Chemie
Aus Schlauweb
(TID 438491)
(TID 222876)
] bzw. [ˈkemi:(TID 438491)
(TID 222876)
], fälschlich auch [ˈʃemiː(TID 438491)
(TID 222876)
] (neueres Griechisch χημεία [çi:ˈmi:a(TID 438491)
(TID 222876)
], wörtlich „[die Kunstgriff der Metall-]Gießerei“ getreu von „Umwandlung“; nähere Etymologie weiter unten) ist die Lehre vom Aufbau, Verhalten und der Metabolismus der Stoffe sowie den dabei geltenden Gesetzmäßigkeiten. Die Chemie entstand in ihrer heutigen Form als exakte Naturwissenschaft im 17. und 18. Jahrhundert allmählich aus der Anwendung rationalen Schlußfolgerns basierend auf Beobachtungen und Experimenten der Alchemie. Einige der ersten großen Chemiker waren Robert Boyle, Humphry Davy, Jöns Jacob Berzelius, Joseph Louis Gay-Lussac, Joseph-Louis Proust, Marie und Antoine Lavoisier und Justus von Liebig.Bei chemischen Reaktionen werden Bindungen zwischen Atomen getrennt und neu gebildet, es findet also eine Stoffveränderung statt. Da die für die Chemie relevanten Eigenschaften der Atome fast ausschließlich in ihrer elektronischen Struktur (Elektronenhülle) begründet liegen, können grundlegende Aufgabengebiete der Chemie auch als „Physik der äußeren Elektronenhülle“ betrachtet werden.
Alle Eingriffe, die die Art des Stoffes (Stoff = Substanz) unverändert zulassen (z.B. Schmelzen, Erstarren), gehören zur Physik. Zur Kernphysik zählen Veränderungen am Atomkern.
Zu diesem Thema siehe auch den Artikel Grundlagen der Chemie und das Portal:Chemie in der Wikipedia.
Inhaltsverzeichnis |
Wortherkunft
Die Schreibung Chemie löste zu Beginn des 19. Jahrhunderts die seit dem 17. Jahrhundert bestehende als Chymie ab. Diese Chymie war wahrscheinlich eine Erkennen des Wesentlichen und Umdeutung der seit dem 13. Jahrhundert als Wort belegten Alchimie („die Kunstgriff des Goldherstellens“), welches selbst eine mehrdeutige Etymologie aufweist, zu den Konnotationen vergleiche die Wortherkunft des Wortes Alchemie<ref>Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, ISBN 3110174731</ref>: Das Wort wurzelt wohl in arabisch al-kīmiyá, welches u. a. „Stein der Weisen“ schließen lassen auf kann, eventuell aus altgriechisch χυμεία, chymeía, „die Gießung“, oder aus koptisch/altägyptisch kemi, „schwarz[e Erden]“.
Allgemeines
Die Chemie befasst sich mit den Eigenschaften der Elemente und Verbindungen, mit den möglichen Umwandlungen eines Stoffes in einen anderen, macht Vorhersagen über die Eigenschaften für bis jetzt unbekannte Verbindungen, liefert Methoden zur Vermittlung neuer Verbindungen und Messmethoden um die chemische Zusammensetzung unbekannter Üben zu entschlüsseln.
Ungeachtet alle Stoffe aus vergleichsweise wenigen „Bausteinsorten“, nämlich aus etwa 80 bis 100 der 118 bekannten Elemente aufgebaut sind, führen die unterschiedlichen Kombinationen und Anordnungen der Elemente zu verständigen auf Mio. sehr unterschiedlichen Verbindungen, die wiederum so unterschiedliche Materieformen wie Wasser, Sand, Pflanzen- und Tiergewebe o. PVC-Kunststoff aufbauen. Die Art der Zusammensetzung bestimmt schließlich die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Stoffe und macht damit die Chemie zu einer recht umfangreichen Wissenschaft.
Fortschritte in den verschiedenen Teilgebieten der Chemie sind oft die unabdingbare Voraussetzung für neue Erkenntnisse in anderen Disziplinen, besonders in den Bereichen Biologie und Medizin, aber auch im Bereich der Physik und der Ingenieurwissenschaften. Außerdem erlauben sie es häufig, die Produktionskosten für zahlreiche Industrieprodukte zu senken. Z. B. führen verbesserte Katalysatoren zu einem geringeren Energieverbrauch oder ein neuer, billigerer Reaktionsweg ersetzt einen alten.
