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Erster Weltkrieg

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Bild:Schieramenti WWI.png
Champion Weltkrieg - beteiligte USA (schwarz: Mittelmächte; blau: Entente und Alliierte)
Bild:60 pounder Cape Helles June 1915.jpg
Eine britische 60-Pfund-Kanone am Kap Helles, Gallipoli (1915)
Bild:Chateau Wood Ypres 1917.jpg
Der Chateauwald bei Ypern besteht nach den intensiven Artilleriebombardements nur noch aus entlaubten Baumstämmen (1917)

Der Erste Weltkrieg, im Englischen „Great War“ und im Französischen „Grande Guerre“ genannt, war ein Krieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Ostasien geführt wurde und über 9 Mio. Menschenleben forderte.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Er wurde zunächst zwischen den Mittelmächten Deutsches Reich und Österreich-Ungarn auf der einen Seite und den Entente-Mächten Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen. Wider Willen kam Belgien als Opfer hinzu, in das die Deutschen ungeachtet der belgischen Neutralität nach dem Konzept des Schlieffenplans einmarschierten. Im Verlauf des Krieges wurden die Mittelmächte durch das Osmanische Reich und Bulgarien verstärkt, während auf alliierter Seite die USA Japan, Italien, Portugal, Rumänien und die USA in den Bewaffnete Auseinandersetzung eintraten. Im Ersten Weltkrieg entluden sich die machtpolitischen Gegensätze der europäischen Großmächte, die zu einer enormen Aufrüstung geführt hatten. Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten und deren Kolonien, in denen in der Gesamtheit 1,35 Mrd. Volk lebten, also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung, im Kriegszustand. Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg weltumspannend auslöste, und der Folgen, die noch dieser Tage spürbar sind, gilt er bei vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

Bild:Royal Irish Rifles ration party Somme July 1916.jpg
Britische Soldaten der Königlich Irish Rifles in einem Schützengraben, Jahreszeit 1916

Der Bewaffnete Auseinandersetzung begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Am 30. Juli befahl Russische Förderation die Generalmobilmachung zur Unterstützung Serbiens. Im Weiteren erklärte das Deutsche Reich als Bündnispartner Österreich-Ungarns Russische Förderation am 1. August den Krieg. Am Tageszeit des selben Tages überschritten russische Kavallerie-Abteilungen die ostpreußische Grenze.

Vorausgegangen war ein Attentat in Sarajewo am 28. Juni 1914, bei dem der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Bessere Hälfte ermordet worden waren und nach dem die Mitglieder der verschworenen serbischen GeheimlogeSchwarze Hand“ vermutet wurden. In einem Ultimatum vom 23. Juli 1914 verlangte die österreichisch-ungarische Regierung in Wien Zufriedenheit von der serbischen Regierung in dem sie u.a. forderte, eine gerichtliche Untersuchung gegen die Persönlichkeit des Komplotts vom 28. Juni einzuleiten und von der k. u. k. Regierung delegierte Organe an den bezüglichen Erhebungen teilnehmen zu lassen. Die serbische Regierung lehnte dies als Beeinträchtigung ihrer Souveränität ab, akzeptierte aber die übrigen harten Forderungen in dem Ultimatum. Durch die darauf folgende Kriegserklärung wurde eine Reihe von Bündnissen aktiviert, die sehr rasch zum Weltkrieg führten.

Manche Nachbetrachter sehen die Kriegsbegeisterung, die zuerst in vielen Ländern vorherrschte, letztlich als Resultat der im Europa des frühen 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Ansicht, der Bewaffnete Auseinandersetzung könne die aufkeimenden nationalen und sozialen Konflikte sowie die gegensätzlichen Machtinteressen der verschiedenen Herrscherhäuser und ihrer Reiche lösen. Der Verlauf des Ersten Weltkriegs dokumentiert darüber hinaus die Unfähigkeit der europäischen Führungsschichten, militärische Neuerungen und soziale Spannungen entsprechend zu erkennen oder zu akzeptieren (vergleiche auch Kriegsschulddebatte).

Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der mit einem massiven Materialeinsatz (Panzer, Flugzeuge, Luftschiffe) und mit Massenvernichtungswaffen (Giftgas) geführt wurde. Die Fronten bewegten sich dennoch kaum, zum Teil, weil der modern anmutenden Ingenieurwissenschaften die alten Militärstrategien gegenüber standen. Im endlosen Stellungskrieg rieben sich die Truppen gegenseitig auf. Namentlich auf den Schlachtfeldern vor Verdun und in Flandern fielen auf beiden Seiten Hunderttausende von Soldaten, ohne dass sich etwas an der militärischen Lage änderte. Auch deswegen stellt sich der Erste Weltkrieg als ein Bewaffnete Auseinandersetzung dar, der an Grauen was auch immer bis nachher Bekanntschaften übertraf.

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Politische Ausgangssituation

Siehe auch: Zeitalter des Imperialismus

Mittel- und Osteuropa

An der Schwellwert des 20. Jahrhunderts gab es in Mittel- und Osteuropa wesentlich weniger Vereinigte Staaten als heute. Das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Russische Förderation teilten sich das Gebiet grundsätzlich untereinander auf.

Im Südosten Europas lag das ebenso Großmachtspolitik treibende Osmanische Reich. Kleinere USA gab es nur auf dem Balkan, der in den Jahrzehnten zunächst wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der dortigen Völker und dem Aneinandergrenzen der expansiven europäischen Mächte und des osmanischen Reiches in dieser Region ein ständiger Krisenherd gewesen war. Im Deutschen Reich, Russische Förderation und Österreich-Ungarn, die sämtlich monarchisch regiert wurden und nur mehr oder weniger machtlose Parlamente hatten, gab es jede Menge ethnische Minderheiten, die in der Regel nach nationaler Unabhängigkeit strebten.

Im 19. Jahrhundert waren u. a. in Ungarn und Polen entsprechende nationalistische Aufstände unterdrückt worden. Besonders im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn brodelte es erheblich zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Weiterhin stand das österreichisch-ungarische Kaiserreich im krassen Gegensatz zum russischen Zarenreich, das sich als Sprecher der „slawischen Völker unter Wiener Herrschaft“ sah und als Schutzmacht des (unabhängigen) Königreichs Serbien auftrat. Das Verhältnis Österreich-Ungarns zu beiden Vereinigte Staaten war erst manche Jahre zuvor, 1908, im Zuge der Bosnischen Annexionskrise erheblichen Belastungen ausgesetzt gewesen, die schon einst leicht in einen Bewaffnete Auseinandersetzung hätten münden können.

Starr wurde dieser Nationalismus mit einem Panslawismus begründet. Aber auch die deutschen Bevölkerungsgruppen im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn versuchten, sich gegen die anderen national gesinnten Bevölkerungsteile zu behaupten und sich gegenseitig in Stellung zu bringen.

Westeuropa

Die westeuropäischen Staaten, aber auch (in geringerem Ausmaß) das Deutsche Reich, hatten weite Teile der Welt unter sich in Kolonien aufgeteilt (siehe Kolonialismus). Großbritannien, das über besonders etliche Kolonien in Afrika und Asien verfügte, war die führende Seemacht, die sich seit Beginn des Jahrhunderts durch das reichsdeutsche Flottenbauprogramm herausgefordert fühlte. Letzteres führte aus Sicht einiger Historiker zum Anwachsen der Spannungen im letzten Vorkriegsjahrzehnt.

Blockstrukturen

Europäisch hatten sich zwei Blöcke herausgebildet. Auf der einen Seite die Mittelmächte: Deutscher Bund und Österreich-Ungarn (verbündet mit Italien, das sich aber zunächst aus dem Bewaffnete Auseinandersetzung heraushalten wollte), und dem Osmanischen Reich. Auf der anderen Seite stand der russisch-französische Zweiverband, der durch jeweilige Ententen mit Großbritannien zur Triple-Entente verbunden war.

Alle drei USA waren in Konflikt mit dem Deutschen Reich geraten: In Frankreich verspürten die französischen Nationalisten noch immer Rachegelüste wegen ihrer Niederlage von 1870/1871 im Deutsch-Französischen Krieg. Großbritannien, das sich als Großmacht sah, fühlte sich herausgefordert u. a. wegen der deutschen Flottenbaupolitik respektive der so genannten „Kanonenbootpolitik“ vor Marokko. Die Beziehungen des russischen Zarenreiches zum Deutschen Reich hatten sich seit langer Zeit verschlechtert. Dies war gerade seit dem Berliner Kongress von 1878 der Fall, nachdem der deutsche Kaiser verstärkt auf ein Bündnis mit Österreich-Ungarn gesetzt hatte. Der 1887 zwischen dem Deutschen Reich und Russische Förderation abgeschlossene Rückversicherungsvertrag wurde 1890 vom neuen Deutschen Kaiser Wilhelm II. nicht erneuert. Ein wesentliches Kriegsmotiv für Russische Förderation war die inwendig Schwäche des Zarenreichs, die durch außenpolitische Erfolge kaschiert werden sollte.

Militärische Ausgangslage

Bild:Europe 1914.jpg
Die Lage europäisch 1914

Die Entente war bei Beginn des Kriegs in einer besseren Ausgangslage als die verbündeten Mittelmächte. Sie verfügte über eine größere AnzahlSoldaten (auch aus ihren Kolonien), größere Rohstoffreserven und hatte größere Reserven an Kriegsmaterial. Auch an Waffentypen, speziell schwerer Artillerie, mangelte es den westlichen Alliierten nicht. Vermöge von mangelnder Organisation konnte die Entente ihre personelle und materielle Überlegenheit zu Beginn des Kriegs jedoch nicht entfalten.

Auflageziffern der Grossmächte für die Landesverteidigung 1904 - 1914 (Stand: 1914)
Armee Marine Armee Marine
Bevölkerung insgesamt insgesamt Bevölkerung insgesamt insgesamt
Jahr Millionen pro Kopf Millionen pro Kopf Millionen pro Kopf Millionen pro Kopf
Millionen Mark Mark Mark Mark Millionen Mark Mark Mark Mark
Deutsches Reich England
1904 59,7 647 10,8 207 3,5 42,6 588 13,8 752 17,7
1905 60,6 697 11,5 231 3,8 43 581 13,5 676 15,7
1906 61,5 753 12,2 245 4 43,4 566 13,1 642 14,8
1907 62,4 807 12,9 291 4,7 43,8 553 12,6 625 14,3
1908 63,3 827 13,1 338 5,3 44,2 548 12,4 656 14,9
1909 64,2 869 13,3 411 6,4 44,6 556 12,5 729 16,3
1910 64,9 831 12,8 426 6,6 45 560 12,4 825 18,3
1911 65,7 832 12,7 444 6,8 45,2 564 12,5 874 19,3
1912 66,6 948 14,2 462 6,9 45,6 568 12,5 920 20,2
1913 67,5 1009 14,9 467 6,9 46 576 12,5 945 20,5
1914 68,4 1768 l) 25,9 476 6,9 46,4 589 12,7 1052 22,7
Japan Österreich-Ungarn
1904 47,3 25 0,5 43 0,9 47 378 8 42 0,9
1905 47,9 23 0,5 49 1 47,4 419 8,8 97 2
1906 48,6 143 2,9 130 2,7 47,8 392 8,2 49 1
1907 49,2 265 5,4 152 3,1 48,2 378 8 55 1,1
1908 49,8 298 6 150 3 48,8 479 9,8 70 1,4
1909 51,7 185 3,6 151 2,9 51 405 7,9 54 1,1
1910 52,4 180 3,4 158 3 51,5 407 7,9 57 1,1
1911 53 206 3,9 181 3,4 52 444 8,5 105 2
1912 53,6 196 3,7 195 3,6 52,3 456 8,7 119 2,3
1913 54,3 207 3,8 203 3,7 52,7 496 9,4 155 3
1914 55 193 3,5 203 3,7 53,3 576 10,4 151 2,8
1) Unten 410 Mio. Mark Wehrbeitrag.
Armee Marine Armee Marine
Jahr Bevölkerung insgesamt insgesamt Bevölkerung insgesamt insgesamt
Millionen pro Kopf Millionen pro Kopf Millionen pro Kopf Millionen pro Kopf
Millionen Mark Mark Mark Mark Millionen Mark Mark Mark Mark
Frankreich Italien
1904 39,2 536 13,7 234 6 33,1 237 7,2 107 3,2
1905 39,2 603 15,3 254 6,5 33,3 237 7,1 106 3,2
1906 39,3 694 17,7 246 6,3 33,6 245 7,3 126 3,8
1907 39,3 658 16,7 253 6,5 33,8 219 6,5 119 3,5
1908 39,4 668 17 265 6,7 34 241 7,1 132 3,9
1909 39,5 697 17,6 278 7 34,3 272 7,9 127 3,7
1910 39,5 698 17,7 301 7,6 34,5 381 11,1 192 5,6
1911 39,6 718 18,1 333 8,4 34,7 317 9,1 156 4,5
1912 39,7 736 18,6 344 8,7 34,9 338 9,7 174 5
1913 39,7 766 19,3 412 10,4 35,1 332 9,5 205 5,9
1914 39,8 19,8 501 12,6 35,3 369 10,5 260 7,4
Russland Staaten von Amerika
1904 141,5 804 5,7 244 1,7 88,8 523 6,4 497 6,1
1905 143 817 5,7 252 1,8 83,2 506 6,1 467 5,6
1906 144,5 810 5,6 225 1,6 84,6 491 5,8 474 5,6
1907 146 876 6 189 1,3 86,1 588 6,8 499 5,8
1908 147,6 918 6,2 188 1,3 87,7 686 7,8 489 5,8
1909 149,5 1050 7 196 1,3 89,4 797 8,6 579 6,5
1910 151,5 1046 6,9 244 1,6 92,0. 673 7,3 504 5,5
1911 153,6 1048 6,8 238 1,6 93,7 485 5,2 572 6,1
1912 155,7 1140 7,3 355 2,3 95,2 403 4,2 521 5,5
1913 157,8 1254 8 498 3,2 96,8 422 4,4 595 6,1
1914 160 1294 8,1 541 3,4 98,9 401 4,1 610 6,2


Wie die Tabelle zeigt, hatten die verbündeten Mittelmächte, namentlich Österreich-Ungarn, vergleichsweise kaum finanzielle Belastungen für ihre Armeen in den vorhergehenden Jahren in Kauf genommen und waren auf einen europäischen Bewaffnete Auseinandersetzung entsprechend schlecht vorbereitet. Der Organisationsgrad der deutschen Armee, sowie Bewehrung und Kampfmoral war teils besser und ausgeprägter als bei der Entente. Die für den Transport der Truppen und den Zufuhr erforderliche Logistik war vorhanden und wurde ebenso durch ein gut funktionierendes Eisenbahnnetz unterstützt.

Eine andere militärische Ausgangsposition von ganz anderer Qualität, die von den führenden Militärs beider Seiten lange nicht verstanden wurde, basierte auf der Entwicklung des Maschinengewehrs, das um 1861 erfunden worden war und mittlerweile in alle Heere Einzug gehalten hatte - jedoch ohne je gut begrenzt zum Einsatz gekommen zu sein. Maschinengewehre erhöhen auf einem Kampfplatz die Möglichkeiten der verteidigenden Seite und erschweren somit Angriffsschlachten und -kriege. Ihr Einsatz kann daher die Überlegenheit einer Seite kompensieren, indem ein vernichtender Angriffsfeldzug unmöglich wird. Die langandauernde mangelnde Einsicht in diese grundlegende Änderung der strategischen Sachverhalt war eine bedeutsame Veranlassung für die enormen Verluste, die sich auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges zutrugen.

Zusammenfassend war keiner der Blöcke auf einen langen Bewaffnete Auseinandersetzung eingestellt, z. B. war Winterbekleidung für die Soldaten nicht vorgesehen. Die Führungen gingen davon aus, einen kurzen Bewaffnete Auseinandersetzung zu führen und diesen noch 1914 siegreich beenden zu können.

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Kriegsziele

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn nahm für sich in Anspruch, um seine Interessen auf dem Balkanstaaten und um seine Existenz überhaupt zu kämpfen, die es an den Flanken namentlich durch Russische Förderation bedroht sah. Durch den Bewaffnete Auseinandersetzung traten Differenzen zwischen den österreichisch-ungarischen Volksgruppen kommissarisch in den Hintergrund. Österreich-Ungarn strebte nicht nur die Assimilation Serbiens, statt auch Montenegros und Rumäniens oder etwaPolens an. Gegen den nationalistischen Tendenzen der damaligen Zeit hielt Österreich-Ungarn an der universalen Idee vom Kaisertum und somit am Vielvölkerstaat fest.

In den ersten Kriegswochen, vor den schweren Niederlagen in Galizien und Serbien, begünstigt durch die Spionagetätigkeit Oberst Redls für Russland, erlaubten sich die österreichischen Staatsmänner in ihren Vorstellungen genaue territoriale Ziele. Einige Wochen später verdrängte jedoch das Überlebensmotiv geplante Erwerbungen.

Wie bei keiner anderen Großmacht standen bei der Königreich auch „negative“ Kriegsziele im Vordergrund: die Behauptung des Trentino, des Küstenlandes mit Triest und Dalmatien sowie der albanischen Küste gegen Italien, die Defensive der rumänischen Ansprüche auf Siebenbürgen und die Bukowina, die Zurückweisung der großserbischen und südslawischen Bestrebungen in Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Kroatien und Slawonien, die Verteidigung gegen die panslawistischen Pläne Russlands in Galizien und Böhmen und nicht zuletzt der Widerstand gegen die deutschen Hegemonialbestrebungen.

Auch die herrschenden Kreise der Königtum wollten erobern und mussten nicht von äußeren Kräften zur Eroberung animiert werden. Aber die Hauptbestrebungen der österreichisch-ungarischen Königtum bildeten die Aufrechterhaltung ihres Bestandes, das heißt ihre „Integrität“. Dass die Sicherung dieser „Integrität“ auch Expansionsbestrebungen deckte, zeigen zig Denkschriften. Die Königtum tendierte unleugbar unter dem Einfluss äußerer Einwirkungen und inwendig Bestrebungen immer mehr in Neigung dieser weit gefassten Interpretierung der Integrität.

Zusammenfassend lässt sich sagen: das offizielle Kriegsziel Österreich-Ungarns war die Erhaltung der Integrität der Monarchie. Nicht öffentlich versuchte die Königtum allerdings ihre Stellung als Großmacht durch Einflussnahme besser gesagt Aneignung in Serbien, Montenegro, Albanien, Rumänien, Polen und der Ukraine zu stärken. Dennoch war in der Praxis, durch das prekäre Equilibrium des Habsburgerreiches, der Erwerb slawischer oder rumänischer Gebiete nicht oder nur in beschränktem Umfange möglich, ohne die Vortritt der Österreicher und Ungarn im Staatsverband zu schwächen.

Zu Beginn des Krieges versuchte man durch weit reichende Kriegsziele alle externen Bedrohungen für die Königtum zu beseitigen und ihren Großmachtstatus für alle Zeiten zu sichern. Die komplexe innerer Struktur der Königreich machte es aber schwer alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Dadurch waren die imperialistischen Bestrebungen der Habsburgermonarchie mit besonderen Problemen belastet und trugen darum auch Züge, die typisch für diesen Interessenkonflikt waren. In Österreich-Ungarn bedingte die Erörterung der Kriegsziele und deren territorialer Aspekt, gut in jedem anderen Staat, auch die Anfrage nach den sich daraus unbedingt ergebenden inneren, verfassungs- und nationalitätenrechtlichen Folgen.

Die österreichischen Staatsmänner waren sich zwar bewusst, dass die Gewinne von zweifelhaften militärischen Stattfinden abhingen, was sie allerdings nicht daran hinderte, bei der Aufstellung der Kriegsziele auch ihr Wunschdenken in die Pläne einzubauen. Auf den Sitzungen des gemeinsamen Ministerrates wurde zwar aber und abermal betont, dass die Kriegsziele vom Verlauf der militärischen Operationen abhingen, dennoch ließen sich die Beteiligter oft verleiten, den Ereignissen vorzugreifen.

Deutsches Reich

Im Deutschen Reich überwog bei Eruption des Krieges noch der allgemeine Einklang über den Verteidigungscharakter des Krieges. Kurz darauf schossen, ausgelöst durch die raschen Erfolge der Truppe im Westfeldzug, Annexionsprojekte, partiell fantastischer Natur, aus dem Boden. Dabei trat das vornehmlich kaufmännisch bestimmte Vorkriegsziel, die überseeische, koloniale und vorderasiatische Ausdehnung des Deutschen Reiches (deutscher Imperialismus), nachdem die Konzentration auf die Machterweiterung europäisch zurück, um das durch die europäische Mittellage bedrohte Deutsche Reich zu entlasten. Durch Annexionen in Ost und West von mehr oder minder extremer Größenordnung wollte man die gefährdete Hegemonialstellung des Deutschen Reiches auf dem europäischen Gegend für alle Futur sichern, um dann von dieser Basis aus den Kleinkrieg um einen Anteil an der Welt mit größerer Aussicht als bislang führen zu können. Dieser jähe Umschlag von der Idee des Verteidigungskrieges zu der des Eroberungskrieges, der sich in weiten Kreisen des Bürgertums und der Intelligenz vollzog, der Siegestaumel, verbunden mit vielen ins Absurde und Brutale gesteigerten Machtträumen warf ein bezeichnendes Beleuchtung auf die von preußisch-militaristischen Traditionen geprägte deutsche Öffentlichkeit.

Kanzler Bethmann Hollweg hatte am 9. September 1914 in seinem „Septemberprogramm“ die Kriegsziele festgelegt. Deutschland wollte seine seit der Reichseinigung stark gewachsene Machtstellung sichern und seine Ansprüche auf eine Weltpolitik geltend machen.

Kriegsziele waren im Einzelnen:

  1. Militärisch-politische und wirtschaftliche Kontrolle Belgiens durch Angliederung von Lüttich-Antwerpen, der flandrischen Küste und des Erzbeckens von Briey.
  2. Eine wirtschaftliche Einheit Mitteleuropas unter Anteilnahme von Pufferstaaten (beispielsweise Polen) und wirtschaftspolitische Einflusssphären (zum Beispiel Rumänien)
  3. Vergrößerung des Kolonialbesitzes
  4. Beseitigung der englischen Vorherrschaft durch Aufstände von Marokko bis Indien.
  5. Sonderfrieden mit Russland.

Das Septemberprogramm des Kanzlers spiegelte in Anknüpfung an Überlegungen der Branche und Bankenwelt der Vorkriegsjahre die Ideen der führenden Kreise Deutschlands in Politik, Wirtschaft und Militär wider. Insbesondere die Industriezweig erhoffte sich von friedensvertraglichen Regelungen weitgehende Wettbewerbsprivilegien durch Eingriffe in die Autonomie der betroffenen Länder. Das Programm ist das Ergebnis der Zusammenfassung vieler Programme und Konzepte über das zukünftige Europa. Bethmann Hollweg war der Adressat unzähliger Kriegszielprogramme vieler Interessensgruppen, der sie auf praktikable Form in politisch erreichbare Ziele reduzierte.

Die Kriegszielmehrheit im Reichstag erstreckte sich von den konservativen über liberale Parteien bis ins sozialdemokratische Lager hinein. Ab 1915 sind allerdings wachsende Gegensätze in dieser Anfrage festzustellen. Nachdem in der Euphorie der ersten Kriegswochen viele, meist fantastische Kriegsziele aufgestellt worden waren, verbot Bethmann Hollweg Ende 1914 aus Rücksicht auf das Ausland und die deutsche Arbeiterschaft die öffentliche Kriegszieldebatte. Diese Beschränkung wirkte allerdings nur in sehr geringem Maße und wurde auf Ausüben der 3. Obersten Heeresleitung (OHL), auch wegen der psychologischen Mobilisierung der kriegsmüden Bevölkerung aufgehoben. Die OHL erblickte in der Freigabe der Kriegszieldiskussion ein entscheidendes Mittel zur Totalisierung des Krieges und als Mittel zur ideologischen Kriegsführung.

Das Herzstück der deutschen Kriegszielpolitik im Okzident war allzeit Belgien. Seit dem Septemberprogramm rückte keiner der politisch Verantwortlichen von der Forderung nach Beherrschung Belgiens als Vasallenstaat nahe möglichst großen direkten Annexionen ab. Zweites zentrales Kriegsziel war die mehr oder weniger direkte Beherrschung Polens nahe der Aneignung eines unterschiedlich breiten Grenzstreifens.

Angemessen der „Randstaatenpolitik“ Deutschlands – der „Zurückdrängung Russlands“ und der Erzeugung einer Zone von „Pufferstaaten“, von Finnland bis zur Ukraine – lag der Kern deutschen Expansionsstrebens im Orient zuerst im Baltikum. Der „Abgliederungskonzeption“ hing eine Majorität der führenden Anhäufen Deutschlands an, von ganz rechts bis ins antizaristische linke Lager. Gebietserweiterungen in Kurland und Litauen wurden von Vertretern aller weltanschaulichen Richtungen in fast allen Fällen verlangt. Einerseits, weil sie dem Reich direkt benachbart waren, andererseits, weil sie nichtrussische Bevölkerung, selbst partiell eine kleine deutsche Minderheit, die Baltendeutschen, besaßen. Vorgesehen war, ähnlich wie im polnischen Grenzstreifen, durch Ansiedlung von Russlanddeutschen auf russischen Krondomänen, Kirchen- und Großgrundbesitz, daneben den Besitzungen der baltendeutschen Aristokratie, die Verdrängung der Letten im eigenen Lande. Als Motivation der Besiedlungsaktion brach hier mit voll mit Schärfe die völkische Glied der deutschen Kriegszielpolitik durch.

Das deutsche Kriegsziel „Mittelafrika“ war eines der am hartnäckigsten verfolgten deutschen Kriegsziele. Ein Vorschlag des Staatssekretärs des Reichskolonialamtes Solf der im Aug. und Sept. 1914 ein konkretes Mittelafrikaprojekt entwarf, war die „Verteilung der afrikanischen Kolonien Frankreichs, Belgiens und Portugals“, das Bethmann Hollweg schließlich in sein Septemberprogramm einschloss.

Trotz der Flut annexionistischer Agitation, die im Saison 1915 ihrem Höhepunkt zustrebte, ließen die Eroberungswünsche unter der Einwirkung der Kriegsnöte in breiten Bevölkerungskreisen verhältnismäßig schnell nach. Auf die Eroberungswünsche während der Kriegspsychose des Jahres 1914/15 folgte im Frühjahr die Ernüchterung eines Großteils der Bevölkerung. Die annexionistische Täuschung erfasste nicht wie im 2. Weltkrieg alle Bevölkerungskreise, stattdessen hauptsächlich industrielle und intellektuelle Schichten. In der zweiten Hälfte des Krieges erlangte die sozialdemokratische Parole eines „Friedens ohne Annexionen“ große Popularität, zuerst unter den Soldaten, und deren Unmut richtete sich gegen die Alldeutschen als Kriegshetzer und Kriegsverlängerer.

Bild:Armisticebrestlitovsk.jpg
Die Ostfront nach dem Friedensschluss von Brest-Litowsk

Der Friede von Brest-Litowsk mit dem bolschewistischen Russische Förderation stellte die erste Umsetzung deutscher Kriegsziele dar. Er war keinesfalls ein Verständigungsfriede, wie in der Friedensresolution verkündet, anstelle ein harter Gewaltfriede, durch militärischen Vormarsch erzwungen. Im Kernpunkt der Vereinbarungen stand die Abtretung von Polen, Litauen und Kurland, die „Unabhängigkeit“ der Ukraine sowie die Besetzung von Livland und Estland durch deutsche „Polizeitruppen“, ungeachtet diese Länder formal bei Russische Förderation verblieben. Weiter musste Russische Förderation seine Truppen aus Finnland und den, an die Türkei grenzenden, Bezirken Erdehan, Kars und Batum abziehen. Russische Förderation verlor dadurch 26% seines Territoriums, 27% des anbaufähigen Landes, 26% des Eisenbahnnetzes, 33% der Textilindustrie, 73% der Eisenindustrie und 75% der Kohlenbergwerke.

