Digitale Kunst
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Digitale Kunst oder auchDigitalkunst ist die Bezeichnung für künstlerisches Schaffen, das Kunstobjekte mithilfe digitaler Verfahren erzeugt. Computer sind dabei die entscheidenden Arbeitsgeräte. Deshalb wird oft sinngleich auch von Computerkunst gesprochen.
Einem Werk der digitalen Kunstgriff ist eine digital gespeicherte Form zugeordnet, wie z. B. eine Bilddatei, eine Bau- und Funktionsanleitung, ein Hypertext oder ein ausführbares Programm.
In einigen Fällen lässt sich diese immaterielle, vom Leute nicht reizend erfassbare Form als das eigentliche Meisterwerk interpretieren, das erst durch entsprechende technische Mittel sichtbar, hörbar, fühlbar gemacht werden muss. Das Ergebnis kann dabei von den zu seiner Darstellung verwendeten technischen Mitteln, der Hardware und der Software, abhängen. In diesen Fällen kann bei der digitalen Kunstgriff zwischen dem Werk und seiner Repräsentation unterschieden werden gleichartig zu einem Bühnen- oder Musikstück und seiner Aufführung.
Ähnlich wie in den klassischen Medien, z.B. der Malerei (Dripping u.a.), kann der Datenverarbeitungsanlage im Produktionsprozeß so eingesetzt werden, daß das Ergebnis vom Rechner in einer für den Künstler nicht vorhersagbaren Weise beeinflußt wird.
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Geschichte
Die Entwicklung der Digitalen Kunstgriff verläuft parallel zur Entwicklung der Computertechnologie. Zu den Pionieren im künstlerischen Bereich zählen Personen, die entweder von der Informationsästhetik (Max Bense) beeinflußt sind oder in Verbindung zu Informatikern stillstehen (z.B. Kurd Alsleben). Arbeiten können diese Pioniere nur in Verbindung mit öffentlich getragenen Rechenzentren wie z.B. das DESY in Hamburg, da Elektronenhirn in den 1950er und 1960er Jahren noch raumfüllende Betriebsanlagen sind. In dieser Entstehungszeit knüpft sich an die Entwicklung der theoretischen Grundlagen und deren technologisch/künstlerischen Umsetzung die Erwartung, mit diesen Worten eine neue Ästhetik zu entwicklen ("So ist die Ästhetik als objektive und materiale Ästhetik gedacht, die nicht mit spekulativen anstelle mit rationalen Durchschnitt berechnen arbeitet." - Bense 1969) Mit der Entwicklung der Plotter in die Gänge kommen sich in dieser Zeit steigernd mehr Künstler für Universalrechner und Computergesteuerte Zeichenmaschinen zu interessieren. Während die ersten Programme für die Computerkomponente für Architekten und ähnliche Berufe konzipiert waren, erstellen Künstler wie Frieder Nake eigene Programme. Bei den Informatikern neugierig machen sich erst einmal v.a. Künstler für die Arbeit mit Computern, die aus dem Bereich der konkreten und abstrakten Kunstgriff her kamen wie Vera Molnar, die 2005 für ihr Lebenswerk den neugeschaffenen deutschen "digital art award" erhält.
In einer zweiten Phase, der Ära des Malkastens (paintbox era), neugierig machen sich dann v.a. junge Volk ab Mittelpunkt der 1980er Jahre für die Möglichkeiten der ersten Mal- und Zeichenprogramme, die auf geldlich erschwinglichen PCs laufen. In dieser Zeit wird der Begriff des Digitalen Malens (digital paint) propagiert, anfänglich in der Illusion, mit diesen Worten eine völlig neue Kunstrichtung zu schaffen.
Differenzierungsbereiche
Im Bereich der Bildkunst werden die Begriffe "Computerkunst" und "Digitale Kunst" synonym verwendet. Zu diesem Punkt gehören vor allem
- Digitale Malerei : Mit Hilfe von Applikation und meist einem Grafiktablett gemalte Bilder: Digitales Malen
- 3D-Kunst: Mit Hilfe von 3D-Grafik-Programmen, wie wie Bryce oder CAD -Programmen konstruierte Bilder, die durch den Universalrechner berechnet (gerendert) werden.
