Brasilien
Aus Schlauweb
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Wahlspruch: Ordem e Progresso | |||||
| Amtssprache | Portugiesisch | ||||
| Hauptstadt | Brasília | ||||
| Staatsform | Bundesrepublik | ||||
| Präsident und Regierungschef | Luiz Inácio Lula da Silva | ||||
| Fläche | 8.514.215 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 185.369.043 (Schätzung 11. Jan. 2006) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 21,5 Bevölkerung pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | $4.124 (73.) Stand: Mai 2005</small> | ||||
| Unabhängigkeit | 1822 erklärt, 1825 anerkannt | ||||
| Währung | Real | ||||
| Zeitzone | UTC -2 bis -5 | ||||
| Nationalhymne | Hino Nacional Brasileiro | ||||
| Kfz-Kennzeichen | BR | ||||
| Internet-TLD | .br | ||||
| Vorwahl | +55 | ||||
| Bild:LocationBrazil.png | |||||
| Bild:Brasilien topo.jpg | |||||
(TID 438491)
(TID 222876)
]) ist der flächen- und bevölkerungsmäßig fünftgrößte Staat der Erde und mit über 186 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Südamerikas. Er nimmt 47% des Kontinents ein und grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn gesehen) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und den südlichen Atlantik und hat so mit jedem südamerikanischen Land außer Chile und Ecuador eine gemeinsame Grenze.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Brasiliens Landschaft ist geprägt von ausgedehnten Regenwäldern des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirgen im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.
Wichtige Städte und Großräume
Die bevölkerungsreichsten Großräume (jeweils mit ihrer Hauptstadt) sind São Paulo mit ca. 20,5 Mio. Einwohnern (2005), Rio de Janeiro mit ca. 11 Mio. Einwohnern, Porto Alegre mit ca. 4 Mio. Einwohnern (2004), Recife mit ca. 3,6 Mio. Einwohnern (2005), Salvador da Bahia mit ca. 2,7 Mio. Einwohnern, Belo Horizonte und Fortaleza mit je ca. 2,3 Mio. Einwohnern und Brasília mit ca. 2,2 Mio. Einwohnern. Hinweis: Blechen ohne Jahresangaben ohne Gewähr.
São Paulo ist die größte Ort Südamerikas und der wirtschaftliche Motor Brasiliens. São Paulo ist das größte deutsche Investitionszentrum außerhalb der EU und den USA. Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Gemarkung kontinuierlich Migrant an, so dass sich die Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren verdoppelte. Dieser flott Bevölkerungszuwachs brachte der Ort eine vorrangige Stellung in Zusammenhang auf Finanzen, Kultur und Forschung ein, aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität.
Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Ort Brasiliens, bis im Jahre 1960 Brasília zur Kapitale ernannt wurde. Nichtsdestotrotz ist Rio de Janeiro die bekannteste Ort des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Der Reisebranche hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, aber auch produzierende Gewerbe ist in der Ort beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Gemarkung mit den typischen Problemen einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile.
Die Ort Brasília wurde in den 1960er Jahren innerhalb von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt. Sie wurde von Lúcio Costa i. A. des damaligen Präsidenten Kubitschek geplant, Oscar Niemeyer entwarf die Regierungsgebäude. Brasília sollte ursprünglich als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die Entwicklung in wichtigen Sich beliebt machen nicht so voran, wie es die Pläne vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile auch von Favelas geprägt. Dieser Tage hat die Gemarkung knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa 2,2 Mio. Menschen.
70% der Bevölkerung Brasiliens lebt in den Großstädten.
Siehe auch: Liste der Städte in Brasilien
Höchste Berge
Der höchste Gipfel Brasiliens ist der 3.014 m hohe Pico da Neblina, der 1965 zum ersten Mal bestiegen wurde. Als auch der zweithöchste Berg, der Pico 31 de Março (2.992 m), liegt der Pico da Neblina im gleichnamigen Nationalpark nahe der Grenze zu Venezuela und Guyana. Der Pico da Bandeira (2.891 m) wurde früher für den höchsten Berg des Landes gehalten, da er nicht im nachhaltig nur wenig erforschten Regenwald, stattdessen im eher dicht besiedelten Südosten liegt. Er gilt durch seine Kolonisation als bestbesteigbarer Berg Brasiliens. Berühmter noch ist der Corcovado, der mit seinen 710 m einen spektakulären Blick über Rio de Janeiro bietet. Auf ihm steht die 30 m hohe Erlöser-Statue.
Gewässer
Der mit Abstand wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas, größter und längster Fluss der Erde (zwischen 6850 und 7250 km), mit seinen Nebenflüssen. Die bedeutendsten Zuflüsse sind der Río Purús, der Rio Negro und der Rio Tapajós. Der Paraná (3.998 km) ist wegen des zur Zeit (Jan. 2006) noch größten Wasserkraftwerkes der Welt (Itaipu) bekannt.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Brasilien
Die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre ist mit über 10.000 km² die größte Lagune Brasiliens und die zweitgrößte Südamerikas. Danach kommt die weniger als halb so große Lagoa Mirim, südlich der Gemarkung Rio Grande.
Inseln
Zum brasilianischen Hoheitsgebiet gehören auch einige Inseln im Atlantischen Ozean. Die etwa 800 km vor der brasilianischen Küste gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, gehören ohne Unterschied zum Land wie die ehemalige Sträflingskolonie Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe fern ist. Alle beide liegen auf dem mittelatlantischen Rücken. Vulkanischen Ursprungs sind die Inseln Trindade und Martim Vaz, die zum Bundesstaat Espírito Santo gehören. Das ovalförmige Atoll Rocas erstreckt sich über etliche Kilometer und wurde dank der außergewöhnlichen Tier- und Vegetation als Weltnaturerbe aufgenommen.
Die größte Eiland Brasiliens aber liegt im Amazonas: Marajó ist etwa 48.000 km² groß (größer als die Schweiz), da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Eiland nur an übereinkommen Peilen besiedelt. Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Naturpark im Bundesstaat Tocantins im Rio Araguaia und ist weiterhin größer als zum BeispielJamaika.
Klima
Das Klima Brasiliens, das zwischen 5° nördlicher Dicke und 34° südlicher Weite liegt, ist überwiegend tropisch mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Temperaturen. Nur im subtropischen Süden herrscht ein gemäßigteres Klima. Besonders im feuchten Amazonasbecken gibt es reichhaltige Niederschläge, man findet jedoch auch relativ trockene Landstriche mit z. T. lang anhaltenden Dürrezeiten, besonders im Nordosten des Landes. In den höheren Lagen im Süden Brasiliens fällt im Jahreszeit der Wetterphänomen gelegentlich als Schnee.
Im Süden befindet sich an der Grenze zu Bolivien und Paraguay ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das Pantanal.
Bild:Klima portoalegre.png | Bild:Klima riodejaneiro.png | Bild:Klima brasilia.png | Bild:Klima recife.png | Bild:Klima belem.png | Bild:Klima manaus.png |
Flora und Fauna
Noch vor Kolumbien, Mexiko und Indonesien ist Brasilien das artenreichste Land der Erde. Gefunden wurden vor ... rund 3.000 Wirbeltier-, 3.000 Süßwasserfisch-, 55.000 Blütenpflanzen-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten. Allein 207 dieser Tierarten sind vom Untergehen bedroht. Auch der Wald verkleinert sich stetig. Zu frühen Kolonialzeiten war noch etwa 60 % der Landesfläche mit Wald bedeckt, dieser Tage ist es nur noch 1/3.
Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonasbecken ist das größte zusammenhängende Waldgebiet. Bis dato wurden gut 2.500 Baumarten entdeckt. Fast alle dieser so weit wie 60 m hohen Bäume finden sich im von Überschwemmungen verschonten Eté-Wald der Terra firme, die wiederum 98 % des Amazonasgebiets umfasst. Außerdem groß werden in diesem Gebiet u.a. der Gummibaum (caucho), verschiedene Farb- und Edelhölzer (z.B. Palisander), Fruchtbäume (z.B. Paranussbaum) und Heilpflanzen. Auffällig sind die etwa 1.000 verschiedenen Farn- und Orchideenarten. Nahe der terra firme gibt es die Várzea, die bei Flut überschwemmt ist. Dort heranwachsen Jupati- und Miriti-Palmen. Das Igapó-Gebiet ist dagegen ständig überschwemmt. Als typische Gewächs in diesem Gebiet gilt die Açaí-Palme. Auf dem Amazonas, aber erstmal auf seinen Nebenflüssen, heranwachsen Seerosen, dessen Blüten 30 bis 40 cm groß werden können.
Besonders bekannt sind im gesamten Amazonasgebiet vorerst Papageien, Tukane und Kolibris. Es sind etwa 1.500 Insekten- und Schmetterlingarten bekannt. Größere Waldtiere sind der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma. Angrenzend bevölkern Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald. Auch mehrere Fischarten (ca. 1.500) sind im Amazonas beheimatet. Unter der größte bekannte Süßwasserfisch der Welt: Der pirarucú ist 2 m lang und wiegt etwa 100 kg. Ein Zitteraal, der 800 Volt-Stromschläge austeilt, und der Piranha, gut 30 cm lang, sind ebenso spektakulär.
Der äußerste Nordosten Brasiliens, früher ebenso aus Regenwald bestehend, wird mittlerweile fast ausschließlich für Zuckerrohr-Plantagen genutzt. Vereinzelt gestatten sich vor ...Mangroven- und Palmenhaine finden.
Das halbwüstenähnliche Bergland zentral und Süden des Landes (Sertão) ist mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten dieser Region ist mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Weiters sind die Tiervorkommen in dieser Region klein. Nur wenigen Tieren wie dem Ameisenbär oder dem Gürteltier genügen die Bedingungen.
Das Pantanal weist dagegen eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Mittelwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser. Höher gelegene Gebiete der Region sind überwiegend Savannen.
Im Südosten vorherrschen Kaffeeplantagen und Weiden für Rinder, angrenzend die besiedelten Gebiete. Die ursprüngliche Flora ist nur noch in übereinkommen Nationalparks zu finden.
Der Süden zeigt eine subtropische Vegetation, die ursprünglichen Araukarienwälder wurden für den Ausfuhr zerstört. Diese Bäume erreichen eine Höhe von so weit wie 40 m und sind Lebensraum für Affen und Eichhörnchen. Dieser Tage sind Niedergrassteppen in dieser Region häufiger.
Bevölkerung
Demographische Struktur und Entwicklung
Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung. Es sind 28,2 % unter 15 Jahre alt, 65,8 % sind 15 bis 64 Jahre alt und nur 6,0 % über 65 (Stand: 2004). Das mittlere Alter beträgt 27,4 Jahre, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 71,4 Jahren.
2003 betrug die Geburtenziffer 19,5 Neugeborene auf 1.000 Einwohner. Die Durchschnittliche Kinderzahl je Frau betrug 2,1. Die Sterbeziffer betrug 6,7 auf 1.000 Einwohner.
Die Lebenserwartung lag 2003 bei der männlichen Bevölkerung bei 65,4 Jahre und bei der weiblichen Bevölkerung bei 73,3 Jahre.
83,3 % der Bevölkerung leben im Jahr 2003 in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Proliferation auszeichnen; in den Außenbezirken bilden gegenseitig Favelas genannte Armensiedlungen.
Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien. So waren bis 1998 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche, wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Etwa 5 Mio. Familien Gültigkeit besitzen als landlos. Den schwersten Stand haben dabei Afro-Brasilianer, bei denen Armut, Säuglingssterblichkeit und Benachteiligung erneut zunehmen. Nicht viel besser ergeht es den Indios. Ein Gleichstellungs- und Anti-Hunger-Programm gilt seither 2003.
Ethnien
Ursprünglich vier Bevölkerungsgruppen bilden die brasilianische Bevölkerung. Sie sind in diesen Tagen jedoch so umfassend vermischt, dass eine klare Zuordnung oft nimmer möglich ist. Diese Gruppen sind:
- die Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten
- die Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden
- verschiedene Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa (Italiener, Deutsche, Spanier), dem Nahen Osten und Asien, die sich seit Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts in Brasilien angesiedelt haben. Seither 1818 sind über 300.000 Deutsche immigriert (siehe auch Deutschbrasilianer). Eine große japanische Bevölkerungsgruppe lebt in Brasilien, außerdem diverse Polen, vornehmlich in Paraná.
