Architektur
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Architektur im klassischen Sinne. Für alternative Bedeutungen siehe Architektur (Begriffsklärung) |
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Inhaltsverzeichnis |
Begriff
Etymologie
Das Wort Architektur ist zusammengesetzt aus den griech. Wörtern αρχη [arché] (= Anfang, Ursprung, Grundlage, das Erste) und τεχνη [techné] = Kunst, Handwerk. Es ließe sich daher wörtlich mit „Erstes Handwerk“ oder „Erste Kunst“ übersetzen.
Die ursprüngliche Verwendung des Wortes Architektur bezieht sich auf die Tätigkeit und das Wissen des Architekten: altgriechisch architéktos = Oberster Handarbeiter (Zimmermann), Baukünstler, Baumeister. Die Begriffsbestimmung dessen, was „Architektur“ dieser Tage ist, hängt demnach vom Berufsfeld des Architekten ab. Der Begriff hat sich im Laufe der Geschichte oft gewandelt und ist in seiner ganzen Tiefe nur geschichtlich fassbar.
Die Mehrdeutigkeit des Wortes Architektur ist zuvor geprägt durch den zweiten Wortteil [techné] und die architektur-theoretischen Interpretationen darüber: Er kann verstanden werden als Kunst, Technik oder aberTektonik. Alles dies sind Aspekte, die Architektur gleichermassen und in jeder Hinsicht umfassen und als Begriff mitbeschreiben und sie deutlich zur Bautechnik abgrenzen. Zur Unterscheidung der Begriffserklärung von Baukunst in qualitativer Hinsicht siehe den folgenden Abschnitt "Genauere Erklärung und Theoriebildung".
Die übertragenen Bedeutungen des Wortes Architektur können aus der „tektonischen“ Ausdeutung folgerichtig werden. Mit Baukunst kann die strukturell organisierte Beziehung von materiellen wie ideellen Teilen oder Modulen beschrieben werden, z.B. in einer Wand (Organisation/Struktur) seiend aus Mauersteinen (Modul) nach dem Prinzip von Tragen und Berühren (Beziehung). Dabei wird allerdings das gestaltprägende Element, das in der Regel durch das Wort Baukunst unausgesprochen ist, vernachlässigt.
Allgemeine Definition
Während Architektur über Jahrhunderte im allerweitesten Sinne als Bauen jedweder Art verstanden wurde (daher der Begriff Baukunst), wird inzwischen Baukunst schon viel öfter über seinen Raum schaffenden Charakter definiert (Raumkunst). Baukunst besteht aus diesem Gesichtspunkt in der Dualität von Raum und Hülle. Baukunst schafft eine Grenze zwischen außen und innen. Baukunst generiert durch diese Grenze bzw. Hülle einen Raum zum Wohnort und Tätigwerden von Menschen, sowie zur Aufbewahrung seiner Dinge, geschützt vor den unerwünschten Einflüssen der Außenwelt (vergleiche Kleidung).
Genauere Definition und Theoriebildung
Die genaue Definition von Architektur ist gerade seit Beginn des 20. Jahrhunderts umstritten. Entsprechend werden die meisten Definitionsversuche nur im Zusammenhalt bestimmter Debatten um Inhalt, Aufgabe und Bedeutung der Baukunst verständlich, wobei auch das jeweilige zeitgenössische Bauen mit seinen ästhetischen, technischen, ökonomischen und politischen Implikationen zu berücksichtigen ist. Ähnlich wie beim Begriff des Kunstwerkes scheint es beim Architekturbegriff nicht möglich, sich auf die bloße Anleitung eines Wortes oder einer Sache zu beschränken.
Jede differenziertere Definition erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Ringen um Definitionshoheit und Geltungsmacht (siehe zu diesem Punkt die Schriften des französischen Philosophen Michel Foucault). In diesem Fall darüber, wie Etwas vermitteln sein soll, damit es als „Architektur“ bezeichnet werden darf oder kann - – besonders wenn es sich durch festzulegende Codierungen um Sachen von „erhöhtem“ Wert handeln soll. Zwecks des so implizierten normativen Aspektes bleibt jede inhaltliche Bestimmung von Architektur fraglich und ist im Kern dogmatisch geprägt. Ganz (inhaltliche) Definitionsversuch - soweit er eine Reflexion enthält - ist schon Architekturtheorie.
