Deutschland
Aus Schlauweb
| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel behandelt die BRD Deutschland. Für übrige Bedeutungen siehe Deutschland (Begriffsklärung). |
(TID 537469)
| Bundesrepublik Deutschland | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| |||||
| „Einigkeit und Recht und Freiheit“ | |||||
| Amtssprache | Deutsch<ref>Anerkannte Minderheits- bzw. Regionalsprachen: Dänisch, Friesisch, Sorbisch, Niederdeutsch.</ref> | ||||
| Hauptstadt | Berlin<ref>Neben der Kapitale Spreeathen ist die Bundesstadt Bonn mit der Plural der Ministeriumsbeschäftigten und zahlreichen Bundesinstitutionen sowie Dienstsitzen von vier Verfassungsorganen zweites politisches Schalthebel Deutschlands. Auch in anderen Städten gibt es Bundesbehörden.</ref> | ||||
| Staatsform | Demokratisch-parlamentarischer Bundesstaat | ||||
| Regierungsform | Parlamentarische Demokratie | ||||
| Bundespräsident | Horst Köhler | ||||
| Bundeskanzlerin | Angela Merkel | ||||
| Fläche | 357.050 km² (61.) [1] | ||||
| Einwohnerzahl | 82.411.000 Einw. (14.) [2] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 231 Bevölkerung je km² (35.) | ||||
| BIP - Total (Nominal) - Total (PPP) - BIP/Einw. (Nominal) - BIP/Einw. (PPP) | 2005 (geschätzt) $2.907 Mrd. (3.) $2.498 Mrd. (5.) $35.075 (17.) $30.150 (17.) | ||||
| Gründung des deutschen Nationalstaates | 18. Januar 1871 | ||||
| Gründung der Weimarer Republik | 9. November 1918 | ||||
| Gründung der Bundesrepublik | 23. Mai 1949 | ||||
| Wiedervereinigung mit dem Gegend der DDR | 3. Oktober 1990 | ||||
| Nationalhymne | 3. Vers des Liedes der Deutschen | ||||
| Nationalfeiertag | 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) | ||||
| Währung | 1 Euro = 100 EuroCent | ||||
| Zeitzone | UTC+1 MEZ UTC+2 MESZ (März - Oktober) | ||||
| Kfz-Nationalitätszeichen | D | ||||
| Olympiakürzel | GER | ||||
| Internet-TLD | .de | ||||
| Vorwahl | +49 | ||||
| Strom | 230 V ~50 Hz ; Eurostecker, Konturenstecker und Schuko | ||||
| Mobilfunkstandard | GSM auf 900 MHz und 1800 MHz, UMTS schreitet voran | ||||
| Fernsehnorm | PAL, HDTV | ||||
| Offizielle Website | www.deutschland.de | ||||
| Bild:LocationGermanyInEurope.png
| |||||
| |||||
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat. Er liegt in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; die meisten ministeriellen Arbeitsplätze und zig Bundesinstitutionen befinden sich aber in der früheren Spreeathen (jetzt: Bundesstadt) Bonn. Das politische System ist föderal und als Parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Ländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern nach Russland der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die BRD ist u. a. Person der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Siehe auch: Geographie Deutschlands
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa, zwischen 47°16′15″ und 55°03′33″ nördlicher Umfang und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (auf einer Länge von 67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Orient an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815 km; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Europa an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Die Grenzlänge beträgt in der Gesamtheit 3.757 km. (Quelle: [3]) Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklave und Enklave
Die einzige Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Noch dazu gibt es eine so genannte funktionale Enklave, das Kleinwalsertal, das zu Österreich gehört und auf dem Land- oder Wasserstraße nur über deutsches Staatsgebiet zu erreichen ist.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt nach dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf halber Strecke zwischen Erfurt und Göttingen auf 51°09′54″ nördlicher Breite und 10°27′19″ östlicher Länge(TID 488894)
.
Äußerste Landesstellen Deutschlands
Die nördlichste Landesstelle Deutschlands befindet sich auf der Halbinsel Ellenbogen auf Sylt, die nördlichste Festlandsstelle des Staats liegt an der Westküste Schleswig-Holsteins am Rickelsbüller Koog, sein südlichster Punkt bildet das Haldenwanger Eck südlich von Oberstdorf (Bayern) in den Alpen. Vom Ellenbogen bis zum Haldenwanger Eck sind es etwa 886 km (Luftlinie).
Die westlichste Landesstelle Deutschlands befindet sich in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Isenbruch (westlichste Dorf des Staats), die östlichste Landesstelle Deutschlands liegt zwischen Neißeaue-Deschka (östlichste Gemeinde des Staats) und Neißeaue-Zentendorf in einer Flussschleife der Lausitzer Neiße. Von Isenbruch bis zur Flussschleife der Neiße bei Zentendorf sind es rund 636 km (Luftlinie).
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich überwiegend in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin eher höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge mittig und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Gerade in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind schon im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert sind.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich herüber den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Heben von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Aktiver Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in übereinkommen Erfordern vulkanisches Felsblock aus früherer Aktivität, gerade in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen. Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks. Zusammen mit dem Ärmelkanal ist die südliche Nordsee das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Das nördlichste Bundesland liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich weniger als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen respektive 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein geringer Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland (647 km). Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 865 km durch Deutschland. Er hat zumal für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 725 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte hilfsweise zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann erneut in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Orient bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) zum Teil mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in einmal von Inlandeis bedeckten Voraussetzen oder deren Vorland, gerade in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Helvetia grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge entgegennehmen eher von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.456 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Spezialfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.142 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Einzelheiten finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Gleichfalls in diesem Land befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist gut in Form von Inselketten dem Gegend vorgelagert. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Element des deutschen Wattenmeeres sind. Die zu Deutschland gehörenden nordfriesischen Inseln gehören zu Das nördlichste Bundesland und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum und Pellworm. sowie den wesentlich kleineren Halligen. Nordstrand ist seit der Eindeichung des Beltringharder Koogs eine Halbinsel. Sie stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von der Größe her sehr ähnlich. Bei ihnen handelt es sich um Barriereinseln, die durch die Brandungsdynamik aus Sandbänken entstanden. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Spezialfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Eiland Helgoland dar. Die Eiland Neuwerk wird weder zu den ost- noch zu den nordfriesischen Inseln gerechnet und gehört zum Land Hamburg.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind eher größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Eiland ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel schon zu Polen gehört. Kleinere bekannte Ostseeinseln sind Poel und Hiddensee. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in sich verständigen auf deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau, Lindau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften.
Siehe auch: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird u. a. vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie lang anhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Orkane auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Saison (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schmelze im Jahreszeit zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Flut kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können okkasionell aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
| Anno | Mär–Mai | Jun–Aug | Sep–Nov | Dez–Feb | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
| T-mittel (°C) | 8,4 | 7,8 | 16,5 | 9,1 | 0,9 | −0,5 | 0,5 | 3,7 | 7,6 | 12,2 | 15,5 | 17,1 | 16,9 | 13,8 | 9,4 | 4,2 | 0,9 |
| T-min (°C) | 4,6 | 3,4 | 11,6 | 5,5 | −2,4 | −3,0 | −2,5 | 0,0 | 3,0 | 7,3 | 10,6 | 12,3 | 12,0 | 9,3 | 5,7 | 1,6 | −1,5 |
| T-max (°C) | 12,4 | 12,3 | 21,4 | 12,8 | 2,9 | 2,0 | 3,4 | 7,5 | 12,1 | 17,2 | 20,4 | 22,0 | 21,9 | 18,4 | 13,1 | 6,9 | 3,2 |
| T-Abstand (°C) | 7,8 | 8,8 | 9,8 | 7,3 | 5,2 | 5,0 | 5,9 | 7,4 | 9,1 | 9,9 | 9,8 | 9,7 | 9,8 | 9,0 | 7,5 | 5,3 | 4,7 |
| Frosttage | 103,9 | 27,5 | 0,7 | 16,9 | 58,7 | 21,0 | 19,3 | 16,4 | 9,0 | 2,2 | 0,3 | 0,2 | 0,2 | 0,8 | 4,5 | 11,6 | 18,4 |
| Regentage | 178,2 | 44,0 | 44,3 | 43,0 | 46,8 | 16,6 | 13,4 | 14,9 | 14,3 | 14,9 | 15,1 | 14,8 | 14,4 | 13,6 | 13,5 | 15,9 | 16,8 |
| Niederschlag (mm) | 700 | 163 | 221 | 166 | 150 | 51 | 40 | 48 | 51 | 65 | 77 | 72 | 71 | 57 | 50 | 58 | 59 |
| Luftdruck (hPa−1000) | 9,3 | 8,1 | 13,7 | 9,9 | 5,7 | 5,5 | 5,5 | 6,4 | 7,6 | 10,2 | 12,9 | 14,2 | 14,2 | 12,4 | 9,9 | 7,3 | 6,0 |
| Bewölkung (%) | 72,0 | 69,3 | 63,0 | 73,8 | 81,9 | 83,5 | 78,0 | 74,8 | 69,3 | 63,8 | 64,8 | 63,5 | 60,6 | 66,9 | 72,9 | 81,5 | 84,3 |
Quelle: Tyndall Centre for Climate Change Report
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region partiell erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Mittelmaß unter 6 °C liegt. Darüber hinaus zeichnet sich ein allgemeiner Neigung zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen bis auf 1996 in allen Jahren seit 1988 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden selbst 9,9 °C erreicht. Namentlich die Saison sind deutlich wärmer geworden. Außerdem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Durchschnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Die tiefste je in Deutschland gemessene Wärme betrug -45,9 °C und wurde am 24. Dezember 2001 am Funtensee registriert. Die bis dato höchste Wärme betrug 40,3 °C und wurde am 8. August 2003 in Nennig erreicht.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die nach liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unproduktiv sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg zum Beispiel war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Erfordern ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht meist aus Braunerden, im Orient z. T. auch aus Schwarzerden und wird intensivst ackerbautreibend genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die ackerbautreibend nur extensiv bewirtschaftet werden. Die bedeutend größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland gerade vorwärts der Flüsse Rhein, Main und Donau.
In der Regel werden 53,5 % der deutschen Fläche ackerbautreibend genutzt, Wälder bedecken sonstige 29,5 %. Angesichts hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf alternative Flächen, meistens Ödland.
Gegenwärtig gibt es 15 Nationalparks in Deutschland sowie diverse Naturparks, Biosphärenreservate und Landschaftsschutzgebiete.
Flora und Fauna
Flora
Da Deutschland in der gemäßigten Klimazone liegt ist seine Pflanzenwelt von Laub- und Nadelwäldern geprägt. Eine einzigartige Ausnahmefall zu dieser recht einheitlichen Pflanzenwelt bildet die weltbekannte Lüneburger Heide. Die Laubwälder bestehen meist aus Rotbuchen, anliegend sind die in diesen Tagen selten gewordenen Auwälder im Bereich der Flüsse und Seen und Eichen-Buchen-Mischwälder typisch. Der Pionierwald wird, zuallererst auf sandigen Flächen, erstmal von Birken und Kiefern gebildet. Allerdings werden die früher sehr verbreiteten Laubwälder mittlerweile oft durch Fichtenholzforste ersetzt.
Ohne menschlichen Einfluss würde Deutschland wie die meisten Länder der Erde auch hauptsächlich aus Wald bestehen. Benachbart den natürlich vorkommenden Pflanzen spielen in diesen Tagen eine Reihe von eingeführten Arten wie die Robinie eine zunehmende Rolle in der Vegetation. Nutzpflanzen sind u. a. die aus Vereinigte Staaten von Amerika eingeführte Kartoffel, der Mais und der Apfelbaum.
Fauna
Die meisten in Deutschland heimischen Tiere leben in den gemäßigten Laubwäldern. Im Wald leben unter vielen anderen Arten verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe, Wildschweine sowie Füchse. Biber und Otter sind seltener gewordene Bewohner der Flussauen.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptstadt und Regierungssitz der Germania ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die BRD ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Länder, von denen fünf wiederum in alles in allem 22 Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jedes Mal amtierende Bundesratspräsident, der gemäß Verfassung den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er (oder sie) besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Land einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Vollziehungsbefehl mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obgleich die Abgeordneten der Parlamente nach dem Verfassung nicht weisungsgebunden sind, überragen Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Horst Köhler
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Länder leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jedes Mal durch die Fachminister geleitet, sie stillstehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Entwicklung ihrer Interessen zu bewegen. Die Ziel dieser Tätigkeiten ist nicht nicht strittig und unterliegt häufiger Kritik, gerade der durch die Lobbyarbeit jeweilig negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Zentrale in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Länder. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formale und materiale Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
| Bild:Germany Laender Map.png | Bundesland | Hauptstadt | Fläche (km²) | Bevölkerung(2) | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Baden-Württemberg | Stuttgart | 35.751,65 | 10.717.000 | |
| 2 | Bayern | München | 70.549,19 | 12.444.000 | |
| 3 | Berlin | (1) | 891,75 | 3.388.000 | |
| 4 | Brandenburg | Potsdam | 29.477,16 | 2.568.000 | |
| 5 | Bremen | Bremen(1) | 404,23 | 663.000 | |
| 6 | Hamburg | (1) | 755,16 | 1.735.000 | |
| 7 | Hessen | Wiesbaden | 21.114,72 | 6.098.000 | |
| 8 | Mecklenburg-Vorpommern | Schwerin | 23.174,17 | 1.720.000 | |
| 9 | Niedersachsen | Hannover | 47.618,24 | 8.001.000 | |
| 10 | Nordrhein-Westfalen | Düsseldorf | 34.042,52 | 18.075.000 | |
| 11 | Rheinland-Pfalz | Mainz | 19.847,39 | 4.061.000 | |
| 12 | Saarland | Saarbrücken | 2.568,65 | 1.056.000 | |
| 13 | Sachsen | Dresden | 18.414,82 | 4.296.000 | |
| 14 | Sachsen-Anhalt | Magdeburg | 20.445,26 | 2.494.000 | |
| 15 | Schleswig-Holstein | Kiel | 15.763,18 | 2.829.000 | |
| 16 | Thüringen | Erfurt | 16.172,14 | 2.355.000 | |
|
(1) Die Stadtstaaten Kapitale und Hamburg bestehen ausschließlich aus den gleichnamigen Städten; Bremen gilt gleichfalls als Stadtstaat, obwohl zum Land Bremen noch die Ort Bremerhaven gehört. | |||||
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vorerst Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahmefall Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten. Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden alle beide Parteien im Deutschen Parlament eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863 und ist damit die älteste bis zum heutigen Tag existierende politische Politische Kraft Deutschlands. Sie hat die Brauch der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch amtlich nimmer nur als Arbeiterpartei, anstatt als eine Volkspartei, die für breite Anhäufen wählbar sein will. Ihr Geständnis lautet „Freiheit, Recht und Solidarität“.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Brauch des deutschen Liberalismus, der sich schon 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Politische Kraft Deutschlands im dieser Tage verstandenen Sinn organisiert hatte, sich einige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht gerade in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - besonders bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit in der Gesamtheit 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowie der CDU/CSU plus der SPD an der Regierungsverantwortung der Germania beteiligt.
