Christentum
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel beschreibt das Christentum. Für alternative Bedeutungen, siehe Christen (Begriffsklärung). |
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Das Christentum ist mit rund 2 Tausend Millionen Anhängern vor dem Islam (ca. 1,2 Milliarden) und dem Hinduismus (rund 800 Millionen) die größte Religion der Erde und eine der fünf Weltreligionen. Gelegentlich wird mit dem Begriff auch die Christenheit – die Spektrum der Anhänger dieser Gottesglauben – bezeichnet.
Der Begriff Christentum (v. griech. christianismós) wird erstmalig in einem Schreiben des syrischen Bischofs Ignatius von Antiochia erwähnt. Die Anhänger des Christentums nennen sich selbst Christen, nach Jesus Christus. Die Apostelgeschichte erzählt, dass die Nachfolger Christi den Namen Christen zuerst von den Ungläubigen der syrischen Gemeinde Antiochia erhielten, in welche sie nach den ersten Verfolgungen in Palästina geflohen waren.
Das Christentum ist eine monotheistische, gestiftete und missionierende Religion. Ihre Wurzeln liegen im Judentum, in Palästina, zur Zeit der römischen Herrschaft zu Beginn des 1. Jahrhunderts. Das Christentum geht zurück auf die Anhänger eines jüdischen Wanderpredigers namens Jesus von Nazaret. Charakter wird von den Christen als der Christus (der Gesalbte), also der jüdische Messias, verehrt sowie als der Mensch gewordene Sohn Gottes.
Der Kern der christlichen Theismus rührt nach ihrem Selbstverständnis aus einer Zuwendung Gottes an den Menschen. In dieser Zuwendung, bei der sich Gott offenbart bzw. sich selbst erschließt, wird die Beziehung Mensch-Welt-Gott geklärt. Wie alle Religionen mit Exklusivitätsanspruch versteht sich das Christentum selbst entweder als der alleinige Ort, an dem sich Gott den Leute zugewandt hat oder mindestens als der Ort, an dem er dies in angemessenster, geklärtester und unüberholbarer Weise getan hat. Nach der ersten Position werden alle anderen Religionen als unzulässige und unmögliche Versuche des Leute angesehen, mit seinen Anstrengungen und „Werken“ Gott, oder das, was er dafür hält, zu gefallen und sich ihm zu nahen; die alternative sieht diese Versuche als unzulänglich geklärte an. Diese Klärung, die in Gottes Offenbarung geschieht, ist jedoch für alle beide dieser Positionen ein Aufmerksamkeit (Gnade) Gottes, kein aktives Tun des Menschen.
Mehrheitlich herrscht im Christentum der Vertrauen vor, dass Gott sich in Mensch Christus der sündigen Menschheit zugewandt hat. Der Tod Jesu Christi am Kreuz wird dabei als dienende Erlösertat Gottes angesehen. In Charakter sei somit die Schuld und Sünde der gesamten Menschheit aufgehoben, wobei die Wirksamkeit dieser Sündenvergebung für den einzelnen von dessen glaubender Annahme des Gnadengeschenks abhänge. Als Initialzündung des christlichen Glaubens gilt die Erschließung dieser Gewissheit an Ostern, dem dritten Tag nach Jesu Kreuzigung, an dem Gott an Heiland die Auferstehung bzw. Rückkehr als erstem von allen Volk gewirkt und somit die Botschaft dieses Erlöser von Nazareth bestätigt haben soll. Durch diesen Oster- bzw. Auferstehungsglauben entstand die christliche Gemeinschaft („Kirche“). Ein weiteres Kennzeichen des Christentums ist das Singen von Gottessohn von Nazareth als „Christus“, „Sohn Gottes“ etc. (Hoheitstitel). Diesen Glauben versuchte man, zusammen mit der Erinnerung an Heiland von Nazareth als dem Subjekt der Gemeinschaft und dem Glauben an Erlöser Christus, als dem Verkünder der Botschaft Gottes, im geschichtlich gewachsenen und in mehreren Konsensbewegungen festgelegten neutestamentlichen Kanon authentisch festzuhalten und zu wahren (Weiterführendes siehe „Christliche Lehre“).
Inhaltsverzeichnis |
Verbreitung
Die christliche Religion, alle Glaubensrichtungen zusammengenommen, ist die zahlenmäßig bedeutendste Weltreligion; es wird geschätzt, dass ungefähr ein Drittel aller Leute auf der Welt einer der christlichen Kirchen angehören. Diese Löhnen basieren jedoch nur auf Schätzungen, da die Definitionen, wer als Christ mitzuzählen sei und wer nicht, auseinandergehen. Die meisten staatlichen Statistiken werden auf Selbstbezeichnungen der einzelnen Staatsbürger oder Hochrechnungen zurückzuführen sein, immer wieder einmal auch auf amtliche Listen. Inwieweit alternative Christen zufolge dieser Besondere Eigenschaften in den dort gezählten Personen Christen sehen, kann auf statistischer Basis nicht geschätzt werden, da es in der Regel auf sehr individuelle Geisteshaltungen geprägt wird. In vielen Ländern der Erde werden Christen auch dieser Tage verfolgt, so dass daher auch nur sehr ungewisse Bezahlen vorliegen.
Christentum weltweit in Zahlen (2000)
| Region | Bevölkerung | Christen | |||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. | Wachstum | in Prozent | in Mio. | Wachstum | |
| Okzident | 730 | 0,05 % | 71,0 % | 519,1 | -0,4 % |
| Deutschland | 82 | 0,1 % | 69,4 % | 57,1 | -1,0 % |
| Helvetia | 7 | 0,67 % | 86,6 % | 6,4 | 0,4 % |
| Österreich | 8 | 0,52 % | 89,7 % | 7,3 | 0,2 % |
| Asien | 3.691 | 1,41 % | 8,5 % | 316,5 | 3,7 % |
| Afrika | 784 | 2,41 % | 48,3 % | 379,4 | 2,8 % |
| Angloamerika | 309,6 | 0,85 % | 81,5 % | 259,0 | 0,7 % |
| Lateinamerika | 519 | 1,59 % | 91,6 % | 476,6 | 1,5 % |
| Stiller Ozean | 31 | 1,59 % | 73,3 % | 22,9 | 0,74 % |
| Weltweit | 6.065 | 1,59 % | 32,5 % | 1.973,0 | 1,4 % |
Bevölkerungszahlen der UNO von 1998. Bezahlen über Religionszugehörigkeit aus Gebet für die Welt, Ausgabe 2003 (siehe unten). Die Daten führen zu aus den Jahren 1998-2000. Die Wachstumsraten betreffen das durchschnittliche Wachstum von 1995-2000, beruhen jedoch z. T. auf einem Wechsel der Datenbasis.