Einen Höhepunkt der deutschen Kriegszielpläne, mit ausgedehnten Annexionsgebieten und Einflusssphären im Orient und Südosten, bildete das Jahr 1918, zwischen dem Friede mit Sowjetrussland und der Niederlage der Mittelmächte. Vor allem Ludendorff, oft gegen den Widerstand, aber doch auch mit Duldung der Reichsleitung, hat vor und nach den Zusatzverträgen zum Brest-Litowsker Friede vom Warme Jahreszeit 1918 Livland, Estland, die Krim, das Gebiet der Kuban- und Donkosaken als Brücke zum Kaukasus und das Kaukasusgebiet selbst; darüber aufwärts das Gebiet der Wolgatataren, das Gebiet der Astrachan-Kosaken, zudem Turkmenien und Turkestan, u.a. durch den Plan eines „Südostbundes“, in Konkurrenz mit türkischen Aspirationen, als deutsche Einflusssphären zu sichern versucht. Kaiser Wilhelm II. entwickelte den Plan, Russische Förderation nach Abtretung Polens, der Ostseeprovinzen und des Kaukasus in vier unabhängige „Zarentümer“, die Ukraine, den Südostbund als antibolschewistisches Gebiet zwischen der Ukraine und dem Kaspischen Meer, in Zentralrussland und Sibirien zu teilen. Diese Form der Beherrschung ergäbe eine „Brücke nach Zentralasien zur Bedrohung der englischen Stellung in Indien“. Da Ludendorff nicht an die dauernde Isolierung der Ukraine von Russische Förderation glaubte, entwickelte er ein Konzept der deutschen Einflusssphären in Russland, als Gegengewicht zum bolschewistischen Kern. Zum einen war der kurzlebige Staat Krim-Taurien als Siedlungsgebiet für Russlanddeutsche vorgesehen, andererseits das Don-Kubangebiet als Verbindung zum Kaukasus. Die Krim sollte ein permanent besetzter Kolonialstaat mit deutscher Landnahme werden, als Flottenstützpunkt wichtig für den deutschen Einfluss im Kaukasus und Mittleren Osten. Für den Kaukasus entwickelte Ludendorff einen teutonisch bestimmten Kaukasusblock mit Georgien als Kern, was sich durch die große Entfernung und den türkischen Vorstoß als völlig nur in der Fantasie möglich herausstellte.

Die Zusatzverträge zum Brest-Litowsker Friede vom 27. August 1918 stellten zwar einen neuen Höhepunkt der Demütigung Russlands dar, setzten aber gleichzeitig diesen noch viel weitergehenden Annexionsplänen ein vorläufiges Ende. Die russischen Randstaaten von Finnland bis Georgien waren zwar nicht direkt annektiert worden, befanden sich aber in enger wirtschaftlicher und militärischer Abhängigkeit vom Deutschen Reich. Der zunehmende Zerfall der russischen Macht durch die Wende und die Nichtachtung des amerikanischen Kriegseintritts ließen alle Zügel derer schießen, die aus lange angestauter Sorge vor der Ostmacht den „Ritt ins Ostland“ ersehnten. Je drohender im Okzident die Typ gegen die Front anrannten, desto eher lockte der Haltegriff nach dem offenen Osten. Die Anfrage war aber auch, ob sich ein teutonisch beherrschtes Mitteleuropa in einem zukünftigen Bewaffnete Auseinandersetzung gegen die zwei größten Seemächte Großbritannien und die USA durchsetzen könnte. Schließlich besaßen die beiden Weltmächte praktisch den unbegrenzten Einsicht auf das globale wirtschaftliche Möglichkeit mit seinen Ressourcen. Als Antwort darauf entwickelten die deutschen Planer die Idee des deutschen Großraumes von der Biskaya bis zum Ural. Der östliche Großraum, „wehrwirtschaftlich“ geschlossen und verteidigungsfähig, unabhängig und blockadefest, als Gegengewicht zu den Seemächten, löste damit Mitteleuropa als zentrales deutsches Kriegsziel ab. Die Schwäche der Mitteleuropakonzeption, die Abhängigkeit von anderen souveränen Vereinigte Staaten von Amerika und die begrenzten Rohstoffreserven entfielen beim Ostraum-Programm.

Deutschland hatte im Gegensatz zu den anderen kriegsführenden Vereinigte Staaten kein „natürliches“ Kriegsziel, was eine Recherche nach Ausrichten künstlichen Charakters, die im Wahrnehmung des Volkes nicht verwurzelt sein konnten, nach sich zog. Das Fehlen greifbarer nationaler Ziele, nachdem der Weg nach Südosten durch das Bündnis mit Österreich-Ungarn hoffnungslos war, führte zu einer Konzentration auf reine Machtexpansion. Diese Machtexpansion, gemäßigt und kritisch oder radikal und ausschweifend, war der Ausdruck des spezifischen politischen Bewusstseins der Wilhelminischen Zeit. Sie begriff die Steigerung von Macht als den Kern staatlicher Existenz. Machtkonflikte erschienen ihr als die innerste Antriebskraft der Geschichte. Einen Bewaffnete Auseinandersetzung zu beginnen, einem fremden Staat Gebiete abzunehmen war seit alters das unbezweifelte Recht des souveränen Staates gewesen. Deutschland verpasste in dieser Selbstverständlichkeit bei der Formulierung der Kriegsziele und dem Einsatz aller zu Gebote stehenden politischen und militärischen Mittel den sich ehedem in aller Welt anbahnenden Umschwung in Politik und öffentlicher Meinung. Die deutsche Kriegszieldebatte war kein Gefecht zwischen den Möglichkeiten der Ausdehnung oder des Friedens, zugunsten ein mörderischer Bewaffnete Auseinandersetzung zwischen gemäßigten und extremen Versionen eines deutschen Friedens. Die Annexionisten versuchten, grob gesagt, die schweren Probleme des Reiches auf außenpolitischer Ebene durch Kriegsziele zu lösen, die Gemäßigten durch inwendig Reformen (obwohl sie Kriegsziele nicht ausschlossen). Zahlenmäßig waren die Anhänger der gemäßigten Entwicklung den Annexionisten unterlegen, sie fanden aber zuerst mehr Gehör bei der Reichsleitung unter Bethmann Hollweg. Sie waren aber, unähnlich als manche Gegner, keine Massenagitatoren. Die Gemäßigten blieben von der Arbeiterschaft isoliert und standen ebenso hilflos wie Bethmann Hollweg der annexionistischen Massenbewegung gegenüber. Es gab also ein Missverhältnis von starkem Einfluss „nach oben“ und mangelnder Breitenwirkung „nach unten“. Bei den Annexionisten war das mindestens bis zur Installierung der 3. OHL genau umgekehrt. Das führte bei den Gemäßigten zu einem Gefühl der Unterlegenheit, nichtsdestotrotz sie durch den Gang der Ereignisse bestätigt wurden – diese psychologische Hypothek sollte noch in der Weimarer Republik fortwirken.

Die Motive für die Kriegszielbewegung waren vielfältig und verflochten. Sie reichten von reinen Existenzängsten über wirtschaftliche Partikularinteressen so weit wie unverhohlenen Allmachtsträumen. Die durch die nationalistische Agitation fortwährend noch gesteigerten, weit überspannten Erwartungen der deutschen Öffentlichkeit schränkten die Handlungsfähigkeit der noch relativ nüchternen Reichsleitung unter Bethmann Hollweg oft ein und vergrößerten die Unterschied zwischen weltpolitischen Illusionen und kontinentaleuropäischen Realitäten. In der Außenpolitik vor und im Kriege zeigte sich einmal mehr Deutschlands altüberkommene geografisch-politische Spaltung. Der Bruch mit England wurde gefördert und begrüßt von der Flottenpartei, der (Schwer-) Industrie, dem anitplutokratischen Flügel des preußischen Mittelstandes sowie den Junkern und war erst einmal eine norddeutsche Angelegenheit. Der Schlacht mit Russische Förderation fand dagegen mehr Unterstützung in Süddeutschland, bei den Sympathisanten der Habsburger und bei der Finanzindustrie. Auf die Seite des kontinentalpolitischen Flügels war auch der Reichskanzler Bethmann Hollweg zu zählen, auf die Opposition sein Hauptwidersacher (in den ersten Kriegsjahren), Tirpitz.

Hier taucht auch abermals der alte Versuch auf, inwendig Probleme durch Ausdehnung nach außen zu lösen. Es versuchten die traditionellen agrarischen und industriellen Machteliten im Reich, notwendige Reformen durch einen Sieg zu verhindern, um ihre privilegierte soziale Stellung im Inneren zu behaupten. Daher war ein Verständigungsfriede für die politisch Mächtigen Deutschlands immer undenkbar, bedeutete er doch den Verlust ihrer Macht fast ebenso sicher wie eine von außen herbeigeführte Niederlage. Das angestrebte „Imperium Germanicum“ scheiterte nicht nur an der deutschen „Kontinuität des Irrtums“, zugunsten auch an den Mängeln der inneren Strukturen des Reiches, das zu keinerlei Selbstbeschränkung als Vormacht eines Kontinentaleuropas fähig war, sowie an den Erfordernissen der Zeit mit ihrem Selbstbestimmungsrecht der Völker, das vom Reich prinzipiell unwirklich akzeptiert wurde. Nach der Sozialimperialismustheorie von Hans-Ulrich Wehler entwickelte das Reich schon in der Bismarck-Zeit die politische Strategie, die sozialen Spannungen im Inneren durch eine verstärkt auf den überseeischen Imperialismus setzende Außenpolitik abzulenken und womöglich zu neutralisieren. Der Bewaffnete Auseinandersetzung war demnach als „Flucht nach vorne“ zu verstehen. Für Wehler hatten die deutschen Kriegsziele für die Machteliten den funktionalen Aspekt, als „Integrationsklammer“, als Mittel, die politische und soziale Einheit der tief in sich gespaltenen wilhelminischen Gesellschaft herzustellen.

Das Deutsche Reich war ob seiner militärischen Macht, seines wirtschaftlichen Potentials und seiner territorialen Größe eh schon die stärkste europäische Großmacht. Daher musste jede in seinem Wesen angelegt imperialistische Extension zwangsläufig mit dem Equilibrium der Kräfte europäisch kollidieren. Hätte sich Deutschland gegen die stärkst-mögliche Bund aufrechterhalten, wäre ihm automatisch eine hegemoniale Funktion europäisch und der Welt zugefallen (Ludwig Dehio). Schließlich hat Deutschland im Bewaffnete Auseinandersetzung bewiesen, dass es schon eine Supermacht war, ansonsten hätte es nicht mehrjährig gegen die drei anderen beneideten Weltmächte Russland, die Vereinigten Vereinigte Staaten von Amerika und das Britische Empire Bewaffnete Auseinandersetzung führen können. Das Streben nach Imperium ging eher in die Tendenz von Statussymbolen einer Weltmacht, mit möglichst vielen Kolonien. Denn das teutonisch beherrschte Gebiet der Erdoberfläche erschien den deutschen Imperialisten im Vergleich zu den anderen Weltmächten, aber auch zur nur europäischen Großmacht Frankreich, viel zu klein, als Ausgangsbasis für die Futur einfach zu schmal.

Deutschland war also stark genügend für den Versuch eine dritte Weltmacht, bei der russischen und der anglo-amerikanischen, zu werden, aber nicht stark genug, um Heil zu haben. Es scheiterte an dem überspannten Versuch, ein Reich von der flandrischen Küste bis zum Peipussee, von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und der Ägäis, von „Helgoland bis Bagdad“ zu beherrschen, wobei Kolonien und überseeische Stützpunkte, mit „Mittelafrika“ als Ergänzung zu einem ausgeweiteten Mitteleuropa, vorgesehen waren. Freilich hätte gerade eine solche Machtzusammenballung europäische Befreiungskriege gegen die deutsche Beherrschung Öl ins Feuer gießen müssen, wie sie im Zweiten Weltkrieg Realität wurden.

Vorkriegspolitik, Kriegsziele von 1914, Kriegsziele von 1918 bilden eine Einheit, so wie die Kriegsziele der verschiedenen Gruppen, Parteien, Klassen und Individuen eine Einheit bilden. Die Kriegszielpolitik des Deutschen Reiches war die erschütternde Illusion durch unrealistische Überschätzung der deutschen Macht. Charakteristisch für diese Politik war ein Ineinandergreifen von wirtschaftlichem Denken und rein emotionalen Elementen, mit einem Mangel an Sinn fürs Reale, Überschätzung der eigenen und Unterschätzung der feindlichen Kräfte. Deutschland mit seinem „Bündnis zwischen Rittergut und Hochofen“ führte eine Kriegszielpolitik, die nur aus dem Bredouille des konservativen Systems eines industrialisierten Agrarstaates erklärbar wird, in dem die ökonomische Machtstellung der Konservativen immer schwächer geworden ist.

Tief dominierte in Westdeutschland die Auffassung, dass keinerlei Zusammenhang zwischen den deutschen Kriegszielen im Ersten und Zweiten Weltkrieg bestehe. In allen kriegsführenden Neue Welt waren es aber nur die deutschen Nationalisten, allen voran die Alldeutschen, die den entscheidenden Qualitätssprung, die Umsiedlung feindlicher Bevölkerungsteile, vollzogen. Die Veränderung der ethnischen Verteilung zur Festigung der Macht des Reiches wurde, in der Gepflogenheit der preußischen Ostmarkenpolitik, durch zwangsweises Aufkaufen, Übernahme von Krondomänen, Kirchengütern usw. und Deportation von Teilen der Bevölkerung geplant. Die völkischen Aussiedlungs- und Kolonisationspläne für den „Ostraum“ gab es zwar schon seit Kriegbeginn, sie beherrschten allerdings erst seit 1918, nach dem kurzfristigen Sieg der 3. OHL, die gesamte Führungsspitze des Reiches. Diese für den Osten, in erster Linie für den polnischen Grenzstreifen, von der Obersten Heeresleitung projektierte Ansiedlung von (vorerst) Russlanddeutschen wies schon in die Neigung der Ostpläne der Nationalsozialisten. Der Nationalsozialismus hat die Ostraumideologie und den deutschen Expansionsdrang nach Orient hart und rücksichtslos abermals aufgenommen, allerdings viel energischer und brutaler als das kaiserliche Deutschland. Die Befürworter des Grenzstreifenprojekts in Regierung und Militär dachten nur an eine systematische „Auskaufung“ als Fortführung der preußischen Ostmarkenpolitik, nicht jedoch an eine völkerrechtswidrige gewaltsame Aussiedlung schon im Krieg, wie sie das Dritte Reich durchführte.

Die völkische Politik Ludendorffs, zunächst im Orient 1918, nahm jedoch schon große Teile der Rassenpolitik Hitlers vorweg. Der Versuch im Jahreszeit 1918, den deutschen Großraum im Orient zu realisieren, war begleitet von völkischen Umsiedlungs- und Kolonisationsplänen, die in vielen Zügen auf Hitlers Ostpolitik vorauswiesen. Die Idee, Mio. von Slawen als Heloten zu behandeln oder gar Mio. von Juden zu ermorden, existierte im Ersten Weltkrieg natürlich nicht. Das Problem war das veraltete Denken der meisten Annexionisten in Kategorien der agrarischen Epoche, das sich die Lösung der inneren Schwierigkeiten, die aus dem rasanten Bevölkerungswachstum im Zuge der raschen Industrialisierung Deutschlands erwuchsen, nur auf dem traditionellen Weg einer territorialen Extension mit bäuerlicher Ansiedlung vorstellen konnte. Hitlers schon in den Zwanziger-Jahren fixiertes Fernziel, ein deutsches Ostimperium auf den Trümmern der UdSSR aufzubauen, war also nicht nur Vision, stattdessen besaß einen konkreten Anknüpfungspunkt in dem 1918 für kurze Zeit schon einmal realisierten. Das verräterische Wortschatz von 1918 zeigt, dass wichtige Voraussetzungen für Programmatik und Praxis des Nationalsozialismus in dieser Zeit entstanden oder geschaffen wurden. Hitler, der „an diese Kontinuitäten anknüpft und sie doch zerbricht“ (Nipperdey), und sein Programm knüpften an die weitest... gespannten Kriegsziele des Ersten Weltkrieges zwar an, waren jedoch qualitativ durch die Verquickung mit dem rassischen Lehrsatz davon abgehoben. Neben erstaunlich ähnlichen Kriegszielen gab es auch Ähnlichkeiten im Auftreten nach West wie nach Ost. Nach Europa alle beide Male noch relativ zivilisiert, nach Orient sehr viel brutaler, mit Steigerungen unter Hitler.

Frankreich

Grande Nation wollte Revanche für die von den Franzosen als nagend empfundene Niederlage von 1871 entgegennehmen und Elsass-Lothringen zurückerobern. Grande Nation wollte darüber hinauf die durch den Deutsch-Französischen Krieg eingeleitete Vormachtstellung des Deutschen Reiches auf dem europäischen Land beseitigen, welche die französische Nation erstens seit dem 17. Jahrhundert innegehabt hatte.

Das wichtigste, fast absolute Kriegsziel der Nation tauchte schon in den ersten Kriegstagen auf: die Rückgewinnung Elsass-Lothringens. Diese Forderung blieb vom Anfang bis zum Ende des Krieges, herüber das politische Spektrum, ein unverrückbares Kriegsziel. Als nach dem Sieg an der Marne beschlossen wurde, den Bewaffnete Auseinandersetzung bis zum Ende der „Hegemonie des preußischen Militarismus“ fortzuführen, traten bald auch sonstige Ziele an die Öffentlichkeit, vom Saarbecken, über linksrheinische Gebiete, in manchen Kreisen bis hin zur Infragestellung der Reichseinheit, oder immerhin ihrer Schwächung im föderativen Sinne. Führend in dieser Fragestellung war die extreme national-royalistische „Action française“, während die republikanische „Ligue des patriotes“ eine Maßnahme lancierte, die auf eine Umgestaltung des Rheinufers in einen Pufferstaat unter französischer Dominanz, oder selbst offene Aneignung abzielte. Im Jahreszeit 1915 zeichneten sich schließlich jene französischen Kriegsziele ab, die in den kommenden Jahren immer wieder, mit unterschiedlicher offizieller Unterstützung, kaum verändert auftauchten. Die Rückkehr von Elsass-Lothringen in den Grenzen von 1814 oder selbst 1790, also mit dem Saargebiet, die Zurückdrängung Deutschlands an den Rhein, durch Aneignung oder Neutralisierung des Rheinlandes, wobei sich die Regierung völlig freie Hand ließ, sowie eine wirtschaftliche und militärische Angliederung Belgiens und Luxemburgs an Frankreich.

Die überseeischen Kriegsziele Frankreichs manifestierten sich durch die Konzentration auf die Westfront, hauptsächlich bei den Vereinbarungen mit den Alliierten über den Ankommen und Mittleren Orient und Westafrika.

Für die Russland, im März 1915 im „Abkommen über Konstantinopel und die Meerengen“, zugesprochenen Gebiete forderte Delcassé zuerst Kilikien und Syrien als Interessenszonen. Dem Comité de l’Asie Française war das jedoch zu wenig, es rief offen nach einer Angliederung Kilikiens und Syriens, inkl. Palästina. Die Regierung folgte dieser Forderung und bekam im Oktober Kilikien und Syrien mit dem Libanon von Großbritannien zuerkannt. Palästina sollte internationalisiert werden. Die kolonialen Kriegsziele waren auch weniger Bestrebungen der Regierung, an Stelle der Kolonialpartei und ihren Sympathisanten im Außen- und Kolonialministerium. Die Regierung, durch die Westfront voll in Anspruch genommen, diskutierte koloniale Fragen nicht einmal, wieso der Kolonialminister bis 1918 in dieser Anfrage dominierte.

Priorität für mehrere Kolonialisten hatte ein geschlossenes französisches Westafrika, inkl. der deutschen und britischen Enklaven. Auch im Morgenland war Großbritannien mehr Konkurrent als der eigentliche Kriegsgegner, das Osmanische Reich.

Zum Leidwesen der Kolonialisten hörte Georges Clemenceau aber wenig auf die Kolonialpartei und ihre Menschen im Außenministerium am Quai d’Orsay, anstatt trat Lloyd George in der anglo-französischen Spezifikation vom 7. November 1918 die Ansprüche auf Palästina und Mossul ab – möglicherweise, um britische Unterstützung bei den französischen Ambitionen auf die linksrheinischen Gebiete zu erhalten.

Die anderen Hauptgründe, wie kommt es, dass... die französische Kolonialpartei ihre Kriegsziele nicht voll durchsetzen konnte, waren das Mandatsprinzip des Völkerbundes in Afrika, die Tatsache, dass Großbritannien die militärische Macht in den fraglichen Benötigen inne hatte und die Mäßigung der Kolonialisten, vorerst in der Sprache, bedingt durch Wilsons Selbstbestimmungsrecht der Völker. Hatten kolonialistische Beamte stark die kolonialen Kriegsziele bestimmt, konnte sich Clemenceau zuletzt doch durchsetzen.

Die günstige Kriegslage im Jahreszeit 1916, besonders der als kritisch bewertete Kriegseintritt Rumäniens, bewirkte bei der Regierung Briand ein Aufgeben der bisherigen Zurückhaltung. Diskussionen und Untersuchungen in Verhältnis auf die Friedensbedingungen setzten ein und führten schließlich zu einem umfangreichen Forderungsprogramm.

Auf Verlangen Präsident Poincarés entwarf zuerst Generalstabschef Joffre im August 1916 einen Plan der wünschenswerten Friedensbedingungen – mit Angliederung des saarländischen Kohlebeckens, der Bildung von drei oder vier linksrheinischen Vereinigte Staaten mit Brückenköpfen am rechten Rheinufer bei Straßburg und Germersheim, sowie einer Verkleinerung Preußens statt der anderen deutschen Staaten. Dieser Generalstabsplan wurde im Oktober 1916 überarbeitet und verschärft, wobei eine dreißigjährige Okkupation des Rheinlandes und eine Aufsplittung Deutschlands in neun unabhängige Neue Welt vorgesehen war. Dieses extreme Konzept sollte aber erst nach Kriegsende abermals auftauchen.

Das Kriegszielprogramm der Regierung Briand, im Nebelmonat November 1916 von Paul Cambon, Botschafter in London, und seinem Bruder ausgearbeitet, war deutlich moderater. Danach sollte der deutsche Nationalstaat bestehen bleiben, Französische Republik „zumindest“ die Grenze von 1790, also Elsass-Lothringen mit dem Saarland, erhalten. Einer mit großen Schwierigkeiten verbundenen Okkupation des Rheinlandes wird die Errichtung zweier neutraler, unabhängiger Pufferstaaten unter französischem Schutz vorgezogen. Belgien, aber nicht Luxemburg, wird im Gegensatz zum Generalstabsmemorandum in Unabhängigkeit belassen.

Manchen Regierungsmitgliedern ging das Cambon-Memorandum zu weit, übrige wollten wiederum keinen Übertragung auf Annexionen im Rheinland. Ministerpräsident Briand stand aber nach dem Programm, aus welchem Grund es im Jänner 1917, in revidierter Form, zum offiziellen Regierungsprogramm wurde. Die revidierte Form bezog sich jedoch in erster Linie auf die Verwendung subtilerer Formulierungen. So wurde das „zumindest“ beim Anspruch auf die 1790er-Grenze weggelassen oder die Bezeichnung „Pufferstaaten“ durch „Neutralität“ und „provisorische Okkupation“ ersetzt.

Was auch immer Alternative sollte inter-alliierten Verhandlungen widmen bleiben, was Grande Nation freie Hand sicherte. Jedenfalls waren alle der Meinung, ein System von Pufferstaaten würde spätere Annexionen erleichtern. Das Dokument war gedacht als Diskussionsgrundlage mit Großbritannien, ohne legislative Sanktion, und war daher möglichst ohne Gewähr gehalten, vage zuvor in Beziehung auf die, von Großbritannien abgelehnte, Aneignung des Rheinlandes.

Aus diesem Grunde wurde das spektakulärste Kapitel in der Geschichte der französischen Kriegsziele auch ohne Wissen Großbritanniens geschrieben – die Mission des Kolonialministers Doumergue in Sankt-Pieterburch am 12. Febr. 1917. Das Angebot Doumergues an Russische Förderation zur freien Determiniertheit seiner Westgrenze war der Versuch, einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reiche zu verhindern. Am 14. Februar 1917 sicherte Russische Förderation seinerseits den Franzosen Unterstützung bei ihren Forderungen zu. Grande Nation wurde Elsass-Lothringen im Umfang des früheren Herzogtums Lothringen mit dem Saarbecken zugestanden, die nicht annektierten linksrheinischen Gebiete „sollen ein autonomes und neutrales Staatswesen“ unter französischem Schutz bilden, das ausverkauft bleibt, bis alle Friedensbedingungen erfüllt sind.

Manche Wochen später wurde die Abmachung durch die erste russische Wende allerdings hinfällig, und die französische Kriegszielpolitik geriet, zusammen mit der gesamten Politik wegen der unsicheren Kriegslage, bedingt durch ein mögliches Ausscheiden Russlands, in eine tiefe Krise. Das zaristische Russische Förderation war schließlich die einzige Großmacht gewesen, die Briands Pläne im Saarland und am Rhein unterstützt hatte. Mit dem In sich zusammensinken des Zarenreichs kollabierten, so schien es vorerst, auch Frankreichs Rheinpläne.

Der den gescheiterten Briand ersetzende Ministerpräsident Ribot leitete eine neue Phase der französischen Kriegszielpolitik ein. Da durch das drohende Ausscheiden Russlands nun der Ausgang des Kampfes selbst in Fragestellung gestellt wurde, trat die Fragestellung der Kriegsziele natürlich in den Fond – dienstlich wurde nur mehr an Elsass-Lothringen festgehalten.

Die Regierung Ribot wies den „Geist der Eroberung“ weit von sich und verlangte bei Elsass-Lothringen „nur“ notwendige „Sicherheitsgarantien“. Als die Erfolge des deutschen U-Bootkrieges und die Meutereien im französischen Heer im Frühjahr 1918 die Kriegslage für die Alliierten zusätzlich verschlimmern, sieht sich Ribot von den französischen Sozialisten gedrängt, die Kriegsziele noch etwas zurückzuschrauben. Er entbindet Russische Förderation seiner Zusagen bezüglich der neuen französischen Ostgrenze, an die sich die neue russische Regierung eh nicht leibeigen fühlte, und beteuert, die Rückgabe Elsass-Lothringens sei auf keinen Fall eine Angliederung und die notwendigen „Garantien“ solle man doch nicht im „Geiste der Eroberung“ sehen.

Später meint Ribot „die Stunde ist noch nicht gekommen, um über alle Friedensbedingungen zu diskutieren“, und weist jegliche Annexionsbestrebungen zurück. Gleichzeitig lässt er aber die Möglichkeit unabhängiger Rheinstaaten offen und predigt weiterhin die Proskynese des „preußischen Militarismus“. Ribot hielt also an der Rheinlandpolitik, ebenso wie an der Spektrum der französischen Ziele fest, die Veränderung betraf ausschließlich die äußere Form der Kriegsziele, nicht ihren Inhalt.

Erst im Jan. 1918 erhielt Französische Republik die endgültige offizielle Unterstützung in der Hauptkriegszielfrage Elsass-Lothringen; Lloyd George und Präsident Wilson forderten öffentlich die Auslöschung des Unrechts von 1871. Bis Kriegsende aufmerksam sich die Regierung Clemenceau darauf, das Recht Frankreichs auf die Provinzen, ohne jegliche Abstimmung, zu zementieren, während die anderen Fragen diskret im Hintergrund blieben, was aber auf keinen Fall ein Ausrasten von weiteren Anpeilen bedeutete.

So kam es, dass selbst nach Ende des Krieges die französischen Kriegsziele noch halbfertig und unklar waren, wiewohl nach der sicheren Erwerbung Elsass-Lothringens die Rheingrenze eindeutig das Hauptziel Clemenceaus und aller politischen Führer war.

Langlebigstes und wichtigstes Konzept zur Schwächung Deutschlands war der Versuch der Loslösung der Rheinlande von Deutschland, durch Aneignung oder Neutralisation. Es ist nicht richtig, dass Grande Nation mit seinen Absichten in Versailler Vertrag gescheitert ist, konnte es doch, trotz aller Konzessionen an seine Alliierten, einen guten Teil seiner Ziele durchsetzen. Zwar musste das Land auf offene Annexionen im Saar- und Rheinland verzichten, hatte jedoch durch die Besetzung dieser Gebiete alle Möglichkeiten den Vertrag, wie 1923 bei der Ruhrbesetzung, „nachzubessern“. Dass die Okkupation letztlich scheiterte, lag jedenfalls nicht am mangelnden Durchsetzungsvermögen Frankreichs in Versailles.

Allerdings ist anzunehmen, dass bei einem Nichtausscheiden Russlands die „annexionistischen Mächte“ Grande Nation und Russische Förderation ihren Friede diktiert, also ihre Kriegsziele weitgehend durchgesetzt und Deutschland auf das Gebiet zwischen Rhein und unterer Sauerkirsche bzw. Oder beschränkt, hätten. Die Forderungen an die Besiegten hätten a priori unterschiedlich gelautet, denn der Einfluss der liberal-gemäßigt gesinnten angelsächsischen Mächte wäre auf der Friedenskonferenz weit weniger zum Tragen gekommen. Französische Republik und sein großer kontinentaler Verbündeter hätten die neue Karte Europas weitgehend unter sich ausgemacht. So aber musste sich Frankreich, da es seine westlichen Alliierten benötigte, um Deutschland auch nach dem Kriege dauerhaft niederzuhalten, a priori bescheiden, um sich nicht britischen und US-amerikanischen Einwänden beugen zu müssen, die ja das schon „kosmetisch behandelte“ und reduzierte Programm Frankreichs kritisierten und einzuschränken trachteten. Man könnte daher, leicht überspitzt, formulieren, Deutschland verdankt das Rheinland der russischen Revolution.

