Brünn
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| Bild:Disambig-grau2.png | Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für sonstige Bedeutungen siehe Brünn (Begriffsklärung). |
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| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Brno (znak).png | Fehlt noch |
| Basisdaten | |
| Kraj: | Südmährische Region |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 49° 12′ N, 16° 36′ O49° 12′ N, 16° 36′ O (TID 488890) |
| Höhe: | 190-425 m ü. NN |
| Fläche: | 230 km² |
| Einwohner: | 367 396 (1. April 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1683 Bürger je km² |
| Postleitzahlen: | 620xx |
| Kfz-Kennzeichen: | xBx |
| Stadtgliederung: | 29 Stadtbezirke |
| Website: | www.brno.cz |
Brünn (tschechisch Brno) ist die zweitgrößte Ort Tschechiens und Gemeinde der Südmährischen Region (Jihomoravský kraj) und gleichzeitig auch des Brünner Bezirks (okres). Es ist schon seit dem 17. Jahrhundert Zentrum des historischen Mähren und ist Universitätsstadt und Sitz des tschechischen Verfassungsgerichtes.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Brünn liegt am südöstlichen Rand der Böhmisch-Mährischen Höhe. Durch die Gemarkung fließen die Flüsschen Svratka und die von der Gemarkung Svitavy kommende Svitava, die an der südlichen Stadtgrenze in die Svratka mündet. An der nordöstlichen Stadtgrenze ist die Svratka zu einem etwa 7 km langen und an der breitesten Stelle etwa 600 m breiten See aufgestaut.
Geschichte
Etwa 1021 wurde die Burg Brünn erbaut und gab später der anliegenden Niederlassung den Namen. 1091 findet zum ersten Mal die Niederlassung Brünn Erwähnung. 1243 wird schließlich Brünn von Wenzel I. als Gemarkung gegründet. Vom 13. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war Brünn in seiner damaligen Ausdehnung eine vornehmlich deutschsprachige Stadt. 1641 löste sie Olmütz als die Gemarkung von Mähren ab.
Auf Basis von der Hussitenkriege wurde Brünn in den 1420er Jahren zu einer deutschen Sprachinsel in tschechischsprachiger Umgebung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Brünn 1643 erfolglos von Schweden belagert. 1805 fand vor den Toren der Gemeinde die Schlacht von Austerlitz statt.
Bald nach dem Ersten Weltkrieg wurden die knapp 55.000 Deutschen in der nun zur Tschechoslowakei gehörenden Ort durch Eingemeindungen zur Minderheit. Am 31.Mai/1.Juni 1945 kam es in folge der Beneš-Dekrete zum so genannten Brünner Todesmarsch, bei dem fast alle deutschsprachigen Bürger der Gemeinde - ca. 25 % der Bevölkerung - unter unmenschlichen Bedingungen zu der etwa 60 Kilometer weit liegenden österreichischen Grenze im Gleichschritt gehen mussten.
Während des tschechoslowakischen Stalinismus entwickelte sich Brünn zu einer führenden Industriestadt des Landes. Jede Menge Dörfer am Rande der Gemeinde wurden von riesigen Plattenbausiedlungen buchstäblich verschluckt, um die ständig anwachsende Bevölkerungszahl unterzubringen. Dieser Tage wird abermals mehr Wert auf den Bewahrung und Modernisierung der historischen Kernstadt gelegt.
In der Gemeinde gibt es ein Tschechisch-deutsches Begegnungszentrum.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Hauptsächlich als öffentliches Gefährt genutzt wird die Straßenbahn, benachbart gibt es auch Bus- und Trolleybuslinien. Der Bahnhof in Brünn ist ein regional wichtiger Knotenpunkt, der aber durch die zentrale Lage in Mitteleuropa auch internationale Bedeutung hat. Direktverbindungen gibt es beispielsweise nach Hamburg, Berlin, Dresden, Wien, Bratislava, Budapest und Bukarest. Mit dem Bus kann man zu vielen internationalen Destinationen kommen, dazu gibt es halbstündige Verbindungen nach Prag. Der Flughafen Brno-Tuřany liegt etwa 10km südöstlich vom Zentrum und bietet Flüge unter anderem nach München, London, Ostrava und Sharm el Sheikh.
In Brünn ist die weltumspannend bekannte Waffenschmiede "Ceská Zbrojovka" ansässig.
Bildung
Die 1919 gegründete Masaryk-Universität hat etwa 27.000 Studenten. Anliegend gibt es eine Reihe spezialisierter Hochschulen, worüber die Akademie Brünn global bekannt ist.
