Dalmatien
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Dalmatien (kroatisch Dalmacija, lateinisch Dalmatia) ist eine historische Region an der Ostküste der Adria im Süden Kroatiens. Es erstreckt sich vom Gebiet um Zadar im Norden bis zur Bucht von Kotor im Süden und bis zur Grenze zu Bosnien und Herzegowina im Osten. Die wichtigsten Städte sind Zadar (das zu venezianischer und österreichischer Zeit Gemeinde war), Split (heute die größte Gemarkung und das wirtschaftliche Zentrum) und Dubrovnik.
Die Bezeichnung Dalmatien besteht seit dem 1. Jahrhundert und geht auf den Namen der Delmaten (Dalmaten), eines Stammes der Illyrer, zurück.
Dieser Artikel beschränkt sich auf die heutige kroatische historische Region Dalmatien. Das Gebiet des Antiken oder Spätantiken Dalmatien war flächenmäßig um ein vielfaches größer und weicht wesentlich vom Dalmatien der Neuzeit ab.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Bevölkerung
Die Bevölkerung Dalmatiens aufmerksam sich weiter der Küste, wo auch fast alle größeren Städte liegen. Das Landesinnere ist im Gegensatz dazu nur dünn besiedelt.
Auf Basis von seiner wirtschaftlichen Rückständigkeit war Dalmatien lange ein Auswanderungsland. Ein großer Teil der kroatischen Diaspora auswärtig stammt von hier.
Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts lagen die bevorzugten Ziele der Auswanderer in Übersee: Nordamerika, Südamerika (vor allem Chile und Argentinien), Australien und Neuseeland.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Kontrast dazu gingen mehrere Bewohner Dalmatiens als „Gastarbeiter“ nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.
Nationalitäten
Die Bevölkerung besteht zur großen Majorität aus Kroaten.
Die zahlenmäßig größte Minorität bilden die Serben, die vor dem Bewaffnete Auseinandersetzung von 1990-1995 in einem Teil des Hinterlandes Norddalmatiens (um die Gemarkung Knin) die Bevölkerungsmehrheit stellten. Bei der Rückeroberung dieses Gebietes durch die Kroatische Armee verließ die Majorität der dortigen Serben das Land; im Laufe der letzten Jahre ist nur ein Teil von ihnen zurückgekehrt.
In Zadar gibt es eine kleine italienische Minderheit. Die Plural der ehemaligen italienischen Bevölkerung Dalmatiens ist jedoch z. T. schon nach dem Ersten, zum Teil nach dem Zweiten Weltkrieg nach Italien übergesiedelt.
Außerdem gibt es in jugoslawischer Zeit zugewanderte Gruppen von Bosniaken, Albanern und Mazedoniern.
Zusammensetzung der Bevölkerung der dalmatinischen Gespanschaften nach Nationalitäten laut Volkszählung von 2001:
- Gespanschaft Zadar: 93,30% Kroaten, 3,53% Serben, 0,39% Albaner, 0,16% Slowenen, 0,16% Bosniaken
- Gespanschaft Šibenik-Knin: 88,44% Kroaten, 9,06% Serben, 0,29% Albaner, 0,13% Slowenen, 0,13% Bosniaken
- Gespanschaft Split-Dalmatien: 96,30% Kroaten, 1,19% Serben, 0,19% Albaner, 0,19% Bosniaken, 0,16% Slowenen, 0,13% Montenegriner
- Gespanschaft Dubrovnik-Neretva: 93,29% Kroaten, 1,96% Serben, 1,43% Bosniaken, 0,30% Montenegriner, 0,27% Albaner, 0,13% Slowenen
Größte Städte
Die größten Städte Dalmatiens sind (Einwohnerzahlen gemäß der Volkszählung von 2001):
- Split 188.694