Russland

Russische Förderation konzentrierte seine internationalen Interessen nach dem verlorenen Krieg 1904/05 gegen Japan auf den Balkan, als dessen natürliche Schutzmacht es sich sah. Dabei kam es zweifellos zu starken Spannungen mit Österreich-Ungarn. Das Selbstverständnis Russlands als Erbe der byzantinisch-orthodoxen Kultur und die traditionelle Antipathie gegen das Osmanische Reich kamen in den russischen Kriegszielen gleichfalls zum Ausdruck. Nach dem osmanischen Kriegseintritt erhoffte man sich auf russischer Seite den Gewinn Konstantinopels und der Meerengen zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer. Die russischen Kriegsziele umfassten anliegend dem alten Ziel der Meerengen, aber auch Galizien, zuallererst den „(klein)russisch“ besiedelten Ostteil, und aus strategischen Gründen, das ins russische Gebiet hineinragende Ostpreußen. Danach Sinne spielte sicher auch die Idee des Panslawismus, einer Zusammenfassung aller Slawen in einem Kontinentalblock, eine Rolle.

In der ersten Siegeszuversicht erstellte der russische Außenminister Sazonow am 14. Sept. 1914 ein 13-Punkte-Programm, das in manchen Aspekten als Gegenpart zum Septemberprogramm Bethmann-Hollwegs anzusehen ist. Dies ist auch bekannt als „12-Punkte-Programm“, weil bei den ersten Veröffentlichungen Punkt 13, über die Reparationen, eliminiert worden war.

Sazonov sah in erster Linie territoriale Abtretungen Deutschlands, angeblich auf der Basis des Nationalitätenprinzips, vor. Russische Förderation würde den Unterlauf des Njemen (Memelland) und den östlichen Teil Galiziens besetzen sowie dem Königreich Polen das östliche Posen, (Ober-) Schlesien und Westgalizien angliedern. Andere Bestimmungen waren die oft genannten Fixpunkte alliierter Kriegszielprogramme: Elsass-Lothringen, vielleicht das Rheinland und die Pfalz an Frankreich, ein Gebietszuwachs für Belgien bei Aachen, Schleswig-Holstein zurück an Dänemark und die Wiederherstellung Hannovers.

Österreich würde eine „Dreifache Monarchie“ bilden, existent aus den Königreichen Böhmen (Böhmen und MährenMähren wurde dabei für das Gebiet der Slowaken gehalten, was die Unklarheit russischer Vorstellungen von Zentraleuropa zeigt), Ungarn und Österreich (Alpenländer), wobei sich Ungarn mit Rumänien über Siebenbürgen Kompromiss finden müsste. Serbien erhielte Bosnien-Herzegowina, Dalmatien und Nordalbanien, Griechenland jedoch Südalbanien, Bulgarien einen Teil Mazedoniens, England, Grande Nation und Land der aufgehenden Sonne die deutschen Kolonien. Die Meerengen blieben, noch vor dem türkischen Kriegseintritt, wenigstens amtlich unerwähnt. Sazonows Programm war die erste umfassende Kriegszielerklärung der russischen Regierung und Russische Förderation war damit die erste Ententemacht, die ihren Alliierten eine Aufzählung mit Kriegszielen vorlegte.

Großbritannien

Großbritannien wollte sich der wachsenden Wirtschaftskraft Deutschlands entledigen und die starke deutsche Flotille ausschalten, da es seine Machtstellung durch das seit der Reichseinigung aufstrebende Deutschland bedroht sah. Die deutsche Eindringen Belgiens war der offizielle Grund für Großbritanniens Kriegseintritt – die Wiederherstellung Belgiens blieb in den ersten Kriegsjahren daher auch das einzige erklärte wichtige Kriegsziel. Zum Ziel der Befreiung Belgiens trat aber schon früh die Schema der „Zerschlagung des preußischen Militarismus“, zur Absicherung des europäischen Gleichgewichts, das durch die deutsche Besetzung Belgiens und der Kanalküste bedroht schien.

Direkte territoriale Ziele auf dem europäischen Erdteil hatte Großbritannien jedenfalls zu keiner Zeit, auch außerhalb Europas habe Großbritannien, laut Ministerpräsident Asquith, schon jetzt gerade so viel Land wie „we are able to hold“. Dennoch mussten etwaige Interessen gegenüber Frankreich, Russische Förderation und den anderen Verbündeten gewahrt bleiben, was allgemein verständlich Erwerbungen von deutschen und türkischen Besitzungen in Afrika und Vorderasien bedeutete.

Territoriale Belange wurden glaubwürdig immer, wohl um peinliche Implikationen zu vermeiden, als sekundär angesehen. Nach dem Ausscheiden des zaristischen Verbündeten konnte der Bewaffnete Auseinandersetzung propagandistisch hervorragend als Kreuzzug der Volksherrschaft gegen Gewaltherrschaft und Terror geführt werden. Aber Ende 1916 wollte die englische Öffentlichkeit schließlich handfest wissen, wofür ihre Soldaten kämpfen und sterben sollten, was die Formulierung der Kriegsziele dringend machte. Am 20. März 1917 bezeichnete Lloyd George die Beseitigung der reaktionären Militärregierungen und die Etablierung von „populären“ Regierungen, als Basis des internationalen Friedens, als wahre Kriegsziele. Gegen Ende des Jahres einigte sich das Kabinett auf erste provisorische Kriegsziele. Es unterstützte französische Aspirationen auf Elsass-Lothringen, italienische Forderungen, dagegen dem Vertrag von London, nur auf Basis des Nationalitätenprinzips, sowie die Restaurierung Belgiens, Serbiens und Rumäniens. Später kamen, nahe der Forderung nach Unabhängigkeit Polens und der Völker der Donaumonarchie, auch eigene Expansionswünsche wohlbehalten von Forderungen nach Selbstgesetzgebung für die deutschen Kolonien, um den Deutschen die Grundlage für ihr Mittelafrika zu entziehen und den schon okkupierten arabischen Teilen der Türkei unter „British rule“ zu Tage.

Das Sykes-Picot-Abkommen vom 3. Januar 1916 regelte die Interessenszonen Großbritanniens und Frankreichs im Nahen Osten. Großbritannien erhielt das südliche Mesopotamien, während Palästina internationalisiert werden sollte. Die deutschen Kolonien in Afrika und Übersee sollten auf keinen Fall zurückgegeben werden, was auch die an der Eroberung beteiligten Japaner und britischen Dominions kaum gesetzlich hätten. Es stellte sich heraus, dass die „war aims of the British Empire“ nicht ausschließlich auf den Interessen des Vereinigten Königreiches basierten, da Australien, Neuseeland und Südafrika ihre Eroberungen deutscher Kolonien aufbewahren wollten.

Eine im Januar 1917 vorgelegte Denkschrift des Foreign Office betrachtete die deutschen Kolonien als die für die Deutschen handgreiflichsten Resultate der „Weltpolitik“ des Kaisers. Der Hauptzweck dieser Kolonien war, aus englischer Sicht, die Vorbereitung von Angriffen auf fremde Kolonien. Die Wegnahme der deutschen Kolonien sei die Vorbedingung für das wichtige britische Kriegsziel: das Ende der deutschen Seemacht und Seepolitik. Oberstes Kriegsziel müsse es sein zu verhindern, dass Deutschland Imperium werde. Es solle seine Energien auf den Kontinent, auf das 1870 Erreichte, beschränken, während England die Herrschaft zur See und ein überseeisches Reich, aber keine kontinentalen Bestrebungen haben solle.

Anliegend der Tendenz zur Schwächung Deutschlands gab es in der britischen Politik also auch eine Gegenbewegung, die alte Wurzeln besaß. „The balance of power/Das Balance der Kräfte“ des Nachkriegseuropa erfordere ein starkes Deutschland, als Gegengewicht zu Grande Nation und Russland. Diese Bestandteil der britischen Kriegszielpolitik sollte bei der Friedenskonferenz in Versailler Vertrag noch eine wichtige Rolle spielen. Die alten Rivalitäten mit Grande Nation und Russische Förderation waren zwar durch den Konflikt mit Deutschland überdeckt, aber dennoch verborgen vorhanden. Es war klar, dass nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung die Konflikte erneut ausbrechen würden, warum sich jede Großmacht ihre neue Ausgangsposition früh sichern musste. Für England, das keine direkten realisierbaren Erwerbungen auf dem Erdteil in Aussicht hatte, war die Einbehaltung eines auf dem Land militärisch starken Deutschland geopolitisch lebensnotwendig. Die im Weltkrieg existierende Föderation wurde von England nicht für sehr dauerhaft gehalten, Deutschland hielten die Briten wenn schon für einen möglichen Alliierten der Zukunft, wofür es stark und gut gesinnt zu halten sei – eine Denkart, die Russische Förderation oder Frankreich, nicht nur während des Krieges, fremd war.

Ende August 1918 wurde Lloyd Georges Deutschlandpolitik kumulativ härter, Balfour wollte die Kohlenreviere im Kohlenpott und Schlesien vom Reich abspalten, wenn schon die lang vergessene Abtretung Schleswig-Holsteins an Dänemark, tauchte wiederum auf. Im November, als das englische Hauptkriegsziel, die deutsche Hegemonie auf dem Erdteil zu brechen, schon erreicht war, wurde aus den schon beschriebenen Gleichgewichtsgründen kein „second Alsace-Lorraine“ angestrebt.

Der Wegfall Russlands aus der Kriegskoalition machte das „balance of power“-Konzept Großbritanniens einfacher aber zugleich auch schwieriger. Der russische Druck auf den deutschen Morgenland fiel nun weg und ein System von neuen USA musste die Bindung deutscher Kräfte im Orient übernehmen. Da diese neuen Neue Welt nie die Macht des alten russischen Reiches entwickeln konnten, wurde der vorerst erwogene Anschluss Österreichs an Deutschland von den Briten, als nimmer zweckdienlich, verworfen.

Im Europa war die Sachverhalt anders, da umfangreiche Annexionswünsche Frankreichs im Rheinland, selbst wenn in verdeckter Form, eine Beherrschung der Franzosen einzuleiten drohten, die England durch Milderung der Friedensbedingungen für Deutschland zu verhindern suchte.

Italien

Auch Italien betrieb seit der nationalen Einigung, die 1870 abgeschlossen worden war, eine expansionistische Politik, die u. a. auf italienisch besiedelte Gebiete unter österreichisch-ungarischer Herrschaft zielte. Auch die Unterzeichnung des Dreibund-Vertrags mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich im Jahre 1882 konnte die daraus resultierenden Spannungen nicht beseitigen. Obendrein war es 1911/12 zu einem Bewaffnete Auseinandersetzung mit dem Osmanischen Reich gekommen, der mit der faktischen Aneignung Libyens und der Dodekanes durch Italien endete.

Durch Weichen Russlands auf italienisches Drängen nach Erwerbung slawischer Gebiete an der Adria, kam schließlich der Geheimvertrag von London am 26. Apr. 1915 zustande, dem am 23. Mai 1915 die Kriegserklärung an Österreich-Ungarn und der Angriff u.a. am Isonzo folgte.

Der Vertrag von London spiegelt die Kriegsziele Italiens genau und verlässlich wider, das ja durch seine günstige Verhandlungsposition praktisch alle Anliegen durchsetzen konnte. Italien erhält das Trentino, Südtirol bis zum Brenner, die Gemeinde und das Gebiet von Triest, die Grafschaft Görz und Gradisca, ganz Istrien, die istrischen und einige kleinere Inseln, aber nicht Fiume. Außerdem erhält Italien die Provinz Dalmatien ab Lissarik und Trebinje im Norden, bis Kap Planka im Süden, also etwa von Zara bis vor Split, samt den vorgelagerten Inseln, sowie Lissa und Lagosta. Zuletzt erwirbt Italien noch den strategisch bedeutsamen albanischen Port Valona mit umfangreichem Hinterland. Auch würde bei einer etwaigen Trennung der Türkei eine noch festzusetzende Region an der Südküste Kleinasiens an Italien gehen. Dass die Vereinbarung speziell in Beziehung auf Dalmatien im Vertrag von Versailles nicht zur Gänze verwirklicht wurde, lag am Widerstand der Serben besser gesagt Südslawen und der, durch den Vertrag nicht gebundenen, US-Amerikaner.

Osmanisches Reich

Das Osmanische Reich hatte seine jahrhundertelange Großmachtstellung wahrlich längst verloren. Durch den Kriegseintritt auf der Seite der Mittelmächte erhofften sich die Osmanen die Recycling der Vormacht im Schwarzmeerraum zum Nachteil von Russland, mit dem das Osmanische Reich seit Jahrhunderten verfeindet war.

Der Weltkrieg war für das Osmanische Reich zuerst der Versuch, seine Unabhängigkeit und Kraft wiederzugewinnen. Tatsächlich schaffte die Türkei, trotz ihrer wirtschaftlichen und militärischen Rückständigkeit und ihrer unmodernen, ineffizienten inneren Strukturen, im Bewaffnete Auseinandersetzung eine Selbstständigkeit zu erlangen, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Türken machten klar, dass sie Herren im eigenen Haus waren, sie erlangten in einem Bündnis auf absoluter Gleichheit, zuerst in internen Belangen, volle Selbständigkeit – auch gegenüber Deutschland.

Das Osmanische Reich nahm den Weltkrieg aber gleichzeitig zum Anlass, um mit Hilfe panislamischer und pantürkischer Losungen seine Position zu kräftigen, seine Macht zu erweitern, Einflusszonen zu schaffen, verlorene Gebiete zurückzuerobern, ja wenn schon neue Territorien zu erwerben. Die osmanischen Revolutionierungsaktionen stillstehen in Relation auf ihre Weitgestreutheit – sie erstreckten sich von Tunis bis Turkestan und Nordwestindien – denen des deutschen Bündnispartners kaum nach.

Das Hauptziel der osmanischen Hoffnungen, Wünsche und Träume wurde der islamisch-türkische Osten. Ein islamischer Dreibund Türkei-Persien-Afghanistan sollte das Bindeglied nach Indien und nach Russisch-Turkestan sein.

Der politische Turanismus der Jungtürken war ein Traum, weil sie die Macht des Osmanischen Reiches bedeutend überschätzten und erstens die Tatsache übersahen, dass den verschiedenen Turkvölkern ein einheitliches Nationalbewusstsein fehlte.

Für das osmanische Reich hatten die Kriege der letzten Jahrhunderte fast alle mit oft riesigen Gebietsverlusten geendet. Auch im Weltkrieg hatte sie, als einzige der vier Verbündeten, große Gebiete verloren. Um ihre Stellung, in erster Linie bei Friedensverhandlungen zu wahren, glaubte sie Gebietserwerbungen zu brauchen. Schneller und leichter als die Rückeroberung ihrer arabischen Gebietsteile von den Briten schien die Inkorporation der von Russische Förderation nicht oder kaum mehr verteidigten Gebiete Kaukasiens und Zentralasiens zu sein. Außerdem erschien die Angleichung verwandter Völker im Orient lohnender als die Rückeroberung der aufständischen arabischen Gebiete.

Auf lange Sicht war der Bestand des Reiches auch ohne Bewaffnete Auseinandersetzung zweifelhaft. Dem osmanischen Reich fehlten die meisten notwendigen Voraussetzungen für ihren inneren Zusammenhalt: eine gemeinsame Rasse, Religion, Sprache, Kultur, Geografie und Wirtschaft.

Das osmanische Reich jagte in Asien wie das Deutsche Reich fantastischen Plänen nach, die auf größtenteils irrealen Voraussetzungen beruhten. Das türkische Vordringen in den Kaukasus, im Namen des Pan-Turanismus, erscheint dieser Tage als der Amoklauf des zusammenbrechenden Osmanischen Reiches.

Im ersten Weltkrieg fanden gut 300.000 Osmanen den Tod.

Serbien

In Serbien war Grundlage aller Kriegszielprogramme die Idee von der Vereinigung aller Südslawen. Nicht selten reichten die serbischen Ansprüche über eine Vereinigung mit Kroaten und Slowenen, bei Unabhängigkeit von Bulgarien und Montenegro, oder wenn schon nur einem Großserbien, mit Abrundung des serbischen Gebietes und Zugang zur Adria, nicht hinaus.

Aber schon die serbische Kriegsproklamation vom 4. August 1914 sprach vom „Jammer von Mio. unserer Brüder ..., welcher aus Bosnien und Herzegowina, aus dem Banat, der Batschka, Kroatien, Slawonien, Srem und von unserem Meer, aus dem felsigen Dalmatien, zu uns drang“; die Proklamation nannte also das nationale Befreiungsziel der Serben, die Vereinigung aller Serben, Kroaten und Slowenen.

Ministerpräsident Pašić legte am 21. Sept. dem russischen Außenminister Sazonow umfangreiche Kriegsziele vor: Bosnien, die Herzegowina, Dalmatien, die Backa, das Banat, Görz mit Umgebung und Istrien. Letzteres war er bereit, mit Italien, bei dessen etwaigem Kriegseintritt, zu teilen. Eine Woche später, als PašiÄ von den italienischen Forderungen erfuhr, wollte er auf ganz Istrien verzichten, warnte aber davor, Italien Dalmatien zuzugestehen, weil dann die Serbokroaten der Königtum auf der Seite Österreich-Ungarns stillstehen würden.

Eine russisch-südslawische Denkschrift, vom kroatischen Abgeordneten Supilo verfasst, aus dem Dezember 1914 äußerte schon detailliertere Vorstellungen über den kommenden südslawischen Staat. Dieser Staat hätte 260.000 km² umfasst, seiend aus den südlichen Teilen Kärntens und der Steiermark, dem Krain, dem gesamten Kronland Küstenland (mit Triest), Dalmatien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slawonien mit Fiume, das südliche Ungarn (ein wenig nördlich der Mur, südlich von Pécs und Szegedin), wenn schon Montenegro und das damalige Serbien; von den 14 Mio. Einwohnern wären 12,7 Mio. Südslawen.

Im Febr. 1915 versprach der britische Außenminister Grey Serbien, Bosnien, die Herzegowina und einen Zugang zur Adria, im Mai zog man selbst eine Föderation mit Kroatien in Betracht. Das britische Foreign Office und Ministerpräsident Grey sagten Supilo persönlich selbst zu, dass bei serbischer Zustimmung, Bosnien, der Herzegowina, Süddalmatien, Slawonien und Kroatien gesetzlich werde, ihr eigenes Schicksal selbst zu bestimmen (1. Sept. 1915). Der Einfluss der südslawischen Exilpolitiker innerhalb der Bevölkerung daheim, lag allerdings bis ins letzte Kriegsjahr fast bei Null.

Montenegro, das schon vor 1914 um enge militärische, diplomatische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem serbischen Bruderstaat bemüht war, sollte spätestens, als König Nikola I. den Mittelmächten einen Sonderfrieden anbot, mit Serbien vereinigt werden.

Dennoch waren die frühen Kriegsziele der serbischen Verantwortlichen viel eher großserbisch, als südslawisch motiviert. Ihre großserbischen Ambitionen wurden bei den westlichen Verbündeten, da zahlreiche der angestrebten Gebiete nur eine serbische Minorität besaßen, mit einem jugoslawischen Mäntelchen umgeben. Erst nach der Devastation Serbiens, Ende 1915, gewann die Idee der südslawischen Einheit an Attraktivität.

Um dem Druck Italiens beim Vertrag von London nachzugeben, wurde die russische Unterstützung serbischer Wünsche in Istrien, Triest und Dalmatien aber vorläufig aufgegeben. Der § 5 im Vertrag von London billigte Serbien einzig zu: Kroatien, die Adriaküste Ungarisch-Kroatiens, ohne Dalmatien, sowie die Küste südlich des Kap Planka bis zur Drina in Nordalbanien.

Dass die Serben die Abmachung von Anfang an bekämpften und im wichtigsten Teil, bei Dalmatien, auch Heil hatten, ist nicht verwunderlich. Unter den Serben, die den Weltkrieg als „Ringen im Augenblick, da es begann, zu einem Schlacht für die Befreiung und Einigung aller unserer unfreien Brüder, der Serben, Kroaten und Slowenen“ propagierten, gab es aber auch offen großserbische Tendenzen. Zuvor nach Ausscheiden des großen Bruders, des zaristischen Russlands, aus dem Schlacht und der Vernachlässigung des kleinen serbischen Verbündeten und der eher nebensächlichen Salonikifront durch die Westalliierten gaben sich etliche mit Montenegro, der Vojvodina, Bosnien-Herzegowina und Süddalmatien als Teile Großserbiens zufrieden. Gleichzeitig machte die provisorische Regierung Russlands deutlich, dass nicht Großserbien, anstatt nur eine jugoslawische Lösung unter demokratischem Vorzeichen ihre Unterstützung finden würde.

Der serbische Ministerpräsident PašiÄ musste sich der Entwicklung anpassen und so wurde, mit der Vereinbarung von Korfu, am 20. Juli 1917 die Umsetzung des südslawischen Staates durch einen Kompromiss, der das Selbstbestimmungsrecht der einzelnen Völker vorsah, eingeleitet. Am 1. Dezember 1918 wurde letztlich der „einheitliche Staat der Serben, Kroaten und Slowenen“ aus den Voraussetzen der österreichisch-ungarischen Monarchie, Serbiens und Montenegros gebildet.

Bulgarien

Bulgarien erstrebte seit seiner vollständigen Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich im Jahre 1908 die Inkorporation Makedoniens, das als Teil der bulgarischen Nation betrachtet wurde. Die Mittelmächte sicherten Bulgarien im September 1915 den serbisch beherrschten Teil Makedoniens zu, warum Bulgarien am 14. Oktober 1915 auf ihrer Seite in den Bewaffnete Auseinandersetzung eintrat.

Im späteren Verlauf des Krieges forderte Bulgarien auch noch die von Rumänien 1913 einverleibte Nord Dobrudscha und türkische Gebiete an der Marica sowie zusätzliche serbisch und albanisch besiedelte Gebiete des besetzten Serbiens.

Rumänien

Zu den Kriegszielen Rumäniens zählte die Angliederung Siebenbürgens, der Bukowina und des Banats, bei denen es sich um mehrheitlich rumänisch besiedelte Gebiete unter österreichisch-ungarischer Herrschaft handelte. In einem Vertrag mit den Alliierten ließ sich Rumänien diese Gebiete garantieren und erklärte Österreich-Ungarn am 27. August 1916 den Krieg.

Frühere Verhandlungen Rumäniens mit der Donaumonarchie um die Abtretung Siebenbürgens scheiterten an der strikten Ablehnung Ungarns. Die Abtretung der Bukowina durch Cisleithanien genügte den Rumänen nicht. Den rumänischen Forderungen nach der Bukowina bis zum Pruth und dem Banat setzte Russische Förderation an erster Stelle Widerstand entgegen. Nach der schweren Niederlage bei Gorlice gab Sazonov dann im Laufe des Julis 1915 seinen Widerstand gegen die rumänischen Forderungen auf, aber der rumänische Ministerpräsident Bratianu wollte nach der Eroberung Polens durch die Mittelmächte einmal mehr abwarten.

Nach den ersten großen Stattfinden der russischen Brussilow-Offensive, die zuerst Rumäniens potentiellen Hauptgegner, die österreichisch-ungarische Monarchie, betrafen, unterzeichnete der Balkanstaat am 17. Aug. 1916 einen Bündnisvertrag mit der Entente.

Darin wurde Rumänien fast die ganze Bukowina (südlich des Pruth), Siebenbürgen und das Temesvarer Banat zugesichert, was einer Verdoppelung seiner Fläche und Bevölkerung entsprochen hätte. Der Umstand, dass außer Serbien keiner seiner direkten Nachbarn zu den endgültigen Siegern zählte, sicherte dem Balkanstaat letztlich eine Ausdehnung nach allen Seiten. Nicht nur die versprochenen Gebiete in Ungarn, stattdessen auch die gesamte Bukowina mit ihrem nördlichen, ukrainische Sprache besiedelten Teil, sowie das gesamte Bessarabien und die von Bulgarien zurückerhaltene Dobrudscha verwandelten den Nationalstaat Rumänien in einen Nationalitätenstaat. Der Vertrag von Trianon verdoppelte das Gegend Rumäniens und vergrößerte seine Bevölkerung von 7,2 auf 18 Millionen, den Anteil der Minderheiten von 8 auf 30%.

Vereinigte Staaten von Amerika

Ihren Ursprung hat die amerikanische Kriegszielpolitik schon in der Neutralitätszeit, nach dem Kriegseintritt der USA führte Präsident Woodrow Wilson seine Politik ohne Bruch fort. Genaue Vorstellungen über einen gerechten Friede hatte er in der ersten Kriegszeit nicht, jedenfalls kam für ihn ein Frieden nur bei Belohnung an Belgien und Räumung Frankreichs in Frage. Ansonsten scheute Wilson, mehr noch als sonstige Politiker, vor Festlegungen in territorialen Fragen zurück. Vage Grundsätze zu propagieren, zogen alle damaligen Subjekt dem umstrittenen Thema der Ziehung künftiger Grenzen vor. Bis auf das Grey-House-Memorandum vom 17. Februar 1916 bemühte sich die amerikanische Außenpolitik, nach außen hin, einer bemerkenswerten Neutralität, nichtsdestotrotz die Sympathien fraglos bei Großbritannien und nicht bei den Invasoren Belgiens lagen. Im Grey-House-Memorandum verpflichteten sich die USA gegenüber Großbritannien "wahrscheinlich" auf alliierter Seite zu intervenieren, sofern Deutschland eine Friedenskonferenz, die Räumung der besetzten Gebiete und den Tausch Elsass-Lothringens gegen koloniale Kompensationen ablehnt. Die USA waren als "assoziierte" für "alliierte" Macht nicht verpflichtet früheren Kriegszielvereinbarungen beizutreten. Da sie nicht direkt berührt waren, hatten sie einen anderen Zugang zu den Kriegszielen. Kriegsziele waren in Vereinigte Staaten "außer Mode", daher erweckte die Forderung Elsass-Lothringen auch keine Begeisterung. Das Hauptziel Wilsons nach Kriegseintritt war die Beseitigung des deutschen Militarismus und die Demokratisierung des Landes. Die USA würden nicht für die "selbstsüchtigen" Kriegsziele der Alliierten kämpfen und Geheimverträge wie den Sykes-Picot-Vertrag ablehnen. Nur bei Elsass-Lothringen schien Wilson von seiner Politik abzugehen. Wilsons Gesamtstrategie war von Anfang an ähnlich der britischen Politik zu Kriegsbeginn. Er wollte den Verbündeten gerade so viel Unterstützung zukommen lassen, wie nötig. Am Ende des Krieges wollte er über die, dann politisch und wirtschaftlich bankrotten Ententeländer hinweg, seinen eigenen Friedensplan durchsetzen.

Höhepunkt und Brennpunkt der amerikanischen Kriegszielpolitik waren unweigerlich die 14 Punkte Wilsons. Der Präsident hatte sie als Antwort auf die bolschewistische Herausforderung, nach der Rückweisung der Alliierten ein gemeinsames, gemäßigtes Kriegszielprogramm zu entwerfen, am 8. Jänner 1918 propagiert. Die Punkte I - IV und XIV behandeln allgemeine Fragen, die als Kern des Kriegszielprogramms eine propagandistische Wirkung, an erster Stelle bei liberalen und friedensbereiten Kräften der Mittelmächte entfalten sollten. Die Punkte VII - XIII behandeln territoriale Ziele, die seit der Neutralitätszeit natürlich gewachsen waren. Im Punkt VII wird die völlige Wiederherstellung der belgischen Unabhängigkeit durch das vorangestellte "must", als unveränderlich gefordert; - bei allen anderen Punkte sammlen wird "should" verwendet. Die folgenden Punkte behandeln die Rückgabe Elsass-Lothringens, die Bestimmung italienischer Grenzen vorwärts den klar erkennbaren Nationalitätengrenzen, die Einbehaltung Österreich-Ungarns, dessen Nationen eine freie Entwicklung haben sollten. Die Haltung der Vereinigten USA gegenüber der Königreich war eher lustlos als feindlich. Schließlich war ihr der Bewaffnete Auseinandersetzung erst neun Monate später als Deutschland erklärt worden (7.12.1917). Außenminister Lansing war dagegen nicht der Ansicht, dass dieser Versuch, Österreich-Ungarn zu erhalten, zweckbetont sei und sagte die Aufgabe dieser Idee voraus. Aber auch Wilson versicherte schon anlässlich der Kriegserklärung vor dem US-Kongress den Völkern Österreich-Ungarns, man werde sie vom preußischen Militarismus befreien. Punkt XII forderte die Räumung der Balkan und einen freien Zugang Serbiens zur See. Der Türkei wird in Punkt XII Selbständigkeit zugestanden, allerdings ohne Fremdnationalitäten, die Meerengen sollten durch internationale Garantien offen gehalten werden. Der vorletzte Punkt betrifft die Errichtung eines unabhängigen polnischen Staates, der unleugbar polnisch besiedelte Territorien umfassen sollte, mit freiem Zugang zum Meer. Die meisten dieser territorialen Vorstellungen, wie "klar erkennbare Nationalitätengrenzen", machen von der Unkenntnis amerikanischer Politik von den komplexen Verhältnissen und Problemen, vorerst Osteuropas. Das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Nationen und strategisch-wirtschaftliche Forderungen, wie Zugang zum Meer, müssen sich einfach widersprechen. Die 14 Punkte und ihre späteren Ergänzungen waren nicht nur gegen die Mittelmächte, zugunsten ebenso gegen den alliierten Imperialismus gerichtet.