Zusammenhalt, Organisation und Richtungen
- Chronologie der christlichen Kirchen, Konfessionen und Sondergruppen
- Liste der christlichen Konfessionen
- Ekklesiologie
Die gesamte Christenheit wird als „die Kirche“ angesehen, als Leib Christi mit Christus als Kirchenoberhaupt und ganz einzelne Christ stellt ein Glied dieses mystischen Leibes dar. Manche christlichen Theologen unterscheiden zwischen der „unsichtbaren Kirche“, die alle gläubigen Christen aller Konfessionen umfasst, und der oder den sichtbaren Kirchen, deren Mitglieder mehr oder weniger gläubig sein können. Alle christlichen Kirchen und Gemeinden fühlen sich dem Leib Christi zugehörig. Die Meinungen darüber, wer außer der spezifischen Kirche auch noch dem Leib Christi zugehört, sind jedoch sehr unterschiedlich: das Spektrum geht von „alle getauften Mitglieder aller christlichen Kirchen“ über „wir wissen es nicht“ so weit wie „nur wer so wie wir glaubt und in unserer Gemeinschaft getauft ist“.
Jede Menge Kirchen sind in einer mehr oder weniger lockeren Gemeinschaft mit anderen Kirchen, die in beiderseits anerkannten Dozieren begründet ist, ohne deshalb ihre spezifischen Einbläuen und Bräuche aufzugeben. Beispiele für solche Gemeinschaften sind der Ökumenische Rat der Kirchen, die Evangelische Allianz, die Leuenberger Konkordie. Anliegend gibt es auch Kirchengemeinschaften, die die vollständige gegenseitige Anerkennung von Sakramenten, Kirchenmitgliedschaft und Ämtern beinhalten. Beispiele für solche Kirchengemeinschaften sind die anglikanische Kommunion oder die östlich-orthodoxen Kirche oder die evangelischen Unierten Kirchen.
Innerhalb des Christentums entstanden bald etliche Gruppierungen bzw. Strömungen, hin und wieder durch politische Motive oder geografische Gegebenheiten, aber auch durch abweichende Lehrmeinungen. Grob zulassen sich diese Richtungen nach ihren Merkmalen in Konfessionen einteilen. Zu einer Konfession gehören eine oder zahlreiche Kirchen oder Gemeinden. Der einzelne Christ ist Charakter einer bestimmten Kirche oder Gemeinde. Anliegend den Konfessionen gibt es in diesen Tagen auch konfessionsübergreifende theologische Richtungen, zum Beispielliberal, evangelikal, oder abercharismatisch.
Historische Entwicklung
In der antiken Welt gab es fünf christliche Patriarchate, denen jeweilig die lokalen Metropoliten, Erzbischöfe und Bischöfe unterstellt waren: Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem. War über wesentliche Lehrfragen zu entscheiden, wurde ein Konzil (eine Zusammenkunft von Bischöfen) einberufen. Das höchste Ansehen genossen die ökumenischen Konzile, in denen Bischöfe aus allen Patriarchaten zusammenkamen; allerdings hatten auch diese nicht „das letzte Wort“, denn mehreren Konzilen, die sich selbst als „ökumenisch“ betrachteten, wurde dieser Status wegen mangelnder Zustimmung der Bevölkerung später aberkannt. Alles in allem gab es zwischen 321 und 787 sieben ökumenische Konzile, die bis zum heutigen Tag von östlich-orthodoxen, katholischen und den meisten evangelischen Kirchen renommiert werden; zahlreiche evangelische Kirchen erkennen allerdings das siebte Konzil nicht an wegen seiner Ikonenlehre.
Zu einer ersten Aufspaltung kam es 451 nach dem ökumenischen Konzil von Chalcedon, das die Natur Christi als sowie menschenfreundlich sowohl göttlich definierte (siehe auch Arianismus). Die Patriarchate einschließlich Rom akzeptierten den Konzilsentscheid. Die miaphysitischen Kirchen haben dagegen eine Lesart gewählt, die nicht mit der des Konzils passend ist. Die Koptische Kirche hält Gottessohn für fleischgewordenes Wort, d.h. er ist göttlich, jedoch in vollkommen fleischlicher Gestalt. Alle beide spalteten sich von ihren jeweiligen Patriarchaten Antiochia und Alexandria ab. Die Assyrische Kirche des Ostens vertrat eine dem Miaphysitismus entgegengesetzte Position.
In den folgenden Jahrhunderten vertiefte sich in der Reichskirche die Entfremdung zwischen der östlichen und westlichen Überlieferung bis zum definitiven Bruch. Die westliche Gepflogenheit entwickelte sich in der Spätantike und im frühen Mittelalter im weströmischen Reich, während die östliche Brauch in Konstantinopel, Kleinasien, Syrien und Ägypten entstand (Byzantinisches Reich). Die eigentlich dogmatischen Unterschiede bleiben zwar bis auf den heutigen Tag gering, aber die römische Kirche hatte in dieser Zeit Dozieren entwickelt, die nicht von ökumenischen Konzilen abgesegnet worden waren, z.B. bezüglich Primat des Papsttums und Filioque und forderte Jurisdiktion über die übrigen Patriarchate, was diese verweigerten. Zusätzliche Unterschiede bestanden längst bezüglich politischer Umgebung, Sprache und theologischen Ansätzen. Die Umstand eskalierte und 1054 kam es zu einer gegenseitigen Exkommunikation zwischen dem Nachfolger Petri und dem Patriarchen von Konstantinopel. Auf diesen Anlass wird üblicherweise das Morgenländische Schisma zwischen östlich-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche datiert. Trotz einiger Versöhnungsversuche blieben die Traditionen von da an getrennt.
Die westliche Brauch (Römisch-katholische Kirche ohne unierte Ostkirchen) erfuhr durch die Reformation des 16. Jahrhunderts eine neue tief greifende Spaltung. Sie betraf an erster Stelle das Kirchen- und Sakramentsverständnis und die Erlösungslehre. Die reformatorische Bewegung führte zu mehreren parallelen Kirchenbildungen, von denen sich folglich Verlauf neue Gruppierungen lösten, die sich aber auch abermals zu Kirchengemeinschaften zusammenfanden.
Während die verschiedenen Traditionen sich früher gegenseitig exkommunizierten, sind sie in diesen Tagen bei einer gewissen Akzeptanz und einer unterschiedlich stark ausgeprägten Zusammenarbeit in der Ökumene angelangt und sehen Konfessionen, die die zentralen Elemente der christlichen Lehre auch bejahen, als christliche Schwesterkirchen, oder immerhin christliche Kirchengemeinschaften (siehe Domine Jesu) an. In der evangelikalen Brauch ist die ökumenische Zusammenarbeit mit Kirchen, die dieser Gepflogenheit nicht angehören (z.B. im Weltkirchenrat), umstritten; auch die römisch-katholische Kirche arbeitet nicht in diesem Forum mit.