- Zadar 72.718
- Šibenik 51.553
- Dubrovnik 43.770
- Kaštela 34.103
- Sinj 25.373
- Solin 19.011
- Omiš 15.472
- Knin 15.190
- Metković 15.384
- Makarska 13.716
- Trogir 12.995
- Ploče 10.834
- Trilj 10.799
- Imotski 10.213
- Vrgorac 7.513
Verwaltungsgliederung
Dalmatien ist in diesen Tagen in vier kroatische Gespanschaften (kroatisch županije) gegliedert. Das sind von Norden nach Süden:
| Name | Fläche (km2) | Einwohnerzahl (2001) | Verwaltungssitz | geographische Lage |
| Gespanschaft Zadar (Zadarska županija) | 3.643 | 162.045 | Zadar | umfasst den nördlichsten Teil Dalmatiens um die Gemarkung Zadar, die vorgelagerten Inseln und das Hinterland von der Adria bis zur Grenze zu Bosnien und Herzegowina |
| Gespanschaft Šibenik-Knin (Šibensko-kninska županija) | 2.994 | 112.891 | Šibenik | um die Städte Šibenik und Knin von der Adria bis zur Grenze zu Bosnien und Herzegowina |
| Gespanschaft Split-Dalmatien (Splitsko-dalmatinska županija) | 4.524 | 463.676 | Split | in Mitteldalmatien um die Gemeinde Split herum, umfasst außerdem die Inseln Brač, Hvar und Vis |
| Gespanschaft Dubrovnik-Neretva (Dubrovačko-neretvanska županija) | 1.782 | 122.870 | Dubrovnik | der südlichste Teil Dalmatiens um die Gemeinde Dubrovnik sowie das Gebiet der Neretvamündung, die Halbinsel Pelješac und die Inseln Korčula, Mljet und Lastovo |
Geschichte
Altertum
Die Geschichte Dalmatiens wird mit der Unabhängigkeitserklärung der Dalmaten gegenüber dem illyrischen König Gentius fassbar. Sie errichteten einen Staat mit der Kapitale Delminium (heute: Tomislavgrad). Das Gebiet erstreckte sich nordwärts von der Neretva bis zur Cetina und später bis zur Krka, wo es die Grenzen von Liburnien traf.
Jahr 156 v. Chr. wurden die Dalmaten zum ersten Mal von einer römischen Armee angegriffen und unterworfen. Sie wurden tributpflichtig, aber erst unter Augustus (31 v. Chr.-14 n. Chr.) wurde das Land annektiert, nachdem die letzte von zahlreichen bemerkenswerten Revolten durch Tiberius im Jahre 9 unserer Zeitrechnung niedergeschlagen wurde. Dem folgte die vollständige Versklavung und die Übernahme der lateinischen Zivilisation, welche auf ganz Illyrien übergriff.
Die römische Provinz Dalmatien umfasste älter annähernd das gesamte heutige Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro.
Bedeutende dalmatische Städte zur Zeit des Römischen Reiches waren:
- Apsoros (Osor)
- Aspalathos (Split)
- Tarsatica (Trsat, heute Stadtteil von Rijeka)
- Senia (Senj)
- Vegium (Karlobag)
- Aenona (Nin)
- Iader (heute Teil der Stadt Zadar)
- Scardona (Skradin, nördlich von Šibenik)
- Tragurium (Trogir)
- Aequum (Čitluk in der Nähe von Sinj)
- Onaeum (Omiš, südlich von Split)
- Issa (Vis)
- Pharus (Hvar)
- Bona (Blagaj)
- Corcyra (Korčula)
- Narona (nahe der heutigen Stadt Metković)
- Epidaurus (Cavtat südlich von Dubrovnik)
- Rhizinium (Risan)
- Acruvium (Kotor)
- Dulcigno (Ulcinj)
- Scodra (Shkodër)
Nach dem Ende des weströmischen Reiches wurde Dalmatien 481 von Odoaker erobert und fiel nach dessen Tod bis 535 unter die Herrschaft des gotischen Königs Theoderich. Die Gotenherrschaft endete als Justinian I. Dalmatien Ostrom einverleibte.
