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Erde

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Bild:Disambig-grau2.png Dieser Artikel behandelt den Planeten Erde, zusätzliche Bedeutungen unter Erde (Begriffsklärung)

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|Bild:The Earth seen from Apollo 17.jpg
Die Erde, aufgenommen von Apollo 17
Eigenschaften des Orbits
Aphel 152,1 Mio. km
1,017 AE
Große Bahnhalbachse 149,6 Mio. km
1 AE
Perihel 147,1 Mio. km
0,983 AE
numerische Exzentrizität 0,0167
Umfang 939,9 Mio. km
Siderische Periode 365 d 6 h 9 min 9,54 s
(365,256 Tage)
Ø Orbitalgeschwindigkeit 29,783 km/s
Physikalische Eigenschaften
Äquator-Durchmesser 12.756,274 km
Pol-Durchmesser 12.713,504 km
Mittel-Durchmesser 12.745,591 km
Äquatorumfang 40.075,004 km
Polumfang 39.940,638 km
Mittelumfang 40.041,455 km
Volumen 1 083 206 246 123 km3
Oberflächeninhalt 510 065 284,702 km2
Masse 5,9736 × 1024 kg
Mittlere Dichte 5,515 g/cm3
Ø Fallbeschleunigung 9,80665 m/s2
siderische Periode 23 h 56 min 4,09 s
Rotationsgeschwindigkeit
am Äquator
465,12 m/s
Neigung der Drehachse 23° 26' 21,5"
(23,44°)
geometrische Albedo 0,367
Fluchtgeschwindigkeit 11,186 km/s
Temperatur
an der Oberfläche
Min Mittel Max
213 K 288 K 331 K
Sonneneinstrahlung 1,5 x 1018 kWh / Jahr
Energieverbrauch der Menschen
Primärenergie 1,0 x 1014 kWh / Jahr
Zusammensetzung der Erde (Gew.-%)
Sauerstoff (O) 32,44
Metall (Fe) 28,18
Silizium (Si) 17,22
Erdalkalimetall (Mg) 15,87
Kalzium (Ca) 1,61
Nickel (Ni) 1,61
Alu (Al) 1,51
Schwefel (S) 0,70
Chromium (Cr) 0,43
Mn (Mn) 0,26
Sodium (Na) 0,25
Phosphor (P) 0,12
Kobalt (Co) 0,09
Titan (Ti) 0,07
K (K) 0,02
Andere Daten
Anzahl der Monde 1

Die Erde (von indogermanisch *er[t]lateinisch Terra) ist der dritte Planet des Sonnensystems. Sie ist ca. 4,55 Milliarden Jahre alt und ist bislang der einzig bekannte belebte Ort des Universums.

Nach den Eigenschaften der Erde wird der Begriff der erdähnlichen Planeten definiert.

Das übliche Zeichen für die Erde ist : <math>oplus</math> oder Bild:Earth-symbol-alternative.png.


Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Aufbau der Erde

Hauptartikel: Entstehung der Erde, Innerer Aufbau der Erde, Erdfigur und Plattentektonik

Bild:Aufbau der erde schematisch.png
Der Schalenaufbau der Erde

Die Erde ist der größte Gesteinsplanet im uns bekannten Sonnensystem. Alle anderen Planeten sind geringer oder bestehen wie Jupiter hauptsächlich aus Gas, das im Inneren des Planeten stark eingegangen ist. Die Erde entstand vor etwa 4,6 Tausend Millionen Jahren. Man geht in diesen Tagen allgemein davon aus, dass sie während der ersten 100 Mio. Jahre einem intensiven Bombardement von Meteoriten ausgesetzt war. Dieser Tage ist nur noch ein kleiner Beschuss zu verzeichnen. Die meisten der Meteore werden von Objekten geringer als 1 cm hervorgerufen. Im Gegensatz zum Mond sind auf der Erde fast alle Einschlagkrater durch geologische Prozesse abermals ausgelöscht worden. Durch die kinetische Energie der Impakte während des schweren Bombardements und durch die Wärmeproduktion des radioaktiven Zerfalls erhitzte sich die junge Erde, bis sie größtenteils aufgeschmolzen war. In der Folge kam es zu einer gravitativen Distinktion des Erdkörpers in einen Erdkern und einen Erdmantel. Die schwersten Elemente, zuerst Eisen, sanken in die Tendenz des Schwerpunkts des Planeten, während leichte Elemente, an erster Stelle Sauerstoff, Silizium und Aluminium hinauf stiegen. Aus diesen Elementen bildeten sich hauptsächlich silikatische Minerale, aus denen auch die Gesteine der Erdkruste bestehen. Hinsichtlich ihres vorwiegenden Aufbaus aus Metall und Silikaten hat die Erde wie alle terrestrischen Planeten eine recht hohe mittlere Dichtheit von 5,515 g/cm3.