- einheimische Volksgruppen der Tupi- und Guarani-Sprachfamilien (200 ethnische Gruppen mit summa summarum etwa 500.000 Mitgliedern). Etwa 10 % der Fläche Brasiliens ist für Indianer reserviert.
Ein Großteil der brasilianischen Bevölkerung sind Farbige. Sie sind Nachfahren der afrikanischen Sklaven, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in das Land gebracht wurden. Sie führen zu aus den ehemaligen portugiesischen Kolonien Angola und São Tomé und Príncipe, aber auch aus Nigeria, Benin, Togo, Ghana und der Elfenbeinküste. Dieser Tage besitzt Brasilien nach Nigeria die zweitgrößte Zahl an Einwohnern mit afrikanischer Herkunft; sie haben sich jedoch im Laufe der Zeit stark mit der europäischstämmigen Bevölkerung vermischt.
Nach einer Erhebung des IBGE leben mindestens 11 Mio. Schwarze in Brasilien. Sie sind hauptsächlich im Nordosten ansässig, aber auch in den anderen Regionen des Landes vertreten.
Siehe auch: Einwanderung nach Brasilien
Indigene Bevölkerung
Hauptartikel: indigene Bevölkerung Brasiliens
Die indigenen Völker in Brasilien waren herkömmlich halbnomadische Stämme, die und von Jagen und Sammeln, sowie von einfacher Landwirtschaft lebten. Ein großer Teil der eingeborenen Bevölkerung starb im Zuge der europäischen Kolonialisierung, meist an eingeschleppten Krankheiten, in Folge von Zwangsarbeit, oder durch die Hand der Kolonialisten. Der Großteil der verbleibenden Indios wurden mehr oder weniger Teil in der Gesellschaft und vermischte sich im Laufe der Zeit mit den europäischen Einwanderern. Von schätzungsweise 5 bis 6 Mio. Indios zur Zeit der Entdeckung ging die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 1950 auf nur 100.000 zurück.
In den letzten 50 Jahren wurden politische Fortschritte zur Verbesserung der Lage der Indios gemacht. Bis 1997 ist die indigene Bevölkerung nochmal auf etwa 300.000 angewachsen. Nach Daten der brasilianischen Botschaft leben in diesen Tagen ungefähr 410.000 Indios in Brasilien, was rund 0,2% der gesamten Bevölkerung entspricht. 2005 gab es Berichte über einen erneuten Anstieg in der Zahl der in Brasilien lebenden Indios auf etwa eine halbe Million. In diesem Fall hinge das Anwachsen wahrscheinlich auch mit der Immigration von Indios aus den Nachbarländern Bolivien, Peru und Kolumbien zusammen.
Zwischen 100.000 und 200.000 Indios leben in diesen Tagen in Städten, wobei die indianische Kultur kumulativ verloren geht. Nur einige Stämme in vereinzelten Reservaten im Amazonasgebiet leben noch nach ihrer eigenen Kultur. Aber auch im Regenwald ist die indigene Bevölkerung verschiedensten Bedrohungen ausgesetzt. Durch die Abforstung des Urwalds wird ihr Lebensraum dauerhaft zerstört. Dabei werden die erwirtschafteten Erlöse aus dem Amazonasgebiet hervor transferiert, es mangelt also an wichtigen Investitionen oder gar Entschädigungen. Minenarbeiter und Goldgräber belasten nicht nur mit schwerem Gerät und giftigen Chemikalien die Flüsse und Böden nachhaltig, sie bringen auch Krankheiten und große Mischen Alkohol in die Indianergebiete. Auch kommen häufig gewaltsame Übergriffe der Arbeiter auf die ansässige Urbevölkerung vor, die bisweilen in regelrechten Massakern ausarten.
Der Regierung wird dabei Mitschuld vorgeworfen, da Mörder nur selten wirklich strafrechtlich verfolgt werden. Außerdem vergibt sie Genehmigungen zur wirtschaftlichen Benutzung von Gebieten, (z.B. zur Ölförderung) die von Indios bewohnt sind.
Sprachen
Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas. Das brasilianische Portugiesisch hat einen eigenen Charakter. Es unterscheidet sich in der Aussprache und durch eine leicht abgewandelte Orthographie und Syntax von der europäischen Variante. Das (brasilianische) Portugiesisch ist alleinige Amtssprache und für mindestens 97 % der Bevölkerung Muttersprache. Die Indianersprachen werden nur noch von etwa 0,1 % der Bevölkerung gesprochen. Am verbreitetsten sind Guaraní, Tupi und Gês, wobei die letzten beiden vorrangig im Amazonasgebiet gängig sind, wo der Einfluss der Europäer gering blieb. In den Küstengegenden sind die Indianersprachen praktisch vollständig verdrängt worden. Guaraní hatte zu Kolonialzeiten eine größere Bedeutung und ist nur knapp daran gescheitert Amtssprache des Landes zu werden.
Minderheitensprachen der Einwanderer
Hinsichtlich der Zuwanderung gibt es in Brasilien mehrere Minderheitensprachen. Etwa 1,5 Mio. Brasilianer sprechen Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und 37.000 Koreanisch. Dabei muss berücksichtigt werden, dass bei den Sprachminderheiten die Zahl der Sprecher sehr hoffnungsvoll berechnet ist. Diese Volksgruppen gehörten teils zu den ersten Siedlern und ihre Nachfahren verstehen fast nur noch Portugiesisch. In den Ortschaften, die als Zentren für Mensch galten, entstanden vielmals brasilianische Dialekte der Einwanderersprache. Beispiele sind Talian, brasilianisches Italienisch, oder das Riograndenser Hunsrückisch.
Bis ins 20. Jahrhundert in gab es (besonders im Süden) ganze Gemeinden, in denen ausschließlich Germanisch oder Italienisch gesprochen wurde, da namentlich die deutschen Auswanderer und deren Nachfahren über eine gute Infrastruktur aus Schulen, Vereinen u.ä verfügten und in der Regel in relativ geschlossenen Kolonien lebten. Als während des autoritären Regimes des Estado Novo (1937-1945) eine Nationalisierungskampagne durchgeführt wurde, geriet die deutsche Gemeinschaft steigernd unter Druck, da der Staat den Assimilierungsprozess forcierte. Der Eintritt Brasiliens in den Zweiten Weltkrieg bot den entsprechenden Anlass, um die Sprachen der Feindstaaten zu verbieten und deutsche und italienische Schulen zu schließen, woraufhin das Portugiesische auch in diesen Ortschaften Einzug hielt.
Fremdsprachen
Englisch ist als Fremdsprache noch nicht so probat wie in europäischen Ländern. Ungeachtet sie typischerweise in den Schulen unterrichtet wird, fasst die Sprache nur langsam Fuß in Brasilien. Auch in den Großstädten ist es nicht selbstverständlich, dass die Volk Engl. sprechen oder verstehen. Für gewöhnlich verstehen die Brasilianer aber immerhin ansatzweise Spanisch, auch wenn sie die Sprache selbst nicht sprechen. In den Grenzgebieten zu anderen südamerikanischen Ländern bildete sich das sogenannte Portunhol heraus, eine Pidginsprache aus Portugiesisch und Spanisch, das die Verständigung erleichtert.
Religion
Ungefähr 145 Mio. Brasilianer offenbaren sich zur römisch-katholischen Kirche, das entspricht 79% der Gesamtbevölkerung. Damit ist sie die größte Landeskirche der Welt. Die übrigen Brasilianer sind größtenteils protestantischen Glaubens (starke Zunahme evangelikaler Freikirchen) oder Anhänger von Kulten, die aus afrikanischen Religionen entstanden sind (Candomblé, Umbanda und andere). 1960 betrug die Zahl der Katholiken noch 91,6 % an der Gesamtbevölkerung bis 1985 nahm sie auf 83,2 % ab und dieser Tage geht man von ca. 75 % aus. Trotz der stetigen Regression ist Brasilien ein konservativ-katholisch geprägtes Land. Überwiegend in ländlichen Gegenden spielt die Theismus noch eine große Rolle. Über 78 % der Katholiken praktizieren ihren Glauben.
Siehe auch: Katholische Kirche in Brasilien, Kirche im kolonialen Brasilien, Gnadauer Brasilien-Mission
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Brasiliens
Brasilien war schon mindestens 10.000 Jahre vor der Entdeckung durch die Europäer besiedelt. Zu Beginn Höhlen im Amazonas-Gebiet waren bewohnt, hier am bekanntesten die nach der Flussinsel Marajó benannte Marajoara-Kultur mit ihren wunderschönen Keramiken. Große Stätten wie die der Inkas oder auchMayas sind aber nicht bekannt. Das Land wurde nach dem europäisch sehr beliebten Brasilholz, einem roten Edelholz, das dieser Tage nur noch höchst selten ist, benannt.
Die Kolonialzeit
Der Portugiese Pedro Alvares Cabral war der erste Europäer, der Brasilien am 22. April 1500 beim heutigen Ort Postwertzeichen Seguro im Süden des Bundesstaates Bahia betrat. Nach französischen Informationen stieß Jean Cousin schon 1488 auf die brasilianischen Küste, tatsächlich war in Portugal die Existenz einer großen Landmasse okzidental des Atlantischer Ozean schon seitdem 1325 bekannt. 1494 beschlossen die großen Seemächte Portugal und Spanien die Aufteilung Südamerikas. Auf Anliegen des damaligen Papstes Alexander VI. wurde im Vertrag von Tordesilhas festgeschrieben, dass die gesamte Westküste spanische, und die Küstenabschnitte des heutigen Brasiliens portugiesische Kolonie würden. Bis 1580 brachten die Portugiesen das ganze Land unter Kontrolle. 1549 wurde das heutige Salvador da Bahia (São Salvador da Bahía de Todos os Santos) zur Gemeinde ernannt. Schon zu dieser Zeit wurden Indios aus dem Landesinnern an die Küste gebracht, die die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen im Nordosten verrichten mussten. Wegen harter Arbeit, Jagd und Anfälligkeit der Indios für europäische Krankheiten starben etliche von ihnen. Die Kolonialherren versuchten daraufhin, die verloren gegangene Angestellter mit Sklaven aus Afrika zu ersetzen. 1629 hatten sich die Niederländer in der Nähe des heutigen Recife niedergelassen und 1637 unter Führung von Johann Moritz von Nassau-Siegen diese Anbaugebiete, die folglich wiederum kurz aufblühten, erobert. Bis 1654 stand der Nordosten, v.a. das Gebiet um Pernambuco, unter niederländischer Kontrolle. In der Scharmützel von Guararapes wurden die niederländischen Truppen 1654 abermals vertrieben.
Reiche Barockstädte entwickelten sich im 17. Jahrhundert, als Bandeirantes-Expeditionen das Hinterland erkundeten und benachbart anderen Bodenschätzen auch Gold und Diamanten entdeckten. Im selben Jahrhundert bauten entflohene Sklaven einfache Siedlungen, sogenannte Quilombos, auf. Als in den Quilombos Aufstände gegen die Unterdrückung der Schwarzen ausbrachen, zerstörte man bis 1699 alle Siedlungen wieder. 1763 wurde Rio de Janeiro zur Stadt ernannt, weil sich das wirtschaftliche Zentrum des Landes auf den Süden verlagerte. 25 Jahre später führte der Soldat und Doktor Tiradentes (= der Zahnzieher) einen Aufstand an, der aber scheiterte. 1792 wurde der heutige Nationalheld der Unabhängigkeit Brasiliens hingerichtet. Gleichzeitig begann ein Konflikt mit Spanien, weil die Bandeirantes-Expeditionen die Westgrenze Brasiliens anti der Vereinbarungen verschoben.
