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Bildung

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Bildung ist die Entfaltung oder Entwicklung der Fähigkeiten eines Volk aus seinen Anlagen, beflügelt und gesteuert durch seine Erziehung.

Inhaltsverzeichnis

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Bildung ist ein sprachlich, kulturell und geschichtlich bedingter Begriff mit einer sehr komplexen Bedeutung.

Der moderne dynamische und ganzheitliche Bildungsbegriff steht für den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen erweitert. Es kann aber keinen perfekten Leute geben; individuelle Betriebsanlagen sowie zeitliche, räumliche und soziale Bedingungen setzen der Realisierung eines plus immer definierten Bildungs-Ideals Grenzen.

Nach Daniel Goeudevert ist Bildung „ein aktiver, komplexer und nie abgeschlossener Prozess, in dessen glücklichem Verlauf eine selbstständige und selbsttätige, problemlösungsfähige und lebenstüchtige Persönlichkeit entstehen kann“. Bildung kann daher nicht auf Wissen zusammengeschrumpft werden: Wissen ist nicht das Ziel der Bildung, aber durchaus ein Hilfsmittel. Darüber aufwärts setzt Bildung Urteilsvermögen, Reflexion und kritische Distanz gegenüber dem Informationsangebot voraus; anderenfalls handelt es sich eher um Halbbildung.

Eine alternative Erklärung findet sich bei Kössler: "Bildung ist der Erwerb eines Systems moralisch erwünschter Einstellungen durch die Vermittlung und Aneignung von Wissen derart, dass Leute im Bezugssystem ihrer geschichtlich-gesellschaftlichen Welt wählend, wertend und stellungnehmend ihren Standort definieren, Persönlichkeitsprofil in den Besitz kommen und Lebens- und Handlungsorientierung gewinnen. Man kann sondern auch sagen, Bildung bewirke Identität..." (Henning Kössler 1989, S. 56).

Während in unserem Alltagsdenken und -handeln der Bildungsbegriff stark mit Begriffen wie "Belehrung", "Wissensvermittlung" etc. verbunden ist, haftet seither Wilhelm von Humboldt in der Konzept und der Programmatik "dem Wort Bildung das Augenblick der Selbständigkeit, also des Sich-Bildens der Persönlichkeit" an (Hartmut von Hentig). Nach Humboldt ist Bildung die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen.

Das Wort Bildung selbst ist ein typisch deutsches Wort, es steht in spezifischer Beziehung zu "Erziehung". Diese in der deutschen Sprache unterschiedlich belegten Begriffe sind im Englischen als "education" zusammengefasst.

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Die historische Entwicklung des Bildungsbegriffs

Der Begriff der Bildung erfuhr während seiner Entwicklung verschiedene Mal einen Bedeutungswandel.

Die Anfänge

Obgleich die Antike noch nicht den Begriff Bildung verwendete, waren die Ideen, die diesen Begriff prägen sollten, doch schon präsent. In Platons „Politeia“ finden sich stimmig seiner Anleitung der Ausbildung zu einem Philosophenkönig - besonders im Höhlengleichnis - Gedanken zur Bildung, die noch unser heutiges Verständnis prägen. Der deutsche Begriff entstand im Mittelalter, wahrscheinlich als Begriffsschöpfung Meister Eckharts adäquat der Imago-Dei-Lehre. Der Begriff ist also theologischen Ursprungs. Bilden wird verstanden als gebildet werden durch Gott, nach dem Abbild Gottes. Die menschliche Gemüt wird gebildet gemäß von "nachgebildet". Bildung ist also ein Prozess, auf den der Einzelne keinen Einfluss hat. Es ist nicht die Aufgabe des Menschen, sich zu bilden. Der Prozess wird von außen an den Volk herangetragen. Das angestrebte Ziel dieses Prozesses ist in der Schöpfung festgelegt und damit durch Gott bestimmt.

