des Landes. Siedlungskern im westlichen Afghanistan ist die Ort Herat. Das südliche und südwestliche Afghanistan besteht aus Wüsten und Halbwüsten. Es wird nur vom Hilmend durchflossen, der der längste afghanische Fluss ist. Der Hilmend endet in den Salzseen von Sistan an der Grenze zum Iran. Östlich des Hilmend liegt die Wüste Rigestan („Sandland“) und okzidental des Hilmend die meist aus Schotter und Lehmflächen bestehende Dascht-e Margoh.
Der höchste Punkt des Landes ist der Gipfel des 7.485 m hohen Nowschak im Hindukusch. In der Flussebene des Amudarja an der Grenze zu Turkmenistan befindet sich mit 285 m über NN die tiefstgelegene Stelle Afghanistans.
Klima
Jahreszeiten. Die winterlichen Westwinde bringen meist mäßige Niederschläge, während die Saison ausgeprägt trocken sind und nur im äußersten Südosten der Monsun für Regen sorgt.
Klimatisch gehört der Süden des Landes schon zu den wärmeren Subtropen, in denen der Ackerbau von Dattelpalmen möglich ist. Darüber hinauf ist Afghanistan benachbart Myanmar das Land mit dem größten Opiumanbau der Erde.
Das Temperaturspektrum ist das größte der Welt: Es hinreichend von -50 bis +53 °C. Im Jahr 2000 hatte die Hälfte der Bevölkerung unter einer der häufig auftretenden schweren Dürren zu leiden.
Bevölkerung
Ethnien
Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat und Minoritätenmosaik, wobei sich jedoch aus historischen Gründen die Paschtunen häufig als Staatsvolk fühlen. Das Land hatte 2004 etwa 28,5 Mio. Bewohner (es gab in Afghanistan nie eine Volkszählung. Eine Einwohnerzahl von 25-30 Mio. gilt als sehr wahrscheinlich). Die Einteilung nach ethnischen Gesichtspunkten ist nicht immer eindeutig, so dass sprachliche, religiöse und auf äußeren Körpermerkmalen beruhende Kriterien sich überschneiden, wie etwa bei den „Türkisch-mongolischen“ Hazara. Die folgenden Prozentangaben sind nur eine grobe Schätzung und geben nur die wahrscheinliche Bevölkerungsaufteilung wieder.
- Paschtunen, die ethnischen Afghanen, sind die Begründer und Kennungsgeber des Landes. Sie machen ca. 40 % der Bevölkerung aus.
- Den Paschtunen zugeordnet sind u.a. mehrere Nomadenstämme, allen voran die Kuchi mit rund 5 Mio. Vertretern. Diese wurden durch Artikel 14 der Afghanischen Verfassung besonders geschützt und mit Mitspracherechten ausgestattet.
- Tadschiken sind persischer Abstammung und machen ca. 30 % der Bevölkerung aus.
- Den Tadschiken zugeordnet sind u.a. die Qizilbasch, die Nachkommen persisch-türkischer Soldaten aus der Zeit der Safawiden-Herrschaft, sowie die "Farsiwan" im Okzident des Landes.
- Hazara, die aber und abermal als Nachkommen der Streitkräfte Cengiz Kagan`s Dschingis Khans bezeichnet werden, sind in diesen Tagenpersischsprachig und stellen ca. 20 % der Bevölkerung. Ihre Abstammung ist wissenschaftlich nicht besetzt und deshalb unter Historikern umstritten.
- Usbeken, eines der vielen Turkvölker Zentralasiens, stellen ca. 5 % der Bevölkerung.
- daneben existieren noch mehrere kleinere Gruppen von u.a. Aimaken, Turkmenen, Nuristani und Belutschen.
Nach 1992 haben ethnische Konflikte die Auseinandersetzungen zwischen den Mudschaheddin geprägt. Die traditionellen Subjekt Afghanistans waren die Paschtunen, sie waren auch bei den Taliban tonangebend. Der Sturz des Taliban-Regimes im Jahr 2001 gab einer Schulterschluss aus Tadschiken, Hazara und Usbeken die Gelegenheit, ein Abkommen über die Aufteilung der Macht durchzusetzen. Die Paschtunen sehen sich seither Vergeltungsangriffen ausgesetzt. Unter den Taliban war es darüber aufwärts zu Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten gekommen. Im zehn Jahre dauernden Konflikt nach dem Okkupation sowjetischer Truppen 1979 sowie im nach 1992 einsetzenden Bürgerkrieg gab es etwa 2 Mio. Tote und eben so zig Versehrte. Alternative 6 Mio. mussten ins benachbarte Pakistan und den Iran fliehen. Mehrere kamen zwar zurück, doch durch die Kämpfe im Jahr 2001 entstand eine neue Flüchtlingswelle; Hunderttausende wurden innerhalb des Landes vertrieben. Unter dem islamistischen Taliban-Regime hatten die Frauen kaum Rechte. Die Übergangsregierung ließ Frauen wiederum zum Erwerbsleben zu und erlaubte Mädchen den Schulbesuch. Gesellschaftliche Beschränkungen für Frauen bestehen aber weiterhin.