Mittelalter
Die große Migration der Slawen, beziehungsweise gesagt, der Kroaten, in die römischen Provinzen Illyrien und Dalmatien in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts war ein weiterer Unterbrechung in der Geschichte des Landes: während in anderen Teilen des Balkans die Invasoren keine Schwierigkeiten hatten, die Urbevölkerung zu vertreiben oder einzugliedern, trafen sie hier auf mächtige maritime Stadtstaaten. Während also die anderen Bereiche durch die Slawen besiedelt wurden, zog die lateinische Bevölkerung in die Schutz bietenden großen Städte wie Ragusa (dem heutigen Dubrovnik), Jadera (heute Zadar) oder andere, wo sich auch noch lange romanische Idiome halten konnten, die in der modernen Romanistik als dalmatische Sprache bezeichnet werden.
Die Herrschaft Ostroms über Dalmatien (535-1102) blieb nach der slawisch-kroatischen Zuwanderung - abgesehen von der Oberhoheit über die Küstenstädte - nur noch nominell bestehen.
Mit der Zeit entwickelte sich der Deal zwischen der Bevölkerung in den Städten und der in Stadtnähe angesiedelten Bevölkerung. Es kam allmählich zu einer Vermischung der Bevölkerung, so dass die Kroaten steigernd in den Städten siedelten und diese dadurch steigernd ihre romanischen Besonderheiten verloren.
Im Hinterland der Küste entstanden in den folgenden Jahrhunderten diverse slawische Staaten: In Nord- und Mitteldalmatien des Kroatische Königreich, im Gebiet der Neretva-Mündung der Staat Paganien der Narentaner (Neretvani) und weiter südlich im Hinterland von Dubrovnik in der heutigen Herzegowina die Fürstentümer Hum und Travunien. Während Kroatien schon früh christianisiert wurde, blieben die Narentaner noch längere Zeit heidnisch.
Ab ca. dem Jahre 800 gibt es gesicherte Nachrichten über das kroatische Fürstentum im nördlichen und mittleren Dalmatien.
806 wurde Dalmatien dem Heiligen Römischen Reich zugeschlagen. 829 plünderten Sarazenen die Küste. Eine Republik slawischer Piraten entstand an der Mündung der Neretva, denen es gar gelang, 887 eine Kriegsflotte Venedigs vernichtend zu schlagen und so weit wie ihrer Auslöschung durch den Dogen Pietro II. Orseolo 998 Lobgesang von Venedig selbst einzufordern. Mit diesem Sieg nahm der Doge den Titel Fürst von Dalmatien an.
Der kroatische Fürst Mislav (835-845) verlegte seine Hauptresidenz nach Klis in der Nähe von Split. Fürst Trpimir (845-864) rief den Benediktiner- Orden ins Land und bot dem in Franken verfolgten Gottschalk von Orbais Zuflucht an seinem Hof. Fürst Domagoj (876-874) kämpfte so intensiv gegen Venedig, dass ihn Byzanz in dessen Habseligkeiten sich Venedig vormals befand, versuchte durch eine Verschwörung zu beseitigen. Dem Fürsten Branimir (879-892) berappen die romanischen Städte in Dalmatien Tribut, die bis nachher den Lobgesang an Byzanz zahlten. Nach der Niederlage bei Makarska im Jahr 887 (bei der der Doge Pietro Candiano fiel) zahlten die Venezianer Gebühren für die Passage vorwärts der kroatischen Küste. Fürst Branimir erhielt vom Papst Johannes VIII. am 7. Juni 879 die Anerkennung über die "weltliche Macht" über Dalmatien. Unter König Tomislav (910-928) wurde Kroatien zu einem Königreich.
Das Fürstentum Travunien dagegen fiel in den Einflussbereich der serbischen Groß-Župane der Vlastimirić. In Hum wiederum herrschte die heimische Dynastie der ViševiÄ.
Währenddessen erweiterten die Könige von Kroatien ihre Herrschaft über das nördliche und mittlere Dalmatien, forderten Lobgesang von den romanischen Städten wie Zadar ein und konsolidierten ihre eigene Macht in den kroatischen Städten.