Im Laufe des letzten Kriegsjahres wurde die Haltung Wilsons, zuallererst durch den "Diktat-Frieden" von Brest-Litowsk, gegenüber den Mittelmächten härter und kriegerischer. Im October 1918 ergänzen und erweitern die Staatsbürger Wilsons 14 Punkte. Die Punkte Belgien und Elsass-Lothringen wurden bestätigt, die Forderung Frankreichs nach den Grenzen von 1814 (Saarkohlegruben) aber abgelehnt. Italien wurde aus strategischen Gründen Südtirol zugebilligt, dessen kulturelles Leben aber selbständig bleiben sollte, sowie das Schutzherrschaft über Albanien. Jedoch seien Triest und Fiume, für das Entwickeln Böhmens, Deutschösterreichs und Ungarns, in Freihäfen umzuwandeln. Die Bestimmungen in Punkt IX über Österreich-Ungarn könnten nicht länger aufrechterhalten werden. Daher erklärte die Regierung für die Befreiung aller slawischen Völker unter der deutschen und österreichisch-ungarischen Herrschaft eintreten zu wollen. Am 18. October teilte Wilson dem Habsburgerstaat mit, die Nationalitäten müssten ihre Futur selbst bestimmen. Ostgalizien gehöre, da ukrainisch, nicht wie Westgalizien zu Polen, Deutschösterreich sollte „von Rechts wegen berechtigt sein, sich an Deutschland anzuschließen". Auch Punkt XI sei durch die Ereignisse überholt, "Serbien wird als Jugoslawien mit einem Zugang zur Adria in Erscheinung treten". Rumänien erwirbt die Dobrudscha, Bessarabien und wahrscheinlich Siebenbürgen, "Bulgarien sollte seine Grenze richtigerweise in der Süddobrudscha, wie vor dem zweiten Balkankriege, haben. Es sollte auch Thrazien bis zur Enos-Midia-Linie und vielleicht selbst bis zur Linie Midia-Rodosto besitzen". Makedonien sollte aufgeteilt werden. Der neue polnische Staat, dessen Zugang zum Meer, abendländisch der Weichsel, noch nicht festgelegt wird, sollte keine Gebiete im Orient bekommen, die von Litauern und Ukrainern besiedelt sind, den deutschen Bewohnern Posens und Oberschlesiens sei ein Schutz zu gewähren. Armenien ist nach diesem Plan ein Port im Weltmeer zuzuteilen und sollte unter britischen Schutz kommen. Schließlich wurde auch noch die Spaltung des Dazu kommen Ostens zwischen Großbritannien und Grande Nation anerkannt. Im Endeffekt machten die USA, im Gegensatz zu Großbritannien, den Franzosen bei der Friedenskonferenz weit weniger Schwierigkeiten, bei der Umsetzung ihrer Kriegsziele, als erwartet.

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Propaganda

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Britisches Propagandaplakat

Zur Motivation der eigenen Bevölkerung der teilnehmenden Länder zum Wehrpflicht wurde mit fremdenfeindlichen Vorurteilen und patriotischen Symbolen geworben.

Im deutschsprachigen Teil Österreich-Ungarns konnte man u. a. kriegsverherrlichende Zeichnungen in Plakatgröße mit der illustrierten Aussage „Jeder Kick ein Britt, jedweder Stoß ein Franzos, ganz Verrückt ein Russ“ und „Serbien muss sterbien“ finden. Die "Hunnenrede", mit der Wilhelm II. deutsche Truppen, die 1900 zur Niederschlagung des Boxeraufstands nach Reich der Mitte entsandt wurden, zu einem rücksichtslosen Vendetta aufgefordert hatte, führte zur Bezeichnung der Deutschen als "huns" während des Ersten Weltkrieges. Zusätzliche bekannte Propagandakampagnen waren etwa die behauptete Kreuzigung von Nonnen an Kirchentoren in Belgien, oder das angebliche Abschlagen der Hände von Kindern durch die deutschen Truppen in Belgien. Es kann spekulativ werden, dass diese Manipulation wesentlich zur Zustimmung für den Kriegseintritt der USA auf Seiten der Entente war.
siehe auch Propaganda, Propaganda im Ersten Weltkrieg

Arte HD nun auch im Netcologne-Kabelnetz: Seit dem 16. März 2010 ist Arte HD auch kostenlos im Kabelnetz von Netcologne zu empfangen. Der Kulturkanal Arte kann damit auf entsprechenden Receivern in hoher Auflösung gesehen werden. (Disney, HDTV)... Weiterlesen!

Freund von Strauß - Schreiber "enttarnt" toten Kanadier : Karlheinz Schreiber hat vor Gericht einen toten kanadischen Politiker als Verantwortlichen für eine Tarnfirma genannt. Der Waffenlobbyist selbst will nur eine Nebenrolle gespielt haben. ... Weiterlesen!

Kriegsbegeisterung

Stark war in der Forschung, besonders aber in populärwissenschaftlichen Abhandlungen unbestritten, dass die Agitation auf fruchtbaren Boden fiel und plus in Österreich-Ungarn, sowohl .... als auch in Französische Republik und zu Beginn im Deutschen Reich eine große Kriegsbegeisterung herrschte. Speziell für Französische Republik ist jedoch inzwischen eine differenzierte Sichtweise vorherrschend. Zwar zeigte sich ein Großteil der Bevölkerung bereitwillig zur Verteidigung der Nation, jedoch erst nach der deutschen Kriegserklärung. Bis nachher beschäftigte sich die Öffentlichkeit vorrangig mit innenpolitischen Fragen, von einer Vorausnahme oder gar Begeisterung eines bevorstehenden Krieges kann keine Rede sein. Nur nationalistische Person und Intellektuelle waren schon vor dem Angriff offen für einen Bewaffnete Auseinandersetzung eingetreten, etwa zur Revanche und zur Rückgewinnung des Elsass und Lothringens.

Erklärungen für die These der Kriegsbegeisterung kamen etwa von George L. Mosse: Er beschrieb den Wunsch nach Wiederherstellung einer intakten Männlichkeit nach einer Phase der sogenannten Dekadenz, zu der bei einer vermeintlichen Vormachtstellung des Judentums die Frauenbewegung, erste Ansätze einer Schwulenbewegung und Künstler wie die "Dekandenzdichter" gezählt wurden.

Zur Debatte stehend ist auch, ob sich diese Kriegsbegeisterung in der gesamten Bevölkerung wiederfand oder - wie der Geschichtswissenschaftler Jeffrey Verhey behauptet - in erster Linie in der großstädtischen Mittel- und Creme de la Creme gebräuchlich war. Im Deutschen Reich wurde ein Notabitur eingeführt, damit kriegsbegeisterte Oberprimaner verfrüht ins Heer eintreten konnten.

Justizministerin: Kein Vorratsdatengesetz 2.0 vor Herbst: Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will vor der Sommerpause des Bundestages kein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung zulassen. Diese endet am 12. September 2010. Die Liberale hofft offenbar, dass die Massenüberwachung bis dahin von der EU verworfen wird. (Vorratsdatenspeicherung)... Weiterlesen!

Gerücht: Xbox 360 erscheint als Slim-Version: Schon länger gibt es Spekulationen über eine neue Version der Xbox 360, jetzt sind Fotos aus chinesischen Quellen aufgetaucht, auf denen angeblich eine neue Hauptplatine für die Konsole zu sehen ist. 2009 haben sich bei der PS3-Slim ähnliche Bilder später immerhin als echt herausgestellt. (Sony, Xbox 360)... Weiterlesen!

Chronologischer Verlauf

Kriegsbeginn (Julikrise)

Innerhalb der Führungsschichten gab es unzweifelhaft Revanchegelüste. Jedoch war ob der europäischen Bündnissysteme abzusehen, dass der nächste Bewaffnete Auseinandersetzung große Teile des Kontinents erfassen würde. Außerdem verblasste der Schrecken des Kriegs, da seit der letzten militärischen Auseinandersetzung zwischen zwei europäischen Großmächten 43 Jahre vorbei waren.

Bild:Franz ferdinand erschossen.jpg
Das Anschlag in Sarajewo

In dieser Konstellation löste der Mord am österreichischen Kronprinz Franz Ferdinand in Sarajevo (damals österreich-ungarisches Gebiet) am 28. Juni 1914 durch den serbischen Attentäter Gavrilo Princip (Attentat von Sarajewo) eine Kettenreaktion aus, die einen Monat in Anspruch nahm und in einem europäischen Bewaffnete Auseinandersetzung endete. Der Grad der Verwicklung des serbischen Geheimdienstes in das Verschwörung zur Ermordung des Thronfolgers war und ist umstritten, es kann jedoch mindestens von einer Mitwisserschaft ausgegangen werden. Die hektischen und komplizierten diplomatischen und geheimdienstlichen Aktivitäten, die zwischen den europäischen Mächten stattfanden, markierten den Beginn einer großen Krise. Diese Julikrise ist geprägt von Drohungen, diplomatischen Fehlern und politischen Fehleinschätzungen.

Die Eröffnung bildete ein Ultimatum (23. Juli 1914), welches Österreich-Ungarn drei Wochen nach dem Mord Serbien setzte durch Außenminister Graf Berchtold. Es enthielt eine Bedenkzeit von 48 Stunden. So weit wie diesem Zeitpunkt war die europäische Gefühl eher gegen die Serben gerichtet, die als „blutrünstiger Haufen“ gesehen wurden. Außerdem wurde vermutet, dass die serbische Führung nach dem Anschlag steckte. Das Ultimatum forderte nicht nur die Bekämpfung von gegen Österreich-Ungarn agierenden Organisationen, statt umfasste zusätzlich Bedingungen, welche die serbische Souveränität bei ihrer Erfüllung eingeschränkt hätten. Innerhalb der 48 Stunden ging die serbische Regierung auf fast alle Punkte ein, verwahrte sich jedoch gegen eine Einschränkung der Souveränität Serbiens und beschloss die Teilmobilmachung der Armee. Trotz dieser Zugeständnisse Serbiens erklärte Österreich-Ungarn die Antwort für „unbefriedigend“ und brach die diplomatischen Beziehungen zu Serbien nach Ablauf des Ultimatums am 25. Juli ab, und ordnete im gleichen Sinne die Teilmobilmachung an. Die österreichischen Ziele sahen zunächst einen lokalen Bewaffnete Auseinandersetzung um die Herrschaft auf dem Balkanstaaten vor, zumal die Kapitale Belgrad nur in der Nähe der österreichisch-ungarischen Grenze liegt. In dieser Lage wurde aus Bundeshauptstadt Rückendeckung wohlbehalten der schon am 6. Juli zugesicherten Blankovollmacht gegeben, da das Bündnis zwischen Wien und Kapitale nur defensiven Charakter hatte. Die anderen europäischen Neue Welt interpretierten diese Treueerklärung so gesehen falsch, als dass sie sich nicht vorstellen konnten, dass in diesem Fallgrube Österreich die treibende Kraft dahinter den Ereignissen war. Die Blankovollmacht sah ein deutsches Eingreifen im Fallgrube eines russischen Eingreifens vor. Am 25. Juli beschloss Russische Förderation auf dem Kronrat von Krasnoje Selo, Serbien militärisch zu unterstützen. Gleichzeitig wurde und von russischer wie auch von englischer und deutscher Seite eine Botschafterkonferenz vorgeschlagen. Dieser Vorschlag blieb jedoch unbeachtet. Ein weiteres entscheidendes Missverständnis war, dass man im deutschen Reich die Angelegenheit für einen lokalen Österreich-Serbischen Konflikt hielt, während man in den übrigen Vereinigte Staaten von Amerika eine deutsche Kriegstreiberei für feststehend hinnahm.

Da das Deutsche Reich an seinem Bündnis mit Österreich festhielt, war diese Rückendeckung ausschlaggebend für die Kriegserklärung Österreichs an Serbien am 28. Juli. Am 27. Juli erfolgte die Teilmobilmachung der russischen Armee. Der Kommandeur der Mobilisierungsabteilung der russischen Armee, Sergej Dobrorolski, äußerte rückblickend, dass der Bewaffnete Auseinandersetzung schon seit dem 25. Juli für den russischen Generalstab beschlossene Sache gewesen sei. Den russischen Militärs war bekannt, dass Deutschland im Fallgrube einer Generalmobilmachung Russlands auch seine Truppen mobil machen würde, wonach sie auch konsequent abzielten. Als Zar Nikolaus II. am Morgen des 30. Juli die Generalmobilmachung der russischen Streitkräfte billigte, war ihm zunächst nicht bewusst, dass dieser Vorgang einer indirekten Kriegserklärung gleichkommt. Noch am selben Tag wollte der Zar die Generalmobilmachung rückgängig machen, wurde jedoch von dem Generalstab der russischen Truppe davon abgehalten. Selbst die beschwörendsten Post Kaiser Wilhelms II. an seinen „Vetter Nicky“ – Zar Nikolaus II. – hatten keine Wirkung. Das Deutsche Reich forderte in einem Ultimatum die sofortige Rücknahme der russischen Mobilmachung. Nachdem diese ausblieb, machte das Reich im gleichen Sinne gewandt und erklärte Russische Förderation am 1. August den Krieg, woraufhin das mit Russische Förderation verbündete Französische Republik in Aussicht eines deutschen Angriffes auch flexibel machte. Tatsächlich aber erfolgten die ersten Kriegshandlungen durch Russische Förderation noch am selben Tageszeit mit Überschreiten der ostpreußischen Grenze.

Bild:MobilmachungSoldatenBayern1914.jpg
Aufbietung bayerischer Soldaten im August 1914

Nachdem setzte das deutsche Oberkommando den Aufmarschplan, eine modifizierte Version des Schlieffenplans in Kraft, der als einzige Siegchance für den drohenden Zweifrontenkrieg gesehen wurde. Dieser setzte auf Geschwindigkeit, um die langsame russische Aufbietung für einen schnipsen Schlag gegen Grande Nation auszunutzen. Nachdem das neutrale Belgien die Durchmarschgenehmigung verweigerte, verletzte das Reich die belgische Neutralität für den Angriff gegen Frankreich, da ein direkter Angriff über die stark befestigte deutsch-französische Grenze für aussichtslos gehalten wurde. Für die liberale Regierung in London war dies der Anlass, in den Bewaffnete Auseinandersetzung einzutreten.

Gerade das Verhalten Deutschlands war Ausgangspunkt für die viel diskutierte Kriegsschuldfrage im Vertrag von Versailles. Dieser Punkt wird auch in diesen Tagen noch diskutiert, wobei mittlerweile die Ansicht vorherrscht, dass Unfähigkeit und mangelnde Verhandlungsbereitschaft nicht nur in der deutschen Führungsschicht Abendland in diesen Bewaffnete Auseinandersetzung stürzte, zumal die gleichen Aktionen auf beiden Seiten ganz unterschiedlich bewertet worden sind. Gerade in Deutschland und Russische Förderation ging die politische Führung zu sehr auf die kriegsorientierten Forderungen des Militärs ein, was fatale Folgen hatte.

Zu Beginn des Krieges standen sich 118 Mio. Leute der Mittelmächte und 278 Mio. Leute der Entente Cordiale gegenüber.

Kriegsjahr 1914

Der deutschen Kriegsführung war klar, dass sie in einem Zwei-Fronten-Krieg kaum überleben konnte. Daher versuchte sie, den schon vor dem Bewaffnete Auseinandersetzung ausgearbeiteten Schlieffen-Plan (Generaloberst Alfred von Schlieffen war zwischen 1891 und 1905 Generalstabschef) umzusetzen. Dieser Plan sah vor, dass Deutschland mit aller Kraft Französische Republik erobern, im Orient aber die Stellungen nur halten solle. Dazu sollte das starke französische Verteidigungssystem im Norden mit einer weit ausgreifenden Bewegung durch das neutrale Belgien umgangen und schnellstmöglich gegen Paris vorgegangen werden.

Als Reichskanzler Bethmann Hollweg am 3. Aug. 1914 sein Rechtfertigungsschreiben an den englischen Außenminister Edward Grey sandte, war der Erste Weltkrieg seit zwei Tagen mit der deutschen Aufbietung und der Kriegserklärung an Russische Förderation ausgebrochen. Grande Nation wurde zwei Tage später der Bewaffnete Auseinandersetzung erklärt. Ziel des Schreibens von deutscher Seite aus war es, die Engländer dazu zu bewegen, sich in dem Bewaffnete Auseinandersetzung unparteiisch zu verhalten. Dieses Vorhaben war a priori nicht einfach, da England nicht nur in dem Bündnissystem der Entente involviert war, statt auch, weil deutsche Truppen am Morgen dieses Tages schon die belgische Grenze überschritten und damit die belgische Neutralität verletzt hatten, zu deren Schutz England sich gegenüber Belgien verpflichtet hatte.

Bethmann-Hollweg an den Botschafter Lichnowsky, London: Okkupation in Belgien dank militärischer Zwangslage

Bitte Sir Edward Grey sagen, dass, wenn wir zu Neutralitätsverletzung von Belgien schritten, wir dazu durch die Pflicht der Selbsterhaltung gezwungen würden. Wir befänden uns in militärischer Zwangslage. Die unselige russische Mobilmachung hätte uns, die wir bis dahin militärisch und auf die dringendsten militärischen Defensivregeln beschränkt hätten, plötzlich in die Gefahr gesetzt, nachdem auch Frankreich schon vorher stark militärisch gerüstet hätte, von den Fluten von Ost und West verschlungen zu werden. Die Vorgänge der französischen Mobilmachung hätten gezeigt, dass Mobilmachung eben fatalistisch den Krieg nach sich zieht. Jetzt müssten wir, eingekeilt zwischen Ost und West, zu jedem Mittel greifen, um uns unserer Haut zu wehren. Es liege keinerlei absichtlicher Verletzung des Völkerrechts vor, sondern die Tat eines Menschen, der um sein Leben kämpft. Ich hätte meine ganze Arbeit als Reichskanzler daran gesetzt, in Gemeinschaft mit England allmählich einen Zustand herbeizuführen, der den Wahnsinn einer Selbstzerfleischung der europäischen Kulturnationen unmöglich machte. Russland habe durch verbrecherisches Spielen mit dem Feuer diese Absichten durchkreuzt. Ich hoffte bestimmt, dass England durch seine Haltung in dieser Weltkrisis einen Grund legen werde, auf dem nach ihrem Abschluss wir gemeinsam verwirklichen könnten, was jetzt durch die russische Politik zerstört worden sei.
Bild:AnDasDeutscheVolkWilhelm1914.jpg
Aufruf von Kaiser Wilhelm II. zur Mobilmachung: „An das deutsche Volk“, Anschlag vom 6. Aug. 1914

Am 6. August erfolgt Wilhelm II. Aufruf „An das deutsche Volk!“, und deutsche Truppen, Ulanen der 2. und 4. Kavalleriedivision, einsetzen den Überfall auf Belgien, wobei es schon am selben Tag im Dorf Battice zu gewaltsamen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung kommt. Nachdem die deutschen Soldaten glaubten, von Freischärlern und bewaffneten Zivilisten angegriffen worden zu sein, wurde in den kommenden Wochen mehrfach Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in Belgien und Grande Nation verübt. Dieses harte Vorgehen war im Grunde durch die damalige Landkriegsordnung gestattet, die den Bewaffnete Auseinandersetzung auf militärische Einheiten begrenzen wollte und deshalb diese Strafmaßnahmen vorsah. Tatsächlich waren diese Feuerüberfälle jedoch auf versprengte militärische Einheiten zurückzuführen; des Öfteren beschossen sich deutsche Einheiten in einer Mischung aus Massenhysterie und unübersichtlicher Lage untereinander.

Während der Aufbietung wurde ein handstreichartiger Überfall auf die belgische Gemarkung Lüttich geplant und ausgeführt. Die Ort fiel schnell in die Hände der Angreifer, während der Gürtel von 12 Forts vakant blieb. Erst nach dem Heranschaffen schwerster Artillerie (der Dicken Berta) war es möglich, die Festungen zu besetzen. Der Höhepunkt der Kämpfe war die Beschießung und der Fall von Fort Loncin.

Nach der Verletzung der belgischen Neutralität erklärte Großbritannien dem deutschen Kaiserreich den Krieg. Die britische Kriegserklärung gegen das Deutsche Reich trat am 4. August, nach Ablauf eines vorausgehenden Ultimatums Großbritanniens um 0:00 Uhr in Kraft. Die unangefochtene britische Seeherrschaft ermöglichte es, sofort 100.000 Mann nach Grande Nation zu schicken.

Am 18. August begann danach die deutsche Großoffensive zur Umarmung der alliierten Armeen, dabei stieß man sehr schnell nach Brüssel vor.

Am 1. August ordnen wie auch die französische Regierung, und der Deutsche Kaiser die Aufbietung ihrer Armeen an. Am selben Tag überreicht der deutsche Botschafter in St. Petersburg Russische Förderation die deutsche Kriegserklärung. Am Morgen des 2. August besetzten deutsche Truppen die Ort Luxemburg; woraufhin der französische Staatspräsident Raymond Poincaré am folgenden Tag per Erlass den Belagerungszustand über Französische Republik verhängt und Deutschland Französische Republik wegen diverser Grenzverletzungen in Deutsch-Lothringen den Bewaffnete Auseinandersetzung erklärt.

Am 4. August in Reih und Glied gehen deutsche Truppen völkerrechtswidrig und ohne Kriegserklärung in das neutrale Belgien ein. Großbritannien befiehlt am selben Tag die Aufbietung seiner Streitkräfte und setzt Deutschland ein Ultimatum bis Mitternacht, was den britischen Außenminister Sir Edward Grey zu seiner geradezu prophetischen Äußerung veranlasst: „The lamps are going out all over Europe; we shall not see them lit again in our lifetime.“ (In ganz Westen gehen gerade die Lichter aus; zu unseren Lebzeiten werden wir sie nicht erneut angehen sehen.) Nach Ablauf dieses Ultimatums erklärt England dem Kaiserreich am 5. August den Krieg.

Seit dem Tage der französischen Mobilmachung, hatte es in Deutsch-Lothringen, im Bereich des XXI. Armeekorps zunächst kleinere, dann aber schnell umfangreicher werdende französische Truppenbewegungen und erste Feuergefechte mit deutschen Verbänden gegeben. Am 10. August erlitten bayerische Truppen im Bereich Badonviller erste größere Verluste, am 11. August kam es bei Lagarde zu einem großen Kampf zwischen Franzosen und Teilen der 42. Infanterie-Division, in dessen Verlauf ca. 2.300 Franzosen in Gefangenschaft gerieten.

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Die französischen Generäle Castelnau, Joffre, und Pau (von linke Seite nach rechts)

Die Aufklärung ergab, dass sich die deutsche 6. Streitkräfte (zu der u.a. die 42. ID gehörte) im Bereich zwischen Metz und Saarburg zwei französischen Armeen mit mindestens neun aktiven Armeekorps, nämlich der 1. unter General Dubail und der 2. unter General Castelnau gegenüber sah – allerdings mit dem Unterschied, dass die 6. Streitkräfte „allein“ war und sich der größte Teil des 7. Armee, die zur Verstärkung angefordert worden war, noch auf dem Weg nach Nordosten befand.

Nachdem es auch am 12. August bei Badonviller zu einem Sieg über französische Truppen gekommen war, wurde entschieden, die große Streitmacht des Gegners erst auf deutsches Gebiet zu locken, um Zeit zur Heranführung der 7. Truppe zu gewinnen und anschließend in eine Fallgrube im Bereich zwischen Mörchingen – Lauterfingen – Mittersheim – Pfalzburg, wo er geschlagen werden sollte. Die deutschen Truppen zogen sich folglich bis auf diese Linie zurück und bewölkt Stellungen.

Am 16. August beschloss der Kommandierende der 6. Truppe Thronfolger Rupprecht von Bayern befehlswidrig, die französischen Verbände im Widerspruch zum Schlieffen-Plan, der ihm strengste Verteidigung auferlegte, so bald wie möglich in Lothringen anzugreifen. Im Verlauf des 18. August entwickelten sich dann erste Gefechte u.a. im Gebiet um Lauterfingen.

Am 20. August befahl der französische General Joffre die seit langem vor dem Bewaffnete Auseinandersetzung im so genannten „Plan XVII“ vorgesehene Sturm in Entwicklung Deutsch-Lothringen und Saar-Ruhr-Gebiet. Daraus, und aus einer Reihe von weiteren Schlachten bei Saarburg, bei Longwy, an der Maas, zwischen Sambre und Maas und bei Mons entwickelten sich für alle beide Seiten verlustreiche Kämpfe zwischen den Vogesen und der Schelde, die so genannten Grenzschlachten. Trotz der unerwarteten Aktionen der Franzosen und Briten glaubte die Oberste Heeresleitung (OHL) an einen raschen Vorstoß nach Paris.

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Der Schlieffen-Plan

Am 4. September gelang es den Deutschen, die Marne zu überschreiten, woraufhin es zwei Tage später zu der für alle beide Seiten äußerst verlustreichen und sich zwischen Ourcq und Maas erstreckenden Marneschlacht kam. Kurz danach gab die OHL den Schlieffen-Plan auf, da es den Truppen nicht zu empfehlen war, weit reicht vorzustoßen, um Paris zu isolieren oder gar zu umfassen. Als sich die deutschen Truppen, für die Alliierten überraschend, von der Marne zurückzogen, reichten die französischen Munitionsvorräte nur noch für zwei Tage.

Gegen Ende September nahmen die Bewegungen auf beiden Seiten ab, das Kräfteverhältnis war ausgeglichen, und ein Stellungskrieg bahnte sich an. Dies hing u. a. auch damit zusammen, dass die Munitionsvorräte, speziell für die Artillerie, nicht rasch reicht aufgefüllt werden konnten. Es zeigte sich sehr schnell, dass der Munitionsverbrauch weit über die Kapazitäten hinausging. Alleinig in Belgien hatte der Vorstoß noch nicht an Flinkheit verloren. Bis zum November waren Antwerpen, Brügge und zusätzliche bedeutende belgische Städte in deutscher Hand. Schweren Widerstand boten die Alliierten jedoch bei Ypern, wie kommt es, dass... der am 14. September zum Chef des Generalstabs ernannte General von Falkenhayn die Angriffe einstellen musste. Von Ende Oktober bis zum 10. November kam es bei Ypern nochmals zu verlustreichen Kämpfen, die die OHL mit dem irreführenden Bericht stilisierte, bei Langemarck hätten junge deutsche Regimenter unter dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles“ die vordersten gegnerischen Stellungen eingenommen. Der Bericht der OHL löste den Mythos von Langemarck aus, der bis in die NS-Zeit rein existierte und den angeblichen Opfertod einer jungen, gebildeten deutschen Generation verherrlichte. Mit den Kämpfen bei Ypern endete der Bewegungskrieg. An der deutschen Westfront entstand nun ein ausgedehntes System aus Schützengräben.