Der Einzug des Begriffs Bildung in die Pädagogik

Angesichts der Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges erhofft gegenseitig Comenius eine friedliche Ordnung der Welt daraus, dass Leute von Kindheit an zu menschlichem Verhalten angeleitet werden. So hält der Begriff Bildung Einzug in die Pädagogik. Das einstmals verwendete lateinische Wort eruditus – gebildet, aufgeklärt bedeutet etymologisch <ent-roht>. Solchen Ausgang des Leute aus seiner ursprünglichen Rohheit alltäglich Comenius (288 Jahre vor Ludwig Wittgenstein) von Gewissenhaftigkeit beim Denken und Sprechen:

Nosse rerum differentias et posse unumquodque suo insignare nomine.
Den Unterschied der Dinge kennen und jedes mit seinem Namen bezeichnen können.
(Ianua linguarum reserata – Eröffnete SprachenThür 1631).

Das im 18. Jahrhundert entstehende neue Menschenbild eines aufgeklärten, in wissenschaftlichen Kategorien denkenden und handelnden Volk formt auch den Begriff der Bildung um. Durch die Auseinandersetzung deutscher Autoren mit Shaftesbury wird der Begriff säkularisiert. Die theologische Bedeutung weicht einer Bedeutung, die sich der platonischen nähert. Der Mensch soll sich nun nimmer zum Abbild Gottes entwickeln, stattdessen das Ziel ist die menschliche Vervollkommnung. Diese Idee findet sich u. a. bei Pestalozzi (Abendstunde eines Einsiedlers), Herder (Ideen), Schiller und Goethe (Wilhelm Meister). Immanuel Kant präzisiert in seiner Schrift „Über Pädagogik“ die Aufgabe von Bildung wenn er schreibt:

„Die Pädagogik oder Erziehungslehre ist entweder physisch oder praktisch. [...] Die praktische oder moralische ist diejenige, durch die der Mensch soll gebildet werden, damit er wie ein frei handelndes Wesen leben könne. [...] Sie ist Erziehung zur Persönlichkeit, Erziehung eines frei handelnden Wesens, das sich selbst erhalten, und in der Gesellschaft ein Glied ausmachen, für sich selbst aber einen innern Wert haben kann.“

Güter die Bildungsziele vor der Aufklärungsepoche noch durch Gott gegeben, so sind sie nun bestimmt durch die Auflage des Volk in einer Gesellschaft zu leben. Es geht darum die „Rohmasse“ Mensch so zu formen, dass er ein nützliches Mensch der Gesellschaft werden könne. In diesem Formungsprozess werden vorhandene Betriebsanlagen entwickelt. Doch nach wie vor werden die Bildungsziele nicht durch das Individuum festgelegt, stattdessen sind Idealvorstellungen die unabhängig vom einzelnen ewige Bedeutung fordern (vgl. Ideenlehre) und von aussen an das Individuum herangetragen werden.

Die Wende zur Subjektivität

Der deutsche Idealismus wendet den Bildungsbegriff zum Subjektiven. Bildung wird verstanden als Bildung des Geistes, der sich selbst schafft. Dieser bei Fichte beschriebene Prozess lässt sich in der Schema fassen: Das Ich als Werk meiner Selbst. Außerdem ist es Fichte, der seinen Bildungsbegriff das erste Mal auf objektives Faktenwissen begründet. Ziel ist wie bei den Denkern der Aufklärung die Genese einer vollkommenen Persönlichkeit. Vollkommen ist die Person, wenn eine Harmonie zwischen „Herz, Geist und Hand“ besteht.

Die Programmatische Wende

Humboldt schließlich erhebt Bildung zum Programm. Das Bedürfnis sich zu bilden sei im Inneren des Leute angelegt und müsse nur geweckt werden. Jedem soll Bildung zugänglich gemacht werden. Diese Forderung mündet idiotischerweise noch nicht in der Umsetzung „Gleiche Bildung für Alle!“. Humboldt erschafft ein mehrgliedriges Schulsystem in dem ganz nach seinen Fähigkeiten und nach den Anforderungen, die die Gesellschaft an ihn stellt, gefördert wird. Allerdings geht es beim humboldtischen Bildungsideal nicht um empirisches Wissen, an Stelle weiterhin um die Ausbildung/Vervollkommnung der Persönlichkeit und das Erlangen von Individualität. Dieses „Sich-bilden“ wird nicht betrieben, um ein materielles Ziel zu erreichen, anstatt um seiner selbst willen.
Bürgerliches Statussymbol und messbares Gut, das am praktischen Leben orientiert sein muss, wird Bildung erst mit der Bürokratisierung, fit von Gymnasiallehrplänen. Bildung genügt sich nimmer allein, zugunsten soll Nutzen und möglichst auch Gewinn bringen. Damit wird Bildung zum Statussymbol der Gesellschaft und zum sozialen Abgrenzungskriterium. Man gehört entweder dazu, ist gebildet oder eben nicht. So schreibt Friedrich Paulsen 1903:

