Diözese
Aus Schlauweb
(TID 642898)
„Verwaltung“) bezeichnete ursprünglich die staatliche Finanzverwaltung im alten Rom und wurde von Diokletian aufgegriffen zur politischen Neueinteilung des Imperium Romanum in 12 Diözesen, welche der späteren Gliederung der alten Kirche in Parochien entsprach. Während die orthodoxen Kirchen bis auf den heutigen Tag den Begriff Eparchie verwenden, kam im Europa ab dem 13. Jahrhundert der Begriff Diözese für den übergeordneten Bischofssprengel allgemein in Gebrauch, im deutschsprachigen Bereich auch Bistum.
Römisches Reich
Das Römische Reich ist zunächst in Provinzen aufgeteilt, die von Kaiser Diokletian (284-305) in 12 Diözesen zusammengefasst wurden, aus denen durch sonstige Strukturänderungen bis zur Reichsteilung im Anno 395 15 wurden. Der Leiter der Diözesen (und Provinzen) war der Vikar (vicarius), Stellvertreter des 312 aus dem militärischen Prätorianerpräfekten hervorgegangenen Zivilbeamten (siehe: Liste der römischen Provinzen ab Diokletian).
Die Diözesanstruktur wurde im Byzantinischen Reichs angesichts der islamischen Expansion (ab 630) für der Themenverfassung aufgegeben.
Römisch-Katholische Kirche
In der katholischen Kirche besitzt der Bischof einer Diözese volle Jurisdiktion. Daher wird er auch, zur Unterscheidung von den Weihbischöfen, Diözesanbischof genannt. Eine Diözese ist gewöhnlich mit anderen Bistümern zu einer Kirchenprovinz zusammengeschlossen. Das Bistum, welches hierin die Ort darstellt, wird Erzbistum genannt. Es bestehen jedoch auch Bistümer, welche keiner Kirchenprovinz angeschlossen sind und direkt dem Apostolischen Stuhl (Papst) untergeben sein -- z. B. alle Diözesen der Schweiz. Sie werden Exemte Bistümer genannt.
Die Größe der Bistümer ist von Land zu Land verschieden, zusammenfassend sind die Bistümer in den altchristlichen Benötigen der Mittelmeerländer wie auch von der Fläche wie auch von der Bevölkerungszahl her wesentlich geringer als in später christianisierten Bedürfen wie Deutschland.
Tatsächlich im Range einer Diözese stillstehen auch noch die
- Mission sui juris
- Apostolische Präfektur
- Apostolisches Vikariat
- Apostolische Administratur
- Territorialabtei
- Prälatur
Teilkirchen
Als Teilkirche bezeichnet die Katholische Kirche jede Diözese, im besonderen aber die unierten Kirchen.
Gerade gibt es in der Katholischen Kirche:
- 13 Patriarchate
- 4 Großerzdiözesen
- 518 Metropolitan-Erzdiözesen
- 78 Erzdiözesen
- 2.131 Bistümer
- 49 Prälaturen
- 12 Territorialabteien
- 19 Exarchate
- 8 Ordinariate
- 35 Militärordinariate
- 77 apostolische Vikariate
- 46 apostolische Präfekturen
- 9 apostolische Administraturen
- 11 Missionen sui juris
Diözesanleitung
An der Spitze eines Bistums steht immer der Bischof. In allem wird er durch den Generalvikar vertreten, der sein "alter ego", sein zweites Ich, ist. Ihm können zur Unterstützung, in genau umschriebenen Bereichen, Bischofsvikare zur Seite gestellt werden. Der Vertreter des Bischofs in der kirchlichen Judikative ist der Offizial und in der Priesterausbildung der Regens. Sich verständigen auf Bischöfen ist zur Unterstützung in der Weihegewalt ein Weihbischof beigegeben, welcher jedoch, wenngleich in der Weihe voll und ganz Bischof, in allem vom eigentlichen Bischof, dem Diözesanbischof, abhängig ist. In Ausnahmefällen kann vom apostolischen Stuhl eine Visitation angeordnet werden, welche eine Antwort auf besondere Probleme darstellt.