Ein einflussreicher (und stark dogmatisch gefärbter) Gedankenaustausch darüber, was Baukunst eigentlich sei, was Aufgabe des Architekten zu sein habe, ist die Unterscheidung von „Architektur“ und „bloßen Bauen“. Diese Gegenüberstellung soll Baukunst mithilfe einer besonderen gestalterischen Qualität vom einfach nur Nützlichen oder Notdürftigen unterschieden und führt zur Frage, ob und wobei sie sich auszeichne oder gar zur Architektur werde (siehe dazu auch Ästhetik). Dabei hat sich die herrschende Auffassung dessen, was bei Entwurf und Generierung eines Bauwerkes die notwendig architektonische Leistung sei und damit das Gebäude über das rein Zweckhafte aufwärts erhebe, im Laufe des vergangenen Jahrhunderts deutlich gewandelt: Bis Ende des 19. Jahrhundert war es überwiegend die Verwendung bestimmter überlieferter Bauformen - der sogenannte Stil - mit meist reichen ornamentalen Ausschmückungen, in denen sich der künstlerische Rang als Profit und Schönheit eines Bauwerkes in bewusster Gegenseite zu einer Sphäre purer Pragmatik manifestierte. Andererseits wurde mit dem sog. Funktionalismus des 20. Jahrhunderts ein Begriff von Baukunst vorherrschend, der auf den ersten Blick nur zweckhaft bedingte Gebäude (auch Ingenieurkonstruktionen) als Baukunst verstanden wissen wollte. Dabei wurden die konstruktiven, proportionsgebenden und raumbildenden Aspekte des Bauens zum eigentlichen gestalterischen Thema von Baukunst erklärt. Immer wieder einmal hat man auch die geringfügigsten gestalterischen Interventionen entsprechend funktionalistischer Planungen in den Rang einer (bau-)künstlerischen Leistung erhoben. Zugleich wurde mit zahlreichen Proklamationen zur „Modernität“, „Fortschrittlichkeit“ und dem „Ausdruck unserer Zeit“ eine symbolische Überhöhung oder Verklärung der funktionalistischen Baukunst angestrebt.
Nach mehreren Versuchen, diese Auffassung in der sog. Postmoderne und dem Dekonstruktivismus zu revidieren, lebte das funktionalistische Architekturverständnis abermals auf. Inzwischen kam die Anfrage nach dem Vorrang und der Bedeutung der Konstruktion in der Baukunst im Verhältnis zu ihren formalkünstlerischen Aspekten zu erneuter Aktualität (siehe dazu: Technizismus, Baukunst ohne Architekten).
Zitate zum Thema Architektur
Die folgenden Beispiele von Definitionsversuchen darstellen die Kontroverse um die Bestimmung von Inhalt und Aufgabe der Baukunst und zeigen zugleich wie jetzt die Anfrage bleibt, wann Bauen überhaupt als „Architektur“ anzusehen sei und was in Grenze vom bloß Nützlichen und bloß Künstlerischem ihre eigentliche Qualität ausmacht:
- Nach Vitruv (De Architectura) beruht Baukunst auf drei Prinzipien: Stabilität (Firmitas), Nützlichkeit (Utilitas) und Anmut (Venustas).