Die Erde hat, wie alle Planeten, durch die Eigengravitation ihrer großen Masse annähernd die Form einer Kugel. Durch die Fliehkräfte ihrer ziemlich schnipsen Rotation ist sie an den Polen geringfügig abgeplattet. Der Äquatorumfang ist dadurch mit 40.075,004 km um 134,336 km bzw. um 0,34 % größer als der Polumfang mit 39.940,638 km. Der Poldurchmesser ist mit 12.713,500 km dementsprechend um 42,77 km bzw. um 0,34 % weniger bedeutend als der Äquatordurchmesser mit 12.756,270 km. Derartig ein geometrisches Verhältnis ist das eines Ellipsoids. Der Normalnull (das Geoid) weicht davon erneut um ± 100 M ab. Die Unterschiede im Umfang tragen mit dazu bei, dass es keinen eindeutig höchsten Berg auf der Erde gibt. Nach der Höhe über dem Normalnull ist es der Mt. Everest im Himalaya und nach dem Abstand des Gipfels vom Erdmittelpunkt der auf dem Äquatorwulst stehende Vulkanberg Chimborazo in den Anden. Von der jeweilig eigenen Basis an gemessen ist der Mauna Kea auf der vom pazifischen Meeresboden aufragenden großen vulkanischen Hawaii-Insel am höchsten.

Bild:Landhalbkugel gr.png
Landhalbkugel (47 % Land)
Bild:Wasserhalbkugel gr.png
Wasserhalbkugel

Wie die meisten festen Planeten und fast alle größeren Monde, z. B. der Erdmond, weist auch die Erde eine deutliche Zweiteilung ihrer Oberfläche in unterschiedlich ausgeprägte Halbkugeln auf. Die Oberfläche der Erde unterteilt sich in eine Landhemisphäre und eine Wasserhemisphäre. Die Wasserfläche hat in der gegenwärtigen geologischen Zeitabschnitt einen Gesamtanteil von 70,7 %. Die von der Landfläche umfassten 29,3 % entfallen hauptsächlich auf sieben Kontinente; der Größe nach: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Europa und Australien (wobei Okzident als große westliche Halbinsel Asiens geeignet der Plattentektonik wahrscheinlich nie eine selbständige Einheit gewesen ist). Die kategorische Grenzziehung zwischen Australien als kleinstem Kontinent und Grönland als größter Eiland wurde nur rein gewöhnlich festgelegt. Die Fläche des Weltmeeres wird generell in drei Ozeane einschließlich der Nebenmeere unterteilt: In den Pazifik, den Atlantik und den Indik. Die tiefste Stelle, das Witjastief 1 im Marianengraben, liegt 11.034 m unter dem Meeresspiegel.

Nach seismischen Messungen ist die Erde hauptsächlich aus drei Schalen aufgebaut: Aus dem Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste. Diese Schalen sind durch seismische Diskontinuitätsflächen (Unstetigkeitsflächen) voneinander abgegrenzt. Die Erdkruste und der oberste Teil des oberen Mantels bilden zusammen die so genannte Lithosphäre. Sie ist zwischen 50 und 100 km dick und zergliedert sich in große und kleinere tektonische Einheiten, die Platten. Die größten Platten vollziehen in ihrer Anzahl und Ordnung unübersichtlich jener der von ihnen getragenen Kontinente, mit Ausnahmefall der pazifischen Platte. All diese Schollen bewegen sich gemäß der Plattentektonik relativ zueinander auf den partiell aufgeschmolzenen, zähflüssigen Gesteinen des oberen Mantels, der 100 bis 150 km mächtigen Asthenosphäre. Der intern Erdkern ist fest, der äußere geschmolzen und gut 4.000 °C heiß.