- Für die Medizin ist die Chemie bei der Suche nach neuen Medikamenten und bei der Generierung von Arzneimitteln unentbehrlich.
- Die Ingenieurwissenschaften suchen häufig je nach Anwendung nach maßgeschneiderten Materialien (leichte Materialien im Flugzeugbau, beständige und belastbare Baustoffe, hochreine Halbleiter...). Die Suche nach solchen, sowie deren Synthese ist eine der Aufgaben der Chemie.
- In der Physik werden z. B. zur Durchführung von Experimenten oft hochreine Stoffe benötigt, deren Herstellung spezielle Synthesemethoden erfordert.
Wirtschaftliche Bedeutung der Chemie
Chemie im Alltag
Chemische Reaktionen im Tretmühle finden z. B. beim Kochen, Backen oder Braten statt, wobei oft gerade die hier ablaufenden, recht komplexen Stoffumwandlungen zum typischen Aroma der Speise beitragen. Weiterhin wird Nahrung chemisch zerlegt und mit körpereigenen Abbauvorgängen in Bestandteile und auch Energie umgewandelt. Eine gut beobachtbare chemische Reaktion ist die Verbrennung.
Haarfärbung, Verbrennungsmotoren, Handy-Displays, Waschmittel, Dünger, Arzneimittel u.v.m. sind sonstige Beispiele für Anwendungen der Chemie im alltäglichen Leben.
Im Tretmühle wird der Begriff 'Chemie' oft in einem eingeschränkten Sinn als Abkürzung für 'Produkt der chemischen Industrie' verwendet, beispielsweise bei der 'Chemischen Reinigung': Diese reinigt Textilien mit (synthetischen) Lösungsmitteln. Der Reinigungsvorgang selbst ist in der Regel ein Lösen der Verunreinigung (beispielsweise eines Fettflecks) im Lösungsmittel und damit kein chemischer Prozess (Stoffumwandlung) im eigentlichen Sinne, stattdessen ein physikalischer Vorgang (Lösen). Im Gegensatz dazu ist das hin und wieder als 'Putzen ohne Chemie' gepriesene Auflösen von Kalkflecken mit Essig o. Zitronensaft schon ein chemischer Vorgang, da dabei festes Calciumcarbonat (Kalk) durch die Säuren zu löslichen Casalzen und Hydrogencarbonat beziehungsweise Kohlenstoffdioxid ausgeführt wird.
Chemie als Schulfach
Hauptartikel: Chemie für die Schule
Es ist Aufgabe des Chemieunterrichts, einen Zugang in stoffliche Zusammensetzung und in Vorgänge der Natur zu geben. Stoffumwandlungen in der belebten und unbelebten Natur fußen ebenso auf chemischen Reaktionen und sollten als solche erkannt werden können. Ebenso sollte aus der Vermittlung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse Verständnis für die moderne Ingenieurwissenschaften und eine positive Einstellung dazu aufgebaut werden, da doch gerade die Chemie durch Einführung neuer Produkte einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Volk geleistet hat. Nicht zuletzt dient der Chemieunterricht auch dazu, die Schüler zu mündigen Verbrauchern zu erziehen.
Ansehen der Chemie
Die Chemie hat in der Öffentlichkeit - auch ob von Chemiekatastrophen und Umweltskandalen - ein relativ schlechtes Ansehen. Verschiedene Fachleute verspüren dies angesichts des Nutzens und der allgemeinen Bedeutung der Chemie als nicht gerechtfertigt, weil in Europa u. a. durch der strikten Legislative (Chemikaliengesetz, Gefahrstoffverordnung) eine weitgehend sichere Bedienung von Chemikalien gewährleistet ist.
Um das Ansehen der Chemie zu verbessern wurde das Im Jahre2003 von verschiedenen Trägerorganisationen zum „Jahr der Chemie“ erklärt.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Chemie, Chronologie der chemischen Entdeckungen
Die Chemie in der Antike bestand im angesammelten praktischen Wissen über Stoffumwandlungsprozesse und den naturphilosophischen Anschauungen der Antike. Die Chemie im Mittelalter entwickelte sich aus der Alchemie, die in China, Westen und Indien schon seit Jahrtausenden praktiziert wurde.