- Architektur ist Harmonie und Einklang aller Teile, die so erreicht wird, dass nichts weggenommen, zugefügt oder verändert werden könnte, ohne das Ganze zu zerstören. (Leon Battista Alberti 1452 in: De re aedificatoria)
- Dabei ist meist angenommen worden, dass ein Bauwerk erst anfange ein Kunstwerk zu werden, wenn es mehr tue als dem bloßen Bedürfnis zu genügen. (Hermann Muthesius 1908 über den Architekturbegriff des 19. Jahrhunderts in: Die Einheit der Architektur)
- Nur ein ganz kleiner Teil der Architektur gehört der Kunst an: Das Grabmal und das Denkmal. Was auch immer andere, alles, was einem Zweck dient, ist aus dem Reiche der Kunstgriff auszuschließen. Denn: Das Haus hat allen zu gefallen. Zum Unterschiede zum Kunstwerk, das niemandem zu gefallen hat. Das Kunstwerk ist eine Privatangelegenheit des Künstlers. Das Haus ist es nicht. Das Kunstwerk wird in die Welt gesetzt, ohne dass ein Bedürfnis dafür vorhanden wäre. Das Haus deckt ein Bedürfnis. Das Werk ist niemandem verantwortlich. Das Haus einem jedem. Das Werk will die Volk aus ihrer Gemütlichkeit reißen. Das Haus hat der Gemütlichkeit zu dienen. Das Meisterwerk ist revolutionär, das Haus konservativ. Das Werk weist der Menschheit neue Wege und denkt an die Zukunft. Das Haus denkt an die Gegenwart. (Adolf Loos 1910 in dem Essay "Architektur")Bild:Looshaus.jpgDas Haus am Michaelerplatz, Architekt: Adolf Loos
- Architektur ist das kunstvolle, korrekte und großartige Spiel der unter dem Licht versammelten Baukörper. Unsere Augen sind geschaffen, die Formen unter dem Licht zusehen: Lichter und Schlagschatten enthüllen die Formen. Die Würfel, Kegel, Kugel, Rad oder die Pyramiden sind die großen primären Formen, die das Helligkeit klar offenbart; ihr Bild erscheint uns rein und greifbar, eindeutig. Deshalb sind sie schöne Formen, die allerschönsten. Darüber ist sich jedweder einig, das Kind, der Wilde und der Metaphysiker. Hier liegen die Grundbedingungen der bildenden Kunst. (Le Corbusier 1922 in: Vers une architecture.)
- Das Schlagwort «das Zweckmäßige ist auch schön» ist nur zur Hälfte wahr. Wann nennen wir ein menschliches [Gesicht]] schön? Die Teile eines jeden Gesichts dienen einem Zweck, aber nur wenn sie vollkommen sind in Form, Farbe und wohlausgewogener Harmonie, verdient das Gesicht den Ehrentitel „schön“. Das gleiche gilt für die Architektur. Nur vollkommene Harmonie in der technischen Zweck-Funktion sowohl wie in den Proportionen der Formen kann Schönheit hervorbringen. Und das macht unsere Aufgabe so vielseitig und kompliziert. (Walter Gropius 1955 in: Architektur)
- Architektur hat mit Kunst nichts zu tun, ist reine Gedankenarbeit. Architektur entsteht heute nach ökonomischen, konstruktiven und funktionellen Gesetzmäßigkeiten. Wir stehen im harten Kampf mit der Wirklichkeit. Und wenn dann noch etwas Ähnliches wie das, was man mit dem Attribut Kunst bezeichnet dazukommt, dann kann man in seinem Leben von einem unwahrscheinlichen Glück sprechen. (Egon Eiermann in: Grosse Architekten HäuserBuch-Verlag)
- Architektur ist Wissen um die Technik, Empfänglichkeit gegenüber der künstlerischen Seite der Angelegenheit. (Arne Jacobsen)
- Architektur und Städtebau sind weder kultureller Luxus noch entbehrliche Dekoration. Vielmehr erwächst aus diesen grundlegenden Bausteinen einer Stadt lebenswerte Umwelt und städtische Identität. (Aus der Zweck des Wiesbadener Architekturzentrum)
- Architektur ist, unabhängig davon, wie profan oder anspruchsvoll der Zweck ist, dem sie dient, letztlich die Gesamtheit der durch Menschenhand veränderten Umwelt und damit eine kulturelle Leistung der Volk (Meinhard von Gerkan 1982 in: Die Verantwortung des Architekten)
- Mit diesem Märchenglauben an die magischen Kräfte der Architektur, Herz und Seele des Menschen, ja die gesamte Gesellschaft zu revolutionieren, beginnt im 20. Jahrhundert die Geschichte der Überfrachtung der Architektur mit Erlösungsfantasien des Fortschritts. Seitdem geht es nimmer ums Bauen, anstatt um das Schaffen von Symbolen. Auch nicht länger darum zu erforschen, wie eine Gemarkung tatsächlich funktioniert, wie mit welcher Art von Baukunst und Typologie welcher urbanistische Eingriff präzise durchgeführt werden kann. Wichtiger wird, mit möglichst spektakulären Bildern der Gesellschaft Heilserwartungen eines freundlicheren und gefälligeren Lebens zu verkaufen. (Fritz Neumeyer 1994 in: Die Architekturkontroverse in Berlin.)