Ein dreidimensionales Modell der Erde wird, wie alle verkleinerten Nachbildungen von Weltkörpern, Globus genannt.

Kein versüßender Efffekt: Entgegen der bisherigen Annahme wirkt Zucker möglicherweise doch nicht schmerzlindernd bei Neugeborenen: Einer Studie Britischer Forscher zufolge hat er keine Auswirkungen auf die im Gehirn und im Rückenmark gemessene Schmerzaktivität bei Babys. Allerdings beeinflusst Zuckerwasser den Gesichtsausdruck der Kleinen und das führte in der Vergangenheit fälschlicherweise zu der Annahme, die Kinder könnten keine Schmerzen mehr empfinden. Die gängige Praxis, sehr kleinen Kindern vor schmerzhaften Eingriffen Zuckerwasser zu geben, müsse daher dringend überdacht werden. ...... Weiterlesen!

Wirkstoff gegen das Vergessen: US-Forscher sind auf einen zentralen Punkt bei der Entstehung von Alzheimer gestoßen: Sie haben ein Protein identifiziert, das entscheidend an der Bildung der auch als Plaques bezeichneten Eiweißverklumpungen beteiligt ist. Diese sind typisch für Alzheimer und scheinen eine wichtige Rolle beim Fortschreiten der Demenzerkrankung zu spielen. Die Ergebnisse sind besonders vielversprechend, da es bereits ein Medikament gibt, das das entdeckte Schlüsselprotein blockiert: Wie die Forscher schon in einer früheren Studie gezeigt haben, kann der Leukämie-Wirkstoff Imatinib dieses Protein gezielt unschädlich machen, ohne gesunden Zellen zu schaden. Um ihn gegen Alzheimer einsetzen zu können, müsste der Wirkstoff so verändert werden, das er auch das Gehirn erreicht. ...... Weiterlesen!

Atmosphäre

Hauptartikel: Erdatmosphäre

Die Erde besitzt eine etwa 640 km hohe Atmosphäre. Deren Masse beträgt 5,13 x 1018 kg und macht somit knapp ein Millionstel der Erdmasse aus. Der mittlere Luftdruck auf dem Stufe des Meeresspiegels ist 1.013 hPa groß; bei einer mittleren Luftdichte von 1,293 kg/m3. In den bodennahen Anhäufen besteht die Lufthülle erst einmal aus 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff und zu 1 % aus Edelgasen, überwiegend Argon. Dazu kommt ein wechselnder Anteil an Wasserdampf (0 – 5 %), der das Meteorologie bestimmt.

Die auf der Erde gemessenen Temperaturextreme betragen –89,6 °C (gemessen am 21. Juli 1983 in der Wostok-Station in der Antarktis auf 3.420 Metern Höhe, was einer Kälte von –60 °C auf Meereshöhe entspräche) und +58 °C (gemessen am 13. Sept. 1922 in Al 'Aziziyah in Libyen auf 111 Metern Höhe). Die mittlere Wärme in Bodennähe beträgt 15 °C; die Schallgeschwindigkeit bei dieser Kälte beträgt in der Luft am Meeresniveau etwa 340 m/s.

Die Erdatmosphäre streut den kurzwelligen, blauen Spektralanteil des Sonnenlichts etwa fünfmal stärker als den langwelligen, roten und bedingt dadurch bei hohem Sonnenstand die Blaufärbung des Himmels. Dass die Oberfläche der Meere und Ozeane vom Sphäre aus gesehen blau erscheinen, wieso die Erde seit dem Beginn der Astronautik auch der Blaue Kalter Himmelskörper genannt wird, ist jedoch auf die stärkere Absorption roten Lichtes im Wasser selbst zurückzuführen. Die Reflexion des blauen Himmels an der Wasseroberfläche ist dabei nur von nebensächlicher Bedeutung.