Da die Russen unerwartet schwere Angriffe gegen Deutschland führten, war die Lage an der Ostfront für die Mittelmächte zunächst schlecht. Die Deutschen waren auf Grund des Schlieffenplans an ihrer Ostfront verteidigend eingestellt, was sich jedoch auf Grund einer gewaltigen russischen Angriff im Nordosten als Fehler erwies. Kurz nach Kriegsausbruch waren zwei russische Armeen in Ostpreußen mager und standen somit auf Reichsgebiet. Als Folge dessen wurden die Truppen verstärkt und die alten Kommandant durch Generalmajor Erich Ludendorff und Generaloberst Paul von Hindenburg ersetzt. Ihnen war es zu verdanken, dass sich die Lage an der Ostfront schnell änderte, besonders der Sieg in der Schlacht bei Tannenberg vom 26.–31. August war für Deutschland ein großer Erfolg. Dabei gelang deutschen Truppen die Einschließung und Bekämpfung der russischen Narew-Armee. Vom 6.–15. September folgte die Schlacht an den Masurischen Seen, die mit der Niederlage der russischen Njemen-Armee endete. Die russischen Truppen räumten danach einen großen Teil Ostpreußens. Russische Truppen hatten kurz nach Kriegsausbruch auch das zu Österreich-Ungarn gehörende Galizien besetzt. Das österreichisch-ungarische Heer musste sich nach einem Vorstoß auf die galizische Gemeinde Lemberg vermöge der erdrückenden russischen Übermacht im September zu den Karpaten zurückziehen. Am 1. November wurde Generaloberst von Hindenburg zum Persönlichkeit Ost des deutschen Heeres ernannt. Am 11. November begann eine deutsche Gegenoffensive an der Ostfront, welche die russischen Verbände bis östlich von Łódź zurückdrängte. Im Nebelmonat November 1914 erklärte die britische Kriegsmarine die gesamte Nordsee zur Kriegszone, die sofort vermint wurde. Schiffe, die unter der Banner neutraler Amerika fuhren, konnten in der Nordsee ohne Mahnung das Ziel britischer Angriffe werden. Dieses Vorgehen der britischen Regierung verletzte geltendes Völkerrecht, unter die Deklaration von Paris von 1856, die Großbritannien unterzeichnet hatte. Vom 5.–17. Dezember gelang es österreichisch-ungarischen Truppen, einen russischen Vorstoß auf Krakau aufzuhalten. Danach begann auch im Orient der Übergang zu einem Stellungskrieg. Vom Dezember 1914 bis zum April 1915 tobte die Winterschlacht in den Karpaten, in der sich die Mittelmächte gegen Russische Förderation behaupten konnten.

Der Ausgangspunkt des Krieges, der Konflikt zwischen Österreich-Ungarn und Serbien, geriet angesichts der großräumigen Ausweitung ab Aug. einigermaßen an den Rand der Aufmerksamkeit: Die drei Offensiven der österreichisch-ungarische Streitkräfte unter Potiorek zwischen Aug. und Dez. 1914 scheiterten letztlich allesamt wegen verfehlter Planung und auf Basis von des erbitterten serbischen Widerstands, ungeachtet im Dez. kurzzeitig Belgrad eingenommen werden konnte. Die k.u.k. Truppe musste also auch an diesem Kriegsschauplatz einen verheerenden Reinfall hinnehmen. Besonders die ersten k.u.k.-Offensiven waren von schweren Übergriffen gegen die serbische Zivilbevölkerung begleitet. Auch auf eigenem Gebiet (in Bosnien und Slawonien) wurden vermeintliche und tatsächliche Kollaborateure exekutiert. Jede Menge tausend Zivilisten wurden getötet, Dörfer ausgeplündert und niedergebrannt. Die serbische Streitkräfte war nach der Kraftanstrengung – gegen einen an Ressourcen mehrfach überlegenen Persönlichkeit – im Dez. am Ende ihrer Kräfte. Außerdem waren im Land Seuchen ausgebrochen.

Die Regierung des Osmanischen Reichs versuchte zunächst, sich in einer „bewaffneten Neutralität“ aus den Kampfhandlungen herauszuhalten. Den herrschenden Jungtürken war klar, dass man sich an eine Großmacht anlehnen müsste, um militärisch überhaupt verkraften zu können. Auf Ausüben Enver Paschas kam es schließlich zum Kriegsbündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn, das allerdings im Kabinett uneinig war. Im October 1914 beschossen die Osmanischen Türken mit zwei vom Deutschen Reich erworbenen Kriegsschiffen russische Küstenstädte. Nachdem erklärten Anfang Nov. Frankreich, Großbritannien und Russische Förderation dem Osmanischen Reich den Krieg, das sich nun auf der Seite der Mittelmächte befand. Schon am 23. November gelang es britischen Truppen, die osmanische Gemeinde Basra am Persischen Golf einzunehmen.

Schon am 5. Aug. hatte das Londoner Committee of Imperial Defence beschlossen, unter Bruch der Verträge der Berliner Afrikakonferenz von 1884/85 den Bewaffnete Auseinandersetzung auszudehnen, und alle deutschen Kolonien anzugreifen oder durch französische, indische, südafrikanische, australische, neuseeländische oder japanische Truppen anfassen zu lassen. Dabei kam es besonders in Afrika zu teilweise schweren Kämpfen. Die von allen Seiten umzingelte Kolonie Togo wurde sofort eingenommen. Um Kamerun stand es genau so schlecht, bis zum Ende des Jahres 1914 zogen sich die deutschen Truppen in den Dschungel zurück, wo sich ein zermürbender Kampf entwickelte. Deutsch-Südwestafrika wurde von der südafrikanischen Union angegriffen. Bis zum Jahresende bestand keine Möglichkeit mehr, das Gebiet zu halten. Einzig Deutsch-Ostafrika verteidigte sich unter Paul von Lettow-Vorbeck verbissen. Dank der deutschen Taktik von Rückzügen und Guerilla-Taktiken konnte sich die Kolonie bis zum Kriegsende halten.

Die deutschen Kolonien im Pazifik wurden zwecks eines japanischen Ultimatums kampflos übergeben. Einzig der Pachthafen Kiautschou wurde erbittert verteidigt, bis Stoff und Gewehrkugel nicht mehr da waren.

Kriegsjahr 1915

Im Jänner 1915 kam es im Kaukasus zu ersten größeren Kampfhandlungen zwischen osmanischen und russischen Truppen. Dabei musste das Osmanische Reich eine schwere Niederlage hinnehmen. Dies nahm man auf osmanischer Seite zum Anlass, dem Volk der Armenier Zusammenwirken mit den Russen zu unterstellen. Es kam zu Verfolgungen der Armenier durch osmanische Truppen, die schätzungsweise 1 Million armenische Opfer forderten. Diverse Armenier wurden in Wüstengebiete deportiert. Der erste große Völkermord des 20. Jahrhunderts wird bis auf den heutigen Tag in der Türkei tabuisiert.

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Bürger Graben an den Masurischen Seen kurz vor der Winteroffensive im Februar 1915

Das deutsche Heer siegte vom 2.–27. Feber mit Hilfe der neu eingetroffenen 10. Truppe in der Winterschlacht in Masuren über die Russen. Die russischen Truppen zogen sich danach endgültig aus Ostpreußen zurück.

Im Nebelmonat November 1914 erhielt Erich von Ludendorff als Chef des Stabes gemeinsam mit Paul von Hindenburg das Oberkommando über alle deutschen Truppen der Ostfront. Im Jahreszeit 1915 fielen Polen, fast ganz Kurland und Litauen unter deutsche Okkupation. In Polen entstanden durch die Besatzungsmächte zwei Gouvernements: ein Österreichisches in Lublin und ein Deutsches mit Sitz in Warschau. Die restlichen Gebiete wurden unter dem Begriff Ober Ost zusammengefasst. Das Gebiet des Oberbefehlshabers der gesamten deutschen Streitkräfte im Osten, kurz Ober Ost, erstreckte sich über Kurland, das ethnografische Litauen, einige rein polnische Distrikte wie Augustow und Suwalki und die westlichen Distrikte Weißrusslands.

An der Westfront kam es im Februar und März zur so genannten Winterschlacht in der Champagne, bei der die Franzosen erstmalig massives Trommelfeuer einsetzten. Diese Strategie war jedoch nicht sehr erfolgreich, da sich die Deutschen schnell auf einen Angriff der Infanterie einstellten und die Angriffe aus schon gut ausgebauten Unterständen mit Sperrfeuer und MGs abweisen konnten.

Wenig später begannen die Deutschen mit der Entwicklung einer der furchtbarsten Waffen des Ersten Weltkriegs, dem Giftgas. Für den so genannten Blasenangriff wurde Chlorgas verwendet, das sehr schwer ist, und sich somit in die Gräben senkte. Der erste Angriff war gut Experiment gedacht und fand am 22. April in Ypern statt. Die Wirkung war verheerend: 15.000 aus Algerien stammende französische Soldaten, dazu bretonische Territorialsoldaten sowie die erst kürzlich an der Front eingetroffenen Kanadier, flohen oder wurden getötet, so dass die Deutschen anfänglich ohne Widerstand vorrücken konnten. Dennoch nutzte die OHL die Gunst der Stunde nicht, wonach die Alliierten die Front nochmals schließen konnten. Es ist geschichtlich nicht endgültig geklärt, welche Kriegspartei tatsächlich zuerst Gas als Kampfmittel eingesetzt hat.

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Britische Infanterieeinheit beim Sturm aus dem Graben - Gallipoli

Am 25. April begann die Dardanellen-Operation der Alliierten auf der Halbinsel Gallipoli mit dem Ziel, nach Konstantinopel durchzubrechen. Alliierte Truppen hatten zuallererst unter Missachtung der griechischen Neutralität die Eiland Lemnos erobert, um sie als Ausgangspunkt für Angriffe gegen das Osmanische Reich zu nutzen. Die zerklüfteten Felsen von Gallipoli boten zwar einen guten Unterschlupf, aber bei den Angriffen waren sie den Briten, Australiern und Neuseeländern wenig hilfreich. Auch war der türkische Widerstand unerwartet hart, wieso die Operation bis zum 9. Januar 1916 mit einer umfassenden amphibischen Evakuierung abgebrochen werden musste.

An der deutschen Ostfront fand vom 2. bis zum 7. Mai östlich von Krakau die Schlacht von Gorlice-Tarnów statt, in deren Verlauf den deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen ein darunter liegend Einbruch in die russischen Stellungen gelang. Przemysl und Lemberg wurden im Juni zurückerobert; die Mittelmächte konnten Galizien größtenteils wiederum unter ihre Kontrolle bringen.

Am 7. Mai versenkte ein deutsches Unterseeboot das britische Passagierschiff Lusitania vor der südirischen Küste, was schwere Spannungen zwischen dem Deutschen Reich und den USA auslöste. Dabei soll dem deutschen U-Schiff die Position der Lusitania, die nach neusten Forschungen zum Waffentransport verwendet wurde, durch gegnerische Funksignale übermittelt worden sein.

Am 9. Mai versuchten Briten und Franzosen einen Perforation im Artois Schlacht bei Lens, die jedoch trotz enormer Verluste vergebens blieb und Mittelpunkt Juni abgebrochen wurde.

Am 23. Mai erklärte Italien (nach der Zusicherung von österreichisch-ungarischem Gebiet durch Grande Nation und Großbritannien im Fallgrube eines Sieges der Entente) Österreich-Ungarn den Krieg. Die Front verlief über Tirol, vorwärts des Isonzo zur Küste der Adria. Damit befand sich Österreich-Ungarn direkt in einem Dreifrontenkrieg, was die Lage der Mittelmächte verkomplizierte. Bis Warme Jahreszeit1917 versuchten die italienischen Truppen in elf Isonzoschlachten vergeblich die österreichisch-ungarischen Stellungen zu stürmen. Diese konnten auch die Gebirgshöhen wirkungsvoll zur Verteidigung nutzten; ein Teil der Frontlinie verlief im Hochgebirge. Die dortigen Kämpfe gingen als „Krieg in Schnee und Eis“ in die Geschichte ein und forderten tausende Tote, noch etwas Verwundete und Kranke. Diverse Soldaten wurden dabei selbst durch gezielt ausgelöste Lawinen getötet.

Anfang Juli starteten die Mittelmächte eine Großoffensive an ihrer Ostfront. Bis zum September gelang ihnen dabei die Einkünfte wichtiger Städte wie Warschau, Brest-Litowsk und Wilna. Die Mittelmächte drückten die russische Front z. T. um verschiedene hundert Kilometer ein. In der Kampf bei Tarnopol hielt die russische Streitkräfte den Vorstoß auf. Im selben Monat übernahm Zar Nikolaus II. persönlich den Oberbefehl über das russische Heer. Trotz der großen russischen Gebietsverluste strebte er keinen von den Mittelmächten erhofften Separatfrieden an.

Verstärkung erhielten die Mittelmächte am 14. Oktober 1915 durch den Kriegseintritt Bulgariens. Schon am 6. September hatte sich Bulgarien zu einer Zusammenarbeit mit den Mittelmächten bereit erklärt, die durch einen Angriff auf Serbien eine Landverbindung zum Osmanischen Reich fertigen wollten. Am 6. Oktober begann die Angriff gegen Serbien, in deren Verlauf die Mittelmächte bis Nebelmonat November die serbische Streitkräfte bis nach Albanien zurückdrängten. Bis zum Dezember 1915 besetzten österreichisch-ungarische, deutsche und bulgarische Truppen ganz Serbien. Die Rest der serbischen Streitkräfte konnten sich unter Mitnahme von verständigen auf tausend Gefangenen nach Korfu absetzen.

Zu den letzten größeren Kampfhandlungen an der Westfront des Kriegsjahres 1915 kam es zwischen 25. Sept. und 13. Okt. im Artois und der Champagne. Diese für Briten und Franzosen verlustreiche Herbstschlacht brachte nochmal nur geringfügige Einbrüche in die deutschen Stellungen. Der u.a. auch in den Vogesen, im Kurve von St. Mihiel, in den Argonnen und unter der Erdoberfläche mit gewaltigen Minen geführte Landkrieg an der Westfront im Jahre 1915 brachte im Ergebnis keine nennenswerten Verschiebungen der Frontlinie, führte aber zu den schwersten französischen Verlusten innerhalb eines Kalenderjahres während des gesamten Krieges.

Ende November unternahmen britische Truppen vom Persischen Golf aus einen Vorstoß nach Mesopotamien. Bei Kut el-Amara wurden sie jedoch von der osmanischen Streitkräfte mitgemeint und mussten im Apr. 1916 kapitulieren.

Kriegsjahr 1916

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Verdun – Fort Vaux
Der im Okt. 1915 siegreich begonnene Balkanfeldzug der Mittelmächte endete im Februar 1916 nach der vollständigen Besetzung Montenegros und Albaniens durch das österreichisch-ungarische Heer. In Montenegro war Viktor Weber Edler von Webenau vom 26. Februar 1916 bis zum 10. Juli 1917 Militär-General-Gouverneur. In Albanien wurde unter dem Vorsitz des Generalkonsuls Aug. Soldat von Kral ein ziviler Verwaltungsrat eingerichtet.

Nachdem sich das deutsche Heer im Vergangenes Jahr an seiner Westfront eher abwehrend verhalten hatte, beschloss die Oberste Heeresleitung unter Erich von Falkenhayn zu Beginn des Jahres 1916, Verdun anzugreifen. Falkenhayn wollte die französische Truppe dazu bringen, für die Verteidigung ihrer stärksten und somit moralisch wichtigen Festung große Truppenverbände aufzubieten, um sie dann im Schlacht gegen die deutlich größere deutsche Streitkräfte „ausbluten“ zu lassen. Die deutsche Truppe führte nun gewaltige Einkopieren an Geschützen, Projektil und Truppen in das Gebiet nördlich der Maas. Mittelpunkt Febr. herrschte im Angriffsgebiet auf deutscher Seite eine nie vor allem gekannte Konzentration an Kriegsgerät.

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Ruinen von Verdun im Kriegsjahr 1916

Am 21. Februar begann die Schlacht um Verdun mit einem gewaltigen, über achtstündigen Artillerie-Beschuss aus 1.500 Geschützrohren, welches das Zeitalter der Materialschlachten einleitete. Dabei wurden die meisten französischen Außenposten ausgelöscht. Kurz danach griffen acht deutsche Divisionen auf voll von Frontbreite an und zerschlugen die letzten gegnerischen Einheiten, wonach die Moral der Franzosen erheblich sank. Am 25. Februar wurde das wichtige Fort Douaumont von deutschen Truppen erobert. Kurz danach entschlossen sich die Alliierten, dass die Festung Verdun unbedingt gehalten werden sollte. Mit der Verteidigung der Gemeinde wurde General Pétain beauftragt. Durch den guten Zufuhr über die Straße von Bar-le-Duc nach Verdun gelang es den Franzosen, bis Anfang Apr. dem Typ ebenbürtig zu werden.

Am 20. Mai wurde die Höhe „Toter Mann“ („Dead Mans Hill“ oder „Le-Mort-Homme“) von den Deutschen eingenommen, jedoch nicht sehr lange gehalten. Die Höhe gilt wegen der unglaublich bösartig geführten Kämpfe als Symbol für die „Hölle von Verdun“. Am 2. Juni erfolgte die Erstürmung von Fort Vaux durch deutsche Truppen. Im Juli entbrannten heftige Kämpfe um Fort Thiaumont, das innerhalb kurzer Zeit diverse Male den Inhaber wechselte, bis es endgültig unter deutsche Kontrolle geriet.

Ein deutscher Stud. berichtete über das Schlachtgeschehen manche Monate vor seinem Tod bei einem Sturmangriff auf ein Fort vor Verdun: „7.30 Uhr Gas mit den größten Kalibern. 7.30 bis 8 Uhr 38,5 bis 42-Zentimeter-Granaten. Erde bis zum Himmel. Die Schlucht eine riesige Dampfwolke, turmhoch flogen die Trümmer. Dorf FI. ist eine Rauchwolke. Gegenüber unserer Stellung scheint die Welt unterzugehen. Raus aus den Gräben! Kein Quadratmeter, der nicht zerwühlt ist. Die Maschinengewehre rasseln, das Infanteriefeuer rollt. Ein Höllenlärm. Da stürzt einer, dort wieder einer. Leutnant U., unser derzeitiger Kompanieführer, steht auf – da – spritzen Fetzen seiner Generalstabskarte, er krampft die Hände vor die Brust und fällt vorne über. Nach wenigen Minuten ist er tot.“

Die Scharmützel vor Verdun wurde bei den deutschen Soldaten schnell als „Maas-Mühle“ und „Blutpumpe“ bekannt. Auf einem Gebiet von wenigen Zwölf Quadratkilometern explodierten zahlreiche Mio. Granaten, die das Kampfplatz mehrfach durchpflügten. Das umkämpfte Gebiet war übersät von Granattrichtern, Leichen und verschossener Munition. Bis auf den heutigen Tag hat sich die dortige Pflanzenwelt nicht vollständig erholt.

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Gommecourt nach britischem Beschuss in der Anfangsstadium der Somme-Schlacht
Durch die erbitterten Kämpfe vor Verdun wurde die französische Streitkräfte stark geschwächt, so dass ihre britischen Verbündeten im Frühsommer eine Großoffensive am Fluss Somme begannen. Der Typ der britischen Streitkräfte in Frankreich, Douglas Haig, griff das auch von Falkenhayn betriebene Konzept der Abnutzungsschlacht auf. Die von ihm geplante Sturm an der Somme sollte nicht nur die französische Truppe entlasten, statt auch die völlige materielle und personelle Erschöpfung der Deutschen herbeiführen. Nach achttägiger, ununterbrochener Artillerievorbereitung durch über 1400 Geschütze, bei der etwa eineinhalb Mio. Granaten im siebten Himmel wurden, begann am 1. Juli 1916 der Angriff auf die deutschen Stellung an der Somme. Trotz des schweren Geschützfeuers waren etliche deutsche Unterstände heile geblieben, so dass die deutschen Soldaten dem englischen Angriff mit MG-Feuer begegnen konnten. Allein am ersten Tag der Somme-Schlacht starben 21.000 britische Soldaten, davon 8.000 alleine in der ersten halben Stunde. Zig britische Einheiten verloren über die Hälfte ihrer Soldaten. Trotz dieser enormen Verluste ließ Haig die Angriff weiterführen. Auf Grund der Schlacht an der Somme und der „Brussilow-Offensive“ an der Ostfront musste das deutsche Heer Truppen vor Verdun abziehen und den Angriff auf die Gemarkung am 21. Juli abbrechen.

Noch im Saison ging die geschwächte französische Streitkräfte in einem militärischen Kraftakt zur Gegenoffensive über. Am 24. Oktober nahmen französische Truppen die Forts Douaumont und Thiaumont ein. Alternative französische Offensiven zwangen die Deutschen dazu, am 2. Dezember Fort Vaux zu räumen. Das Fort wurde nach seiner Räumung von deutschen Pionieren gesprengt. Bis zum 16. Dezember eroberten die Franzosen fast sämtliche Gebiete zurück, welche die Deutschen bei ihrer Angriff im Frühjahr eingenommen hatten.

Währenddessen hatte sich auch der Kleinkrieg an der Somme zu einer gewaltigen Materialschlacht entwickelt. In monatelangen, verlustreichen Kämpfen gelang es britischen und französischen Truppen, die deutsche Front um einige Kilometer einzudrücken. Die Verluste waren jedoch dermaßen hoch, dass die Somme-Schlacht Ende November 1916 abgebrochen wurde.

Die Kleinkrieg vor Verdun forderte im Großen und Ganzen über 600.000 Tote und Verwundete auf beiden Seiten. Allein zwischen Februar und Aug. 1916 wurden 88.000 deutsche Gefallene gezählt. Angesichts des Verlaufs der Kampf wurde Erich von Falkenhayn als Generalstabschef des deutschen Heeres im August 1916 von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg abgelöst.

Die Gefecht an der Somme forderte noch etwas Opfer als der Kleinkrieg um Verdun. Über eine Million britische, deutsche und französische Soldaten wurden in der Gefecht versehrt oder getötet. Von dem Verlust an altgedienten, schon 1914 ins Feld gezogenen Mannschaften und Unteroffizieren erholte sich das deutsche Heer bis Kriegsende nicht mehr. Während der Somme-Schlacht hatte die britische Truppe zum ersten Mal in weniger bedeutend Zahl Panzer eingesetzt, die jedoch mehrfach auf dem Weg zur Front mit technischen Defekten stillstehen geblieben waren. Da die Somme-Schlacht den Alliierten bei gewaltigen Verlusten nur geringe Gebietsgewinne brachte, wurde der französische Person Joffre am 3. Dezember durch General Nivelle ersetzt.

Auch an den anderen Kriegschauplätzen kam es 1916 zu schweren Kämpfen. Von Mai bis Juni führte die österreichisch-ungarische Streitkräfte eine Angriff gegen die italienischen Stellungen, die nach geringen Anfangserfolgen durch der Lage an der Ostfront abgebrochen werden musste. Die italienische Streitkräfte unternahm von Juni bis November diverse Großangriffe am Isonzo. Dabei eroberten die Itaker die Gemeinde Görz, doch blieben andere Erfolge der italienischen Streitkräfte aus. Im Juni begann die russische Streitkräfte die nach dem zuständigen General benannte Brussilow-Offensive, bei der Russische Förderation dank des Mangels an Kriegsgerät erst einmal auf seine große Masse an Soldaten setzte. Das russische Heer eroberte größere Gebiete in Wolhynien und Galizien, konnte jedoch von den österreichisch-ungarischen Truppen mit deutscher Hilfe im Aug. aufgehalten werden. Infolge der hohen Verluste wurde die gesunkene Moral des russischen Heeres immer deutlicher. Die zweite Brussilow-Offensive, die von Sept. bis Okt. geführt wurde, scheiterte ebenso wie die dritte Angriff von Okt. bis Dezember. Am 5. November wurde das zu Beginn russische Polen von den Mittelmächten zum unabhängigen Königreich proklamiert. Die dabei von den Mittelmächten erhoffte militärische Unterstützung durch die Polen blieb jedoch aus.

Erst am 28. August 1916 war die italienische Kriegserklärung an das Deutsche Reich erfolgt (trotzdem war schon von Mai bis November 1915 eine verstärkte deutsche Abteilung (Alpenkorps) zur Unterstützung des österreichisch-ungarischen Verbündeten an die Front in Südtirol verlegt worden).

Am 27. August 1916 war Rumänien auf der Seite der Alliierten in den Bewaffnete Auseinandersetzung eingetreten. Rumänische Truppen fielen im österreichisch-ungarischen Siebenbürgen ein, doch erfolgte schon Ende August eine Gegenoffensive der Mittelmächte. Innerhalb kurzer Zeit eroberten österreichisch-ungarische, deutsche und bulgarische Truppen einen Großteil Rumäniens. Am 6. Dezember nahmen die Mittelmächte die rumänische Kapitale Bukarest ein. Die Rumänen konnten mit russischer Hilfe allein den Nordosten ihres Landes halten. Nach dem Sieg über Rumänien richteten die Mittelmächte am 12. Dezember mit Hilfe der USA ein Friedensangebot an die Alliierten, das diese am 30. Dezember ablehnten.

Kriegsjahr 1917

Im März 1917 zogen sich die an der Somme stehenden deutschen Truppen in die stark ausgebaute Siegfriedstellung zurück, wobei sie das freigegebene Gebiet weitgehend verwüsteten und teils verminten.

Im selben Monat unternahmen die Briten einen Vorstoß nach Bagdad, wobei ihnen die Kapern der Ort gelang.

Vor dem Hintergrund der Kriegsbelastungen und auf Grund des starken Nahrungsmangels kam es am 8. März (23. Februar nach russischem Kalender) in St. Petersburg zu Massendemonstrationen, die sich zur Februarrevolution ausweiteten. Es bildeten sich in Petersburg Arbeiter- und Soldatenräte, während eine provisorische bürgerliche Regierung unter Fürst Lwow errichtet wurde. Am 15. März dankte Zar Nikolaus II. ab. Anliegend der parlamentarischen Regierung stand als zweite Gewalt der oberste Arbeiter- und Soldatenrat von Petersburg. Zur Enttäuschung großer Teile der russischen Bevölkerung entschied sich die provisorische Regierung zur Weiterführung des Krieges. Aus diesem Grunde ermöglichte die Oberste Heeresleitung im Apr. einer im Schweizer Exil lebenden Gruppe von Bolschewiken um Lenin, mit dem Zug nach Russische Förderation zu kommen. Der Zug fuhr über Berlin, wo er mit 40 Mio. Goldmark (entspricht gut sieben Tonnen Gold) beladen wurde. Am 16. April traf Lenin in Sankt Petersburg ein, wo er zur sozialistischen Sturz aufrief.

Am 6. April 1917 erklärten die USA dem Deutschen Reich den Krieg. Anlass war die Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Kriegs durch das Reich, der auch diverse zivile Opfer forderte. Außerdem flog die Zimmermann-Depesche auf, in der das Deutsche Reich Mexiko aufforderte die USA anzugreifen. Im Dezember 1917 folgte die Kriegserklärung der USA an Österreich-Ungarn.

Ungeachtet der gewaltigen Verluste im bisherigen Kriegsverlauf starteten die Alliierten auch im Jahre 1917 diverse Großangriffe auf die deutsche Westfront. Diesmal wählte der britische Subjekt Haig die nordfranzösische Gemarkung Arras als Ziel einer Offensive, während die französische Truppe an der Aisne und in der Champagne die deutschen Stellungen angriff. An der Aisne setzten die Franzosen noch etwas Soldaten und Kriegsgerät ein als bei ihrer Gegenoffensive vor Verdun 1916. Die Offensiven der Alliierten begannen im April und mussten schon im Mai nach hohen Verlusten abgebrochen werden. Das deutsche Heer war dazu übergegangen, die Schützengräben sehr viel tiefer liegend und dichter zu staffeln als zuvor. Im Übrigen setzten die Deutschen mobile Reserve-Divisionen ein, die mit großer Flinkheit an hart umkämpfte Frontabschnitte herangeführt wurden.

Als Folge der gescheiterten Offensiven kam es in der französischen Truppe zu Meutereien, von denen aushilfsweise so weit wie 16 Korps erfasst wurden. Deshalb wurde der französische Mensch Nivelle durch General Pétain abgelöst, der die Verteidigung Verduns organisiert hatte. Durch den Übergang zu einer strikten Defensivhaltung konnte Pétain die Unruhe in der französischen Truppe vor allem eindämmen. Gegen meuternde Soldaten wurde mit äußerster Härte vorgegangen. In Grande Nation wurden 1917 jede Menge Hundert Soldaten hingerichtet. Wenngleich deutsche Verbände weitergemeldet hatten, dass der französische Widerstand an größeren Frontabschnitten praktisch nimmer existierte, nutzte die deutsche Heeresleitung die Meutereien in der französischen Truppe nicht aus. Pétain erkannte die Bedrohung und sorgte für Verbesserungen in Hinsicht auf Wegzehrung und Ruhezeiten der Truppen. Die Soldaten wurden künftig durch sorgfältiger geplante und vorsichtigere Operationen sowie verstärkten Materialeinsatz etwas entlastet; in der Folge setzte in der französischen Streitkräfte ein langsamer Regenerationsprozess ein; die Moral festigte sich wieder.