Römisch-Katholische Kirche in Deutschland
In der römisch-katholischen Kirche gibt es in Deutschland jetzig 27 Diözesen. Verschiedene Diözesen bilden zusammen eine Kirchenprovinz, welcher ein Erzbischof vorsteht. Sein Diözese nennt sich daher Erzdiözese (Erzbistum). Die meisten Erzdiözesen abstammen aus historischer Zeit, das bedeutet es handelt sich um alte, meist große Bistümer (z. B. Köln, München-Freising, Paderborn). Bis 1990 gab es in Deutschland fünf Erzdiözesen (Kirchenprovinzen). Nach der Wiedervereinigung wurde die Kirchenlandschaft in Deutschland neu geordnet. Dabei wurde das Diözese Kapitale zum Erzbistum erhoben und Hamburg als weiteres, siebtes Erzbistum neu gegründet.
Im Weiteren werden die im Allgemeinen sieben Erzbistümer und 20 Bistümer aufgelistet:
- Erzbistum Bamberg (errichtet 1818) mit den Suffraganbistümern:
- Erzbistum Berlin (errichtet 1994) mit den Suffraganbistümern:
- Erzbistum Freiburg (errichtet 1827) mit den Suffraganbistümern:
- Bistum Rottenburg-Stuttgart
- Bistum Mainz mit der Exklave Bad Wimpfen
- Erzbistum Hamburg (errichtet 1995) mit den Suffraganbistümern:
- Erzbistum Köln (Erzbistum seit ca. 795) mit den Suffraganbistümern:
- Bistum Aachen
- Bistum Essen
- Bistum Limburg
- Bistum Münster
- Bistum Trier mit der Exklave Kirchen (Sieg)
- Erzbistum München-Freising mit der Exklave Kloster Schlehdorf (errichtet 1817/1821) mit den Suffraganbistümern:
- Erzbistum Paderborn (seit 1929) mit den Suffraganbistümern:
- Bistum Erfurt
- Bistum Fulda mit der Exklave Ostheim vor der Rhön
- Bistum Magdeburg
Römisch-Katholische Kirche in Österreich
In Österreich gibt es zwei Erzdiözesen und sieben Diözesen, außerdem noch die "Österreichische Militärdiözese" und eine Territorialabtei
- Erzdiözese Salzburg (errichtet 798) mit den Suffraganbistümern:
- Erzdiözese Wien (errichtet 1469) mit den Suffraganbistümern:
- direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt:
Römisch-Katholische Kirche in der Schweiz
In der Schweiz gibt es keine Erzbistümer mit einer so genannten Kirchenprovinz, ihre Aufgabe übernimmt direkt die Römische Kurie. Dies ist in der römisch-katholischen Kirche eine Besonderheit. Das Land besitzt sechs Diözesen, die gewöhnlich als Bistümer bezeichnet werden und zwei Territorialabteien:
- Bistum Basel mit Sitz in Solothurn
- Bistum Chur
- Bistum Lausanne-Genf-Freiburg mit Sitz in Freiburg
- Bistum Lugano
- Bistum St. Gallen
- Bistum Sitten
- Abtei Saint-Maurice
- Maria Einsiedeln
Römisch-Katholische Kirche in Südtirol
Römisch-Katholische Kirche in Liechtenstein
Das Fürstentum Liechtenstein bildet das Erzbistum Vaduz, das direkt der Römischen Kurie unterstellt ist.
Römisch-Katholische Kirche in Luxemburg
- Erzbistum Luxemburg
Römisch-Katholische Kirche in Belgien
Die Kirche von Belgien besteht aus einer Kirchenprovinz mit 8 Bistümern. Der Erzbischof ist zugleich Primas.
- Erzbistum Mecheln-Brüssel
- Bistum Antwerpen
- Bistum Brügge
- Bistum Gent
- Bistum Hasselt
- Bistum Lüttich
- Bistum Namur
- Bistum Tournai
Weltkirche
Für gewöhnlich halten sich die Diözesangrenzen der römisch-katholischen Kirche an politische Grenzen. Entsprechend bilden die Bischöfe eines Landes eine Bischofskonferenz. Nur in wenigen Fällen, wie in der Karibik, erstreckt sich eine Diözese über zig Länder.