„Wenn ich mein Sprachgefühl ganz gewissenhaft erforsche, so finde ich dieses: gebildet ist, wer nicht mit der Hand arbeitet, sich richtig anzuziehen und zu benehmen weiß, und von allen Dingen, von denen in der Gesellschaft die Rede ist, mitreden kann. Ein Zeichen von Bildung ist auch der Gebrauch von Fremdwörtern, das heißt der richtige: wer in der Bedeutung oder der Aussprache fehlgreift, der erweckt gegen seine Bildung ein ungünstiges Vorurteil. Dagegen ist die Bildung so gut wie bewiesen, wenn er fremde Sprachen kann [...]. Damit kommen wir dann auf das letzte und entscheidende Merkmal: gebildet ist, wer eine 'höhere' Schule durchgemacht hat, mindestens bis Untersekunda [10. Klasse. Anmerkung des Verfassers], natürlich mit 'Erfolg'.“(Lit.: Paulsen, 1903)

(TID 204267)

Und zur Bewertung von Bildung schreibt er weiter:

„Und um über den Erfolg, also über den Besitz der Bildung keinen Zweifel bestehen zu lassen, besteht in Deutschland jetzt allgemein die Einrichtung, daß der Schüler beim Abschluss der Untersekunda geprüft und ihm über die Bildung eine Bescheinigung ausgestellt wird.[...] Damit hätten wir denn auch einen von Staats wegen festgesetzten Maßstab der Bildung: es gehört dazu, was in den sechs ersten Jahreskursen der höheren Schulen gelernt wird;[...]“(Lit.: Paulsen, 1903)

(TID 204267)


An der Geschichte des Bildungsbegriffs lässt sich verfolgen, dass dieser im Laufe der Zeit nicht eine, an Stelle viele Konnotationen erhalten hat. Begonnen bei der religiösen Bedeutung über die Persönlichkeitsentwicklung bis hin zur Ware Bildung. In heutigen gesellschaftlichen Debatten wird der Bildungsbegriff mit allen diesen Konnotationen zugleich oder in Teilen verwendet, je nach dem, in welchem Kohärenz die Äußerung steht. Mögliche Kontexte sind zum Beispiel: soziale Abgrenzung, wirtschaftliche Interessen oder politische Ziele. Alles einschließend kann eigentlich nur gesagt werden, dass die meisten Definitionen auf den Mündigkeitsaspekt des Begriffs „Bildung“ hinweisen. Zu den Begriffen und Begriffsschöpfungen, die im gemeinten Zusammenhang zur Sprache kommen, gehören Bildungssystem, Bildungsmisere, Allgemeinbildung, Bildungspolitik, bildungsferne Anhäufen u.a.m. Wie nicht zuletzt die Diskussion um die Pisa-Studie zeigt, werden dieser Tage auch die allgemeinbildenden Schulen mit immer größerer Selbstverständlichkeit unter dem Gesichtspunkt der "Optimierung von Lernprozessen im Hinsicht auf deren Relevanz für ökonomisch verwertbare Arbeit" (Ribolits, 13) bewertet.

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Lernen, Erziehung, Bildung

Die Fähigkeit des Menschen, erlernen zu können, ist die Grundlage für Erziehung und Bildung. Beim Erziehungsprozess werden Bälger und Jugendliche durch die pädagogisch Verantwortlichen (Eltern, Erzieher, Lehrer, Jugendleiter) in die Welt der Erwachsenen eingeführt. Sie studieren dabei Regeln, Normen und Verhalten, aber auch selbständiges Denken und Handeln. Der Weg zum Selbstverstehen führt über das Fremdverstehen, d.h. über das Begreifen und Aneignen der umgebenden Welt.

