Fernsehen
Aus Schlauweb
Als Fernsehen (auch kurz TV, vom griechisch-lateinischen Kunstwort Television) bezeichnet man alles in allem eine Ingenieurwissenschaften zur Aufnahme von Bildern an einem Ort, deren Übertragung an einen anderen Ort, sowie ihrer dortigen Wiedergabe. Es werden dabei an einem Ort die Bilder abgetastet und zerlegt, über einen Übertragungsweg gebräuchlich und später an einem anderen Ort mit Hilfe des Fernsehgerätes wiedergegeben.
Im Speziellen bezeichnet Television dieser Tage eine Technik, bei der die Bilder bewegt sind und zusätzlich passender Ton übertragen wird. Letzterer wird mit Mikrofonen aufgenommen und meist mit Lautsprechern wiedergegeben.
Inhaltsverzeichnis |
Technik
Entstehen ausschließlich Helligkeitsunterschiede bei Aufnahme und Illustration der Bilder berücksichtigt, so spricht man von Schwarz-Weiß-Fernsehen. Im Unterschied dazu wird vom Farbfernsehen gesprochen, selbst wenn Farbinformationen aufgenommen und wiedergegeben werden.
Wenn die Bilder und Töne auf einem Speichermedium, etwa einer sogenannten "MAZ", aufgezeichnet werden, können sie auch zu einem späteren Zeitpunkt, gegebenenfalls nach einer Bearbeitung, über einen Übertragungsweg gesendet werden. Das sofortige Senden der aufgenommenen Daten wird als Liveübertragung bezeichnet.
Die direkte Darstellung der Daten vom Speichermedium, wie Videokassette oder DVD, an einem Fernseher ohne einen (längeren) Übertragungsweg zählt man zusammenfassend nicht zum Fernsehen.
Für das TV wird üblicherweise modulierte Hochfrequenzübertragung über Antennen oder erdgebunden in Koaxial- oder Lichtleiterkabeln (Kabelfernsehen) genutzt. Die Übertragung über Antennen erfolgt dabei entweder über terrestrische Frequenzen (Antennenfernsehen, auch terrestrisches Television genannt) oder aber nicht-terrestrisch mit Hilfe von Fernsehsatelliten (Satellitenfernsehen).
Im Bereich des Antennen- und Kabelfernsehens ist bis auf den heutigen Tag die analoge Übertragung der Daten partiell noch an (analoges Fernsehen), dessen ungeachtet die Aufnahme und Bearbeitung der Bilder und Töne schon seit verständigen auf Jahren digital erfolgt. Die Umstellung auf digitale Übertragung der Daten (digitales Fernsehen) ist aber beim terrestrischen Television schon in vollem Gange (siehe Umstellung bei DVB-T). Beim Satellitenfernsehen (siehe DVB-S) ist die Umstellung auf digitales TV bis auf Deutschland global abgeschlossen. Beim Kabelfernsehen (siehe DVB-C) ist die Umstellung in der Endphase. Eine Beendigung der analogen Übertragung ist schon angekündigt (siehe dazu Analoger "switch-off").
Die vollständige Umstellung im Bereich des analogen Rundfunks sollte in Deutschland bis 2010 abgeschlossen sein. Das Antennenfernsehen wird vorraussichtlich bis Ende 2008 umgestellt sein. Zum Aufnahme ist ein zusätzlicher Digital-Decoder (eine so genannte Set-Top-Box) oder ein geeigneter Fernseher (in dem der Decodierer ident wie das dieser Tage übliche analoge Empfangsteil schon eingebaut ist) oder ein digitaler Fernseher, der keinen Entschlüsseler mehr benötigt, nötig (siehe auch digitale Fernseher).
Auf welcher Weise die Bild- und Tondaten bei der Übertragung kodiert werden, wird von der Fernsehnorm festgelegt. Sie ist nötig, damit Sender und Empfänger "die gleiche Sprache sprechen". Es gibt weltumspannend eine Heer von Fernsehnormen, die jedoch auf einige Grundparameter komprimiert werden können; die Methode der Farbübertragung ist dabei der entscheidende Parameter, der oft schon alleine als "Fernsehnorm" bezeichnet wird.
Die gebräuchlichsten Farbübertragungsnormen sind in Amerika, Japan und Südkorea NTSC und im Rest der Wanderstern PAL und SECAM.