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Globaler Energiehaushalt

Der Energiehaushalt der Erde wird abstrahierend dargestellt durch die Einstrahlung der Sonne und die Ausstrahlung der Erdoberfläche bzw. Atmosphäre bestimmt, also durch den Strahlungshaushalt der Erde. Die restlichen Beiträge von zusammen etwa 0,02 % liegen deutlich unter der Messungenauigkeit der Solarkonstanten sowie ihrer Fluktuation im Lauf eines Sonnenfleckenzyklus.

Etwa 0,013 % macht der durch radioaktive Zerfälle erzeugte geothermische Energiebeitrag aus, etwa 0,007 % abstammen aus der menschlichen Gebrauch fossiler und nuklearer Energieträger und etwa 0,002 % verursacht die Gezeitenreibung.

Die Albedo der Erde beträgt im Mittel 0,367, wobei ein wesentlicher Anteil auf die Wetterphänomen der Erdatmosphäre zurückzuführen ist. Dies führt zu einer globalen effektiven Kälte von 246 K (-27 °C). Die Durchschnittstemperatur bedrückt liegt jedoch durch einen starken atmosphärischen Treibhauseffekt genauer Gegenstrahlung bei etwa 288 K (15 °C), wobei die Treibhausgase Wasser und Kohlenstoffdioxid den Hauptbeitrag liefern.

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Herkunft des irdischen Wassers

Hauptartikel: Herkunft des irdischen Wassers

Die Herkunft des Wassers auf der Erde, speziell die Frage, wie kommt es, dass... auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen erdähnlichen Planeten, ist bis auf den heutigen Tag nicht hinreichend geklärt. Ein Teil des Wassers dürfte durch das Ausgasen der Magma entstanden sein, also letztlich aus dem Erdinneren stammen. Ob dadurch aber die Menge an Wasser erklärt werden kann, ist fragwürdig. Andere große Anteile könnten aber auch durch Einschläge von Kometen, transneptunischen Objekten oder wasserreichen Asteroiden (Protoplaneten) aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtels auf die Erde gekommen sein. Messungen des Isotopenverhältnisses von Deuterium zu Protium (D/H-Verhältnis) deuten dabei eher auf Asteroiden hin, da in Wassereinschlüssen in kohligen Chondriten ähnliche Verhältnisse entdeckt wurden wie in ozeanischem Wasser, wohingegen bisherige Messungen dieses Isotopen-Verhältnisses an Kometen und transneptunischen Objekten nur schlecht mit irdischem Wasser übereinstimmten.

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Himmelsmechanik

Umlaufbahn

Abstandsverhältnisse der inneren Planeten zur Sonne
Bild:Erde Venus Merkur Sonne.png
Erde/Mond Venus Merkur Sonne (maßstabsgetreu)

Der mittlere Abstand des Zentrums der Erde vom Zentrum der Sonne ist die große Bahnhalbachse und beträgt etwa 149.597.870 km. Ursprünglich wurde dieser Abstand der Begriffsbestimmung der Astronomischen Einheit (AE) zugrunde gelegt, die als astronomische Längeneinheit hauptsächlich für Entfernungsangaben innerhalb des Sonnensystems verwendet wird. Der sonnennächste Punkt der Erde, das Perihel, liegt bei 0,983 AE und ihr sonnenfernster Punkt, das Aphel, bei 1,017 AE. Der Abstand zur Sonne vergrößert sich dabei jährlich um 10 cm <ref> http://www.n-tv.de/646676.html </ref>. Sie läuft also auf einer elliptischen Orbit mit einer Exzentrizität von 0,0167 um die Sonne. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt sie 365 d 6 h 9 min 9,54 s, diese Phase wird auch als Siderisches Jahr bezeichnet.


Die Bahnebene der Erde wird als Ekliptik bezeichnet.

Mond

Hauptartikel: Mond

Die Erde wird von einem Mond umkreist. Dieser ist im Vergleich zur Erde deutlich größer als es bei den anderen Planeten mit Ausnahmefall des Pluto/Charon-Systems der Fall ist. Der große Mond ist verantwortlich für die Stabilität der Schiefe der Ekliptik der Erde und damit auch für die guten Bedingungen zum Entstehen von Leben auf der Erde.