- Die Baukunst ist auch eine Kunst. [..] Verglichen mit zeitgenössischer Musik oder Malerei hat Architektur ein viel größeres Potential, normale Volk abzuholen, weil etwas einfach sehr gut funktioniert, etwas praktisch ist und schön. (Peter Zumthor)
- Unser Alltag wird zu einem wesentlichen Teil durch die Architektur bestimmt, die uns Tag für Tag umgibt. [..] Die Architektur schafft den notwendigen baulichen Rahmen, in dem wir uns bewegen. Ohne Baukunst wäre die menschliche Gesellschaft nicht denkbar. (Jürgen Tietz 1998 in: Geschichte der Architektur des 20. Jahrhunderts.)
- "Das zentrale Problem der Architektur ist der Raum, der den Menschen an Leib und Seele gesund erhält." (Justus Dahinden in Architektur - Architecture (Monographie 1998)"
Mehr Zitate wegen Baukunst findet man im Wikiquote unter dem Stichwort Architektur.
Es bleibt festzustellen, dass die Aufgabe und Verantwortung des Architekten auch ist, Haltungen und ein Wertesystem zu entwickeln (oder zu übernehmen) und sie als Maßstab zu nützen, um die von ihm angestrebten Qualitäten zu verwirklichen. - Dass die Bewertungen der jeweiligen Werke der Architekten meist kontrovers ausfallen, ist unvermeidlich, da es sich nicht nur um einen Wettbewerb von Begabung und Kompetenz handelt, zugunsten auch um die Gültigkeit der individuellen Wertesysteme, die architektonische Qualität gewährleisten sollen. Allerdings bleibt durch die Varianz der Architekturauffassungen auch der Formenreichtum in der Baukunst gegeben.
Geschichte
Die Geschichte der Baukunst ist so alt wie die Menschheitsgeschichte und mit dieser als kulturelles Element eng verwoben. Einen Überblick der einzelnen Entwicklungsschritte findet man unter den Stichworten Architekturgeschichte genauer Baustil.
Bedeutung
Der moderne Mensch ist ununterbrochen von Gebäuden und Baukunst umgeben. Sie kann Stimmung und Psyche positiv wie negativ beeinflussen. Auch auf die physische Gesundheit kann sie Einfluss haben. Baukunst hat also für jeden Volk eine sehr konkrete Bedeutung und bestimmt das alltägliche Leben viel stärker als Musik, Literatur oder aberMalerei. Die Qualität des Lebensumfeldes sollte der Gesellschaft daher ein wichtiges Anliegen sein.
Im äußersten Fall erreicht Baukunst eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung, die in einem Bau ein Symbol ihrer Werte und Lebenseinstellung sieht. Beispiele sind der Eiffelturm in Paris (als Metapher für die Stadt) oder die Twintowers in New York, die als Symbol des Kapitalismus und der westlichen Kultur zerstört wurden.