Im Küstengebiet Norddalmatiens verbreitete sich - von den einmal byzantinischen Inseln des Kvarner ausgehend - die slawische Liturgie mit kirchenslawischer Sprache und glagolitsicher Schrift, so dass sich hier einer der wenigen Fälle ergab, in denen in der Römisch-katholischen Kirche nicht Latein als Liturgiesprache verwendet wurde. Dieser Zustand wurde zwar nachhaltig nicht dienstlich anerkannt; die Synode von Split 1059 forderte, dass die Liturgien auf Latein oder Griechisch zu halten seien. In der Praxis bestand die slawische Liturgie jedoch fort.
1100 kam Kroatien durch eine Entscheidung der Adeligen in Personalunion zur ungarischen Krone. Im Jahr 1102 krönte sich der ungarische König Koloman in Biograd zum kroatischen König.
Der byzantinische Kaiser Manuel I. Komnenos erzwang noch einmal die Herrschaft über Dalmatien und die Vasallitätsverhältnisse in Kroatien und Serbien, doch im Jahr 1186 schlossen Byzanz und das Königreich Ungarn einen Friedensvertrag, in dem Byzanz den Aufgabe auf Kroatien und die dalmatinischen Städte erklärte.
In den dalmatinischen Städten entwickelte sich im Laufe des Mittelalters eine im übrigen östlichen Okzident einmalige Zusammenfügung aus romanischer und kroatischer Kultur.
Im 12. Jahrhundert ist Dalmatien häufigen Angriffen Venedigs ausgesetzt. Besonders Zadar, das benachbart Zagreb der Hauptgeschäftsstelle des kroatischen Ban ist. Im Jahr 1241 flieht der ungarische König Bela vor den Mongolen nach Dalmatien. Auf dem Grobnik-Feld (GrobniÄko polje) nahe der Gemarkung Rijeka wurden die Mongolen nach kroatischer Überlieferung schließlich 1242 von kroatischen Truppen geschlagen. Die Mongolen zogen jedenfalls südwärts, plünderten Dubrovnik, und fielen in Serbien und Bulgarien ein. Danach zogen sich die Rest der einstmalig mächtigen Mongolen nach Russische Förderation und weiter nach Asien zurück.
Ein Raubzug der Normannen 1073 konnte nur mit Mühe und der Hilfe der venezianischen Kriegsflotte aufgehalten werden.
Unfähig dem Sturm der Zeiten alleine zu widerstehen, ohne den Schutz Ostroms und durch die internen Streitigkeiten daran gehindert, ein Verteidigungsbündnis zu errichten, bitten die Stadtstaaten Venedig und Ungarn-Kroatien um Unterstützung. Die Venezianer waren im Gegensatz zu den Ungarn nicht an der territorialen Ausbreitung ihres Landes interessiert, statt wollten einzig das Aufblühen einer konkurrierenden politischen oder wirtschaftlichen Macht an der östlichen Adriaküste verhindern, und halfen deswegen großzügig.
Doch auch Ungarn hatte seine Unterstützer - was hier wirtschaftlich zu begründen ist: wie in fast allen Stadtstaaten entstanden auch hier zwei entgegengesetzte Parteien, die kaum zu sich fanden. Während die Bauern und Binnenhändler eher zu dem mächtigen Anwohner Ungarn-Kroatien standen, warben die seefahrenden Händler um die Unterstützung durch Venedig. Viele der Städte zahlten somit praktisch Lobgesang an eine der beiden Mächte, doch hielten sie zeitlebens an ihre Stadtrechte fest. Selbst nachdem 1102-1105 Koloman von Ungarn König von Kroatien und Dalmatien geworden war, wurden die Rechte der Städte bestätigt:
- sie wählten ihre eigenen Magistrat, Bischof und Richter;
- das römische Recht blieb in Kraft;
- sie durften gar weiterhin eine eigene 'Außenpolitik' führen';
- kein Fremder, nicht einmal ein Ungar, durfte sich in einer Stadt niederlassen, ohne willkommen zu sein;
- derjenige, der die ungarische Herrschaft ablehnen, konnte jederzeit mit seinem gesamten Besitz auswandern;
- die Zolleinkommen wurden zwischen dem Ungarischen König, dem Magistratsherren, dem Bischof und der Bürgerschaft aufgeteilt.