Die Unterscheidung in mechanisches Fernsehen und elektronisches Fernsehen, die während der ersten Fernsehversuche entstand, ist in diesen Tagen unbedeutend: mechanische Aufnahme- und Wiedergabegeräte wurden nur experimentell verwendet.
Mechanisches TV wurde sowohl .... als auch bei der Aufnahme sowie bei der Abbild mit der Nipkow-Scheibe realisiert; elektronisches TV erstmalig mit der Ikonoskop-Röhre bei der Aufnahme und der Kathodenstrahlröhre bei der Wiedergabe. Da die Ikonoskopröhre erst später als die Kathodenstrahlröhre entwickelt wurde, gab es indessen auch eine Mischform. Eine übrige Übertragungsart ist das amplitudenmoduliertes Fernsehen, kurz AMTV.
Finanzierung
Beim Medium Television stillstehen einige Programmanbieter einem Massenpublikum von so weit wie mehreren Mio. Zuschauern gegenüber.
Dieser Umstand ist in den meisten Ländern geschichtlich bedingt, da angesichts der bestehenden Gesetze das Television ausschließlich von öffentlichen Anstalten betrieben wurde. Dies änderte sich mit sinkenden Sendekosten und der Privatisierung des Marktes. Die Kosten zur Fertigung der Inhalte werden seitens der Programmanbieter auf verschiedenen Wegen eingenommen (siehe zu diesem Punkt auch Duales Rundfunksystem).
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die einen staatlich festgelegten Programmauftrag haben, an dem sich die Inhalte zu orientieren haben, finanzieren sich in Deutschland zu einem großen Teil aus staatlich festgelegten Gebühren (siehe zu diesem Punkt auch GEZ) und Werbung. Einige übrige Einnahmequellen bestehen im Weiterverkauf oder in der Lizenzierung eigener Fernsehproduktionen.
Die privaten Fernsehsender finanzieren sich dagegen fast nur durch Werbung. Fernsehproduktionen werden in der Regel nur in Auftrag feststehend und ein Großteil der Programminhalte gekauft oder lizenziert. Bei den gekauften oder lizenzierten Produktionen der deutschen privaten Fernsehkanal handelt es sich meist um umsatzträchtige US-amerikanische Serien oder Filme, z. T. ganze Fernsehformate.
Daneben den öffentlich-rechtlichen und den privaten Fernsehsendern gibt es noch so genannte Bezahlfernsehsender (engl. Pay-TV-Sender), die vom Publikum direkt bezahlt werden (z.B. Premiere oder BSkyB). Diese verschlüsseln ihre Sendungen, die so nur mit speziellen Dekodern gesehen werden können. Der Publikum bezahlt dann je nach System entweder pro Programm respektive Softwarepaket oder pro Sendung. Für die Futur ist auch eine Bezahlung auf Bestellung geplant. Da Reklame vom Publikum meist als störend empfunden wird, verzichten Bezahlfernsehsender in der Regel auf Reklame zur Finanzierung. Dies gilt auch oft als Hauptargument, sich für ein Bezahlfernseh-Abonnement zu entscheiden.
In Großbritannien existiert auch eine Zwischenform. Das dortige BSkyB ist zwar Bezahlfernsehen, es enthält jedoch nichtsdestotrotz etwa soviel Reklame wie werbefinanziertes Privatfernsehen.
Nutzung und Inhalte
Das TV zählt zu den Massenmedien.
Genutzt wird das TV seitens der Betrachter hauptsächlich zur Unterhaltung, Feierabendgestaltung sowie zur Informationsbeschaffung oder Bildung. Entsprechend unterteilt man die Fernsehsendungen auch in Unterhaltungssendungen, Nachrichtensendungen und Bildungsfernsehen. Letzteres wird in Deutschland, mit Ausnahmefall von Dokumentationen, gemäß ihres Bildungsauftrages fast nur von öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten angeboten. Kumulativ werden Bildung und Nachrichten mit Unterhaltung zum so genannten Infotainment vermischt. Diese Art von Sendungen wird auch kumulativ von privaten und Pay-TV-Sendern angeboten.
Das Spektrum der Unterhaltungssendungen ist äußerst vielfältig und umfasst u. a. Filme, Serien und Unterhaltungssendungen, die sich in andere Sparten unterteilen lassen. Zur Kategorie Bildungsfernsehen gehören Dokumentationen, Politik-, Ratgeber- und Wissenschaftssendungen.