Die Grünen entstanden als bundesweite Politische Kraft 1979/80 aus den ehemalig neuen sozialen Bewegungen, z. B. der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmalig in den Parlament ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen.
Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Politische Kraft auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Deutsche Demokratische Republik beschränkt. 2005 wurde aus Kundgebung gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Initiative von Gewerkschaftern und enttäuschten vormaligen SPD-Mitgliedern gegründet. Für die Bundestagswahl 2005 öffnete die PDS ihre Listen für WASG-Mitglieder. Aus diesem Grund hat sich die PDS inzwischen in Die Linkspartei. umbenannt. Alle beide Parteien streben eine Vereinigung an.
Rechtsextreme Parteien waren, von der Deutschen Reichspartei im Ersten Hohes Haus (1949–1953) abgesehen, nie im Deutschen Bundestag vertreten, konnten aber auf Landesebene zeitweise in Parlamente einziehen. Eine relative Blütezeit erlebten sie Ende der 1960er und seit der Wiedervereinigung. Parteien dieser Tendenz sind Die Republikaner, die Deutsche Volksunion (DVU) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Es gibt etliche regionale Parteien und „Splitterparteien“, deren politischer Einfluss auf Bundesebene aber durch die Sperrklausel der 5%-Hürde in der Regel auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt ist. Die Ausnahmeregelung, über Direktmandate in den Bundestag einzuziehen, ist für diese ebenso fast unmöglich. Im Länderparlament von Schleswig-Holstein ist jedoch ob einer Sonderregelung für die dänische Minderheit der Südschleswigsche Wählerverband legitim von der 5%-Hürde befreit.
In der Geschichte der Germania gab es zwei Parteiverbote, gegen die rechtsradikale SRP 1952 und gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956. Ein Verbotsantrag gegen die NPD scheiterte 2004 zu Beginn wegen Koordinationsfehlern beim Bundesamt für Verfassungsschutz und den Verfassungsschutzämtern der Länder.
Haarscharf allen einflussreichen Parteien stillstehen – mehr oder weniger selbständig – Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen) sowie ['solid] (Die Linkspartei.).
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Geschichte der Parteien in Deutschland, Politisches Spektrum, Bundestagswahl 2005
Außenpolitik
Die wichtigsten Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Sorge vor Deutschland zu entgegennehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die BRD ist seit 1950 Person des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Unterbau für die heutige Europäische Union. Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik Deutschland 1955 beitrat.
Während des Kalten Kriegs war der Freiraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze auswärtig kamen nicht in Frage. Laut Verfassung darf sich die Kommiss an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht nur in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von Deutschland initiierte Ostpolitik unter der Devise Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr aufmerksam betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik als siegreich angesehen.
Seit der Deutsche Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der Nato-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Gewöhnlich spielt Deutschland zusammen mit Grande Nation eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion auf ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen. Zusätzliche außenpolitische Ziele sind die Realisierung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Ob der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag zuerst in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien. Die Bundesregierung lehnte den Irak-Krieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als zerbrechlich eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Französische Republik bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Zwiegespräch dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Atomprogramms zu verzichten. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch angesichts des Widerstands anderer, zum Teil verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Französische Republik und Großbritannien die G4 Neue Welt (Deutschland, Indien, Nippon und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch beziehen die USA zu einem deutschen Sitz bis dato keine Stellung.
Militär
Hauptartikel: Bundeswehr
Nach ihrer Gründung 1949 hatte die Germania zunächst keine eigenen Streitkräfte. Unter dem Impression des Koreakrieges und der als aggressiv empfundenen sowjetischen Politik in Osteuropa trat die Teutonia 1955 der NATO bei und stellte Streitkräfte auf. Nach der Wende wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst.
In der Kommiss dienten im Apr. 2005 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. Seither 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Tätigkeit in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 6,2 % der Soldaten (Stand 2005). Die Deutschland gab im Im Jahre2004 24,4 Mrd. Euro für die Truppe aus, was gemessen am BIP einen Anteil von 1,2 % entspricht. Im internationalen Vergleich gemessen an den absoluten Auflageziffern besetzt sie den sechsten Platz; im Vergleich zu den durchschnittlichen Auflageziffern der NATO-Mitgliedsstaaten von 2,3 % einen Platz im letzten Drittel. Die Militärausgaben Deutschlands werden fallweise als zu gering angesehen, vor allem, da die Armee sich nach dem Kalten Krieg auf erheblich veränderte Aufgaben einstellen muss, sporadisch werden die Auflageziffern als zu hoch angesehen, insbesondere, da nach dem Kalten Bewaffnete Auseinandersetzung die traditionelle Bedrohungslage entfallen ist.
Es besteht Wehrpflicht für Männer. Sie dauert neun Monate, woraus drei auf die Grundausbildung entfallen. Die Grundausbildung lässt sich aufteilen in zwei Monate "Grüne Ausbildung" und einen Monat Spezialausbildung (Sanitätsausbildung, Panzerfahrerausbildung, etc.). Die restlichen sechs Monate werden in der Stammeinheit abgeleistet. Dort wird man üblich gemäß der erhaltenen Spezialausbildung eingesetzt. Alternativ kann als Ersatz ein Zivildienst (Dauer gleichermaßen neun Monate), ein Auslandsjahr (zwölf Monate) oder eine mindestens sechsjährige Beihilfe im Katastrophenschutz abgeleistet werden.
Auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (in Rheinland-Pfalz) sind in diesen Tagen noch 65 US-amerikanische Wasserstoffbomben stationiert, an deren Einsatzplanung Deutschland angemessen der nuklearen Teilhabe engagiert ist.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Deutschlands vermittelt einen detaillierten Überblick. Zum mittelalterlichen Deutschland siehe Deutschland im Mittelalter. Für die Entwicklung der neuen deutschen Vereinigte Staaten von Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg siehe die Artikel Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Geschichte der DDR.
Frühgeschichte und Antike
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen BRD sind etwa 700.000 Jahre alt, seit rund 500.000 Jahren geht man von einer dauerhaften Kolonisation aus. In Deutschland vorhanden bedeutende Fundstätten aus der Urzeit: Nach dem Neanderthal in Mettmann ist der frühe menschliche Vertreter der Gattung Homo sapiens neanderthalensis, dem Neanderthaler, benannt. Diese wurden vor etwa 40.000 Jahren von dem zugewanderten Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt. In der Neolithikum entwickelten sich Ackerbau, Viehwirtschaft und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, wie etwa die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000 ante Christum natum in dieser Region Sternkunde betrieben wurde.
Erste schriftliche Erwähnung finden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 v. u. Z. war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland teutonisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Hierdurch gelangten keltische Orts- und Gewässernamen sowie keltische Lehnwörter in die germanischen Mundarten.
Von 58 v. Chr. bis etwa 455 n. Chr. gehörten die Gebiete linke Seite des Rheins sowie südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260 n. Chr. auch der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania Superior, Germania Inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer zig Legionslager, die sich später zu Städten entwickelten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier (die älteste Stadt Deutschlands) und Augsburg. Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Subjekt aus anderen Teilen des Römischen Reiches, besonders aus Italien, ein und wurden abendländisch des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Sprachgut beeinflussten, führten die Römer gerade in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens verfasste der römische Schreiber Tacitus im Anno 98.
Völkerwanderung und Frühmittelalter
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und gleichlaufend mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Zone wanderten am Ende der Spätantike im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Sprachforscher schätzen, dass etwa ein Drittel der heutigen deutschen Familiennamen slawischen Ursprungs sind. Der Großteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen beherrscht.
Nach der blutigen Unterdrückung und Zwangsmissionierung der Sachsen unter Karl dem Großen erstreckte sich das Frankenreich bis zur Nordsee, der Eider und dem heutigen Österreich. Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht stellte Karl der Große einen Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Doch die Einheit seines Reiches währte nicht lange: Querelen unter seinen Nachfolgern bewirkten im Vertrag von Verdun (843) die Dreiteilung des Reiches in das ostfränkische Reich unter König Ludwig Germanicus (später: ... dem Deutschen), das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Das ostfränkische Reich bildete den groben geografischen Rahmen für das später entstehende Deutsche Reich.
Heiliges Römisches Reich (962–1806)
Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Gepflogenheit wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem Otto I. als erster ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wurde und damit das Heilige Römische Reich begründete. Als Anfang wird aber auch das Jahr 911 genannt, der Regierungsantritt Konrads I. als erster nicht-karolingischer Persönlichkeit in Deutschland. Früher wurden auch der Vertrag von Verdun bzw. die Straßburger Eide von 843 genannt. Im 10. Jahrhundert wurde erstmalig für das bisherige ostfränkische Reich auch der Fachausdruck regnum teutonicum („Deutsches Reich“) verwandt. Aus dieser Fremdbezeichnung des Reiches entstand später die Bezeichnung Deutschland.
Die fränkischen Teilreiche waren schon in erster Linie unterschiedliche Wege gegangen: Während sich das ehemalige Westfränkische Reich, dessen romanisierte fränkische Bewohner, mit der Zeit zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das ostfränkische Reich durch Territorialfürsten geprägt, die den Kaiser wählten und dadurch ihre Partikularinteressen geltend machen konnten. Ungeachtet die Kaiser des römisch-Deutschen Reiches erneut versuchten ihre Position zu stärken, blieb das Reich ein Verband souveräner großer, mittelgroßer und vieler Klein- und Kleinstterritorien sowie Freier Reichsstädte. Nach der Reformation und dem Dreißigjährigem Krieg, dem nach Opferzahl relativ zur Gesamtbevölkerung Deutschlands fatalsten Krieg, hatte der Kaiser nur noch eine überwiegend formale Machtstellung.
Der Name des Anbeten Römischen Reiches änderte sich über die Jahrhunderte mehrfach. So wurde es im 12. Jahrhundert noch als „Heiliges Reich“ bezeichnet, ab Zentrum des 13. Jahrhunderts als „Heiliges Römisches Reich“ und ab dem 15. Jahrhundert als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Der Weg zum deutschen Nationalstaat (1806–1871)
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoléon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa überrannte und das schwache Reichsgebilde zum Zusammenbruch brachte. Der letzte Kaiser des de facto nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation), Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, musste die Reichskrone auf Druck des französischen Kaisers ablegen. Unter Napoléon Bonaparte wurde die Anzahl der deutschen Amerika durch Merge erheblich verringert und auch verschiedene Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl hatte zeitweise über 80 betragen). Diese neu zusammengesetzten Neue Welt wurden Rheinbund genannt, und waren von Napoléon abhängig.
Nach der Niederlage Napoléons restaurierte der Wiener Kongress (18. September 1814 bis 9. Juni 1815) weitgehend die alten Herrschaftsverhältnisse. Deutschland, nun ohne einigendes Band, war teils im Deutschen Bund, einer losen Vereinigung von 38 deutschen Staaten unter Führung Österreichs organisiert. Kurz darauf wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem das wiedererstarkte Preußen dominierende Macht war.
Doch das deutsche Volk kam von der Idee der Französischen Revolution nimmer weg. Daher trafen sich am 18. October 1817 Studenten zum Wartburgfest um Ideen auszutauschen, Höhepunkt war die Verbrennung von Werken von Autoren die gegen einen deutschen Staat waren, wie z. B. Otto von Kotzebue.
Zur zweiten Begegnung trafen sich 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und aus allen Ländern zum Hambacher Fest. Dort wurden zum ersten mal die Farben Schwarz-Rot-Gold gehisst, die später zu den Nationalfarben wurden.
Am 1. März 1848 begann mit der Besetzung des Ständehauses des badischen Landtags in Karlsruhe die Märzrevolution. Bis zum Ende der Märzrevolution kam es aber und abermal zu militärischen Ausschreitungen. Die Märzrevolution fand im Deutschen Bund und den österreichischen und preußischen Provinzen statt. Durch Aufstände der Bürger mussten jede Menge Monarchen ihren Platz räumen wie Fürst Metternich von Österreich, der 1813 noch am Wiener Kongress die Königreich nach Napoléons Abtreten mitrestaurierte bzw. wiederaufbaute. Unter dem Druck der revolutionären Ereignisse in Spreeathen seit dem 6. März 1848 gab der preußische König Friedrich Wilhelm IV. zunächst nach, machte Zugeständnisse und reformierte den Deutschen Bund. Am 23. Juli 1849 wurden nach der Kapern von Rastatt durch erbitterten Einsatz der preußischen Truppen die badische Revolution und die Märzrevolution beendet.