Östliche Tradition
Die Patriarchate von Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem und einige seit neu dazugekommene nationale Kirchen, haben bis auf den heutigen Tag die gleiche Religionswissenschaft und Spiritualität, die sich, im Gegensatz zu übereinkommen Teilen der protestantischen und katholischen Theologie, kaum verändert hat, und sehen sich als Teil der ursprünglichen, von Christus gegründeten Kirche. Allen ist gemeinsam, dass sie Bibel und Liturgie in der jeweiligen Landessprache haben. Die größte orthodoxe Kirche ist in diesen Tagen die Russisch Orthodoxe Kirche. Dieser Tage haben die orthodoxen Patriarchate oft auch Kirchen im Ausland, die ihnen unterstellt sind. Es gibt signifikante Unterschiede zwischen den Orthodoxen und den westlichen Kirchen - dazu gehören z.B. die Position der Dreifaltigkeit und der Erlösungstat Christi, der Stellenwert der Liturgie, die Heiligungslehre, die Spiritualität, die Bedeutung von Ikonen, oder die Lehre über die Kirche. Die orthodoxen Kirchen haben ihre historischen Schwerpunkte in Osteuropa, im Balkan, im Nahen Osten, in Indien und in Nordostafrika, sind in diesen Tagen als Auswandererkirchen in allen Teilen der Welt zu finden.
Römisch-katholische Kirche und orthodoxe Kirchen unterscheiden sich also hauptsächlich darin, dass es in der orthodoxen Kirche keinen Bischof von Rom gibt (obwohl der Patriarch von Konstantinopel einen Ehrenvorrang innehat) und die Rechtgläubigkeit von synodalen Prozessen geleitet wird. In beiden Kirchen gibt es 7 heilige Sakramente (Taufe, Heilige Eucharistie/Kommunion, Salbung bzw. Firmung, Sakrament der Versöhnung/Bußsakrament, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe). In orthodoxen Kirchen werden die Sakramente Taufe, Erstkommunion und Firmung zusammen im Kindesalter gespendet, während dies in der römisch-katholischen Kirche chronometrisch stufig wurde; in den katholischen Ostkirchen werden Eucharistie und Firmung ebenso unmittelbar nach der Taufe gespendet. Der Zölibat wird in der orthodoxen Kirche plus in den katholischen Ostkirchen nur für das Bischofsamt und für Ordensleute vorgeschrieben, während er in der westlichen katholischen Kirche für alle Pastor vorgeschrieben ist. Die Lehre beider Kirchen basiert auf der Lehre Christi, deren Verständnis in der kirchlichen Gepflogenheit unter der Leitung des Verehren Geistes vorwärts kommen kann, wobei eine „traditio constitutiva“ (unveränderbar) und eine „traditio divino-apostolica“ die sich in der menschlichen traditiones zeigt (Ausdruck, daher veränderbar) zu unterscheiden ist. Die Rechtgläubigkeit beschränkt die „traditio constitutiva“ auf die von ihnen anerkannten ökumenischen Konzilien.
Westliche Tradition
Im weströmischen Reich entwickelte sich eine Lehre, dass der Pastor von Rom (Papst) eine Autorität besitzt, die direkt auf den Apostel Petrus zurückgeführt werden kann und die ihn zum Stellvertreter Christi und damit Eigner des obersten Jurisdiktions-, Lehr- und Hirtenamts in der christlichen Kirche macht. Diese Entwicklung, die schon unter Irenäus von Lyon begonnen hatte, vollzog sich schrittweise, bis im 1. Vatikanischen Konzil das Glaubenssatz der päpstlichen Unfehlbarkeit bezüglich der ex cathedra verkündeten Glaubensaussagen promulgiert wurde. Um die Zentrum des zweiten Jahrtausends entwickelte sich an verschiedenen Lokalisieren europäisch (Martin Luther und Ulrich Zwingli im deutschen Sprachraum, Johannes Calvin im französischen, und Thomas Cranmer im englischen) aus Demo gegen Missbräuche in der katholischen Kirche die Reformation. Nach der Umorientierung war die westliche Kirche weiter in eine römische Überlieferung (die in der Neuorientierung zu Rom hielt) und eine reformatorische Überlieferung (die sich von Rom löste) gespalten. Im Ersten Vatikanischen Konzil trennten sich dann, unter Führung des Erzbischofs von Utrecht, die Altkatholische Kirche von der römisch-katholischen Kirche; weil ihre historische Gepflogenheit zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert mit Rom parallel lief, sie sich aber dieser Tage in ihrer Lehre mit der Anglikanischen Kirche, die aus der Umorientierung hervorging, angeschlossen ist, ist ihre Einteilung schwierig.
Römische Tradition
Die römisch-katholische Kirche sieht sich – gemeinsam mit der orthodoxen Kirche – als alleinige Verwalterin aller Sakramente, da sie in ihr die Kirche Christi subsistiert sieht (vgl. 2. Vatikanisches Konzil Lumen Gentium so wie Apostolicae Curae und Domine Jesu). Römisch-katholische Kirche und orthodoxe Kirchen unterscheiden sich also hauptsächlich darin, dass es in der orthodoxen Kirche keinen Bischof von Rom gibt (obwohl der Patriarch von Konstantinopel einen Ehrenvorrang innehat) und die Rechtgläubigkeit von synodalen Prozessen geleitet wird. In beiden Kirchen gibt es 7 heilige Sakramente (Taufe, Heilige Eucharistie/Kommunion, Salbung bzw. Firmung, Sakrament der Versöhnung/Bußsakrament, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe). In orthodoxen Kirchen werden die Sakramente Taufe, Erstkommunion und Firmung zusammen im Kindesalter gespendet, während dies in der römisch-katholischen Kirche chronometrisch stufig wurde; in den katholischen Ostkirchen werden Eucharistie und Firmung gleichermaßen unmittelbar nach der Taufe gespendet. Der Zölibat wird in der orthodoxen Kirche sowohl .... als auch in den katholischen Ostkirchen nur für das Bischofsamt und für Ordensleute vorgeschrieben, während er in der westlichen katholischen Kirche für alle Priester vorgeschrieben ist. Die Lehre beider Kirchen basiert auf der Lehre Christi, deren Verständnis in der kirchlichen Überlieferung unter der Leitung des Verehren Geistes vorwärts kommen kann, wobei eine „traditio constitutiva“ (unveränderbar) und eine „traditio divino-apostolica“ die sich in der menschlichen traditiones zeigt (Ausdruck, daher veränderbar) zu unterscheiden ist. Die Rechtgläubigkeit beschränkt die „traditio constitutiva“ auf die von ihnen anerkannten ökumenischen Konzilien.
Die römisch-katholische Kirche ist die größte christliche Konfession und in regional unterschiedlicher Stärke global vertreten. Die apostolische Abfolge spielt bei ihr, bei den Altkatholiken und bei den Anglikanern eine Rolle bei der Gültigkeit der Weihe von Bischöfen und daran anknüpfend Priestern. Im I. Vatikanischen Konzil trennten sich die Kirchen der römischen Katholiken und die der Altkatholiken; letztere lehnen die Unfehlbarkeit des Papstes ab und ebenso den Pflichtzölibat, während erstere die gegenteilige Position in diesen Fragen hat; die Leitung bei den Altkatholiken obliegt ähnlich der Rechtgläubigkeit einer Synode.