Nach den verlustreichen Kämpfen im Frühjahr begann im Juni 1917 eine britische Großoffensive in Flandern. Wie mehrfach vorerst setzte man dabei auf den massiven Einsatz von Kriegsgerät und Fußvolk auf großer Breite. Die Flandernschlacht, die durch die widrigen Geländebedingungen geprägt war, dauerte viele Monate und brachte den Briten geringe Gebietsgewinne bei hohen Verlusten. Sie musste im Saison 1917 abgebrochen werden.

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Zerbombter Wald bei Ypern

Am 27. Juni 1917 trat Griechenland auf Seiten der Alliierten in den Bewaffnete Auseinandersetzung ein. Das neutrale Griechenland stand schon seit 1916 unter Druck, da britische und französische Schiffe die griechische Küste blockierten. Nach einem Ultimatum des französischen Oberkommissars Jonnart dankte im Juni 1917 der griechische König Konstantin ab. Es folgte die Bildung einer neuen, den Alliierten wohlgesonnenen Regierung unter Ministerpräsident Venizelos. Diese erklärte den Mittelmächten den Krieg.

Die Alliierten drängten zu ihrer Entlastung Russische Förderation zur Durchführung einer Offensive, die von dem russischen Kriegsminister Kerenski geplant wurde und am 30. Juni begann. Nach Anfangserfolgen lief sich die Sturm am 11. Juli fest. Schon am 19. Juli gingen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen bei Tarnopol zum Konter über. Dabei gelang ihnen die Rückeroberung von Galizien und der Bukowina. In Russische Förderation selbst kam es am 17. Juli zu einem Putschversuch der Bolschewiki, der durch das Militär zerschlagen wurde. Lenin floh nachdem nach Finnland, während Fürst Lwow am 21. Juli von dem aus einer gemäßigten sozialistischen Politische Kraft stammenden Kerenski als Ministerpräsident der provisorischen Regierung abgelöst wurde. Trotz der militärischen Misserfolge und der kritischen Lage im Inneren beharrte Kerenski auf einer Weiterführung des Krieges. Im Sept. eroberten deutsche Truppen die Gemarkung Riga und im Oktober die baltischen Inseln Ösel, Dagö und Moon, woraufhin der militärische Widerstand der russischen Streitkräfte beinahe zusammenbrach.

Ende Oktober 1917 gelang am Isonzo österreichisch-ungarischen Truppen, die durch die deutsche 14. Truppe (darunter das Deutsche Alpenkorps) starke Unterstützung erhielten, der Perforation bei Flitsch (Bovec, Slowenien) und Tolmein (Tolmin, Slowenien). Die Itaker verloren über 200.000 Mann an Kriegsgefangenen und wurden bis an die Piave zurückgeworfen. Die Front konnte nur mit Mühe stabilisiert werden. Britische und französische Divisionen wurden zur Unterstützung Italiens entsandt.

Anfang Nov. eskalierte die Konstellation in Russland. Durch die von dem inzwischen aus Finnland zurückgekehrten Lenin geführte Oktoberrevolution vom 6. bis 7. November wurde die provisorische Regierung gestürzt und die Macht von den Bolschewiki übernommen. Schon am 8. November wird von den neuen russischen Machthabern das Erlass über die Beendigung des Krieges erlassen, womit sich für die Mittelmächte eine starke militärische Entlastung an ihrer Ostfront anbahnte.

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Zerstörte britische Panzer bei Cambrai

Im Gegensatz zu der sich Ende 1917 entspannenden Sachverhalt im Morgenland kam es in Französische Republik nach wie vor zu schweren Kämpfen. Am 20. November unternahm die britische Streitkräfte nach kurzer Artillerievorbereitung einen Überraschungsangriff auf die deutschen Stellungen bei Cambrai und setzte dabei verschiedene hundert Panzer ein. Dabei gelang den Briten ein tiefer liegend Einbruch in die deutsche Front. Die deutsche Truppe musste alle verfügbaren Reserven heranführen. Einige Tage nach Beginn der Kleinkrieg gingen die Deutschen zum Konterschlag über, wobei sie zum ersten Mal in großem Umfang Sturmtruppen an der Westfront einsetzten. Am 3. Dezember endete die Panzerschlacht von Cambrai mit annähernd unveränderten Fronten. Summa summarum waren über 80.000 britische und deutsche Soldaten verwundet, getötet oder gefangengenommen worden. Aus taktischer Sicht hatte die Gefecht großen Einfluss auf das alternative Kriegsgeschehen. Ein nach kurzem Geschützfeuer schnell vorgetragener Angriff mit Panzern und Sturmtruppen schien einen Perforation in dem völlig statischen Grabenkrieg möglich zu machen.

Bei dem britischen Angriff auf das von den Osmanen kontrollierte Palästina handelte es sich um die letzte größere Sturm des Kriegsjahres 1917. Der Angriff endete am 10. Dezember mit der Eroberung Jerusalems durch britische Truppen.

Am 15. Dezember wurde ein Waffenstillstand zwischen den Mittelmächten und Russische Förderation ausgemacht und eine Woche später in Brest-Litowsk die zunächst ergebnislosen Friedensverhandlungen eröffnet.

Kriegsjahr 1918

Bild:Deutsche Soldaten an der Front.jpg
Deutsche Soldaten im Schützengraben an der Somme, 1918
Auf Grund der zähen Friedensverhandlungen mit Russische Förderation rückten die Mittelmächte Anfang 1918 weiter auf russisches Areal vor und schlossen am 9. Februar 1918 einen Sonderfrieden mit der Ukraine. Lenin ließ trotz der harten Bestimmungen am 3. März den Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnen. Russische Förderation schied unter dem Verlust von etwa 25 Prozent seines europäischen Territoriums aus dem Bewaffnete Auseinandersetzung aus. Die Ukraine wurde unter deutsche Kontrolle gestellt, worüber man sich eine Verbesserung der Rohstoff- und Getreideversorgung erhoffte. Durch das Ausscheiden Russlands wurde es der deutschen Heeresleitung ermöglicht, etwa 1 Million Soldaten an die Westfront zu verlegen. Dadurch erlangten die Mittelmächte an der Westfront die personelle Überlegenheit. Diese Überlegenheit konnte auf Basis von des Eintreffens von immer mehr US-amerikanischen Verbänden in Französische Republik nur von kurzer Zeitabstand sein, wieso sich die OHL zum ersten Mal seit 1916 zu einer Großoffensive an der Westfront entschloss. Die deutsche Streitkräfte plante einen Angriff auf die Kante der britisch-französischen Front.

Am frühen Morgen des 21. März 1918 begann die deutsche Frühjahrsoffensive mit einem mehrstündigen Salve aus mehreren Tausend Geschützen. Zum ersten Mal wurde auch das so genannte Paris-Geschütz eingesetzt. Deutsche Sturmtruppen erzielten einen tiefen Einbruch in die britische Front, die sich an mehreren Abschnitten beinahe auflöste. Innerhalb weniger Tage rückte das deutsche Heer fast siebzig Kilometer vor. Doch die deutschen Angriffskeile verloren durch ihr strahlenförmiges Auseinderstreben rasch an Wucht. Nach dem 6. Apr. ging man wiederum zum Stellungskrieg über. Unter dem Druck der bedrohlichen Lage des Frühjahres 1918 konnten sich die Alliierten nun zu guter Letzt auf einen gemeinsamen Oberbefehl über die alliierten Streitkräfte in Grande Nation und Belgien verständigen: Subjekt wurde der französische Marschall Ferdinand Foch. Weitere deutsche Offensiven ab 9. April in Flandern und ab 27. Mai an der Aisne (wobei man wiederum, wie 1914, bis auf einige Zwölf Kilometer an Paris herankam), liefen sich zu guter Letzt ebenso fest. Die Übernahme eines längeren alliierten Frontabschnittes in Lothringen durch US-Verbände ermöglichte es den Franzosen, Kräfte zu verlagern und so zur Verteidigung der deutschen Offensiven beizutragen. Am 3. Juni endete die deutsche Frühjahrsoffensive an der Aisne.

Die letzte deutsche Großoffensive vom 15. Juli 1918 bei Reims und in der Champagne verpuffte annähernd wirkungslos, trotz wieder sehr starker Artillerievorbereitung. Begünstigt durch die immer stärkere US-amerikanische Unterstützung konnten die Alliierten schon am 18. Juli zwischen Marne und Aisne zur Gegenoffensive übergehen. An der Somme, in der Panzerschlacht bei Amiens (8. August 1918) mussten die Deutschen eine schwere Niederlage hinnehmen. Auf deutscher Seite sprach man vom „schwarzen Tag des deutschen Heeres“. Das deutsche Heer war schon deutlich geschwächt. Auf der einen Seite wurden die ersten Angehörigen des Jahrgangs 1900 an die Front geschickt; andererseits konnte man nicht umhin, Soldaten weit über 30 Jahren und Familienväter weiter in der Front zu belassen. Die mittleren Altersgruppen waren durch die vorausgegangenen Kriegsjahre schon stark dezimiert. Ab dem Saison 1918 gerieten darüber hinaus immer mehr deutsche Soldaten in alliierte Gefangenschaft. Bereits am 14. August stufte die OHL die militärische Lage als aussichtslos ein. Die deutschen Truppen mussten sich nun langsam aber stetig zurückziehen. Im November 1918 hielten sie nur noch einen kleinen Teil Nordostfrankreichs und gut die Hälfte Belgiens sowie Luxemburg besetzt. Die Deutschen leisteten trotz hoher Verluste und stark abnehmender Truppenstärke bis demnach hartnäckigen Widerstand (beschrieben als das „Spinnennetz“ von Verteidigern); der Stand der Kriegstaktik (Vorteile der Defensive, auch bei relativ wenigen MG und Abwehrgeschützen), die starken Zerstörungen im Kampfgebiet (Wege, Infrastruktur / Panzer waren als Offensivwaffe noch nicht ausgereift!) und nicht zuletzt alliierte Nachschubschwierigkeiten kamen den Deutschen hier somit zugute.

Somit gelang den Alliierten bis zuletzt kein entscheidender Durchbruch, was der so genannten Dolchstoßlegende nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung zu einem Auftrieb verhalf.

Ab dem 15. September 1918 brach der Widerstand der bulgarischen Streitkräfte nach einem Perforation der Alliierten in die mazedonische Front vollständig zusammen. Vor diesem Fond verlangten Hindenburg und Ludendorff am 29. September letzter die Ausarbeitung eines Waffenstillstandsangebots durch politische Vertreter des Reiches. Um Verhandlungen auf der Basis des 14-Punkte-Programms des amerikanischen Präsidenten zu ermöglichen, wurde durch Erlass des Kaisers am 30. September ein parlamentarisches Regierungssystem in Deutschland eingeführt. Der neue, vom Volksvertretung bestätigte Reichskanzler Max von Baden unterbreitete am 4. Oktober Woodrow Wilson ein derartiges Angebot. Die USA forderten folglich die Räumung der von den Deutschen besetzten Gebiete, die Einstellung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges und die Einstellung der Monarchie. Gerade die Auflösung der Königreich wird jedoch von Regierung und SPD abgelehnt.

Im Oktober 1918 begann sich die Donaumonarchie aufzulösen. Am 28. Oktober wurden die österreichisch-ungarischen Truppen an der italienischen Front (am Piave) in Venetien grundlegend geschlagen (ital.: „Vittorio Veneto“). Am selben Tag wurde die Gründung der Tschechoslowakei beschlossen, während am darauf folgenden Tag Jugoslawien gegründet wurde. Am 1. November bildete sich eine unabhängige Regierung in Ungarn. Am 3. November unterzeichnete General Viktor Weber Edler von Webenau den Waffenstillstand von Villa Giusti mit den Alliierten. Acht Tage später dankte Kaiser Karl I. ab und verzichtete auf jegliche Partizipation an der neuen österreichischen Regierung.

Bild:Compiègne1918.jpg
Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages in einem Salonwagen im Wald von Compiègne am 11. Nov. 1918

Ungeachtet der deutschen Waffenstillstandsbemühungen befahl die deutsche Admiralität für den 29. Oktober das Auslaufen der Flotte zu einer letzten, verzweifelten Gefecht („ehrenvoller Untergang“) gegen die überlegene Königlich Navy. Nachdem kam es in Wilhelmshaven zu Meutereien. Man verlegte die Kriegsflotte deshalb teilweise nach Kiel und wollte die Meuterer bestrafen. Es brach ein Matrosenaufstand aus, in dessen Folge in zahlreichen deutschen Städten Arbeiter- und Soldatenräte gegründet wurden. Kurt Eisner rief in München den Republik Bayern aus. Hier folgte im Frühjahr 1919 die Münchner Räterepublik. Die Sturz erfasste am 9. November auch Berlin, wo Reichskanzler Edelmann Maximilian von Baden aus Sorge vor einem radikalen politischen Revolution eigenmächtig die Amtsabtretung des Kaisers bekannt gab und die Reichskanzlerschaft auf den Vorsitzenden der SPD, Friedrich Ebert, übertrug. Am Nachmittag desselben Tages rief Philipp Scheidemann die deutsche Republik aus. Karl Liebknecht vom Spartakusbund proklamiert die Freie Sozialistische Republik Deutschland. Sowie der Kaiser sowohl .... als auch sämtliche deutsche Fürsten dankten ab. Kaiser Wilhelm II. floh am 10. November ins niederländische Exil.

Ab 7. November verhandelten der französische Marschall Foch und vier deutsche Mensch der Regierung Max von Badens unter Führung von Matthias Erzberger (Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei) in einem Salonwagen im Wald von Compiègne über den Waffenstillstand zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich. Nach dem Regierungswechsel drängte Friedrich Ebert auf eine Unterzeichnung des von Frankreich diktierten Vertrages. Am 11. November um 5 Uhr früh unterzeichneten die beiden Parteien den Waffenstillstandsvertrag. Dieser sah u. a. die Bedingungen für die Räumung der von der deutschen Streitkräfte besetzten Gebiete und des linken Rheinufers vor, das zusammen mit drei Brückenköpfen in Mainz, Koblenz und Köln von den Alliierten ausverkauft wurde. Noch dazu wurde der Friedensvertrag von Brest-Litowsk aufgehoben. Durch die Verpflichtung zur Abgabe großer Mischen von Transportmitteln und Waffen sowie die Internierung der Hochseeflotte wurde dem Reich die Weiterführung des Krieges praktisch unmöglich gemacht, obschon der Waffenstillstand immer nur für 30 Tage galt und dann verlängert werden musste. Ab 11 Uhr am 11. Nov. schwiegen die Waffen.

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Kriegsfolgen

Verluste

Der Erste Weltkrieg forderte fast zehn Mio. Opfer und etwa 20 Mio. Verwundete. Im Deutschen Reich leisteten im Kriegsverlauf 13,1 Mio. Mann Militärdienst; davon starben über 2 Millionen. Bis zum Ausscheiden Russlands aus dem Bewaffnete Auseinandersetzung hatte man dort etwa 15 Mio. Männer zum Wehrdienst herangezogen, von denen 1,7 Mio. ums Leben kamen. Von den knapp 8,5 Mio. eingezogenen Franzosen überlebten 1,4 Mio. den Bewaffnete Auseinandersetzung nicht. Die britische Truppe (inkl. Empire) hatte im Großen und Ganzen etwa acht Mio. Soldaten eingesetzt, von denen 950.000 nicht aus dem Bewaffnete Auseinandersetzung zurückkehrten. Österreich-Ungarn musste 1,2 Mio. Opfer hinnehmen, auf italienischer Seite waren es fast eine halbe Million . Unter den Verwundeten befanden sich verschiedene ab und an bis zur Unkenntlichkeit entstellte Invaliden. Unzählige ehemalige Weltkriegssoldaten starben nach dem Ende der Feindseligkeiten noch an den Folgen von Kriegsverletzungen und mitgebrachten Krankheiten in relativ niedrigem Lebensalter. Zu den Verwundeten müssen auch mehrere Kriegsverweigerer hinzugezählt werden, die psychisch unfähig zum Militärdienst waren oder wurden – und zur „Aufrechterhaltung der Moral der Truppe“ entweder zu Gefängnisstrafen verurteilt oder in entsprechenden Anstalten psychiatrisiert wurden. Zu den militärischen kamen die zivilen Opfer: Die Behinderung gegen das Deutsche Reich und Österreich führte 1917–1919 zu rund einer Million Hungertoten, der größte Teil davon in Deutschland. Die besonders schwer umkämpften Gebiete in Nordfrankreich waren im Bewaffnete Auseinandersetzung größtenteils zerstört worden. Die Kosten für den Rekonstruktion wurden auf etwa 100 Mrd. Francs geschätzt. Der Bewaffnete Auseinandersetzung hatte alle beteiligten Mächte im Allgemeinen über eine Billion Goldmark gekostet.

Kriegskosten

Die gigantischen Kosten von über einer Billion Goldmark überstiegen ungleich die Wirtschaftskraft der europäischen Länder. Abstrahierend dargestellt - mit Ausnahmefall Englands - wurden sie durch Kreditbeanspruchung und Geldentwertung aufgebracht. Die Annahme der Sieger, die Kriegskosten durch Entschädigung refinanzieren zu können, erwies sich als Illusion. Großbritannien wurde vom größten Gläubiger der Welt zu einem der größten Schuldner. Für Deutschland endete der Bewaffnete Auseinandersetzung in einer gigantischen Inflation, die Siegermächte wurden zu Schuldnern der USA. Westen hatte seine weltbeherrschende Stellung durch den Bewaffnete Auseinandersetzung verloren. DeGaulle formulierte später: Es gab Persönlichkeit und Besiegte; wir alle haben verloren.


Politische Folgen: Die Vorortverträge

Am 18. Januar 1919 begann die Friedenskonferenz. Am 28. Juni unterzeichnete die deutsche Delegation unter starkem Druck der Alliierten den Vertrag von Versailles. Angesichts der Bestimmungen des Vertrages von Versailler Abkommen musste das Deutsche Reich Elsass-Lothringen an Frankreich; Posen und Westpreußen an Polen abtreten; das Memelgebiet wurde unter französische Verwaltung gestellt und 1923 durch Litauen besetzt; das Hultschiner Ländchen musste an die neugegründete Tschechoslowakei abgetreten werden. Danzig wurde zur Freien Gemarkung unter Kontrolle des neugegründeten Völkerbundes erklärt. Die ehemaligen deutschen Kolonien wurden zu Mandatsgebieten des Völkerbundes unter britischer und französischer Kontrolle erklärt. In Eupen-Malmedy-St.Vith (anschließend belgisch), Nordschleswig (der nördliche Teil anschließend dänisch), Teilen Ostpreußens (deutsch bleibend) und in Oberschlesien (zwischen Deutschland und Polen geteilt) wurden bis 1921 Volksabstimmungen über den Aufenthaltsort beim Deutschen Reich angesetzt. Im belgischen Abstimmungsgebiet wurden Wähler in großem Stil eingeschüchtert und von der Wahl abgehalten. Das Saargebiet wurde für 15 Jahre der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt, wobei Französische Republik die Wirtschaftshoheit übernahm. Wahlen im Memelland erbrachten hohe Stimmenanteile (etwa 80 Prozent) für die deutschen Parteien.

Das Deutsche Reich wurde zur Abrüstung verpflichtet und durfte ein Berufsheer mit einer maximalen Stärke von 100.000 Soldaten unterhalten, die Reichsmarine 15.000. Das Heer durfte weder schwere Artillerie noch Panzer besitzen, die Marinerüstung unterlag starken Einschränkungen. Im Okzident des Deutschen Reiches wurde eine entmilitarisierte Zone geschaffen, deren Grenze etwa 50 Kilometer östlich des Rheins verlief. An den Grenzen des Deutschen Reiches wurden Zonen bestimmt, in denen keine Befestigungen errichtet oder verändert werden durften. Verschiedene Flüsse und der Nord-Ostsee-Kanal (damals: Kaiser-Wilhelm-Kanal) wurden durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags internationalisiert.

Der Artikel 231 des Vertrages wies die alleinige Schuld am Bewaffnete Auseinandersetzung dem Deutschen Reich und seinen Verbündeten zu. Die Alliierten begründeten damit die Reparationsforderungen. Verschiedene Deutsche empfanden dies als ungerecht. Ursprünglich wurden Abfindung in Höhe von 269 Milliarde Goldmark festgelegt, welche in 42 Jahresraten ausgezahlt werden sollten. Die Forderungen und Regelungen zu den Reparationszahlungen änderten sich mehrfach (siehe: Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg). Zumal musste das Deutsche Reich verschiedene Sachlieferungen leisten. Die Bestimmungen des Versailler Vertrags beseitigten nicht die Großmachtstellung Deutschlands. Sie waren jedoch so hart, dass sie das Verhältnis Deutschlands zu den Alliierten schwer belasteten. Der in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft als aufdiktierter Friede eingestufte Vertrag von Versailles verhalf nationalistischen Kreisen im Reich zu einem starken Zulauf. Der Vertrag wurde von den USA nicht unterzeichnet. Sie schlossen am 25. Aug. 1921 mit dem Berliner Vertrag einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reich, der einige der härtesten Bestimmungen ausklammerte. Marschall Foch kommentierte den Vertrag von Versailles mit den Worten: „Das ist kein Frieden. Das ist ein zwanzigjähriger Waffenstillstand.“ Lenin bezeichnete ihn als Raubfrieden.

Bild:Österreich-Ungarns Ende.png
Karte der territorialen Aufteilung Österreich-Ungarns nach den Pariser Vorortverträgen
Bild:Trianon map hu.png

Am 10. Sept. 1919 unterzeichneten die Alliierten und Österreich bei Paris den Vertrag von Saint-Germain. Österreich musste Südtirol und Friaul an Italien abtreten, sowie das Gebiet um Triest. Hinzu kamen Gebietsabtretungen an das neu gegründete Jugoslawien (SHS-Staat). Österreich musste die Unabhängigkeit Ungarns, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens und Polens anerkennen. Ein Anschluss an das Deutsche Reich wurde Österreich untersagt, trotz die provisorische Nationalversammlung einstimmig dafür votierte. Eine Umbenennung des Staates in „Deutsch-Österreich“ wurde verboten. Zuungunsten von Ungarn erhielt Österreich das größtenteils deutschsprachige Burgenland zugesprochen, jedoch ohne die Stadt Ödenburg (ungar. Sopron) da sich dessen Bewohner in einer Volksbegehren für den Aufenthaltsort bei Ungarn aussprachen. Auch in Österreich wurde die Wehrpflicht verboten. Die maximale Stärke des österreichischen Heeres wurde bei 30.000 Soldaten angesetzt.

Im Pariser Vorortvertrag von Neuilly mit Bulgarien, der am 27. Nebelmonat November 1919 unterzeichnet wurde, begrenzte man die Stärke des bulgarischen Heeres auf 20.000 Soldaten. Bulgarien musste verschiedene kleine Gebiete im Europa an Jugoslawien abtreten. Außerdem fiel der bulgarisch beherrschte Teil Thrakiens an Griechenland.

Am 4. Juni 1920 wurde im Schloss Trianon in Versailles der Friedensvertrag mit Ungarn unterzeichnet. Die ungarischen Teile der Slowakei mussten an die Tschechoslowakei abgetreten werden, während Slawonien und der Banat an Jugoslawien fielen. Außerdem musste Ungarn das Burgenland an Österreich und Siebenbürgen an Rumänien abtreten. Das ungarische Berufsheer wurde auf 35.000 Soldaten begrenzt.

Der letzte Pariser Vorortvertrag wurde am 10. Aug. 1920 in Sèvres unterzeichnet. In dem Vertrag wurde die Internationalisierung der türkischen Meerengen festgelegt. Die Türkei musste Ost-Thrakien und die Gemeinde Smyrna samt Umgebung an Griechenland abtreten, sowie sämtliche unter türkischer Kontrolle befindliche Ägäis-Inseln bis auf die Dodekanes, die an Italien fiel. Kilikien und Syrien gerieten unter französische Kontrolle, während Zypern, Ägypten, Palästina und der Irak unter britische Verwaltung kamen. Kurdistan wurde der Autonomiestatus zugesprochen, Armenien wurde unabhängig. Die türkische Heeresstärke wurde auf 50.000 Soldaten begrenzt. Der Vertrag von Sèvres wurde von der türkischen Nationalversammlung nicht bestätigt. Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Griechenland, die bis 1922 zur Räumung Ost-Thrakiens und Smyrnas durch die Griechen führten. 1921 wurde der Abzug der Franzosen aus Kilikien vertraglich herbeigeführt, Armenien wurde zwischen der Sowjetunion und der Türkei aufgeteilt. In der Folgezeit wurden Tausende Armenier Opfer von Verfolgungen durch die Türken. Im Frieden von Lausanne wurden am 24. Juli 1923 die türkischen Gebietserwerbungen bestätigt, noch dazu verzichteten die Alliierten auf Reparationsforderungen.

Die Vorstadtverträge stellen eine radikale Beendigung der jahrhundertealten Politik der Equilibrium der Mächte auf dem Erdteil dar. Während etwa noch auf dem Wiener Kongress nach den Napoleonischen Kriegen die territoriale Unbescholtenheit Frankreichs garantiert und der Ausgangszustand angestrebt wurde, wurden in diesen Verträgen zwei Kriegsgegner zerschlagen und die anderen schwer bestraft. Die erzwungene Auflösung der Türkei und Österreich-Ungarns führte zur Kleinasiatischen Katastrophe und den Instabilitäten in Mitteleuropa. Mio. von Leute lebten hier als Minderheiten in Staaten, einzeln von ihrem Mutterland. Die Folgen für Deutschland führten dazu, dass auch demokratische und gemäßigte Kreise den Forderungen der Nationalisten oft zustimmten. Große Wirkung entfaltete die Position des US-Präsidenten Woodrow Wilson, der "Selbstbestimmung der Völker". Sie wurde vorerst in den von den Europäern besetzten Kolonien begeistert aufgenommen. Das Kolonialreich Großbritanniens begann auf mehreren Schauplätzen erste Auflösungserscheinungen zu zeigen. Irland wurde zwischen 1917 und 1921 schrittweise unabhängig, die Dominions des Empires wie Südafrika, Australien und Kanada verlangten als Gegenleistung für ihre Kriegsbeteiligung weitreichende Zugeständnisse. Italien sah sich selbst als Loser an, da es als Gegenleistung füs seine 500.000 Kriegstoten nur einige seiner Forderungen erfüllt bekam.

Kriegsverbrecherprozesse

siehe Leipziger Prozesse

Der Erste Weltkrieg als militärhistorische Zäsur

Der industrialisierte Krieg

Der Erste Weltkrieg war der erste vollständig industrialisierte Krieg, in dem man versuchte alle verfügbaren personellen und materiellen Reserven aufzubieten. Die Ursprünge des von den Nationalsozialisten propagierten „Totalen Kriegs“ finden sich vor Verdun und an der Somme. Hatte das Zeitalter der Millionenheere schon während der Französischen Revolution mit der Einführung der allgemeinen Wehrdienst begonnen, erreichte es während des Ersten Weltkriegs eine neue Dimension. Das Deutsche Reich hatte während des Kriegs durchschnittlich knapp 7 Mio. Männer unter Waffen, die ausgerüstet werden mussten. Die Kriegswirtschaft erreichte auf Basis von der gewaltigen Material- und Blutschlachten im Ersten Weltkrieg zuerst ungekannte Ausmaße. An manchen Tagen des Kriegs wurde mehr Projektil verknallt als während des gesamten Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71. Die völlige Industrialisierung der Kriegsführung zeigte sich auch in der tausendfachen Fabrikation von Geschützen, Maschinengewehren, Panzern und Kampfflugzeugen, die es zuerst nicht vorgegeben hatte. Ohne Rücksicht auf zivile Belange wurden alle Ressourcen an die Front umgeleitet. Die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland bis 1923 (Hungersnöte, Inflation, Hyperinflation) sind zum erheblichen Teil Spätfolgen dieser Kriegspolitik gewesen.

Zäsur der Mentalität von Soldaten und Befehlshabern

Verschiedene Soldaten zogen zunächst mit einer romantisch verklärten Vorstellung vom Bewaffnete Auseinandersetzung in die Schlacht, die angesichts moderner, in gewaltiger Zahl eingesetzter Waffen äußerst anachronistisch war. Wusste zu Beginn des Zweiten Weltkrieges praktisch alle Soldat, was Panzer und Flammenwerfer sind, war dies während des Ersten Weltkrieges zunächst nicht der Fall. Deshalb hatte derartiges Kriegsgerät im Ersten Weltkrieg einen verheerenden psychischen Effekt auf Soldaten, gegen die es eingesetzt wurde. Auch die Kriegstaktik war von einer unzeitgemäßen Mentalität geprägt. Zu Beginn des Krieges ließ man die Fußvolk oft in dichter Schützenreihe und nur unter dem Einsatz des Bajonetts angreifen, was meist katastrophale Folgen hatte.