Während Ausbildung eher äußere Steuerungsimpulse der Persönlichkeitsentwicklung meint, bezieht sich Bildung wesentlich auf Prozesse und Ergebnisse der individuellen Weiterverarbeitung und Aneignung. Bildung ist im Gegensatz zu Ausbildung vielmehr Berufsbildung nicht unmittelbar an ökonomische Zwecke gebunden. Der Erwerb allgemeinbildender Abschlüsse, speziell des Abiturs, ist jedoch oft Voraussetzung für den Zugang zu gut bezahlten Berufen. Zum Problem der Konkurrenz von Bildung und Ausbildung äußerte sich Johann Heinrich Pestalozzi folgendermaßen: „Allgemeine Emporbildung der inneren Kräfte der Menschennatur zu reiner Leuteweisheit ist allgemeiner Zweck der Bildung auch der niedrigsten Menschen. Übung, Anwendung und Anwendung seiner Kraft und Gelehrtheit in den besonderen Lagen und Umständen der Menschheit ist Berufs- und Standesbildung. Diese muss immer dem allgemeinen Zweck der Menschenbildung untergeordnet sein ... Wer nicht Mensch ist, dem fehlt die Grundlage zur Bildung seiner näheren Bestimmung.“ Johann Gottfried von Herders Gedanken ähneln denen von Pestalozzi: „Menschen sind wir eher, als wir Professionisten werden! Von dem, was wir als Leute wissen und als Jünglinge gelernt haben, kommt unsere schönste Bildung und Nützlichkeit für uns selbst her, noch ohne zu ängstliche Rücksicht, was der Staat aus uns machen wolle. Ist das Dolch gewetzt, so kann man allerlei damit schneiden.“

Da allgemeine Schulpflicht (Deutschland) besteht, werden Bildungsprozesse immerhin zunächst nicht freiwillig initiiert. Weil in unserer Gesellschaft Wissen verlangt wird, besteht lebenslang ein äußerer Druck, möglichst zahlreiche Daten aufzunehmen. Wissen und Bimsen allein ergeben jedoch noch keine Bildung, daher kann auch ein wissensbasierter Bildungskanon nimmer sein als ein wichtiges Hilfsmittel der Förderung von Bildung. Friedrich Paulsen äußert sich im enzyklopädischen Handbuch der Pädagogik von 1903 zu diesem Thema folgendermaßen: „Nicht die Masse dessen, was [man] weiß oder gelernt hat macht die Bildung aus, anstelle die Kraft und Eigentümlichkeit wobei [man] es sich angeeignet hat und zur Auffassung und Beurteilung des ihm Vorliegenden zu benutzen versteht. ... Nicht der Stoff entscheidet über die Bildung, für die Form.“

Demnach ist lange klar, dass Schulabschlüsse, die hauptsächlich Lernleistungen prämieren, nur bedingt als Bildungsnachweise tauglich sind.

Eine gute Symbolik für die elementaren Aspekte der Bildung, die im schulischen Ausbildung fächerübergreifend erlernt werden (sollen), ergibt sich aus einem gleichseitigen Dreieck, da hier jede Seite paritätisch ist. Die drei Seiten stillstehen dabei symbolhaft für Wissen, Denken und Kommunikationsfähigkeit. Wissen umfasst dabei die Wissensinhalte (deklaratives Wissen), dass Denken nur die unterschiedlichen Strategien des Erkenntisgewinns wie Problemlösen, Beschreiben, Erklären, Auslegen usw. Unter Kommunikationsfähigkeit kann in diesem Zusammenhang die Fähigkeit eines Leute verstanden werden seine Gedanken, Ideen, Thesen usw. anderen transparent zu machen und umgedreht sich in die Gedankenwelt anderer aktiv hineinzuversetzen. Ein alternatives Bild würde sich zusätzlich durch einen dreibeinigen Sessel ergeben, bei dem jedes Bein für einen der genannten Aspekte der Bildung steht. Ist ein Bein länger (kürzer) als die anderen beiden Beine, dann wird der Sitzgelegenheit in seinem Fokus instabil. Diese grundlegenden Aspekte der Bildung gründen gleichermaßen die Basis für alle weitergehenden Aspekte der Bildung, wie moralisches Denken und Handeln, Kreativität und künstlerische Fähigkeiten oder instrumentelle Fertigkeiten. In diesem Sinne können diese drei Aspekte als Elementarkompetenzen der Bildung bezeichnet werden.