Schon bald nach der gescheiterten nationalen und liberalen Märzrevolution von 1848/1849 kam es zur Karambolage Preußens mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund und in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Bewaffnete Auseinandersetzung für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung leitete die so genannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Plan Bismarcks auf eine staatliche Einigung deutscher Einzelstaaten unter der Beherrschung Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich. Das Deutsche Reich wurde nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die noch nie oder lange nicht länger zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, anstelle außerhalb des Reiches waren. Dazu gehörten West-, Ostpreußen und Danzig, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat (deutsch- und französischsprachige) Teilgebiete der Regionen Lothringen (nördliche und östliche Teile) und Elsass (ohne Belfort) ab, welche als direkt von der Hauptstelle verwaltetes "Reichsland Elsass-Lothringen" ohne Gliedstaatrechte konstituiert wurden.
Als "ideeller Begründer des Deutschen Reiches" wurde Otto von Bismarck, dessen vorrangiges Ziel die langfristige Beherrschung Preußens war, erster Reichskanzler. Seine antidemokratisch-konservative Grundsätzliche Einstellung verhinderte allerdings die Reichseinigung unter demokratischen Bedingungen und schuf die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Nationalismus und Parlamentarismus sich fremd wurden. Er führte einen wenig erfolgreichen Scharmützel gegen die katholische Kirche im so genannten Kulturkampf und danach einen weiteren gegen die Sozialdemokratie (siehe Sozialistengesetze). Den Scharmützel gegen die Sozialdemokratie versuchte er mit der Sozialgesetzgebung abzufedern. Seine aggressiv-kriegerische Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung zu einer Bündnispolitik, die basierend auf der Isolierung Frankreichs und der Saturiertheit Deutschlands ein vertraglich geregeltes defensives Bündnissystem europäisch schuf, womit eine halbhegemoniale Stellung des Reiches und Friede europäisch behütet wurden. Bismarck sah in Kolonien eine Bedrohung des Status Quos in Europa. Wirtschafliche Schwierigkeiten und Kolonialpolitik deutscher Kaufleute führten nichtsdestotrotz dazu, dass eine auf der Berliner Kongo-Konferenz Deutschland 1884 sich bei der Aufspaltung Afrikas Gebiete zusprach und damit in den Kreis der Kolonialmächte eintrat, nachdem schon in den frühen 1880er Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten. Im „Dreikaiserjahr“ 1888 kam Wilhelm II. an die Macht, der schon 1890 Bismarck zum Rücktritt zwang und die Außenpolitik in Neigung konfrontaler Großmacht- und Weltmachtpolitik änderte. Durch den neuen Kurs isolierte sich das Reich selber und ein neues Bündnissystem entstand. Das Anschlag auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand löste im Jahre 1914 den Ersten Weltkrieg aus.
Deutsches Kaiserreich, 1871–1918 |
Weimarer Republik (1919–1933)
Hauptartikel: Weimarer Republik
Mit der deutschen Niederlage 1918 und der Novemberrevolution endete nicht nur der Erste Weltkrieg, an Stelle auch die Monarchie im Deutschen Reich (wie auch in Österreich-Ungarn). Der Kaiser dankte ab und das Deutsche Reich wurde zu einer parlamentarisch-demokratischen Republik. Im Versailler Vertrag wurde es von den Siegermächten zu großen Gebietsabtretungen gezwungen. Des Weiteren wurden jährliche Reparationszahlungen festgelegt, die über einen Intervall von 80 Jahren gültig sein sollten. Der Vertrag, der nur schweren Herzens von der deutschen Delegation unterschrieben wurde, bedeutete für Deutschland eine Demütigung, die den Revanchegedanken Frankreichs – ausgelöst durch dessen Erniedrigung knapp 50 Jahre zuvor – umsetzte.
Schon unmittelbar nach der Amtsaufgabe des Kaisers wurde am 9. November 1918 die Republik ausgerufen. Die Regierung bildete zunächst der Rat der Volksbeauftragten, unter dessen Verantwortung in Weimar eine Verfassung ausgearbeitet wurde, wieso die Republik später Weimarer Republik genannt wurde. Noch im selben Jahr wurde die Kommunistische Partei Deutschlands gegründet, und im Jan. 1919 die Deutsche Arbeiter Partei, die sich später in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannte. Am 11. August 1919 trat die neue Reichsverfassung (Weimarer Verfassung) in Kraft.
Die Hypothek der Reparationszahlungen belastete von Beginn an das politische Klima der jungen Republik. Die von rechtsextremen Kräften verbreiteten Verschwörungstheorien (siehe Dolchstoßlegende) führten zu zahlreichen politischen Morden und Putschversuchen, von denen die wichtigsten der Kapp-Putsch 1920 und der Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 waren. Wichtige Vertreter der demokratischen Kräfte wie Matthias Erzberger und Walther Rathenau starben im Kugelhagel extremistischer Attentäter. Der erste Reichskanzler Philipp Scheidemann überlebte einen Anschlag nur knapp.
Zugleich verschärfte sich die wirtschaftliche Lage dramatisch. Die hohen Reparationszahlungen, die durch die Notenpresse bedient wurden, und die Konfiszierung von Rohstoffen durch französisches Militär kulminierten 1923 in einer Hyperinflation, die weite Teile des Mittelstands verarmen ließ, und bürgerkriegsähnlichen Zuständen, dem so genannten Ruhrkampf. Die demokratiefeindlichen Tendenzen nahmen so zu, dass man schon bald von einer „Demokratie ohne Demokraten“ sprach. Erst Zentrum der Zwanziger Jahre erholte sich die Konjunktur, wonach sich auch die politische Stimmung verbesserte. In den kurzen „goldenen Zwanzigern“ blühte auch die Kultur auf und das mittlerweile über vier Mio. Bevölkerung zählende Spreeathen wurde zu einer der dynamischsten Städte Europas.
Ein jähes Ende erfuhr die Prosperität mit dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft im Begleitung des Schwarzen Freitags, als die New Yorker Börse zusammenbrach und die Weltwirtschaftskrise ausbrach. Zu deren Höhepunkt 1932 gab es in Deutschland über sechs Mio. Arbeitslose, die größtenteils in Elend lebten. In der Folge fanden extremistische Parteien noch stärkeren Zulauf als zuvor, so dass es für die gemäßigten Parteien steigernd schwieriger wurde, stabile Regierungen zu bilden. Nach dem Erdrutschsieg der Nationalsozialisten 1930 verfügten die Reichskanzler, die in rascher Folge wechselten, über keine parlamentarische Majorität mehr und regierten mit Hilfe von demokratisch nicht länger legitimierten Präsidialkabinetten. Der Reichspräsident Paul von Hindenburg setzte seine Vollmacht um, den Reichskanzler ohne Zustimmung des Parlamentes zu ernennen. Gesetze wurden nur noch per Notverordnung erlassen.
Auf den Straßen fanden immer häufiger gewalttätige Zusammenstöße zwischen den erstarkenden Partei und Nationalsozialisten, was zu einem Gefühl großer Unsicherheit in der Bevölkerung führte. Die gleichzeitige Massenarbeitslosigkeit ließ Rufe nach einem starken Mann lauter werden, der an die guten Jahre des Kaiserreichs nochmal anknüpfen sollte. Verschärft wurde die Stimmung durch die demokratiefeindliche Agitation von Alfred Hugenberg, dessen Medienimperium praktisch die gesamte öffentliche Ansicht kontrollierte. Um eine übrige Stärkung der radikalen Flügelparteien zu verhindern, tolerierte die SPD im Reichstag weitgehend die auf Kürzung der Sozialausgaben basierende Spar- und Deflationspolitik des Reichskanzlers Brüning, welche aber die wirtschaftliche Schlimmer Zustand noch weiter verschärfte. Dessen Nachfolger Franz von Papen setzte 1932 die bis nachher stabile Regierung in Preußen – dem damaligen „Bollwerk der Demokratie“ – im so genannten Preußenschlag, gewissermaßen einem Staatsstreich von oben, ab und unterstellte den Republik über die Einsetzung eines Reichskommissars dem direkten Einblick des autoritär geprägten Kabinetts. Dieses Vorgehen und eine krasse Unterschätzung der Nationalsozialisten bereiteten den Boden für die Machtübernahme durch die NSDAP, deren in der SA organisierten paramilitärischen Trupps nun ungehemmten Straßenterror verbreiteten.
Eine Abfolge dramatischer Ereignisse markierte das Ende der Weimarer Republik. Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Am 27. Februar kam es zum Reichstagsbrand. Hitler nutzte die Brandstiftung, um eine andere Notverordnung zu verabschieden, die auf unbestimmte Zeit die Grundrechte außer Kraft setzte. Die nun folgenden Massenverhaftungen politischer Gegner, speziell Politische Kraft und Sozialdemokraten, prägten das Vorfeld der Reichstagswahl am 5. März 1933. Trotz erheblicher Stimmengewinne verfehlte die NSDAP auch hier die absolute Majorität und ging daher ein Bündnis mit der reaktionär geprägten DNVP ein. Die endgültige Machtübernahme erfolgte fünf Tage später, als der neu zusammengetretene Reichstag mit den Stimmen der klerikalen und bürgerlichen Parteien das Ermächtigungsgesetz verabschiedete, welches Hitlers Regierung unumschränkte Macht zubilligte. Einzig die SPD stimmte gegen das Gesetz. Ein totalitärer, diktatorischer Unrechtsstaat war entstanden, der für die abscheulichsten Straftat verantwortlich werden sollte, die je von Deutschen begangen wurden.
Nationalsozialistische Diktatur (1933–1945)
Hauptartikel: Zeit des Nationalsozialismus
Die NSDAP errichtete im Deutschen Reich sehr schnell einen totalitären Einparteienstaat, indem zunächst missliebige Personen aus allen staatlichen Organisationen fern wurden. Schon 1933 wurde in Dachau das erste Konzentrationslager errichtet, in das erstmal politische Charakter gesperrt wurden. Außer Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschaftern betraf dies auch kirchliche Vertreter, die sich der offiziellen Politik widersetzten. Eine Reihe von Direktiven sorgte für die völlige Gleichschaltung der öffentlichen Gutachten entsprechend der NSDAP. Missliebige Publikationen wurden, z. B. in der öffentlichkeitswirksamen Bücherverbrennung, aus dem Verkehr gezogen und der gesamte Kunstbetrieb auf Parteilinie gebracht – unerwünschte Kunstwerke wurden für „entartet“ erklärt. Innerhalb kürzester Zeit durchdrang die Politische Kraft auch das Privatleben, indem die von Joseph Goebbels gesteuerte Propaganda allgegenwärtig wurde und schon auf Brut Druck ausgeübt wurde, den Parteiorganisationen beizutreten.
Persönlich sicherte sich Hitler ab, indem er auch innerparteiliche Konkurrent und ehemalige Weggefährten meucheln ließ. Im fingierten Röhm-Putsch ließ er am 30. Juni 1934 („Nacht der langen Messer“) den SA-Führer Röhm und eine Reihe innenpolitischer Subjekt töten, woraufhin auch die ihm lästig gewordene SA entmachtet wurde. Anstatt dessen setzte er auf die ihm unbegrenzt ergebene SS und die Reichswehr, deren Generalität auf ihn persönlich ihren Treueeid ablegte. Zur Bekämpfung ganz politischer Gegenseite und freier Meinungsäußerung wurde die Geheime Staatspolizei eingesetzt, die über eigene Gefängnisse und Folterkeller verfügte.
Von Beginn an verfolgte Hitler zwei Ziele: einen Angriffs- und Vernichtungskrieg zur Herstellung neuen „Lebensraumes im Osten“ und die Kesseltreiben der Juden, die mit Diskriminierung, Demütigung und Ausgrenzung begann und später im planmäßig angelegten, größten Genozid aller Zeiten, dem Holocaust, endete. Nachdem sich Hitler der Gefolgschaft des Militärs versichert hatte, begann schon ab 1934 die Einstellen der Wirtschaft auf einen bevorstehenden Krieg: Die Rüstungsausgaben wurden innerhalb kürzester Zeit auf gewaltige Brummen getrieben. Arbeitsprogramme, eine ungebärdig expansive Geldpolitik und Schuldenwirtschaft waren die wirtschaftspolitischen Instrumente hierfür. Die dadurch sinkende Beschäftigungslosigkeit wurde von der Bevölkerung begrüßt und als Einlösung wirtschaftlicher Versprechen aufgenommen.
Das Schicksal der Juden verschlimmerte sich kontinuierlich: 1935 wurden die Nürnberger Rassengesetze verabschiedet, die persönliche Beziehungen zwischen „Ariern“ und Juden als „Rassenschande“ brandmarkten und schwer bestraften. Juden verloren zuerst alle öffentlichen Ämter, wurden willkürlich verfolgt, bestohlen und erpresst und schließlich mit einem völligen Berufsverbot belegt. Die „Arisierung“ enteignete in großem Stil alle jüdischen Unternehmen. Immer häufiger wurden nun auch Juden in KZ eingewiesen. Zahlreiche fassten den Urteil zur Emigration, die meisten aber blieben in Deutschland, weil sie sich als Deutsche fühlten und ihre Vaterland nicht verlassen wollten.
Die rassistische Weltsicht der Nationalsozialisten und ihre Bemühungen zur Züchtung einer „Herrenrasse“ betraf auch sonstige Bevölkerungsgruppen: Sinti und Roma, Polen, Russen, Homosexuelle und Behinderte wurden ebenso Opfer von Repression, Gewalt und Mord.