Größen- und Abstandsverhältnis zwischen Erde und Mond

Bild:Earth-Moon.jpg

Erde Mond

Rotation und Gezeiten

Die Erde rotiert einmal in 23 h 56 min 4,09 s um ihre eigene Achse. Entsprechend zum siderischen Jahr wird diese Spanne als ein Siderischer Tag bezeichnet. Angesichts der Bahnbewegung der Erde vorwärts ihrer Orbit und der daraus resultierenden leicht unterschiedlichen Position der Sonne an nacheinander folgenden Tagen ist ein Sonnentag, der als die Phase zwischen zwei Sonnenhöchstständen (Mittag) definiert ist, etwas größer als ein Siderischer Tag und wird nach Begriffsbestimmung in 24 Stunden eingeteilt.

Vermöge der Neigung der Rotationsachse der Erde von 23,44° gegen die Ekliptik werden die Nord- und die Südhalbkugel der Erde an verschiedenen Punkte sammlen ihrer Orbit um die Sonne unterschiedlich beleuchtet, was zu den das Klima der Erde prägenden Jahreszeiten führt.

Bild:Earth-moon.jpg
Erde vom Mond aus gesehen

Der Mond verursacht auf der Erde Gezeiten. Ebbe und Flut in den Meeren und im Erdmantel mit Vorsicht genießen die Erdrotation und verlängern dadurch gegenwärtig die Tage um etwa 20 Mikrosekunden pro Jahr. Die Gezeiten wirken sich auch auf die Landmassen aus, die sich um etwa einen halben M heben und senken.
Die Rotationsenergie der Erde wird dabei in Wärme umgewandelt. Der Drehimpuls wird auf den Mond übertragen, dessen Bahn sich dadurch um etwa 4 Cm jedes Jahr von der Erde entfernt. Dieser seit langem vermutete Effekt ist seit etwa 1995 durch Laser-Distanzmessungen abgesichert.

Die zunehmende Tageslänge kann geologisch mit Hilfe von von Wachstumsringen in fossilen Korallen begutachtet werden. Man findet in diesen Sedimenten eine Spur für jeden Tag, und eine jährliche Regelmäßigkeit, aus der sich die Anzahl der Tage im damaligen Jahr bestimmen lässt. In der Vergangenheit zeigt sich die Zunahme der Tageslänge mithilfe überlieferter Sonnenfinsternisse, die bei gleich bleibender Tageslänge an einem anderen Ort auf der Erde sichtbar gewesen wären.

Extrapoliert man diese Abbremsung in die Zukunft, wird auch die Erde einmal dem Mond immer die gleiche Seite zuwenden, wobei ein Tag auf der Erde dann siebenundvierzigmal so lang wäre wie heute. Damit unterliegt die Erde dem gleichen Effekt, der in der Vergangenheit schon zur gebundenen Rotation des Mondes geführt hat. Zu dem Zeitpunkt, an dem diese Korotation eintreten wird, wird das Wechselspiel der Gezeiten beendet sein. Die Flutberge verbleiben dann immer an einem Ort auf der Verbindungslinie Erde-Mond, und es wird zu einer dauerhaften Umformung des Erdkörpers kommen, ähnlich der des Mondes. Diese Überlegungen kann man allerdings als hypothetisch betrachten, da einerseits die Stabilität der Erdrotation nicht gewährleistet ist, zum anderen sich durch den Übergang der Sonne zu einem weißen Zwerg auch das gesamte Planetensystem verändert haben wird.