Römisch-katholische Gottesdienste sind, wie bei anderen Kirchen auch, für alle zugänglich; unterschiedlich als bei vielen anderen Kirchen ist der Kommunion-Empfang jedoch nur für getaufte Christen, die sich in Einheit mit der römischen Lehre wissen, und auch nur nach Aufnahme der Erstkommunion möglich. Die Interkommunion ist untersagt und nur in Ausnahmefällen gestattet.
Evangelische Tradition
Die evangelischen Kirchen verstehen sich als aus der biblischen Schrift hervor begründet (Sola scriptura), während die römisch-katholische Kirche sich durch die Schrift und die Überlieferung begründet sieht. Dennoch erkennen die evangelischen Kirchen die frühen kirchlichen Traditionen, ihre Synode, und die aus ihr stammenden Bekenntnisse (Apostolikum, Nizäisches Glaubensbekenntnis) an. Diese beziehen ihre Autorität jedoch nur aus ihrem Konsens mit dem evangelischen Verständnis der Schrift, und nicht durch der Ämter ihrer Autoren.
Die öffentliche Auseinandersetzung Luthers mit der römisch-katholischen Überlieferung begann – nach einer mehrjährigen theologischen Entwicklung – mit den 95 Thesen; seine Lehre ist in zwei von ihm verfassten Katechismen (Großer und Geringer Katechismus) u.a. Schriften festgehalten. Luther selbst war noch Protektionist der Kindstaufe, des Bußsakraments und der Marienverehrung. Der als Augustinermönch ausgebildete Theologe verfasste allerdings eine neue, auf Augustin fußende Rechtfertigungslehre, die besagt, der „Glaube allein“ (Sola fide) würde den Volk „coram Deo“ (vor Gott) fair machen und ihn so vor der gerechten Strafmaßnahme Gottes erretten. Basierend auf dieser Rechtfertigungslehre, sowie dem Prinzip der Sola scriptura, erkennen evangelische Christen als Sakramente nur zwei Handlungen an: die Taufe Jesu, bei der er selbst nicht handelnder gewesen ist, anstelle Johannes der Täufer, und das Abendmahl oder Herrenmahl, das Messias selbst begründete. Für alle beide Handlungen sind ein Wort und ein Element konstitutiv, die in der biblischen Überlieferung mit dem Gebot Jesu verbunden sind, sie durchzuführen. In der evangelischen Gepflogenheit gibt es unterschiedliche Abendmahlsverständnisse, die jedoch in der Leuenberger Konkordie für nicht kirchentrennend gehalten werden. Außerhalb der lutherischen und anglikanischen Kirchen und Gemeinden stellt das Abendmahl in der (überwiegend reformierten Brauch ein rein symbolisches Gedächtnismahl dar (keine Realpräsenz Jesu in Brot und Wein). Es ist weiterhin möglich, die Beichte abzulegen und Absolution zu empfangen, aber dies sei weder notwendig, noch sei es ein Sakrament. In manchen evangelischen Kirchen (nicht jedoch den deutschen Landeskirchen, die in der Evangelische Kirche in Deutschland gemeinsam sind) wurde die Kindstaufe oft durch die Gläubigentaufe ersetzt, da diese Kirchen davon ausgehen, es müsse ein aktiver Vertrauen zur Errettung vorhanden sein (Sola Fide). Die vielfältigen evangelischen Konfessionen sind institutionell selbstbestimmt und haben keine offizielle gemeinsame Lehre, die über die Schrift hinauf geht, und kein gemeinsames Oberhaupt außer Christus.
Gemeinsam ist den evangelischen Kirchen die „vier Solas“: solus Christus, allein Mensch Christus als Herr der Kirche, sola scriptura allein die Heilige Schrift als „regula fidei“ (Regel/Richtschnur des Glaubens), sola gratia Erlösung allein aus Gnade, sola fide Rechtfertigung allein durch den Glauben.
Ein besonderer Fall ist die Anglikanische Kirche, die an der apostolischen Abfolge festhält (obwohl die römisch-katholische Kirche an der Gültigkeit der anglikanischen Bischofsweihe zweifelt), und an vielen katholischen Bräuchen in der Liturgie und an eucharistischem Verständnis festhält. Bezüglich Einstellung zur Kirchentradition gibt es alle Zwischenstufen von der Anglikanischen Kirche so weit wie den calvinistisch-reformierten Kirchen, die alle Kirchentradition außerhalb der Heilige Schrift ablehnen.
Über Lehre und Praxis wird in den meisten Konfessionen durch Synoden oder Konferenzen auf internationaler Ebene entschieden, in anderen Konfessionen auf der Ebene der lokalen Kirche.
In diesen Tagen sind die Unterschiede zwischen liberalen und konservativen Flügeln innerhalb einer Konfession oft größer als die Unterschiede zwischen einzelnen Liberalen bzw. zwischen einzelnen Konservativen aus verschiedenen Konfessionen.
Während die evangelischen Konfessionen früher gewaltig die Unterschiede betonten, gibt es in diesen Tagen einige Ansätze zur Annäherung: Diverse evangelische Konfessionen europäisch haben sich in der Leuenberger Konkordie zusammengeschlossen, konservative Konfessionen arbeiten in der evangelischen Föderation zusammen, in einigen Fällen ist es selbst zu Wiedervereinigungen gekommen (United Church of Canada aus Lutheranern, Methodisten und Presbyterianern; Uniting Church of Australia aus Presbyterianern, Kongregationalisten und Methodisten; United Church of Christ aus sieben Konfessionen). Mit dem Weltkirchenrat gibt es auch ein Podiumsdiskussion der ökumenischen Zusammenarbeit nicht nur zwischen den verschiedenen evangelischen Kirchen, stattdessen auch mit den orthodoxen Kirchen zusammen.
Andere Konfessionen
Verschiedene sonstige Konfessionen, für die Subjekt Christus auch eine zentrale Figur ist, sehen sich weder in der orthodoxen, katholischen noch in der evangelischen Tradition. Gruppen die sich selbst so einordnen, sind z. B. die Quäker, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und alternative Gemeinschaften der Mormonen, die Freien Bibelforscher, die Vereinigungskirche und die Zeugen Jehovas. Diese Neureligiösen Gemeinschaften haben in der Regel sehr spezielle Auslegungen oder Strukturen, welche für Außenstehende oft nur schwer begreiflich sind. Zum Beispiel haben sie Ansichten über Dreieinigkeit, die nicht mit den ökumenischen Konzilen übereinstimmen oder gleichwertige Schriften angrenzend der Bibel. Solche Gruppen haben oft die (allerdings unterschiedlich stark ausgeprägte) Tendenz, ihre eigene Sicht des Christentums absolut zu setzen und allen anderen Traditionen das Christsein abzusprechen oder intern undemokratische Strukturen zu etablieren. Die Unitarier bezeichnen sich als Grenzchristen (borderline Christians), da Erlöser Christus keine zentrale Rolle in ihrem Glaubenssystem spielt.
