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Fische

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Bild:Disambig-grau2.png Dieser Artikel befasst sich mit den Angeln aus der Biologie. Für alternative Bedeutungen der Wörter Fisch und Fische siehe Fische (Begriffsklärung).

(TID 537469)

Fische
Bild:Herringadultkils.jpg
Atlantischer Hering (Clupea harengus)
Systematik

(TID 100226)

Unterabteilung

(TID 100063)

|| Bilateria
Überstamm

(TID 100067)

|| Neumünder (Deuterostomia)
Stamm

(TID 100065)

|| Chordatiere (Chordata)
Unterstamm

(TID 100068)

|| Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse

(TID 100069)

|| Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe

(TID 104565)

|| Fische
Wissenschaftlicher Name
Pisces
Klassen

Fische (Pisces) sind wechselwarme, fast ausschließlich im Wasser lebende Wirbeltiere mit Kiemen. Etwa die Hälfte aller Wirbeltierarten sind Fische, die ältesten bekannten Fossilien sind rund 450 Mio. Jahre alt. Man unterscheidet speziell Knorpelfische (Chondrichthyes), zu denen u. a. die Haie und Rochen zählen, und Knochenfische (Osteichthyes), die alle anderen Fische umfassen. Zwei übrige Fischtaxa, die Panzerfische (Placodermi) und die Stachelhaie (Acanthodii), sind ausgestorben.

Das mit Angeln befasste Forschungsgebiet heißt Ichthyologie.

Inhaltsverzeichnis

Körperbau und -funktionen

Form

Die Körperform der Fische ist je nach Lebensweise mehr oder weniger lang länglich - schnelle Schwimmer sind torpedoförmig, bodenlebende Arten abgeplattet, Arten die in Riffen oder aberTangwäldern leben, seitlich zusammengedrückt. Die Größe ausgewachsener Fische schwankt, je nach Art, zwischen kaum gut einem Cm und 18 Metern.

Knochenbau

Bild:Schwarzspitzen-Riffhai (Carcharhinus melanopterus).jpg
Schwarzspitzen-Riffhai

Das Skelett besteht aus Knorpel (Knorpelfische) oder aberKnochen (Knochenfische). Am Schädel befindet sich das Kiemenskelett aus vier bis sieben Kiemenbögen, von denen der vordere zum Unterkiefer umgebildet ist. Die Wirbelsäule ist mit dem Schädel verbunden. In der Rumpfregion tragen die Wasserstrudel Rippen, über die ganze Länge Dornfortsätze auf der Rückenseite, im Schwanzbereich auch auf der Bauchseite. In den Muskelscheiden von Knochenfischen befinden sich häufig Gräten aus verknöchertem Bindegewebe. Zur Steuerung und Fortbewegung dienen die Flossen, die bis auf die Fettflossen (bei Lachsen, Salmlern, Welsen) mit knochigen Flossenstrahlen (Radien) verstärkt sind. Brust- und Bauchflossen sind paarig und mit dem Schulter- vielmehr - Beckengürtel verbunden. Die unpaarigen Rücken, Schwanz- und Afterflossen sind über Flossenträger (Radiale) mit der Wirbelsäule verwachsen. Die bei manchen Arten zwischen Rücken- und Schwanzflossen gelegenen Fettflossen verfügen über kein Skelett, können aber hornartig verstärkt sein. Zur Fortbewegung dient - zusammen mit einer seitlich schlängelnden Körperbewegung - an erster Stelle die Schwanzflosse. Einige Arten bewegen sich jedoch auch überwiegend qua der Brustflossen fort und nutzen die Organ nur als Ruder.

Haut

Die Haut der Fische besteht aus zwei Schichten: der bindegewebshaltigen Lederhaut, in der sich Schuppen und Farbzellen befinden, und der mit Schleimdrüsen versehenen Oberhaut. Der Mucus verringert den Strömungswiderstand, da er die Grenzgeschwindigkeit für die Entstehung von Turbulenzen heraufsetzt. Noch dazu hat der Fischschleim eine schützende Wirkung auf die Schuppen und die darunterliegende Haut, da er antibakteriell wirkt. Bei Knorpelfischen übernehmen winzige, zahnartige Placoidschuppen eine vergleichbare Funktion.