(siehe auch Ethnic groups)
78 % der Bevölkerung leben auf dem Land und nur 22 % in den Städten.
Sprachen
In Afghanistan werden schätzungsweise reichlich 57 verschiedene Sprachen und über 200 verschiedene Dialekte gesprochen. Von diesen wurden durch die große Ratsversammlung Loja Dschirga Persisch und Paschto als offizielle Landes- und Regierungssprachen (Amtssprachen) bestätigt.
Neupersisch, in Afghanistan überwiegend Dari genannt (abgeleitet von Farsi-e Darbâri, "Persisch des königlichen Hofes"), ist die Mehrheitssprache [1] und, seit der Gründung Afghanistans durch Ahmad Shah Durrani, auch Amtssprache des Landes. Gut die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans (hauptsächlich Tadschiken, Hazara, Aimaken, aber auch sehr zahlreiche Paschtunen) spricht Farsi als Muttersprache, welche in der Regel als lingua franca des Landes geschätzt werden kann. Dari ist darüber hinaus die Sprache der Bevölkerung der Ort Kabul. Sie dient nicht nur als Regierungs- und Wirtschaftssprache, zugunsten auch als Kommunikationssprache zwischen jenen Volksgruppen, die nicht eine der beiden Landessprachen als Muttersprache sprechen.
Paschto (Afghanisch), die Sprache der Paschtunen, ist seitdem 1964 Amtssprache. So wird traditionellerweise die Nationalhymne Afghanistans seit Anfang des 20. Jahrhunderts nur in Paschto gesungen. Auch militärische Titel sind der Sprache der Paschtunen entnommen. Allerdings konnte sich Paschto vor ... nicht als Staatssprache durchsetzen und hat diesen Status nur in den paschtunischen Stammesgebieten. Von anderen Bevölkerungsgruppen wird Paschto meist als beiläufig angesehen, und auch die Fragestellung der Nationalhymne hat aber und abermal provokante Diskussionen heraufbeschworen. Jegliche Versuche der Regierung, den Status von Paschto in der Bevölkerung zu erhöhen, sind bislang im Großen und Ganzen gescheitert.
Angrenzend sind auch fünf Minderheitensprachen in jenen Regionen als Amtssprache anerkannt, in denen diese von der Majorität gesprochen werden; die wichtigste Sprache ist dabei die Türkische Sprachen Uzbekisch,Turkmenisch, aber auch Belutschisch, Paschai und Nuristani (Kati) haben unter Karzai eine Aufwertung erfahren. Momentan wird u.a. mit deutscher Hilfe daran gearbeitet, Wörterbücher und Lehrmaterialien für den Schulunterricht in diesen Sprachen zu erstellen.
Die Analphabetenrate ist mit ca. 70% im internationalen Vergleich sehr hoch. Invasion, Bürgerkrieg und die Kulturfeindlichkeit der Taliban haben ganze Generationen ohne jeden Zugang zu Bildung heranwachsen lassen. Besonders betroffen von diesem Ausschluss aus dem Bildungssystem waren Frauen, so dass noch in diesen Tagen ca. 90% aller Afghaninnen Analphabetinnen sind. Der Analphabetismus ist eines der größten Hindernisse beim Rekonstruktion des Landes. Mit dem Ende des Taliban-Regimes entstanden mit ausländischer Hilfe vollkommen Land neue Schulen, so dass inzwischen ein großer Teil der Bälger und Jugendlichen wiederum eine Schule besuchen kann.
Religion
Über 99 % der Bevölkerung sind Muslime, davon etwa vier Fünftel meist hanafitische Sunniten und ein Fünftel imamitische Schiiten. Anliegend gibt es noch etwa 20.000 Hindus, einige einige hundert Sikhs und einen letzten Juden (siehe Bucharische Juden) namens Zablon Simintov in Kabul.
Der Islam wird je nach ethnischer Gruppe, nach Region und/oder nach Bildungsstand unterschiedlich verstanden und interpretiert. Eine wichtige Rolle spielen bis auf den heutigen Tag die vorislamischen Bräuche der Bevölkerung, wie z.B. das altiranische Neujahr (Nowroz) nach dem iranischen Kalender oder der Vertrauen an segenbringenden Weihrauch (Espand); sowohl als auchzoroastrische Bräuche.
Islam in Afghanistan
Der Islam in Afghanistan ist über die Jahrhunderte von den Afghanen sehr althergebracht ausgelegt worden, wobei das Stammesrecht der Paschtunen eine Rolle gespielt hat. Vorerst in Städten und größeren Anpeilen gehen Frauen meist nur mit Ganzschleier (Burka) aus dem Haus. Allerdings wurde sie nur in größeren Städten allgemein üblich. Auf dem Land war die Burqa nicht allgemein üblich, da sie etwa bei der Feldarbeit störend ist.
Die Taliban verpflichteten Zentrum der 1990er Jahre alle Frauen zum Tragen einer Burka. Bei den Tadschiken und den anderen Volksgruppen war diese Brauch bis nachher nicht weit verbreitet. Die Burka-Pflicht wurde 2001 amtlich wiederum aufgehoben, aber die Burqa bleibt weiterhin die gewöhnliche Kleidung für Frauen. Einzig in Kabul gibt es Orte, an denen sich Frauen unverschleiert zeigen dürfen (z.B ein Frauenpark in Kabul).