Seitens der Wirtschaft wird das TV zur Annonce benutzt. In kurzen Werbespots werden einzelne Produkte und/oder Marken präsentiert und deren Kauf empfohlen. Nahe den Werbespots gibt es auch so genannte Verkaufsshows oder etwaDauerwerbesendungen. Einige spezialisierte Sender, so genannte Home-Shopping-Sender zeigen den ganzen Tag nichts anderes als solche Verkaufsshows.
Für die Werbeindustrie ist das TV eines der wichtigsten Medien, denn TV stellt eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigung dar. Durchschnittlich sieht der Bundesbürger diverse Stunden am Tag fern, so dass auf diesem Weg zahlreiche Leute erreicht werden können. Außerdem eignet sich das TV für die Werbeindustrie, weil man mit diesem Medium besonders gut Gefühle und Emotionen beim Konsumenten wecken kann.
In Deutschland regeln gesetzliche Auflagen Intervall und Häufigkeit der Anzeige pro Sendung genauer Sendezeit. Die Rechte zur Ausstrahlung von Werbebanner in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sind stärker eingeschränkt. Sie dürfen z. B. nach 20 Uhr keine Werbebanner mehr ausstrahlen.
Staat und Politik handhaben das Television hauptsächlich zur Informierung der Bevölkerung und Meinungsbildung. Das Spektrum der Inhalte hinreichend dabei von Hinweisen auf wichtige Ereignisse so weit wie Katastrophenwarnungen. Subjekt versuchen oft über das TV die Bevölkerung von ihren eigenen Ansichten zu überzeugen oder ihre Arbeit zu rechtfertigen. In vielen Vereinigte Staaten wird TV auch häufig seitens der Regierung zur Propaganda eingesetzt.
Ein weiteres Anwendungsbereich der Fernsehtechnik besteht in Videoüberwachung, die steigernd günstiger wird, da die Ingenieurwissenschaften zum einen qualitativ besser und gleichzeitig billiger wird, andererseits die besonders kostenintensive Erzeugung von Inhalten entfällt.
In der Weltraumforschung, die eh hohe Kosten für Missionen veranschlagt, wird die Fernsehtechnik im gleichen Sinne eingesetzt. Allerdings werden hier selten bewegte Bilder aufgenommen. Zugunsten kommen Spezialkameras zum Einsatz, die oft besonders hohe Auflösungen haben und/oder Helligkeit anderer Spektralbereiche, als die vom menschlichen Auge wahrgenommen, aufzeichnen und zum Teil zeitversetzt zur Erde senden.
Sendeabwicklung und Archivierung
Technische Koordinationsstelle jedes Rundfunksenders ist der Schaltraum. Hier schneiden sich alle ein- und ausgehenden Signale. Dabei gilt der Grundsatz, dass für jeden Bildkanal automatisch ein Audiokanal freigeschaltet wird (Audio follows video). Im Schaltraum treffen die Signalströme von Satellitenübertragungen, Berichte aus den Außenstudios und Live-Schaltungen zu den Korrespondenten und Ü-Wagen zusammen. Eine Kommandoverbindung führt zu den anderen technischen Einrichtungen des Senders wie Aufnahmestudios, Kontrollraum, Grafik, Schnitt, Regie etc. Bei vielen Sendern sind die technischen Abteilungen schon vollständig zusammen vernetzt, so wird etwa ein Film am Universalrechner geschnitten und über das Netz verschickt. Über den Schaltraum laufen auch Direktverbindungen zu einem etwaigen Senderverbund (z. B. ARD-Stern)
In der Frühzeit des Fernsehens wurden diverse Sendungen live ausgestrahlt oder als Film vorproduziert. Aufzeichnungen von Live-Sendungen erfolgten einst partiell noch durch Abfilmen vom Monitor. Seit Zentrum der 1950er Jahre erfolgte die Studioaufzeichnung und Sendeabwicklung vorgefertigter Inhalte mit MAZ-Geräten, die analoge oder digitale Signale auf Magnetbänder oder Festplatten speichern und mit denen auch die Bearbeitung der einzelnen Beiträge erfolgt. An ihre Stelle sind dieser Tage multipel Elektronenhirn getreten, die eine Menge an zusätzlichen Bearbeitungsmöglichkeiten bieten. Um die alte Außentechnik weiterbenutzen zu können, sind MAZ-Geräte aber weiterhin im Einsatz.