Bild des Soldaten

Der Erste Weltkrieg mit seinen Materialschlachten führte einen starken Mentalitätswechsel herbei. In militaristischen Kreisen kam nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung das Idealbild des Soldaten auf, der vollständig abgehärtet, emotionslos und grenzenlos erschütterungsfest ist. Dieser wird in keiner Weise mehr durch seine Persönlichkeit, für durch seinen markanten Helm repräsentiert. Diese Vorstellungen veranlassten einen im Dez. 1918 gegründeten Bund ehemaliger Frontsoldaten dazu, sich nach dem Stahlhelm zu benennen. Das Ideal vom unbegrenzt harten, rücksichtslosen Soldaten wurde namentlich von den Nationalsozialisten aufgegriffen. Zum Bild gehörten auch die verkrüppelten Kriegsteilnehmer, die mit im Vorfeld unbekannten (Gesichts-)Entstellungen und Amputationen in ein Zivilleben entlassen wurden, das noch keine moderne Prothetik, berufliche und medizinische Rehabilitation kannte. Die seit Johann Goerke in Preußen als medizinische Teildisziplin anerkannte Militär-Chirurgie arbeitete noch ohne Antibiotika und weitgehend ohne Anästhesie.

Ausrüstung

Auf die enorm wichtig gewordene Tarnung und Decken im Feld nahmen zahlreiche Armeen zunächst keine Rücksicht. Die Franzosen zogen 1914 mit blau-roten Uniformen in den Krieg, mit denen sie weithin sichtbar waren. Auch die deutsche Pickelhaube gehörte eigentlich in eine vergangene Epoche. Ihre Spitze verriet oft verfrüht einen geplanten Sturmangriff, da sie in der Regel aus dem Graben ragte. Erst im Laufe des Jahres 1916 wurden die meisten deutschen Frontsoldaten mit einem zeitgemäßen Stahlhelm ausgestattet. Interessanterweise wurde der Begriff "Tarnung" und das Verb "tarnen" erst im ersten Weltkrieg in den deutschen Sprachschatz aufgenommen. Grund hierfür war, dass man ein heroischeres Wort für "verstecken/verbergen" benötigte. Deshalb wurde ein längst vergessenes mittelalterliches Wort wiederbelebt.

Verschwinden der Kavallerie

Der häufige Einsatz von Kavallerie in der Anfangsstadium des Kriegs stellte einen eindeutigen Anachronismus dar und endete vielmals in einer Katastrophe. In den späteren Kriegsjahren wurden einige Kavalleristen als Ordnungstruppen im Hinterland der Front eingesetzt, während sich alternative zu Kampfpiloten ausbilden ließen. Allein die britische Truppe setzte bis zum Ende des Kriegs auch an der Front ihre Berittene militärische Einheit ein. So sollten in der Flandern-Schlacht von 1917 britische Kavallerie-Einheiten flüchtende deutsche Truppen endgültig schlagen, wozu es jedoch nicht kam.

Aberglaube

Der während des Ersten Weltkriegs stark verbreitete Aberglaube stand in einem gewaltigen Gegensatz zu der militärischen Realität. Zig Soldaten erwarben Talismane und „Nothemden“, mit denen sie sich vor Verwundungen zu schützen suchten. Identisch Phänomen trat gehäuft schon während des Dreißigjährigen Krieges auf. Angesichts von Maschinengewehren mit einer Feuerrate von über tausend Kopfschuss pro Minute und Geschützen mit einem Kaliber von so weit wie 42 cm wirkt dieser Geisterglaube wie ein Überbleibsel aus mittelalterlicher oder wenn schon vorchristlicher Zeit.

In dem Film Bataillon der Verlorenen wird gezeigt, wie italienische Soldaten nach antikem Brauch ihrem tödlich getroffenen Kameraden noch eine Münze in den Mund schieben, damit er dem Fährmann Charon die Überfahrt über den Styx in das Totenreich abdrücken kann.

Die Urteilsfähigkeit der Militärs

Auf beiden Seiten waren die Militärs besser auf den vorhergehenden als auf den gegenwärtigen Bewaffnete Auseinandersetzung vorbereitet. Dessen ungeachtet es im amerikanischen Sezessionskrieg schon Schützengräben, Schnellfeuergewehre, Materialschlachten und selbst U-Boote feststehend hatte, schenkten die Militärs diesen Aspekten des Kriegs wenig Beachtung. Etliche glaubten allen Ernstes noch an eine entscheidende Rolle der Berittene militärische Einheit und versprachen ihren Regierungen einen schnipsen Sieg. Auf beiden Seiten hatte man Massenheere aufgestellt, hatte aber keine konkreten Vorstellung von deren Führung, namentlich was Zufuhr und Mobilität betraf.

Der Erste Weltkrieg als Epochenzäsur

Mit dem Ersten Weltkrieg ging eine Phase zu Ende – das lange 19.  Jahrhundert wie es oft genannt wird, das mit der Französischen Sturz (1789) angebrochen hatte und gemeinhin als das bürgerliche Zeitalter apostrophiert wird. Dies war schon den Zeitgenossen bewusst. Der britische Außenminister Sir Edward Grey meinte, dass europäisch die Lichter ausgingen; Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg sprach in düsterer Gefühl von einem „Sprung ins Dunkle“.

Der Erste Weltkrieg war – wie es der US-amerikanische Diplomat und Geschichtsforscher George F. Kennan ausdrückte – die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Er war an erster Stelle ein Ereignis, das sich fatal auf die andere Geschichte Europas auswirkte: Oktoberrevolution, Stalinismus, Faschismus, Nationalsozialismus und schließlich der Zweite Weltkrieg sind ohne die Erschütterungen des Ersten Weltkriegs nicht denkbar. Einige Geschichtswissenschaftler packen die Jahre von 1914 bis 1945 als zweiten Dreißigjährigen Krieg zusammen und beschreiben die Zeit der Weltkriege als Katastrophenzeit der deutschen Geschichte.

Mit dem Ersten Weltkrieg endete eine Ära unbedingten und optimistischen Fortschrittsglaubens, eine große Desillusionierung durch die mörderische Realität der Materialschlachten und Grabenkämpfe setzte ein. Die Ordnung des 19. Jahrhunderts geriet aus den Fugen: parlamentarisch-demokratische Republiken lösten die liberal-konstitutionelle Herrschaftsform mit stark autokratischen Zügen besonders im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn ab. Letzteres zerfiel in jede Menge neue Staaten. Die republikanische Staatsform löste europäisch endgültig die monarchische ab. Diesen Republiken blieben jedoch die wirtschaftlichen und sozialen Spannungen sowie die politischen Konzepte der Vorkriegszeit, um ihnen zu begegnen, erhalten. Gleich darauf brach sich die Krisis der bürgerlichen Gesellschaft Bahn und sie wurden durch den Aufstieg großer faschistischer und kommunistischer Massenbewegungen bedroht, die in diktatorische und totalitäre Regierungsform mündeten. Die bürgerlich dominierte Stände- und Klassen-Gesellschaft wandelte sich in Teilen zur Massengesellschaft.

Der Zusammenbruch der Monarchien in Deutschland, Österreich-Ungarn, Russische Förderation und in der Türkei und der daraus folgende soziale und politische Umwälzung mündete vor dem Fond weiterhin unterlegen Wirtschaftskonjunkturen z. T. in äußerst instabile Regierungssysteme in den Nachfolgestaaten zu Beginn Ostmitteleuropas.

Die USA wurden durch ihr Eingreifen in den Ersten Weltkrieg zur dominierenden Weltmacht. Vereinigte Staaten wie Großbritannien und Französische Republik gerieten in wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA. Der Erste Weltkrieg leitete das Ende der europäischen Vormachtstellung ein – auch durch die allmähliche Gleichstellung der Völker Afrikas und Asiens vom Kolonialismus. Die eurozentrische Weltordnung wurde abgelöst durch eine zunehmende Polarisierung zweier Supermächte.

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Militärische Besonderheiten

Grabenkrieg

siehe Grabenkrieg

Luftkrieg

siehe auch Luftkrieg im Ersten Weltkrieg

Die wenig robusten Flugzeuge bei Kriegsausbruch wurden hauptsächlich zur Fernaufklärung eingesetzt. Doch schon in diesem Spanne erfüllten sie eine wichtige, von den Generälen von Anfang an unterschätzte Aufgabe.

Als die Briten in Grande Nation ankamen, brachten sie gerade einmal 48 Aufklärungsmaschinen mit. Sie beobachteten ständig die Front und meldeten die Feindbewegungen an das Oberkommando. Ihnen war es besonders zu verdanken, dass General Joffre die Angriff an der Marne einleitete. Das deutsche Heer hatte bei seinem Vormarsch beabsichtigt, Paris europäisch zu umgehen. Als es plötzlich nach Südosten abdrehte und dabei eine große Lücke zwischen den einzelnen Armeen hinterließ, wurde dies zuerst von den Fliegern der Royal Flying Corps (RFC) bemerkt. Sie gaben die Nachricht an die französische Kommandokette weiter, die nachdem den Konterschlag an der Marne einleiten konnte.

Bild:Sopwith F-1 Camel.jpg
Sopwith F-1 Camel

Auf diesem Wege gewann die Luftaufklärung steigernd an Bedeutung. Als der Stellungskrieg einsetzte, wurden die Flieger auch zu Artilleriekoordinierung eingesetzt, warum erste Methoden zu ihrer Bekämpfung entwickelt wurden.

Der französische Luftfahrtpionier Roland Garros war der erste, der ein echtes Jagdjet entwickelte. Er montierte ein Maschinengewehr an der Spitze seines Flugzeugs. Um den Propeller nicht zu beschädigen, verstärkte er ihn mit Stahlplatten. Im Frühjahr 1915 machte er mit seiner neuen Waffe 18 Tage lang über Flandern Jagd auf die Deutschen, bis er bei einer seiner Missionen abgeschossen wurde.

Wenig später baute der Niederländer Anton Herman Gerard Fokker ein Unterbrechergetriebe in sein Fokker E.III ein. Durch die Abstimmung setzte das MG immer dann sein Feuer aus, wenn es den Propeller getroffen hätte. Die ersten erfolgreichen Piloten dieser Apparaturen waren Max Immelmann und Oswald Boelcke, die den Ruf der Fokkergeißel begründeten. Bis Anfang 1916 dominierten die Deutschen den Himmel über der Westfront.

Angriffe durch Bombenabwürfe kamen zuerst eher selten vor, wurden aber im Laufe des Krieges verstärkt. Die ersten Bomben wurden von einem deutschen Zeppelin am 24. August 1914 über Antwerpen abgeworfen.

Im Dezember desselben Jahres griff man auch die britische Eiland an. Die Engländer wiederum konzentrieren sich bei ihren Angriffen auf die Branche Westdeutschlands und die Zeppelinwerke am Bodensee. Der Erste Weltkrieg war die erste militärische Auseinandersetzung, in der Bomber eingesetzt wurden. Bei diesen handelte es sich um besonders große und stabile Doppeldecker, die Fliegerbomben mit einem Gewicht von partiell über einer halben Fass mit sich führten. Bis 1918 starben durch deutsche Bomben, die von Zeppelinen abgeworfen wurden, 1.400 britische Zivilisten und fast 5.000 wurden verwundet.

Der Erste Weltkrieg war überdies der erste Krieg, in dem frühe Flugzeugträger zum Einsatz kamen. Dazu bauten Staatsbürger und Briten zig ihrer Kriegsschiffe um. Diese frühen Modelle waren nur für den Einsatz von Wasserflugzeugen geeignet, die vom Deck starteten und in der Nähe des Flugzeugträgers landeten, um mit einem Kran an Bord befördert zu werden. Die vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs beschleunigte Entwicklung von Flugzeugträgern sollte sich während des Zweiten Weltkriegs bei den Kämpfen im Stiller Ozean als wesentlich herausstellen.

Bis 1917 wurden wieder und wieder schwere Angriffe auf London geflogen, wonach einige Industrien den Betrieb wenn schon passivieren mussten. Danach wurden die Luftschiffe, welche eine zu große Angriffsfläche boten und zu unbeweglich waren, kumulativ durch Großflugzeuge abgelöst.

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Jagdstaffel (Jasta) Boelcke

Ab 1916 verloren die Deutschen ihre Lufthoheit wieder. Die Alliierten hatten sich neu organisiert und flogen nun mit Kompromiss finden robusten Flugzeugen (zum Beispiel Nieuport 11) sehr erfolgreiche Angriffe. Die Deutschen reagierten. Oswald Boelcke bildete einige der besten Flieger aus und vermittelte ihnen sein Kampfwissen, welches er in der Dicta Boelcke niederschrieb. Die deutschen Jagdstaffeln (kurz JASTA), speziell die JASTA 11, brachten den Alliierten schwere Verluste bei.

Nach dem Tod Boelckes wurde Anfang 1917 die JASTA 11 von Manfred von Richthofen geleitet. Er sorgte mit seinen Piloten für den blutigen April, in dem die Alliierten 443 Flieger verloren. Richthofen selber schoss in dieser Zeit 20 Flugzeuge ab, sein Bruder Lothar brachte es auf 15 Abschüsse. Ein anderer Pilot, Kurt Wolf, errang in diesem Apr. 22 Luftsiege.

Als 1918 die Bürger eintrafen, wendete sich das Blatt. Die Staatsbürger waren zwar unerfahren. Die Überlegenheit an der Masse von Flugzeugen konnten die Deutschen jedoch nicht ausgleichen. Ab Saison 1918 mussten die kaiserlichen Piloten ihr Glück mit Sturzangriffen probieren, da sie anderenfalls keine Möglichkeit gegen die alliierten Geschwader hatten. Danach ließen die Alliierten viele Staffeln übereinander fliegen, womit die Deutschen weiterhin bedrängt wurden.

Am 21. April 1918 wurde Manfred von Richthofen abgeschossen. Er war mit 80 bestätigten Luftsiegen der erfolgreichste Jagdflieger des Ersten Weltkriegs. Durch den Verlust ihres Idols und durch zunehmende Nachschubschwierigkeiten, verstärkte sich der Druck auf die kaiserlichen Jagdstaffeln. Zum Kriegsausgang konnten die Luftstreitkräfte wenig beitragen. Der Bewaffnete Auseinandersetzung wurde bedrückt entschieden.

Mehrere gefallene Flieger, u.a. Richthofen, wurden in Bundeshauptstadt auf dem Invalidenfriedhof beigesetzt.

Seekrieg

Deutsche Marine

Auf den Weltmeeren standen sich zum Anfang des Krieges hauptsächlich die Kaiserliche Marine Deutschlands und die Grand Fleet Großbritanniens gegenüber. Zufolge der Übermacht britischer Schiffe konnten die Deutschen 1914 nicht in die Angriff gehen, weshalb besonders die alliierte Wasserverkehr im Ärmelkanal ohne große Störungen stattfinden konnte. Abwehrend war besonders Helgoland mit einer starken Küstenverteidigung ausgestattet und sicherte somit die Deutsche Bucht.

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Die SMS Scharnhorst

Auf Grund der Zurückhaltung der Mittelmächte, die dem Bewaffnete Auseinandersetzung auf den Schlachtfeldern Frankreichs zu Beginn größere Beachtung schenkten, konnten die Briten ungestört die Seeherrschaft über die Nordsee erringen und eine Seeblockade einleiten. Das Ziel der Hindernis war es, Deutschland von allen Zufahrten des Seewegs zu trennen. Weiterhin konnte durch die Kontrolle des Seeraums auch das britische Expeditionskorps ungestört übersetzen.

Das erste Gefecht fand am 28. Aug. 1914 vor Helgoland statt. Deutsche Torpedoboote unter dem Schutz leichter Kreuzer führten regelmäßige nächtliche Aufklärungsunternehmungen durch. Diese Regelmäßigkeit ermöglichte es den Briten, dem deutschen Verband eine Fallgrube zu stellen. Diese erfuhren jedoch von dem Plan und bauten ihrerseits eine Fallgrube auf. Alle beide Seiten hatten jedoch organisatorische Probleme, und da die Unterstützungskräfte wegen der Flut nicht aus der Jade auslaufen konnten, verlor die Hochseeflotte drei Leichte Kreuzer und ein Torpedoboot, die zur „Ködergruppe“ gehörten. Als die schweren deutschen Einheiten auf dem Front erschienen, waren die Briten verschwunden.

Um das Ungleichgewicht der Kräfte zu kompensieren, leiteten die Deutschen den U-Boot-Krieg ein. Nach anfänglichen Misserfolgen deutscher Unterseeboote, gelang es der U-9 am 22. September 1914 drei britische Kreuzer zu versenken. Nachdem man die Wirksamkeit der U-Boote erkannt hatte, entschloss man sich auch Handelsschiffe zu attackieren, um die Briten von ihrem überlebenswichtigen Zufuhr abzuschneiden.

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Die SMS Gneisenau

Im Überseekrieg erlitt das deutsche Pazifikgeschwader in der Kleinkrieg bei den Falklandinseln eine schwere Niederlage. Als das deutsche Geschwader unter der Leitung von Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee am 1. Nebelmonat November in der Bucht von Coronel zwei englische Kreuzer versenken konnte, entschieden sich die Briten einen Verband in Tendenz Falkland zu schicken, da sie befürchteten, von Spee könnte den Port Stanley auf den Inseln angreifen. Als von Spee am 8. Dez. den Port erreichte, wurde er von einer britischen Übermacht überrascht. In der nachfolgenden Kleinkrieg versenkten die Briten die „Großen Kreuzer“ Scharnhorst und Gneisenau. Die verbliebenen deutschen Schiffe konnten zwar an erster Stelle entkommen, wurden aber wenig später aufgespürt und gleichfalls vernichtet.

1915 verschlechterte sich die Lage Deutschlands. Im Gefecht auf der Doggerbank erlitt es am 24. Januar eine übrige Niederlage gegen die Briten. Sämtliche Versuche, die alliierte Seeblockade zu schwächen, schlugen fehl und immer mehr deutsche Schiffe wurden versenkt oder nach schwerer Beschädigung freiwillig aufgegeben. Wegen dieser Fehlschläge erfolgte am 4. Feber der Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrieges, in dem daneben alliierten auch neutrale Schiffe angegriffen werden konnten. Am 7. Mai versenkte die U-20 die Lusitania, was eine internationale Protestwelle auslöste.

Die Lusitania war ein bewaffneter Hilfskreuzer, der Waffen und Gewehrkugel von den USA nach Abendland bringen sollte. Zur Tarnung deklarierte man das Wasserfahrzeug als Passagierdampfer, der u. a. auch Ami beförderte. Ungeachtet die deutsche Regierung eine Neuigkeit herausgab, in der man vor Fahren nach Großbritannien warnte, waren über 200 Bürger an Bord des Schiffes, als dieses am 1. Mai 1915 den Port von New York verließ. Die Briten wussten, dass der Tod von US-Bürgern den Kriegseintritt der USA bewirken könnte. In Folge dessen wurde der Kreuzer Juno vom Geleitschutz der Lusitania abgezogen und der Kapitän des Schiffes nicht über die Tätigkeiten deutscher U-Boote unterrichtet. Als die Briten schließlich noch die Reiseplan änderten, und die Lusitania nicht wie geplant nach Liverpool, anstatt nach Queenstown fuhr, steuerte das Wasserfahrzeug unvorbereitet auf die U-20 zu. Als das Transportschiff am 7. Mai versenkt wurde, starben über 1.100 Passagiere. Zwischen den USA und dem Deutschen Reich verschärfte sich der Ton. Schließlich drohten die USA selbst mit einem Eintritt in den Krieg.

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Das deutsche Wasserfahrzeug U 16
Aus Sorge vor einem US-amerikanischen Kriegseintritt beendete die deutsche Admiralität Anfang 1916 den Handelskrieg und konzentrierte sich auf die Verwüstung alliierter Kriegsschiffe. Am 31. Mai und 1. Juni kam es zur Skagerrakschlacht, an der 258 Schiffe involviert waren. Das Ziel der Deutschen war es, mit ihrer Hochseeflotte die Briten maßgeblich zu schwächen. Letztlich endete die noch größte Seeschlacht der Weltgeschichte mit einem Unentschieden und Deutschland setzte wiederholt alle Hoffnungen auf den uneingeschränkten U-Bootkrieg. Im Kriegsjahr 1917 führte diese Taktik zwar zu gewaltigen Verlusten unter alliierten und neutralen Handelsschiffen, eine kriegsentscheidende Wendung, wie von der deutschen Führung erwartet, konnte jedoch nicht erreicht werden. An Stelle trat die USA in den Bewaffnete Auseinandersetzung ein. Zur selben Zeit führten die Entente-Mächte das Konvoisystem ein. Dadurch war es den Starten nicht länger so leicht möglich, unbewaffnete Handelsschiffe aufzuspüren. Ein Großteil der deutschen U-Boote wurde vernichtet.

Im Mai 1918 eröffneten die Deutschen eine übrige U-Boot-Offensive, womit unter den US-Amerikanern einige Verluste zu nörgeln waren. Besonders die U-Boote vor der Ostküste Nordamerikas waren eine große Bedrohung für Handelsschiffe und Truppentransporter. Doch letztlich war durch den Seekrieg keine kriegsentscheidende Wirkung zu erwarten. Ein großer Teil der U-Boot-Besatzungen war gefallen und die Gewerbe sah sich außer Stande die zunehmenden Verluste an Hochfahren auszugleichen.

Erfolgreicher war die Seekriegführung in der Ostsee. Obgleich die Russische Ostseeflotte den deutschen Kräften in der Ostsee weit überlegen war, gelang es dem dortigen Oberbefehlshaber, Großadmiral Infant Heinrich von Preußen, den Konkurrent in die Verteidigung zu drängen, so dass es während des ganzen Krieges zu keinem einzigen russischen Angriff auf die deutsche Küste kam. Anstatt dessen war es möglich, deutsche Heeresoperationen im Baltikum zu unterstützen.

Als sich das Ende des Krieges anbahnte, sollte gegen den Willen der neuen deutschen Regierung am 28. Oktober noch einmal ein Großangriff auf die britische Marine stattfinden, wonach der Matrosenaufstand von Kiel losbrach und der Seekrieg somit sein Ende fand. Die Meuterei der Matrosen leitete auch die Entwicklung zur Novemberrevolution in Deutschland ein.

Der Bau der deutschen Hochseeflotte war ein wesentlicher Anlass zur Verfeindung mit England. Die relative Zwecklosigkeit der Flotille im Krieg, bewies die Zwecklosigkeit des Flottenbaus; die Flotille war groß hinreichend England herauszufordern, aber zu klein, um es ernsthaft zu gefährden.

Österreichische Marine

Auch Österreich-Ungarn verfügte mit dem Hauptstützpunkt im dieser Tagekroatischen Pola über eine Kriegsmarine, welche nach dem Seitenwechsel der Itaker zur Entente gegen die italienische Küste operierte. Doch über die Adria hinauf konnte diese meist zum Küstenschutz und zur Abschreckung ausgelegte, vormalig sechstgrößte Kriegsmarine der Welt nicht gelangen, da die Itaker an der engsten Stelle der Adria im Süden eine Seesperre aus Schiffen und schwerer Küstenartillerie errichtet hatten. Als man einmal die Seesperre zu durchbrechen versuchte, gingen viele Kriegsschiffe verloren oder wurden schwer beschädigt, sodass die Lebenslage aussichtslos war. Die letzten nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung verbliebenen k.u.k.-Kriegsschiffe gingen dann in jugoslawischen Habseligkeiten über, da Istrien und damit der Kriegshafen Pola in den Friedensverträgen Jugoslawien zugesprochen wurde. Das größte Kriegsschiff der ehemaligen österreichisch-ungarischen Marine, die SMS Viribus Unitis, überstand zwar den Bewaffnete Auseinandersetzung weitgehend unbeschädigt, doch wurde es am 1. November 1918 im Port von Pola von zwei italienischen Marineoffizieren samt einem beträchtlichen Teil der Besatzung versenkt.

Giftgas

Bild:French gas casualties 1915 2.jpg
Französische Opfer eines Gasangriffs, 1915
Bild:Gasmask for man and horse.jpeg
US-Soldat und Pferd mit Gasmaske
Bild:British 55th Ressort gas casualties 10 Apr. 1918.jpg
Durch Kampfgas geblendete britische Soldaten warten auf die Therapie

Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, in dem Giftgas eingesetzt wurde. Der Bewaffnete Auseinandersetzung an der Westfront hatte sich schnell zum Stellungskrieg entwickelt. Geländegewinne waren kaum möglich, da alle beide Seiten sich in ihren Schützengräben eingegraben hatten. Aus militärstrategischer Sicht erforderte diese Lebenslage den Einsatz einer Flächenwaffe, mit der man dem Charakter von oben zusetzen konnte. Die klassische Waffe dafür war die Artillerie. Besonders für die Deutschen ergab sich jedoch das Problem, dass die Sprengstoffproduktion nicht mit dem Bedarf der Militärs Nachkommen konnte. Es mangelte an Rohstoffen, zuerst an Nitrat, welches älter aus Chile über den Atlantik, und damit durch vom Subjekt kontrolliertes Gebiet, importiert werden musste. Erst später konnte mit dem Haber-Bosch-Verfahren Ammoniak synthetisiert werden und dadurch der Nitratmangel gelindert werden.

In dieser Lebenslage entstand der Plan, stattdessen Sprenggranaten giftige Chemikalien zu verschießen. Der Einsatz von Gift galt zuerst als unmilitärisch und war laut Haager Landkriegsordnung verboten. Die Entwickler neuer Kriegswaffen stellten ethische Bedenken zurück und fingen an, nach geeigneten Stoffen zu suchen. Bis Kriegsende hatte man 3.000 verschiedene Substanzen auf ihre Nützlichkeit als Waffe geprüft.

Erste Versuche

Die ersten, die dann chemische Waffen im weitesten Sinne einsetzten, waren die Franzosen. Die Verhüterli Polente hatte vor dem Bewaffnete Auseinandersetzung Tränengas-Munition entwickelt, die bis nachher unbewohnt lagerte. Diese Kugel holte man jetzt heraus und probierte sie an der Front aus. Die Patronen waren mit 19 ml Bromessigsäureethylester (ein recht schwaches Tränengas) gefüllt. Sehr bald stellte sich heraus, dass das zu wenig war. Die Gewehrkugel war für den Einsatz in geschlossenen Räumen entwickelt worden, unter freiem Himmel verdünnte sich der Stoff so sehr, dass dadurch keiner kampfunfähig zu machen war.

Auch die Deutschen starteten ihre ersten Versuche. Zunächst wurden gleichermaßen nicht-tödliche Chemiewaffen eingesetzt. Am 27. Oktober 1914 Schmetterlinge im Bauch die Deutschen bei Neuve-Chapelle zum ersten Mal Granaten, die mit Dianisidinchlorsulfonat gefüllt waren, einem feinkristallinen Pulver, das die Schleimhäute von Augen und Nase reizte. Der Heil blieb auch hier aus, da sich die verwendeten Stoffe beim Heizung durch die entstehende Wärme zersetzten.

Dieses „Problem“ hatte man den ganzen Bewaffnete Auseinandersetzung durch: Die Chemikalie musste ausreichend giftig sein, aber auch genügend hitzebeständig. Während der Experimente mit Kampfgasen kam man schon früh auf Xylylbromid, das recht giftig und hitzefest war, nichtsdestoweniger versagte es beim ersten Einsatz an der Ostfront: Es war Jänner 1915 und man hatte nicht bedacht, dass Xylylbromid bei tiefen Temperaturen kaum in den gasförmigen Zustand übergeht. Auch hier war also die Konzentration zu gering, um dem Person ernsthaft zu schaden.

Chlorgase und Blasverfahren

Da man mit durch die Artillerie verschossenem Waffe augenscheinlich Probleme hatte, erfand man etwas Neues: Man nahm nun Chlorgas, das sehr billig zu erhalten war, da es ein Abfallstoff der chemischen Branche war. Um den Stoff zum Konkurrent zu bringen, entwickelte Fritz Haber das Habersche Blasverfahren, mit dem das Chlorgas (schwerer als Luft und daher in Bodennähe konzentriert) nicht verschossen, zugunsten aus Behältern bei entsprechender Windrichtung in die französischen Schützengräben geblasen wurde.

Zum ersten Mal hatte ein Gaseinsatz durchschlagenden „Erfolg“: Am 22. April 1915 fielen in Ypern (Belgien) 5.000 Volk einem deutschen Chlorgaseinsatz zum Opfer, 15.000 zusätzliche erlitten Vergiftungen. Dieses Zeitangabe wird dieser Tage als Beginn der chemischen Kriegsführung angesehen.