Oberhäupter einiger christlicher Konfessionen
| Oberhäupter einiger christlicher Konfessionen | |||||
| Konfession | Oberhaupt | Erstes Oberhaupt | Aktuelles Oberhaupt | Anzahl | Apost. Sukzession |
|---|---|---|---|---|---|
| Katholische Kirche | Papst | Simon Petrus | Benedikt XVI. | 265 | Ja |
| Orthodoxe Kirchen | Patriarch von Konstantinopel (nur Ehrenvorsitz) | Apostel Andreas | Bartholomäus I. | 273 | Ja |
| Anglikanische Kirchengemeinschaft | Erzbischof von Canterbury | Thomas Cranmer | Rowan Douglas Williams | 35 | Umstritten |
| Koptische Kirche | Papst | Johannes Markus | Shenouda III. | 116 | Ja |
| Syrisch-Orthodoxe Kirche | Patriarch | Simon Petrus | Ignatius Zakka I. Iwas | 122 | Ja |
| Armenische Apostolische Kirche | Patriarch | Judas Thaddäus | Karekin II. | 152 | Ja |
| Assyrische Kirche | Patriarch | Apostel Thomas | Dinkha IV. Khanania | 115 | Ja |
| Neuapostolische Kirche | Stammapostel | Friedrich Krebs | Wilhelm Leber | 8 | Nein |
| Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage | Präsident | Joseph Smith | Gordon B. Hinckley | 15 | Nein |
Geschichte
Siehe: Christentumsgeschichte
Christentum heute
Nicht alle Menschen, die sich als Christen verstehen, akzeptieren sämtliche theologischen Positionen, die von ihren jeweiligen Kirchen vertreten werden, und nicht alle Menschen, die Kirchenmitglieder sind, glauben tatsächlich an den dreieinigen Gott und haben das Gottesverständnis „ihrer“ Kirche.
Die Aufklärung hat das Christentum im 17. und frühen 18. Jahrhundert politisch in erheblichem Maße geschwächt. Der bedeutendste Wandel bestand in der teilweisen Distanzierung von Kirche und Staat. Seitdem ist es in vielen USA möglich, ein freies Angehöriger der Gesellschaft zu sein und die Ansichten der jeweiligen Kirche in verschiedenen Bereichen abzulehnen oder wenn schon ungefährdet aus der Kirche auszutreten. Mio. beschritten diesen Weg und wurden zu Freidenkern und entwickelten rundum eigene Glaubenssysteme wie den Humanismus, Atheismus, Agnostizismus und Deismus oder das New Age; übrige gründeten liberale Flügel der evangelischen Theologie. Bei den östlichen und orientalischen Kirchen hinterließ die Aufklärung keinen so starken Eindruck.
Eheschließung zwischen Christen und Nicht-Christen oder zwischen Christen unterschiedlicher Konfessionen (siehe Interkonfessionelle Ehe) wird von jeweilig verschiedenen Konfessionen, bzw. auch nur Auslegungstraditionen, unterschiedlich beurteilt.
Was das persönliche Glaubensleben betrifft, so kann man feststellen, dass es Länder und Gegenden gibt, in denen ein größerer Anteil von Leute ihrem Glaubensleben eine große Bedeutung unterstellen (z.B. USA, Polen, Portugal, Kroatien) und Länder, wo der Überzeugung bei weniger Volk eine große Rolle spielt (z.B. Deutschland, Frankreich). Gleichermaßen gibt es Länder, bei denen die Kirche und der Staat enger verknüpft sind (z.B. Deutschland/Konkordat/Kirchensteuer], Vatikanstaat, oder auchEngland), und solche, die eine strikte Trennung durch Verfassung oder Gepflogenheit festgeschrieben haben (z.B. USA, Frankreich).
Parallel zu der zunehmenden Säkularisierung in den Großstädten Europas und Nordamerikas des 20. Jahrhunderts kam es zu einem exponentiellen Wachstum des Christentums in der Dritten Welt, die in diesen Tagen die Majorität der Christen stellt. Um 1900 waren 16 % der Christen in Asien, Afrika und Lateinamerika – 1960 waren es schon 35% und dieser Tage leben 60% der Christen in der so genannten Dritten Welt. Dieses Wachstum zerstreut sich gleichermaßen auf die katholische Kirche, evangelikale Konfessionen und lokale Kirchen der Pfingstbewegung. Der Anteil der traditionellen evangelischen Konfessionen geht somit langsam zurück, auch europäisch und Nordamerika (obwohl sie eine viel größere Anfangsposition besaßen).
Siehe auch: Dogmatik
Lehre
Die zentralen Elemente der christlichen Lehre sind die Liebe zu Gott (Gottesliebe), die Liebe zum Nächsten (Nächstenliebe) und die Liebe zu sich selbst (christliche Ethik); die Menschwerdung Gottes im Christus Jesus, sein Opfertod wohlbehalten der Kreuzigung sowie der Glaube an die Auferstehung nach dem Tod. Die Christen glauben, dass diese Ereignisse die Basis von Gottes Werk bilden, mit welchem die Menschheit mit ihm ausgesöhnt werden sollte, da alle Menschen, nach christlicher Lehre, von Geburt an mit der Erbsünde behaftet sind und somit nach dem Tod eigentlich von Gott getrennt sein müssten. Die christliche Lehre schloss jüdische Urchristen, die diesen Glauben annahmen, von der Gemeinschaft der Juden untereinander aus, da diese es u. a. ablehnten, einen Volk anzubeten, denn sie sahen in Gottessohn Christus nicht den verheißenen Messias und Sohn Gottes.
Persönlichkeit ist nach christlichem Glaubensverständnis ganzer Gott und ganzer Mensch - mit der Betonung: ganzer Mensch, jedoch ohne menschliche Sünde und von der Erbsünde frei. Überdies wird gelehrt, dass Heiland Christus nicht gesündigt hat und nicht sündigen könne. Er wird als Mensch und als Gott angebetet. Im Gegensatz dazu lehnen der jüdische Glaube sowie Lehre und Perspektive des Islam und die Möglichkeit der Inkarnation Gottes als Mensch plus dessen Verehrung ab.
Es vorhanden allerdings mehrere Meinungsunterschiede, was nun wirklich das entscheidende Kennzeichen für das Christ-Sein darstellt. Auf der einen Seite gehen sehr diverse davon aus, dass zum Christ-Sein und das Befolgen der ethischen Prinzipien, sowie aktive Teilnahme an der christlichen Kirche dazugehört. Zusätzliche Volk sehen sich selbst als Christen, weil sie gottesgläubig sind und die christliche Ethik achten, ohne dass sie allerdings selbst (aktives) Angehöriger in einer Kirche sind. Der Ausdruck humanistische Christen bezeichnet wiederum Menschen, welche weder in einer Kirche sind noch an Gott glauben, jedoch ihre Ethik als christlich betrachten. Anonyme Christen (nach Karl Rahner) sind dagegen diejenigen, welche das Christentum nicht wissen oder es selbst bewusst ablehnen, aber dennoch den moralischen Prinzipien folgen. Evangelikale Christen lehren, dass es einer bewussten Entscheidung für den christlichen Glauben bedarf (Bekehrung, Wiedergeburt), die eine radikale Veränderung des Lebens mit sich ziehen würde.