Mittlerweile sind die meisten Fernsehanstalt zu exakt programmierbaren Videoservern übergegangen, auf die sich die Beiträge nach einer festen Zeitabfolge speichern und abrufen lassen. Videoserver können große Sendestrecken vollautomatisch fahren und reduzieren damit den technischen und personellen Aufwand auf ein Minimum. Wegen der digitalen Form der Signalaufbereitung erfolgt dieser Tage auch die langfristige Speicherung (Archivierung) der Beiträge in digitaler Form. Die Fernsehanstalt stecken gerade in einer Migrationsphase, weil ältere Bestände der Fernseharchive oft mit großem Aufwand digitalisiert werden, um eine sonstige Schädigung der auf alten Magnetbänder gespeichrten Contents (Inhalte) zu verhindern und um einen schnipsen Einsicht zu ermöglichen.
Die digitale Archivierung erfolgt in diesen Tagen überwiegend auf Bandmedien oder Festplatten (SATA-Disks speichern Daten bis in den Terabyte-Bereich). Wegen der niedrigen Kosten werden in diesen Tagen überwiegend LTO-Bänder verwendet. Bei den Dateitypen überragen das IMX-Format von Sony und das DV-Format von Panasonic. Wegen der hohen Auflösung müssen (bei unkomprimierter Speicherung) eine Datenübertragungsrate von etwa 50 Mbit/sec und ein Datenvorrat von 27 Gigabyte pro Stunde einkalkuliert werden. Bei der alltäglichen Archivierung wählen die Sender in diesen Tagen Kombinationslösungen zwischen Band und Festplatte, weil bei der kurzfristigen Speicherung bei Festplatten ein schnellerer Einblick möglich ist. Die LTO-Bänder, die über eine Speicherkapazität von 200-500 Gigabyte verfügen, werden von computergesteuerten (redundanten) Robotern verwaltet, die einen Bestand von so weit wie 6000 Medien organisieren können. Eine derartige Bücherei fasst an die 1200 Terabyte pro Roboter.
Das moderne Computernetzwerk größerer Fernsehkanal ermöglicht eine vollautomatische Datenübertragung vom Datenband zum Videoserver und umgekehrt, auch Online-Abfragen externer Archivkunden (andere Sender, Agenturen etc.) können ständig abgewickelt werden. Moderne Steuerungssoftware, wie DIVArchive, organisiert alle Anfragen und ist mittlerweile so leistungsfähig, dass am PC Szenen aus einzelnen Archivbeständen herausgeschnitten werden können, ohne dass der gesamte Beitrag aus dem Dokumentensammlung geladen werden muss (Partial Restore). Sendeabwicklung und Dokumentensammlung (das Herzstück jedes Senders) sind damit so eng verzahnt, dass ein jederzeitiger Einsicht möglich ist. Bei analogen Archivbeständen muss der jeweilige Beitrag weiterhin von einem Mitarbeiter aus dem Spind geholt und mühsam von hand weiterbearbeitet werden, was Zeit und Ressourcen kostet.
IMX und DV sind in Verbindung mit Wrapper-Formaten wie MXF geeignet, Metainformationen zu speichern. Diese haben rein beschreibende Funktion und umschließen bei Titel und Personenangaben auch Stichwörter zum Sendungsinhalt. Mithilfe dieser Begrffe können die jeweiligen Beiträge (ähnlich wie bei digitalen MP3-Musiksammlungen) direkt über das Netz aufgerufen werden. Damit lässt sich jedweder Archivinhalt mit direkt eingegebener Stichwörter finden und öffnen.
Ältere Archive wurden teilweise zerstört, zum Teil aus politischen Gründen, z. T. einfach, um Platz zu schaffen. Etliche Fernsehkanal begriffen gar nicht, welche Werte sie vernichteten. So sucht dieser Tage beispielsweise der britische Fernsehkanal BBC weltumspannend nach eventuell noch vorhandenen Kopien aus den Anfängen der Doctor-Who-Serie, bei der über 100 Teile aus dem BBC-eigenen Dokumentensammlung absichtlich vernichtet wurden.
Mehrere in der DDR gezeigte Filme verschwanden auch aus den Archiven oder erreichten nach der Deutsche Wiedervereinigung der beiden deutschen Vereinigte Staaten einen Zustand, in dem sie nicht länger gezeigt werden können. Zu diesen Aufnehmen gehört z. B. die Serie: "Heißer Kabel ins Jenseits".