Nur ein Teil aller Bauwerke und Gebäude ist von Architekten geplant. In wirtschaftlich wenig entwickelten Bedingen wird der überwiegende Teil in Eigenbauweise oder durch Handarbeiter ohne viel Planung errichtet. In den Industrienationen herrscht die standardisierte Herstellung von Gebäuden vor. Architekten spielen im gesamten Bauwesen oft nur eine Nebenrolle und werden zu Beginn bei komplexen Planungen oder repräsentativen Bauwerken hinzugezogen. Daraus resultiert auch die weit verbreitete Meinung, Baukunst bezöge sich nur auf besondere Gebäude und sei vom "profanen" Bauen zu differenzieren. Die negativen Folgen dieser Grenze zwischen Architektur und Bauen sind in allen modernen Städten sichtbar.
In Deutschland versucht die Initiative Architektur und Baukultur, das Wahrnehmung für die hohe Bedeutung der Baukunst zu stärken. In Deutschland ist die gute Baukunst bis jetzt nicht legal als Staatsziel oder Kulturgut anerkannt, während z. B. Frankreich schon seither 1977 und Finnland seitdem 1998 eine dementsprechende Legislative haben.
Einflüsse
Baukunst manifestiert sich immer in einem einzelnen Gebäude. Dessen Gestalt wird besonders gelenkt durch klimatische, technische, topologische und wirtschaftliche Randparameter. Angrenzend haben aber auch rechtliche, religiöse und politische Gegebenheiten massiven Einfluss auf die Architektur. Überwiegend die repräsentative Baukunst ist daher der sichtbare Ausdruck einer Gesellschaftform. (Bsp.: Schloss Versailles als Ausdruck des Absolutismus). Die Baukunst ist somit ein wesentlicher Teil der kulturellen Identität einer Gesellschaft.
Wichtige Themen
Bestimmte Themen beschäftigen die Architekten immer wieder, unabhängig von Stil und Epoche. Diese Themen sind bei jedem Entwurf, der ja immer ein Einzelstück ist, neu zu bedenken.
- Raum: Die Definition, Dimensionierung, Disposition, Fügung und formale Gestaltung von Räumen ist die wichtigste Aufgabe der Architektur. siehe dazu: Raum (Architektur)
- Form: Die Gestalt des Gebäudes, also sein Grundriss, seine Form und Kubatur, das was auch immer sind Aspekte, die sich nicht allein von der Funktion ableiten lassen. Ein Entwurf laesst sich nicht mit aller Randparameter "generieren". Dazu kommt immer die Glied der ästhetischen und formalen Gestaltung. Wie sollen die Fassaden aussehen? Welche Farben und Materialien werden verwendet. Das was auch immer liegt im Ermessensspielraum der Berufstätiger (und damit und des Architekten aber auch des Bauherren). Siehe auch: Form_Follows_Function
- Funktion: Das gute Funktionieren eines Gebäudes ist oberstes Ziel eines Entwurfes. Das betrifft wie auch die Funktionsabläufe, das technische Funktionieren der Gebäudehülle, auch aesthethische und nicht-technische Funktionen, die ein Bau zu erfüllen hat. Da Baukunst die einzige praktische Kunst ist, die bei dem ästhetischen Wert auch einen Gebrauchswert hat, steht sie immer im Gegensatz von Kunstfertigkeit und Funktion.
- Lesbarkeit: Die Französische Nationalbibliothek beispielsweise hat die Form von vier aufgeklappten Büchern und signalisiert somit ihre Funktion nach außen.
- Bezüge zur Umgebung: Das idealisierte Leitbild der Baukunst ist der Entwurf eines Bauwerkes, das mit der Umgebung in vielschichtiger Art und Weise in Verbindung steht. Die Beziehung wird z. B. durch Formgebung, Farbgebung und Materialauswahl hergestellt.
- Ideelle Bedeutung: Jedes Gebäude macht durch seine Gestalt eine Aussage zu seiner Funktion oder Bestimmung.
Architektur in der Praxis
Benachbart der Architektur, die sich mit einzelnen Gebäuden beschäftigt sind sonstige Bereiche, die in diesen Tagen unter architektonischen Gesichtspunkten betrachtet werden Innenarchitektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur.
