Bundesland (Deutschland)
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Bundesland ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland.
Jedoch ist „Bundesland“ eigentlich eine irreführende Bezeichnung, weil es eine Aufschub der Länder zum Bund nahelegt und deren Eigenstaatlichkeit nicht wiedergibt, denn die deutschen Länder sind Staaten qua des Staatsrechts. Die korrekte und auch vom Grundgesetz verwendete Bezeichnung ist daher „Länder“ der Bundesrepublik.
Diese Unterscheidung ist nicht ganz unbedeutend, weil nach dem Zweiten Weltkrieg im Abendland des besetzten Deutschen Reiches zunächst neue Länder als staatliche Verwaltungseinheiten entstanden (siehe Geschichte der deutschen Länder ab 1945) und von ihnen der Bund (die BRD Deutschland) als ein Nachfolgestaat gebildet wurde (konstitutives Element). Im Gegensatz dazu steht die Entwicklung im besetzten Österreich. Dort wurde zuerst der Bund wiederbelebt und danach als seine Teilstaaten die dortigen Bundesländer.
Inhaltsverzeichnis |
Übersicht über Bund und Länder
| Land | Regierungschef | Regierungs- koalition | Stimmen im Bundesrat | Fläche (km²) | Einw. (Mio) | Einw. je km² | Hauptstadt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| (1) | Baden-Württemberg | Günther Oettinger (CDU) | CDU/FDP | 6 | 35.752 | 10,717 | 300 | Stuttgart |
| (2) | Bayern | Dr. Edmund Stoiber (CSU) | CSU | 6 | 70.549 | 12,444 | 176 | München |
| (3) | Berlin | Klaus Wowereit (SPD) | SPD/Linke/PDS | 4 | 892 | 3,388 | 3.798 | Berlin |
| (4) | Brandenburg | Matthias Platzeck (SPD) | SPD/CDU | 4 | 29.478 | 2,568 | 87 | Potsdam |
| (5) | Bremen | Jens Böhrnsen (SPD) | SPD/CDU | 3 | 404 | 0,663 | 1.641 | Bremen |
| (6) | Hamburg | Ole von Beust (CDU) | CDU | 3 | 755 | 1,735 | 2.298 | Hamburg |
| (7) | Hessen | Roland Koch (CDU) | CDU | 5 | 21.115 | 6,089 | 288 | Wiesbaden |
| (8) | Mecklenburg-Vorpommern | Harald Ringstorff (SPD) | SPD/Linke/PDS | 3 | 23.179 | 1,720 | 74 | Schwerin |
| (9) | Niedersachsen | Christian Wulff (CDU) | CDU/FDP | 6 | 47.620 | 8,001 | 168 | Hannover |
| (10) | Nordrhein-Westfalen | Jürgen Rüttgers (CDU) | CDU/FDP | 6 | 34.084 | 18,075 | 530 | Düsseldorf |
| (11) | Rheinland-Pfalz | Kurt Beck (SPD) | SPD | 4 | 19.853 | 4,061 | 205 | Mainz |
| (12) | Saarland | Peter Müller (CDU) | CDU | 3 | 2.569 | 1,056 | 411 | Saarbrücken |
| (13) | Sachsen | Hochschullehrer Dr. Georg Milbradt (CDU) | CDU/SPD | 4 | 18.415 | 4,296 | 233 | Dresden |
| (14) | Sachsen-Anhalt | Wolfgang Böhmer (CDU) | CDU/SPD | 4 | 20.446 | 2,494 | 122 | Magdeburg |
| (15) | Schleswig-Holstein | Peter Harry Carstensen (CDU) | CDU/SPD | 4 | 15.763 | 2,829 | 179 | Kiel |
| (16) | Thüringen | Dieter Althaus (CDU) | CDU | 4 | 16.172 | 2,355 | 146 | Erfurt |
| Bundesrepublik Deutschland | Dr. Angela Merkel (CDU) | CDU/SPD | 69 | 357.046 | 82,501 | 231 | Berlin | |
Die Einwohnerzahlen sind auf Tausend gerundete Fortschreibungen des Statistischen Bundesamtes Deutschlands - einheitlich für den 31. Dez. 2004.
Weitere Gliederung
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Bild:Administratives System der Bundesrepublik Deutschland Deutschland.png Senkrechte Verwaltungsstruktur Deutschlands |
Die Stadtstaaten Kapitale und Hamburg sind gerichtlich gesehen jeweilig gleichzeitig ein Land und eine Stadt und sind nicht weiter in Gemeinden untergliedert (die Bezirke dieser Städte haben eine zusätzliche Bedeutung). Das Land Bremen besteht aus der Stadtgemeinde Bremen und der Gemarkung Bremerhaven. In den übrigen deutschen Ländern gibt es folgende übrige Verwaltungs- und Selbstverwaltungseinheiten:
- Regierungsbezirke: Die großen Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW und Sachsen sind in Regierungsbezirke unterteilt. Die Bezirke sind dezentrale Einheiten der Landesverwaltung. Die Segmentierung der Länder Niedersachsen (bis 31. Dez. 2004), Rheinland-Pfalz (bis 31. Dez. 1999) und Sachsen-Anhalt (bis 31. Dezember 2003) wurde in den vergangenen Jahren aufgehoben. In Rheinland-Pfalz traten funktionsteilig an die Stelle der drei Regierungspräsidien zwei Struktur- und Genehmigungsdirektionen sowie eine Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Weiterhin gibt es in der Region Pfalz den Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Bezirksverband Pfalz.