Ursprung und Einflüsse
Christentum geht auf die Einbläuen des Mensch von Nazareth zurück, die im ersten Jahrhundert der (daher rührenden) christlichen Zeitrechnung (A.D. = anno domini = Jahr des Herrn) von Urchristen ausschlaggebend entwickelt und elaboriert wurde. Die Christen übernahmen die fünf Bücher Mose und zusätzliche alttestamentliche Schriften aus der jüdischen Überlieferung und zig grundsätzliche Unterrichten wie den Glauben an einen Messias oder aberChristus (aus dem griechischen: christos: Gesalbter). Von den Juden übernommen wurde auch die Art der Gottesverehrung sowie das Gebet und die Verwendung der Psalmen. Eine zusätzliche Gemeinsamkeit mit dem Judaismus besteht in der Verehrung des gleichen Schöpfergottes. Jedoch sehen die Christen Gott als einen dreifaltigen Gott an (Trinität): Den Vater, den Sohn (Christus) und den Heiligen Geist. Heiland Christus ist nach christlicher Lehre zugleich ganz Mensch und ganz Gott.
Die ersten Christen waren Juden, die sich zum christlichen Glauben bekehrten. Dem Christentum wird z. T. der Anschuldigung gemacht, eine Hauptschuld an der Judenverfolgung gehabt zu haben. So gibt es auch dieser Tage noch Diskussionen darüber, ob Christen Juden die Schuld am Kreuzestod Jesu geben, da es jüdische Schriftgelehrte bzw. Pfaffe waren, die von Pontius Pilatus die Exekution Jesu forderten. Das christliche Glaubensverständnis geht davon aus, dass ein ganz Sünder selber die Schuld am Kreuzestod Jesu trägt und hierfür nicht einfach eine bestimmte Gruppe verantwortlich zu machen sei.
Bezugsquellen und heilige Schriften
Die zentrale Lieferquelle für den Inhalt und das Wesen des christlichen Glaubens ist die Bibel, wobei ihre Wertung und Ausdeutung stark variiert.
Die christliche Heilige Schrift besteht aus zwei Teilen: dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Das Alte Letzter Wille entspricht inhaltlich bis auf Finessen dem jüdischen Tanach und wurde von Charakter und den Urchristen ebenso wie von den Juden als Heilige Schrift gesehen. Das Neue Letzter Wille enthält Berichte vom Leben Jesu (Evangelien), der frühen Kirche (Apostelgeschichte; Urchristentum), Korrespondenz der Apostel, sowie die Offenbarung des Johannes. Die Begriffe „Alt“ und „Neu“ für die Testamente bezeichnen den Tatbestand, dass es aus Sicht der Christen einen alten und einem neuen Bund zwischen Gott und den Volk gibt.
Der Umfang des Alten Testaments wird von verschiedenen Konfessionen unterschiedlich bestimmt, da die griechische Überlieferung der Septuaginta auch jede Menge Texte enthält, die in der hebräischen Überlieferung nicht beinhalten sind. Die Teile, die nur in der Septuaginta stehen, werden je nach Sichtweise als deuterokanonische Schriften beziehungsweise Apokryphen bezeichnet. Details sind im Artikel Kanon des Alten Testaments aufgeführt.
Über den Inhalt des Neuen Testaments besteht bei allen großen Konfessionen ein Konsens, der sich in den ersten vier Jahrhunderten entwickelt hat. Der Artikel Kanon des Neuen Testaments geht dazu in Details.
Durch diverse Funde von Kodizes und Papyri in den letzten zwei Jahrhunderten kann der ursprüngliche Text des Neuen Testaments dieser Tage mit großer Genauigkeit wissenschaftlich rekonstruiert werden. Details dazu sind in der Thematik Textgeschichte des Neuen Testaments beschrieben. Jedoch gehen die Meinungen der Theologen und der einzelnen Christen in diesen Tagen weit entzwei in der Frage, in wie weit es sich bei diesem Text um exakte Überlieferungen von Heiland und den Aposteln oder um Zusätze der frühen Kirche handelt.
Ebenso gibt es sehr unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der richtigen Methode der Übersetzung, die im Artikel Bibelübersetzung und bei Artikeln über die einzelnen Bibelübersetzungen detailliert dargelegt sind.
Auch bezüglich Exegese (Auslegung) der biblischen Texte und ihrer praktischen Anwendungsmöglichkeit auf Ethik und tägliches Leben gibt es eine große Skala von Meinungen, plus unter den Konfessionen sowohl bei einzelnen Christen innerhalb der Konfessionen. Die offiziellen Aufstellen und Bibelinterpretationen seitens der Kirchen spielten zuerst in früherer Zeit eine große Rolle, während die Volk in diesen Tagen sich oft eigene Interpretationen zurecht legen, wobei sie meistens dabei offen den Vorgaben ihrer jeweiligen Kirchen widersprechen. Nochmals übrige Christen gehen davon aus, dass allein die persönliche Führung durch den Vergöttern Geist ihr eigenes Verständnis für das Wort Gottes öffnet.
Nahe der Heilige Schrift spielen bei den meisten Konfessionen auch weitere Überlieferungen wie Glaubensbekenntnisse, Weltkatechismus, Tradition, Liturgie und christliche Vorbilder wie Heilige eine wesentliche Rolle in der Gestaltung der kirchlichen Praxis.
In diesen Tagen lizenzieren sich einige Christen auch durch andere, gerade östliche Religionen oder durch neutestamentliche Apokryphen inspirieren, Texte aus den ersten zwei Jahrhunderten, die nicht in den Kanon der Heilige Schrift mit aufgenommen wurden. Sowohl als auch gehört in keiner Kirche zur offiziellen Lehre.
Christliche Lehre
Während in der christlichen Lehre zahllose Varianten der zentralen Elemente der christlichen Lehre existieren, gibt es doch einige Punkte, die orthodoxe, katholische und evangelische Konfessionen über die meiste Zeit in den letzten 2.000 Jahren für unerlässlich für den christlichen Glauben gehalten und mehrfach amtlich bestätigt haben:
- Es existiert nur ein einziger Gott, Gott ist dreieinig - ein einziges ewiges Wesen, das in drei Erscheinungen existiert: Erzeuger (Schöpfer), Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist. Es gibt den verborgenen (deus absconditus) und den geoffenbarten (deus relevatus) Gott.