König- und Kaiserreich
1807 brachen die französischen Truppen von Napoleon Bonaparte nach Portugal ein, woraufhin der portugiesische König João VI. von einer britischen Konvoi geschützt nach Brasilien (erst Bahia, später Rio de Janeiro) flüchtete und dort zum ersten Mal den bis nachher unnachsichtig verbotenen Außenwirtschaft erlaubte. Mit der Übersiedlung des Königs und des gesamten Hofstaates bekam Brasilien den Status eines gleichberechtigten Mitglieds des Mutterlandes und die Kapitale Rio de Janeiro war echt das Zentrum des damaligen portugiesischen Weltreichs mit Ausnahmefall des französisch besetzten Portugals. 1815, auf dem Wiener Kongress wird Brasilien mit Portugal gleichgestellt. Trotz des Abzugs der französischen Truppen 1815, musste König João VI. 1821 gegen seinen Willen wiederum nach Portugal zurückkehren, um seinen Thronanspruch zu sichern. Er überließ die Herrschaft über Brasilien seinem Familienangehöriger Pedro. Pedro I. erklärte am 7. September 1822 in Sao Paulo, nahe dem Fluss Ipiranga die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal und machte sich am 22. September zum ersten brasilianischen Kaiser. Im gleichen Jahr beginnt die gezielte deutsche Zuwanderung in Brasilien, mit Gründung der ersten Kolonie in Sao Leopoldo in Rio Grande. 1828, nach drei Kriegsjahren gegen Argentinien, löst sich die Provinz Uruguay und erklärt ihre Unabhängigkeit. Drei Jahre später kam es zu einem Militäraufstand wegen dessen König Pedro I. abtrat und die Herrschaft auf seinen fünfjährigen Verwandter Pedro II. übertrug. Pedro I. ging zurück nach Portugal und trat dort als portugiesischer König Pedro IV. das Erbe seines Vaters an.
Regentenzeit
Ein Zusatzpunkt der 1822 geschaffenen Verfassung ermöglicht noch am Tag der Abgang Pedro I. einige Reformen, so wurde die Einsetzung eines einzigen Regenten beschlossen. 1835 spaltete sich nochmal eine Provinz, nämlich Rio Grande, ab. Zu der Zeit gab es eine Reihe von Aufständen, die überwiegend vielen Armen das Leben kostete. Rio Grande konnte nur zehn Jahre eigenständig bleiben.
Zweites Kaiserreich
1840, also noch vor der Volljährigkeit, wurde Pedro II. zum Kaiser gekrönt. Ab 1865 besiegten Brasilien, Uruguay und Argentinien innerhalb von fünf Jahren Paraguay. Zu der Zeit war Kautschuk das Rückgrat der Wirtschaft. Brasilien besaß das Alleinstellung am Markt auf Kautschuk und konnte deshalb durch dessen Absatz große Einnahmen erzielen. Die Sklaverei wurde 1888 von Pedro II. dienstlich abgeschafft. Obgleich Leibeigenschaft schon seither 1853 geächtet wurde, führte das Verbot zu Aufständen von Großgrundbesitzern und der Armee. Am 15. November 1889 ging der Kaiser wegen eines Militärputsches ins Pariser Exil.
Republik und die Zeit der Weltkriege
Die erste brasilianische Republik mit föderativer Verfassung (am 24. Februar 1891) wurde von Marschall Manuel Deodoro da Fonseca als Vereinigte Staaten von Brasilien (República dos Estados Unidos do Brasil) ausgerufen. Der Wohlstand war durch die große Kaffee-Nachfrage behütet und die Wirtschaft konzentrierte sich auf diesen Zweig. In den Ersten Weltkrieg trat Brasilien amtlich auf Seite der Alliierten gegen Deutschland ein, beteiligte sich aber nicht aktiv. In den Kriegsjahren ging die Nachfrage nach Käffchen stark zurück. In den 1920er Jahren forderten große Teile der Bevölkerung ein Ende der Oligarchie. Als dann 1930 die Kaffee-Preise erneut einbrachen, führte Getúlio Vargas, der "Vater der Armen", einen Aufstand an und wurde so Präsident. In den ersten Monaten seiner Regierungszeit wuchs die Wirtschaft Brasiliens spürbar. 1937 wurde die Herrschaft Vargas als "wohlwollender Diktator" festgeschrieben, 1942 erklärte er auf Druck der USA den Bewaffnete Auseinandersetzung gegen die Achsenmächte. Er entsandte eine 25.000 Mann starke Sektion nach Italien, die u. a. in der Schlacht um Monte Cassino eingesetzt wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Vargas von der Streitkräfte abgesetzt.
Zurück zur Demokratie
Schon fünf Jahre später wählte ihn das Volk nochmals zum Präsidenten. Weil sich die USA gegen die sozialistische Politik Brasiliens stellte und folglich Rechte und die Streitkräfte Vargas' Rücktritt forderten, beging er 1954 Selbstmord. Vargas' Nachfolger Juscelino Kubitschek sorgte mit Hilfe der Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) für neue, ausländische Investoren, die die brasilianische Wirtschaft in den späten 1950er Jahren ankurbelten. 1960 wurde dann Jânio da Silva Quadros zum Präsidenten gewählt. Nach seinem Amtsantritt 1961 versuchte er die Abhängigkeit zu den USA zu lösen und den desaströsen Staatshaushalt zu sanieren. Nach nur wenigen Monaten im Amt trat er nochmal zurück, sein Nachfolger wurde der bisherige Vize-Präsident João Goulart, kurz nachdem die neue Kapitale Brasília nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht wurde. Auch Goulart war in der Bevölkerung nicht unumstritten, warum seine Befugnisse in den ersten drei Präsidentschaftswahlen nur eingeschränkt waren.
Militärdiktatur
1963 putschte das Militär und setzte Joao Goulart ab. Das neue Regierungsform unter Marschall Humberto Castelo Branco, unterdrückte die linke Gegenseite und entzog etwa 300 Personen die politischen Rechte. Ein 1965 verabschiedetes Gesetz schränkte die bürgerlichen Freiheiten ein, sprach der Nationalregierung übrige Machtbefugnisse zu und bestimmte die Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten durch den Kongress.
Der ehemalige Kriegsminister Marschall Artur da Costa e Silva, Kandidat der Regierungspartei Wettkampfstätte (Aliança Renovadova National; deutsch: Pakt zur nationalen Erneuerung) wurde 1966 zum Präsidenten gewählt. Die Brasilianische Demokratische Bewegung (MDB, Movimento Democrático Brasileiro), die einzige legale Oppositionspartei, weigerte sich aus Kundgebung einen Kandidaten für die Wahl aufzustellen, weil die Regierung alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten nicht berechtigt hatte. 1966 gewann die Wettkampfstätte auch die National- und Parlamentswahlen. Das Jahr 1968 stand im Zeichen von Studentenunruhen und Streiks. Das Militärregime reagierte mit politischen Säuberungsaktionen und Zensur. Im Aug. 1969 wurde Costa entmachtet. Das Militär bestimmte General Emílio Garrastazú Médici zu seinem Nachfolger, der Konferenz wählte ihn zum Präsidenten. Unter Médici wurden die Repressionen verstärkt und in der Folge nahmen die revolutionären Aktivitäten zu. Der römisch-katholische Klerus erhob seine kritische Stimme immer öfter und prangerte die Bedingungen der armen Bevölkerung an.
1974 wurde General Ernesto Geisel, nach seiner Militärkarriere Präsident der Petrobras, der staatlichen Ölmonopolgesellschaft, zum brasilianischen Präsidenten gewählt. Zwecks der relativen politischen Stabilität und gezielter Förderung der Gewerbe war die Zeit der Militärmachthaber zugleich eine Zeit des Wirtschaftsbooms; etliche Investoren - auch aus Deutschland - haben in den 70er Jahren in Brasilien investiert. So avancierte Sao Paulo zur "größten deutschen Industriestadt außerhalb Deutschlands", was bereitwillig auch in diesen Tagen noch zutrifft.
Anfang der 80er Jahre schwächte die Militärregierung die Unterdrückung deutlich ab, bis schließlich 1985, auch aus Mangel an eigenen Optionen aus dem Militärkader und schon mitten unter einer Starker Konjunkturrückgang mit galoppierender Inflation, freie Wahlen legal wurden.
1980er und 90er Jahre
Der Wahlsieger Tancredo Neves verstarb 1985 unter bis zum heutigen Tag ungeklärten Umständen noch vor seinem Amtsantritt. Im selben Jahr wurde das Wahlberechtigung für Analphabeten eingeführt. 1987 fand man auf Yanomami-Land im Bundesstaat Roraima Gold, was zig illegale Goldgräber zur Folge hatte . Im Im Jahre1988 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die zwar vorsah die Sozialausgaben zu erhöhen, aber weder eine Landreform noch den Schutz der Indios enthielt. Auch 1988 wird der Typ und Umweltschützer Chico Mendes ermordet. 1989 wurde ein erster Umweltschutzplan beschlossen. Die Inflation lag in diesen Jahren bei so weit wie 1000 %. Am 26. April 1991 wurde Mercosur (portugiesisch Mercosul) gegründet. Dieser Gemeinsame Markt des Südens, den die Vereinigte Staaten von AmerikaArgentinien, Paraguay und Uruguay gemeinsam mit Brasilien gründeteten, ist ein Binnenmarkt mit über 230 Mio. Einwohnern, der die Wirtschaft der Mitgliedsländer und dadurch die Stellung Lateinamerikas in der Welt stärken sollte. 1992 fand der UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro statt. Außerdem trat Präsident Fernando Collor de Mello nach Korruptionsvorwürfen von seinem Amt zurück. 1993 konnte die Bevölkerung Brasiliens in einem Volksbegehren über die Staatsform entscheiden. Die Wahl fiel dabei eindeutig auf die Republik. 1994 wurde eine umfassende Währungsreform beschlossen. Durch die neue Währung ("Plano Real" eingeführt von Fernando Henrique Cardoso) endete die Hyperinflation vorerst. Zur weiteren Altlastensanierung des Haushalts beschließt das Abgeordnetenhaus zwar die Liberalisierung von Staatsmonopolen, lehnt eine Verfassungsänderung allerdings ab. 1999 wird Fernando Henrique Cardoso wieder zum Präsidenten gewählt, dessen ungeachtet das Land in einer wirtschaftlichen Zwangslage steckte, auch der Real wurde wiederholt abgewertet.
Das neue Jahrtausend
In den nächsten beiden Jahren konnte sich die Wirtschaft wiederum erholen. Von 2002 bis 2006 stieg der Real gegenüber dem Euro, welches dem Kapitalexport Brasiliens in diesem Periode nicht schadete. Seitdem 2003 ist Luiz Inácio Lula da Silva von der PT Präsident Brasiliens. Er hat soziale Programme wie "Null Hunger" (Fome Zero) oder eine Landreform als Ziele propagiert. Zahlreiche Unterstützer werfen ihm aber vor sie sondern einer (immerhin erfolgreichen) liberalen Wirtschaftspolitik zu vernachlässigen. 2004 führte Brasilien zum ersten Mal in seiner Geschichte UN-Friedenstruppen an, das Militär entsandte 1.470 Soldaten nach Haiti.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Brasiliens, Zeittafel Brasilien
Politik
Brasilien wurde 1964 bis 1985 vom Militär regiert. In dieser Zeit litten an erster Stelle die Indios unter Menschenrechtsverletzungen, die Wirtschaft wurde zwar unterstützt, gleichzeitig wurden jedoch große Prestigeprojekte (Transamazonica, Itaipu, AKW in Angra dos Reis, zig Autobahnen) durchgeführt. Zurück blieben Schulden (zwischenzeitlich hatte Brasilien höhere Auslandsschulden als alle anderen Staaten der Welt) und Staatsbetriebe, die monetär am Ende waren.
Die Verfassung aus dem Im Jahre1988 gewährt der Bundesregierung weitgehende Befugnisse. Der Präsident wird für eine Amtsdauer von vier Jahren direkt vom Volk gewählt. Seit 1998 kann er einmal wiedergewählt werden. Er besitzt eine weit reichende exekutive Gewalt, ist Vorsitzender und Regierungschef und stellt das Kabinett zusammen.
Nach einer Übergangsbestimmung wurde 1993 ein Volksabstimmung über die Staats- (Monarchie oder Republik) und Herrschaftsform (Präsidial- oder parlamentarisches System) abgehalten. Die Bevölkerung entschied mit jeweilig großer Majorität (87 % bzw. 69 %) für die Republik und ein Präsidialsystem. Im vierten Versuch wurde Luiz Inácio Lula da Silva, genannt Lula, 2002 zum Präsidenten gewählt.
Politische Probleme Brasiliens sind schwache Parteien ohne apodiktisch begründete Programme. Diese bilden Koalitionen, die nie lange halten, somit müssen Gesetze meist durch Absprachen verabschiedet werden. Mehrere kleine Parteien und Korruption (1992 wurde der damalige Präsident Fernando Collor de Mello aus diesem Grund des Amtes enthoben) führen zu einer politisch sehr unstabilen Lage und zu einer beinahe zur Untätigkeit verdammten öffentlichen Verwaltung. Auch der überwiegend beim einfachen Volk beliebte Präsident Lula da Silva musste sich mit seiner Parteiführung unlängst Korruptionsvorwürfen stellen, die nicht ausgeräumt wurden.