Nur wenigen Frauen ist es erlaubt, sich ohne männliche Typ in der Öffentlichkeit zu bewegen. Übergriffe gegen Frauen sind in Kabul und anderen größeren Städten meistens – während die Lage mindestens hier durch ausländische Truppenpräsenz einigermaßen stabil ist.
Unter den Taliban war Frauen die Berufstätigkeit verboten. Da es durch den Bewaffnete Auseinandersetzung allein in Kabul etwa 30.000 Witwen gab, waren diese völlig auf sich allein gestellt. Vielen blieb nichts anderes übrig, als zu betteln.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Afghanistans
Von der Antike bis zur Neuzeit
In der Antike gehörte das Gebiet des heutigen Afghanistan, das dem Orient des antiken "Aryānām Xšaθra" entspricht, zum Perserreich. Später entstand in Baktrien ein Griechisch-Baktrisches Königreich, das von den Nachkommen der Truppen Alexanders des Großen regiert wurde.
Nach dem Fall der Sassaniden und der Eindringen der muslimischen Araber dominierten bis zum MA persische Lokaldynastien, die dem muslimischen Kalifat unterstanden. Der Islam setzte sich dennoch in dieser Region verhältnismäßig langsam durch. Erst gegen Ende des 10. Jahrhundert, das heißt nach der großen Völkerwanderung der Türken ins Persischen Hochland, sollen nach einer islamischen Chronik die meisten Bewohner im Raum Ghur (zwischen Herat und Kabul) Muslimen gewesen sein.
Staatsgründung und Namensgebung
Der Paschtune [[Qasimi|]] begründete im Anno 1747 ein selbstständiges Königreich im Orient Persiens, im Gebiet Khorasan Wa Mawar al-Nahr. Damit gilt er allgemein als der Begründer Afghanistans. Das von Qasimi gegründete Reich zerbrach schon bald erneut an inneren Querelen und Einmischungen von außen. Wenig später geriet Afghanistan in den Einflussbereich der expandierenden Briten.
Der Name Afghanistan (ursprünglich als Afghanland von den Engländern eingeführt; wurde später als Afghanistan von den Afghanen übernommen) bedeutet wörtlich Land der Afghanen und entstand am Anfang des 19. Jahrhunderts. 1801 wurde er im Anglo-Persischen Friedensvertrag zum erstenmal erwähnt.
Die britische Kolonialmacht
Um das Land zu erobern und als Teil des Britischen Imperiums in Indien einzugliedern, kämpfte 1839-1842 eine große Anglo-Indische Streitkräfte im ersten Anglo-Afghanischen-Krieg gegen einen relativ schlecht ausgerüsteten afghanischen Widerstand. Die Briten konnten zwar das Land besetzen, jedoch nicht ihre Ziele durchsetzen. 1842 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, bei dem die Briten sich bereit erklärten, ihre Truppen zurückzuziehen. Jedoch wurden kurz darauf am Khyber-Pass die sich zurückziehenden Briten angegriffen und alle 15.000 britischen Soldaten und deren Familienmitglieder getötet. Dieser militärische Verlust in Afghanistan frustrierte die britische Kolonialregierung und erschwerte ihre Bestrebungen, wie z.B. die Kontrolle der Handelswege in Zentralasien und den daher versuchten Angriff auf die chinesische Qing Dynastie. Die Katastrophe in Afghanistan erregte auch diverse Inder, denn die britische Streitkräfte bestand zu einem großen Teil aus Indern. Angetrieben durch den Frustration der vorangegangenen Demütigung erklärte 1878 die britische Regierung nochmals den Bewaffnete Auseinandersetzung gegen Afghanistan. Trotz geringer militärischer Erfolge der Afghanen, wie bei der Scharmützel von Maiwand 1880, wurde der Widerstand niedergeschlagen, die Gemeinde Kabul aus Vergeltung niedergebrannt, und eine Spielwaren als König installiert. Gleichzeitig übernahmen die Briten für die folgenden 40 Jahre die afghanische Außenpolitik. Angesichts vieler Aufstände in Afghanistan wurde 1893 das Land durch die Durand-Linie von den Briten separat und das süd-östliche Gebiet (die heutigen pakistanischen Provinzen NWFP, FATA und ein weniger Teil Belutschistans) der indischen Kronkolonie einverleibt.
Der dritte Anglo-Afghanische-Krieg im Mai 1919 - ein letzter Versuch Afghanistans, sich vom britischen Joch zu befreien - führte schließlich durch geschicktes Verhandeln der afghanischen Diplomaten (die Afghanen drohten den Engländern, sich weiter Russische Förderation anzunähern) zum Vertrag von Rawalpindi und am 8. August 1919 zur Anerkennung Afghanistans als souveränen und unabhängigen Staat durch Großbritannien. Somit hatte Afghanistan nach reichlich 60 Jahren britischer Herrschaft seine volle Unabhängigkeit erlangt, während ein großer Teil der Gebiete an die Briten verloren gingen und später dem Staat Pakistan zugesprochen wurden.
