Franz Beckenbauer
Aus Schlauweb
Franz Beckenbauer (Spitzname: Der Kaiser) (* 11. September 1945 in München) war ein deutscher Fußballspieler und -trainer und ist dieser Tage ein Sportfunktionär, Werbeträger, Geschäftsmann und einflussreicher Journalist.
Seitdem 1994 ist Franz Beckenbauer Präsident des FC Bayern München. Zusätzlich ist er Vorsitzender des Organisationskomitees zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und hat die WM-Bewerbung geleitet. Außerdem ist er seit einigen Jahren einer der Vizepräsidenten des DFB. Beckenbauer war deutscher Nationalspieler, Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft sowie Vereinstrainer des FC Bayern München und ist Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft. Er ist benachbart Pelé, Diego Maradona und Johan Cruijff einer der besten Fußballer aller Zeiten und wird in der Öffentlichkeit häufig als "Lichtgestalt des deutschen Fußballs" bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
Biografie
Karrierebeginn
Franz Beckenbauer wurde 1945 als Sohn des Postobersekretärs Franz Beckenbauer sen. (* 1905; † 1977) und dessen Frau Antonie (* 24. Juni 1913; † 11. Januar 2006) in München-Giesing (Zugspitzstraße) geboren. Er erlernte das Fußballspiel beim SC 1906 München. 1958 plante Beckenbauer den Wechsel zu einem größeren Verein. Der TSV 1860 München war einst der größte Club in München und der 13-jährige Franz wäre auch dorthin gewechselt, wenn er nicht während eines Spieles für den MSC mit einem der Löwen-Spieler zusammenstoßen wäre. Nachdem diese Balgerei wenn schon mit einer Maulschelle gegen die spätere Fußball-Ikone geendet hatte, änderte Beckenbauer seine Pläne und wechselte schließlich für die folgende Saison zum FC Bayern München, der damaligen Nummer 2 in der Stadt. Als er noch keine 20 Jahre alt war, debütierte Beckenbauer für die Bayern in der Regionalliga (damals zweithöchste Spielklasse), wo er als Linksaußen auflief und ein Tor erzielte. 1964 absolvierte Beckenbauer drei Länderspiele in der DFB-Jugendauswahl.
Spielererfolge
Sein Stern ging bei der Fußballweltmeisterschaft 1966 in England auf, als er im defensiven Mittelfeld spielte. Im Endspiel gegen England wurde er gegen Bobby Charlton, den damaligen Superstar der Engländer, als Sonderbewacher gestellt. Später sagte man, durch diese Manndeckeraufgabe des früher 20-jährigen Beckenbauer habe sich Deutschland der Siegchance im Endspiel beraubt. Auch bei der Titelkampf vier Jahre später in Mexiko durfte Beckenbauer nicht auf der geliebten Liberoposition spielen, da dort noch Willi Schulz agierte. Im Halbfinale, dem Jahrhundertspiel gegen Italien zog er sich eine schwere Schulterverletzung zu und musste, da das Auswechselkontingent erschöpft war, mit verbundener Schulter weiterspielen.
Mit dem FC Bayern München schaffte er 1965 den Aufstieg von der Regionalliga in die Bundesliga. Ihm gelangen vier deutsche Meistertitel in München, vier Europapokalsiege, sowie vier DFB-Pokalerfolge. Der Defensivmann, der jedoch zeitlebens auch das Angriffsspiel seines Teams ankurbelte, bestritt in den zwölf Jahren als Nationalspieler 103 Länderspiele und schoss 14 Tore. 1972 führte der Münchner als Kapitän Deutschland zum Europameistertitel durch einen 3:0-Endspielsieg gegen die UdSSR.