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Frühe Bildung

Zunehmende Bedeutung, auch mit Rückwirkungen auf die Diskussion über schulische Bildung, gewinnt die frühe Bildung von Kindern in den ersten Lebensjahren. Während man noch in den 50er und 60er Jahren vom "dummen ersten Jahr" sprach und damit die Bildungsunfähigkeit weniger Nachwuchs beschreiben wollte, ist dieser Tage allgemeiner Kenntnisstand, dass Bildung spätenstens mit der Geburt beginnt und dann in höchstem Tempo die wesentlichen Voraussetzungen aller späteren Bildungsprozesse gelegt werden. Wichtige Impulse hat dieser Prozess durch die Hirnforschung erfahren sowie durch vergleichende internationale Bildungsstudien (z.B. PISA-Studien) und das schlechte Abschneiden des deutschen Bildungssystems. (siehe auch Vorschule)

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Bildung und soziale Ungleichheit

Zusammenfassend kovariieren in fast allen Gesellschaften sozialer Status und formale Bildung positiv miteinander. Das bedeutet, dass niedrige Bildungsabschlüsse (oder das Fehlen derselben) zuvor in den unteren Bevölkerungsschichten anzutreffen sind. Durch Erwerb von Bildung ist sozialer Aufstieg möglich.
Mit "Bildung" und dem Entfaltung des Bildungssystems war in der Vergangenheit häufig die Hoffnung verbunden, soziale Ungleichheiten abzubauen. Daß es sich bei der ersehnten "Chancengleichheit" um eine Illusion handelt, haben die französischen Soziologen Pierre Bourdieu und Jean-Claude Passeron schon in den 60er Jahren gezeigt. Dabei gibt es nationale Unterschiede. Im internationalen Vergleich bestimmt in Deutschland die soziale Herkunft in besonders hohem Maß den Bildungserfolg. Diverse Schulleistungs-Studien (LAU-Studie, IGLU-Studie, PISA-Studie, AWO-Studie) haben belegt, das Bälger ungebildeter Erziehungsberechtigte selbst dann häufig eine geringere Schulformempfehlung in den Besitz kommen als Nachwuchs von Erziehungsberechtigte mit höherer Bildung, wenn die kognitive, die Lese- und Mathematikkompetenz gleich ist. Das Bildungswesen kann unter solchen Voraussetzungen dazu dienen, soziale Ungleichheit zu wiederholen und zu legitimieren, da das "Versagen" im Bildungssystem häufig als individuelle Unfähigkeit interpretiert und erlebt wird. In Deutschland sind gegenwärtig in besonderer Weise Blagen und Jugendliche aus Einwandererfamilien von Bildungsbenachteiligung betroffen. Darauf reagiert eine Fachdiskussion zu der Frage, was Erfordernisse einer angemessenen Bildungspolitik und Bildungspraxis in der Einwanderungsgesellschaft sind.

Siehe auch: Bildungsparadox, Chancengleichheit, Reproduktion (Bildung), Arbeiterkinder, Bildungsbenachteiligung, DSW-Sozialerhebung

Kein versüßender Efffekt: Entgegen der bisherigen Annahme wirkt Zucker möglicherweise doch nicht schmerzlindernd bei Neugeborenen: Einer Studie Britischer Forscher zufolge hat er keine Auswirkungen auf die im Gehirn und im Rückenmark gemessene Schmerzaktivität bei Babys. Allerdings beeinflusst Zuckerwasser den Gesichtsausdruck der Kleinen und das führte in der Vergangenheit fälschlicherweise zu der Annahme, die Kinder könnten keine Schmerzen mehr empfinden. Die gängige Praxis, sehr kleinen Kindern vor schmerzhaften Eingriffen Zuckerwasser zu geben, müsse daher dringend überdacht werden. ...... Weiterlesen!

Binary Planting: Microsoft veröffentlicht neues Hilfe-Werkzeug: Microsoft hat ein grafisches Werkzeug veröffentlicht, das Anwendern bei der Abschottung des Rechners gegen Binary Planting helfen soll. Fixit 50522 bietet Abhilfe für den vergangene Woche veröffentlichten Registry-Patch. (Binary Planting, Windows)... Weiterlesen!