Brasilien empfängt jährlich etwa 376 Mio. US-Dollar Entwicklungshilfe, den Großteil stellen Japan und die EU-Länder zur Verfügung.
Das brasilianische Parlament, der Nationalkongress oder Congresso Nacional, besteht aus zwei Kammern:
- Der föderative Senat oder Senado Federal setzt sich aus 81 Abgeordneten zusammen, von denen jedes Mal drei aus jedem der Bundesstaaten entsendet werden.
- Die Senatsabgeordneten werden nach dem Mehrheitswahlrecht für Amtsperioden von acht Jahren bestimmt.
- Neben dem Senat gibt es die Abgeordnetenkammer oder Câmara dos Deputados mit 513 Sitzen, deren Mitglieder nach dem Verhältniswahlrecht für Amtsperioden von vier Jahren gewählt werden.
Nach den Wahlen von 2002 haben sechs Parteien den Einzug in die Abgeordnetenkammer geschafft, stärkste Kraft ist die Partido dos Trabalhadores mit 18 %. Im Senat sind anliegend vier großen Parteien ebenso eine Reihe geringer Gruppen vertreten. Die meisten Senatsabgeordneten (jeweils 23 %) gehören der Partido do Movimento Progressista und der Partido da Frente Liberal an.
Aktuelle Politik
Die Wahl 2002, die in einem klaren Sieg der sozialistischen Arbeiterpartei PT endete, hatte einen hohen Stellenwert für die Entwicklung der noch jungen Demokratie, denn erstmalig wurde ein größerer Machtwechsel vollzogen. Im ersten Jahr der Regierung gelang eine wirtschaftliche Stabilisierung, der wiederum einsetzenden Preissteigerung und anderen Problemen wurde konsequent versus gewirkt. Auch eine Rentenreform wurde gegen Demo aus den eigenen Reihen beschlossen. Der Kleinkrieg gegen die Armut wird zurzeit mit verschiedenen Programmen angegangen. Antiamerikanismus ist in weiten Bevölkerungsteilen stark ausgeprägt. Mehrere Brasilianer betrachten die US-Politik als „neoimperialistisch“ oder immerhin „hegemoniell“ und befürchten eine zu starke Einflussnahme der USA auf Lateinamerika. Besonders kritisch werden daher auch die amerikanischen Versuche betrachtet, eine gesamtamerikanische Freihandelszone zu errichten. Lula setzt sich seinerseits für ein starkes Lateinamerika ein und geht auf vorsichtige Distanz zur amerikanischen Politik. In der bisherigen Außenpolitik wurde ein offener Streit mit den USA aber vermieden. Gleichzeitig distanziert sich Lula auch vom stark linksgerichteten Kurs des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez.
Die schwerste Schlimmer Zustand der Wahlperiode durchlebte die Regierung Lulas im Warme Jahreszeit 2005. Der PTB, Koalitionspartei in der Regierung, wurde Korruption vorgeworfen, was deren Vorsitzender Roberto Jefferson massiv bestritt und ähnliche Vorwürfe gegen zwei weitere Regierungsparteien richtete. Sie würden ein Monatsgeld erhalten und dann den Gesetzesvorschlägen kollektiv zustimmen. Finanziert werde das angeblich durch Stiften großer Unternehmen, die dafür Staatsaufträge in Empfang nehmen hätten. Danach nahmen die Polente und Untersuchungsausschüsse des Kongresses Ermittlungen auf, die immer mehr finanzielle Nebengeschäfte der Charakter aufdecken konnten. Dutzende Charakter - auch Charakter des Präsidenten und Minister der Regierungsparteien, speziell des sich bis nachher als "sauber" präsentierenden PT - legten ihr Order im Konferenz nieder. Auch wenn eine persönliche Verwicklung bislang nicht geprüft werden konnte, litt das Ansehen des Präsidenten stark unter den Vorwürfen. Reformen zum Wahl- und Parteifinanzierungssystem wurden in Angriff genommen, aber noch nicht beschlossen.
Parteien
Im Senat sind u. a. folgende Parteien vertreten:
- Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB): zentralistische Ausrichtung, Gründung: 1979
- Partido da Frente Liberal (PFL): liberale Ausrichtung, Gründung: 1984
- Partido dos Trabalhadores (PT): Arbeiterpartei, Gründung: 1980
- Partido da Social Democracia Brasileiro (PSDB): sozialdemokratische Ausrichtung, Gründung: 1988
In der Abgeordnetenkammer sind diese sieben Parteien, anliegend einer Reihe weniger bedeutend Gruppen, vertreten: PT, PFL, PMDB, PSDB, Partido Progressista Brasileiro (PPB), Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) und Partido Liberal (PL).
Wichtige Parteien des letzten Jahrhunderts, die mittlerweile aufgelöst sind:
- Partido Comunista Brasil (PCB): kommunistische Ausrichtung, Gründung: 1922, Auflösung: Ende der 1980er Jahre
- União Democrático Nacional (UDN): gemäßigt konservative Ausrichtung, Gründung: 1945, Auflösung: 1965
- Aliança Renovadora Nacional (ARENA): vom Militär kontrollierte Partei, Gründung: 1966, Auflösung: 1979
- Movimento Democrático Brasileiro (MDB): gegen die Militärregierung gerichtet, Gründung: 1966, Auflösung: 1979
Militär
Nach den Jahrzehnten der Militärdiktatur herrscht in Politik und Bevölkerung eine gewisse Vorsicht gegenüber den Streitkräften. Daher ist die Truppenstärke eher gering, wenn man die Einwohnerzahl und die Größe Brasiliens betrachtet. Darüberhinaus sieht sich das Land keiner wirklichen äußeren Bedrohung gegenüber. Die lateinamerikanischen Neue Welt sind untereinander militärisch verbündet, was Sicherheit und Stabilität in der Region festigt. Besonders steht Brasilien mit allen Nachbarstaaten in einem freundschaftlichen Verhältnis. Auch auf internationaler Ebene unterhält das Land gute Beziehungen mit den meisten anderen Neue Welt der Welt. Das macht ein starkes Militär zur Zeit nicht erforderlich.
Es besteht eine allgemeine Wehrpflicht für wehrfähige Männer über 18 Jahren. Der Etat des Verteidigungsministeriums liegt bei über 9,5 Milliarde US-Dollar.
Mit etwa 190.000 Mann ist das Heer die ungleich größte Teilstreitkraft Brasiliens. Während die Infanterie gut ausgerüstet ist, mangelt es aber an Maschinerie. Mit etwa 500 Kampfpanzern und 1500 gepanzerten Fahrzeugen wäre das Land im Ernstfall kaum in der Lage, das weite und schwer zugängliche Hinterland zu sichern. In Friedenszeiten wird die Streitkräfte auch zum Katastrophenschutz und Rettungsdienst, sowie für wissenschaftliche Dienste (auf der Antarktis-Forschungsstation Comandante Ferraz) eingesetzt. Innerstaatliche Bedrohungen, wie Kriminalität oder Terrorismus sind in Brasilien ausschließlich Sache der Polizeikräfte; das Heer wird für solche Aufgaben nicht herangezogen.
Die Luftwaffe beschäftigt 73.500 Personen (2005) und ist damit die größte in Lateinamerika. Ihr kommt in Brasilien eine hohe Bedeutung zu, da sie und für die riesigen Landflächen und für weite Seegebiete am günstigsten geeignet ist. Daher ist die Luftwaffe sehr modern ausgestattet. Flugzeuge und Flieger stammten meist aus den USA oder aus Europa; neuere Anschaffungen kommen gehäuft vom brasilianischen Flugzeugbauer Embraer, um das Militär unabhängig von ausländischen Importen zu machen.
Auch die Marine ist modern und gut ausgerüstet. Durch das große Flusssystem, das sich bis weit ins Landesinnere erstreckt, ist die Marine auch im Inland einsetzbar. Sie besitzt daher diverse Patrouillenboote und leichte Kampfschiffe, die die Binnengewässer sichern. In dieser Funktion unterstützt die Marine auch das brasilianische Heer und besitzt Amphibienfahrzeuge und wenn schon Kampfpanzer. Für den Einsatz auf hoher See stillstehen zig Kampfschiffe zur Verfügung, sowie einige modifizierte U-Boote aus deutscher Fabrikation. Brasilien unterhält außerdem einen Flugzeugträger samt Ausstattung. Es handelt sich dabei aber eher um ein Prestigeobjekt, das die Vormachtstellung Brasiliens im lateinamerikanischen Raum unterstreichen soll.
Auch die Rüstungsindustrie ist gut entwickelt. Brasilien ist der fünftgrößte Waffenexporteur der Welt. Während der Militärdiktatur bestand ein langjähriges, geheimes Kernwaffenprojekt. Deutschland war Brasiliens wichtigster Partner auf dem Gebiet der (friedlich genutzten) Atomenergie und unterstützte das Land u. a. mit der Anlieferung von Kernreaktoren und Betriebsanlagen zur Uran-Anreicherung. Wie viel deutsches Kenntnis tatsächlich in das Kernwaffenprogramm floss, und ob die deutsche Regierung über das brasilianische Atomprojekt wusste, lässt sich allerdings nur schwer sagen. Wahrscheinlich gab es auch eine Zusammenarbeit mit Argentinien, das auch ein geheimes Atomprogramm unterhielt. In den 80er Jahren war das Kernwaffenprojekt schon sehr hoch entwickelt und man nimmt an, dass Brasilien kurz vor der Die Bombe stand.
Aber mit dem Übergang in die Volksherrschaft hat Brasilien schließlich auch das Vorhaben aufgegeben, Nuklearenergie für militärische Zwecke zu nutzen. Die offizielle Aufgabe des Atomwaffenprogramms erfolgte 1998 mit der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags.
Im Jahr 2004 übernahm das Land zum ersten Mal in seiner Geschichte eine größere Verantwortung und Rolle angemessen einer UN-Friedensmission in Haiti. 1.470 Soldaten sind in dem Karibikstaat stationiert und im Juli 2004 hat Brasilien die Führung der internationalen Truppen übernommen.
Bildungswesen und Wissenschaft
Die Alphabetisierungsrate des Landes liegt 2003 bei 88,4 %, das Schulabgangsalter bei 16 Jahren. Die Schule zu besuchen, ist in Brasilien Pflicht. In die Bildung fließt ein ähnlich großer Teil des Bruttosozialprodukts wie in Europa; in absoluten Löhnen ist das brasilianische Bildungsbudget etwa so groß wie das deutsche (2004). In Brasilien teilt sich diese Summe jedoch auf eine reichlich doppelt so große und durchschnittlich wesentlich jüngere Bevölkerung auf. Die staatlichen Schulen genießen einen schlechten Ruf. Deshalb entsenden pekuniär besser gestellte Erziehungsberechtigte ihre Bälger auf private Schulen. Diese unterscheiden sich von der Höhe des Schulgeldes und der Qualität des Unterrichts erheblich.
In 150 Universitäten werden fast 2,8 Mio. Studenten unterrichtet. Etwas reichlich die Hälfte der Hochschulen sind staatlich. Sie sind für alle Volk mit qualifizierendem Schulabschluss nach einer Aufnahmeprüfung frei zugänglich und gebührenfrei. Die privaten Hochschulen finanzieren sich über unterschiedlich hohe Studiengebühren. Entsprechend schwankt ihre Ausstattung und die Qualität der Lehre. An den staatlichen Hochschulen werden zweimal jährlich einheitliche und offizielle Aufnahmeprüfungen, sogenannte vestibulares, durchgeführt. Die Bewerberzahl übersteigt meist bedeutend die Anzahl der vorhandenen Studienplätze. Mensch bereiten sich deshalb nach dem Abitur oft mit sogenannten cursinhos auf das vestibular vor, die von privaten Bildungseinrichtungen angeboten werden und dementsprechend gebührenpflichtig sind. Wer im vestibular keinen Studienplatz erhält, hat die Möglichkeiten, bis zum nächsten Halbjahr zu warten und das vestibular nochmals zu zu Potte kommen oder auf einer der privaten Hochschulen zu studieren.