Afghanistan nach der Unabhängigkeit
Seither 1933 bestand mit Mohammed Sahir Schah (Baraksai) an der Spitze ein konstitutionelles Königreich; es musste 1973 einer Republik weichen, in der 1978 die Kommunisten die Macht übernahmen. Der im Dez. 1979 erfolgte sowjetische Okkupation stürzte Afghanistan in einen zehnjährigen „Stellvertreterkrieg“ (siehe Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion), den die islamischen Kräfte Afghanistans (Mujaheddin, soviel wie „Gotteskrieger“) gewannen, und zwar mit Unterstützung aus Pakistan, Saudi-Arabien und den USA. Nach dem Abzug der Sowjets 1989 und dem Rücktritt des letzten kommunistischen Präsidenten Najibullah 1992 begannen die Mujaheddin-Gruppen, sich gegenseitig zu bekämpfen, und es entbrannte ein brutaler Bürgerkrieg, der bis etwa 1995 dauerte. In jenem Jahr begannen von Pakistan aus die radikal-islamistischen Taliban (soviel wie Koran-Schüler; eine Splittergruppe der ehem. Mujaheddin) das Land zu erobern – sie kontrollierten bis 2001 ca. 90 % des Landes und etablierten ein unnachsichtig islamisches Regime. So wurden Musik, Sport, Bilder und TV verboten, fast sämtliche Schulen und Universitäten geschlossen, Männer gezwungen, Bärte zu tragen und Frauen durften nur mit männlicher Typ und in eine Ganzkörperverschleierung (Burka) gehüllt das Haus verlassen. Ferner waren Frauen und Mädchen Schulbesuch und Berufstätigkeit untersagt.
Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter Afghanistans
Afghanistan nach dem Kalten Krieg
Nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001, die die US-Regierung dem Ex-Saudi-Araber Osama bin Laden zuschrieb, und nachdem der UN-Sicherheitsrat den USA das Recht auf Notwehr zusprach, führte eine Allianz unter Führung der USA zum Sturz des herrschenden Talibansystems. In diesem Fall stellte die Nordallianz den Großteil der Bodentruppen. Osama bin Laden wurde dabei aber nicht gefunden.
Der paschtunische Stammesführer Hamid Karsai, der im Dezember 2001 auf der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg als Vorsitzender ermächtigt wurde, wurde 2002 von der landesweiten Loja Dschirga („Große Ratsversammlung“) zum Präsidenten gewählt.
Die Zerstrittenheit innerhalb der Nordallianz nahm bis 2002 zu, national kam es zu ethnischen und sprachlichen Verfolgungen. Trotz der Zerstrittenheit besetzen Mitglieder der Nordallianz des Öfteren Schlüsselfunktionen. Die Rivalitäten zwischen den Stämmen und Völkern nahmen weiter zu und gefährdeten den Friede weiter.
Etliche der im Bewaffnete Auseinandersetzung ins Ausland geflüchteten Volk kehrten inzwischen zurück.
Am 9. Oktober 2004 fanden die ersten (freien) Präsidentenwahlen statt, aus denen Hamid Karsai als Bester hervorging.
Für die Parlamentswahl am 18. September 2005 waren die "Provincial Reconstruction Teams - PRT KUNDUZ", ein Teil der ISAF, für die Sicherheit in der Region zu dieser Zeit verantwortlich.
Die Sicherheitslage des Landes ist nach wie vor kritisch. Im Süden und Morgenland von Afghanistan vorliegen Gebiete, in die sich keine Okkupationstruppen hineintrauen. Seit März 2005 wurden über 1000 Volk bei Anschlägen getötet. Am 14. Sept. 2005 ermordeten die Taliban in der südafghanischen Provinz Uruzgan sieben Afghanen, weil diese Wählerausweise bei sich trugen.
Politik
Allgemeines
Afghanistans Regierungsform ist die einer Republik mit einer Übergangsregierung aus 30 Ministern und 4 Vizepräsidenten (bestätigt von der Loja Dschirga). Das Land gliedert sich in 34 Provinzen.
Politisches System
Seit der Verfassung von 2004 hat Afghanistan ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten an der Spitze der Exekutive. Der Präsident wird direkt vom Volk für eine Zeitdifferenz von fünf Jahren gewählt. Nach zwei Amtszeiten ist es dem Präsident verwehrt wiederholt zu kandidieren. Ein Präsidentschaftskandidat muss mindestens 40 Jahre alt, ein Moslem und afghanischer Staatsbürger sein. Der Person nominiert zwei Vizepräsidentschaftsbewerber. Der Präsident ist Staats- und Regierungsoberhaupt und Typ der militärischen Streitkräfte. Zu seinen Befugnissen gehören außerdem die Bestimmung seines Kabinetts, sowie die Besetzung von Positionen im Militär, der Bullerei und Provinzregierungen mit der Zustimmung des Parlaments.
Die Nationalversammlung ist die Legislative von Afghanistan und besteht aus zwei Häusern: der Wolesi Dschirga (Haus des Volkes) und der Meschrano Dschirga (Haus der Älteren).