Bildungsziele

Einem eng gefassten Kanon von Bildungszielen stillstehen der individuelle Charakter ganz Bildung, die plurale Verfasstheit menschenrechtlich begründeter Demokratien und das breite kulturelle Spektrum der sich ausbildenden Weltgesellschaft entgegen. Daher sind die unten genannten Ziele nicht als allgemeinverbindliches Bildungsideal aufzufassen, anstatt eher als elementare Richtungsweiser. Auch stillstehen sie in einer gewissen Spannung zur vorherrschenden Funktion des Bildungs- und Ausbildungssystems, auf die Berufstätigkeit vorzubereiten, in der oft ganz übrige Fähigkeiten und Einstellungen verlangt werden. Wenn aber die freie Entfaltung der Persönlichkeit, wenn Brüderlichkeit der Volk untereinander und ein gleiches Recht für alle als Daseinsnormen der menschenwürdigen Existenz zur Rang gebracht werden sollen, wird man in Ausbildung und Bildung die nachstehenden Ziele nicht preisgeben dürfen:

  • Mannigfache Fähigkeiten der Lebens- und Alltagsbewältigung einschließlich praktischen und für das Arbeitsleben qualifizierenden Könnens sowie der Beherrschung elementarer Kulturtechniken;
  • Kreativität und Selbstbeherrschung; Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft
  • Toleranz, besonders als Achtung vor der Individualität und Überzeugung des anderen;
  • Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn und Fähigkeit zu solidarischem Handeln;
  • Aufgeschlossenheit für die Sphären des Wahren, Guten und Schönen;
  • Anteilnahme am kulturellen Leben, an Kunst und Musik;
  • Gesundheitsbewusstsein und entsprechende Körperpflege;
  • selbstbestimmtes Handeln, Urteils- und Kritikfähigkeit, politische Kompetenz;
  • Kompromiss- und Friedensfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, Ehrfurcht zuallererst Lebendigen, dessen Teil wir sind.

Apple: Neuer iPod touch, nano und shuffle: Apple hat bei seinem sogenannten Music Event einen neuen iPod shuffle vorgestellt, der wie der alte shuffle mit einem Steuerkreuz ausgerüstet ist. Er ist fast quadratisch und besitzt einen Clip zum Befestigen an der Kleidung. Ein neuer nano mit Multitouchdisplay wurde ebenfalls vorgestellt. Der neue iPod touch ist fast eine iPhone-Kopie - ohne Telefonfunktionen, aber mit Facetime. (Apple, iPod)... Weiterlesen!

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Der pädagogisch begleitete Bildungsprozess (Klafki)

In Klafkis Sicht zielt Bildung auf die Vermittlung und den Erwerb von drei grundlegenden Zielen:

Bildung solle in allen Grunddimensionen menschlicher Fähigkeiten von statten gehen, das heißt über kognitive Funktionen hinaus:

  • handwerklich-technische Bildung
  • Ausbildung zwischenmenschlicher Beziehungsmöglichkeiten
  • ästhetische Wahrnehmungs-, Gestaltungs- und Urteilsfähigkeit
  • ethische und politische Handlungsfähigkeit.

Im Bildungsprozess seien spezifische Einstellungen und Fähigkeiten zu vermitteln und zu erwerben:

  • Kritikbereitschaft und -fähigkeit, einschl. Fähigkeit zur Selbstkritik
  • Argumentationsbereitschaft und - fähigkeit
  • Empathie
  • Fähigkeit zu vernetztem Denken

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Open-Xchange: Migrationstool für Outlook und Exchange: Open-Xchange hat eine Software veröffentlicht, die Daten aus Microsofts Outlook auf einen Open-Xchange Server migriert. Der Umzug von Microsofts Exchange-Server soll mit dem Werkzeug ebenfalls möglich sein. (Open-Xchange, Groupware)... Weiterlesen!