Jahr 1974 folgte dann der größte Heil im Weltmeisterschaftsfinale gegen die niederländische Fußballnationalmannschaft: Deutschland wurde durch ein 2:1 zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister. Er nahm an drei Weltmeisterschaften (1966, 1970 und 1974) teil. Anno 1977 wechselte Beckenbauer zu Cosmos New York in das damalige Fußball-Entwicklungsland USA und wurde dort dreifacher US-amerikanischer Meister (1977, 1978, 1980). Nach seiner Rückkehr in die Fußball-Bundesliga im Jahre 1980 spielte Beckenbauer beim Hamburger SV. Im Voraus er seine aktive Berufslaufbahn 1982 beendete, errang Franz Beckenbauer mit dem HSV seinen fünften deutschen Meistertitel. Im Jahreszeit des folgenden Jahres ließ er sich noch einmal zu einer letzten Saison bei Cosmos New York als Glücksspieler überreden.
Als Fußballspieler wurde er in den Jahren 1966, 1968, 1974 und 1976 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. 1972 und 1976 war er Europas Fußballer des Jahres. Im Laufe seiner Bundesligakarriere absolvierte er 424 Bundesliga-Spiele, davon 396 für den FC Bayern München und 28 für den Hamburger SV. Alle 44 Bundesliga-Tore erzielte er für die Bayern.
Teamchef
1984 übernahm er die Verantwortung für die deutsche Nationalmannschaft. Da er keine anerkannte Trainerlizenz besaß, fungierte er als Teamchef. Er führte die Mannschaft 1986 ins WM-Endspiel und 1990 zum dritten Weltmeistertitel. Damit gelang Franz Beckenbauer ein seltenes Kunststück: Er war nach Mario Zagallo der Zweite, der wie auch als Persönlichkeit sowie als Trainer Fußball-Weltmeister wurde. Nach der gewonnenen WM erhielt Beckenbauer vom DFB eine Trainerlizenz ehrenhalber, die aber voll gültig ist.<ref name="Morgenpost">br-online</ref>
Vereinstrainer/Präsident
In der Saison 1990/91 arbeitete Beckenbauer für Olympique Marseille (zunächst als Cheftrainer, später dann als technischer Direktor). Am 25. November 1991 wurde Beckenbauer zum Vizepräsidenten des FC Bayern München gewählt. Er trat anschließend generell zweimal als Interimscoach bei den Bayern in Erscheinung und beendete die an erster Stelle erfolgreiche Arbeit von Erich Ribbeck beziehungsweise Otto Rehhagel. Im Im Jahre1994 errang er auch in der Funktion des Trainers den deutschen Meistertitel, sowie 1996 zum ersten Mal den UEFA-Cup, zu dem Otto Rehhagel die erfolgreiche Basis gelegt hatte.
Sportpolitische Karriere
Seit 1994 ist er Präsident des FC Bayern München. Franz Beckenbauer unterstützte als Vorsitzender des Bewerbungskomitees die Bewerbung um die Titelkampf 2006 nach Deutschland. Er ist Leiter des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Nach dem Rücktritt von Rudi Völler als Bundestrainer am 24. Juni 2004 gründete Franz Beckenbauer die Trainerfindungskommission (TFK) um einen neuen Bundestrainer für die deutsche Nationalmannschaft zu finden.
Franz Beckenbauer kündigte Anfang 2005 an bei der nächsten Wahl um das Präsidentenamt der UEFA zu kandidieren. Nachdem die UEFA-Kommission im estnischen Tallinn am 21. April 2005 entschieden hat, die Wahl von 2006 auf 2007 zu verschieben, steht der Anwartschaft für Franz Beckenbauer nichts mehr im Wege. Anliegend Franz Beckenbauer, der noch bis Ende 2006 Präsident des Organisationskomitees der WM 2006 ist, hat auch der ehemalige französische Fußballnationalspieler und Funktionär Michel Platini seine Anwartschaft um das Präsidentenamt angekündigt.