Städtepartnerschaften
Sehenswürdigkeiten
- Villa Tugendhat
- Burg Spielberg
- Brünner Dom (Dom des hl. Petrus und Paulus)
- Mahenovo divadlo (Altes Theater)
- Janáčkovo divadlo (Neues Theater - tschechisches Nationaltheater in Brünn
- Altes Rathaus (stará radnice)
- Stadtpark Lužánky
In der Umgebung:
- Burg Veveří etwa 12 km nordwestlich
- Mährischer Karst mit den Punkwahöhlen und der Doline Macocha, etwa 20 km nördlich
Persönlichkeiten
Im Ort geboren
- Ivan Blatný - tschechischer Autor und Charakter der Gruppe 42
- Lev Blatný - tschechischer Dichter, Autor, Theaterkritiker und Dramaturg
- Pavel Blatný - Komponist, in Brünn geboren
- Zdeněk Chlup - Architekt
- Jiří Daler - Bahnradsportler
- Jan Křtitel Erna - Baumeister, Maurer- und Steinmetzmeister
- Kurt Gödel - Mathematiker und Logiker, Gödel wird von vielen als der bedeutendste Logiker des 20. Jahrhunderts angesehen
- Theodor Gomperz - Philosophietheoretiker
- Hugo Haas - Regisseur, Sänger, Schauspieler, Drehbuchautor
- Pavel Haas - Schüler von Leoš JanáÄek, Komponist in Brünn und Theresienstadt
- František Halas - tschechischer Dichter
- Oskar Jellinek, österreichischer Schriftsteller, wurde in Brünn geboren
- Maria Jeritza - Opernsängerin, begann ihre Karriere in Brünn
- Georg Joseph Kamel - österreichischer Naturkundler, Arzt und Ordensmann
- Vítězslava Kaprálová - Komponistin
- Hellmuth Karasek - deutscher Publizist und Literaturkritiker, wurde in Brünn geboren
- Erich Wolfgang Korngold - österreichisch-US-amerikanischer Komponist, Musiker und Pianist
- Jan Kotěra, tschechischer Architekt, Gestalter und Grafiker.
- Milan Kundera - tschechischer Schriftsteller
- Gustav Lindenthal - bedeutender Brückenbauingenieur
- Adolf Loos - österreichischer Charakter und Architekturtheoretiker
- Ernst Mach geboren 1838 im Brünner Ortsteil Chirlitz. Die Maßeinheit der Tempo im Vergleich zur Schallgeschwindigkeit ist nach ihm benannt (bei 1 Mach durchbrechen bewegte Objekte die "Schallmauer").
- Jaroslav Mareš - tschechischer Autor und Reisender
- Georg Placzek - Physiker
- Jan und Jindřich Pospíšil - Weltmeister im Radball
- Zdeněk Rotrekl - Dichter
- Miroslav Skála (1924 – 1989), Schriftsteller und Journalist
- Ernst Tugendhat - deutscher Philosoph
- Ernst Weiß, deutschsprachiger Schriftsteller, 1882-1940
- Joseph Viktor Widmann - Schweizer Schriftsteller und Journalist
Im Ort wirkten
- Karel Absolon - tschechischer Prähistoriker und Speläologe
- Bohuslav Balbín - tschechischer Jesuit, Literat, Historiker, Erdkundler, Patriot und Vertreter der tschechischen Sprache trat 1636 in Brünn in den Jesuitenorden ein
- Karel Berka - tschechischer Philosoph, besuchte das Penne in Brünn
- Petr Bezruč - tschechischer Schreiber und Dichter
- Břetislav I. (Böhmen) - Fürst, wählte Brünn zu seinem Sitz
- Oldřich Brněnský - Fürst
- Karel Čapek - einer der wichtigsten tschechischen Schreiber des 20. Jahrhunderts besuchte das hiesige Gymnasium
- Ludwig Czech ab 1920 Vorsitzender der DSAP; Reformer der Brünner Bezirkskrankenkasse
- Ludvík Daněk - Leichtathlet, wohnte lange in Brno
- Karel Engliš - Politiker, Finanzexperte lehrte an der hiesigen Universität
- Rudolf Firkušný - tschechischer Pianist
- Ludwig Förster, Wiener Architekt renovierte 1831 das Theater Reduta und zahlreiche Bürgerhäuser
- Bohuslav Fuchs, Stadtarchitekt Brünns 1925 - 1929
- Heinrich Gomperz, Vertreter des Empiriokritizismus
- Theophil von Hansen baute von 1871-1873 das Vereinshaus (Philharmonie)
- Leoš Janáček - Subjekt und Hochschullehrer des Brünner Konservatoriums
- Dušan Jurkovič - slowakischer Architekt, machte sich 1889 in Brünn als Baumeister selbständig.
- Jan Kapistrán - Franziskaner-Prediger, seine erste Station war Brünn
- Viktor Kaplan - habilitierte sich in Brünn, seine ersten Turbinen wurden in den Brünner Maschinenfabriken gebaut
- František Matouš Klácel - tschechischer Dichter, Berichterstatter und Philosoph, Vertreter der böhmisch-mährischen Einheit, lernte am Augustinerkloster und gründet später die zeitung Týdeník, später Morravské noviny.