Liste der katholischen Bistümer
- Katholische Kirche in Afghanistan
- Katholische Kirche in Albanien
- Katholische Kirche in Andorra
- Katholische Kirche in Armenien
- Katholische Kirche in Aserbaidschan
- Katholische Kirche in Australien
- Katholische Kirche in Belgien
- Katholische Kirche in Bosnien
- Katholische Kirche in Brunei
- Katholische Kirche in Bulgarien
- Katholische Kirche in Dänemark
- Katholische Kirche in Estland
- Katholische Kirche auf den Färöern
- Katholische Kirche in Finnland
- Katholische Kirche in Frankreich
- Katholische Kirche in Gibraltar
- Katholische Kirche in Griechenland
- Katholische Kirche in Irland
- Katholische Kirche in Italien
- Katholische Kirche in der Karibik
- Katholische Kirche in Kroatien
- Katholische Kirche in Kuwait
- Katholische Kirche in Liechtenstein
- Katholische Kirche in Luxemburg
- Katholische Kirche in Monaco
- Katholische Kirche in der Mongolei
- Katholische Kirche in Namibia
- Katholische Kirche in Nepal
- Katholische Kirche in Neuseeland
- Katholische Kirche in Österreich
- Katholische Kirche in Singapur
- Katholische Kirche in den USA
Historische Bistümer in Deutschland
Historische Bistümer der Römisch-Katholischen Kirche in Deutschland (bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation):
- Erzbistum Hamburg-Bremen: Bistum Lübeck, Bistum Ratzeburg, Bistum Schwerin, Bistum Verden, Diözese Oldenburg, Diözese Shleswig
- Erzbistum Köln: Bistum Minden, Diözese Lüttich, Diözese Utrecht, Diözese Osnabrück
- Erzbistum Magdeburg: Bistum Brandenburg, Bistum Havelberg, Bistum Lebus, Bistum Halberstadt, Bistum Meißen, Bistum Merseburg, Bistum Naumburg
- Erzbistum Mainz: Diözese Corvey, Bistum Konstanz, Bistum Worms, Diözese Speyer, Diözese Straßburg, Diözese Hildesheim, Diözese Halberstadt, Diözese Verden, Diözese Paderborn, Diözese Würzburg, Diözese Eichstätt, Diözese Augsburg, Diözese Basel
- Erzbistum Salzburg: Bistum Chiemsee, Diözese Regensburg, Diözese Freising, Diözese Passau
- Erzbistum Riga: Bistum Kulm, Bistum Kurland, Diözese Pomesanien, Diözese Samland
- Erzbistum Trier: Bistum Metz, Bistum Toul, Bistum Verdun
- Bistum Bamberg
Evangelische Kirche
In der evangelischen Kirche wurde bis in das 19. Jahrhundert eine Verwaltungseinheit mehrerer Einzelgemeinden innerhalb einer Landeskirche gelegentlich als Diözese bezeichnet. Der Begriff ist in der evangelischen Kirche in Deutschland nimmer gebräuchlich. Die evangelische Kirche in Österreich ist in neun Diözesen jeweilig für ein Land gegliedert.
Literatur
- Johannes Neumann: Art. Bistum. In: Theologische Realenzyklopädie 6 (1980), S. 697-709
- Manfred Clauss, Der magister officiorum in der Spätantike (4.-6. Jh): das Amt und sein Einfluss auf die kaiserliche Politik. München, 1980
- Arnold Hugh Martin Jones: The later Roman empire (284-602): a social, economic, and administrative survey. Bd. 3, Oxford, 1964
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Diözese – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Diözesen der katholischen Kirche in Deutschland
- Internationaler Überblick über die Diözesen der kath. Kirche.
- Die Bistümer der Römisch-Katholischen Kirche in Übersicht
- Liste der deutschen Bischöfeca:Diòcesi
cs:Diecéze da:Stift en:Diocese es:Diócesis fr:Diocèse he:דיוקסיה hr:Dijeceza it:Diocesi ja:教区 la:Episcopatus lt:vyskupija nl:Bisdom nn:Bispedøme no:Bispedømme pl:Diecezja pt:Diocese ro:DiecezÄ sl:Škofija sv:Stift (kyrkligt förvaltningsområde) uk:Єпархія
zh:教區(TID 10088)
1447/56