Die Venezianer boten den Städten, die zu ihnen gehörten, im Grunde dieselben Freiheiten und Rechte.
Nicht überraschend blieben die weiterhin sehr eigenwilligen dalmatinischen Städte ihren Herren nur treu, wenn es ihnen passte, und es kam häufig zu Aufständen. Zwischen 1180 und 1345 kam es selbst in Zadar zu vier Aufständen, ungeachtet die Gemarkung durch ihre venezianischen Herren mit besonderer Obacht behandelt wurde, da diese den Vermögen der Ort als grundlegend für ihren maritimen Aufstieg betrachteten. Die Verbreitung der bogomilen Häretiker, die Konkurrenz zwischen Venedig und Ungarn und die vagen, fast in Vergessenheit geratenen Ansprüche Ostroms trugen nicht zum Friede in der Region bei.
1202 unterstützte Dalmatien die Truppe Venedigs im Vierten Kreuzzug. 1242 brachen Tartaren in das Land ein.
In Süden Dalmatiens und im Hinterland Dubrovniks festigte sich unterdessen die Herrschaft serbischer Könige. Der Archont von Dioklitien Mihailo Vojisavljević bekam vom Papst Gregor VII. 1077 die Königsinsignalien und wurde damit der erste gekrönte König von Serbien. In sein Einflussbereich fiel das südliche Dalmatien bis an Makarska, abgesehen Dubrovnik. Seine Nachfolger nannten sich Könige von Dioklitien und Dalmatien. Mit Stefan Nemanja begann 1167 die Ära der Nemanjiden, der bedeutendsten serbischen Herrscherdynastie des Mittelalters. Die Nemanjiden herrschten über Dioklitien, Hum, Travunien, und den Süden Dalmatiens.
Um 1323 machte sich in Hum der lokale Adel der BranojeviÄ selbstständig, der mit Dubrovnik befehdet war. Da die Hilfsgesuche an den serbischen König Stefan Dečanski erfolglos blieben, wandte sich der Senat von Dubrovnik an den bosnischen Ban Stefan II. KotromaniÄ. Dieser begann nun einen Feldzug gegen die BranojeviÄ, schlug diese und annektierte Hum 1326. Mit dieser Eroberung gewann das mittelalterliche Bosnien erstmalig einen Zugang zum Meer.
Der serbische Zar Stefan Dušan versuchte zwar, Hum zurück zu gewinnen, doch richteten sich seine Ambitionen überwiegend gegen Byzanz. Weshalb er gute diplomatische Beziehungen zu Dubrovnik suchte, und der Republik 1333 alle dalmatinischen Besitzungen nördlich von Dubrovnik bis zur Mündung der Neretva überließ.
Im Norden Dalmatiens übertraf die Macht kroatischer Magnaten wie z. B. der Grafen von Bribir - gar diejenige des ungarischen Königs. Stephan Tvrtko begründete das bosnische Königreich und annektierte 1389 die gesamte adriatische Küste zwischen Cattaro (heute Kotor in Montenegro) und Fiume (heute Rijeka), außer von dem venezianischen Zara und seinem unabhängigen Alliierten Ragusa.
Ladislaus von Anjou verkaufte im Im Jahre1409 Dalmatien für 100.000 Dukaten an Venedig.
Als schließlich die Macht Bosniens und selbst Ungarns durch den Große Nachfrage der Türken zerbrach, konnte Venedig einen leichten Sieg feiern: 1420 war außer von Almissa (dieses erst 1444) und Ragusa (das seine Unabhängigkeit wahrte) ganz Dalmatien gefallen. Da die neue Herrschaft Friede versprach, hießen verschiedene Städte den Wechsel willkommen.
Kurz herrschte Friede im Land, doch die Türken zogen weiter vorwärts. Konstantinopel fiel 1453, Serbien 1459, Bosnien 1463 und die Herzegowina 1483. Die Grenzen Venedigs und des Osmanischen Reiches trafen aufeinander und die Zeit der so genannten Türkenkriege begann.