Elementumwandlung war die Untersuchung von Materie, wobei die Vorstellungswelt der Alchemisten nicht auf wissenschaftlichen Untersuchungen basierte, für auf Erfahrungstatsachen und empirischen Rezepten. Das Ziel ihrer Untersuchungen war eine Substanz mit dem Namen Stein der Weisen, die Stoffe wie Blei in Gold verwandeln sollte. Alchemisten führten eine große Auswahl Experimente mit vielen Substanzen durch, um diesen Stoff zu finden. Sie notierten ihre Entdeckungen und verwendeten für ihre Aufzeichnungen die gleichen Symbole, wie sie auch in der Astrologie üblich waren. Die mysteriöse Art ihrer Tätigkeit und die dabei fabrizierten farbigen Flammen, Rauch oder auchExplosionen führten dazu, dass sie als Magier und Hexer bekannt und partiell verfolgt wurden. Für ihre Experimente entwickelten die Alchemisten die gleichen Apparaturen, wie sie in diesen Tagen noch in der chemischen Verfahrenstechnik verwendet werden.
Ein bekannter Persönlichkeit war Albertus Magnus. Er befasste sich als Kleriker mit diesem Themenkomplex und fand bei seinen Experimenten ein neues chemisches Element, das Arsen. Kein Mensch hat allerdings je den Baustein der Weisen gefunden und im 17. Jahrhundert wurde die alchemistische Prinzip durch wissenschaftliche Methodik ersetzt. Einiges vom Wissen der Alchemisten wurde von den ersten Chemikern verwendet, die ihre Arbeit auf logische Schlussfolgerungen ihrer Beobachtungen gründeten und nicht auf der Idee, zum BeispielBlei in Gold zu verwandeln.
Die Chemie in der Neuzeit erhielt als Wissenschaft entscheidende Impulse im 18. und 19. Jahrhundert: Sie wurde auf die Basis von Messvorgängen und Experimenten gestellt - den Anwendung der Waage sowie die Beweisbarkeit von Hypothesen und Theorien über Stoffe und Stoffumwandlungen. Die Arbeiten von Justus von Liebig über die Wirkungsweise von Dünger begründeten die Agrarchemie und lieferten wichtige Erkenntnisse über die anorganische Chemie. Die Retrieval nach einem synthetischen Ersatz für den Farbstoff Indigo zum Färben von Textilien waren der Auslöser für die bahnbrechenden Entwicklungen der organischen Chemie und der Pharmazie. Auf beiden Voraussetzen hatte man in Deutschland bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine absolute Vorrangstellung. Dieser Wissensvorsprung ermöglichte es beispielsweise, den zur Führung des Ersten Weltkrieges notwendigen Sprengstoff stattdessen aus importierten Nitraten mit Hilfe der Katalyse aus dem Stickstoff der Luft zu gewinnen (siehe Haber-Bosch-Verfahren).
Die Autarkiebestrebungen der Nationalsozialisten gaben der Chemie als Forschung andere Impulse. Um von den Importen von Erdöl unabhängig zu werden, wurden Verfahren zur Verflüssigung von Steinkohle entwickelt (Fischer-Tropsch-Synthese). Ein weiteres Beispiel war die Entwicklung von synthetischem Kautschuk für die Anfertigung von Fahrzeugreifen.
In der heutigen Zeit ist die Chemie ein wichtiger Komponente der Lebenskultur geworden. Chemische Produkte umgeben uns überall, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Allerdings haben Unfälle der chemischen Großindustrie wie z. B. die von Seveso und Bhopal der Chemie ein sehr negatives Image verschafft, so dass Slogans wie „Weg von der Chemie!“ sehr populär werden konnten.
Die Forschung entwickelte sich um die Wende zum 20. Jahrhundert soweit, dass vertiefende Studien des Atombaus nimmer zum Bereich der Chemie gehören, an Stelle zur Atomphysik genauer Kernphysik. Diese Forschungen lieferten dennoch wichtige Erkenntnisse über das Wesen der chemischen Stoffwandlung und der chemischen Bindung. Sonstige wichtige Impulse gingen dabei auch von Entdeckungen in der Quantenphysik aus (Elektronen-Orbitalmodell).