- Konrad I. (Böhmen)
- Vladimír List - Elektrotechniker, Wissenschaftler, Universitätsprofessor, machte sich auch bei dem Bau des Heizwerkes in Brünn verdient
- František Mareš - tschechischer Nationaldemokrat, später faschistisch orientierter Politiker, Physiologe und Philosoph
- Pietro Maroncelli - arbeitete am Deutschen Sprach- und Kulturverein Brünn
- Tomáš Garrigue Masaryk - Gründer und erster Staatspräsident der Tschechoslowakei, besuchte das deutsche Penne in Brünn
- Franz Anton Maulbertsch, deutscher Maler des Spätbarock
- Ludwig Mies van der Rohe - baute 1928 - 1930 die Villa Tugendhat
- Robert Musil - österreichischer Autor und Theaterkritiker, studierte an der Deutschen Technischen Universität Brünn
- Arne Novák - bedeutender tschechischer Literarhistoriker und Literaturkritiker, Germanist und Bohemist, Typ der Masaryk-Universität
- Georg Benedikt Freiherr von Ogilvy - königlisch-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Generalfeldmarschall schottischer Abstammung, war Befehlshaber der Brünner Festung Spielberg
- Silvio Pellico - italienischer Schriftsteller, verbüßte seine Haft in der Festung Spielberg
- Joseph Ressel - k&k-Förster und Schiffsschraubenerfinder
- Ondřej Sekora- Schriftsteller und Karikaturist, trainierte die Rugby Mannschaft AFK Žižka Brno
- Jan Skácel - Dichter, lebte in Brünn
- Leo Slezak - Opernsänger, begann seine Karriere in Brünn
- František Sušil - Priester, Schriftsteller, studierte in Brünn
- Antonín Trýb - Schriftsteller
- Vladimír Vanýsek - Astrophysiker, Pädagoge, arbeitete am Kopernikus Observatorium
- Hermann von Pückler-Muskau - Gartenkünstler, Schriftsteller
- Wenzel I. (Böhmen) - König von Böhmen, Stadtgründer
- Jan Zahradníček - Schriftsteller, Publizist
Im Ort starben
- Břetislav Bakala - Professor an der Janacek Akademie der Musischen Künste
- Otakar Borůvka - Mathematiker
- Bonifác Buzek, Priester, Volksaufklärer, Philosoph und Pädagoge
- Josef Dobrovský - tschechischer Philologe und Slawist
- Vladimír Groh - Philologe
- Johann Heinrich (Luxemburg) - Sohn des böhmischen Königs Johann von Luxemburg
- Jan Helcelet - Professor, Volksaufklärer
- Ferdinand Herčík - Philosoph
- Josef Hybeš - tschechischer Arbeiterführer, Person und Journalist
- Václav Kaprál - tschechischer Komponist
- Josef Kratochvil - katholischer Philosoph
- Heinrich von Leipa - böhmischer Mensch und Politiker
- Jobst von Mähren, mährischer Grenzgraf aus der Dynastie der Luxemburger
- Jiří Mahen - tschechischer Dramatiker, Dichter, Berufstätiger und Bibliothekar
- Gregor Mendel - Augustinermönch und Naturforscher, erarbeitete mit seinen im Klostergarten durchgeführten Forschungen an Pflanzen Grundlagen der modernen Genetik
- Oldřich Mikulášek - Dichter
- Antonín Procházka - Maler
- Václav Richter - Philosoph
- Elisabeth Richza von Polen - Königin von Böhmen
- Rudolf Těsnohlídek - Schriftsteller, Dramaturg, Dichter
- Jaromír Tomeček - Schriftsteller
- Karel Tomeš - Maler, Bürgermeister der Stadt
- Franz Freiherr von der Trenck - österreichischer Soldat und Freischärler
- Vladimír Úlehla - Philosoph
- František Weyr - Rechtsphilosoph, Statistiker, Staatwissenschaftler
- Václav Zykmund - Maler, Graphiker, Philosoph, Photograph, Schriftsteller und Dichter
Siehe auch
Portal:Tschechien - Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte - Liste der Städte in Tschechien
| (TID 646251) | Commons: Category:Brno – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
Weblinks
- Website der Stadt Brünn - deutsch
- Bruna - deutsche Internetseite zur Stadtgeschichte
- Janáčkovy akademie múzických umění v Brně JanáÄek-Akademie für musische Künste in Brünn
- Masarykova univerzita v Brne Masaryk-Universität Brünn
- Mendelova zemědělská a lesnická univerzita v Brně Mendel-Hochschule für Landbau und Forstwesen
- Veterinární a farmaceutická univerzita Brno Alma Mater für veterinär- und pharmazeutische Wissenschaften Brünn
- Vysoké učení technické v Brně Technische Universität Brünnar:برنو
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