Währenddessen feierte das Regierungsform einige Propagandaerfolge. 1935 wurde das Saarland eingegliedert. 1936 zog das nationalsozialistische Deutsche Reich mit der Adaption der Olympischen Spiele internationales Interesse und partiell ungehemmte Ehrerbietung auf sich. Im gleichen Jahr wurde das entmilitarisierte Rheinland erneut besetzt. Die aggressive Extension über die deutschen Grenzen hinauf begann mit dem Anschluss von Österreich im Im Jahre1938, der unter dem Jubel großer Teile der Bevölkerung betrieben wurde, woraufhin Deutschland als „Großdeutsches Reich“ bezeichnet wurde. Im selben Jahr erreichte Hitler im Münchner Abkommen die Aneignung des von Deutschen besiedelten Sudetenlandes. Erst als die Deutschen im März 1939 auch in das restliche Tschechien einmarschierten und es als „Protektorat Böhmen und Mähren“ dem Reichsgebiet zuschlugen, erkannten die anderen USA den Fehler, den sie mit ihrer Beschwichtigungspolitik (siehe Appeasement) begangen hatten.
Als Deutschland schließlich am 1. September 1939 Polen angriff, war die Ausdauer der Alliierten erschöpft. Großbritannien und Grande Nation erklärten Deutschland den Krieg. Der Zweite Weltkrieg forderte in sechs Jahren 55 Mio. Tote. Mit einer Sequenz taktischer Erfolge, die als Blitzkrieg in die Geschichte eingingen, gelangen Deutschland zunächst bedeutende militärische Erfolge. Polen wurde im Nichtangriffspakt zwischen Hitler und Stalin aufgeteilt, die Wehrmacht warf anschließend ihre Armeen nach Westen, überfiel die neutralen Vereinigte Staaten von Amerika Luxemburg, Belgien und Holland und besetzte innerhalb von sechs Wochen Frankreich. Zu diesem Zeitpunkt erreichte Hitlers Popularität im Volk seinen Höhepunkt und das Deutsche Reich erstreckte sich nun vom Elsass bis nach Krakau.
Mit Kriegsausbruch war auch das Schicksal der Juden und der anderen verfolgten Minderheiten besiegelt. Die Ausreise wurde verboten, die Juden wurden in enge Ghettos gepfercht und gezwungen, einen Judenstern zu tragen. Bei unzureichender Kost und ständig ausbrechenden Seuchen mussten sie Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft verrichten. Verschiedene von ihnen starben an Entkräftung, Jieper oder Misshandlungen. 1942 wurde auf der Wannseekonferenz die völlige Verwüstung der Juden beschlossen, woraufhin die SS den Holocaust fabrikmäßig organisierte. Erst einmal im besetzten Polen (Generalgouvernement) errichtete sie riesige Vernichtungslager, in denen die meisten Opfer, in Viehwaggons herangekarrt, sofort vergast wurden. Allein in Auschwitz-Birkenau ermordeten die Schergen auf diese Art über eine Million Menschen. Zusammenfassend beläuft sich die Zahl der Ermordeten auf geschätzte sechs Millionen.
Unterdessen hatte Hitler auch der SU den Bewaffnete Auseinandersetzung erklärt (→ Russlandfeldzug 1941-1945). Im Juni 1941 marschierte das Heer scheinbar unvermeidlich auf Moskau vor und wurde erst im Dez. gestoppt. Nachdem der Kriegsverbündete Nippon im selben Monat die amerikanische Marine in Pearl Harbor überfallen hatte, erklärte Deutschland auch den USA den Krieg. Mangelnde Ressourcen und die Übermacht des Gegners ließen schon bald die Kriegswende eintreten. Als entscheidender Zeitpunkt wird gemeinhin die erbittert geführte und verlorene Kleinkrieg um Stalingrad angeführt, die in der völligen Aufreibung der deutschen 6. Armee endete.
Je unvermeidlicher die Niederlage wurde, desto härter wurde die Politik nach innerhalb geführt. Goebbels rief im Berliner Sportpalast 1943 den „totalen Krieg“ aus. Die gesamte Herstellung wurde nun nur noch auf den Bewaffnete Auseinandersetzung ausgerichtet, während die deutschen Armeen an allen Fronten zurückwichen und unter dem Bombardement der Alliierten fast alle größeren deutschen Städte in Trümmer und Asche sanken. Erst als die sowjetischen Armeen schon Spreeathen eingenommen hatten, nahm sich Hitler am 30. April 1945 in seinem Führerbunker das Leben. Die deutsche bedingungslose Kapitulation folgte am 8. Mai. Die überlebenden politischen und militärischen Hauptverantwortlichen wurden später in den Nürnberger Prozessen verurteilt.
Alliierte Besatzung (1945–1949)
Hauptartikel: Deutschland 1945–1949
Die alliierten Siegermächte, zunächst die USA, die Sowjetunion und Großbritannien, später auch Frankreich, bemühten sich von Beginn an noch um eine gemeinsame Besatzungspolitik. Zugehörig war man sich über eine Demilitarisierung und die so genannte Entnazifizierung. Aber schon bei der Frage, was man unter einer Volksherrschaft zu verstehen habe, zeigten sich erste Meinungsverschiedenheiten zwischen der UdSSR auf der einen Seite (siehe Volksrepublik) und den Westmächten andererseits.
Auf Ausüben Stalins, der Ostpolen annektiert und der UdSSR zugeschlagen hatte, wurden große Teile des deutschen Ostens als Kompensation unter polnische Verwaltung gestellt, wobei Polen die Verwaltungsgebiete direkt als polnisches Staatsgebiet behandelte. So fielen Pommern, Schlesien und das südliche Ostpreußen an Polen, das nördliche Ostpreußen als Gebiet Kaliningrad an die SSSR – ein Vorgehen, das von den Westmächten auf der Konferenz von Potsdam nur abgeneigt gebilligt wurde. Die meisten deutschen Bewohner im neuen Einflussbereich der UdSSR wurden aus Polen, der ČSSR, et ceteravertrieben, ebenso wie die polnische Bevölkerung aus den polnischen Ostgebieten. Im Kerngebiet des besiegten Deutschen Reiches entstanden die Bundesrepublik (BRD – nichtamtliche, politisch strittige Abkürzung) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) – wobei die BRD sich als „identisch“ mit dem Deutschen Reich betrachtet. Diese politische Aussage wurde durch ein Verfassungsgerichtsurteil bestätigt.
Die Republik Österreich wurde – abgesehen vom endgültigen Verlust Südtirols – in den früheren Grenzen wiederhergestellt. Die Grenzziehung der Bundesländer in der Deutschland wurde z. T. durch die Grenzen der Besatzungszonen bestimmt, z. B. zwischen Niedersachsen und Mecklenburg bzw. Sachsen-Anhalt sowie zwischen Thüringen und Hessen.
Teilung und Wiedervereinigung (1949–1990)
Hauptartikel: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (1945–1990)
Die Deutschland wurde am 23. Mai 1949 in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet. Sie bestand zunächst aus den Bundesländern Baden, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. An diesem Tag wurde das Grundgesetz als Provisorium für eine Verfassung in Kraft gesetzt. Das Verfassung enthielt in der Präambel „(…) Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“ ein „Wiedervereinigungsgebot“, an dem bis zur tatsächlichen Ende der deutschen Teilung 1990 festgehalten wurde. Die Gründung der DDR erfolgte am 7. Oktober 1949 in der Sowjetischen Besatzungszone. Der Kalte Krieg zwischen West und Ost trennte die okzidental orientierten Neue Welt von den bolschewistisch beherrschten. Die steigernd undurchdringlichen Grenzbefestigungen bildeten einen von Churchill so bezeichneten Eisernen Vorhang, zogen sich hinüber Mitteleuropa und teilten Deutschland. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 war auch West-Berlin als letztes Tor zur Zuflucht nach Okzident abgeriegelt.
Während in der DDR eine Planwirtschaft errichtet wurde, entschied sich die Bundesrepublik Deutschland für die soziale Marktwirtschaft. Das einsetzende Wirtschaftswunder führte zu langwierig hohen Wachstumsraten, Vollbeschäftigung und Wohlstand passend einer Wirtschaftspolitik, die unter dem ersten Regierungschef Konrad Adenauer maßgeblich von dessen Minister Ludwig Erhard gesteuert wurde, der ihm 1963 ins Bundeskanzleramt nachfolgte. Die wichtigsten außenpolitischen Meilensteine dieser Ära waren die Westintegration – 1955 trat Westdeutschland der NATO bei – und die Einbindung am wirtschaftlichen Zusammenschluss in Europa, der durch die Römischen Verträge 1957 einen entscheidenden Elan erhielt. Die DDR, in der auch nach einem Volksaufstand am 17. Juni 1953 die Politik der SED weitergeführt wurde, integrierte sich dagegen kumulativ in die osteuropäischen Systeme des Warschauer Pakts und des RGW.
Erst in den sechziger Jahren beschäftigten sich die Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland wiederum intensiver mit der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Diktatur. Zur gleichen Zeit führten einige politische Affären und das Bilden kritischer Ideen namentlich der Studenten zum Ruf nach einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Eine 1967 einsetzende Wirtschaftskrise und die massiven Studentenunruhen 1968 verstärkten den Impression eines politischen Notstands. Die 1966 gebildete große Koalition aus CDU und SPD verabschiedete eine Reihe grundlegender Gesetzesänderungen (Notstandsgesetze) und versuchte, sich mit Hilfe der Globalsteuerung an die wirtschaftlich schwierigeren Zeiten anzupassen.
Mit dem Antritt der sozialliberalen Regierung unter Willy Brandt wurden eine Reihe sozialer, gesellschaftlicher und außenpolitischer Reformen umgesetzt. Die Ostpolitik, die auf Verständigung mit dem Warschauer Pakt setzte, führte zu außenpolitischer Lockerung - die im Kniefall von Warschau gipfelte - deutsch-deutscher Annäherung und brachte Brandt 1972 den Friedensnobelpreis ein, wurde aber von Konservativen z. T. scharf kritisiert. Die Ölkrise 1973, die mit inflationären Tendenzen vermöge hoher Tarifabschlüsse zusammenfiel, ließ die Regierung in die Notlage geraten. Brandt trat nach der Bloßstellung einer Spionageaffäre um seinen Mensch Günter Guillaume zurück. Sein Nachfolger Helmut Schmidt hatte mit steigender Belastung und Arbeitslosigkeit, mehreren Wirtschaftskrisen und dem Willkürherrschaft der RAF zu kämpfen. Als Bundeskanzler und Person bei den Deutschen geschätzt, verlor er jedoch den Rückhalt seiner Fraktion, die steigernd gegen seine Unterstützung des NATO-Doppelbeschlusses opponierte.
Nach dem Auseinanderbrechen der Vereinigung gelang 1982 Helmut Kohl über ein konstruktives Misstrauensvotum die Wahl zum Kanzler. Er regierte länger als alle seine Vorgänger und gilt als Regierungschef der deutschen Einheit. Diese wurde durch die veränderte politische Weltlage und die Veränderungen in der SU (Glasnost, Perestroika) ermöglicht und maßgeblich von den Massendemonstrationen in der DDR vorangetrieben, welche schließlich die Öffnung der Grenzen am 9. November erzwangen. Nach den ersten freien Wahlen zur Volkskammer im März 1990, die Kohls CDU gewann, war der Weg frei für die offizielle deutsch-deutsche Vereinigung, die im Einvernehmen mit den alliierten Vertretern angemessen der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“ stattfand.
Von der Bonner zur Berliner Republik (1990–Gegenwart)
siehe Hauptartikel: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (seit 1990)
Am 3. Oktober 1990 erfolgte der Beitritt der DDR zur Germania Deutschland. Die Truppen der ehemaligen Besatzungsmächte verließen weitgehend das Land, die noch verbliebenen Militäreinheiten der ehemaligen Besatzungsmächte haben keinerlei Hoheitsbefugnisse mehr und verlieren dem NATO-Truppenstatut. Die neue bzw. „vergrößerte“ Deutschland erlangte damit erstmalig seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihre volle staatliche Souveränität.
Qualifiziert der Deutsche Wiedervereinigung verpflichtete sich Deutschland zur Abrüstung auf zukünftig maximal 370.000 Soldaten. Territorial erkannte die Deutschland im Nebelmonat November 1990 endgültig die Oder-Neiße-Linie als völkerrechtlich verbindliche Grenze zu Polen an (umstritten, s. zum unverbindlichen Staatsvertrag: Oder-Neiße-Linie). Später (Januar 1997) folgten Deklarationen zur Aussöhnung mit der Tschechischen Republik.
Mit knapper Majorität (338 zu 320 Stimmen) beschloss der Bundestag am 20. Juni 1991, das Provisorium Bonn als Kapitale aufzugeben und Regierung und Volksvertretung nach Berlin zu verlegen. Der neue Sitz des Deutschen Bundestags ist das Reichstagsgebäude in Berlin, in dem erstmals am 19. April 1999 eine Sitzung sondern fand. Seit September 1999 ist die Bundesregierung endgültig in Spreeathen angesiedelt.
Die 1990er Jahre waren nach dem kurzen Boom der Ende der deutschen Teilung von wirtschaftlicher Stagnation, Massenarbeitslosigkeit und Reformstau geprägt, warum die Regierung Kohl 1998 abgewählt wurde. Speziell der von Kohl versprochene baldige umfassende Wirtschaftsaufschwung in Ostdeutschland blieb aus.
Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte kam es mit der Regierungsbeteiligung von Bündnis 90/die Grünen in der Föderation mit der SPD unter Führung von Gerhard Schröder als Regierungschef zu einem grundlegenden Regierungswechsel laut eines Richtungswechsels, an dem keine der in der vorhergehenden Wahlperiode regierenden Parteien mehr involviert war. Diese Rot-Grüne Koalition wurde bei den Bundestagswahlen 2002 bestätigt.