Berühmte Chemiker
- Bedeutende Chemiker (chronologisch) (nach Geburtsdatum geordnet)
- Bedeutende Chemiker (alphabetisch)
- Bedeutende Chemiker (Kategorien) (nach den Fachgebieten geordnet, dort alphabetisch)
- Liste der Nobelpreisträger für Chemie, Nobelpreisträger
Fachrichtungen
Die Chemie wird aus traditionellen Gründen in die organische und anorganische Chemie unterteilt, wobei etwa um 1890 auch noch die physikalische Chemie hinzukam.
Seit der Harnstoffsynthese 1828 von Friedrich Wöhler, bei der die organische Substanz Harnstoff aus der anorganischen Verbindung Ammoniumcyanat hergestellt wurde, verwischen sich die Grenzen zwischen Stoffen aus der unbelebten (den „anorganischen“ Stoffen) und der belebten Natur (den organischen Stoffen). So stellen Wesen auch eine Menge anorganischer Stoffe her, während im Laboratorium fast alle organischen Stoffe hergestellt werden können.
Die traditionelle, aber auch willkürliche Unterscheidung zwischen anorganischer und organischer Chemie wurde aber dennoch beibehalten. Ein Grund besteht darin, dass die organische Chemie stark vom Molekül bestimmt wird, die anorganische Chemie jedoch oft von Ionen, Kristallen, Komplexverbindungen und Kolloiden. Ein weiterer ist, dass sich die Reaktionsmechanismen und Stoffstrukturen in der Anorganik und Organik mehrfach unterscheiden.
Eine sonstige Möglichkeit ist es, die Chemie nach der Zielrichtung in die untersuchende, 'zerlegende' Analytische Chemie und in die aufbauende, produktorientierte Präparative- oder Synthetische Chemie aufzuspalten. In der Lehrpraxis der Universitäten ist die Analytische Chemie oft als Unterrichtsfach vertreten, während die Präparative Chemie entsprechend der organischen oder anorganischen Chemie behandelt wird.
Es gibt natürlich noch alternative Fachgebiete, doch die hier geschilderten sollen einen groben Überblick verschaffen.
Für die entsprechenden Hauptartikel siehe Chemie in der Wikipedia.
Anorganische Chemie
Hauptartikel: Anorganische Chemie
Diese, auch Anorganik genannte Richtung, umfasst, einfach ausgedrückt, die Chemie aller Elemente und Verbindungen, die nicht ausschließlich Kohlenstoffketten enthalten, denn diese sind Gegenstände der organischen Chemie. Die anorganische Chemie beschäftigt sich z. B. mit Phosphorsäure, Silizium und anderen kohlenstofffreien Verbindungen, aber auch mit Kohlendioxid, den Säuren Cyanwasserstoff (Blausäure) und Kohlensäure sowie mit deren Salzen. Es gibt aber noch eine ganze Reihe von Verbindungen, z. B.Organometallverbindungen, die sich nicht so eindeutig zuordnen lassen.
In der Anorganik geht es um kleine Moleküle oder überhaupt um Salze bzw. Metalle, daher ausreichend eine Summenformel meist aus. In wenigen Fällen, wo es dennoch Isomere gibt, werden verständlicherweise wie in der organischen Chemie systematische Namen und Strukturformeln benötigt. Oft orientieren sich diese dabei selbst an denen von ähnlich aufgebauten Substanzen in der organischen Chemie (siehe zum BeispielSilane).
Historische Definition: Die Anorganische Chemie befasst sich mit den chemischen Elementen und Reaktionen der Stoffe, die nicht von organischem Leben (mit Hilfe der hypothetischen Lebenskraft) erzeugt werden.