Das Volksvertretung (Wolesi Dschirga) besteht aus 249 Sitzen, wobei 68 für Frauen und zehn für die Nomaden-Minderheit der Kuchis belegen sind. Die Abgeordneten werden durch direkte Wahl bestimmt, wobei die Anzahl der Sitze im Verhältnis zur Einwohnerzahl der jeweiligen Provinz stehen. Es müssen mindestens zwei Frauen pro Provinz gewählt werden. Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Zur Wahl sind keine Parteien zugelassen. Auf dem Wahlzettel erscheinen der Name, das Foto und das Symbol des Bewerbers, dem keine Verbindung zu bewaffneten Organisationen zulässig sind. Die Mandatsträger erhalten keine Immunität vor dem Gesetz. Die Meschrano Dschirga besteht zu je einem Drittel aus Delegierten, die von den Provinz- bzw. Distrikträten für vier Jahre bestimmt werden, sowie zu einem Drittel aus Abgeordneten, die vom Präsident bestimmt werden, wobei die Hälfte aus Frauen bestehen muss.
Die Judikative setzt sich aus dem Stera Mahkama (Oberster Gerichtshof), dem Berufungsgericht und niederen Gerichten für bestimmte Zuständigkeiten zusammen. Der Stera Mahkama besteht aus neun Richtern, die vom Präsident für eine Amtszeit von zehn Jahren nominiert und vom Abgeordnetenhaus bestätigt werden. Jurist müssen mindestens das Alter von 40 Jahren erreicht haben, dürfen keiner politischen Politische Kraft angehören und müssen einen Abschluss in Jura oder islamischer Rechtsprechung haben. Die Stera Mahkama hat auch die Befugnisse eines Verfassungsgerichtshofs.
In der Praxis ist der Einfluss der Regierung jedoch fast ausschliesslich auf die Stadt Kabul beschränkt - im restlichen Land liegt die Macht weiterhin in den Händen afghanischer Warlords. Hinzu kommt ein weit verbreitetes Misstrauen der Bevölkerung gegenüber Staats- und Regierungschef Hamid Karsai, dem man dank seiner Nähe zur US-Regierung häufig vorwirft er handle mehr nach der USA als des afghanischen Volkes.
Politischer Transformationsprozess
Ende 2003 bis Anfang Jan. 2004 tagte die Große Ratsversammlung (Loja Dschirga) nochmals und stimmte schließlich dem Entwurf einer Verfassung zu. Als Staatsform hat man sich auf eine Islamische Republik geeinigt, die demokratische Parlamentswahlen ermöglichen wird; auch der Präsident soll vom Volk gewählt werden und dieser erhält u. a. das Recht, den obersten Ankläger zu ernennen. Es wird zwei Vizepräsidenten geben. Real wurde mit der Verfassung die Scharia nochmals eingeführt, da nach Art. 3 der Verfassung kein Gesetz im Widerspruch zu den Grundlagen des Islam stillstehen darf.
Die letzten Präsidentschaftswahlen fanden am 9. Oktober 2004 statt, die Parlamentswahlen am 18. September 2005. Ursprünglich sollten sie im Juni 2004 stattfinden, mussten aber vermöge von Verzögerungen bei der Wahlregistrierung öfter verschoben werden. Dem Amtsinhaber Hamid Karsai wurde im Nebelmonat November 2004 dienstlich zum Präsidenten Afghanistans erklärt.
Parlamentswahl am 18. September 2005
Am 18. September 2005 fanden in Afghanistan die Wahlen für die Wolesi Dschirga, dem "Haus des Volkes", und die 34 Provinzräte statt. Für die 249 Sitze des Volksvertretung (68 per Kontingent für Frauen) gab es 2.800 Kandidaten (330 Frauen), für die Provinzräte über 3.000. Trotz Anschlagsdrohungen ließen sich 12,7 der 28 Mio. Afghanen registrieren. Zur Wahl gingen schließlich 6,8 Millionen, was einer Wahlbeteiligung von etwa 54% entspricht.
Da Parteien laut Verfassung verboten sind, lässt sich ohne genaues Hintergrundwissen wenig aus den Ergebnissen erfahren. Erwähnenswert ist jedoch, dass ehemalige Kriegsfürsten und bekennende Taliban gewählt wurden.
Die Glaubwürdigkeit der Wahl wird durch die Fracksausen vor Wahlmanipulation in Anfrage gestellt. In Masar-e Scharif sorgt nicht die ISAF-Schutztruppe für die Sicherheit der Wähler, stattdessen der dortige Kriegsfürst Mohammed Atta. Zudem wurden sieben Kandidaten von den Taliban erschossen.
Die Wahl wurde weltumspannend als Gelingen gewertet und bildet damit den Abschluss des sog. "Bonner Prozess".