Fachgebiete
- Hochbau: Wohnungsbau, Gewerbebau, Sonderbauten wie Theater, Krankenhäuser und Schulen
- Landschaftsarchitektur
- Innenarchitektur
- Städtebau
- Messebau
Berührungspunkte
"Laien"
Das Thema Baukunst wird in Deutschland nur selten in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Während alternative Künste wie z. B. Musik, Design und Mode für verschiedene Leute doch ein Gesprächsthema sind, wird die Diskussion über zeitgenössische Baukunst oft den Fachleuten überlassen.
Die Verantwortung für die gebaute Umwelt liegt aber nicht allein in der Verantwortung der Architekten. Ihr Einfluss wird oft überschätzt. Im Großen und Ganzen ist es der jeweilige Bauherr, der die Neigung vorgibt. Er wählt den Architekten, der natürlich seine eigenen Ideen und Standpunkte hat (denn anderenfalls wäre er handlungsunfähig), aus und macht die Vorgaben.
Musik
Musik und Baukunst gehören seit langer Zeit zum menschlichen Kulturgut. In der griechischen und römischen Antike waren sie viel enger vereint verknüpft als dies dieser Tage der Fall ist. Die Proportionslehre in der Baukunst (vor allem der Renaissance) bezieht sich auf die Harmonielehre in der Musik.
Architekten, Musikschaffender und Philosophen haben in den Jahrhunderten nicht nur aber und abermal Verbindungen zwischen den beiden Künsten gesucht und auch geschaffen, anstelle sich auch wechselseitig neue Impulse gegeben. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling sagte im Jahre 1859: Architektur ist erstarrte Musik. In ähnlicher Weise ist bei Arthur Schopenhauer zu lesen: Architektur ist gefrorene Musik.
Angrenzend den Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten auf der geistigen Ebene gibt es auch pragmatische Berührungspunkte der beiden Künste. Musikschaffender waren zu alle Zeit abhängig von den Räumen, die ihnen zur Verfügung standen. Die Eigenschaften eines Aufführungsraumes sind wichtig für die klangliche "Gestalt" der Musik.
Beispiele für die starke Wechselbeziehung:
- Musik wird zu Architektur: An der Fassade des Palazzo Rucellai in Florenz hat Leon Battista Alberti Intervallverhältnisse zu einem kunstvollen Proportionsgefüge verknüpft. Steven Holl übertrug ein „Stretto“ von Béla Bartók in die Architektur.
- Architektur wird zu Musik: Guilleaume Dufay (1400-1474) komponierte seine Motette Nuper rosarum flores zur Einweihung des von Brunelleschi vollendeten Florentiner Domes.
- Musik im Einklang mit der Architektur: Der griechische Komponist und Architekt Iannis Xenakis entwarf für die Weltausstellung 1958 in Brüssel den Philips-Pavillon. Der Pavillon war die architektonische Umsetzung seines Orchesterwerkes Metastaseis.
- Architektur als Klangkörper für Musik: Der Architekt Renzo Piano und der Musikschaffender Luigi Nono präsentierten gemeinsam mit dem Toningenieur Peter Haller das Streben „Il Prometeo“. Dazu wurde in einer venezianischen Renaissance-Kirche ein hölzerner Klangkörper eingebaut, der Hörsaal und Instrument zugleich war.
Weblinks:
- Architektur und Musik - Harmonie und Proportion - umfangreiche Darstellung der Bezüge.
- Referat - über Töne und Baukunst mit Beispielen für verschiedene Bezugsarten.
Psychologie
Die Seelenkunde setzt sich mit der Baukunst unter verschiedenen Aspekten auseinander:
- Die Künstlergruppe der Situationisten befasste sich in den 60er-Jahren mit diesem Forschungsgebiet (siehe "Psychogeographie").
- An der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster hat sich der Lehrstuhl von Dozent Dr. R. Bromme einige Zeit dem Thema Experten-Laienkommunikation in der Baukunst gewidmet. Die Studien zeigen, dass Architekten und Laien eine völlig unterschiedliche Wahrnehmung von Baukunst haben. Das beruht auf dem unterschiedlichen Wissenstand und der daraus resultierenden unterschiedlichen Sichtweise (siehe: hier).