Fragen zur Bildung

Nette Nachbarn: Auch unter Bakterien gibt es einzelne selbstlose Wohltäter und genau die helfen ganzen Gruppen von Mikroben, dem Angriff eines Antibiotikums zu widerstehen. Das haben US-Forscher bei der Untersuchung einer Kolonie von Escherichia-coli-Bakterien entdeckt, die sie mit täglich steigenden Mengen eines Antibiotikums traktierten. Überraschenderweise entwickelten nur ganz wenige Bakterien tatsächlich eine Resistenz gegen den Wirkstoff, beobachteten die Wissenschaftler. Trotzdem wurde die gesamte Kolonie stetig widerstandsfähiger gegenüber dem Medikament. Der Trick: Die resistenten Individuen produzierten einen Botenstoff, der ihren Artgenossen half, verschiedene Abwehrmechanismen gegen die tödliche Substanz zu aktivieren. Demnach entstehen resistente Bakterienkolonien völlig anders als bisher angenommen. ...... Weiterlesen!

Das Autorad macht Diät: Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts haben einen Protoypen einer besonders stabilen Felge entwickelt. Sie besteht aus faserverstärkten Kunststoffen, die aus Leichtbaumaterialien gefertigt wurden und ist besonders schadenstolerant. Die Forscher hoffen auf dieser Basis ein marktfähiges Rad entwickeln zu können. ...... Weiterlesen!

Zitate

  • Es ist ein Beweis hoher Bildung, die größten Dinge auf die einfachste Art zu sagen. Ralph Waldo Emerson [1803-1882]; amerik. Philosoph und Dichter
  • Gebildet ist, wer Parallelen zu sehen vermag. Dummköpfe sehen immer wieder etwas ganz Neues. Sigmund Graff
  • Bildung ist ein durchaus relativer Begriff. Gebildet ist jeder, der das hat, was er für seinen Lebenskreis braucht. Was darüber, das ist vom Übel. Friedrich Hebbel
  • Die Festschreibung einiger (notwendigerweise spezieller) Inhalte als »allgemeinbildend« verkehrt den Sinn von Allgemeinbildung. Denn eine inhaltlich kanonisierte »allgemeine Bildung«, die erstrebt wird, um gebildet zu sein und um vor anderen gebildet zu erscheinen, deformiert die Bildung zum Statussymbol, ist ungehemmte Begierde, ist mithin ein Nichts. Georg Wilhelm Friedrich Hegel
  • Der wahre Zweck des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welchen die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt – ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. (Wilhelm von Humboldt 1791/92 in: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen).
  • Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung. John F. Kennedy
  • Warum dich durch die Außendinge zerstreuen? Nimm dir Zeit, etwas Gutes zu lernen, und höre auf, dich wie im Wirbelwind umhertreiben zu lassen. Mark Aurel
  • Bildung ist nicht Wissen, sondern Interesse am Wissen. Hans Margolius
  • Ziel heutiger Bildung ist die Akzeptanz des post-fordistischen Legitimationsmusters, daß das Recht der Partizipation an den im Grunde knappen Früchten der gesellschaftlichen Arbeit nur jenen zusteht, die ihre grundsätzliche Austauschbarkeit akzeptiert haben und, aus diesem Bewußtsein heraus, sich permanent um ihre andere und bessere Vermarktbarkeit bemühen. Erich Ribolits
  • Bilden kann man sich nur selbst. K. Steinmetz
  • Es ist von grundlegender Bedeutung, jedes Jahr mehr zu lernen als im Jahr davor. Peter Ustinov

Qriocity: Sony bringt Videos und Musik ins Heimkino: Videos und Musik aus dem Netz will Sony mit seiner neuen Onlineplattform Qriocity auf Fernseher und Blu-ray-Player liefern. Damit startet Sony einen weiteren Versuch, Angeboten wie iTunes, Hulu oder Netflix Konkurrenz zu machen. (Film, Disney)... Weiterlesen!

Auftragshersteller: Flextronics erhöht die Löhne in China: Der Auftragshersteller Flextronics erhöht die Löhne in seiner Fabrik in Südchina, wo 55.000 Menschen arbeiten. Künftig sollen die Arbeiter 126 Euro pro Monat erhalten. Für den Konzern aus Singapur ist das ein Grund, eine Verlagerung der Produktion zu prüfen. (Foxconn)... Weiterlesen!

Siehe auch

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(TID 646251)

Wikiquote: Bildung – Zitate

(TID 223246)

Novell: Suse Linux Enterprise Server für VMware optimiert: Wer eine vSphere-Lizenz von VMware erwirbt, erhält eine kostenlose Version von Novells Suse Linux Enterprise Server 11 SP1 samt Updates und Support. Das haben die beiden Konzerne im Rahmen ihrer im Juni beschlossenen Partnerschaft vereinbart. (Virtualisierung, Linux)... Weiterlesen!