Die Bundespolitik zur Jahrhundertwende ins 21. Jahrhundert war geprägt durch eine Reformpolitik. Rot-Grün setzte grundlegende Veränderungen in der Sozial-, Renten- und Gesundheitspolitik (vgl. Agenda 2010) durch. Tatsächlich gelang es, die Lohnnebenkosten stabil zu halten. Mit dem Ziel, die soziale Anlieferung im steigernd teuren Versorgungssystem für alle aufrecht zu erhalten, wurden private Zusatzversorgungslösungen propagiert (beispielsweise Riester-Rente). Neue Konzepte, wie Zusatzzahlungen der Patienten bei der Krankenversorgung, sollten die ausgabenintensiven Krankenkassen entlasten, waren aber nicht populär. Das Thema Ökologie wurde stärker gewichtet, z. B. mit der Einführung der umstrittenen Ökosteuer auf den Energiepreis, den Beginn des Ausstiegs aus der Atomenergie oder Gesetzesinitiativen zur Minderung von Treibhausgasen. Mit bedingt durch die schon in den 1990er Jahren zugenommene Öffnung des Weltmarkts, die sogenannte Globalisierung, verstärkte sich die Streitgespräch um die Lohnnebenkosten, da zu Beginn größere Unternehmen einen Teil ihrer Generierung in sogenannte Billiglohnländer verlegten, unter anderem, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. So blieb das Phänomen Massenarbeitsarbeitslosigkeit bestehen, obschon es eines der Hauptziele der rot-grünen Regierung war, den negativen Tendenz auf dem Arbeitsmarkt aufzuhalten.
Außenpolitisches Aufsehen erregte Deutschland im Jahre 2003 während des Irakkrieges, an dem sich Deutschland nicht mit Kriegseinsätzen beteiligte. Dies führte zu Konflikten an erster Stelle mit den USA, aber zu großen Sympathiebekundungen der deutschen Bevölkerung gegenüber Schröder, der als Friedenskanzler charakterisiert wurde.
Mit der starke Umwälzungen enthaltenden Hartz IV-Gesetzgebung von 2004, die das Ziel hatte, den Arbeitsmarkt zu beleben, indem der Druck auf die Arbeitslosen stieg, wuchsen die Proteste gegen eine - speziell durch die direkt Betroffenen - als zwischenmenschlich verrucht empfundene Regierungspolitik, die in dieser Form von vielen Bürgern durch die SPD nicht üblich worden war. Nach durch rot-grün verlorenen Landtagswahlen in den Jahren 2004 und 2005 stellte Regierungschef Schröder schließlich am 1. Juli 2005 im Volksvertretung die Vertrauensfrage nach Art. 68 GG mit dem Ziel, diese absichtlich zu verlieren. Nachdem löste Bundespräsident Horst Köhler (CDU) den 15. Deutschen Hohes Haus auf und setzte Neuwahlen für den 18. September 2005 an. Da diese Wahl kein Ergebnis anstelle eines politischen Lagers ergab und alle Versuche eine Dreiparteienregierung zu bilden scheiterten, einigten sich CDU/CSU und SPD auf Koalitionsverhandlungen über eine große Koalition unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU).
Bevölkerung
Bevölkerungsgruppen
Hauptartikel: Demografie Deutschlands
In der Deutschland leben auf der Fläche von 357.050 km² über 80 Mio. Einwohner. Das Land gehört damit zu den am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt. Etwa 75 Mio. (91 %) sind deutsche Staatsbürger. Von diesen haben wiederum 7 Mio. einen Migrationshintergrund, das heißt, sie sind
- im Land geborene oder seit langer Zeit in Deutschland lebende ehemalige Ausländer, die seit der Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts auf eigenen Antrag eingebürgert wurden, oder
- „Aussiedler“ bzw. „Spätaussiedler“ deutscher Nationalität, von denen die meisten aus Amerika der ehemaligen Sowjetunion (51 %, alltagssprachlich meist als „Russlanddeutsche“ bezeichnet) und aus Polen (34 %) immigriert sind. Zwischen 1950 und 2002 waren dies im Allgemeinen 4,3 Mio. Menschen.
Die 9 % der Bevölkerung mit anderer Staatsangehörigkeit (ca. 7 Mio.) setzen sich aus unterschiedlichen Nationalitäten zusammen. Etwa 2,4 Mio. sind türkische Staatsangehörige, die übrigen knapp 4,3 Mio. sind hauptsächlich EU-Bürger (2,1 Mio.), größtenteils aus Italien (0,5 Mio.), Griechenland (0,3 Mio.), Polen (0,3 Mio.) und Österreich (0,2 Mio.). Der Anteil der europäischen Staatsbürger aus Nicht-EU-Ländern (3,2 Mio.) hat sich durch Wanderung aus den Vereinigte Staaten der ehemaligen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und aus dem ehemaligen Jugoslawien (1,0 Mio.; u. a. durch Kriegsflüchtlinge) in den 1990er Jahren erhöht. Die Zahl der gesamten polnischen Diaspora in Deutschland beläuft sich auf weit über 2 Mio., wobei sich die meisten von ihnen lange in der lokalen Bevölkerung eingebaut haben.
Somit ergibt sich ein Gesamtanteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund von etwa 17 %; ein Hinweis darauf, dass sich die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung zum einen verändert hat, dies aber andererseits nicht länger über Nationalitäten erfasst werden kann. Ein gewisses Maß an Zuwanderung wird von politischer Seite im Auffassung auf den Rückgang der Geburtenzahl und die daraus folgende negative demographische Entwicklung gewünscht, um die soziale Absicherung der Bevölkerung nicht zu gefährden.
Angestammte ethnische Minderheiten sind Dänen (je nach Quelle ca. 15. bis 50.000), Friesen (ca. 20.000), Sorben (ca. 60.000) und Sinti und Roma (ca. 70.000).
Städte und Ballungsräume
Die fünf größten Städte sind (Stand Dezember 2005):
- Berlin mit 3.392.425 Einwohnern
- Hamburg mit 1.738.483 Einwohnern
- München mit 1.288.307 Einwohnern
- Köln mit 975.907 Einwohnern
- Frankfurt am Main mit 651.087 Einwohnern
Für zusätzliche Städte siehe: Liste der Städte in Deutschland, Liste der Großstädte in Deutschland
Die fünf größten Metropolregionen sind (Stand 1. Januar 2005):
- Rhein-Ruhr mit 11.785.196 Einwohnern
- Rhein-Main mit 5.822.383 Einwohnern
- Berlin/Brandenburg mit 4.262.480 Einwohnern
- Hannover-Braunschweig-Göttingen mit 3,9 Mio Einwohnern
- Sachsendreieck mit 3,5 Mio Einwohnern
Für zusätzliche Ballungsräume siehe: Liste der Metropolregionen in Deutschland
Sprache
Hauptartikel: Deutsche Sprache
Die in Deutschland gebräuchliche Sprache ist Deutsch. Es wird als Standardsprache in den überregionalen Medien und als Schriftsprache verwendet. Als Sprache des Alltags wird es in vielen Regionen fast ausschließlich gesprochen (oft regional leicht eingefärbt), während in anderen Regionen anliegend eine der vielen deutschen Mundarten verwendet wird.
Angrenzend der deutschen Sprache sind regional auch die Sprachen der längst in Deutschland ansässigen Minderheiten als offizielle Sprachen anerkannt, wie Dänisch, Friesisch und Sorbisch. Gleiches gilt für das Niedersächsische (Plattdeutsch), das z. T. als eigenständige Sprache, zum Teil aber auch als niederdeutscher Regionale Sprachvariante betrachtet wird. Die Zahl der Sprecher dieser Gruppen ist jedoch vergleichsweise klein und eher abnehmend. Diesem Tendenz soll durch Ausbildung in Hort und Grundschule entgegengewirkt werden. Alternative einmal verbreitete Sprachen wie Moselromanisch (im 11. Jahrhundert ausgestorben), Polabisch (im 18. Jahrhundert ausgestorben) oder etwaJiddisch werden dieser Tage nicht länger gesprochen.
Divergent als in anderen Ländern gilt die Verwendung von Dialekten in Deutschland nicht überall als Makel, der das gesellschaftliche Fortkommen behindert. Anstatt werden die Mundarten als kulturelle Bereicherung gesehen. Die bekanntesten Dialekte sind unter anderen Alemannisch, Badisch, Bairisch, Fränkisch, Hessisch, Schwäbisch, Niederrheinisch, Kölsch, Thüringisch und Sächsisch, Berlinerisch und Pfälzisch. Diese Dialekte können von Gemeinde zu Gemeinde leichte Nuancen aufweisen. Hochdeutsch als Volksmund wird regional im vergleichsweise begrenzten Raum Südniedersachsen zwischen Hannover und Kassel gesprochen, wo der niederdeutsche Mundart im 20. Jahrhundert ausgestorben ist.
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich in Deutschland zahlreiche Zuwanderer niedergelassen. Untereinander nutzen sie angrenzend dem Deutschen noch häufig ihre Muttersprache, d.h. hauptsächlich Türkisch und Russisch.
Die deutsche Sprache war älter die Verkehrssprache von Mitteleuropa, Osteuropa und Skandinavien. Transient war Teutonisch auch die global verwendete Wissenschaftssprache, im Vorhinein es von Engl. abgelöst wurde. Europäisch ist es nach Engl. die am häufigsten unterrichtete Fremdsprache, international liegt sie hier auf dem dritten Platz. Innerhalb der europäischen Union ist Teutonisch die Sprache mit den meisten Muttersprachlern, noch vor Englisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch. Teutonisch ist die am zweithäufigsten im Internet verwendete Sprache mit 8 % aller Internetseiten, nach engl. mit 50 % aller Seiten.
Einen Beitrag zur Entwicklung des Hochdeutschen leistete Martin Luther im 16. Jahrhundert mit seiner Übersetzung der Bibel. Johann Christoph Adelung veröffentlichte 1781 das erste große Wörterbuch. Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1852 mit der Verteilung des umfassendsten Deutschen Wörterbuchs, das 1961 vollendet wurde, aber seitdem einer Überarbeitung unterzogen wird. Die deutsche Orthografie wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts steigernd normiert. Ein Perforation zu einer deutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem „Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Duden (1880), das in der Rechtschreibreform von 1901 in leicht veränderter Form zur Grundlage der amtlichen Orthografie erklärt wurde. Erst 1996 kam es zu einer erneuten Rechtschreibreform.
Die an Schulen vorrangig gelehrte Fremdsprache ist Englisch, gefolgt von Französisch und danach von Russisch. In den letzten Jahren ist auch Spanisch immer beliebter geworden.
Englisch ist dieser Tage in allen Bundesländern partiell schon ab der dritten Grundschulklasse, spätestens aber ab der fünften Klasse der weiterführenden Schulen die erste Pflichtfremdsprache. Hiervon außer ist einzig das Saarland, wo der Fremdsprachenunterricht nach wie vor mit Französisch in die Gänge kommen kann. An sich verständigen auf Gymnasien besteht die Möglichkeit, Latein oder auchFranzösisch als erste Fremdsprache zu belegen.
Religionen und Weltanschauungen
Hauptartikel: Religionen in Deutschland
In Deutschland gilt Religionsfreiheit, die als Menschenrecht im Verfassung verankert ist. Nichtsdestotrotz ist die Trennung von Kirche und Staat nicht vollständig: In vielen sozialen und schulisch-kulturellen Bereichen bestehen Verflechtungen, z. B. über kirchliche, aber staatlich mitfinanzierte Trägerschaft von Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Die christlichen Kirchen haben den Status von Amtskirchen, sie stellen demnach zwar keine staatliche Institution, aber eine Körperschaft des öffentlichen Rechts dar. Die Kirchensteuer wird über den Staat eingezogen.
Wie der größte Teil West- und Mitteleuropas, ist das heutige Deutschland in einem, bis zur Antike zurück reichenden, historischen und kulturellen Zusammenhang christlich-abendländisch geprägt. Dieser Prägung liegen Einflüsse aus der antiken griechischen und römischen Kultur ebenso zugrunde wie Traditionen aus der jüdisch-christlichen Glaubenslehre, die sich seit Beginn der Christianisierung Nordwesteuropas, ab etwa dem 4. Jahrhundert, mit den archaischen Sagen und Mythen urgermanischer und keltischer Traditionen gemischt hatten. Das Land wurde seit der fränkischen Zeit christianisiert. Die christliche Reformation begann Anfang des 16. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, angeführt von Martin Luther, Johannes Calvin und Ulrich Zwingli. Sie prägt die religiöse Landschaft im deutschen Sprachgebiet bis heute.
Die Majorität der deutschen Staatsbürger gehört glaubwürdig einer christlichen Konfession an: Römisch-Katholische Kirche 31,7 % (tendenziell überwiegend in West- und Süddeutschland), Evangelische Kirche in Deutschland (Lutheraner, Reformierte und Unierte) 31,3 % (tendenziell zuerst in Nordwest- und geschichtlich in Ostdeutschland), orthodoxe Kirche und orientalische Kirchen summa summarum 1,14 %, Neuapostolische Kirche 0,46 % und ein weniger Anteil von Angehörigen christlicher Freikirchen, wie z. B. der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), der Bund Freier evangelischer Gemeinden, der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten und verschiedene charismatische Gemeinden. Die Anzahl praktizierender Christen ist weit geringer, da zig Deutsche nur aus traditionellen Gründen einer der beiden Amtskirchen angehören.
Etwa 31 % der Bevölkerung gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Dies gilt gerade für das Gebiet der ehemaligen DDR (dort etwa 70 %), da dort seitens der bolschewistisch orientierten Regierung bis 1989 eine atheistische Weltanschauung propagiert und vermittelt (siehe Jugendweihe) und der Kirchenaustritt gefördert wurde. Im Europa war die Zahl der Kirchenaustritte geringer, so dass 2005 rund 80 % der Bevölkerung einer Religionsgemeinschaft angehören.
Seit der Ende der deutschen Teilung und dem Zerfall der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken sind diverse der durch den Zweiten Weltkrieg verstreuten Wolgadeutschen und Russlanddeutschen nochmal zurück nach Deutschland umgesiedelt. Zwischen 1950 und 2002 waren dies summa summarum 4,3 Mio. Menschen.