Kreislauf und Atmung

Fische haben einen geschlossenen Zirkulation mit einem nahe an den Kiemen gelegenen, einfachen Herz, das aus einem Vorhof und einer Ventrikel besteht. Es pumpt venöses Blut direkt in die Kiemen, die aus zahlreichen, mit Kapillaren durchzogenen Blättchen, feinen Hautausstülpungen, bestehen. Die Kiemen annehmen über ihre große Oberfläche gelösten Sauerstoff aus dem Wasser auf und geben ihn an das Blut weiter. Die sehr hohe Effektivität der Sauerstoffaufnahme über die Kiemen (bis zu 70% des verfügbaren Sauerstoffs) kann auf das Prinzip des Gegenstromaustauschers in den Kiemen und die sehr hohe Affinität von Kompromiss finden Wirbeltierhämoglobinen zu Sauerstoff zurückgeführt werden. Bei Knochenfischen sind die Kiemenspalten durch hornartige Kiemendeckel (Operculum) verdeckt. Durch die Absenkung des Mundbodens und das gleichzeitige Abheben des Kiemendeckels kommt es zu einem Einstrom von Wasser durch das Maul. Membranen an den Kiemendeckeln verhindern einen Einstrom des Wassers. Beim Ausdrücken schließt sich im vorderen Maulbereich eine Lippe und das Wasser wird durch die Kiemenspalten rückwärts ausgepresst. Knorpelfische, deren Kiemenspalten von außen sichtbar sind, müssen sich dagegen ständig mit geöffnetem Maul bewegen, damit das Wasser an den Kiemen weiter strömen kann.

Bild:Fisch-foss.jpg
Fossiler Vertebrat in Kalkstein
Bild:Pomacanthus.jpg
Franzosen-Kaiserfisch (Pomacanthus paru)
Bild:Chelmon rostratus Kupferstreifen-Pinzettfisch.jpg
Kupferstreifen-Pinzettfisch (Chelmon rostratus)
Bild:Ogcocephalus.jpg
Fische malen sich auch durch eine große Formenvielfalt aus

Bei Kompromiss finden Knochenfischen (beispielsweise Aalen) ist die Kiemenhöhle nur durch eine kleinen Spalt nach außen geöffnet, wobei die Kiemen auch auf dem Trockenen eine gewisse Zeit feucht und damit funktionsfähig bleiben. Einige mehr oder weniger amphibisch lebende Fischarten verfügen über andere Atmungsorgane: Schlammspringer können Luftsauerstoff durch Hautatmung aufnehmen. Verbreiteter ist die Darmatmung, zum Beispiel beim Schlammpeitzger, dabei wird Luft geschluckt, der Gasaustausch findet an den Wänden des stark durchbluteten Vorderdarms statt. Einige Fische (Labyrinthfische) atmen auch Luft, indem sie Ausstülpungen im Kopfbereich zur Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft nutzen. Fischen, deren Schwimmblase noch mit dem Darm verbunden ist, wie den Knochenhechten, dient auch die Schwimmblase zur Luftatmung. Bei Flösselhechten und Lungenfischen haben sich diese Darmausstülpungen schon zu Lungen entwickelt.

Schwimmblase

Bei den meisten Fischarten hat die Schwimmblase die Funktion, das spezifische Gewicht (die Dichte) zu regulieren, so dass sie ohne Kraftanstrengung im Wasser schweben können oder nur sehr langsam zu Boden sinken. Hervorgegangen ist sie aus einer Ausstülpung an der Oberseite des Darmeingangs; sie kann, wie bei den Karpfen, noch mit ihm verbunden sein (physiostom) oder, wie bei den Barschen, vom Darm getrennte Kammern bilden (physioklist). Zur Regulierung des spezifischen Gewichts werden Gase (Sauerstoff, Kohlendioxid, Stickstoff) aus dem Blut über die so genannte Gasdrüse oder einen Verbindungsgang zum Darm, den ductus pneumaticus in die Schwimmblase abgegeben. Zur Leerung der Schwimmblase gelangt das Gas entweder über den ductus pneumaticus in den Vorderdarm oder über einen stark durchbluteten Bereich in der Schwimmblasenwand, das oval, wiederholt zurück ins Blut. Knorpelfischen, aber auch bodenlebenden oder besonders gut schwimmenden Knochenfischen fehlt die Schwimmblase – sie sinken zu Boden, wenn sie sich nicht bewegen.