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Literatur

  • Armin Bernhard: Bildung. In: Armin Bernhard, Lutz Rothermel (Hrsg.): Handbuch Kritische Pädagogik. Stuttgart 2001, ISBN 3825282147
  • Herwig Blankertz: Bildung im Zeitalter der großen Industrie. Hannover 1969
  • Georg Bollenbeck: Bildung und Kultur. Glanz und Elend eines deutschen Deutungsmusters. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996 (suhrkamp taschenbuch, 2570)
  • Pierre Bourdieu, Jean-Claude Passeron: Die Illusion der Chancengleichheit. Untersuchungen zur Soziologie des Bildungswesens am Beispiel Frankreichs. Klett, Stuttgart 1971
  • Anja Durdel: Der Bildungsbegriff als Konstruktion. Betrieb Dr. KovaÄ, Hamburg 2002 (Erziehung-Unterricht-Bildung, 93), ISBN 3-8300-0570-9
  • Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte. Hamburg 2001 ISBN 3-548-36448-9
  • Herbert Frohnhofen: Bildung im Niemandsland. Die verlorene Einheit in der Wahrheit (pdf)
  • Manfred Fuhrmann: Bildung. Europas kulturelle Identität. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-018182-8
  • Manfred Fuhrmann: Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters. Frankfurt/Main, Leipzig 1999. ISBN 3-458-16978-4
  • Daniel Goeudevert: Der Horizont hat Flügel. Die Zukunft der Bildung, München 2001, ISBN 3-548-75086-9
  • Hartmut von Hentig: Bildung. Ein Essay. München, Wien 1996
  • Hartmut von Hentig: Die überschätzte Schule. Warmes Würstchen Rundschau, 11. Mai 2004 [2]
  • Heinz-Joachim Heydorn: Über den Widerspruch von Bildung und Herrschaft. 1970 (Band 3 Heydorn-Studienausgabe 2004: ISBN 3-88178-333-4)
  • Ulrike Hormel und Albert Scherr: Bildung für die Einwanderungsgesellschaft. Wiesbaden 2004'
  • Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X
  • Henning Kössler: Bildung und Identität. In: H. Kössler (Hrsg.): Identität : fünf Vorträge. Erlangen 1989 (Erlanger Forschungen, Reihe B; Bd. 20), S. 51-65
  • Rudolf Lennert, Diethelm Michel u.a.: Bildung. In: Theologische Realenzyklopädie 6 (1980), 568-635 - v.a. (Begriffs-)Geschichte
  • Friedrich Paulsen: Bildung. In: W. Rein (Hrsg.): Encyclopädisches Handbuch der Pädagogik. 2. Auflage, Langensalza 1903. S. 658-670
  • Erich Ribolits: Die Arbeit hoch? Berufspädagogische Streitschrift wider die Totalverzweckung des Menschen im Post-Fordismus. München und Wien: Profil 1995
  • Gerd E. Schäfer (Hrsg.): Bildung beginnt mit der Geburt, Weinheim, Basel, Berlin, 2003, ISBN 3-407-56226-8
  • Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles was man wissen muß Frankfurt/Main 1999, ISBN 3-82-180818-7

Populärwissenschaftliche Literatur

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Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png

(TID 646251)

Wiktionary: Bildung – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

(TID 222120)

ar:تعليم ast:Educación bg:Образование bn:শিক্ষা ca:Educació da:Uddannelse en:Education eo:Eduko es:Educación fa:آموزش fr:Éducation ga:Oideachas he:חינוך ia:Education id:Pendidikan it:Educazione iu:ᐃᓕᓐᓂᐊᖅᑐᓕᕆᓂᖅ ja:教育 ko:교육 lb:Educatioun li:Ongerwies mk:Образование ms:Pendidikan nl:Onderwijs no:Dannelse pl:Edukacja pt:Educação ro:Educaţie ru:Образование simple:Education sl:Izobraževanje sr:Образовање th:การศึกษา tl:Edukasyon tr:EÄitim uk:Освіта vo:Dugäl

zh:教育

(TID 1956)

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