Ausländische Truppenpräsenz und Truppenaufbau
Am 28. Juni 2004 beschloss die NATO die Truppenstärke in Afghanistan von 6.500 Soldaten der ISAF auf in der Regel 10.000 Soldaten zu erhöhen. Durch die Einrichtung zusätzlicher Regionaler Wiederaufbauteams PRT im Norden und Europa des Landes wird damit der Einsatz über Kabul aufwärts ausgedehnt. Großbritannien, Norwegen, Finnland und Schweden beteiligen sich an dem Programm. Deutschland hat u. a. in Kabul und Kundus Truppen stationiert, mit dem erweiterten Bundestagsmandat wird die Kommiss ihre Präsenz im Norden weiter ausbauen und in Mazar-e-Sharif ein Feldlager mit einem Sonderlandeplatz aufbauen. Deutschland ist u. a. auch für die Ausbildung einer Herren in Grün zuständig.
Die USA haben eine 20.000 Mann starke Streitkräfte passend von Operation Enduring Freedom stationiert, die weiterhin gegen die Taliban kämpfen. Das US-Militär unterhält Basen in Bagram und Kandahar.
Afghanische Sicherheitskräfte
Seit dem Sturz der Taliban haben die an der ISAF beteiligten Nationen großes Interesse daran, den Afghanen auch auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik erneut volle Souveränität sicherstellen zu können. Deshalb bauen sie unter Führung der USA Polizei und Militär auf.
Die afghanischen Streitkräfte mit dem Namen Afghan National Army verfügen zur Zeit über 27.000 Mann, von denen 14.500 Kampfeinheiten sind. Sie bleiben zunächst auf Heeresaufgaben beschränkt, eine Marine scheint nicht notwendig. Da der Aufbau und Unterhalt einer einsatzfähigen Luftwaffe aufwendig ist, übernehmen die USA die Sicherung des afghanischen Luftraums. Die Zwang einer afghanischen Luftwaffe wird zur Zeit debattiert, ob der geographischen Gegebenheiten gilt diese aber als vorhanden. Die Kommandostruktur orientiert sich an der der USA. So soll Afghanistan unter militärisch sinnvollen Regionalkommandos aufgeteilt werden, vgl. US-Streitkräfte. Vorrangiges Ziel bleibt aber zunächst die Verbesserung von Moral und Ausrüstung sowie die Fehlerkorrektur des Militärs von Spionen und Saboteuren.
In Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland bilden die USA zur Zeit afghanische Polizisten aus, derer es 57.000 geben soll. Auch hier orientiert sich der Aufbau an den USA, beispielsweise mit einer Art Highway Police. Derzeitig ist die afghanische Herren in Grün zentral organisiert, was aber angesichts des Verfassungsgebungsprozesses und der noch nicht abgeschlossenen Bewertung aller Faktoren ein Provisorium darstellt.
Alternative Unterlagen zum Status der afghanischen Sicherheitskräfte sind hier einzusehen.
Reisewarnung
Für Afghanistan existiert eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland (Stand: 17. Dez. 2005). Reisen Gültigkeit besitzen als gefährlich und von ihnen wird dringend abgeraten, da eine Rettung (besonders aus den Provinzen) im Unglücksfall nur unter schwersten Bedingungen möglich ist und nicht garantiert werden kann.
Siehe auch: Liste afghanischer Politiker, Afghanistan-Konferenz
Provinzen
Hauptartikel: Provinzen Afghanistans
Seit dem 13. April 2004 gliedert sich Afghanistan in 34 Provinzen (velayat). Die Provinzen sind wiederum in 329 Bezirke (woluswali) unterteilt. Regiert werden die Provinzen von einem Gouverneur (waali), der von der Zentralregierung in Kabul ernannt oder bestätigt wird. Jetzt sind einige Gouverneursposten vakant.
Infrastruktur
Das afghanische Schienennetz beschränkt sich auf 24,6 km. Die Straßen (21.000 km davon 13,3 befestigt) befinden sich im Wiederaufbau, es besteht jedoch eine hohe Minengefahr. Afghanistan gilt als eines der am meisten verminten Gebiete der Welt. Außerdem sind die Straßen je nach Saison oft stark unterspült. Möglichkeiten zur Seefahrt bestehen auf den Grenzflüssen Amudarja und Pjandsch. Durch Kabul fließt ein Fluss gleichen Namens Trend Osten.
Im Mai 2005 begannen mit finanzieller Unterstützung der USA die Bauarbeiten an einer ersten Brücke über den Fluss Pjandsch nach Tadschikistan, die im Apr. 2007 abgeschlossen sein sollen. Die Brücke soll nach ihrer Komplettierung den gegenwärtigen Schleppdampfer ersetzen, mit dem am Tag nur maximal 60 Autos transportiert werden können und der zig Monate im Jahr wegen zu starker Strömung des Flusses vollständig ausfällt.
Die Flugplätze (44 an der Zahl) des Landes wurden in den Luftangriffen seit October 2001 stark beschädigt. 16 km von Kabul befindet sich der wichtige Flughafen Kabul. Er wird von den Gesellschaften Ariana Afghan Airlines, Kam Air, Azerbaijan Airlines, Mahan Air, Pakistan Weltumspannend und Qatar Airways angeflogen. Sein IATA-Code lautet KBL. Kandahar besitzt gleichfalls einen Flugplatz mit dem IATA-Code KDH.