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Leben und Klima

Bild:Rotating earth (small).gif
rotierendes Modell

Die Erde ist bis dato der einzige Planet, auf dem Lebensformen bzw. eine Biosphäre feststellbar sind. Nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft begann das Leben auf der Erde möglicherweise innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, gleich nach dem Schwächer werden eines schweren Bombardements großer Asteroiden, dem die Erde nach ihrer Entstehung vor ca. 4,6 Milliarde Jahren bis etwa vor 3,9 Milliarde Jahren als letzte Phase der Bildung des Planetensystems ausgesetzt war. Nach dieser Zeit hat sich eine stabile Erdkruste fähig und soweit abgekühlt, dass sich Wasser auf ihr sammeln konnte. Die ältesten direkten, allerdings umstrittenen Hinweise auf Leben, die als versteinerte Cyanobakterien gedeutet werden, sind 3,5 Mrd. Jahre alt und wurden in Gesteinen der Warrawoona-Gruppe im Nordwesten Australiens gefunden. In 3,85 Tausend Millionen Jahre altem Sedimentgestein aus der Isua-Region im Südwesten Grönlands wurden in den Verhältnissen von Kohlenstoffisotopen Anomalien entdeckt, die auf biologischen Stoffwechsel hinweisen könnten; bei dem Klippe kann es sich aber auch sondern um Sedimente nur um ein stark verändertes Ergussgestein ohne derartige Bedeutung handeln. Die ältesten und eindeutigen Lebensspuren auf der Erde sind 1,9 Milliarde Jahre alte fossile Bakterien aus der Gunflint-Formation in Ontario.

Die chemische wie die biologische Evolution sind untrennbar mit der Klimageschichte verknüpft. Das Leben wird in seiner Entwicklung von den herrschenden Bedingungen geprägt und hat seinerseits Einfluss auf die Entwicklung und das Aussehen der Erde.

Durch den Metabolismus des pflanzlichen Lebens bzw. durch die Photosynthese wurde die Erdatmosphäre mit molekularem Sauerstoff angereichert und bekam ihren oxidierenden Charakter. Ferner wurde die Albedo und damit die Energiebilanz durch die Pflanzendecke merklich verändert.

Klimazonen

Die Erde wird mithilfe unterschiedlich intensiver Sonneneinstrahlung in Klimazonen eingeteilt, die sich vom Nordpol zum Äquator erstrecken – und auf der Südhalbkugel spiegelbildlich verlaufen.

Klimazone Breitengrade Nord/Süd (ca.) Durchschnittstemperatur (ca.)
Polarzone/Kalte Zone Nord-/Südpol bis Polarkreise 0 °C
Gemäßigte Zone Polarkreise bis 40 ° 8 °C
Subtropen 40 º bis 23,5 ° (Wendekreise) 16 °C
Tropen 23,5 º bis Äquator 24 °C

Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind umso stärker, je weiter die Klimazone vom Äquator und vom nächsten Weltmeer fern liegt.

Polarzone

Unter den Polargebieten versteht man einerseits die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises, die Arktis, sowie den Erdteil der Südpolgebiet auf der Südhalbkugel der Erde.

Besonderes Kennzeichen der Polarregionen sind benachbart dem kalten Klima mit viel Schnee und Eis der so weit wie einem halben Jahr dauernde Polartag mit der Mitternachtssonne bzw. die Polarnacht, aber auch die Polarlichter.

Gemäßigte Zone

Die gemäßigte Klimazone erstreckt sich vom Polarkreis bis zum vierzigsten Geografische Breite und wird in eine kalt-, kühl- und warmgemäßigte Zone eingeteilt.

Diese Zone weist einen großen Unterschied zwischen den Jahreszeiten auf, der in Neigung des Äquators jedoch etwas abnimmt.

Ein weiteres Merkmal sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, die je nach Saison stark variieren. Diese Unterschiede nehmen, je näher man dem Pol kommt, immer mehr zu.

Die Flora wird durch Nadel-, Misch- und Laubwälder geprägt, wobei die Nadelwälder in Neigung Äquator immer weniger werden.

Subtropen

Die Subtropen liegen in der geographischen Umfang zwischen den Tropen in Äquatorrichtung und den gemäßigten Zonen in Neigung der Pole, ungefähr zwischen 25°-40° nördlicher und südlicher Breite. Diese Gebiete haben typischerweise tropische Saison und nicht-tropische Winter. Man kann sie unterteilen in trockene, winterfeuchte, sommerfeuchte und immerfeuchte Subtropen.

Eine weit verbreitete Begriffserklärung definiert das Klima dort als subtropisch, wo die Mitteltemperatur im Jahr über 20 Celsius liegt, die Mitteltemperatur des kältesten Monats jedoch unter der Marke von 20 Grad bleibt.

Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht fallen relativ gering aus.