- Landkreise: Sämtliche Flächenstaat ist in Landkreise (in manchen Bundesländern auch als Kreise bezeichnet) unterteilt. Generell gibt es aktuell 323 Landkreise in Deutschland. Hinzu kommen die 117 kreisfreien Städte (inklusive der beiden Stadtkreise in Bremen), die keinem Landkreis angehören, anstelle die Aufgaben der Landkreise selbst wahrnehmen, insoweit einen eigenen Kreis bilden und daher auch als Stadtkreise bezeichnet werden. Die Landkreise sind Gebietskörperschaften, die über direkt gewählte Organe verfügen.
- Kommunalverbände: In Kompromiss finden Bundesländern gibt es als Zwischenstufe der kommunalen Arbeit zwischen Landkreis und Gemeinden Kommunalverbände oder Verwaltungsgemeinschaften in unterschiedlichen Formen und mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen. Sie haben daher je nach Land auch sehr unterschiedliche Bezeichnungen, zum Beispiel Amt, Samtgemeinde, Verbandsgemeinde oder auchGemeindeverwaltungsverband (hierzu siehe Gesamtgemeinde).
- Gemeinden: Gemeinden sind die kleinsten selbständigen territorialen Einheiten. In Deutschland gibt es jetzig 12.320 Gemeinden und 248 gemeindefreie Gebiete (Stand: 1. März 2006). Städte sind in der Regel Gemeinden, die alleinig die Bezeichnung Stadt führen dürfen (vergleiche Stadtrecht). Dies ist entweder geschichtlich verbürgt und war im MA meist mit zahlreichen Privilegien verbunden (z. B. eigene Steuern), oder aber es handelt sich um größere Gemeinden, denen auf Basis von ihrer heutigen Bedeutung und Problem die Bezeichnung Gemarkung neu verliehen wird (je nach Land wird dies sehr unterschiedlich gehandhabt). Die Gemeinden sind Gebietskörperschaften, die über direkt gewählte Organe verfügen.
Geschichte der deutschen Länder ab 1945
Die Länder sind das Ergebnis der territorialen Neugliederung Deutschlands nach 1945. Innerhalb der vier Besatzungszonen waren es eingangs 16 Länder, die im Großen und Ganzen aus folgenden Erfordern gebildet wurden:
- Amerikanische Besatzungszone:
- Bayern: Majorität des Landes Bayern, wobei Lindau zu Französischen Besatzungszone gehörte
- Bremen: Land Bremen
- Hessen: Großteil des Landes Hessen, Majorität der preußischen Provinz Hessen-Nassau
- Württemberg-Baden: Nordteil des Landes Württemberg, Nordteil des Landes Baden
- Britische Besatzungszone:
- Hamburg: Land Hamburg
- Niedersachsen: preußische Provinz Hannover, Länder Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe
- Nordrhein-Westfalen: nördl. Teil der preußischen Rheinprovinz, Westfalen
- Schleswig-Holstein: preußische Provinz Schleswig-Holstein
- Französische Besatzungszone:
- Württemberg-Hohenzollern: Südteil des Landes Württemberg, preußische Exklave Hohenzollern
- Rheinland-Pfalz: Südteil der preußischen Rheinprovinz, Westteil der preußischen Provinz Hessen-Nassau, Südwestteil des Landes Hessen (Rheinhessen), bayerische Pfalz
- Baden: Südteil des Landes Baden
- Sowjetische Besatzungszone:
- Sachsen: Land Sachsen, westlichster Teil der preußischen Provinz Niederschlesien
- Sachsen-Anhalt: Majorität der preußischen Provinz Sachsen, Land Anhalt
- Thüringen: Land Thüringen, Südteil der preußischen Provinz Sachsen
- Brandenburg: Löwenanteil der preußischen Provinz Brandenburg (ohne Neumark)
- Mecklenburg-Vorpommern: Land Mecklenburg, Westteil der preußischen Provinz Pommern
- Berlin stand zunächst unter dem Viermächtestatut.
Am 23. August 1946 entstehen durch die Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ die Länder Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein. Hamburg blieb eigenständiges Land. Das Land Rheinland-Pfalz wurde ebenso 1946 durch Verordnung der französischen Militärregierung geschaffen.
Die Hessische Verfassung wurde von der Verfassungsberatenden Landesversammlung in Wiesbaden am 29. Oktober 1946 beschlossen, trat am 1. Dezember 1946 durch Volksabstimmung in Kraft und war somit die erste Nachkriegsverfassung Deutschlands.
Die Verfassung des Freistaates Bayern wurde am 1. Dezember 1946 in einem Volksentscheid angenommen.