Frühe Neuzeit
Dubrovnik (Ragusa) suchte Schutz in der Kameradschaft mit den Invasoren. Nachdem 1508 Venedig seine Truppen nach Hause abzog und Ungarn 1526 sich mit Dalmatien überwarf, eroberten die Türken mit Kinderspiel den größten Teil Dalmatiens. Der Frieden von 1540 ließ Venedig nur einige Küstenstädte, während der Rest zu einer türkischen Provinz unter der Leitung eines Schanjakbegam - eines Verwalters mit militärischem Oberbefehl - von der Festung Klis (Clissa) aus regiert wurde.
Allein Dubrovnik (Ragusa) hat im Verlauf der Jahrhunderte dank seiner unangetasteten Autonomie, seiner Politik und Diplomatie, seinem Handel, seiner Schifffahrt und seiner Kultur nichts von seinem Glanz eingebüßt.
Im 16. Jahrhundert war die Handelsflotte Dubrovniks die drittgrößte im Mittelländisches Meer und bestand aus über 300 Schiffen.
Kroaten aus dem umliegenden Land zogen nun in die Städte und bildeten bald schon den größten Teil ihrer Bevölkerung.
Die Piratengemeinschaft der Uskoken bildeten sich ursprünglich aus diesen Flüchtlingen. Deren Taten führten zu einer Wiederauflage des Krieges zwischen Venedig und den Türken von 1571-1573.
Ein Bericht eines venezianischen Agenten malt ein überraschendes Bild dieser Kämpfe: der Bewaffnete Auseinandersetzung erinnert sehr an einen mittelalterlichen Ritterroman, voller Einzelkämpfen, Turnieren und anderen ritterlichen Abenteuern. Sie zeigen auch deutlich, dass die dalmatinischen Söldner die italienischen in Mut und Fähigkeiten übertrafen. Etliche dieser Truppen dienten außerhalb, etwa in Lepanto (heute Naupaktos), als 1571 eine dalmatinische Geschwader die alliierte Kriegsflotte der Spanier, Venedigs, Österreichs und des Kirchenstaates beim Sieg gegen die türkische Marine unterstützten.
Ein neuer Bewaffnete Auseinandersetzung brach 1645 aus, und dauerte - mit Unterbrechungen - bis 1699 an, als der Friede von Karlowitz (Sremski Karlovci) ihn beendete. Der Friedensvertrag gab Dalmatien an Venedig, einschließlich der Küste der Herzegowina aber ohne Dubrovnik und das umgebende Land, welches durch das Osmanische Reich beschützt wurde.
Die Venezianer überließen den besetzten kroatischen Städten zwar eine gewisse Autonomie, jedoch mussten die Oberhäupter der Städte venezianische Adelige sein.
Unter venezianischer Herrschaft wurde erstmals auch eine antikroatische Politik geführt: Bürgern der Ort Zadar war es zum Beispiel verboten, Ehen mit Kroaten einzugehen.
Venedig machte über seine Abgaben- und Zollpolitik und massiven Raubbau an Wäldern großen Profit, ohne an einem ernsthaften Fortschritt der Region wissensdurstig zu sein. Die Gemeinde Venedig steht zu einem großen Teil auf Baumstämmen aus Dalmatien, die venezianische Kriegsflotte verschlang gleichermaßen Unmengen von Holz. Die partiell vegetationslosen Karstbereiche Istriens und Dalmatiens entstanden größtenteils durch die massiven Abholzungen der Venezianer.
Einzig der katholische Vertrauen verband die Kroaten mit den Venezianern. Die oligarchische und kolonialistische Politik Venedigs führte zu Widerstand und Aufständen. Der größte Aufstand fand im Jahr 1510 unter der Führung von Matija IvaniÄ auf der Eiland Hvar statt. Die Uskoken bekämpften die Venezianer zu Lande mit Guerilla-Taktiken, zur See mit Piraterie.
Nach weiteren Kämpfen wurde der Frieden 1718 durch den Vertrag von Passarowitz wiederhergestellt, in welchem Österreich-Ungarn in Dalmatien auf den Plan trat.