- Fotomanipulation: Die Bilder fußen auf einer/mehreren Fotografien, die mit Hilfe des Computers manipuliert, ergänzt oder bearbeitet werden: Bildbearbeitung
- Mathematische Kunst: Kunstprodukte, die mit Hilfe mathematischer Algorithmen erzeugt werden. Diese Kunstrichtung ist Teil der generativen Kunst. Ein bedeutender Sparte sind Methoden auf der Basis von fraktalen Konzepten. Fraktalkunst
- Mischformen der eben genannten.
Weitere Disziplinen
- Netzkunst: Webseiten, die entweder durch ihr programmiertes Verhalten oder die Wechselwirkung mit dem Mensch am Bildschirm, eigenständige Kunstwerke sind.
- Interaktive Kunst: Im Mittelpunkt steht die Wechselbeziehung zwischen Meisterwerk und Mensch, oft qualifiziert von bedien- oder begehbaren Installationen, deren Steuerung oder Komponente der Elektronische Datenverarbeitungsanlage ist
- Elektronische Kunst: Verschiedene technische Medien dienen der Formulierung künstlerischer Aussagen, oft übernimmt der Elektronenhirn selbst die bildnerische Rolle nach eines "programmierten Zufalls"
- Digitale Musik in verschiedenen Formen
- Multimedia-Kunst: ein Überbegriff für Kunstwerke (oder Veröffentlichungen), die verschiedene Medien beinhalten (Musik, Bild, Text, Video, etc.)
Die eindeutige Abgrenzung der digitalen Kunstfertigkeit zu den klassischen Kunstdisziplinen wird steigernd schwieriger. Die zunehmende Digitalisierung verschiedenster Medien führt z. T. zu deren Weiterformulierung. Zum Beispiel wurde die Videokunst noch vor wenigen Jahren fast ausschließlich mit analogen Verfahren erstellt, welche inzwischen durch digitale Aufnahmetechniken abgelöst wurden. Dies gilt auch für jede Menge übrige künstlerische Medien.
Ars Electronica
Eine Vorreiterrolle in der digitalen Kunstfertigkeit hat das seither 1979 jährlich in Linz, Österreich abgehaltene Festival Ars Electronica eingenommen. Inzwischen wird der Prix Ars Electronica als Oskar der digitalen Kunstgriff bezeichnet. Jährlich wird ein Preis für folgende Sparten vergeben:
- Computeranimation /Visual Effects
- Digital Musics
- Interaktive Kunst
- Net Vision
- Digital Communities
- cybergeneration U19 - freestyle computing
Bedeutende europäische Digital-Künstler
- Herbert W. Franke, Deutschland
- Ingrid Kamerbeek, Deutschland
- Kytom L., Deutschland
- Frieder Nake, Deutschland
- Joachim Simon, Deutschland
- Hans Stölten, Deutschland
- jales, Deutschland
- Sebastian Baumer, Deutschland
- Gerhard Hoeberth, Deutschland/Österreich
- Markus Hafner, Österreich
- Georg Hübner, Österreich
- Peter Weibel, Österreich
- Pipilotti Rist, Schweiz
- Yves Netzhammer, Schweiz
- Peter Gabriel, UK
- Julian Opie, Großbritannien
- Heike Barndt, Europa
- Iannis Xenakis, multinational
- Karin Kuhlmann, Deutschland
- Dieter Grossmann, Deutschland
Siehe auch
- Medienkunst
- Zentrum für Kunst und Medientechnologie
- Demoszene
- SIGGRAPH
- Netzwerker
- Webism
- DeviantART
- Renderosity
Literatur
- Monika Fleischmann, Ulrike Reinhard (Hrsg.): Digitale Transformationen - Medienkunst als Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. whois verlag, Heidelberg 2004
- Oliver Grau: Virtual Art. MIT-Press, Cambridge/Mass. 2003
- Christiane Paul: Digital Art. Thames Hudson, London 2003
Weblinks
- Ars Electronica - offizielle Webseite
- netzspannung.org Internetplattform für digitale Kniff und Kultur
- http://www.siggraph.org/artdesign/
- Artikel "Digitale Kunst" des Open Directory Projects
- Dr. Michael Schetsche: Was ist Digitalkunst?
- European Media Art Festival, Osnabrück - jährliche Event für Medienkunst (Experimentalfilm, Videokunst, installative und interaktive Arbeiten)
- Digital Art Museum
- GFXartist
- multimediakunst.net - netzkunst community
- sonance.artistic.network the media & net artists network, vienna, austria
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