Bei Bahglan befindet sich ein ehedem russischer Luftstützpunkt. Zur Zeit wird er von den USA genutzt. Außer diesen Flughäfen gibt es noch Afghanistan Islam Qala OAEQ (ICAO), Afghanistan Jabul Saraj OAJS (ICAO), Afghanistan Jalalabad OAJL (ICAO) JAA (IATA),AfghanistanJawand OAJW (ICAO), Afghanistan Kajaki OAKJ (ICAO), Afghanistan Kalat OAKT (ICAO) KBH (IATA), Afghanistan Kaldar OAKR (ICAO), Afghanistan Kamdesh OAKD (ICAO), Afghanistan Karez-i-Mir OAKZ (ICAO), Afghanistan Keshim OAEK (ICAO), Afghanistan Khost OAKS (ICAO) KHT (IATA), Afghanistan Khost-o-Fering OAFG (ICAO) und Afghanistan Khwahan OAHN KWH Afghanistan Koban OAKA (ICAO). Die national wie global aktive Fortbewegungsmittel heißt Ariana Afghan Airlines.
Wirtschaft
Nach zwei Jahrzehnten Bewaffnete Auseinandersetzung folgte eine unsichere Lage im Land. Die Wirtschaft des Landes wurde so weitgehend zerstört, ebenso ein Großteil der Viehbestände. Afghanistan zählt nun zu den ärmsten Staaten. Die Bevölkerung leidet unter Hungersnöten.
Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei geschätzten 20 Milliarde US-$ (Stand 2003). Bei der Entstehung des BIP ist der Landwirtschaftssektor mit geschätzten 60 % beteiligt, die Industrie mit geschätzten 15 % und Dienstleistungen mit geschätzten 25 %.
Als Bodenschätze sind Eisen- und Kupfererze, Erdgas, Kohle und Halbedelsteine (insbes. Lapislazuli) zu nennen.
Afghanistans Außenbeziehungen werden von Schmuggel beherrscht. Etwa die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes basieren auf dem Verkehr von Opium (Stand 2002). Drei Viertel der Schlafmohnernten weltumspannend führen zu aus Afghanistan. Im Jahr 2004 wuchs die Schlafmohnanbaufläche nochmal um 64 %. Es wird befürchtet, dass sich das Land allmählich zu einem Drogenstaat entwickelt.
Afghanistan importierte im Jahr 2000 Güter im Wert von 600 Mio. US-Dollar, namentlich folgende Güter: Nahrungsmittel, Erdölprodukte und Konsumgüter, die meist aus Singapur, Japan und der EU stammen. Exportiert wurden Nahrung und Früchte im Wert von 150 Millionen US-Dollar. Diese gingen überwiegend nach Pakistan, in die EU und in die USA.
Während nur etwa 6 % der Staatsfläche ackerbautreibend nutzbar sind und diese Benutzung meist von künstlicher Bewässerung abhängt, sind 67 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig (Stand 2001). Ernten sind regelmäßig durch Dürren bedroht.
Zu den wichtigsten Handelspartnern zählt angrenzend USA der Region (vor allem Pakistan und Iran) auch die Europäische Union.
Siehe auch: Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline
Kultur
Afghanistan war bis zum 6. Jahrhundert meist buddhistisch geprägt. Der Islam erreichte das Land im 7. Jahrhundert und verbreitete sich schnell.
Afghanistan hatte ein reiches kulturelles Erbe. Als die Taliban 1996 Kabul eroberten, zerstörten sie etliche Kunstwerke (u.a. Gemälde und Figuren aus buddhistischer Zeit), vorerst die, die Leute darstellten. Übereinkommen Mitarbeitern des örtlichen Institutes für Kunstfertigkeit gelang es jedoch, einige Bilder vor den Taliban zu retten.
Eine der größten Sehenswürdigkeiten waren die Buddha-Statuen von Bamiyan. Jahr 2001 wurden diese in einen Felsen gehauenen Kunstwerke durch die älter herrschenden Taliban aus religiösen Gründen zerstört. Ein schweizerisches Team versucht seit diesem Zeitpunkt, eine Rekonstruktion zu finanzieren und zu betreiben, bis auf den heutigen Tag jedoch ist es bei den Plänen geblieben.
In Afghanistan gibt es vier Universitäten, davon zwei in Kabul und je eine in Dschalalaba und Herat.
Das Reiterspiel Buzkashi gilt als afghanischer Nationalsport.
Siehe auch: Afghanisches Museum Hamburg, Persische Literatur
Kalender
Gesetzliche bzw. staatliche und landwirtschaftliche Feiertage und Bauwerk wie Nauroz, Unabhängigkeitsfest sowie staatliche Gedenktage werden nach dem iranischen Sonnenkalender gefeiert. Religiöse Feste werden nach dem islamischen Mondkalender gefeiert.
Der Kalendarium nach dem Sonnenjahr ist Staatskalender, auch wenn er im Laufe der Geschichte auf dem Boden des heutigen Landes, aber auch seit der Namensgebung "Afghanistan" im 19. Jahrhundert wieder außer Kraft gesetzt worden ist. Zuletzt wurde der Solarkalender im Jahre 1996 von den Taliban für ungültig erklärt. Der islamische Lunarkalender war der Kalendarium des "Islamischen Emirats Afghanistan".