Die Flora genug von der Artenvielfalt, wie sie z. B. im Mittelländisches Meer auftritt, über die Pflanzenwelt der trockenen Savanne bis hin zur kargen oder auch völlig fehlenden Flora in Wüsten wie der Sahara.

Tropen

Die Tropen befinden sich zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis. Die Tropen können in die wechselfeuchten und immerfeuchten Tropen unterschieden werden.

In den Tropen sind Tag und Nacht immer gleichlang (jeweils 12 Stunden). Klimatische Jahreszeiten gibt es nur in den wechselfeuchten Tropen und erlauben sich bloß in Trocken- und Regenzeit unterscheiden.

Typisch für die wechselfeuchten Tropen sind die Feuchtsavannen, die sich nördlich und südlich der großen Regenwälder befinden. Sie malen sich durch ihre weiten Grasländer aus. Beispiele sind die afrikanische Savanne und der Pantanal in Südbrasilien und Paraguay.

Für die immerfeuchten Tropen, die sich rund um den Äquator befinden, sind die großen, sehr artenreichen Regenwälder, wie z. B. der Amazonas typisch.

Jahreszeiten

Die Jahreszeiten werden in erster Linie von der Einstrahlung der Sonne verursacht und sind in der gemäßigten Zone am stärksten ausgeprägt.

Die Unterschiede entstehen durch die Neigung der Erde. Dies hat zur Folge, dass die Sonne zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis hin- und herwandert (daher auch der Name). Dadurch entstehen auch anliegend den unterschiedlichen Einstrahlungen auch die Unterschiede zwischen Tag und Nacht.

Die Migration erfolgt im Jahresrhythmus wie folgt:

  • 21. Dezember (Wintersonnenwende): Die Sonne steht über dem südlichen Wendekreis bzw. dem Wendekreis des Steinbocks. Auf der Nordhalbkugel ist nun der kürzeste und auf der Südhalbkugel der längste Tag des Jahres. Durch die nun folgende geringe Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel beginnt nun der Winter. Am Nordpol ist die Zentrum der Polarnacht und am Südpol die Mittelpunkt des Polartags.
  • 19. bis 21. März: Tagundnachtgleiche auf nördlicher und südlicher Halbkugel: Frühlingsbeginn im Norden und Herbstbeginn im Süden.
  • 21. Juni (Sommersonnenwende): Längster Tag im Norden und kürzester Tag im Süden. Am Nordpol ist die Zentrum des Polartags und am Südpol die Zentrum der Polarnacht. Auf der Nordhalbkugel beginnt nun der astronomische Jahreszeit und auf der Südhalbkugel der astronomische Winter. Die Sonne steht über dem nördlichen Wendekreis (Wendekreis des Krebses).
  • 22. oder 23. September: Tagundnachtgleiche: Im Norden beginnt der Herbst, im Süden der Frühling. Die Sonne ist auf Höhe des Äquators.

Zwischen den beiden Wendekreisen, also in den Tropen, gibt es kaum Unterschiede zwischen den Jahreszeiten.

Einfluss des Menschen

Die ersten Volk lebten als Jäger und Sammler. Mit der Neolithischen Revolution begannen im Vorderen Osten (11.), in Reich der Mitte (8.) und im mexikanischen Tiefland (6. Millennium v. Chr.) Ackerbau und Viehzucht. Die Kulturpflanzen verdrängten die natürliche Pflanzenwelt. Im Zuge der Industrialisierung wurden weiträumige Landflächen in Industrie- und Verkehrsfläche umgewandelt.

Die Wechselwirkungen zwischen Organismus und Klima haben in diesen Tagen durch den zunehmenden Einfluss des Volk eine neue Quantität erreicht. Während im Jahr 1920 etwa 1,8 Mrd. Volk die Erde bevölkerten, wuchs die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2005 auf 6,4 Tausend Millionen an. In den Entwicklungsländern ist für die absehbare Futur weiterhin ein starkes Bevölkerungswachstum zu erwarten, während in vielen hoch entwickelten Ländern die Bevölkerung stagniert oder nur sehr langsam zunimmt, deren industrieller Einfluss auf die Natur aber weiterhin wächst. Im Feber 2005 prognostizierten Experten der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2013 einen Anstieg auf 7 Milliarden, und auf 9,1 Mrd. bis 2050.