Am 25. Februar 1947 beschloss der Alliierte Kontrollrat die Auflösung Preußens. Bis nachher existierte Preußen mit seinen Provinzen angrenzend den neugegründeten Ländern fort.
Am 8. Mai 1949 wird das Grundgesetz für die BRD Deutschland verabschiedet. NRW und Hamburg werden Bundesländer. Auch Das nördlichste Bundesland wird mit der 1949 vom ersten gewählten Schleswig-Holsteinischen Länderparlament verabschiedeten Landessatzung, die am 12. Januar 1950 in Kraft trat, Bundesland. Berlin (West) hatte immer einen Sonderstatus.
Am 25. April 1952 wurden Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zum Land Baden-Württemberg vereinigt.
Im gleichen Jahr wurden die Länder in der DDR zwar nicht formal aufgelöst, jedoch ihrer Verwaltungsfunktionen enthoben, was einer de-facto-Auflösung gleichkam; an ihre Stelle traten 14 Bezirke und Ost-Berlin, das dienstlich „Berlin – Ort der DDR“ genannt wurde.
1957 wurde das Saarland als 10. Land in die Teutonia aufgenommen, verblieb jedoch wirtschaftlich bis 1959 bei Frankreich.
1990 wurden die Bezirke auf dem Gebiet der DDR abgeschafft und die fünf ehemaligen Länder neu errichtet (das ehemalige Mecklenburg erhielt den Namen Mecklenburg-Vorpommern), partiell mit veränderten Grenzen. Sie wurden ebenso wie Spreeathen – Spreeathen (West) war noch kein vollwertiges Land – Länder der BRD Deutschland.
Eine Neugliederung des Bundesgebietes hinsichtlich von Artikel 29 GG wird wieder und wieder in die politische Diskussion eingebracht. Zuletzt scheiterte aber eine Zusammenschluss von Spreeathen und Brandenburg an dem Willen der brandenburgischen Bevölkerung. Die Vereinigung zweier Bundesländer (oder die Trennung) ist der einzige Fall, in dem das Verfassung eine Referendum vorsieht. Daneben Fusionen werden teils auch Teilungen diskutiert. So fordert zum Beispiel der Fränkische Bund eine Trennung Frankens vom Republik Bayern. Nun hat aber keine Abspaltungsbewegung Aussicht auf Erfolg.
Flaggen der deutschen Länder
| Bild:Flag of Baden-Württemberg.svg | Bild:Flag of Bavaria (lozengy).svg | Bild:Flag of Berlin.svg | Bild:Flag de-brandenburg.png |
| Land Baden-Württemberg | Freistaat Bayern | Land Berlin | Land Brandenburg |
| Bild:Flag of Bremen.svg | Bild:Flag of Hamburg.svg | Bild:Flag of Hesse.svg | Bild:Flag of Mecklenburg-Western Pomerania.svg |
| Freie Hansestadt Bremen | Freie und Hansestadt Hamburg | Land Hessen | Land Mecklenburg-Vorpommern |
| Bild:Flag of Lower Saxony.svg | Bild:Flag of North Rhine-Westphalia.svg | Bild:Flag of Rhineland-Palatinate.svg | Bild:Flag de-saarland 300px.png |
| Land Niedersachsen | Land Nordrhein-Westfalen | Land Rheinland-Pfalz | Saarland |
| Bild:Flag of Saxony.svg | Bild:Flag of Saxony-Anhalt.svg | Bild:Flag of Schleswig-Holstein.svg | Bild:Flag of Thuringia.svg |
| Freistaat Sachsen | Land Sachsen-Anhalt | Land Schleswig-Holstein | Freistaat Thüringen |
Hier sind die Landesflaggen der Länder dargestellt. Sie dürfen in der Öffentlichkeit von jedem Bürger gezeigt werden. Die Landesdienstflaggen dennoch sind in der Verwendung stark eingeschränkt – sie dürfen nur von den jeweiligen Landesbehörden verwendet werden.
Der Republik Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen: einmal die hier dargestellte weiß-blau gerautete Flagge, zum anderen die Fahne mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau (siehe beispielsweise hier: Bayern).
In folgenden Ländern gibt es keinen Unterschied zwischen Landesflagge und Landesdienstflagge: Bayern, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Die Bremer Landesflaggen mit Wappenbild (in zwei Varianten) dürfen auch von den Bürgern verwendet werden.
Die Landesdienstflaggen folgender Länder zeigen zusätzlich das Landeswappen: Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen. Die Berliner Dienstflagge zeigt anstelle des Bären der Landesflagge das vollständige Landeswappen.
Siehe auch
- Politisches System Deutschlands
- Liste der deutschen Bundesländer, geordnet nach Einwohnerzahl
- Liste der deutschen Bundesländer, geordnet nach Fläche
- Liste der deutschen Bundesländer, geordnet nach Bevölkerungsdichte
- Liste der Flaggen deutscher Länder
- Liste der Wappen deutscher Länder
Weblinks
Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
(TID 223096)
(TID 140854)
Deutschland || Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
(TID 223074)
(TID 724338)
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