Islamische Gemeinden zählen ca. 3,3 Mio. Mitglieder (4 % der Einwohner) und sind meist ausländischer Abstammung, davon mittlerweile etwa 732.000 deutsche Staatsangehörige (knapp 0,9 % der deutschen Staatsbürger); die Zeugen Jehovas zählen ca. 164.000 oder 0,2 % der Bevölkerung.
106.000 Personen der Bevölkerung gehören jüdischen Gemeinden an. Seit den 1990er Jahren auflisten diese einen starken Zuwachs durch Persönlichkeit aus Osteuropa, überwiegend aus der Ukraine und aus Russland. Zu Beginn des neuen Jahrtausends war in Deutschland die am schnellsten wachsende jüdische Gemeinde weltweit, noch vor Israel. Nach Französische Republik und dem Vereinigten Königreich ist in Deutschland die drittgrößte jüdische Gemeinschaft Europas.
Von den Mitgliedern bestimmter christlicher Kirchen sowie der jüdischen Gemeinden erhebt der Staat ordinär eine Kirchensteuer und leitet diese an die Kirchen (von den jüdischen Steuerzahlern an den Zentralrat der Juden in Deutschland) weiter, die mit den Steuergeldern schwerpunktmäßig von ihnen organisierte öffentliche und soziale Aufgaben finanzieren.
Zumal ist der Religionsunterricht laut Verfassung fakultatives, aber dennoch ordentliches Unterrichtsfach in den Schulen (mit Ausnahmefall weniger Bundesländer wie Bremen, Bundeshauptstadt und Brandenburg). Dieser Ausbildung wird oft von einem Vertreter einer der beiden großen christlichen Amtskirchen abgehalten.
Feiertage
In Deutschland gibt es neun national geltende gesetzliche Feiertage. Die meisten davon haben einen christlichen Hintergrund: Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und die beiden Weihnachtsfeiertage. Feiertage ohne religiösen Zusammenhang sind Neujahr, der Tag der Arbeit und der Tag der Deutschen Einheit.
Hinzu kommen Feiertage, die nur in einzelnen Bundesländern oder Regionen gültig sind. In einigen eher lutherisch geprägten Ländern ist dies der Reformationstag und in Sachsen außerdem der Buß- und Bettag, in den katholischen Ländern meist Heilige Drei Könige, Fronleichnam und Allerheiligen. Im Saarland und in Teilen von Bayern ist auch Mariä Himmelfahrt ein Feiertag, im Stadtkreis Augsburg wird zusätzlich das Friedensfest gefeiert.
Zusammen mit allen Sonntagen Gültigkeit haben die Feiertage als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Deutschlands
Deutschland ist relativ rohstoffarm, seine Wirtschaft ist vornehmlich auf den industriellen und Dienstleistungssektor konzentriert. Große Flächen des Landes werden landwirtschaftlich genutzt, jedoch sind nur 2–3 % der Beschäftigten in der Ackerbau tätig. Deutschland ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von ca. 2,2 Billionen Euro (Stand: 2004) die drittgrößte Volkswirtschaft und Industrienation der Welt. Ferner ist Deutschland die weltgrößte Exportnation. Beim Lebensstandard liegt Deutschland laut dem Human Development Index auf Platz 19 in der Welt. In der EU nimmt Deutschland nach dem BIP je Bewohner Rang 11 ein. Laut dem im Sept. 2005 aktualisierten Wohlstandsindex der Weltbank ist Deutschland gemessen am Wohlstand je Bewohner nach der Schweiz, Dänemark, Schweden und den USA das fünftreichste Land der Welt.
Nun ist Deutschlands Wirtschaft durch eine für Deutschland unangepaßt hohe Arbeitslosigkeit, namentlich in Ostdeutschland, und relativ niedrige wirtschaftliche Zuwachsraten gekennzeichnet (2003: −0,1 %, 2004: 1,6 %), die überwiegend auf stagnierende Binnennachfrage zurückzuführen sind. Im Außenhandel ist Deutschland dagegen sehr siegreich (Exporte 2000–2004: +49 %). Dieser Tage verzeichnet Deutschland höhere Exporte als jedes weitere Land der Welt und wird daher oft mit dem Schlagwort „Exportweltmeister“ bezeichnet. Die Beschäftigungslosigkeit steigt seit den 1970er Jahren von Konjunkturzyklus zu Konjunkturzyklus kontinuierlich an. Die Retrieval nach der Grund dieser Wirtschaftsmisere spaltet derzeitig die Gesellschaft: Unternehmerverbände und neoliberale Ökonomen sehen den in Deutschland konventionell stark ausgebauten Sozialstaat als Charakter der Wirtschaftskrise, da die geringen Lohnkosten in osteuropäischen Nachbarstaaten zur Verlagerung der Zubereitung verleiten, obgleich auch Länder mit einem ausgebauten Sozialstaat und einer hohen Staatsquote eine hohe Wirtschaftsdynamik aufweisen (Schweden, Finnland, Norwegen, Österreich). Als Veranlassung gilt auch, dass die Staatsausgaben zu einem großen Teil über Sozialabgaben finanziert werden, die die Arbeitsplätze anheben zugunsten den Staat stärker über arbeitsplatzunabhängige Steuern zu finanzieren. Gewerkschaften und Globalisierungskritiker argumentieren mit keynesianistischen Modellen und behaupten, dass die Binnennachfrage durch Kürzungen im Sozialbereich geschwächt werde.
Auch fehlte nach der Wende eine ausreichende ökonomische Basis für die politisch motivierte Angleichung ostdeutscher Löhne an das Westniveau.
Als international konkurrenzfähigste Branchen der deutschen Industriezweig gültig sein die Automobil-, elektrotechnische, Maschinenbau- und Chemieindustrie.
Mehrwertsteuer
Der Mehrwertsteuersatz beträgt in Deutschland 16 %. 2007 wird er wahrscheinlich auf 19 % erhöht werden.
Soziales
In Deutschland ist die Gleichstellung der Geschlechter weitgehend verwirklicht. Auch bietet Deutschland seinen Bewohnern eine umfangreiche soziale Absicherung. Für Arbeitnehmer besteht eine Pflichtmitgliedschaft in der Sozialversicherung, die aus fünf so genannten Säulen besteht: Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung. Diese soziale Grundsicherung wird grundsätzlich durch Beiträge der Versicherten finanziert, die Defizite allerdings durch Steuergelder ausgeglichen. Die Geschichte der Sozialversicherung beginnt im Kaiserreich. Spätere Regierungen haben sie nach und nach erweitert und um zusätzliche soziale Transferleistungen erweitert, wobei in diesen Tagen ein großer Teil des Staatshaushaltes für Soziales verwendet wird.
Die Beitragshöhe für die gesetzliche Versicherungsgesellschaft bemisst sich in der Regel nach der Höhe des Einkommens, so dass sich selbst wenig Verdienende eine Versicherung leisten können. Die Pflichtmitgliedschaft für die meisten Arbeitnehmer sorgt für eine breite Basis der Beitragszahler. Bei dieser gesetzlichen Krankenversicherung sind etliche Deutsche meist höheren Einkommens über eine private Krankenversicherung abgedeckt. Das deutsche Gesundheitswesen gehört zu den höchst entwickelten der Welt, was sich in der weltumspannend sehr niedrigen Rate der Kindersterblichkeit, der hohen durchschnittlichen Lebenserwartung sowie dem hohen Prozentsatz erfolgreicher Operationen zeigt. Schwachpunkt ist die überwiegend unter Ausschluss von Wettbewerb organisierte, rigide erlaubt geregelte Regelmäßigkeit von Beiträgen, Vergütungen und Leistungen, die die Kosten seit Jahrzehnten treibt und zu Verschwendung, Abrechnungsbetrügereien und zu hohem Verwaltungsaufwand führt. Nach Vorstellungen von Reformern soll die kostengünstigere Gesundheitsvorsorge die Auflageziffern für die teurere Therapie reduzieren.
Deutschland verfügt über ein umlagenfinanziertes Rentensystem. Dies bedeutet, dass die jeweilig arbeitende Bevölkerung durch ihre Beiträge die Zahlungen an die Mensch finanziert. Wenn die Beitragszahler in Rente gehen, sollen sie dann in den Genuss der Zahlungen kommen. Die Höhe der Rente bemisst sich nach der Höhe der Beitragszahlungen sowie den Beitragsjahren. Die Entwicklung der Renten ist dabei an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt. In den vergangenen Jahrzehnten hatte die Rentenversicherung umfangreiche Rücklagen gebildet, die jedoch von den Regierungen für versicherungsfremde Zwecke verwendet wurden. Als Kompensation verpflichtete sich der Staat, die Finanzierung der Rente durch Steuern zu sichern. Die momentan niedrige Geburtenrate sowie die hohe Beschäftigungslosigkeit stellen ein Problem für dieses Rentensystem dar.
Bedürftige, nicht arbeitsfähige Bewohner Deutschlands können Sozialhilfe in Anspruch nehmen. Sie soll jedem Empfänger ein Leben in Würde ermöglichen.
Angrenzend den vom Staat organisierten Transferleistungen der Bürger untereinander gibt es noch innerstaatliche Transferleistungen. Durch den Länderfinanzausgleich sind Bundesländer mit hohem Steueraufkommen dazu verpflichtet, einen Teil ihrer Einnahmen an unterlegen gestellte Länder abzugeben, damit die Lebensverhältnisse in Deutschland nicht zu weit kaputt gehen. Durch den auf die Einkommenssteuer erhobenen Solidaritätszuschlag sollen die den neuen Bundesländern entstandenen teilungsbedingten Bedrücken abgemildert werden.
Die umfassende Fürsorge des Staates hat eine Anspruchshaltung auf Seiten der Bürger hervorgebracht, der zur Folge der Staat zur Lösung aller sozialen Belange verpflichtet und in der Lage ist. Traditionelle soziale Systeme wie Ehe, Familie und Gottesglauben haben entsprechend an Bedeutung eingebüßt.
Verkehr
Angesichts dessen zentraler Lage europäisch besteht in Deutschland ein sehr hohes Verkehrsaufkommen. Gerade für den Güterverkehr stellt es ein wichtiges Transitland dar. Dieser hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig von der Fahrweg auf die Straße verlagert, so dass die Bundesregierung 2005 eine Autobahnmaut für LKW eingeführt hat. Aber auch der Individualverkehr hat in einem Ausmaß zugenommen, dass auf deutschen Straßen ein im internationalen Vergleich sehr hohes Verkehrsaufkommen herrscht. Diese Entwicklung ist besonders zu Bedrücken des Schienenverkehrs gegangen: Zufolge mangelnder Rentabilität sind in erster Linie Nebenstrecken sowie Güter- und Rangierbahnhöfe still gelegt sowie Personenfernverkehrsverbindungen eingestellt worden.
Auch für die Futur wird eine starke Zunahme des Verkehrs erwartet, deshalb sieht der Bundesverkehrswegeplan 2003 im Dauer 2001-2015 ein Investitionsvolumen von im Großen und Ganzen ca. 150 Mrd. Euro vor, um den erwarteten Zuwachs im motorisierten Personenverkehr (1997-2015) um 20 % und im Güterverkehr (1997-2005) um 64 % zu bewältigen.
Straßenverkehr
Siehe auch: Liste der Autobahnen in Deutschland
Schienenverkehr
Das Eisenbahnnetz der Deutschen Bahn AG ist in den vergangenen Jahren geschrumpft, allerdings wurde in das bestehende Netz erneut deutlich mehr investiert. Dem Rückgang des Eisenbahnverkehrs, besonders nach seiner Umstellung vom gemeinnützigen öffentlichen auf einen gewinnorientierten privaten Bahnbetrieb adäquat der Bahnreform ab 1993, steht ein starkes Wachstum des Straßen- und Luftverkehrs gegenüber. Dieser Tage ist die deutsche Bahn bemüht die Strecken in DDR auszubauen und damit den Zug ICE noch effektiver zwischen den Metropolen im Europa zu den Metropolen im Morgenland zu führen.Siehe auch: Liste deutscher Eisenbahngesellschaften, Liste von Eisenbahnstrecken in Deutschland
Luftverkehr
Siehe auch: Liste der Verkehrsflughäfen und Liste deutscher Flugplätze.
Seeverkehr und Schifffahrt
Aufgrund des überproportional hohen Außenhandelsanteils ist Deutschland in erheblicher Weise auf den Seehandel angewiesen. Es verfügt über eine Anzahl moderner Seehäfen, wickelt aber auch große Anteile seines Handels nach Übersee über die Häfen von Nachbarländern, erst einmal der Niederlande, ab. Um künftig nochmals größere Anteile in eigenen Häfen umzuschlagen, gibt es augenblicklich zahlreiche große Bauprojekte. Dazu gehört der Bau eines 4. Containerterminals in Bremerhaven, die geplante – und sehr umstrittene – Vertiefung von Weser und Elbe und der neue Tiefwasserhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Er wird als einziger echter Tiefwasserhafen in Deutschland ab 2010 die größten dann in Reise befindlichen Containerschiffe fertig machen können. Die drei umschlagstärksten Seehäfen in Deutschland sind Hamburg, Wilhelmshaven und Bremen mit Bremerhaven.
Kultur und Gesellschaft
Die deutsche Kultur hat sich, da Deutschland lange nicht als Nationalstaat existierte, über Jahrhunderte zuerst über die gemeinsame Sprache definiert. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff kumulativ auf Kulturbeiträge von Deutschen bzw. innerhalb deutscher Territorien bezogen. Daher sind zahlreiche Kulturschaffende zu ihrer Zeit nicht Deutsche im heutigen Sinne gewesen, an ihrer deutschen Identität bestehen aber keine Zweifel. Nicht einige berühmte Vertreter aus Kultur und Forschung waren allerdings zu ihrer Zeit in Deutschland selbst überwiegend aus politischen oder religiösen Gründen verfemt; teils wurden sie ausgebürgert oder sahen sich zur Emigration veranlasst – unter ihnen z. B.Karl Marx, Friedrich Engels, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, die Literaten Thomas und Heinrich Mann, Albert Einstein und mehrere andere.