Nervensystem und Sinnesorgane

Das Nervensystem ist einfach, das Gehirn klein, eine Großhirnrinde fehlt. Der Geruchssinn der Fische ist sehr ausgeprägt, Nasen- und Mundhöhle sind voneinander getrennt. Die Ohren bestehen aus geschlossenen, flüssigkeitsgefüllten Blasen, bei sich verständigen auf Arten sind sie durch bewegliche Organ mit der Schwimmblase verbunden. Im Aufbau ähneln sie dem Innenohr des Menschen. Die meisten Fischarten können Signale darunter 1 kHz wahrnehmen, einige haben ihr Hörvermögen durch spezielle Strukturen verbessert und den Hörbereich bis 5 oder mehr kHz erweitert. Die Augen haben eine starre Linse, die auf Nahsicht fokussiert ist. Sie entgegennehmen auch ultraviolettes Beleuchtung wahr. Besonders bei bodenlebenden Angeln ist der Haptik gut entwickelt. Zuerst an Lippen und Barteln befinden sich in der Oberhaut Sinneszellen, die Berührungsreize übertragen. Als "sechsten Sinn" verfügen Fische über Organe zur Wahrnehmung von Wasserströmungen, die Seitenlinienorgane, die sich seitlich etwa in der Zentrum über einen Großteil der Körperlänge erstrecken. Sie bestehen aus einer Reihe von Hauteinstülpungen, in denen sich Sinneszellen mit Sinneshaaren befinden, die durch Strömungsveränderungen bewegt werden.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungsorgane der Fische befinden sich seitlich und über des Darms. Die Befruchtung findet bei den meisten Arten ohne Kopulation statt, für wird der weibliche Rogen (die Eier) und die männliche Nahrung (der Samen) etwa gleichzeitig ins Wasser abgesetzt. Dabei schwankt die Anzahl der Eier extrem: Störe legen jede Menge Millionen, die brutpflegenden Stichlinge nimmer als hundert. Bei brutpflegenden Arten sind es häufig die Männchen, die die Wartung übernehmen. Es gibt bei den brutpflegenden Arten verschiedene Formen: Offen-, Höhlen- und Maulbrüter. Bei Offenbrütern werden die Eier vom Weibchen auf Pflanzen oder anderen festen Materialien ablegt und anschließend vom Männchen besamt. Bei Höhlenbrütern werden die Eier an der Decke von Höhlen abgelegt. Nach dem Schlüpfen werden die Jungen noch eine zeitlang auf Blättern oder in Gruben abgelegt bis der Dottersack ermattet ist. Danach werden die Larven von den Erziehungsberechtigte geführt, wobei sich die Erziehungsberechtigte entweder abwechseln oder ein Elternteil, zumeist das Männchen die Reviergrenzen bewacht. Geht ein Großteil der Brut verloren, so kann es vorkommen, dass die Erziehungsberechtigte die wenigen überlebenden Larven fressen und schnell nochmals mit einer neuen Brut beginnen. Bei Maulbrütern entgegennehmen die Weibchen die Eier nach der Ablagerung ins Maul, das Männchen schwimmt über die Eier und gibt dabei seinen Samen ab. Die Jungen der Maulbrüter sind wenn sie das Maul verlassen schon weit entwickelt, sie fegen nach dem Schlüpfen aber noch eine zeitlang bei Bedrohung ins Maul zurück. Sogenannte Kuckuckswelse haben sich darauf spezialisiert ihre Eier zu den Eiern des Wirtsfisches zu geben, die dann vom Weibchen mit ins Maul aufgenommen und dort ausgebrütet werden. Die sich schneller entwickelnden Welslarven fressen dann die Eier oder Larven des Wirtsfisches. Diskusfische stattdessen nach dem Schlüpfen ein Hautsekret ab, das von den Larven abgeweidet wird und als Erstnahrung dient. Bei Labyrinthfischen bilden die Männchen häufig an der Wasseroberfläche zwischen Schwimmpflanzen ein Schaumnest und scheuchen dann das Weibchen zur Eiablage unter das Schaumnest. Dabei umschlingt das Männchen mit seinem Körper das Weibchen und dreht es auf den Rücken, so dass die Eier herauf schwimmen. Nach dem Besamen wird das Weibchen vertrieben und die Brut vom Männchen allein behütet bis die Larven schlüpfen, danach kümmert sich auch das Männchen nicht weiter um die Brut. Einige Fischarten haben kein erblich bestimmtes Geschlecht, es prägt sich erst durch den Beziehung mit Partnern oder durch Umweltbedingungen aus und kann öfter gewechselt werden. Es gibt auch Fische, die über Kopulationsorgane verfügen, wie zum BeispielHaie. Solche Fische sind häufig lebendgebärend.