Spitzname Der Kaiser
Seitdem 1968 wird Beckenbauer von den Medien und Fans als Kaiser bezeichnet. Anlässlich eines Freundschaftsspiels des FC Bayern München in Wien wurde er für Fotoaufnahmen bei einer Büste des ehemaligen österreichischen Kaisers Franz I. platziert. In der Berichterstattung wurde er nun als Fußball-Kaiser bezeichnet, woraufhin sich die Bezeichnung Kaiser rasch verbreitete und verselbständigte.
Diese Begründung für den Spitznamen von Franz Beckenbauer ist zwar legendär (und wird von Beckenbauer auch gerne erzählt), aber nach Daten eines Artikels der Magazin Die Welt geschichtlich unwahr. Die Welt schreibt, der "Kaiser" habe am 14. Juni 1969 zum Pokalendspiel gegen Schalke 04 seinen Gegenspieler, Reinhard Libuda, genannt der König von Westfalen, gefoult. Nach diesem Foul wurde er von den Schalker Fans ausgebuht. Allerdings ging er mit dem Ball in die gegnerische Hälfte, wo er diesen vor der Schalke Fankurve eine halbe Minute in der Luft balancierte. Die Presse suchte eine Steigerung zum "König von Westfalen", der Kaiser war geboren.
Medienfigur
Beckenbauer wird oft als Kommentator eingesetzt und hat eine eigene Spalte bei der Bild-Zeitung. Wegen seiner Popularität im In- und Ausland wirbt Beckenbauer für diverse Produkte: gerade für o2 Germany, die Postbank und die Sponsoren der Fußballweltmeisterschaft 2006. Die E-Plus-Werbung mit dem Spruch "Ja ist denn heut schon Weihnachten" wurde zum Kult und lief 3 Jahre im deutschen Fernsehen. Schon als junger Subjekt warb er für Suppen der Betrieb Knorr. Der Spruch "Kraft in den Teller-Knorr auf den Tisch" war schon vormals Kult. Darüber hinauf besang er auch Schallplatten. Der Titel "Gute Freunde kann niemand trennen" wird auch in diesen Tagen aber und abermal eingespielt, wenn über ihn berichtet wird. Mit seinen Werbeverträgen ist er mittlerweile noch erfolgreicher als in seiner Fußballkarriere. Beckenbauer wurde zu seinem 60. Tag mit einer Gala im ZDF geehrt. Der Staatsempfang der bayerischen Regierung aus diesem Anlass wurde von o2 Germany gesponsert.
Privates
Zur Unterstützung behinderter, bedürftiger und unverschuldet gestrandet geratener Leute gründete er die Franz-Beckenbauer-Stiftung. Franz Beckenbauer ist Verwandter von vier Söhnen (Thomas, Michael, Stefan und Joel-Maximilian) sowie einer Tochter (Francesca). Am 18. Nov. 2004 wurde er nach 14-jähriger Ehe von seiner zweiten Frau Sybille Beckenbauer geschieden. Beckenbauer lebt mit Heidi Burmester, mit der er mittlerweile zwei Blagen hat, im österreichischen Kitzbühel. Sein Angehöriger Stefan Beckenbauer spielte 1992/93 für den 1. FC Saarbrücken in der Fußball-Bundesliga. Beckenbauer ist ein leidenschaftlicher Golfspieler mit Handicap 7.