Bekannt sind die brasilianischen Forschungen zur Anwendung regenerativer Energien, die beispielsweise beim Bau des Wasserkraftwerks Itaipú (Vorbild des Dreischluchtendamms) Anwendung fanden. Auch der Motorenbau verdient Beachtung: Das erste Auto mit Alkoholmotor lief 1979 in Brasilien vom Band und der Ing. Vincente Camargo entwickelte im Anno 2005 den ersten Alkoholmotor (Methanol) für Flugzeuge, welches von der Flugzeugbaufirma (Neiva-Embraer) als erstes erprobt wurde. Die Lehre in der Fliegerei findet traditionelle besondere Beachtung in Brasilien. Alberto Santos-Dumont - nach dem der nationale Luftverkehrszentrum in Rio de Janeiro benannt ist - führte die weltberühmten Luftschiffflüge um den Eiffelturm durch. Er zeigte seine ersten Luftschiffe 1898 in Paris, benutzte dabei die ersten Sicherheitsgurte, erwähnte 1902 als Mensch die Funktion eines Flughafens, demonstrierte bei einem Flugreise 1904 die erste Fliegeruhr, eröffnete 1905 das erste Luftfahrtmuseum in Paris, absolvierte 1906 die ersten beglaubigten und öffentlichen Motorflüge in Kleinigkeit und entwickelte das erste Motorflugzeug nach dem Modell Plano esporte 1909. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton bezeichnete ihn als "Vater der Luftfahrt".
2004 wurden in Brasilien 21.742 Patente angemeldet, davon herkommen 50 % von brasilianischen Personen bzw. Unternehmen.
Gesundheit
| Gesundheit (Daten von 2005) | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lebenserwartung (in Jahren) | 66 (m) / 73 (w) | ||||||||||
| Kindersterblichkeit | 3,9% (m) / 3,2% (w) | ||||||||||
| Auflage für Gesundheit | 7,9% des BSP | ||||||||||
| Aids-Tote (2003) | 15.000 | ||||||||||
| Gemeldete AIDS-Neuerkrankungen (2003) | 25.123 | ||||||||||
| Quelle: Weltgesundheitsorganisation, UNAIDS | |||||||||||
Da dem staatlichen Gesundheitswesen nur wenig Geld zur Verfügung steht, sind jede Menge Krankenhäuser stark renovierungsbedürftig und veraltet. Obschon nur 15 % der Auflageziffern für Gesundheit in die Prävention fließen, konnte die Säuglingssterblichkeit seither 1970 um zwei Drittel gesenkt werden. Ein Arzt betreut im Schnitt 633 Patienten, 87 % der Bevölkerung erhalten sauberes Trinkwasser. Die häufigsten Todesursachen sind Herzerkrankungen, Krebs, aber auch Unfälle und Gewalt.
Anfang des Jahrzehnts verklagten Pharmakonzerne aus der ganzen Welt den Staat wegen Patentrechts-Verletzungen. Zu Grunde lag die Forderung der brasilianischen Regierung, die teuren ausländischen Medikamente zu verbilligen und somit auch den erkrankten Brasilianern zugänglich zu machen, die sich die entsprechenden Medikamente nicht leisten können. Da die Konzerne dieser Forderung nicht nachkamen, stellte Brasilien für über 100.000 der mittlerweile etwa 660.000 HIV-Infizierten kostenlose AIDS-Medikamente zur Verfügung. 2001 wurde die Klage jedoch fallengelassen. 2005 kam es zu einem ähnlichen Streit zwischen Brasilien und der US-Pharmaindustrie.
Außenpolitik
Brasilien ist Typ u.a. folgender internationaler Organisationen:
- Vereinte Nationen (seit 1945)
- Organisation Amerikanischer Staaten (port. Organização dos Estados Americanos, OEA)
- Mercosul
- Gruppe der Zwanzig
- Gruppe der Zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer
- Bewegung der blockfreien Staaten
- Iberoamerika-Gipfel
- Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder
- Rio-Gruppe
- Südamerikanische Staatengemeinschaft (hervorgegangen aus dem Südamerika-Gipfel)
Anliegend einer Verbesserung der Verhältnisse zu Mexiko, Konkurrent im Schlacht um die Herrschaft in Lateinamerika, erreichte Präsident Lula in seiner Amtszeit eine gute Geschäftsbeziehung mit Venezuela. U. a. bot er Vermittlung im Streit mit Kolumbien an.
Innere Sicherheit
Die Kriminalitätsrate Brasiliens ist im Vergleich zum weltweiten Durchschnittswert relativ hoch. Jährlich sterben in Brasilien an die 50 000 Leute durch Mord oder Totschlag. Die Bullerei hat zuvor in den Städten mit Morden, Entführungen, Raubüberfällen und Drogenkriminalität zu kämpfen. Das Polizistengehalt ist niedrig, warum die brasilianische Freund und Helfer als besonders anfällig für Bestechung gilt. Es ereignen sich des Weiteren jede Menge Fälle, in denen Polizeiangehörigen Autoritätsmissbrauch bis hin zu Erpressung und Mord vorgeworfen wird. Auch innerhalb der Justizgewalt ist Bestechlichkeit weit verbreitet. Gefängnisaufstände in den völlig überfüllten Haftanstalten sind fast an der Tagesordnung. Das Leben der Kleinbauern und Indios auf dem Land ist durch Konflikte mit Großgrundbesitzern gefährdet.
In den letzten Jahren wurden des Öfteren auch Fußballer und ihre Familienmitglieder entführt. Berühmte Beispiele sind Robinhos Mutter Yachthafen de Souza und der Familienangehöriger des Weltfußballers 1994 Romario.
Um die hohe Zahl an Gewaltopfern zu verringern wurde im Januar 2004 ein Gesetz vorgeschlagen, das den privaten Waffenbesitz verbieten sollte. Dieser Gesetzesvorschlag ist 2005 per Volksreferendum abgelehnt und deshalb ausgesetzt worden.
Administrative Gliederung
Brasilien ist in 26 Bundesstaaten und einen Bundesdistrikt (Distrito Federal) gegliedert. Diese sind administrativ in fünf Regionen aufgeteilt:
- Norden (Região Norte):
Bundesstaat Hauptstadt Acre (AC) Rio Branco (207.300 EW) Amapá (AP) Macapá (189.100 EW) Amazonas (AM) Manaus (1.138.200 EW) Pará (PA) Belém (1.167.800 EW) Rondônia (RO) Porto Velho (318.900 EW) Roraima (RR) Boa Vista (174.100 EW) Tocantins (TO) Palmas (100.000 EW)
- Der Norden macht 45,27% der Fläche Brasiliens aus. Gleichzeitig ist es die Region mit den wenigsten Einwohnern. Der Nordwesten ist industriell vergleichsweise wenig entwickelt und nicht sehr gut erschlossen. Dafür beherbergt er mit dem Amazonasbecken das größte Ökosystem der Erde.
- Nordosten (Região Nordeste):
Bundesstaat Hauptstadt Alagoas (AL) Maceió (703.100 EW) Bahia (BA) Salvador (2.262.700 EW) Ceará (CE) Fortaleza (1.917.200 EW) Maranhão (MA) São Luiz (776.000 EW) Paraíba (PB) João Pessoa (551.600 EW) Pernambuco (PE) Recife (1.329.800 EW) Piauí (PI) Teresina (670.700 EW) Rio Grande de Norte (RN) Natal (668.100 EW) Sergipe (SE) Aracaju (437.500 EW)
- Knapp ein Drittel der Brasilianer leben im Nordosten. Die Region ist kulturell sehr vielseitig. Sie ist geprägt von der portugiesischen Kolonialherrschaft, von der afrikanischen Kultur der ehemaligen Sklaven und nicht zuletzt von indianischen Einflüssen.
- Mittelwesten (Região Centro-Oeste):
Bundesstaat Hauptstadt Goiás (GO) Goiânia (1.000.000 EW) Mato Grosso (MT) Cuiabá (465.100 EW) Mato Grosso do Sul (MS) Campo Grande (601.700 EW) Distrito Federal Brasília (1.737.800 EW)
- Die Region verdankt ihre Bedeutung erstens ihrem Reichtum an Rohstoffen. Dennoch ist der Mittelwesten nicht besonders gut erschlossen. Es werden aber intensive Bemühungen unternommen, die Region zu stärken, u.a durch die Verlegung der Gemarkung nach Brasília.
- Südosten (Região Sudeste):
Bundesstaat Hauptstadt Espírito Santo (ES) Vitória (275.200 EW) Minas Gerais (MG) Belo Horizonte (2.097.300 EW) Rio de Janeiro (RJ) Rio de Janeiro (5.606.500 EW) São Paulo (SP) São Paulo (10.017.800 EW)
- Im Südosten leben mehr Leute als in jedem anderen südamerikanischen Land. Mit den Ballungsräumen São Paulo und Rio de Janeiro ist diese Region der wirtschaftliche Motor des Landes.
- Süden (Região Sul):
Bundesstaat Hauptstadt Paraná (PR Curitiba (1.408.500 EW) Rio Grande do Sul (RS) Porto Alegre (1.295.900 EW) Santa Catarina (SC) Florianópolis (277.200 EW)
- Der Süden ist die kleinste Region Brasiliens. Die klimatischen Verhältnisse erfüllen etwa denen Südeuropas. Die Region ist zusammen mit São Paulo die wohlstandsreichste Brasiliens und zeigt deutliche kulturelle Einflüsse von deutschen und italienischen Einwanderern, die sich bevorzugt in diesem Gebiet niederließen. Ca. 85% der Bewohner sind Weiße.
Bundesdistrikt
Während des brasilianischen Kaiserreichs war Rio de Janeiro Kapitale Brasiliens und hatte den Status Município Neutro (Neutrale Stadt), was undeutlich einem Hauptstadtdistrikt gleichzusetzen ist. Mit der Zubereitung des Bundesstaats und der einhergehenden Metabolismus der Provinzen in Bundesstaaten wurde 1889 aus dem Município Neutro ein Distrito Federal (Bundesdistrikt). 1960 wurde die Gemeinde nach Brasília verlegt, ebenso der Distrito Federal. Der Sonderdistrikt um Rio de Janeiro war provisorisch in den Bundesstaat Guanabara umgewandelt, bis Guanabara 1975 in den Bundesstaat Rio de Janeiro eingegliedert wurde.
Der Distrito Federal hat eine besondere Bedeutung. Er ist in der Verfassung festgeschrieben und ist direkt der brasilianischen Regierung unterstellt.
Infrastruktur
Verkehrsnetze
Straßenverkehr
Das Fernstraßennetz Brasiliens ist mit etwa 2 Mio. km das zweitlängste der Welt, annähernd 200.000 km sind gepflastert. Der brasilianische Name für Fernstraße ist Rodovia. Annahmen zu Folge entgegennehmen jährlich über 1,2 Milliarde Reisende den Weg über die Fernstraßen, nur 80 Mio. fliegen. Es herrscht Rechtsverkehr. Der Name der Fernstraßen führt zurück auf den Bundesstaat, wo sie liegen, und die Richtung, in die sie verlaufen. Ein Ausreißer sind Fernstraßen, die nach Brasília führen:
- Fernstraßen mit den Nummern 000-099 führen nach Brasília
- Fernstraßen mit den Nummern 100-199 verlaufen von Norden nach Süden
- Fernstraßen mit den Nummern 200-299 verlaufen von Westen nach Osten
- Fernstraßen mit den Nummern 300-399 verlaufen diagonal (von Nordwest nach Südost oder von Nordost nach Südwest)
- Fernstraßen mit den Nummern 400-499 sind unwichtigere Verbindungen. Sie verbinden meist nur eine Stadt mit einer größeren Fernstraße in der Nähe.
So liegt beispielsweise die Schnellstraße SP-280 im Bundesstaat São Paulo und verläuft von West nach Ost. Bei ihrem offiziellen Namen sind einige Straßenverbindungen auch noch nach berühmten Persönlichkeiten benannt.
Fernverkehr
Die Bahnverbindungen wurden ausgedünnt, aber es besteht noch ein Schienennetz von fast 30.000 km Länge. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Vehikel für den wirtschaftlichen Aufschwung besonders wichtig. Mit dem rasanten Ausdehnung des Straßennetzes verlor sie diese herausragende Stellung. Mittlerweile hat die in Brasilien nur noch geringe bis gar keine Bedeutung mehr. Güterverkehr wird mit LKWs oder Schiffen abgewickelt; für den öffentlichen Personenfernverkehr werden typischerweise Busse verwendet. Auf Strecken durch die malerische Berglandschaft verkehren noch nostalgische Lokomotiven, die als touristische Attraktionen dienen.