Siehe auch zur anorganischen Chemie:
- Chemie der Metalle
- Chemie der Nichtmetalle
- Komplexchemie, einschließlich der Bioanorganischen Chemie
- Festkörperchemie
- Kristallographie
- Strukturchemie
- Metallorganische Chemie (steht zwischen Anorganischer und Organischer Chemie)
- Kolloidchemie
- Atmosphärenchemie
- Kosmochemie
Organische Chemie
Hauptartikel: Organische Chemie
Die auch Organik genannte organische Chemie ist die Chemie des Elementes Kohlenstoff und seiner Verbindungen mit anderen Elementen. Durch dessen Fähigkeit, lange Ketten zu bilden, sowie durch die drei verschiedenen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungsmöglichkeiten ( Einfach-, Doppel- und Dreifachbindung) sind in der Organischen Chemie wesentlich mehr und in der Regel komplexere Verbindungen bekannt als in der anorganischen Chemie. Durch die enorme Vielfalt an Ketten, Ringen und anderen Verbindungen enthält schon alleine die Chemie der Kohlenwasserstoffe eine gewaltige Zahl an unterschiedlichen Substanzen, die sich oft nur an einer einzigen Doppelbindung oder überhaupt nur an der Struktur unterscheiden. Hinzu kommt noch, dass häufig auch Fremdatome im Kohlenwasserstoffgerüst integriert sind. Um diese Unzahl an Verbindungen einwandfrei zu identifizieren, genügen keine Summenformeln mehr, was sich mit einem Beispiel leicht demonstrieren lässt:
C2H6O kann bedeuten:
Ethanol („Alkohol“): Bild:Ethanol.png
Dimethylether: Bild:Dimethylether.PNG
Wie alle durch bloßes Abzählen feststellen kann, stimmt die Summenformel für alle beide Substanzen, die allerdings sehr unterschiedlich sind, worüber man sich bei den entsprechenden Hauptartikeln überzeugen kann. Es sind im Großen und Ganzen nur 7 Atome vorhanden, doch doch ist eine Summenformel allein keine ausreichende Stigmatisierung mehr. Nun muss man sich nur noch zusätzliche Atome vorstellen, und das Kuddelmuddel ist perfekt.
Aus diesem Grund gibt es die IUPAC- Nomenklatur, die jedweder Substanz (auch jeglicher anorganischen) einen eindeutigen, systematischen Namen zuweisen, nichtsdestotrotz gerade bei organischen Stoffen oft Trivialnamen (gewohnte Bezeichnungen; z. B.: Essigsäure) vorhanden sind. Nach diesen Regeln wird die erste Substanz Ethan(C2H6) + ol (Endung für Alkohole, also -OH), also Ethanol, und die zweite Meth(Methyl (CH3-)) + oxy (-O-) + Methan, also Methoxymethan, genannt.Historische Definition: Früher dachte man, dass organische Substanzen, wie schon das Wort „organisch“ sagt, nur von Geschöpf hergestellt werden könne. Man schrieb dies einer so genannten „vis vitalis“, also einer „Lebenskraft“ zu, die in diesen Substanzen verborgen sei. Diese Konzept war lange unangefochten, bis es Friedrich Wöhler 1828 gelang, zum ersten Mal eine anorganische Substanz im Laboratorium in eine organische umzuwandeln. Wöhlers berühmte Harnstoffsynthese aus Ammoniumcyanat durch Heiß machen auf 60°:
Bild:Ammonium.PNGOCN- <math> rightarrow </math> Bild:Harnstoff.png
Siehe auch:
Physikalische Chemie
Hauptartikel: Physikalische Chemie
Bei der physikalischen Chemie handelt es sich um den Grenzland zwischen Physik und Chemie. Während in der präparativen Chemie (Organik, Anorganik) die Fragestellung z. B. ist: „Wie kann ich einen Stoff erzeugen“, beantwortet die physikalische Chemie stärker quantitative Fragen, z. B. „Unter welchen Bedingungen findet eine Reaktion statt?“ (Thermodynamik), oder „Wie schnell ist die Reaktion“ (Kinetik). Die an Bedeutung gewinnende theoretische Chemie, Quantenchemie oder Molekularphysik versucht, Eigenschaften von Stoffen, chemischer Reaktionen und Reaktionsmechanismen durch von physikalischen Modellen, wie z. B. der Quantentheorie oder Quantenelektrodynamik und numerischen Berechnungen zu ergründen.