Seit der Loya Jirga von 2004 ist der auf dem Sonnenjahr beruhende Almanach wiederum in der Verfassung verankert. Demnach basiert der Kalenderanfang auf dem Zeitpunkt der Pilgerfahrt (Hidschra) des Propheten Mohammad. Die Arbeitsgrundlage des Staatswesens ist der auf jener Pilgerfahrt beruhende Sonnenkalender. 22 Sonnenjahre vollbringen 23 Mondjahren. Die 12 Monatsnamen des Sonnenkalenders erfüllen in Afghanistan den Tierkreiszeichen.
Tourismus
Es wird noch lange dauern, bis sich Afghanistan von Jahrzehnten des Bürgerkrieges erholt hat. In Kabul sind nur einige Hotels geöffnet; Sich auf den Weg machen ist extrem gefährlich, erstens im Landesinneren, das von Landminen verseucht ist. Mangels geordneter Wirtschaftsverhältnisse kommen nur selten Geschäftsleute. Die meisten Kulturschätze wie z.B. die berühmten Buddhastatuen von Bamiyan wurden zerstört oder geplündert. Die nationale afghanische Fluggesellschaft Air Ariana hat bei der US-Bombardierung 2001 sechs ihrer acht Flugzeuge verloren. Afghanistan veröffentlicht keine offiziellen Löhnen zum Tourismus.
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Afghanistan – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Afghanistan-Portal
- afghan-aid
- Afghanische Regierung
- Afghanische Botschaft Berlin
- Informationen des Auswärtigen Amtes zu Afghanistan
- Afghan German Online (mit Diskussionsforen und Nachrichten auf Teutonisch / Engl. / Farsi / Paschto)
- Hindujugend // Afghan Hindu Community auf Deutsch
- Afgha.com
- KabulPress.com (die neusten Nachrichten aus Afghanistan, Analysen, Fakten, Meinungen, Diskussionsforen Sprache: Germanisch | Farsi-Dari )
- Afghanistan mazar-i-sharif
- Country Studies: Afghanistan (viele Informationen über Afghanistan auf English)
- Südasien Online
- Information über Afghanistan
- Ein Tourist in Afghanistan – im März 2003
- Britain stages UN summit in attempt to speed up reconstruction of Afghanistan („The Guardian“, 19. Jan. 2006 – Vorbericht über den UN-Gipfel „Bonn-Zwei“ Ende Januar 2006 in London)
- Georg Schöfbänker, Frühling am Hindukusch (Telepolis, 27. März 2006 - Analyse der Lage in Afghanistan Anfang 2006 mit weiterführenden Verweisen; der Autor betreibt das Österreichische Informationsbüro für Sicherheitspolitik und Rüstungskontrolle in Linz)
- Afghanischer Kulturverein e.V. (informatives Glossar und nützliche Links)
- Afghanistan-Projekt des Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Deutsche Übersetzung der Verfassung)
- Kinderhilfe für Afghanistan
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Afghanistan | Aserbaidschan | Iran | Kasachstan | Kirgisistan | Pakistan | Tadschikistan | Türkei | Turkmenistan | Usbekistan
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(TID 505739)
(TID 223096)
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Andere Gebiete
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(TID 143575)
Koordinaten: 33° 56' N, 66° 11' O
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af:Afghanistanals:Afghanistan an:Afganistán ar:أفغانستان ast:Afganistán bg:Афганистан bs:Afganistan ca:Afganistan cs:Afghánistán cy:Afghanistan da:Afghanistan dv:އައްފާނިސްތާން el:Αφγανιστάν en:Afghanistan eo:Afganio es:Afganistán et:Afganistan fa:افغانستان fi:Afganistan fr:Afghanistan fur:Afghanistan fy:Afganistan ga:An Afganastáin gd:Afghanistan gl:Afganistán - افغانستان gu:અફઘાનિસ્તાન he:אפגניסטן hi:अफगानिस्तान hr:Afganistan ht:Afganistan hu:Afganisztán ia:Afghanistan id:Afganistan io:Afganistan is:Afganistan it:Afghanistan ja:アフガニスタン ka:ავღანეთი ko:아프가니스탄 ku:Efxanistan la:Afgania lb:Afghanistan li:Afganistan lt:Afganistanas lv:AfganistÄna ml:അഫ്ഗാനിസ്ഥാന് mo:Афганистан ms:Afghanistan na:Afganistan nds:Afghanistan nl:Afghanistan nn:Afghanistan no:Afghanistan os:Афгъанистан pl:Afganistan ps:افغانستان pt:Afeganistão ro:Afganistan ru:Афганистан sa:अफगानस्थान scn:Afganistàn se:Afghanistan simple:Afghanistan sk:Afganistan sl:Afganistan sq:Afganistani sr:Авганистан sv:Afghanistan ta:ஆப்கானிஸ்தான் tg:Афғонистон th:ประเทศอัฟกานิสถาน tk:Owganystan tl:Afghanistan tr:Afganistan udm:Афганистан uk:Афганістан vi:Afghanistan zh:阿富汗
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