Die Busverbindungen sind im Gegensatz zu den Bahnverbindungen sehr gut ausgebaut. Busse verkehren zwischen allen größeren Städten in regelmäßigen Intervallen und auch zwischen kleineren Städten einigermaßen zuverlässig. Es gibt verschiedene Preisklassen vom einfachen Reisebus bis hin zum vollklimatisierten Bus mit Fernsehern und Reisebegleitern. Wegen der sehr großen Entfernungen werden auch Flugreisen innerhalb Brasiliens immer wichtiger. Allerdings sind die Kosten für die meisten Brasilianer zu hoch, so dass sie auch lange Aufbrechen mit dem Bus unternehmen. Es einrichten sich aber immer mehr Fluggesellschaften, die nach Vorbild europäischer Billigfluglinien erschwingliche Flüge innerhalb des Landes anbieten. Der größte Flugplatz des Landes ist Aeroporto de Cumbica in Guarulhos bei São Paulo mit jährlich fast 13 Mio. Passagieren.
Schiffsverkehr
Die Binnenschifffahrtswege haben generell eine Länge von rund 50.000 km. Die Handels- und Frachtflotte besteht aus etwa 475 Schiffen. Die größten brasilianischen Häfen liegen in Belém, Fortaleza, Ilheus, Imbituba, Manaus, Paranagua, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Rio Grande, Salvador, Santos und Vitória.
Telekommunikation
In Brasilien gab es 2005 39 Mio. Telefone, was einen Anstieg um 20 Mio. Betriebsanlagen im Vergleich zu 1997 bedeutet. Außerdem sind etwa 80 Mio. Mobiltelefone im Umlauf. Auch hier ist der Anstieg zu 1997 (4 Mio. Mobiltelefone) deutlich. Das Telefonsystem funktioniert gut. Ortsgespräche sind partiell kostenlos. Es bestehen drei Koaxial-Tiefsee-Kabel, national ist das Funk-Relais-System gut ausgebaut, auch das Satellitensystem funktioniert gut.
Energie
Pipelines mit reinem Erdöl haben in Brasilien eine Länge von knapp 3.000 km, Erdöl-Produkte werden in einem Pipeline-Netz mit einer Länge von knapp 5.000 km transportiert und die Erdgasleitungen haben alles in allem eine Länge von etwa 4.250 km..
Wirtschaft
| wirtschaftliche Indikatoren | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BIP (Atlas) | 552,7 Mrd. US-$ (2005) | ||||||||||
| BIP pro Birne | 3090 US-$ (2005) | ||||||||||
| BSP | 604,9 Mrd. US-$ (2005) | ||||||||||
| Wirtschaftswachstum | 5,2% (2004) | ||||||||||
| Geldentwertungsrate | 5,8% (2003) | ||||||||||
| Arbeitslosenrate | 9-10% (2004) | ||||||||||
| Armutsrate | 22% (2005) | ||||||||||
| wirtschaftliche Struktur (2004) | |||||||||||
| Ackerbau | 10,4% | ||||||||||
| Branche | 40,0% | ||||||||||
| Dienstleistungen | 49,6% | ||||||||||
| Bilanzen (2004) | |||||||||||
| Exporte | 109 Mio. US-$ | ||||||||||
| Importe | 80,1 Mio. US-$ | ||||||||||
| Nettoeinkommen | -20,5 Mio. US-$ | ||||||||||
| Zahlungsbilanz | 11,7 Mio. US-$ | ||||||||||
| Quelle: Weltbank | |||||||||||
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Brasiliens ist das größte aller Länder in Amerika, es sei denn der USA. Damit liegt Brasilien selbst vor dem Industrieland Kanada. Diese Ausgeben sind überwiegend der großen Bevölkerung zu verdanken. Rechnet man aber das BIP auf die Einwohnerzahl um, erhält man einen geringeren Rang. Etwa 40% des BIP wird von der Industriezweig erwirtschaftet, knapp die Hälfte vom Dienstleistungssektor. Die Ackerbau trägt nur noch zu etwa einem Zehntel bei. Die wichtigsten Ausfuhrartikel sind Apparaturen (darunter Autos und Flugzeuge), Stahl, Metall und Zinn, sowie Kaffee, Soja, Zucker und Fleisch.
Brasilien wird generell ein großes ökonomisches Potenzial zugeschrieben. Das liegt u. a. an der fortgeschrittenen Industrialisierung, politischer Stabilität und an der großen Menge an Rohstoffen, speziell gewaltiger Vorkommen an Eisen. Ebenso stärkt die südamerikanische Zollunion Mercosul den Markt in Lateinamerika und eröffnet auch der brasilianischen Wirtschaft weitreichende Möglichkeiten. Nahe den lateinamerikanischen Amerika sind die USA und die Europäische Union die wichtigsten Handelspartner. Im Außenhandel gewinnt aber auch die Volksrepublik China steigernd an Bedeutung.
Wirtschaftliche Entwicklung
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung zuerst vom Ausfuhr von Agrarprodukten. Dann gab es zufolge der beginnenden Industrialisierung des Landes einen zunehmenden Mangel an Arbeitskräften, der nach der Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1888 noch weiter verschärft worden war. Dies lockte eine große Zahl von Einwanderern an, die größten Gruppen unter ihnen waren nahe Portugiesen und Spaniern, Deutsche, Italiener, Polen und Japaner.
Während des ersten Weltkriegs geriet das Land, weil die wichtigsten Export-Artikel (Kaffee, Zucker, etc.) von einem enormen Deflation betroffen waren, in eine wirtschaftliche Krise. Hilfe kam mit Kapital und Immigranten aus Großbritannien. Mit Ausnahmefall des ersten Weltkriegs konnte die Wirtschaft und auch das Verkehrsnetz in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhundert stetig wachsen.
1917 kam es zu ersten großen Streikwellen in São Paulo und Rio de Janeiro, auf die die Regierung mit Unterdrückung reagierte. In den 1920er Jahren bildeten sich Arbeiterparteien und Gewerkschaften, doch dies führte nicht zu einer stärkeren Stellung im Staat, da sie keine Vertretung in oberen Anhäufen hatten. Auch die Leutnantbewegung Tenentismo ab 1922 konnte daran nichts ändern, da Versuche einer Umwälzung scheiterten.
Ein aktuelles Problem der brasilianischen Wirtschaft ist die steigende Urbanisierung und Immigration der Landbevölkerung in die Städte. Allein in Brasilia steigt sie jährlich um 3 %, was in den Armenvierteln katastrophale Auswirkungen hat.
Mit großen, gut entwickelten Landwirtschafts-, Bergbau-, Produktions-, und Dienstleistungssektoren auf der einen Seite und einem großen Vorrat an Arbeitskräften auf der anderen ist die brasilianische Wirtschaft dieser Tage die kräftigste Südamerikas und gewinnt auf dem Weltmarkt an Bedeutung. Die wichtigsten Exportprodukte sind Kaffee, Kakao, tropische Früchte, Sojabohnen, Zucker und Eisenerz. 40 % der brasilianischen Agrarausfuhren gehen in die EU, 17 % in die USA.
Auf den meist von „Zuckerbaronen“ beherrschten Zuckerrohrplantagen herrschen äußerst schlechte Bedingungen. Volk arbeiten z. T. in sklavenähnlichen Verhältnissen in riesigen Monokulturen.
Zu den größten Herausforderungen für die brasilianische Wirtschaft zählen nach wie vor die Inflation und die Kluft zwischen einer wohlhabenden, gut ausgebildeten Bevölkerungsminderheit und der schlecht ausgebildeten Mehrheit, die größtenteils am Rande des Existenzminimums lebt. Es gibt eine große Bewegung von Landlosen, die Movimento dos sem terra (MST), die für eine Landreform kämpfen.
Wichtige brasilianische Unternehmen sind: Petrobras (Erdöl), Companhia Vale do Rio Doce (Bergbau), Gerdau (Metallverarbeitung), AmBev (Getränke), Embraer (Flugzeugbau), Norberto Odebrecht (Baugewerbe), Sadia (Lebensmittel). Auch große ausländische Unternehmen wählten Brasilien zum Fokus ihrer südamerikanischen Aktivitäten, so der Volkswagen-Konzern, Nestlé, Parmalat oder Autolatina, die brasilianische Angehöriger des Fiat-Konzerns.
Bodenschätze
Folgende Rohstoffe werden in Brasilien abgebaut: Eisen, Mangan, Kohle, Bauxit, Nickel, Erdöl, Zinn, Silber, Diamanten, Gold, Erdgas, Uran. Täglich werden 1,5 Mio. Barrel Erdöl gefördert, Uran ist im Landesinnern vorhanden, der Bauxit-Tagebau verschmutzt die Flüsse und gefährdet so die Umwelt. Brasilien ist der weltgrößte Lieferant für Eisen. Die Vorkommen sollen den Eisenbedarf der Erde für die nächsten 500 Jahre decken. Darüberhinaus abstammen etwa 60% aller verarbeiteten Edelsteine (ausgenommen Diamanten) aus Brasilien.
Tourismus
Der Reisebranche ist in Brasilien noch nicht sehr bedeutend und macht nur etwa 0,5 % des Bruttosozialprodukts aus, der weltweite Mittelwert liegt bei 10 %. Die jährliche Besucherzahl liegt bei etwa 4,8 Millionen. Beliebt sind erst einmal die Strände und der Fasching von Rio de Janeiro, die Ort Brasília, das Amazonasbecken, der Nordosten mit seinen Stränden und Kultur und die Wasserfälle von Iguaçu. Die relativ geringe Anzahl an Touristen (auf einen Typ kommen in Brasilien 37 Einheimische, in Deutschland nur etwa 4,6) ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Die Infrastruktur muss ausgebaut werden. Die In- und Auslandflüge sind teuer, da es vollkommen Land noch manche Charterflüge gibt. Der Nordosten, sehr beliebt bei den Inlandtouristen, wird langsam von den Europäern entdeckt. Nicht nur die Natur und die reiche Kultur an Stelle auch die Entfernungen spielen eine Rolle. Fortaleza, zum Beispiel, liegt ca. 7 Flugstunden von Lissabon und ca. 8 Flugstunden von Madrid entfernt. Es gibt mittlerweile direkte Flüge (Sowohl Charter- sowie Linienflüge) aus verschiedenen europäischen Städten nach Fortaleza, Natal, Recife und Salvador. Ab Kap Verde mit der TACV fliegt man weniger als 4 Stunden nach Fortaleza. Es gibt auch Direktflüge aus Cayenne (franz. Guayana) und Helsinki, zum Beispiel.
Umwelt
Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist der größte unberührte Wald der Welt. Doch neue Straßen, z. B. die Transamazônica und die Perimetral Norte, zerstören diese Unberührtheit. Experten aufzeigen schon jetzt, dass bis 2020 alleine wegen Straßen- und Dammprojekten nur noch 28 % des Waldgebiets unberührt seien. Z. T. entstanden die Schäden auch im Zusammenhang mit den Goldgräbern Brasiliens, den so genannten garimpeiros. Zum Auswaschen des Goldes verwendeten sie Quecksilber in verhältnismäßig hohen Mengen. Diese gelangten schließlich in die Böden bzw. das Grundwasser und führten zu einer Verseuchung des Amazonasgebiets. Durch Straßen erschlossene Gebiete des Regenwaldes werden oft abgeholzt und gerodet, um Platz für Agrar zu schaffen. Die größte Risiko ist die profitbringende Holzgewinnung. In Brasilien gibt es rund 2.500 Unternehmen, die mit tropischem Hartholz handeln. Die meisten von ihnen sind aber ausländische Großunternehmen. Zwar ist Mahagoni mittlerweile zulässig geschützt, illegal geht der Deal aber weiter. Selbst Behörden schätzen, dass 80 % des gewonnenen Holzes Mahagoni ist.