Besonders Filme aus den Anfängen des Fernsehens wurden nachhaltig nicht als genügend wertvoll zum Archivieren betrachtet. Videobänder waren kostspielig und knapp und wurden nach dem Senden neu bespielt. Auch Copyright-Gründe verhinderten das Interesse an einer Aufbewahrung. So war ein erneutes Vorfallen schon gezeigter Filme zum Teil mit sehr hohen Gebühren verbunden.
Rechtliche Regelung in Deutschland
TV wird in Deutschland vom Rundfunkrecht, durch das Copyright und durch internationale Verträge geregelt. Als meinungsbildendes Medium fällt es in die Kulturautonomie der Bundesländer und wird daher in erster Linie von ihnen geregelt und verwaltet. Um national einheitliche Regelungen zu schaffen, haben sich alle Bundesländer mit dem Rundfunkstaatsvertrag auf ein einheitliches Regelwerk geeignet. Dieses enthält gerade Regelungen für die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten, über die Zulassungsvoraussetzungen von privaten Rundfunksendern, Form und Phase der Werbung, Jugendschutz, die Kurzberichterstattung und der Berichterstattung über Großereignisse.
Soziologische Betrachtung
Television ist ein Massenmedium und hat sich seit den 1950er Jahren in den Industriestaaten zum Leitmedium entwickelt. Inzwischen haben rund 98 Prozent der deutschen Haushalte mindestens ein Fernsehgerät, 40 Prozent davon selbst zwei oder mehr. Für jede Menge Volk ist es Teil des Alltags geworden und planmäßig oft wenn schon den Tagesablauf. Es erfährt eine Zuwendung durch alle Anhäufen und Altersgruppen und tritt mit einer überwiegend nicht gekannten Wirksamkeit an die Stelle aller Institutionen mit publizistischem Anspruch, ohne diese aber vollständig zu ersetzen.
Television wirkt orientierend und nivellierend. Wichtiges Instrument dafür ist die ständige Wiederholung. Dadurch wird es zur Grundlage der allgemeinen Geschmacks- und Stilbildung und dient der gesellschaftlichen Kommunikation. Durch das verstärkte Bilden von Spartenkanälen verbunden mit der wachsenden Rolle des Internets genauer digitalen Fernsehens im gesellschaftlichen Leben geht die stilbildende Funktion des Fernsehens allerdings nochmals zurück. Jedermann kann in gewissen Grenzen sein eigener Programmdirektor werden. Dies bewirkt eine zunehmende Demontage und Fragmentierung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Kommunikation. Damit sachgemäß umzugehen ist Aufgabe der Medienpädagogik.
Fernsehanstalt erheben oft den Anspruch, dem Betrachter einen Blick auf die komplexe Gesellschaft zu präsentieren. Immer mehr und unterschiedlichere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfahren eine breiterwerdende mediale Beachtung. Aber der darzustellende Lebensbereich muss interessant, verständlich und optisch umsetzbar sein. Damit geht a priori eine Selektion einher, verbunden mit einer Reduktion der vielfältigen kommunikativen Codes und Zeichensysteme, sowie einer Spezialisierung und Perfektionierung akustisch-visueller Signale. Tatsächlich ist es in vielen Fällen selbst so, dass Television die Themen, über die Verständigung lohnenswert scheint, erst schafft. Auf der Recherche nach neuen Themen, die die Betrachter binden durchbrechen die Fernsehmacher oft Grenzen, die in den Augen vieler oft bis zum Tabubruch führen.
Geschichte
(siehe auch Geschichte des Fernsehens und Chronologie des Fernsehens)
Allgemeines
Im Anno 1883 erfand Paul Nipkow das „Elektrische Teleskop“, welches mit Hilfe einer rotierenden Hartgummischeibe („Nipkow-Scheibe“), die mit spiralförmig angeordneten Löchern ausstaffieren war, Bilder in Hell-Dunkel-Signale zerlegte respektive wiederholt zusammensetzte. Nipkow gab damit zum ersten Mal eine realisierbare Form für eine funktionierende Fernsehbildübertragung an, die jedoch erst diverse Jahre später realisiert werden konnte. Durch die grundlegende Idee zur Verwirklichung wird Paul Nipkow als Erfinder des Fernsehens bezeichnet. Die Ingenieurwissenschaften zur Bildzerlegung und -wiedergabe nach Nipkow war jedoch mechanisch und damit nicht besonders leistungsfähig.