- Jesus Christus ist der Sohn Gottes und der Messias der jüdischen Vorhersage. Die jüdische Mutterreligion normalerweise nach wie vor einen Messias. Auch im Islam trägt Heiland (Isa) den Titel al-masih und nicht einige Muslime sind überzeugt, dass seine Wiederholung die Endzeit einleiten wird.
- Jesus Christus hat das kommende Gottesreich verkündet und ist selbst vorweggenommener Beginn, mit seiner leiblichen Auferstehung hin zu Gott im Himmel. Gottessohn konnte nicht sündigen. Durch sein Selbstopfer am Kreuz ist allen Volk ihre Schuld der Erbsünde vergeben, welche ihnen seit ihrer Geburt anhaftet, und sie sind durch das Blut Christi mit Gott versöhnt, sofern sie dies annehmen. Typ ist ganz Gott und ganz Mensch, zwei Naturen in einer Person.
- Gläubige werden auf den Tod von Christi Leib getauft. Durch den Glauben leben sie spirituell und werden vom Tod in ein ewiges Leben auferstehen, sofern sie an dieses Erlösungswerk Gottes für sie glauben. Sie empfangen mit ihrer Bekehrung den Verehren Geist, der Hoffnung bringt und die Kirche in Gottes Ehrlichkeit und gemäß Gottes Absichten führt.
- Jesus sitzt zur Rechten Gottes in aller Vollmacht und Autorität in leiblicher Auferstehung. Er wird den Volk wiederkehren, um die Gläubigen zu sich zu holen, damit sie ewig in der verehren Gegenwart Gottes leben werden, in Macht und Herrlichkeit, um zusammen mit den Seinen gemeinsam zu regieren. Bis er „am Ende der Zeiten“ zurückkehrt, hat die Kirche den Auftrag, jedem die Frohe Botschaft zu predigen.
- Die Lehre, dass der Mensch durch Erbsünde und persönliche Sünde von der Gemeinschaft mit Gott getrennt ist und aus eigener Kraft diese Gemeinschaft nicht wiederum machen kann, anstelle dass sie durch den Glauben an Jesus Christus abermals hergestellt wird. Über die genaue Art dieser Erlösung der Gläubigen und den Weg dazu gibt es innerhalb der verschiedenen christlichen Konfessionen unterschiedliche Auffassungen.
- Die christliche Bibel ist das Wort Gottes bzw. von Gott inspiriertes Werk und es gibt keine anderen Bücher, als die Bücher der Bibel, die einen gleichen Stellenwert für die Christen haben. Wiewohl die Christen sich nicht angegliedert sind, wie wörtlich die Heilige Schrift genommen werden sollte und es unterschiedliche Interpretationen vieler Stellen gibt, ist sie dennoch in der Regel anerkannte Quelle von Unterlagen über Gottessohn und Gott.
- Maria, die Mutter von Jesus, gebar den Sohn Gottes, der, obgleich in Ewigkeit existierend, in ihrem Leib gezeugt wurde durch den Heiligen Geist. Von ihrer Humanität empfing er menschlichen Verstand und Willen und all das, was ein Kind natürlicherweise von seiner Mutter mitbekommt. Maria wird, laut frühchristlichem Konzilsbeschluss, Theotokos = Muttergottes genannt.
In der katholischen und orthodoxen Kirche wird Maria verehrt und um Fürsprache gebeten (Marienverehrung). Die evangelische Kirchen messen Maria unterschiedliche Vor wenigen Momenten der Bedeutung bei und lehnen den Begriff „Muttergottes“ des Öfteren ab. Während Martin Luther den Gläubigen noch die Fürsprache Mariens empfahl, hat sich dies, besonders bei den Evangelikalen, erst als in die Gegenwart gehalten. Vereinzelt finden sich noch Marienstatuen oder -bildnisse in anglikanischen Kirchen, nur selten in lutherischen Kirchen, und in den übrigen evangelischen Kirchen fehlen sie ganz. Ähnlich das Verhältnis zu anderen sogen. „Heiligen“ und ihren bildlichen Darstellungen. Für den evangelischen Christen ist einzig Gott im strengen Sinne heilig.
Siehe auch: christliche Ethik, christliche Eschatologie, christliche Moral
Beziehung zu anderen Weltanschauungen
Das Christentum hat zusätzliche Religionen beeinflusst, deren Anhänger sich zwar nicht als Christen sehen, aber Gottessohn als Propheten Gottes anerkennen. Der Islam ist die größte dieser Religionen, Jahrhunderte christlich-islamischer Auseinandersetzungen haben jedoch das Jesus-Bild im Koran undeutlich werden lassen. So trägt Jesus im Schmöker zum einen positive Titel wie Messias, Wort Gottes und auch Geist Gottes; ebenso wird er, wie sämtliche biblische Propheten, als ein solcher angesehen.
Scharf zurück gewiesen werden jedoch Dreieinigkeit und jede Anbetung Jesu. Kontrovers (und nach mehrheitlicher, nicht ausschließlicher Auffassung geleugnet) ist die Kreuzigung. Erst sehr langsam beginnt der entfaltende Dialog hier anzusetzen.
Dem Christentum wird alles in allem unter Nichtchristen positives wie negatives zugesprochen. Positiv wird meist die Lehre der Nächstenliebe gesehen. Auch setzen sich international diverse Christen für den Friede und für barmherzige Konzepte gegen die Armut ein. Negativ wird die Geschichte des Christentums mit Kreuzzügen, Hexenverfolgungen und Antijudaismus gesehen. Die Positionen zu ethischen Reizthemen wie künstlicher Empfängnisverhütung, Homosexualität, Abtreibung sind auch innerchristlich umstritten.
Es ist ein Anliegen vieler christlichen Kirchen, sich untereinander zu versöhnen und eine gemeinsame Basis zu schaffen (Ökumene), und mögliche Aussöhnung mit anderen Religionen herbeizuführen. Zu diesem Punkt veranstaltet zum Beispiel der Vatikan regelmäßig interreligiöse Treffen, das bekannteste dabei das Gebet der Weltreligionen in Assisi. Ziel ist ein friedliches Koexistieren der Religionen, denn jede Menge Kriege wurden aus religiösen Motiven hervor geführt. Nicht übersehen darf man, dass die frühen Christen stark verfolgt wurden und dass es auch heute, gerade in kommunistischen und islamischen Ländern, eine starke Christenverfolgung gibt.
Kultureller Einfluss des Christentums
In der Geschichte des Abendlandes haben sich Glaube, Kultur und Kunst wechselseitig beeinflusst. Eine entscheidende Station war z. B. der Bilderstreit im frühen Mittelalter. Im Europa beschäftigte sich Kniff oft mit christlichen Themen, wiewohl seit der Renaissance stärker auch Rückgriff auf nichtchristliche Motive aus der Antike genommen wurde. Im Bereich der Musik sind profane und säkulare Töne zwar oft nur qua der Texte zu unterscheiden, jedoch haben mehrere Komponisten auch versucht, einem Text einen besonders passenden musikalischen Ausdruck zu verleihen.