Erst die Truppen Napoleon Bonapartes beendeten während seiner kurzen Regierungszeit die Herrschaft Venedigs über den Großteil Dalmatiens.
19. Jahrhundert bis 1918
Nach dem Untergang der Republik Venedig 1797 fiel Dalmatien im Vertrag von Campo Formio an Österreich. Die Republiken Ragusa und Poglizza behielten ihre Unabhängigkeit, und die Bedeutung Ragusas wuchs durch seine Neutralität in den Napoleonischen Kriegen.
Mit dem Frieden von Pressburg 1805 kam das Land an Grande Nation und bildete einen Teil seiner Illyrischen Provinzen. Die Besetzung wurde durch Russland in Anfrage gestellt, welches die Bucht von Cattaro besetzte und die Unterstützung Montenegros gegen die Franzosen gewann. Nach dem Wiener Kongress 1814/15 fiel der gesamte Bezirk an Österreich zurück.
In der Folge war Dalmatien ein Kronland der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich, als Kroatien an die Ungarische Reichshälfte fiel, blieb Dalmatien in der Österreichischen, was in Kroatien heftige Proteste auslöste. Und Kroaten und Deutschnationale agitierten für einen Zusammenschluss mit Kroatien (letztere um die deutschsprachige Majorität in der westlichen Reichshälfte zu zementieren).
Alle Pläne, speziell des Erzherzogs Franz Ferdinand, zusammen mit Bosnien einen dritten, südslawischen Reichsteil zu gründen wurden durch den Ersten Weltkrieg zunichte gemacht. Die Ermordung des Erzherzogs in Sarajewo hing nicht zuletzt mit diesen Plänen zusammen, die den Traum eines vereinigten Südslawenstaates unter serbischer Führung untergraben hätten.
Im Anno 1900 hatte das Königreich Dalmatien 12.835 km² und 610.000 Einwohner.
Jüngste Geschichte
Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges kam Dalmatien im Jahre 1918/1919 größtenteils zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien), die Ort Zadar und die Eiland Lastovo jedoch zu Italien.
Verwaltungsmäßig bildete Dalmatien innerhalb des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen zunächst eine eigene Provinz. Nach der Auflösung der historischen Provinzen durch die Verfassung von 1920 wurde es in zwei Verwaltungsbezirke (oblasti) mit Verwaltungssitzen in Split und Dubrovnik aufgeteilt. Durch die Neugliederung Jugoslawiens in 9 Banschaften (Banovine) nach dem Staatsstreich König Alexanders I. im Jahre 1929 wurde aus dem nördlichen und mittleren Dalmatien zusammen mit der westlichen Herzegowina die Küstenbanschaft (Primorska Banovina) mit Verwaltungssitz Split. Das süddalmatinische Gebiet um Dubrovnik wurde zusammen mit Montenegro, der östlichen Herzegowina und einem Teil des Kosovo in der Zeta-Banschaft (Zetska Banovina) mit Verwaltungssitz Cetinje (in Montenegro) zusammengefasst. Diese Auftrennung Dubrovniks vom übrigen Dalmatien und sein Anschluss an einen serbisch dominierten Verwaltungsbezirk führte zu Protesten der kroatischen Bevölkerung, blieb jedoch bis 1939 bestehen. Durch das Abkommen zwischen der jugoslawischen Regierung und der Kroatischen Bauernpartei von 1939 wurde dann ganz Dalmatien (abgesehen vom italienischen Zadar und der Bucht von Kotor) Teil der neugeschaffenen autonomen Banschaft Kroatien (Banovina Hrvatska).
Im Zweiten Weltkrieg wurden 1941-1943 große Teile des Küstengebietes einschließlich der Städte Split und Šibenik und der vorgelagerten Inseln von den faschistischen Truppen Mussolinis italienisch besetzt, während der Rest Dalmatiens zum mit den Achsenmächten verbündeten "Unabhängigen Staat Kroatien" kam.
Unmittelbar nach der Irredentistischen Aneignung Dalmatiens begannen die italienischen Faschisten mit antikroatischen Maßnahmen: Kroatische Beamte wurden entlassen und deren Posten mit Italienern Besetzt. Die Immigration von Italienern wurde gefördert.