In den 1920er Jahren ersetzte Leon Theremin die Löcher in der Nipkow-Scheibe durch Spiegelanordnungen und erreichte 1927 schon Übertragungen bei Tageslicht und Bilder mit 100 Zeilen auf großflächigen Projektionen. Allerdings wurden seine Ergebnisse nicht publiziert, statt vom sowjetischen Spionageabwehr zur Personenüberwachung genutzt. (Der bekannte Weltbestzeit war ehemalig 48 Zeilen.)
(Braun HF 1 von 1958)
Das erste elektronische Television entwickelte 1926 Karl Tihany: das „Radioskop“ (das zugehörige Patent ist mittlerweile in das Weltdokumentenerbe aufgenommen worden). Auch Manfred von Ardenne arbeitete an einem System 1931, das ebenso auf Grundlage der im Im Jahre1897 von Ferdinand Braun zusammen mit Jonathan Zenneck entwickelten Kathodenstrahlröhre (auch Braunsche Röhre genannt) funktionierte. Diese ist die Grundlage für die bis auf den heutigen Tag am weitesten entfernt verbreitete Methode, Bilder für das Television darzustellen. Die ersten Anwendungen fand sie aber in Messapparaturen. Die für das Television entscheidenden Weiterentwicklungen der Kathodenstrahlröhre steuerte Wladimir Sworykin bei, der 1923 den ersten brauchbaren elektronischen Bildabtaster, die Ikonoskop-Röhre erfand, welche ab 1934 seriell hergestellt wurde, dieser Tage aber keine Verwendung mehr findet. Tatsächlich hatte Philo Farnsworth schon 1927 unabhängig von Sworykin eine Kathodenstrahlröhre entwickelt, also im Voraus dieser sein Patent realisiert hatte. 1929 erfand Sworykin die Kineskop-Röhre zur Bildwiedergabe. Diese ist bis zum heutigen Tag Vorbild in allen Fernsehgeräten, die auf der Kathodenstrahlröhre basieren. Damit ebnete Sworykin den Weg zum vollständig elektronischen Fernsehen.
Das erste echte elektronische Fernsehbild sendete 1926 in Japan Kenjiro Takayanagi, der die Braunsche Röhre umgebaut hatte (s. Japanisches Fernsehen). Als Aufnahmeinstrument setzte Takayanagi jedoch eine Nipkowscheibe ein.
Geschichte Ab dem 22. März 1935 wurde in Deutschland das erste regelmäßige Programm der Welt ausgestrahlt (s. Fernsehsender Paul Nipkow, Berlin). Ihren Höhepunkt erlebten die Sendungen im Dritten Reich, die nur einige tausend Publikum in so genannten Fernsehstuben und Großbildstellen in Berlin und später Hamburg erreichten, mit den umfangreichen Übertragungen von den Olympischen Sommerspielen 1936. Wiewohl die Nationalsozialisten auch das TV für ihre Zwecke zu nutzen versuchten, blieb das Radio (s. Hörfunk) wegen der Reichweite das wichtigste Medium für die nationalsozialistische Propaganda. Im Saison 1944 wurden die Fernsehsendungen im Deutschen Reich eingestellt. In der Bundesrepublik Deutschland sollte erst am 25. Dezember 1952 der Fernsehbetrieb nochmals aufgenommen werden.
Einer der Pioniere des Farbfernsehens war John Logie Baird, dem es 1941 gelang, erste farbige Fernsehbilder zu übertragen. Aber erst 1953 wurde in Nordamerika die NTSC-Norm für Farbfernsehen eingeführt. Damit waren die Ami den Europäern weit voraus. Diese führten erst 12 bis 13 Jahre später mit der PAL-Norm von Walter Bruch das Farbfernsehen ein. Der Vorsprung der Nordamerikaner hatte aber auch seinen Preis. Die NTSC-Norm besitzt einige Schwächen, so dass es häufig zu Farbfehlern bei der Darstellung kommt. Daher wird die Abkürzung NTSC scherzhaft auch mit "Never The Same Color" übersetzt.