Vor 1871 war vermöge mangelnder Identifikationsmöglichkeiten über gemeinsame staatliche Zugehörigkeit das kulturelle, aber auch wissenschaftliche Erbe ein wichtiger Faktor zur deutschen Selbstverortung. Aus dieser Zeit stammt der Begriff „Land der Dichter und Denker“, der noch in diesen Tagen patriotische Verwendung findet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Deutschland die global führende wissenschaftliche Nation, die auch kulturell, etwa im Film, einen der vorderen Plätze einnahm. Der personelle Schädigung durch Auswanderung ab der nationalsozialistischen Machtergreifung zerstörte diesen Status. Die Folgen sind in sich verständigen auf Bereichen noch dieser Tage zu spüren.
Der Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur in der Welt dienen die Goethe-Institute mit weltumspannend 128 Standorten.
Literatur
Die deutsche Literatur ausreichend zurück bis in das Mittelalter. Hier sind besonders Autoren wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach zu nennen. Das Nibelungenlied, dessen Autor fremd ist, ist auch ein wichtiger Beitrag zur deutschen Literatur. Als die bedeutendsten deutschen Autoren gültig seinJohann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller sowie Heinrich Heine und die Gebrüder Grimm; im 20. Jahrhundert dann die Nobelpreisträger Thomas Mann (1929), Hermann Hesse (1946), Heinrich Böll (1972) und Günter Grass (1999). Zusätzliche bedeutende Autoren sind u. v. a. Bertolt Brecht und Hans Magnus Enzensberger. Zu den einflussreichsten deutschen Philosophen zählen Gottfried Wilhelm Leibniz, Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx, Friedrich Engels, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger.
Siehe auch: Deutsche Literatur, Liste der deutschen Nobelpreisträger
Musik
Auf dem Gebiet der Töne kann Deutschland mehrere klassische Komponisten mit Weltruf vorweisen. Die Berühmtesten unter ihnen sind Johann Sebastian Bach und der eigentliche Begründer der deutschen Töne aus der Klassik, der aus Bonn stammende Ludwig van Beethoven und der Salzburger Wolfgang Amadeus Mozart. Zusätzliche Komponisten von Weltrang sind Robert Schumann, Richard Wagner, Johannes Brahms, Richard Strauss, Max Reger, Carl Orff, Paul Hindemith und Hans Werner Henze.
Deutschland ist dieser Tage der viertgrößte Musikmarkt der Welt.
Malerei
Bedeutende deutsche Renaissancekünstler sind u. a. Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach der Ältere, Matthias Grünewald, dessen Hauptwerk der berühmte Schongauer Opfertisch ist, Hans Holbein der Jüngere und der wohl bekannteste unter ihnen Albrecht Dürer. Die bedeutendsten aus Deutschland stammenden Barockmeister sind Cosmas Damian Asam, sowie der in Siegen geborene, aber nach Antwerpen ausgewanderte Peter Paul Rubens. Sonstige Künstler von Weltruf sind der Romantiker Caspar David Friedrich, der Surrealist Max Ernst, der Konzeptualist Joseph Beuys oder der Neoexpressionist Georg Baselitz.
Architektur
Die Baukunst trug ebenso Blüte in Deutschland. Stilistisch werden die Epochen, wie in anderen europäischen Ländern, in die Stilrichtungen Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus unterteilt.
Romanik
Die Romanik findet sich in Deutschland häufig in Sachsen-Anhalt, dort existiert auch die Straße der Romanik. Etliche Kirchen und Klöster sind dort im romanischen Stil errichtet. Im Rheinland gibt es die rheinische Romanik, deren Bauwerke wie beispielsweise der Dom zu Limburg oder die Stadtkirche zu Bacharach, oft gefärbt ruhig sind.
Von besonderer Bedeutung sind die Dome zu Aachen und Quedlinburg, aber auch der Dom zu Lübeck, der Dom zu Braunschweig, der Dom zu Ratzeburg, der Dom zu Trier, sowie der Dom zu Bamberg sind romanisch.
Gotik
In der Zeit der Gotik gab es einige Bauvorhaben, wie das Ulmer Münster in Ulm.
Renaissance
Während der Barock im kirchlichen Bereich meist im katholischen Deutschland zu finden ist, ist der Stil der Comeback meist im evangelischen Deutschland beheimatet.
In Niedersachsen und NRW finden sich im Bereich der Weser mehrere Schlösser und Herrensitze im Stil der Weserrenaissance. Ein hervorragendes Stadtbild im Stil der Rückkehr haben die Städte Hameln und Lemgo. In Wolfenbüttel sind das Palais der Welfen sowie die evangelische Stadtkirche Beatae-Maria-Virginis als besondere Beispiele der Rückkehr erwähnenswert. Das Rathaus in Paderborn und Schloss Neuhaus bei Paderborn, das Rathaus in Hannoversch-Münden, das Bauwerk und die Schlosskirche in Celle, die Stadtkirche von Bückeburg, das Juleum in Helmstedt runden das Bild ab. Jede Menge Stadt- und Dorfkirchen in dieser Gegend sind im Stil der Rückkehr ausgestattet worden.
In Thüringen und Sachsen sind jede Menge Kirchen und Schlösser im Stil der Comeback erbaut worden. So z. B. die Wilhelmsburg mit Schlosskapelle in Schmalkalden, die Stadtkirche von Rudolstadt, das Palais in Gotha, das Rathaus in Leipzig, das Intern des Chorraums des Freiberger Domes, das Palais in Dresden oder der Schönhof in Görlitz.
In Süddeutschland sind die Ruine des Heidelberger Schlosses, das Rathaus in Augsburg, z. T. die Wohnsitz in München oder die Johannesburg in Aschaffenburg besonders erwähnenswert.
In Norddeutschland sind das Güstrower Schloss sowie die besonders reiche Interieur der Stralsunder Nikolaikirche von Interesse.
Barock
Der Stil des Barocks ist im katholischen Deutschland in mehreren regionalen Stilrichtungen erhalten. Die bekanntesten Beispiele sind der pfälzische Barock, der bayerische Barock, der Dresdner Barock und der schwäbische Barock.
Bekanntschaften Bauwerke des pfälzischen Barock sind die Würzburger Residenz mit dem Kaisersaal und dem Treppenhaus in Würzburg, die berühmte Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und das Schloss Weißenstein bei Pommersfelden. Die Hauptbaumeister waren Maximilian von Welsch, der berühmte Balthasar Neumann und Johann Lukas von Hildebrandt.
Bekanntschaften Bauwerke des schwäbischen Barock sind das Schloss Ludwigsburg, die Benediktinerkirche Zwiefalten, die St. Peter- und Paulkirche Steinhausen, die der lieben Frau geweihte Kirche in Birnau. Die Hauptmeister sind Johann Baptist Zimmermann und Dominikus Zimmermann.
Bekanntschaften Bauwerke des bayerischen Barock sind die Benediktinerkirche in Ottobeuren, die Asamkirche in München, die Wieskirche, das Kloster Weltenburg und das Kloster Ettal.
Bekanntschaften Bauwerke des Dresdner Barock sind der Dresdner Zwinger, die Brühlsche Terrasse, die Augustusbrücke, die Hofkirche und die Dresdner Frauenkirche. Der Dresdner Barock beschränkte sich fast ausschließlich auf Dresden und Umgebung. Die Hauptmeister sind Matthäus Daniel Pöppelmann und Canaletto.
Zusätzliche bekannte barocke Bauwerke sind das Lustschloss Sanssouci sowie das Neue Palais in Potsdam, das Bau Charlottenburg in Berlin und das Schloss Augustusburg in Brühl.
Architekten der Neuzeit
Berühmte Architekten der Neuzeit sind u. a. der Neoklassiker Karl Friedrich Schinkel und Walter Gropius, der Gründer des Bauhaus sowie sein Nachfolger als Charakter des Bauhauses und eine der prägenden Gestalten der Baukunst der Moderne, Ludwig Mies van der Rohe.
Popkultur, Buchmessen und Filmpreise
Seit ungefähr 1970 hat Deutschland eine blühende Popkultur, die nun des Öfteren von der neuen alten Stadt Kapitale ausgeht, und eine selbstbewusste Musik- und Kunstszene (siehe wie Deutschrock). Die Frankfurter Buchmesse ist ein Treffpunkt der internationalen Literaturszene. Das größte Vorfall des deutschen Films ist die Berlinale. Siehe auch: Liste bedeutender deutscher Filme
Wissenschaft
Deutschland war und ist das Geburtsland von bedeutenden Forschern aus allen Bereichen der modernen Wissenschaften. So begründeten Albert Einstein und Max Planck mit ihren Theorien die wichtigsten Säulen der modernen Physik, auf denen z. B.Werner Heisenberg und Max Born weiter aufbauen konnten. Davor wirkten Naturwissenschaftler wie Hermann von Helmholtz, Joseph von Fraunhofer, Gabriel Daniel Fahrenheit o. Johannes Kepler. Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte und untersuchte die nach ihm benannten Strahlen, die dieser Tage eine wichtige Rolle u.a. in der medizinischen Diagnostik und der Werkstoffprüfung spielen, und wurde der erste Physik-Nobelpreisträger überhaupt. Heinrich Rudolf Hertz schrieb wichtige Arbeiten zur elektromagnetischen Strahlung, die für unsere heutige Telekommunikationstechnik maßgeblich sind.
Die Chemie wurde u.a. von Otto Hahn, Justus von Liebig und Robert Bunsen bereichert.
Mit ihren erfolgreichen Erfindungen sind Namen wie Johann Gutenberg, Nikolaus August Otto, Werner von Siemens, Wernher von Braun, Gottlieb Daimler, Carl Benz, Rudolf Diesel, Konrad Zuse, Johann Philipp Reis und Ferdinand Graf von Zeppelin in den alltäglichen Sprachgebrauch eingegangen.
Auch zig bedeutende Mathematiker wurden in Deutschland geboren, wie Adam Riese, Friedrich Bessel, Richard Dedekind, Carl Friedrich Gauß, David Hilbert, Carl Gustav Jacob Jacobi, Felix Klein, Bernhard Riemann und Karl Weierstraß.
Zusätzliche wichtige deutsche Wissenschaftler und Subjekt sind Ernst Haeckel, Alexander von Humboldt, Hans Gerhard Creutzfeldt, Manfred von Ardenne, Robert Koch und Gottfried Leibniz.
Bildung
Hauptartikel: Deutsches Bildungssystem
Das Bildungswesen liegt in der Verantwortung der Bundesländer, wird jedoch durch bundesweite Konferenzen der Minister koordiniert. Je nach Land besteht eine neun- bis zwölfjährige Schulpflicht. Der Visite der allgemeinbildenden Schulen dauert mindestens neun Jahre. Danach können weiterführende Schulen bzw. berufsbildende Schulen besucht werden. Die Hochschulreife wird je nach Land nach zwölf oder dreizehn Schuljahren erworben.
Praktisch alle jungen Erwachsenen besuchen nach der Schule eine weiterführende Bildungseinrichtung. Auszubildende in Betrieben besuchen an ein oder zwei Tagen in der Woche die Berufsschule. Studierende können zwischen universitären und anwendungsorientierten Hochschulen (Fachhochschulen) wählen.
Auch die berufliche Weiterbildung spielt eine große Rolle. Für Arbeitslose stellt die Bundesagentur für Arbeit Weiterbildungsgutscheine bereit. Vor ihrer beruflichen Ausbildung können Jugendliche außerdem so genannte Freiwilligendienste, wie ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, absolvieren.
Kaum regelmäßig erntet das Land in den letzten Jahren Rezension von der OECD für seine Bildungspolitik, da namentlich die ausländische Bevölkerung schulische Mängel aufweist (PISA-Studien). Die Auflageziffern für Bildung liegen im OECD-Vergleich unter dem Durchschnitt. Die schulische Förderung im Grundschulalter ist verbesserungswürdig, gerade was Betreuungsmöglichkeiten und gezielte Förderung schwächerer Schüler angeht. Auch die universitäre Lehre ist verbesserungswürdig, wobei die Diskussion um eine stärkere Eigenbeteiligung der Studenten oder eine verstärkte Förderung durch den Bund kreist. Ein grundsätzliches Problem liegt in der Zuständigkeit der chronisch finanzschwachen Bundesländer für das Bildungssystem. Kaum nur noch der Bildungsbereich bietet Möglichkeiten zu Haushaltseinsparungen, da übrige Haushaltsposten zugelassen festgeschrieben sind. Ansätze für eine Reorganisation auf diesem Gebiet, die dem Bund mehr Befugnisse übertragen würden, sind noch an politischen Erwägungen sowie der fehlenden Gewandtheit der Länder gescheitert, eigene Aufgaben abzugeben. Experten befürchten ein Zurückfallen des Landes in der Bildungspolitik und fordern einen massiven Umbau des Bildungssystems.
