Toul
Aus Schlauweb
| Region | Lothringen |
|---|---|
| Département | Meurthe-et-Moselle |
| Arrondissement | 5 Kantone 112 Gemeinden 64.841 Einwohner |
| Kanton | Hauptort von 2 Kantonen (34 Gemeinden 40.317 Einwohner) |
| Bezeichnung der Bewohner | Toulois |
| Bevölkerung (1999) | 17.419 Einwohner |
| Bevölkerung mit Hauptwohnsitz (1999) | 16.945 Einwohner |
| Fläche | 3.059 Hektar |
Toul (deutsch: Tull) ist eine Gemarkung im Nordosten Frankreichs, Hauptort eines Arrondissements im Département Meurthe-et-Moselle (54); die Gemeinde liegt an der Mosel (Moselle) europäisch von Nancy.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Toul wurde an einer schon in prähistorischer Zeit bewohnten Stelle durch den gallischen Stamm der Leuker gegründet, die in Caesars De Bello Gallico nur einmal erwähnt werden. Ihre Nachbarn waren die Mediomatriker, die Lingonen und die Sequaner. Die Leuker lieferten ebenso wie die Sequaner und die Lingonen Pflanzenteil an Caesar, als die römische Truppe in Vesontio (Besançon) lagerte, um sich für den Feldzug gegen Ariovist zu die Verpflegung liefern (58 v. Chr. (De Bello Gallico, I, 40).
Toul wurde 51.v.Chr. von den Römern besetzt. Die Lage der Ort an der Römerstraße Lyon-Trier, die mitten durch die Ort führte (die heutige Rue Michatel), ermöglichte ihre wirtschaftliche Entwicklung. Mit dem Toleranzedikt von Mailand, das 313 die Gleichstellung des Christentums mit den heidnischen Religionen festschrieb, kam Zentrum des 4. Jahrhunderts der Missionar Saint Mansuy in die Stadt. Er wurde 365 zum ersten Bischof von Toul und stand einer großen Diözese vor, die die Grenzen des Leuker-Territoriums umspannte.
Die Franken beendeten die römische Herrschaft in Toul, die zu dieser Zeit den Namen Tullum Leucorum trug. Nach der Pax Romana begann eine barbarische Zeit mit immer wiederkehrenden Invasionen. Die Gemeinde wurde öfter verwüstet, speziell 451 von den Hunnen unter Attila. Nach der Schlacht von Zülpich hielt sich der Frankenkönig Chlodwig in Toul auf und wurde vom Vergöttern Waast zum Christentum bekehrt. Toul gehörte nach dem Tod Chlodwigs nacheinander zum Königreich Austrasien, dem Königreich der Karolinger und zu Lotharingien. Während dieser Epochen erhielten die Bischöfe Schenkungen von Dagobert I.(623), Karl dem Großen (804) und Arnulf von Lothringen (894), durch die ihre weltliche Macht gestärkt wurde. Heinrich I. bekräftigte endgültig die Stellung der Bischöfe in der "Charta von Mainz" (928), indem er ihnen weitgehende Rechte einräumte. Das Bistum von Toul und diejenigen von Metz und Verdun bildeten die berühmten "Drei Bistümer oder auchTrois-Évêchés", die als eigenständige Länder auch im weltlichen Recht durch ihre Bischöfe regiert wurden.
Die Bischöfe herrschten bis ins 10. Jahrhundert hinein. Mit der Zeit wurden die Bürger mit der klerikalen Verwaltung immer unzufriedener und wollten auch an der Regierung verwickelt werden. Die abstrusen aber auch blutigen Querelen dauerten über 300 Jahre und führten zur Gewährung kommunaler Freiheiten. Freie Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und unter dem Namen Tull bekannt, wurden Toul und sein Gebiet von König Heinrich II. von Frankreich 1552 erobert und amtlich im Zusammenhang mit dem Westfälischen Frieden 1648 annektiert. Vauban befestigte die Gemeinde anschließend und integrierte sie in das Verteidigungssystem Ostfrankreichs. Die 1777 stattgefundene Aufspaltung des Bistums läutete den Heruntersteigen der alternden Ort sondern der jungen und dynamischen Gemarkung Nancy ein. Durch die Umsturz wurden zig Kirchen, Klöster und Abteien zerstört und fast 14 Jahrhunderte bischöfliche Geschichte beendet.
Toul wurde 1870 im Deutsch-Französischen Krieg von der deutschen Streitkräfte umgangen, was sich im Ersten und Zweiten Weltkrieg nicht wiederholte. Als auch1914 wie 1940 erlebte die Gemeinde schwere Zerstörungen. 40 % der Kernstadt war vernichtet. Die Wiederherstellung der Baudenkmäler in der Kernstadt und der Münster dauert lange; erst 2003 wurde mit der Instandsetzung der Westfassade der Kirche begonnen.
Verwaltung
Die Amtei von Toul umfasst die Umgebung der Gemarkung mit 23 Gemeinden:
- Andilly, Bicqueley, Boucq, Bouvron, Bruley, Charmes-la-Côte, Chaudeney-sur-Moselle, Choloy-Ménillot, Domgermain, Dommartin-lès-Toul, Écrouves, Gye, Lagney, Lay-Saint-Remy, Lucey, Manoncourt-en-Woëvre, Ménil-la-Tour, Pagney-derrière-Barine, Pierre-la-Treiche, Royaumeix, Sanzey, Toul, Trondes.
Toul ist Verwaltungssitz von zwei Kanton:
- Der Kanton Toul-Nord besteht aus den Gemeinden Aingeray, Boucq, Bouvron, Bruley, Dommartin-lès-Toul, Écrouves, Fontenoy-sur-Moselle, Foug, Gondreville, Lagney, Laneuveville-derrière-Foug, Lay-Saint-Remy, Lucey, Ménil-la-Tour, Pagney-derrière-Barine, Sanzey, Sexey-les-Bois und Trondes (27.102 Einwohner);
- Der Kanton Toul-Sud besteht aus einem Teil von Toul sowie den Gemeinden Bicqueley, Blénod-lès-Toul, Bulligny, Charmes-la-Côte, Chaudeney-sur-Moselle, Choloy-Ménillot, Crézilles, Domgermain, Gye, Mont-le-Vignoble, Moutrot, Ochey, Pierre-la-Treiche, Sexey-aux-Forges und Villey-le-Sec (13.215 Einwohner).
Sehenswürdigkeiten
- Kathedrale Saint-Étienne im gotisch-flämischen Stil (Fassade), erbaut im 13. bis 15. Jahrhundert
Söhne und Töchter der Stadt
- Laurent de Gouvion Saint-Cyr, Marschall und Pair von Frankreich, sowie Kriegs- und Marineminister
Städtepartnerschaft
Hamm/Westfalen ist Partnerstadt von Toul.
Weblink
Koordinaten: 48° 40′ 30" n. Br., 5° 53′ 28" ö. L.
(TID 488883)
en:Toulfr:Toul it:Toul nl:Toul pl:Toul pt:Toul
ro:Toul(TID 231567)
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