Die Physikalische Chemie wurde um 1890 erst einmal von Svante Arrhenius, Jacobus Henricus van 't Hoff und Wilhelm Ostwald begründet. Letzterer war auch erster Hrsg. der 1887 gemeinsam mit van 't Hoff gegründeten Zeitschrift für physikalische Chemie und hatte in Leipzig den ersten deutschen Lehrstuhl für Physikalische Chemie inne. Das erste eigenständige Institut für Physikalische Chemie wurde 1895 von Walther Nernst, der sich bei Ostwald habilitiert hatte, in Göttingen gegründet. Weitere spezifisch der Physikalischen Chemie gewidmete Institute folgten dann in rascher Folge in Leipzig (1897), Dresden (1900), Karlsruhe (1903), Breslau, Berlin (1905) und andernorts.
Chemiker und Physiker, die vornehmlich im Bereich der Phyikalischen Chemie tätig sind, werden auch als Physikochemiker bezeichnet.
Siehe auch zur physikalischen Chemie:
- Chemische Sensorik, z. B. Abgasanalyse mit der Lambda-Sonde;
- Elektrochemie (Elektrolyse, Batterien, Akkus, Brennstoffzellen, Galvanotechnik);
- Atmosphärenchemie, z. B. Ozonloch;
- Prozessanalytik: Beobachten und Regeln von Produktionsanlagen;
- Spektroskopie, z. B. zum Entwickeln neuer analytischer Verfahren;
- Phasenlehre: LCD-Flachbildschirme;
- Magnetochemie
Biochemie
Hauptartikel: Biochemie
Theoretische Chemie
Hauptartikel: Theoretische Chemie
Theoretische Chemie ist die Anwendung nichtexperimenteller (üblicherweise mathematischer oder computersimulationstechnischer) Methoden zur Erklärung oder Voraussage chemischer Phänomene. Man kann die Theoretische Chemie grob in zwei Richtungen unterteilen: Einige Methoden gründen auf Quantenmechanik, sonstige auf der statistischen Thermodynamik. Wichtige theoretische Laborant sind bzw. waren Linus Pauling, John A. Pople, Walter Kohn und John C. Slater. Siehe auch:
Analytische Chemie
Hauptartikel: Analytische Chemie
- Qualitative Analyse mit Nachweisreaktionen und Kationentrenngang
- Quantitative Analyse
- Anorganische analytische Chemie
- Organische analytische Chemie
- Lebensmittelchemie
- Mikrochemie und Spurenanalyse
- Klinische Chemie (vergleiche Labormedizin) und Toxikologie
- Chemometrik
- Chromatographische Analysenverfahren
- Spektroskopische Analysenverfahren
Technische Chemie
Hauptartikel: Technische Chemie
Spezielle Chemie
- Bioanorganische Chemie
- Geochemie
- Kosmochemie
- Lebensmittelchemie
- Metallorganische Chemie (oder Organometallchemie)
- Umweltchemie
- Wasserchemie
- Geschichte der Chemie
Quellen
<references/>
Literatur
- Charles E. Mortimer: Chemie - Das Basiswissen der Chemie. Thieme 2003, ISBN 3134843080
- Eine Zusammenstellung von ausgewählten Beiträgen aus Spektrum der Wissenschaft: Digest: Moderne Chemie. Spektrum der Forschung Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg, Juni 1995, ISSN 0945-9537
(TID 190547)
- Pedro Cintas: Der Weg zu chemischen Namen und Eponymen: Entdeckung, Priorität und Würdigung. Angewandte Chemie 116(44), S. 6012 - 6018 (2004), ISSN 0044-8249
(TID 190547)
- Joachim Kranz; Manfred Kuballa: Chemie im Alltag, Berlin, 2003, ISBN 3-589-21692-1
- Michael Wächter: Stoffe, Teilchen, Reaktionen. Firma Handwerk und Technik, Hamburg 2000, ISBN 3-582-01235-2
- Basiswissen Schule Chemie (2. Auflage) Duden, IBSN: 3-89818-026-3
Weblinks
- Portal für Schüler und Studenten mit Forum, Jobbörse und Buchbesprechungen
- Deutsches Chemie-Portal
- Netchemie - Chemie für Schule Studium und Alltag: Lexika, Versuche, Software und Forum
- Chemie im Alltag: Artikel und kostenlose Beratung rund um Themen der Chemie
| (TID 646251) | Wiktionary: Chemie – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
| (TID 646251) | Wikibooks: Chemie – Lern- und Lehrmaterialien |
(TID 318133)
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