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Benennung

Der zur Reproduktion fähige weibliche Fisch heißt Rogner, der fortpflanzungsfähige männliche Fisch wird Milchner genannt.

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Systematik

Die Fische sind ein paraphyletisches Taxon, das bedeutet, dass die Gruppe nicht alle Nachkommen des gemeinsamen Väter aller Fische umfasst. Es fehlen nämlich die Landwirbeltiere (Tetrapoda), die eigentlich eine Untergruppe der Knochenfische darstellen. So sind z. B. die Quastenflosser und Lungenfische enger mit den Landwirbeltieren verwandt als mit anderen Fischen. Aus kladistischer Sicht sind die Fische daher kein gültiges Taxon mehr, da nach dieser Methode nur monophyletische Gruppen renommiert und benannt werden. Die Wikipedia folgt hier aber der traditionellen Systematik. Die Fische bewilligen sich dann am günstigsten als Ausschlusstaxon definieren: Fische sind alle Kiefermäuler, die keine Landwirbeltiere sind.

Grundsätzlich nicht zu den Angeln gehören die Kieferlosen (Agnatha), wie z. B. die Neunaugen, die dennoch bisweilen im populären Sprachgebrauch als "Fische" bezeichnet werden.

Bild:Fischmosaik.jpg
Mosaik im Nationalmuseum Neapel

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Kulturelle Bedeutung

Der Fisch wird im Christentum als Metapher Jesu Christi benutzt. Oft wird der Name mit den Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch (Ichthys) gedeutet: J(esus) Ch(ristos) Th(eou) Y(ios) S(oter) (dt. „Jesus Christus, Gottes Sohn, der Erlöser“).

Siehe Fisch (Christentum)

In wirtschaftlicher Hinsicht bedeutend ist die Fischerei, aber auch der Geschäft mit Zierfischen. Alle beide können jedoch die Fischbestände bedrohen, die weiterhin auch durch die Einleitung von Schadstoffen in ihren Lebensraum gefährdet sind; eine zu starke Belastung kann zu Fischsterben führen. Auf die ökologische Gefährdung der Fische soll die regelmäßige Ausrufung je einer Art als Fisch des Jahres aufmerksam machen.

Siehe auch: Systematik der Knorpelfische, Systematik der Knochenfische

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Literatur

  • K. A. Frickhinger: Mergus Fossilien-Atlas Fische. Eine bibliophile und ichthyologische Kostbarkeit, Mergus Unternehmen 1991
  • H. Gebhardt, A. Ness: Fische, BLV-Verlag, München, 2005. ISBN:3-405-15106-6.

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Weblinks

Bild:Chondrostoma nasus (aka).jpg
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