Euklids Elemente
Aus Schlauweb
Euklids Elemente oder aberDie Elemente (im Original Stoicheia) war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts das nach der Bibel meist verbreitete Werk der Weltliteratur. Es gibt uns einen guten Überblick über den mathematischen Sachkenntnis der Griechen gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr..
Bei den Elementen handelt es sich um ein Einführung der Mathematik, das aus 13 Büchern besteht. Dieser Tage weiß man, dass diese Bücher von mehreren Autoren ergeben und zum Teil auf älteren Quellen beruhen, Euklid hier also hauptsächlich als Systematisierer und Herausgeber diente.
Inhaltsverzeichnis |
Bücher
Die Verzeichnis gibt einen Überblick über die behandelten Themen in den einzelnen Büchern (und über die dem Inhalt nach vermuteten Quellen):
- Buch 1-6: Flächengeometrie, unter anderem kongruente und ähnliche Figuren
- Buch 1: Von den Definitionen bis zum Satz des Pythagoras (Quelle(n): Pythagoräer)
- Buch 2: Geometrische Algebra (Pythagoräer)
- Buch 3: Kreislehre (Pythagoräer)
- Buch 4: Vielecke (Pythagoräer)
- Buch 5: Irrationale Größen (Eudoxos von Knidos)
- Buch 6: Proportionen (Quelle(n) unbekannt)
- Buch 7-9: Arithmetik, unter anderem Zahlentheorie und Proportionenlehre
- Buch 7: Teilbarkeit und Primzahlen (Pythagoräer)
- Buch 8: Quadrat-/Kubikzahl und geometrische Reihen (Pythagoräer)
- Buch 9: Gerade und ungerade Zahlen, unter anderem auch der Satz von Euklid (Pythagoräer)
- Buch 10: Geometrie für inkommensurable Größen (Theaitetos)
- Buch 11-13: Raumgeometrie (Stereometrie), unter anderem die fünf gleichmäßigen Körper (platonische Körper)
- Buch 11: Elementares zur Raumgeometrie
- Buch 12: Exhaustionsmethode (Eudoxos von Knidos)
- Buch 13: die fünf gleichmäßigen Körper (platonische Körper) (Theaitetos)
Zu diesen Büchern kamen später selbst noch zwei übrige Bücher hinzu:
- Buch 14: ein Buch des Hypsikles (im 2. Jahrhundert v. Chr.)
- Buch 15: ein wahrscheinlich von Damaskios stammendes Buch (im 5. Jahrhundert)
Aufbau
Das Werk arbeitet die Grundlagen der Geometrie und Arithmetik aus und zeigt mustergültig den Aufbau einer exakten Wissenschaft. Die meisten Aussagen werden aus einem begrenzten Vorrat von Definitionen, Postulaten und Axiomen hergeleitet und bewiesen. Dieses Vorgehen beeinflusste bis zum heutigen Tag nicht nur die Mathematiker, für auch zahlreiche Physiker, Philosophen und Theologen bei ihrem Versuch, ihre Forschung auf Axiomen aufzubauen.
siehe auch: Euklidische Geometrie
Überlieferung
Die älteste erhaltene Klaue stammt aus dem Byzanz des Jahres 888 und wird dieser Tage in der Bodleian Library (Oxford) aufbewahrt. Eine Übersetzung des Boethius aus dem Griechischen ins Lateinische (um 500) ist dieser Tage nur teilweise, und auch nur in späteren Bearbeitungen erhalten.
Von den zahlreichen arabischen Übersetzungen und Kommentaren waren für die Überlieferung besonders die beiden Übersetzungen des al-Haggag gegen Ende des 8. Jahrhunderts und diejenigen von Ishaq ibn Hunain/Tabit ibn Qurra (Ende 9. Jahrhundert) bzw. von Nasi al-Din al-Tusi (1248) von Bedeutung.
Die erste mittelalterliche Übersetzung der Elemente ins Lateinische schulden wir dem Engländer Adelard von Bath. Dieser durchstreifte im 12. Jahrhundert Okzident auf der Nachforschung nach Handschriften und übertrug so um 1120 auch dieses Werk aus dem Arabischen. Unabhängig davon wurden die Elemente dann im gleichen Jahrhundert in Spanien auch von mindestens zwei weiteren berühmten Übersetzern aus dem Arabischen übertragen: von Hermann von Kärnten und von Gerhard von Cremona.
Gleichermaßen im 12. Jahrhundert, allerdings in Süditalien oder auf Sizilien und von einem unbekannten Autor, ist eine alternative Übersetzung der Elemente aus dem Griechischen entstanden. Wegen des Stils der Übersetzung liegt die These nahe, dass es sich bei diesem unbekannten Autor um denselben handelt, der um (1160) auch den Almagest des Ptolemäus übersetzte.
Natürlich gehörten die Elemente zu den ersten Werken, die man gedruckt haben wollte. Die vorbereitende Bearbeitung des Regiomontanus blieb in den 1460er Jahren unvollendet. Eine vollständige Übersetzung aus dem Griechischen von Zamberti konnte dann 1505 gedruckt werden. Aus dieser Zeit nach der Erfindung des Buchdrucks werden hier nur noch einige der uns wichtigsten Werke hervorgehoben: die Übersetzung des Commandinus aus dem Griechischen (1572), die ausführlich kommentierte Ausgabe von Christoph Clavius (1574), die Übersetzung von F. Peyrard ins Französische (1814-1818), die Übersetzung (der ersten Teile) von Xu Guangqi und Matteo Ricci ins Chinesische (1607) und nicht zuletzt die deutsche Übersetzung von Cl. Thaer nach dem Text von Heiberg (1933-1937).
Literatur
Euklid: Die Elemente, ISBN 3-8171-3413-4
Weblinks
- Euclid's Elements adapted to the web by D. E. Joyce.
- On the principal editions and translations of the textbg:Елементи
ca:Elements d'Euclides en:Euclid's Elements eo:Elementoj de Eŭklido es:Los elementos fr:Éléments d'Euclide he:יסודות (ספר) it:Elementi (Euclide) ja:ユークリッド原論 ko:원론 nl:Elementen van Euclides no:Euklids Elementene pl:Elementy pt:Os elementos sr:Еуклидови Елементи sv:Elementa
zh:几ä原本(TID 65704)
858/28