Gegenmaßnahmen, Phosgen und Senfgas

Die nächste Stufe des Gaskrieges wurde von den Franzosen eingeleitet. Sie Schmetterlinge im Bauch Ende Februar 1916 als erste Granaten mit Phosgen. Auf die Wirkung (und zuallererst die Spätfolgen) dieses Kampfstoffs gehen die meisten Gastoten des Ersten Weltkriegs zurück. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Gasmasken erfunden. Nach übereinkommen Monaten hatten alle beide Seiten ihre Soldaten flächendeckend mit Gasmasken ausgerüstet. Die Laborchemiker reagierten darauf mit einer neuen Entwicklung: Senfgas war ein Kontaktgift und führte zunächst zu schweren Verätzungen der Haut und schließlich zum Tod. Als Testgelände verwendeten die Deutschen wiederholt das Front bei Ypern, im Juli 1917. Seine schädlichste Wirkung entfaltet Senfgas aber an den Augen und in den Atmungsorganen, während die Verätzungen der Haut von den Betroffenen in vielen Fällen überlebt wurden. Senfgas war auf deutscher Seite infolge der Markierung auf den Granaten auch als „Gelbkreuz“ bekannt. Zumal setzten die deutschen noch „Blaukreuzkampfstoffe“, so genannte „Maskenbrecher“ ein. Sie durchdrangen die Filter der Gasmasken. Reizstoffe zwangen den so angegriffenen, die Gasmaske abzunehmen. Oft wurde dabei bzw. kurz danach der lungenschädliche, meist tödliche Kampfstoff „Grünkreuz“ eingesetzt. Atemnot und Hustenreiz steigerten sich zum Erstickungsanfall. Der Tod trat bei beinahe vollem Wahrnehmung ein. Diese Methode wurde verharmlosend „Buntschießen“ genannt. Auch die 12. Isonzoschlacht wurde maßgeblich durch den Einsatz von Kampfgas gelenkt und führte bei Karfreit zum Perforation der österreichischen Truppen, die von deutschen Verbänden verstärkt worden waren. Die genaue Anzahl der im Ersten Weltkrieg durch Waffe Vergifteten und Toten ist nur schwer festzustellen, zumal ein Großteil der Soldaten erst nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung an den Spätfolgen verstarb: Schätzungen gehen von etwa 496.000 Vergifteten und 17.000 Toten aus, wobei die Zahl der Toten wahrscheinlich noch höher angesetzt werden muss.

siehe auch: Liste chemischer Kampfstoffe

Gebirgskrieg

Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, welcher auch im Hochgebirge im Jahreszeit weitergeführt wurde. An der Südfront entwickelte sich ein Stellungskrieg im Berggruppe zwischen Österreich-Ungarn und Italien.

Vom Stilfser Joch an der Grenze zur Schweiz wurde eine 600 km lange Linie so weit wie den Julischen Alpen gebildet. Während im Morgenland der Südgrenze die Isonzoschlachten tobten, welche den Materialschlachten an der Westfront in nichts nachstanden, hatte sich besonders in den Dolomiten eine bis nachher unbekannte Art von Stellungskrieg entwickelt: die topografischen Bedingungen des Krieges waren eine Neuheit.

In Tirol wurden nach der Kriegserklärung durch Italien 1915 die Standschützen mobilisiert und an die Südgrenze gebracht; die Truppen der ersten Linie (Kaiserjäger) waren in Galizien und hatten dort schon schwere Verluste erlitten. Sie kamen in den Karnischen Alpen ebenso zum Einsatz wie in den Dolomiten, rund um den Gardasee und am Ortler und standen den italienischen Alpini gegenüber und hielten die italienischen Soldaten auf, bis die Verstärkungen durch Kaiserschützen und Kaiserjäger eingetroffen waren.

Handelte es sich im Saison schon um unwirtliches Gebiet, so waren im Saison nicht der Gegner, anstelle Frost und Schnee der größte Feind. Die Stellungen mussten von so weit wie 12 Metern Schnee freigehalten werden; von der Außenwelt abgeschnittene Stellungen waren üblich.

Am heftigsten tobte der Gefecht im Gebiet der Drei Zinnen und um den Paternkofel – in diesen Kämpfen fiel auch der bekannte Südtiroler Bergsteiger Sepp Innerkofler.

Das Gelände brachte mit sich, dass jedes Mal die eine Kriegspartei einen Gipfel belegt hielt, während die sonstige versuchte, den Gipfel zu erstürmen. Weil dies des Öfteren nicht möglich war, begann man damit, kilometerlange Stollen durch das Felsblock zu treiben, um ohne Feindeinwirkung bis zum Gipfel vordringen zu können. Bisweilen wurden die Stollen auch mit Sprengstoff gefüllt und ganze Berggipfel zum Zusammenbruch gebracht (z. B. der Col di Lana 1916). Noch dieser Tage machen mehrere Stollen vom Kampf.

Für die Anlieferung und erstmal dem Waffentransport kamen in großem Ausmaß Seilbahnen zum Einsatz, außerdem wurden Klettersteige entwickelt, die Versorgungen über Leitern und vorwärts von Stahlseilen ermöglichten.

In den Gletschergebieten wurden Stollen durch das Gletschereis getrieben, um Einsicht auf die gegnerischen Lager ohne Feindeinsicht zu erhalten (Marmolata).

Für den Stellungskrieg im Berggruppe benötigte man ausgebildete Bergsteiger und Bergführer. Dies führte wiederum zu einer rasanten Fortentwicklung der Alpinismustechnik.

Erster Weltkrieg an Kolonialschauplätzen

Im ersten Weltkrieg kam es auch auf außereuropäischen Schauplätzen zu Kampfhandlungen, umkämpft waren dabei die deutschen Kolonien. Diese Kämpfe waren in der Regel von wenig Gegenwehr gekennzeichnet, da das Deutsche Reich davon ausging, dass sich das Schicksal der Kolonien durch den Kriegsausgang europäisch entscheiden würde. Bis Feber 1916 fielen sämtliche deutschen Besitzungen, mit Ausnahmefall Deutsch-Ostafrikas, der Entente in die Hände. Die letzten Einheiten in Deutsch-Ostafrika kapitulierten erst nach dem offiziellen Waffenstillstand in Europa.

Siehe auch: Erster Weltkrieg an Kolonialschauplätzen

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Wirtschaftliches Umfeld

Deutsches Reich

Bild:Spare seife aber wie.jpg
Spare Seife! ... aber wie? Bekanntmachung des Kriegsausschusses für Oele und Fette, das auffordert, Seife und Öle zu sparen und Vorschläge unterbreitet, wie das zu tun ist.
siehe auch Sozial- und Wirtschaftsgeschichte im Ersten Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg unterschied sich von früheren europäischen Kriegen. Im Deutschen Reich beeinflusste erstmalig Kriegsgeschehen außerhalb des Staates die heimatliche Region und den Staat. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen traten unmittelbar und in unerwarteter Heftigkeit auf. Die durch den Bewaffnete Auseinandersetzung bedingten Engpässe machten sich sehr schnell bemerkbar. Die Aufbietung von Soldaten war in dieser Größenordnung noch nicht dagewesenen. Die Finanzierung des Krieges schaffte Probleme. 1915 betrugen die Kriegsausgaben des Reiches 24 Milliarden. Das war das Zehnfache der Steueraufkommen des letzten Friedenshaushalts.

Da aus unterschiedlichen Gründen, u. a. wegen der Aufrechterhaltung des sozialen Friedens, die Kriegsfinanzierung nicht durch Steuern, statt durch Kreditaufnahmen ereignen sollte, kam es von Anfang an zu massiven Eingriffen in die Finanzwirtschaft. Auch zog dieses Vorgehen natürlich alle negativen Folgen nach sich, die man von einer auf Schulden basierenden Volkswirtschaft kennt.

Die Maßnahmen waren anfänglich noch unter der Voraussetzung getroffen worden, dass der Bewaffnete Auseinandersetzung – entsprechend den Erfahrungen von 1866 und 1870/71 – in wenigen Monaten beendet sein würde. Von dieser Überlegung ging ja auch die Streitkräfte aus. Man erwartete von der vorhandenen deutschen Rüstungsindustrie eine ausreichende Versorgung. Erst der Munitionsmangel Anfang November 1914, als nur noch Projektil für sechs Tage zur Verfügung stand, zeigte die rüstungswirtschaftlichen Engpässe in aller Deutlichkeit auf.

Im Verlauf des Krieges blieben ja sowie die schnipsen militärischen Fortschritte und damit auch die Möglichkeit der Beschlagnahme von Rohstoffen im Feindesland aus. Darüber hinaus stürzte die englische Seeblockade die stark importabhängige deutsche Wirtschaft in größte Verlegenheit.

Auf Initiative insbesondere von Walther Rathenau und Wichard von Moellendorff von der AEG wurde noch im Aug. 1914 die Kriegsrohstoffabteilung (KRA) ins Leben gerufen. Diese Stelle, bis 1915 unter der Leitung Rathenaus, stand für eine enge Verzahnung von Privatwirtschaft und Staat, allerdings stieß sie schon seit ihrer Gründung auf heftige Ablehnung von Teilen der Privatwirtschaft. Ihre Hauptaufgabe sah sie in der Zufuhr der Privatwirtschaft mit den benötigten Rohstoffen, die daher zentral bewirtschaftet werden mussten. Zumal entstanden „Kriegsgesellschaften“, deren Zahl im Laufe des Krieges auf über hundert stieg. Diese waren ähnlich wie Aktiengesellschaften organisiert.

Im Frühsommer 1916 kam es zu einer massiven militärischen, politischen und wirtschaftlichen Krise, weil die Kriegskosten ins Gigantische stiegen: Gut 1/10 des Jahresvolkseinkommens 1913 wird zu dieser Zeit in einem Monat verpulvert. Ab der 5. Kriegsanleihe (September/Oktober 1916) können die Zeichnungsergebnisse nimmer mit dem Geldbedarf Mithalten (zum Deckungsgrad durch die Kriegsanleihen vergleiche Tabelle im Artikel Deutsche Inflation 1914 bis 1923). Darauf wurde das Hindenburg-Programm verkündet, das drastische Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftskraft verlangte, sowie das „Kriegsamt“ neu geschaffen. Die Folgen des Hindenburg-Programms waren aber nicht nur für die Wirtschaft spürbar, zugunsten auch für die Soldaten und Arbeiter. Denn zur Steigerung der Fabrikation war es unumgänglich, aus den Armeen eine Fülle von Facharbeitern herauszuziehen. Der Einsatz von Frauen in der Branche stieg weiter an. Ein allgemeiner Arbeitszwang wurde eingeführt, Kriegsgefangene und (vielfach belgische) Zwangsarbeiter wurden in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Nicht kriegswichtige Betriebe litten unter dem Entzug der für die Rüstungsindustrie benötigen Rohstoffe und Arbeitskräfte.

Siemens-Chef bereitet IT-Sparte auf Verkauf vor: Siemens räumt in IT-Sparte auf. Das Sanierungskonzept von Siemens sieht einen deutlichen Stellenabbau vor. Damit will Konzernchef Peter Löscher die Tochter SIS nach häufigen Strategiewechseln und Managementfehlern für einen möglichen Verkauf herausputzen. (IBM, Siemens)... Weiterlesen!

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Der Erste Weltkrieg in der historischen Forschung

In Deutschland entstand in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg ein umfangreiches apologetisches Schrifttum zur Verteidigung der „Kriegsschuldlüge“ (s. dazu: Kriegsschulddebatte). Geschichtsforscher der Siegerstaaten hielten überwiegend an der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands und seiner Verbündeten fest. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Ansicht des britischen Premiers David Lloyd George durch, die Völker Europas seien „in den Weltkrieg hineingeschlittert“. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts stellte der Hamburger Geschichtswissenschaftler Fritz Fischer dieses Geschichtsbild in Frage. Er löste einen ersten, jahrelangen Historikerstreit aus, zunächst mit seinem Bd. Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. Petrijünger stützte sich auf umfangreiches Quellenmaterial (vor allem des Archivs des Auswärtigen Amtes). Er vertrat die These, Deutschland habe bewusst auf einen Bewaffnete Auseinandersetzung hingearbeitet und habe die eigene Überlegenheit genutzt im Voraus der Opponent mächtiger würde. Mittlerweile hat sich eine vermittelnde Position durchgesetzt. Die deutsche Führung strebte nicht nach der Weltmacht, kalkulierte aber einen großen Bewaffnete Auseinandersetzung ein. Der Anteil des Deutschen Reiches an der Kriegsschuld muss im Kohärenz mit den anderen europäischen Großmächten betrachtet werden. Französische Republik nahm einen Bewaffnete Auseinandersetzung hin, um dem Deutschen Reich das Elsass und die kontinentale Vormachtstellung zu entreißen. Die Stimmung, die teils in Französische Republik herrschte, zeigte sich in der Ermordung des bekannten Kriegsgegners Jean Jaurès am 31. Juli 1914, am Vorabend des Krieges.

Die jüngste Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Alltagstrott der Menschen. Regionalgeschichtliche Forschungen falsifizieren die Annahme einer allgemeinen Kriegsbegeisterung im Aug. 1914.

Tief konzentrierte sich die Wissenschaft stark auf die Folgen des Krieges für die Mittelmächte. In jüngster Zeit befassen sich zuerst britische Geisteswissenschaftler mit den Folgen für Großbritannien und die USA (z. B. Ferguson, Keegan). Sie vertreten die These, Großbritannien sei der eigentliche Verlierer, da das Britische Empire von den USA praktisch übernommen wurde (mit dem 2. Weltkrieg dann endgültig).

siehe auch Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

Unser Star für Oslo - Die Suche beginnt : Pleiten, Pech und Pannen - so lässt sich das deutsche Auftreten beim Eurovision Song Contest in den vergangenen Jahren beschreiben. Jetzt soll alles besser werden - mit Stefan Raabs Hilfe. ... Weiterlesen!

Gigapixel-Fotos mit dem Bildroboter Gigapan Epic: Mit dem Roboter Gigapan können mit einfachen Spiegelreflexkameras hochauflösende Fotos erzeugt und Panoramen vollautomatisch fotografiert werden. Bislang waren die Geräte nur für Kompakt- und Bridge-Kameras erhältlich. Mit dem neuen Modell Gigapan Epic sollen auch schwere Spiegelreflexkameras eingesetzt werden.... Weiterlesen!

Die „vergessene“ Front: Zur Ostfronthistoriografie des Ersten Weltkrieges

Dieser Abschnitt soll einen kurzen Überblick über die Historiografie der Ostfront, mit Blick auf das Land Ober Ost, geben. Abhängigkeitserkrankung man in den Geschichtsbüchern des 20. Jahrhunderts nach Beschreibungen der Ostfront zwischen 1915–1918, findet sich zwar Material, doch beschränken sich diese Darstellungen fast ausschließlich auf den militärischen Ablauf und die strategischen Erwägungen des Krieges im Osten. Literatur mit dem Schlagwort Ober Ost im Titel ist kaum vorhanden. In Darstellungen zur deutschen Ostpolitik wurde Ober Ost höchstens kurz erwähnt oder ganz ausgelassen.

Die erste umfassende und gute Darstellung der Geschehnisse an der Ostfront lieferte der Engländer Norman Stone im Jahre 1975 mit seinem Schmöker The Eastern Front 1914–1917. Stone energisch die Wichtigkeit der Schlachten an der Ostfront für den militärischen Gesamtverlauf des Krieges. Es gelingt ihm, einige interessante Schlussfolgerungen zu ziehen. Er beschränkt sich nicht auf eine Wiederaufbau der Ereignisse des Krieges im Osten. Er dekonstruiert den bisherig vorherrschenden Sage eines wirtschaftlich gelähmten Russischen Reiches. Laut seiner Belege befand sich das Zarenreich in einer Phase wirtschaftlichen Aufschwungs, in einer für russische Verhältnisse fort gewesenen Weise. Die Schwäche Russlands liegt für Stone in der veralteten Administration. Diese mündete schließlich in Materialknappheit und in einer ineffizienten Armee. Stones Darstellung schweigt sich gänzlich aus über die deutsche Besatzung, plus auf dem Gebiet der heutigen EU-Staaten Litauen und Lettland wie auch auf Teilen Weißrusslands.

Damit steht er allerdings nicht allein da. Weiterhin sind „Verdun“, „Somme“, „Grabenkrieg“, „Stellungs- und Gaskrieg“ charakteristische Schlagwörter und gleichzeitig die ersten Assoziationen zum Ersten Weltkrieg. Allerdings beschreiben diese nur den Westen. Die Zustände an der Ostfront werden kaum charakterisiert. Kriegsromane wie Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues verklärten dieses Bild weiter und so lag die Ostfront nicht im Fokus der westlichen Weltkriegsforscher. Felix Kellerhoff, Korrespondent für „Die Welt“, trifft mit der Formulierung „aber wer weiß schon, dass es die relativ gesehen höchsten Verlustraten dieses Völkerschlachtens keineswegs im Stellungskrieg in Belgien und Ostfrankreich gab, sondern in der Karpatenschlacht?“ ziemlich genau den Kern des Problems.

Seit Stones Ausführungen dürfte eindeutig klar sein, dass sich der Bewaffnete Auseinandersetzung im Morgenland augenfällig von den Ereignissen an der Westfront unterschied. Als im Okzident die Fronten schon erstarrt waren, herrschte im Morgenland nach wie vor eine von Bewegung geprägte Kriegführung vor. Die Gründe hierfür liegen bei den spärlichen Kommunikationsmöglichkeiten und der schlechten Verkehrserschließung der Ostfront. Folglich konnten aufgebrochene Lücken in den Verteidigungslinien lange nicht so schnell gefüllt werden, wie dies in Grande Nation der Fall war. Die räumliche Ausdehnung der Ostfront mit mehreren tausend Frontkilometern, ganz abgesehen von den landschaftlichen Unterschieden, kontrastierte mit der Westfront und ihren 630 Kilometern Frontlinie.

Erst in den neueren und neuesten westlichen Darstellungen und Forschungen zum Ersten Weltkrieg erscheint die Ostfront kumulativ auch als Thematik. Das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MFGA) in Potsdam führte im August 2004 eine Tagung über „Die vergessene Front“ durch. Führende Militärhistoriker aus acht Ländern kamen dort zusammen. U. a. war auch der US-amerikanische Geschichtswissenschaftler Vejas Gabriel Liulevicius auf dieser Meeting dabei. Mit seinem Buch Kriegsland im Osten, lieferte er 2002 die erste umfassende westliche Darstellung der deutschen Besatzungsherrschaft im Baltikum während der Zeit des Ersten Weltkriegs Ober Ost und markierte so eine Forschungslücke.

Im Buch und sich verständigen auf kurz darauf geschriebenen Artikeln beschreibt er nicht nur Wesen und Charakter der deutschen Militärbesatzung im Lande Ober Ost, statt versucht auch die Ursachen des Wandels des deutschen Bildes vom Morgenland zu analysieren und Verbindungslinien zwischen den Vorstellungen der Militärverwaltung von Ober Ost und denen der späteren NS-Elite nachzuzeichnen. Auch im Spiegel-Artikel Der vergiftete Sieg geht Liulevicius auf diese Thematik ein. Der Versuch eine Kontinuitätslinie zur Zeit des NS-Regimes zu ziehen dürfte wohl noch einige Reaktionen in der Geschichtswissenschaft hervorrufen, zumal Liulevicius damit eine Brücke über die Zeit zwischen 1918 und 1933 zu schlagen versucht. Er sieht im Ostfronterlebnis der deutschen Soldaten das verborgene Vermächtnis des Ersten Weltkrieges.

Ein gewichtiges Problem bei den Ausführungen bezüglich der Frontwahrnehmung der Soldaten und des Wandels der Kategorien in welche der Orient cool wurde (Land und Menschen vs. Raum und Volk), liegt in der einseitigen Quellenbasis des Werkes Kriegsland im Osten. Liulevicius berücksichtigt anscheinend meist Tagebücher und Lebenserinnerungen von Militärs in höheren Rängen. Feldpostbriefe von Soldaten, beispielsweise, fehlen fast ganz. In der Konsequenz muss das entstehende Bild als elitär gefärbt betrachtet werden.

Inkomplett läuft Liulevicius’ Werk Gefahr, eine national-litauische Sicht auf die deutsche Besatzung einzunehmen, wie sie sich auch in anderen Arbeiten zur litauischen Geschichte findet. Dies zeigt sich regelmäßig in der Wortwahl, wenn er von „krankhaften Auswüchsen der Macht“ (S.217) und einer „rücksichtlosen Jagd nach Steuern“ (S.87) schreibt. Solche und ähnliche Formulierungen verhelfen dem Werk nicht unbedingt zu mehr Objektivität. Gleichzeitig dürfen die Ungerechtigkeiten, welche durch die deutschen Okkupationstruppen an der Bevölkerung Litauens begangen worden sind, nicht verharmlost werden.

Wie der Geisteswissenschaftler Eberhard Demm festhielt, verzichtet Liulevicius weiters auf polnische und französische Quellen und Darstellungen. Als Beispiel ist die ausführliche 700 Seiten starke zeitgenössische Lichtspiel La Lithuanie sous le joug allemand 1915–1918. Le plan annexioniste allemand en Lithuanie von C. Rivas (Pseudonym für Yvonne Pouvreau) zu nennen.

Frühere Untersuchungen über Ober Ost stellen die Werke des litauischen Historikers Abba Strazhas dar. In seiner Monografie Deutsche Ostpolitik im Ersten Weltkrieg. Der Fall Ober Ost 1915–1917 berücksichtigte Strazhas im speziellen auch die litauische Seite der Besatzung. Ein weiterer, erwähnenswerter Aufsatz von Strazhas ist „The Land Oberost and Its Place in Germany’s Ostpolitik 1915–1918“. Strazhas’ Ausführungen wurden in später geschriebenen Schaffen über die Geschichte Litauens häufig übernommen. Seine Darstellungen können als die Weiterführung von in Fritz Fischers kontroversem Werk Griff nach der Weltmacht gemachten Aufstellen bezüglich der deutschen Ostpolitik gesehen werden. Angler beschreibt Deutschlands annexzionistische Absichten im Baltikum. Weiter stellt er gar eine gewisse Kontinuität zwischen den Ausrichten des Kaiserreiches und jenen des nationalsozialistischen Regimes her. Solche Linien sind in der Geschichtswissenschaft nicht unbestritten und lösen eine Diskussion über Kontinuität in der Geschichte aus.

In Artikeln wie der litauische Landesrat als Instrument der deutschen Ostpolitik, nimmt Strazhas unvollendet eine national litauische Sichtweise ein, welche von Autoren wie Liulevicius scheinbar gutgläubig aus der Sekundärliteratur übernommen wurde. Doch wo liegt die Thema der Ostfront und speziell von Ober Ost als praktisch unbeschriebenes Blatt in der Geschichtswissenschaft? Der Schlagschatten des Zweiten Weltkrieges lag lange über jenem des Ersten. Sicher muss auch der Kalte Bewaffnete Auseinandersetzung und der damit erschwerte Zugang zu den Archiven, als ein entscheidendes Faktor genannt werden. Des Weiteren, galt Jahre lang der Kern jedweder Lehre im östlichen Raum der Russischen Revolution. Unter Lenin wurden Soldatenfriedhöfe des Zarenreiches zerstört und so der Versuch unternommen, gewisse Ereignisse aus dem Geschichtsbewusstsein der Volk auszulöschen. Über das Verhältnis von Politik und Geschichtswissenschaft, in Zusammenhang auf den Morgenland in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, machte Norman Stone, in dem Vorwort zur zweiten überarbeiteten Version seines Buches, folgende Bemerkungen:

Whatever you said about the Tsarist Russian army might give you trouble. If you wrote in a positive, patriotic way about it, you might offend against the Communist orthodoxy, by which everything Tsarist was condemned. If, on the other hand, you concentrated on the negative side, you could offend against the nationalist line which emerged with Stalin and which flourished under Brezhnev. Even the obvious sources were quite difficult to obtain; I was told, some years later, that The Eastern Front was listed in an German catalogue, but could not be read without permission. […] the subject was still, in the seventies, taboo“.

John Keegan verleiht mit dem Argument, dass rund 80 Prozent des Russischen Heeres aus Analphabeten bestand (also ohne Schreibgehilfen keine persönlichen, schriftlichen Quellen vermachen konnten) der Quellenlage eine zusätzliche Dimension. Nicht zu vergessen ist auch die sprachliche Barriere für etliche westliche Historiker. Die Erweiterung der Europäischen Union um die Baltischen Vereinigte Staaten vom 1. Mai 2004, wird bevorstehend sicher auch für ein zunehmendes Interesse an der Geschichte dieser Länder sorgen.

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Zitate

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Wikiquote: Erster Weltkrieg – Zitate

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  • Friedrich Engels im Jahre 1887: „Und endlich ist kein anderer Krieg für Preußen-Deutschland mehr möglich, als ein Weltkrieg, und zwar ein Weltkrieg von einer bisher nie geahnten Ausdehnung und Heftigkeit. Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abwürgen und dabei Europa so kahl fressen, wie noch nie ein Heuschreckenschwarm. Die Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges zusammengedrängt in drei bis vier Jahre und über den ganzen Kontinent verbreitet; Hungersnot, Seuchen, allgemeine, durch akute Not hervorgerufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen; rettungslose Verwirrung unseres künstlichen Getriebes in Handel, Industrie und Kredit, endend im allgemeinen Bankrott; Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer tragenden Staatsweisheit, derart, dass die Kronen zu Dutzenden über das Straßenpflaster rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt; absolute Unmöglichkeit, vorherzusehen, wie das alles enden und wer als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird; nur ein Resultat absolut sicher: die allgemeine Erschöpfung und die Herstellung der Bedingungen des schließlichen Siegs der Arbeiterklasse.“
  • Georges Clemenceau zur österreichischen Delegation in St. Germain 1919: „Der Rest ist Österreich!“
  • Der französische Marschall Ferdinand Foch nach Unterzeichnung der Verträge von Versailles: „Das ist kein Frieden, das ist maximal ein Waffenstillstand für 20 Jahre“
  • Adolf Hitler über den Tag der Niederlage Deutschlands: „…da beschloß ich Politiker zu werden“

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Literatur

  • Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Hrsg. von Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2003, ISBN 3506739131.
  • Volker R. Berghahn: Der Erste Weltkrieg. C.H.Beck, München 2003, ISBN 3-406-48012-8
  • Martin Farndale: Western front, 1914–18, London 1986, 421 S., ISBN 1-87011-400-0.
  • Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht, Düsseldorf 2000 (erstmals 1961), ISBN 3770009029. (Die Monographie zur deutschen Kriegszielpolitik vor und während des Ersten Weltkriegs löste die so genannte Fischer-Kontroverse aus.)
  • Richard F. Hamilton, Holger H. Herwig: The Origins of World War I, Cambridge 2004, ISBN 0521817358.
  • Michael Howard: Kurze Geschichte des Ersten Weltkriegs, München 2004 (Neuaufl. 2005; orig. Oxford 2002).
  • John Keegan: Der Erste Weltkrieg. Eine europäische Tragödie, 2. Aufl., Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3499611945.
  • Fritz Klein u.a.: Deutschland im ersten Weltkrieg, 3 Bde., Bundeshauptstadt (Ost) 1968–1970.
  • Peter Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg, 2. Aufl., Stuttgart 1980.
  • Vejas Gabriel Liulevicius: Kriegsland im Osten. Eroberung, Kolonisierung und Militärherrschaft im Ersten Weltkrieg 1914–1918, Hamburg 2002.
  • Wolfgang J. Mommsen: Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914–1918 (Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte 17), Stuttgart 2002, ISBN 3608600175.
  • Wolfgang J. Mommsen: Der Erste Weltkrieg – Anfang vom Ende des bürgerlichen Zeitalters. BpB, 2004, ISBN 3-596-15773-0.
  • Sönke Neitzel: Blut und Eisen, Zürich 2003, ISBN 385842448X.
  • Manfried Rauchensteiner: Der Tod des Doppeladlers: Österreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg, Graz, Wien, Köln 1993, ISBN 3-222-12116-8.
  • Norman Stone: The Eastern Front 1914–1917, London 1998.
  • Barbara Tuchman: August 1914. Angler Taschenbuch, ISBN 3596153956 (Pulitzer-Preis 1963, populärwissenschaftlich).
  • Jay Winter (Hg.): Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert, Hamburg 2002, ISBN 3-930908-76-X.

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Künstlerische Verarbeitung

Literatur

Filme

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Gears of War 3 soll im April 2011 erscheinen: Noch ist es nicht offiziell angekündigt, trotzdem steht der Erscheinungstermin für Gears of War 3 schon fest: Anfang April 2011 soll das Actionspiel von Epic Games für die Xbox 360 erscheinen - allerdings wie die Vorgänger wohl nicht in Deutschland. (Xbox 360, Jugendschutz)... Weiterlesen!

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