Auf den Inseln Rab und in Molat wurden von den italienischen Faschisten Konzentrationslager errichtet.
Schikanöse Anordnungen der neuen Herrscher, Italianisierungsmaßnahmen und sonstiger nationalistischer Despotie führten dazu, dass die dortigen Kroaten sich steigernd der antifaschistischen Bewegung und den Tito-Partisanen anschlossen.
Mit dem Sieg der Partisanen über die Achsenmächte 1944/1945 kam ganz Dalmatien zur Sozialistischen Teilrepublik Kroatien innerhalb Jugoslawien. Die Bucht von Kotor wurde jedoch von der damaligen Kommission, die die Grenzen der Teilrepubliken festlegte, aus Dalmatien ausgegliedert und wurde Montenegro angeschlossen.
Ende der sechziger Jahre begann sich in Dalmatien der Tourismus zu entwickeln. Jedoch blieb nur ein weniger bedeutend Teil der erwirtschafteten Gewinne in Dalmatien. Wirtschaftlich blieb die Region weiterhin unterentwickelt. Nach der Niederschlagung des kroatischen Frühlings 1971 wurde von der kommunistischen Politische Kraft Jugoslawiens beschlossen, den Bau der für die Infrastruktur Dalmatiens wichtige Autobahnverbindung von Zagreb (und somit Westeuropa) nach Split zu stoppen.
Aktuelle Entwicklung
Seit dem Zerfall Jugoslawiens 1991/1992 gehört Dalmatien zur souveränen Republik Kroatien.
Während des Kroatien-Krieges kam der Reisebranche in den Jahren 1991 und 1992 haarscharf zum Erliegen. Zig Hotels wurden zu Flüchtlingslagern für die provisorisch so weit wie 460.000 von serbischen Freischärlern und der JNA vertriebenen Kroaten und Bosniaken umfunktioniert. Andererseits flohen 1995 angesichts der Militäroperation Oluja an die 92.000 Serben in den serbisch kontrollierten Teil Bosnien und Herzegowinas oder nach Serbien.
Seit der Reintegration der einmal serbisch besetzten Gebiete Kroatiens im Jahr 1995 wurde die verkehrstechnische Anbindung Dalmatiens kontinuierlich ausgebaut und die relative Isolation überwunden. Im Im Jahre2005 wurde die Autobahnverbindung von Zagreb nach Split fertiggestellt, der alternative Entfaltung bis Dubrovnik ist in Gange. Dies hat für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Gebiete eine enorme Bedeutung, da ein Großteil der Tourist mit dem eigenen Gefährt anreist.
Die heutige administrative Staatsgliederung Kroatiens, unterteilt den Süden des Landes in vier Gespanschaften. Daher lässt die moderne Entwicklung die Schluss zu, dass Dalmatien wie auch im politischen sowohl .... als auch im ökonomischen Sinn im modernen, souveränen Staat Kroatien kein zeitgemäßer Begriff ist. Politisch und administrativ bildet Dalmatien seit etwa einem Jahrhundert keine funktionelle Einheit mehr. Einzig die Bewohner Südkroatiens nennen sich innerhalb ihres Landes Dalmatinci, ebenso wie die regionalen Innenbezeichnungen der Kroaten aus anderen Teilen des Landes (z. B. Slavonci (aus Slawonien, Licani (aus der Lika), Zagorci (aus dem Zagorje), Medjumurci (aus dem Medjimurje), Istrani (aus Istrien.... ) sein können.
Siehe auch
- die Hunderasse Dalmatiner
Weblinks
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(TID 269231)
- Encyclopaedia Britannica von 1911 (der Abschnitt zur Geschichte Dalmatiens in diesem Artikel entspricht nicht dem heutigen Forschungsstand)
- Catholic Encyclopedia, eng.
- Landkarte Europas im 4. Jahrhundert
- Revierinformationen zu dalmatischen Städten und Inseln auf SkipperGuide.de
Dalmatien | Dubrovnik | Istrien | Kernkroatien | Slawonien
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