Da Regenwaldboden nährstoffarm ist, ist er auf die Wiedergewinnung der Mineralstoffe im Laub angewiesen. Bei so ein feuchtem Klima zersetzen Mikroorganismen das Laub in recht kurzer Zeit. Wenn aber kein Wald und damit auch kein Laub mehr auf dem Boden liegen, trocknet er aus und es kommt zu Erosion. Sind die gerodeten Flächen nun größer, kann sich der Wald dort nicht regenerieren. Bäume binden Kohlendioxid, das den Treibhauseffekt auslöst. So sind an den Treibhausabgasausstößen des Landes Brandrodungen mit 75 % beteiligt, während die Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht einmal ein Viertel ausmachen. Im Amazonasgebiet leben etliche Tier- und Pflanzenarten. Der Wert ihres Genbestandes für Medizin und Agrar lag 2001 bei etwa 2 Billionen US-$. Diese Arten können ohne Regenwald nicht überleben. Aber alleine von Aug. 2003 bis August 2004 wurden in Brasilien 26.130 km² Regenwald vernichtet. Das entspricht fast der Fläche Brandenburgs. Die Behörden zum Schutz des Regenwaldes haben unter Geld- und Personalmangel, sowie Bestechlichkeit zu kämpfen. Dennoch konnte 2002 das weltumspannend größte Reservat eines tropischen Regenwalds im Norden Brasiliens gegründet werden.
Ein weiteres Umweltproblem ist der Bauxit-Tagebau, der die Flüsse verschmutzt und die indigene Bevölkerung gefährdet. 2000 erlitt beispielsweise der Fluss Iguaçu eine Ölpest. Ein Jahr später sank vor der brasilianischen Küste die größte Ölplattform der Welt und bedrohte das dortige Ökosystem. In den Städten hat man mit Smog und Abwasserproblemen zu kämpfen.
Die Luftverordnung von Brasilien besagt, dass keine Autos in Brasilien mit reinem Sprit fahren dürfen. Im Benzin muss ein Anteil von mindestens 25% Ethanol vorhanden sein. In Brasilien ist es möglich mit Autos zu fahren, die einen Ethanol-, Benzin- oder einen Flex-Fuel-Motor besitzen. Das dreimilllionste Auto mit Flex-Fuel-Motor wurde im Dezember 2005 verkauft und die ersten Flugzeuge fliegen mit Ethanol, was die Smog erheblich reduziert. Das Alkohol ist so weit wie zweimal billiger als Automobil- und so weit wie viermal billiger als Flug-Benzin. Brasilien ist der viertgrößte Auto- und der zweitgrößte Flugzeug-Konsument(12.000 Flugzeuge) der Welt. Das erste mit Zielwasser betriebene Maschine der Welt die EMB-202 Ipanema wurde 2002 von Embraer in Brasilien gebaut.
Brasilien hat sich an diesen Umweltabkommen beteiligt: Ramsar-Konvention (1971), Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (1973), Sitte über die biologische Vielfalt (1992), Basler Konvention (1989), Rahmenübereinkommen über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen (1992), Kyoto-Protokoll (1991).
Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
- das Gesundheitswesen bei 7%
- das Bildungswesen bei 4%
- das Militär bei 4%
Kultur
Medien
Jahr 2002 wurde die Verfassung in der Hinsicht verändert, dass die Anteile ausländischer Unternehmen an den nationalen Medien nicht größer als 30 % sein dürfen.
In Brasilien gibt es etwa 380 Tageszeitungen. Die bekanntesten von ihnen sind Folha de São Paulo, O Día und O Globo. Letztere gehört zur Globo-Gruppe, die die brasilianische Medienlandschaft beherrscht, und der vorgeworfen wird, einzelne Parteien oder Kandidaten zu favorisieren. Ihre jetzige Stellung wird aber von internationalen Konzernen und dem Internet bedroht.
Es gibt einen staatlichen Sender bei über 2.900 privaten Stationen. In ganz Brasilien gab es 1997 etwa 70 Mio. Radiogeräte. Darüber aufwärts gibt es 19 staatliche und etwa 250 private Fernsehsender. Die Reichweite des Mediums TV ist in Brasilien relativ groß: 90,3 % der Haushalte hatten 2003 einen Fernseher.
Jahr 1999 gab es 200 Internetdienstanbieter. Fünf Jahre später (2004) galten gut 19,3 Mio. Brasilianer als Internet-User. Eine Schulnote des Online-Angebots gibt es nicht.
Kunst
In Brasilien hat sich die Kniff aus der Theismus entwickelt. Während der Kolonialzeit war die Sakralkunst dominierend. U. a. wurden mehrere Kirchen der verschiedenen Konfessionen künstlerisch gestaltet. Die Zusammenarbeit zwischen Holzschnitzern, Steinmetzen und Malern verlief so eng, dass auch die Farbwahl untereinander abgestimmt war und die Kirchen dieser Tage zu den schönsten Amerikas zählen. Üppig ausgestattet waren die Kirchen schon im 17. Jahrhundert, die größten und wertvollsten Kunstwerke entstanden aber erst im 18. Jahrhundert.
Im 20. Jahrhundert gewann der Impressionismus, der europäisch schon in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts auftrat, immer mehr an Bedeutung. Bedeutende Künstler dieser Zeit waren Manuel Santiago und José Pancetti, noch angesehener war aber Candido Portinaris. Er selbst gilt als größter Künstler Brasiliens des vergangenen Jahrhunderts. Da er mit hochgiftigen Farben malte, erkrankte er an Bösartige Tumorerkrankung und verstarb früh. Seine berühmten Kunstwerke hängen in Gebäuden wie der UN-Zentrale in New York. Kunstkritiker halten ihm hoch, dass in seinen Arbeiten die Originalität Brasiliens am günstigsten hervorgehoben wird.
In den 1940er und 50er Jahren entwickelte sich der Soziale Realismus. Portinaris Kunstwerke mit sozialen Themen werden diesem Stil zugeordnet. Aus der abstrakten Kniff der 1960er bis 80er Jahre stechen zunächst die Brüder Thomaz und Arcangelo Ianelli hervor. Eine bedeutende Gruppe brasilianischer Künstler ist unter dem Namen Gruppe der 19 bekannt. Ihr gehören beispielsweise die Surrealisten Mario Gruber und Otavio Araujo an. Marcelo Grassman, gleichermaßen einer der 19, erstellte mittelalterliche Stiche. Das vierte Angehöriger ist Lena Milliet, die zu den ersten brasilianischen Frauen zählt, die in der Kniff Anerkennung fanden. Neben ist Carlos Araujo, der mit riesigen Ölbildern berühmt wurde, zu nennen. Mit dem selben Stil arbeitet Nora Beltran, die die politischen und sozialen Zustände in Brasilien karikiert. Gustavo Rosa malt zwar nicht surrealistisch, dennoch ironisch.
Mittlerweile ist die Biennale in São Paulo das größte Kunstereignis in Brasilien. In diese Event liegt der Fokus auf Gemälden von weltweit renommierten Künstlern. Auch Rio de Janeiro ist ein Kunstzentrum. Kleinere, weniger bekannte Orte haben bei Experten aber gleichermaßen ein hohes Ansehen, z. B. der zentralbrasilianische Ort Goiás. Recife ist für João Camara und Gilvan Samico bekannt. Brasiliens berühmtester und in den Augen vieler bester Holzschnitzer ist Maurino Araujo, warum auch seine Gemeinde Minas Gerais unter Kunstliebhabern bekannt ist.
Die Kunstfertigkeit der Indianer ist sehr vergänglich. Für aufwändige Körperbemalungen benötigt man oft zahlreiche Tage, doch die Farben halten häufig nicht viel länger. Auch der bunte Federschmuck als Kopfbedeckung ist nur selten in Museen zu sehen.
Musik
Hauptartikel: Brasilianische Musik
Die brasilianische Töne ist von portugiesischen, afrikanischen und indigenen Musiktraditionen gelenkt worden. Über die indigene Töne der vorkolonialen Zeit ist sehr wenig bekannt, die erste Erklärung datiert aus dem Jahre 1568. Ein französischer Pastor beschrieb früher in einem Buch über seine Reise in das Land die Tänze und Gesänge der Ureinwohner. Die Töne veränderte sich unter dem Einfluss der europäischen Persönlichkeit und afrikanischen Sklaven.
1922 kam es durch die Semana de Arte Moderna (Woche der modernen Künste) zu einer musikalischen Revolution. Mit Heitor Villa-Lobos an der Spitze entstand eine Gruppe neuer Komponisten, die Elemente der brasilianischen Folklore in ihre moderneren Lieder einbauten. In den 1950er Jahren kam der Bossa Nova auf. Diese Musikrichtung gilt als die "brasilianische Derivat des Jazz": sie lehnt sich an nordamerikanischen Jazz an, bleibt aber geprägt von südamerikanischen und afrikanischen Rhythmen. Als bekanntester Vertreter und Mitbegründer des Bossa Nova gilt Antônio Carlos Jobim. Er verhalf dem Stil in den 1960ern zu großem internationalem Erfolg. Sein Wirken erreichte für Brasilien eine dergestalt große Bedeutung, dass man u.a den internationalen Sonderlandeplatz von Rio de Janeiro nach ihm benannte. Einer der größten Hits des Bossa Nova in den 60er Jahren schrieb und sang Sergio Mendez mit Mas que nada. Dieser Titel wurde später unzählige Male kopiert. Dieser Tage wird der Bossa Nova größtenteils von den älteren Brasilianern gehört. Der Tropicalismo (auch Tropicália) entstand Ende der 1960er Jahre zur Zeit der Militärdiktatur. Musikalisch handelt es sich um eine Mischung aus Bossa Nova, Folk und Rock, das wesentliche Element ist aber ein gemeinsames politisches Wahrnehmung der Künstler. Ihre Abneigung gegen die Terror und die Einschränkung ihrer Rechte fand im Tropicalismo ihren Ausdruck. Die Texte sind daher summa summarum dissident und nicht einige Musikschaffender mussten ins Exil gehen. Wichtige Vertreter sind Gilberto Gil und Chico Buarque, die es mit geschickter Chiffrierung ihrer Liedtexte wenn schon geschafft haben, die Zensur zu umgehen und ihre Lieder in Brasilien zu veröffentlichen.
Dagegen ihrem Namen hat die Música Popular Brasileira, oft mit MPB abgekürzt, nur wenig mit dem gemeinsam, was man hierzulande unter Popmusik versteht. Die Bezeichnung umfasst eine Unzahl an Stilrichtungen, die aber immer typische Elemente aus einzelnen Regionen des Landes aufgreifen. In Brasilien gilt MPB als Ausdruck des musikalischen und nationalen Selbstverständnises. In diesem Sinne stellt MPB gewissermaßen eine Verbessertes Modell der brasilianischen Folklore dar.
Die wohl bekannteste brasilianische Musikform ist der Samba. Er entstand aus der Töne der afrikanischstämmigen Bevölkerungsteile und ist sehr rhythmuslastig. Populär wurde der Samba durch den jährlichen Karneval in Rio. Dort präsentieren sich die größten und renommiertesten Sambaschulen in riesigen Paraden im Wettstreit um den Titel der „besten Sambaschule Brasiliens“. Nahe den Umzügen zur Karnevalszeit spielen die Bands hin und wieder auch auf den Straßen oder unterstützen mit ihrer Klänge politische Demonstrationen und Streiks.
Es gibt eine unüberschaubare Zahl an regionaltypischen Musikstilen, die sich entsprechend der verschiedenen kulturellen Eigenheiten der jeweiligen Gebiete entwickelt haben. Música Nordestina ist ein Sammelbegriff für die Klänge aus dem Nordosten, der eine besonders große musikalische Vielfalt besitzt. Hier sind Instrumente wie Schifferklavier und Klampfe vorherrschend. Recife im Speziellen ist bekannt für den Frevo, der auch Einflüsse aus der Militärmusik besitzt. Forró wird von Trios mit Trommel, Triangel und Musikinstrument gespielt. Ein traditioneller afro-brasilianischer Stil ist Maracatu, welcher mit großen Trommeln, Glocken und Klirren gespielt wird
Eine besondere Rolle als musikalischer Impulsgeber spielt Salvador da Bahia. Seit 1949 entgegennehmen hier Afoxé-Blocos an den Karnevalszügen teil, die ihre Wurzeln in der Musik des Candomblé haben und auch im Zusammenhang mit der Freiheitsbewegung der afrobrasilianischen Bevölkerung zu sehen sind. Seit den 1980er Jahren ist in Salvador der Samba Reggae entstanden.
Besonders in den regionaltypischen Musikrichtungen kommen Instrumente afrikanischen Ursprungs zum Einsatz, so beispielsweise die Berimbau, ein bogenförmiges Rhythmusinstument mit einem hohlen Kürbis an einem Ende, oder die Xequerê, ein mit Muscheln bestücktes Schüttelinstrument.