Vereine
- 1962–77: FC Bayern München (396 Spiele / 44 Tore)
- 1977–80, 1983: Cosmos New York (132 Spiele / 23 Tore)
- 11/1980–82: Hamburger SV (28 Spiele / 0 Tore)
Erfolge
Erfolge als Spieler
- Weltmeister (1974)
- Vizeweltmeister (1966)
- WM-Dritter (1970)
- Europameister (1972)
- Vizeeuropameister (1976)
- Europapokal-der-Landesmeister-Sieger (1974, 1975 und 1976) mit Bayern München
- UEFA-Cup-Zweiter (1982) mit Hamburger SV
- Pokal der Pokalsieger: Gewinner (1967) mit Bayern München
- Weltpokalsieger: (1976) mit Bayern München
- Deutscher Pokalsieger: (DFB-Pokal 1966, DFB-Pokal 1967, DFB-Pokal 1969 und DFB-Pokal 1971) mit Bayern München
- Deutscher Meister: (1969, 1972, 1973, 1974) mit Bayern München sowie (1982) mit Hamburger SV
- Fußball-Bundesliga: Platz 2 (1970, 1971) mit Bayern München sowie (1981) mit Hamburger SV
- US Liga: US Meister (Soccer Bowl): (1977, 1978, 1980) mit Cosmos New York
Erfolge als Trainer
- Weltmeister 1990 mit Deutschland
- Vizeweltmeister 1986 mit Deutschland
- UEFA-Cup-Sieger 1996 mit Bayern München
- Deutscher Meister 1994 mit Bayern München
- Fußball-Bundesliga-Zweiter: 1996 mit Bayern München
Erfolge als Sportfunktionär
- Der FC Bayern München hat unter seiner Präsidentschaft die Position als führender Fußballverein in Deutschland und als einer der renomiertesten Fußballvereine international ausgebaut.
- Die Fußballweltmeisterschaft 2006 wird, auch wegen seines Engagements, in Deutschland ausgetragen.
Auszeichnungen
- Ehrennadel der FIFA
- 1966 Silbernes Lorbeerblatt
- 1967 Silbernes Lorbeerblatt
- 1976 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
- 1982 Bayerischer Verdienstorden
- 1986 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
- 1986 Bambi
- 1990 Bambi
- 1995 Bambi
- 2000 Bambi
- 2004 Jahrhundert-Verdienstorden des Fußball-Weltverbandes FIFA
- 2004 Ehrendoktor der Nationalen Sportakademie Sofia
- 2005 Bambi in der Rubrik Millennium-Bambi
- 2005 Persönlicher Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten beim Bayerischen Sportpreis
- 2006 Großer Verdienstorden am Bande (höchste Auszeichnung) des Südamerikanischen Fußballverbandes Conmebol.
- 2006 Auszeichnung mit der "Goldenen Sportpyramide" der Deutschen Sporthilfe für sein Lebenswerk
Quellen
<references/>
Literatur
- Franz Beckenbauer: Einer wie ich, C. Bertelsmann, München, 1975, ISBN 3570019438
- Peter Stützer: Der Kaiser Franz Beckenbauer, Delphin-Verlag, Köln 1985, ISBN 3773552572
- Hans Blickensdörfer: Der Kaiser - Die Franz Beckenbauer Story, 1991, ISBN 3517012696
- Franz Beckenbauer: Ich - Wie es wirklich war, C. Bertelsmann, München, 1992, ISBN 3570020797
- Silke Wiedemann: Franz Beckenbauer, Lehrach, 2002, ISBN 3980615162
- Harald Irnberger: Franz Beckenbauer. Ein Bayer zwischen Wahn und Wirklichkeit, Werner Eichbauer Betrieb 2002, ISBN 3901699287
- Torsten Körner: Franz Beckenbauer, Firma Scherz, Mai 2005, ISBN 3502183910
Film
- Libero - Regie: Wigbert Wicker (Deutschland 1973)
Weblinks
| (TID 646251) | Wikiquote: Franz Beckenbauer – Zitate |
(TID 223246)
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| | * Literatur von und über Franz Beckenbauer im Broschüre der DDB}}
(TID 369929)
- Eintrag bei Fußballdaten
- Zu seiner Trainerkarriere
- Portrait von Franz Beckenbauer
- Autogrammkarten von Franz Beckenbauer
Otto Nerz | Sepp Herberger | Helmut Schön | Jupp Derwall | Franz Beckenbauer | Berti Vogts | Erich Ribbeck | Rudi Völler | Jürgen Klinsmann
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beckenbauer, Franz |
| ALTERNATIVNAMEN | Der Kaiser |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballspieler, -trainer und -funktionär |
| GEBURTSDATUM | 11. September 1945 |
| GEBURTSORT | München, Deutschland |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
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