Siehe auch: Klimazonen

Bild:Whole world - land and oceans.jpg
Die Erde bei Tag (Fotomontage)
Bild:Earthlights dmsp.jpg
Die Erde bei Nacht (Fotomontage)
Bild:Nasa land ocean ice 8192 jpg90.JPG
Mit Eispanzer (Fotomontage)
Bild:Land ocean ice cloud 1024.jpg
Und mit Wetterphänomen (Fotomontage)

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Literatur

  • David Oldroyd: Die Biographie der Erde. Zweitausendeins 1998. ISBN 3-86150-285-2
  • J. D. Macdougall: Eine kurze Geschichte der Erde. Econ Taschenbuchverlag 2000. ISBN 3-612-26673-X
  • Cesare Emilliani: Planet Earth. Cosmology, Geology, and the Evolution of Live and Environment. Cambridge University Press 1992. ISBN 0-521-40949-7

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Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png

(TID 646251)

Wiktionary: Erde – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

(TID 222120)

Bild:Commons-logo.svg

(TID 646251)

Commons: Erde – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

(TID 269231)

Bild:Commons-logo.svg

(TID 646251)

Commons: Weltkarten – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

(TID 269231)

Bild:Wikiquote-logo.png
   

(TID 646251)

Wikiquote: Erde – Zitate

(TID 223246)

Wirkstoff gegen das Vergessen: US-Forscher sind auf einen zentralen Punkt bei der Entstehung von Alzheimer gestoßen: Sie haben ein Protein identifiziert, das entscheidend an der Bildung der auch als Plaques bezeichneten Eiweißverklumpungen beteiligt ist. Diese sind typisch für Alzheimer und scheinen eine wichtige Rolle beim Fortschreiten der Demenzerkrankung zu spielen. Die Ergebnisse sind besonders vielversprechend, da es bereits ein Medikament gibt, das das entdeckte Schlüsselprotein blockiert: Wie die Forscher schon in einer früheren Studie gezeigt haben, kann der Leukämie-Wirkstoff Imatinib dieses Protein gezielt unschädlich machen, ohne gesunden Zellen zu schaden. Um ihn gegen Alzheimer einsetzen zu können, müsste der Wirkstoff so verändert werden, das er auch das Gehirn erreicht. ...... Weiterlesen!

DivX: Neue Geräte, HTML 5 und ein Ersatz für Flash: DivX hat auf der Ifa nicht nur seine Partnerschaft mit dem Media Markt und neue DivX-fähige Endgeräte von Partnern angekündigt. Das Unternehmen will ab Freitag auch mit einer Browsererweiterung Flashplayer durch seinen eigenen, deutlich leistungsfähigeren DivX HiQ Webplayer ersetzen. (Flash, H.264)... Weiterlesen!

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(TID 2356)

Wirkstoff gegen das Vergessen: US-Forscher sind auf einen zentralen Punkt bei der Entstehung von Alzheimer gestoßen: Sie haben ein Protein identifiziert, das entscheidend an der Bildung der auch als Plaques bezeichneten Eiweißverklumpungen beteiligt ist. Diese sind typisch für Alzheimer und scheinen eine wichtige Rolle beim Fortschreiten der Demenzerkrankung zu spielen. Die Ergebnisse sind besonders vielversprechend, da es bereits ein Medikament gibt, das das entdeckte Schlüsselprotein blockiert: Wie die Forscher schon in einer früheren Studie gezeigt haben, kann der Leukämie-Wirkstoff Imatinib dieses Protein gezielt unschädlich machen, ohne gesunden Zellen zu schaden. Um ihn gegen Alzheimer einsetzen zu können, müsste der Wirkstoff so verändert werden, das er auch das Gehirn erreicht. ...... Weiterlesen!

Übergriffe bei Jesuiten - Auch in Hamburg Schüler missbraucht : Auch an einer Hamburger Jesuiten-Schule hat es offenbar Missbrauchsfälle gegeben. Nach den in Berlin bekannt gewordenen Fällen haben sich auch dort mehrere frühere Schüler gemeldet. ... Weiterlesen!


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