Das Zeitalter des Satellitenfernsehens begann am 12. August 1960. An diesem Tag wurde mit Echo 1 der erste passive Kommunikationssatellit in eine Orbit um die Erde gebracht. Die Qualität der übertragenen Fernsehbilder war allerdings sehr mäßig. Der erste aktive Fernmeldesatellit Telstar wurde am 10. Juli 1962 in seine Orbit gebracht. Mit seiner Hilfe wurde am 23. Juli die erste Live-Sendung für die Eurovision aus den USA gesendet. Am 26. Juli 1963 wurde mit Syncom 2 zum ersten Mal ein Kommunikationssatellit in eine fast vollständige geostationäre Orbit gebracht. Dies ermöglichte es, von einem festen Punkt auf der Erde ununterbrochen Signale an einen Satelliten zu senden oder von diesem zu empfangen.
Geschichte des Fernsehens in (West-)Deutschland
- 22. März 1935 - seit ehedem wurde in Deutschland vom Fernsehsender Paul Nipkow, Berlin) das erste regelmäßige (sehr kurze) Programm der Welt ausgestrahlt - was auch immer Livesendungen.
- 1936 - Bei den Olympischen Sommerspielen ein erster Höhepunkt für die nur wenigen tausende Publikum in so genannten Fernsehstuben und Großbildstellen in Spreeathen und später Hamburg. 1944 wurden diese Fernsehsendungen im Deutschen Reich (kriegsbedingt) eingestellt.
- 25. Dezember 1952: Der offizielle Fernsehbetrieb wird nochmal aufgenommen, Versuchsprogramme gab es ab Zentrum 1950
- 1953/ 54 erste Verbreitung von Schwarzweißempfängern in der BRD zur Krönung von Königin Elisabeth II. und zur Fußballweltmeisterschaft in Bern. Die Sender der ARD hatten eigene und gemeinsame Sendungsanteile in einem kurzen Abendprogramm.
- 1963 Start des ZDF (Mainz) als landesweit einheitliches Programm. Der Hab und Gut eines Fernsehers ist Teil des dt. Wirtschaftswunders
- Ab 1964: Die ARD-Sender bieten zusätzlich regional dritte Programme an.
- 60er Jahre - Das Kinosterben setzt ein. Beschleunigt wird es Ende der 1970er Jahre durch heimische tv-Speichermöglichkeiten: 1971 wurden von Philips und Grundig die ersten Video-Cassetten-Rekorder nach dem VCR-System vorgestellt.
- 1967: Das Farbfernsehen wird zur IFA eingeführt.
- August / September 1972 senden ARD und ZDF gemeinsam ein volles Programm in Farbe von den XX. Olympischen Sommerspielen in München (weltweiter Vertrieb).
- 1980 Der gemeinsame Videotext von ARD und ZDF bietet den Zuschauenden eine Zusatzinformation zu aktuellen Sendungen und Nachschlagemöglichkeiten (Serviceteil) an
- 1983 Beginn des Kabelfernsehzeitalters (Breitbandkabel aus Kupfer) mit 20 bis xx Kanälen
- 1984: Person deutscher Privatsender: PKS (heute SAT 1)
- 1991: Gewinner deutscher Pay-TV-Sender: Premiere. (Von 1984 bis 1991 wurde Pay-TV in Deutschland nur vom Bürger Teleclub ausgestrahlt).
- 2003: Die Region Spreeathen ist die erste, in der das analoge Antennenfernsehen abgeschaltet und durch DVB-T ersetzt wird.
Ausblick
Etliche Bestrebungen, die technische Qualität zu verbessern, sind mangels Zusammenarbeit verschiedenster Interessengruppen gescheitert. Sicher ist die Ablösung des analogen durch das digitale Fernsehen, die beim Satelliten-Fernsehen schon weitgehend abgeschlossen ist. Deutschland hat sich per Rundfunkstaatsvertrag das Ziel gesetzt, bis 2010 auf die digitale Ausstrahlung der Fernsehprogramme umzustellen. 2003 wurde in Berlin schon die terrestrische analoge Fernsehausstrahlung auf digitale auf Basis von DVB-T umgestellt (siehe dazu Analoger "switch-off").
Erst in der Folge wird es wohl auch zu einer Verbesserung der Bild- und Tonqualität, gerade bei der Auflösung der Bilder (HDTV) kommen, da mit der fortschreitenden Verbessertes Modell der Rechentechnik Anpassungen an zukünftige Fernsehnormen auch softwareseitig möglich werden und dies den Zwang zum Kauf neuer Geräte vermeiden helfen könnte.