Kritik am Christentum
Anhänger anderer Religionen, Agnostiker, Atheisten, aber auch Christen selbst, übten seit jeher Besprechung am Christentum. In diesem Zusammenhang ist es gelegentlich schwer zu unterscheiden, ob sich die Kritikpunkte gegen die Kirche als Institution, die kirchliche Position der Bibel, die Bibel selbst, oder gegen fundamentale Prinzipien des Christentums selbst richten.
Wesentliche Besprechung richtet sich dabei in heutiger Zeit gegen fundamental-dogmatische Auslegungen des Christentums in Fragen der Ethik und Moral, besonders der Sexualmoral. Kritiker sehen in dererlei Auslegungen einen Widerspruch zum Kern der Christlichen Lehre, und eine unkritische und unhistorisch wörtliche Deutung der Bibel. Autoren dieser Bewegung wie etwa Bruce Bawer (Stealing Jesus: How Fundamentalism Betrays Christianity), Clayton Sullivan (Rescuing Jesus from the Christians) und der episkopalische Vikar John Shelby Spong (verschiedene Publikationen) versuchen, die Lehre des Typ von diesen ihrer Ansicht nach späteren Ingredienzen zu befreien. Als Alternative malen sie ein auch die menschliche Sexualität in all ihren Varianten bejahendes Christentum, das es dem Einzelnen überlässt, in diesen Fragen selbst zu urteilen. Speziell gegen die Ausdeutung von Bibeltexten bezüglich des Themas Homosexualität richtet sich die Rezension von z.B. Daniel Helminiak in What the Bible Really Says About Homosexuality. In eine ähnliche Neigung übt auch die ökumenische Arbeitsbewegung Homosexuelle und Kirche Kritik. Ohne im negativen Sinne fundamentalistisch zu sein, rechtfertigen zahlreiche christliche Gruppierungen, insb. evangelikale, jedoch auch weiterhin argumentativ die Engagement und Auffälligkeit des Gebotes der Heterosexualität. Auch der Katechismus der katholischen Kirche ist hier eindeutig.
Sonstige Forscher führen Kritikpunkte auf bezüglich der Historizität der Person Jesu Christi, der Heilige Schrift oder der urchristlichen Geschichte.
- Die Bibelgeschichte von der Geburt in Betlehem wird von sehr wenigen, unbekannten Wissenschaftlern als eine spätere Erfindung im Dienste der Missionierung der Juden gesehen, da diese einen Subjekt aus dem Hause Davids erwarteten, was für einen Aramäer aus Nazaret nicht zugetroffen hätte. Also sei die Geburtsgeschichte mit Verheißung nach Betlehem verschoben und ausgeschmückt worden.
- Michael Baigent und Richard Leigh nehmen an, dass die Lehre von Jesus die gleiche war, die auch die Essener vertraten, oder auch, dass Erlöser selbst ein Essener war.
- Gerd Lüdemann hält nicht die Apostel für Paulus von Tarsus für den eigentlichen Begründer des Christentums und geht außerdem davon aus, dass erst später unter den entwurzelten Randgruppen und Sklaven des römischen Reiches die reichlich ausgeschmückte und abgewandelte Geschichte von dem ans Kreuz geschlagenen Typ ihre hohe Attraktivität entgegennehmen habe. Hiergegen sprechen jedoch die eindeutigen Behaupten des Apostel Paulus selbst.
Siehe auch
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(TID 222120)
- Portal:Christentum
- Bibel
- Römisch-Katholische Kirche
- Anglikanische Kirche
- Protestantismus
- Christliche Popmusik
- Christlicher Fundamentalismus
- Bibelkritik, Kirchenkritik, Religionskritik
Literatur
- Cambridge History of Christianity, verschiedene Hrsg., Cambridge 2005ff.
- Auf neun Bände angelegte Gesamtdarstellung, die den aktuellen Forschungsstand miteinbezieht.
- Bruce Bawer: Stealing Jesus: How Fundamentalism Betrays Christianity. Three Rivers Press 1998. ISBN 0609802224. (Kritik an fundamental-dogmatischen Tendenzen.)
- Eugen Biser, Ferdinand Hahn, Michael Langer: Lexikon des christlichen Glaubens, 2004, ISBN 3-62901-667-7
- Die Geschichte des Christentums. Religion Politik Kultur, hrsg. von Jean-Marie Mayeur, Charles und Luce Pietri, André Vaucher, Marc Venard. Deutsche Ausgabe hrsg. von Norbert Brox, Odilo Engels, Georg Kretschmar, Kurt Meier, Heribert Smolinsky, 14 Bde., Firma Herder, Freiburg i.Br. 1991ff. (Aktuelle Gesamtdarstellung: Besprechung)
- Handbuch der Kirchengeschichte, hrsg. von H. Jedin u.a., 7 Bde., Freiburg 1962 - 1979, ISBN 3-45120-454-1
- Standardwerk zur Geschichte (des Christentums aus dem Blickwinkel) der katholischen Kirche
- H.-P. Hasenfratz: Das Christentum. Eine kleine Problemgeschichte. Theol. Firma Zürich, 1992. - ISBN 3-29010-151-7
- Das Buch behandelt Fragen, die in der Geschichte des Christentums wieder und wieder zu Problemen führten.
- Koschorke, Klaus/Meier, Johannes: Art. Christentum, Ausbreitungsgeschichte, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 4., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 2, 1999, 239-246. - ISBN 3-16-146942-9
- Hans Küng: Das Christentum. Wesen und Geschichte. München: Piper Verlag, 1995. - ISBN 3-49203-747-X
- Rezension: „Was ist das Christentum? Was ist das wirklich Christliche? Was hält die so vielfältigen und in sich verschiedenen christlichen Kirchen... überhaupt zusammen?“ Fragen, auf die die Kirchen klare Antworten finden müssen, wenn sie die augenblickliche große Schlimmer Zustand des Christentums überwinden wollen.
- Küng liefert mit seinem Buch eine umfassende Analyse von zwanzig Jahrhunderten der Kirchengeschichte und damit den Grundstock, auf dem sich eine fruchtbare Diskussion über die Futur des Christentums führen ließe.
- Stolz, Fritz u.a.: Art. Christentum, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 4., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 2, 1999, 183-238. - ISBN 3-16-146942-9
- Zitelmann, Arnulf: Die Geschichte der Christen. Unigelände Verlag, 2004. - ISBN 3-59337-413-7
Weblinks
- 2000 Jahre Christentum: Dokumentation SWR
- www.EKD.de – Evangelische Kirche in Deutschland
- www.Katholisch.de – Katholische Kirche in Deutschland
- www.FeG.de - Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
- www.Jesus-Christus.de – Christliche Internetplattform
- www.Jesus-online.de
- www.Nikodemus.net – Antworten auf Glaubensfragen
- www.RPI-virtuell.de – Religionspädagogische Plattformaf:Christendom
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