- Erwähnenswert sind auch die Seminare von Dr. Riklef Rambow an der BTU Cottbus.
- Dr. Rotraut Walden von der Universität Koblenz befasst sich in ihren Forschungsarbeiten mit der Entwicklung von Schemata und Erhebungsinstrumenten zur Beurteilung von Büros, Wohnungen, Schulen, Universitäten und Krankenhäusern.
- Ein zentrales Forum für Architekturpsychologie bildet die Seite http://www.architekturpsychologie.org.
Soziologie
Bei der Architektursoziologie geht es um die symbolische Interaktion zwischen den sozial handelnden Volk über der Status und Gestaltung von Räumen, z.B. von Städten, Landschaften (Parks), Häusern, Brücken, Denkmalen oder besonderen Bauteilen (Türmen, Türen u.a.) bis hin zur Innenarchitektur; also auch um den Beruf des Architekten, um Baupolitik, Bauwirtschaft und Wohnen gehen. Es gibt dabei verschiedene Aspekte, die im Artikel Architektursoziologie erklärt werden.
Gesetzgebung
In fast allen Ländern verlieren Bauwerke umfassenden gesetzlichen Bestimmungen und einer behördlichen Überwachung. Ausgehend von Sicherheitsaspekten wird hier multipel auf auf die Baukunst Einfluss genommen. Siehe dazu den Artikel Baurecht und die Kategorie:Baurecht.
Weiterführende Informationen
Wikipedia
-
(TID 508339)
- Architekturgeschichte, Architekturstil, Architekturtheorie, Baukultur
- Architekt, Liste bekannter Architekten, Architekturstudium
-
(TID 646251)
Wiktionary: Architektur – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen (TID 222120)
-
(TID 646251)
Wikiquote: Architektur – Zitate (TID 223246)
Literatur
- Fonatti, Franco: Elementare Gestaltungsprinzipien in der Architektur, Edition Tusch, Wien, ISBN 3-85063-126-5
- Giedion, Siegfried: Raum, Zeit, Architektur, Artemis-Verlag, Zürich u.a., ISBN 3-7608-8106-8
- Koepf, Hans / Binding, Günther : Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar, Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X
- Lampugnani, Vittorio Magnago: Architektur und Städtebau des 20. Jahrhunderts, Betrieb Gerd Hatje, Stuttgart 1980, ISBN 3-7757-0144-3
Weblinks
Portale
- Arcguide - Der Internetführer für Architektur
- BauNetz - tagesaktuelle Architektur-Redaktion, Bauten, Wettbewerbe, Datenbanken...
Datenbanken
- archINFORM - Internationale Architekturdatenbank mit Unterlagen zu Bauten und Architekten
- nextroom - architektur im netz umfangreiche Datensammlung aktueller Baukunst ab 1900
- archinoah.de - Architekturportal und Forum für Architektur Kalendarium mit aktuellen Architekturevents und Datensammlung mit Referaten u.a. zu Bauten und Architekten
- Architekturfuehrer.com - Plattform, auf der verschiedene Büros beispielhafte Unternehmung vorstellen
- ee_powerhouse.db - nicht kommerzielle Elektronischer Karteikasten zum energieeffizienten und nachhaltigen Bauen
Artikel & Magazine
- Telepolis-Special Architekturaf:Argitektuur
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Kein Ende des Schnees - "Miriam" bringt weiteren Nachschlag : Der Winter bleibt Deutschland treu. In weiten Teilen des Landes haben Schnee und Eis bereits zu reichlich Chaos geführt. Jetzt bringt Tief "Miriam" weiteren Schnee-Nachschub. ... Weiterlesen!BenQ-Digitalkamera mit LED-beleuchtetem Display: BenQ hat mit der C1250 eine Kompaktkamera mit 12 Megapixeln Auflösung vorgestellt, deren 2,7 Zoll großes Display mit zwei LED beleuchtet wird. Die Kamera wird über zwei AA-Akkus mit Strom versorgt und richtet sich an Einsteiger. (Digitalkamera)... Weiterlesen!
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