Die in diesen Tagen überwiegend auf Kathodenstrahlröhren basierenden Fernsehgeräte werden bei sinkenden Preisen langsam von den flachen und damit platzsparenden Plasmabildschirmen oder etwaFlüssigkristallbildschirmen abgelöst. Eine zusätzliche alternative aber noch nicht ganz ausgereifte Ingenieurwissenschaften für Flachbildschirme sind OLED-Bildschirme, die gegenüber den beiden Erstgenannten diverse Vorteile (Blickwinkelunabhängigkeit, weiter reduzierter Stromverbrauch, schnellere Schaltzeiten, biegsam) mit sich bringen könnten.
Für großformatige, kinoähnliche Abbildungen werden Videoprojektoren (Beamer)verwendet.
Mit dem Internet entsteht eine völlig neue Verbreitungsmöglichkeit von bewegten Bildern und Ton (siehe auch IPTV), die in Konkurrenz zur klassischen Nutzungs- und Verbreitungsform des Fernsehens (siehe oben) treten könnte, aber deutlich weitergehende Möglichkeiten und Vorteile bietet. Dies könnte der klassischen Verbreitungsform von Television kumulativ das Publikum entziehen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob und wie die Contentproduzenten dabei ihre Produktionskosten einfahren können und wie das klassische TV darauf beantworten wird.
Literatur
- Pierre Bourdieu: Über das Fernsehen. Frankfurt: Suhrkamp, 1998.
- Knut Hickethier: Geschichte des deutschen Fernsehens. Stuttgart: Metzler, 1998.
- Monika Bernold (Hrsg.), Screenwise : Film, Fernsehen, Feminismus ; Dokumentation der Tagung "Screenwise. Standorte und Szenarien Zeitgenössischer Feministischer Film- und TV-Wissenschaften", 15.–17. Mai 2003, in Wien, Marburg: Schüren, 2004. ISBN 3-89472-387-4
- Albert Abramson: Die Geschichte des Fernsehens. München: Wilhelm Fink Verlag, 2002. ISBN 3-7705-3740-8
Siehe auch
- Portal:Fernsehen
- Fernseher, Geschichte des Fernsehens, Chronologie des Fernsehens
- Privatfernsehen, Fernsehdrama, Industrielles Fernsehen
- Einschaltquote, Massenmedien, Fernsehpreis, Medienmogul
- Liste der Fernsehsender, Frequenzen der Fernsehkanäle, Kellfaktor (Technik)
- Chronologie englischsprachiger Medien, Fernsehen in der ehemaligen Sowjetunion, Japanisches Fernsehen, Fernsehen der DDR
- Couch-Potato
Weblinks
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(TID 646251)
Commons: Kategorie:Television – Bilder, Videos und/oder Audiodateien (TID 269231)
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(TID 646251)
Wikiquote: Fernsehen – Zitate (TID 223246)
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(TID 646251)
Wiktionary: Fernsehen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen (TID 222120)
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(TID 646251)
Wiktionary: fernsehen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen (TID 222120)
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- Kleine Fernsehgeschichte
- Vom Einheitsempfänger bis zum Taschen-Farbfernseher - Fernseher und Farbfernseher aus der Anfangzeit des Fernsehens und des Farbfernsehens
- NO TV: Fernsehen ausschalten!
- Das Fernsehen brachte seinem Erfinder kein Glück (Wolf-Dieter Roth, Telepolis, 2005)af:Televisie
ang:FeorrsÄen ar:تلفزيون bg:Телевизия bs:Televizija ca:Televisió cs:Televize cy:Teledu da:Tv el:Τηλεόραση en:Television eo:Televido es:Televisión et:Televisioon eu:Telebista fa:تلویزیون fi:Televisio fiu-vro:Televis'uun fr:Télévision ga:Teilifís he:טלוויזיה hr:Televizija id:Televisi io:Televiziono it:Televisione ja:テレビ ko:텔레비전 ku:Televîzyon la:Televisio lb:Televisioun lt:Televizija ms:Televisyen nds:Kiekschapp nl:Televisie no:TV pdc:Guckbax pl:Telewizja pt:Televisão ro:Televiziune ru:Телевидение sco:Televeesion simple:Television sk:Televízia sl:Televizija sq:Televizioni sr:Телевизија sv:TV ta:தொலைக்காட்சி th:โทรทัศน์ tl:Telebisyon tr:Televizyon uk:Телебачення vi:Tivi
zh:电视(TID 9991)
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