Medien
Radio und TV sind auch von deutschen Erfindern geprägt worden. Bei Radio wie TV gibt es benachbart den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wie die ARD und das ZDF auch private Anbieter, wie z. B. die ProSiebenSat.1 Media AG und RTL. Zur ProSiebenSat.1 Media AG gehören u. a. ProSieben und Sat.1. Außerdem gibt es sog. Pay-TV, (wie z. B. Premiere). Die Anlieferung der Bevölkerung mit Sendungen zu allen Themen erfolgte bis dato über örtliche Kabelunternehmen, Satelliten und Hörfunk (UHF/VHF). Seither 2003 gibt es eine übrige Quelle: DVB-T, also digitales, terrestrisches Fernsehen. Die Signale werden per Funk über UHF/VHF-Kanäle versendet. Pro UHF-VHF-Kanal sind so weit wie 4 Sender übertragbar, abhängig von der Datenrate. Für den Rezeption benötigt man einen DVB-T-Receiver, unter guten Bedingungen kann man die bisherigen UHF/VHF-Antennen zu diesem Punkt nutzen. In Deutschland werden etwa 30 DVB-T-Fernsehprogramme angeboten, die in den Ballungsräumen schon empfangbar sind. In sich verständigen auf Voraussetzen wurden die bisherigen analogen, terrestrischen UHF/VHF-Sender schon abgeschaltet. In den nächsten Jahren wird die Anlieferung mit DVB-T ausgebaut. U. a. werden auch Radiosender ihre Angebote senden.
Sport
Die beliebteste Sport in Deutschland ist Fußball. Über 6 Mio. Aktive aus 170.000 Mannschaften sind im Deutschen Fußball-Bund organisiert, der im Jahre 2006 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten wird und der international einer der größten und erfolgreichsten Sportfachverbände ist.
Eine beliebte Sport ist außerdem Handball, dass sich aus dem früheren Feldhandball entwickelte. Dieser Tage ist die Handballbundesliga die beste der Welt. Mittlerweile ist auch Basketball bei der jungen Bevölkerung sehr beliebt, jedoch hinsichtlich von TV-Zuschauerzahlen und Medienpräsenz nicht mit der Formel 1 genauer dem Fußball zu vergleichen. Auch Eishockey ist in Deutschland eine beliebte Mannschaftssportart. Tennis hat nach dem Ende des Becker/Graf-Booms erneut an Popularität verloren, im Gegensatz zum Radsport, der zu Beginn durch Jan Ullrich erneut an Popularität gewonnen hat.
Auch im Wintersport sind deutsche Person sehr erfolgreich. Im Bobsport, Rodeln, Biathlon, Langlauf und Eisschnelllauf konnten sie regelmäßig Medaillen in Welt-, Europameisterschaften und Olympischen Spielen gewinnen. Populäre Wintersportarten mit langer Gepflogenheit in Deutschland sind auch das Skispringen und der alpine Skisport.
Sehenswürdigkeiten
Deutschland verfügt über ein außerordentlich reiches kulturelles Erbe, das sich in zahlreichen architektonischen und künstlerischen Attraktionen manifestiert. So führt allein die UNESCO dreißig deutsche Beiträge zum Weltkulturerbe auf, die auf 15 der 16 Bundesländer zerstreut sind. Die Tabelle wurde mit dem Aachener Dom 1978 eröffnet, jüngster Neuzugang war 2005 der römische Limes in Südwestdeutschland. Der Kölner Dom, meistbesuchte Touristenattraktion Deutschlands mit jährlich über 5 Mio. Besuchern, ist derzeitig dank geplanter Hochhausbebauung als einziges dieser Monumente auf die rote Aufzählung der gefährdeten Kulturdenkmale gesetzt worden. Ferner führt die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur mit der Grube Messel ein Weltnaturerbe auf.
Besonders hohe Besucherzahlen erreichen Sehenswürdigkeiten, die eine Vorstellung von deutscher Schwärmerei bewirken und nicht notwendig als Weltkulturerbe ausgezeichnet sein müssen: So gehören die Schlösser Neuschwanstein und Heidelberg, die Walhalla, die mittelalterlichen Stadtkerne von Rüdesheim am Rhein und Rothenburg ob der Tauber zu den international bekannten touristischen Zielen. Zunehmender Bekanntheit gefällig sein sich aber auch Denkmäler und Stadtbilder aus der Zeit der industriellen Revolution. Geschlossene historische Stadtbilder sind speziell in deutschen Großstädten in diesen Tagen kaum noch anzutreffen, da der Zweite Weltkrieg und der Rekonstruktion der Nachkriegszeit einen Großteil der Kulturdenkmäler verloren zerstört hat.
Das höchste deutsche Bau ist der Berliner Fernsehturm mit 368 m. Danach folgen die LW-Sendemasten des Senders Donebach mit 363 m Höhe und der Richtfunkmast Berlin-Frohnau mit 358,7 m Höhe. Das Ulmer Münster hat mit 161,53 m Höhe den höchsten Kirchturm der Welt. Mit einer strukturellen Höhe von 264 m ist der Commerzbank-Tower in Frankfurt am Main das höchste Hochhaus.
Als Sehenswürdigkeiten zählen auch natürliche Formationen, die in Deutschland oft eine hohe kulturelle Bedeutung haben. So zählen die Kreidefelsen auf Rügen zu den Symbolen deutscher Romantik, seit sie von Caspar David Friedrich gemalt wurden. Naturattraktionen wie die Flusstäler von Rhein, Main und Mosel gewinnen durch ihre kulturelle Überformung (Weinbau, Dörfer, Schlösser) noch an touristischem Wert.
Eine Auswahl wichtiger Sehenswürdigkeiten der deutschen Bundesländer:
St.-Michaelis-Kirche (Hamburger Michel, das Emblem der Stadt)(Hamburg) |
Gruft Ottos des Großen, Magdeburg (Sa.-Anh.) |
||
Kölner Dom, Köln (NRW) |
|||
Residenzschloss Ludwigsburg (Baden-Württemberg) |
Augsburger Rathaus mit Perlachturm (Bayern) |
||
Königsschloss Herrenchiemsee (Bayern) |
Königsschloss Hohenschwangau (Bayern) |
Königsschloss Neuschwanstein (Bayern) |
Küche
Hauptartikel: Deutsche Küche
Die Deutsche Küche ist äußerst vielfältig und variiert stark von Region zu Region. Bekannt ist Deutschland vorerst für seine deftigen und schweren Gerichte wie Eisbein mit Sauerkraut, Grünkohl oder verschiedenen Eintöpfe. Dies ist mit Deutschlands relativ weit nördlicher Lage zu begründen, wie kommt es, dass... man, zu Beginn im Winter, auf ausreichende Kalorienversorgung achten musste. Aber auch sehr alte und einfache Speisen wie z. B. Armer Ritter sind Tradition. Die regionale Küche variiert jedoch stark und ist außerdem von den umliegenden Ländern beeinflusst.
Vorerst in Norddeutschland werden sehr diverse Kartoffeln gegessen, im Süden kommen jedoch die traditionellen Knödel, Spätzle und Viktualien hinzu. Regionale Merkmale sind z. B. die Weißwurst in Altbayern, die Bratwurst der Franken, der Schwenkbraten im Saarland, die Maultaschen in Baden-Württemberg, Thüringer Rostbratwurst, der Saumagen in der Pfalz, in Hamburg, in Bundeshauptstadt und im Ruhrpott die Currywurst. In diesen Tagen machen sich in der deutschen Gastronomie starke ausländische Einflüsse bemerkbar. Beliebt sind so auch Pizza, Spaghetti und Döner. Darüber hinaus gibt es auch jede Mengegriechische, indische und chinesische Restaurants. Außerdem sind inzwischen Fast-Food-Restaurants von den bekannten Fast-Food-Ketten in haarscharf ganz Gemeinde vertreten. Im privaten und familiären Bereich überwiegt jedoch plus bei gebürtigen Deutschen plus bei Migranten die jeweilige althergebrachte, traditionelle Kost.
Getrunken wird in Deutschland viel Kaffee, im Norden auch Tee. Die Deutschen lieben außerdem ihr (regional gleichermaßen verschiedenartiges) Bier sowie die verschiedenen Weinsorten (aus klimatischen Gründen ist der Weinanbau und -konsum im Okzident und Süden verbreiteter als im Norden und Osten).
Ähnlich wie in anderen europäischen Vereinigte Staaten gibt es auch in Deutschland einen Tendenz weg von den traditionellen „schweren“ Speisen zu „leichterer“, fettärmerer Kost.
Fußnoten
<references/>
Siehe auch
(TID 508339)
| (TID 646251) | Wikibooks: Deutschland – Lern- und Lehrmaterialien |
(TID 318133)
- Bild:Loudspeaker.png Hörbeispiel der Nationalhymne (5 kB) ? / Verkaufskonzession
(TID 276742)
(„Das Lied der Deutschen“)
Weblinks
| (TID 646251) | Wikinews: Deutschland – aktuelle Nachrichten |
(TID 342006)
| (TID 646251) | Wiktionary: Deutschland – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
| (TID 646251) | Commons: Deutschland – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
| (TID 646251) | Wikiquote: Deutschland – Zitate |
(TID 223246)
| (TID 646251) | Wikiquote: Deutsche Sprichwörter – Zitate |
(TID 223246)
- deutschland.de mehrsprachiges Deutschland-Portal
- destatis.de Zahlen, Daten, Datenansammlung über Deutschland vom Statistischen Bundesamt
- zeit.de Leben in Deutschland - Abfolge in 29 Teilen
- Wie Deutschland funktioniert, ein Handbuch für Migranten (mehrsprachig)
- cia.gov Urkunde des CIA über Deutschland (engl.; enthält Unterlagen über Geografie, Einwohner, Regierung, Wirtschaft, Kommunikationswesen, Transportwesen und Militär)
- Amnesty International Jahresbericht 2005
- Weitere Links zum Thema „Deutschland“ im Open Directory Project
(TID 499888)
| (TID 646251) | Dieser Artikel wurde in die Tabelle der Lesenswerten Artikel aufgenommen. |
(TID 368498)
Albanien |
Andorra |
Belgien |
Bosnien und Herzegowina |
Bulgarien |
Dänemark |
Deutschland |
Estland |
Finnland |
Frankreich |
Griechenland |
Irland |
Island |
Italien |
Kroatien |
Lettland |
Liechtenstein |
Litauen |
Luxemburg |
Malta |
Mazedonien |
Moldawien |
Monaco |
Niederlande |
Norwegen |
Österreich |
Polen |
Portugal |
Rumänien |
Russland |
San Marino |
Schweden |
Schweiz |
Serbien und Montenegro |
Slowakei |
Slowenien |
Spanien |
Tschechien |
Türkei |
Ukraine |
Ungarn |
Vatikanstadt |
Vereinigtes Königreich |
Weißrussland
Andere Gebiete:
Färöer |
Gibraltar |
Guernsey |
Isle of Man |
Jan Mayen |
Jersey |
Svalbard
(TID 223096)
(TID 527821)
Belgien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Italien | Lettland | Litauen | Luxemburg | Malta | Niederlande | Österreich | Polen | Portugal | Schweden | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Ungarn | Vereinigtes Königreich | völkerrechtlich anerkannte Republik Zypern (de facto nur im Süden)
Beitrittsverträge zum 1.1.2007 unterzeichnet mit:
Bulgarien |
Rumänien
Weitere anerkannte Beitrittskandidaten:
Kroatien |
Mazedonien |
Türkei
(TID 223096)
(TID 140838)
Belgien | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Frankreich | Griechenland | Island (verfügt über kein eigenes Militär) | Italien | Kanada | Lettland | Litauen | Luxemburg | Niederlande | Norwegen | Polen | Portugal | Rumänien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Türkei | Ungarn | Vereinigte Staaten | Vereinigtes Königreich
(TID 223096)
(TID 361813)
Australien | Belgien | Dänemark | Deutschland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Island | Italien | Japan | Kanada | Luxemburg | Mexiko | Neuseeland | Niederlande | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Schweden | Schweiz | Südkorea | Slowakei | Spanien | Tschechien | Türkei | Ungarn | Vereinigte Staaten | Vereinigtes Königreich
(TID 223096)
(TID 573546)
Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
(TID 223096)
(TID 140854)
Deutschland || Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
(TID 223074)
(TID 724338)
Koordinaten: 47°-55° N, 6°-15° O
(TID 488883)
af:Duitslandals:Deutschland an:Alemaña ang:ÞÄodiscland ar:ألمانيا ast:Alemaña az:Almaniya be:Нямеччына bg:Германия br:Alamagn bs:NjemaÄka ca:Alemanya cs:NÄmecko cv:Германи cy:Yr Almaen da:Tyskland el:Γερμανία en:Germany eo:Germanio es:Alemania et:Saksamaa eu:Alemania fa:آلمان fi:Saksa fiu-vro:S'aksamaa fo:Týskland fr:Allemagne fur:Gjermanie fy:Dútslân ga:An Ghearmáin gd:A' Ghearmailt gl:Alemaña - Deutschland gn:Alemaña he:גרמניה hi:जर्मनी hr:NjemaÄka hu:Németország ia:Germania id:Jerman io:Germania is:Þýskaland it:Germania ja:ドイツ jv:Jerman ka:გერმანია kn:ಜರ್ಮನಿ ko:독일 ku:Almanya kw:Almayn la:Germania lb:Däitschland li:Duutsland ln:Alémani lt:Vokietija lv:VÄcija mi:Tiamana mk:Германија mo:Ӂермания mr:जर्मनी ms:Jerman mt:Äermanja na:Germany nah:Alemantlan nds:Düütschland nds-nl:Duutslaand nl:Duitsland nn:Tyskland no:Tyskland oc:Alemanha os:Герман pl:Niemcy pt:Alemanha rm:Germania ro:Germania roa-rup:Ghirmânii ru:Германия sc:Zermània scn:Girmania se:Duiska sh:NemaÄka simple:Germany sk:Nemecko sl:NemÄija sq:Gjermania sr:Немачка st:Tôitšhi sv:Tyskland ta:ஜெர்மனி th:สหพันธ์สาธารณรัฐเยอรมนี tl:Alemanya tpi:Siaman tr:Almanya uk:Німеччина uz:Germaniya vec:Germania vi:Äức yi:דייטשלאנד zh:德国 zh-min-nan:Tek-kok
zu:Germany(TID 1753)
19287/884