In den letzten Jahren setzte sich vorerst bei den Jugendlichen die Musikrichtung Axé durch. Axé wird dem Samba, es sei denn in der Karnevalszeit, mehr und mehr bevorzugt. Die Mischung aus Samba, Pagodé und Pop ist enorm rythmusbetont und gut tanzbar. Partiell erwähnen die Texte kritische Themen, wie Armut, soziale Ungerechtigkeit oder Korruption. Umgang Gruppen des Axé sind zum Beispiel Olodum, Daniela Mercury, Ivete Sangalo, Banda Eva, Aracetu oder Welt Samba. In den offenen Cafés in Brasilien wird aber in erster Linie Pagode gespielt. Das Publikum ist meist um die 30 oder 40 Jahren alt. Umgang Gruppen des Pagode sind Exaltasamba, Só Pra Contrariar und Art Popular.
Literatur
Das erste erhaltene Dokument, dass als brasilianische Literatur bezeichnet werden kann, ist ein Schreiben von Pero Vaz de Caminha an Manuel I. von Portugal, in dem Brasilien im Jahre 1500 beschrieben wurde. In den nächsten beiden Jahrhunderten machten Beschreibungen von Reisenden über das "Portugiesische Amerika" und seine Bürger die brasilianische Literatur aus, so wurden beispielsweise die Berichte des deutschen Soldaten Hans Staden berühmt. Außerdem wurde aus dieser Zeit religiöse Literatur gefunden. Neoklassizismus war in der Zentrum des 18. Jahrhunderts weit verbreitet. In der Kolonialzeit war der für seine Goldminen bekannte Bundesstaat Minas Gerais Zentrum der Literatur. Ab etwa 1836 beeinflusste die Romantik die brasilianische Literatur. In dieser Zeit entstanden die ersten Standardwerke der Landesliteratur. Auf die Schwärmerei folgte der Realismus, bei dem Joaquim Maria Machado de Assis als bester und populärster brasilianischer Dramatiker hervorstach. Zwischen 1895 und 1922 ist kein einheitlicher Stil zu erkennen, doch einige Züge der Moderne gab es schon, so dass diese Periode "Vor-Moderne" genannt wird. Seit der Semana de Arte Moderna (Woche der modernen Künste) 1922 wurde die Moderne der dominierende Stil.
Die berühmtesten Autoren dieser Zeit sind Mário de Andrade und Oswald de Andrade; gleichermaßen internationale Popularität erlangt hat Jorge Amado. Der brasilianische Erfolgsautor Paulo Coelho ist zur Zeit der weltumspannend meistgelesene Autor. 2004 erhielt Lígia Bojunga den bedeutenden Astrid-Lindgren-Preis für Kinderliteratur.
Brasilien: mit 108 Lizenzenen im Jahr 2004 Deutschlands zweitwichtigster Lizenzabnehmer auf dem amerikanischen Erdteil (nach den USA mit 175 Lizenzen). Fehlende Sprachkenntnisse und hohe Übersetzungskosten sind gleichwohl noch Barrieren. Die Buchmesse Sao Paulo ist die vielleicht wichtigste Südamerikas.
Kulinarisches
Hauptartikel: Brasilianische Küche
Vermöge der Größe des Landes ist es schwierig die Brasilianische Küche zu definieren. Es ist gesichert, dass sie durch die portugiesische Landnahme gelenkt wurde. Als Nationalgericht gilt die Feijoada, ein Bohneneintopf aus schwarzen Bohnen mit allerlei Fleisch. Üblicherweise wird Feijoada mit Reis, Farofa (ein Maniokmehl) und Orangenscheiben serviert. Wegen des großen Abstands zwischen den Anpeilen sind die Verpflegungsstationen an Fernstraßen wichtig. Hier wird zwischen profitorientiert betriebenen Snackbars mit großem Angebot an Sandwiches und anderen einfachen Gerichten und kleinen, familiären Haltepunkten, die meist nur ein Gericht (Reis, Kartoffeln oder Bohnen mit einer Fleischsorte) bieten.
Architektur
Im Amazonasbecken herrschen die primitiven Indianerhütten vor, in anderen Bundesstaaten, z. B. Minas Gerais, sind dagegen prachtvolle und historische Städte, erbaut im Barock, und ebenso knallig dekorierte Kirchen zu finden (Ouro Preto, Mariana, Congonhas). Kolonialarchitektur bestimmt in übereinkommen Küstenstädten des Nordosten noch das Bild (Olinda). Die größten Architekten des Landes Oscar Niemeyer, der als Bahnbrecher der brasilianischen Baukunst gilt, sein früherer Dozent Lúcio Costa und Roberto Burle-Marx gestalteten gemeinsam den schönsten brasilianischen Wohnpark "Pampulha" in Belo Horizonte. Niemeyer hat global schon einige Gebäude entworfen. So führen zu der New Yorker Zentrale der UN oder das aufsehenserregende Parteigebäude der Kommunistischen Politische Kraft Frankreichs aus seiner Feder. Der damalige Urheber war der spätere Präsident Juscelino Kubitschek, der in einer seiner ersten Amtshandlungen als mächtigster Mann im Staat das dreiköpfige Team abermals zusammenrief, um das Streben Brasília zu beschließen.
Denn die Ort Brasília ist Höhepunkt brasilianischer Architektur, sie wurde erst in den 1960er Jahren errichtet und unterliegt einem genauen Plan. Nach einer Ausschreibung, bei der der Mensch mit Lúcio Costa schon im Voraus feststand, plante Costa den Aufbau der Stadt, Niemeyer war wie schon in Pampulha für die meisten Gebäude zuständig und Burle-Marx entwarf Plätze und Parks. Brasília ist dieser Tage berühmt für modernistische Gebäude.
Sport
National- und auch Volkssport des Landes ist Fußball. Die Brasilianische Fußballnationalmannschaft ist fünfmaliger Weltmeister und damit die erfolgreichste Nationalmannschaft der Welt. Darüber hinauf gewann Brasilien sieben Mal die Copa América, die Südamerika-Meisterschaft. In der aktuellen Mannschaft spielen etliche global bekannte Stars wie Ronaldinho (Weltfußballer 2004, 2005), Adriano, Roberto Carlos, Ronaldo, Kaká, Robinho und Emerson. Für zahlreiche Fußballliebhaber gilt darüber hinauf Pelé als einer der besten Fußballer aller Zeiten. Ein Großteil der Bevölkerung spielt aber Fußball unter einfacheren Verhältnissen, bspw. mit selbst gefertigten Bällen (in den Favelas) auf Sandplätzen (Campos). Für diverse Brut und Jugendliche in den Favelas ist die Aussicht, Fußballprofi zu werden, eine der wenigen Möglichkeiten, der Armut zu entgehen. Dies ist mit ein Grund, wie kommt es, dass... die brasilianische Nachwuchsarbeit regelmäßig große Talente hervorbringt und zig Brasilianer in zahlreichen internationalen Ligen Fußball spielen. Ein weiterer Grund für die vielen Talente ist ein anderes Spielverständnis, in dem u. a. die Kondition und die Fußballtechnik eine wichtige Rolle spielt.
Sehr beliebt ist auch Volleyball in Brasilien. Besonders für Beachvolleyball ist das südamerikanische Land bekannt. Überdies wurde Footvolley, eine Mischung aus Fuß- und Volleyball, in Brasilien erfunden.
Ebenso ist Brasilien der Hausherr des letzten im Formel-1-Rennkalender verbliebenen lateinamerikanischen Grand Prix, des Großen Preises von Brasilien, und hat bedeutende Rennfahrer hervorgebracht wie Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet, Ayrton Senna und Rubens Barrichello.
Bekanntester Tennisspieler Brasiliens ist Gustavo Kuerten.
Als typisch brasilianisch kann Capoeira bezeichnet werden, was besser mit dem Begriff Kampftanz denn mit Kampfsportart kategorisiert wird. Capoeira wurde von der schwarzen Bevölkerung praktiziert. Da es den Sklaven unrechtmäßig war, jedwede Art von Waffen zu tragen, entwickelten sie Capoeira als Form der Selbstverteidigung: Sie verbindet kämpferische Elemente mit Akrobatik, Spielerei und Tanz. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich eine gewisse Mode um Capoeira. Sie ist mittlerweile in der ganzen brasilianischen Bevölkerung üblich und findet auch auswärtig Beliebtheit. Im Zuge der in den letzten Jahren wachsenden Verbreitung der Kampfsporte und -künste aus dem MMA und gerade Grappling - Bereich erlangten weltweit Vale tudo, Luta Livre und BJJ große Anerkennung.
Feiertage
| Datum | Name | Bürger Name | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 1. Januar | Confraternização Universal | Neujahr | |
| 20. Januar | São Sebastião | Sankt Sebastian | nur in Rio de Janeiro |
| 25. Januar | Aniversário de São Paulo | Gründung der Gemeinde São Paulo | nur in São Paulo |
| beweglich | Carnaval | Karneval | zweitägig |
| beweglich | Quarta-feira de Cinzas | Aschermittwoch | nur morgens |
| beweglich | Sexta-Feira da Paixão | Karfreitag | |
| beweglich | Páscoa | Ostern (Ostersonntag) | |
| 21. April | Tiradentes | Andenken an Joaquim José da Silva Xavier, genannt Tiradentes (Nationalheld Brasiliens) | |
| 23. April | São Jorge | Sankt Georg | nur in Rio de Janeiro |
| 1. Mai | Dia do Trabalho | Tag der Arbeit/ Maifeiertag | |
| beweglich | Corpus Christi | Fronleichnam | |
| 9. Juli | Revolução Constitucionalista | konstitutionelle Revolution | nur im Bundesstaat São Paulo |
| 7. September | Independência do Brasil | Unabhängigskeitstag Brasiliens | |
| 12. Oktober | Nossa Senhora Aparecida | Erscheinung der Gottesmutter Maria (Schutzpatronin Brasiliens) | auch als Kindertag gefeiert |
| 2. November | Finados | Allerseelen | |
| 15. November | Proclamação da República | Staatsfeiertag (Ausrufung der Republik) | |
| 20. November | Zumbi dos Palmares, Dia da Consciência Negra | Zumbi von Palmares, Gedenktag an Schwarze | nur in Rio de Janeiro |
| 25. Dezember | Natal | Weihnachten (1. Weihnachtsfeiertag) |
Literatur
- Hartmut-Emanuel Kayser, Die Rechte der indigenen Völker Brasiliens - historische Entwicklung und gegenwärtiger Stand, Shaker Verlag, Aachen, 2005, 666 S., 10 Abb., ISBN 3-8322-3991-X. Umfangreiche historische, politische und ethnographische Darstellung.
- Regina Aggio, Cinema Novo. Neues brasilianisches Kino zwischen 1954 und 1964, 2005, ISBN 3-89796-122-9
- Walther L. Bernecker, Horst Pietschmann, Rüdiger Zoller, Eine kleine Geschichte Brasiliens, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000
- Errol Lincoln Uys, Brasil, Sehr ausführlicher Roman über die Geschichte Brasiliens, Rowohlt, Hamburg, 1990, ISBN 3-499-12453-X
- Uwe Holtz (Hrsg.), Brasilien. Eine historisch-politische Landeskunde, Paderborn: Schöningh, 1981
Weblinks
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- CIA Factbook - Brazil - Länderinformationen des CIA (engl.)
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- www.brasilieninitiative.de - Politik, Soziales, Projekte (port./deutsch)
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- www.brasil-treff.com - deutschsprachige Nachrichten über Brasilien
- Brasilien Info's und Bilder - Bilder und Daten über Brasilien
- IberoDigital - Aktuelle Presse aus und über Brasilien
- BrasilienWiki - auf Brasilien spezialisiertes Wiki
- www.kriegsreisende.de - Anwerbung deutscher und irischer Söldner z.Zt. Dom Pedro IV.
- www.brasilienfreunde.net - Informationen, Tipps, Hilfen, Geschichten über Brasilien
- http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Benutzer_aus_Brasilien - Rubrik der Wikipedianer aus Brasilien
- www.historicfazendasbrazil.peervoss.de - historische Fazendas (Kaffee Plantagen) im Vale do Paraiba, Rio Provinz
- Alte Postkarten von Brasilien (englisch und portugiesisch)
- Audio-Beiträge des Deutschlandfunks: [1]
- www.brasil-lexikon.com - Umfangreiches Lexikon über Brasilien
Siehe auch
Brasilianisierung, Gilberto Freyre, Institut für Brasilienkunde
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