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Frau

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Weiblicher Mensch

Eine Frau (von althochdeutsch frouwa: hohe Frau, Herrin) ist ein weiblicher, erwachsener Mensch. Das geschlechtliche Gegenstück ist der Mann. Der Begriff wird verwendet, um das Geschlecht, die soziale Rolle oder sowohl als auch zu unterscheiden. Weil sich der Begriff Frau früher nur auf gesellschaftlich höherstehende erwachsene und verheiratete Volk weiblichen Geschlechts bezog, wurde der Begriff Weib in der breiten Bevölkerung verwendet. Letzterer ist in diesen Tagen eher negativ ausverkauft und hat dem Begriff Frau für alle erwachsenen weiblichen Leute Platz gemacht. Martin Luther hatte in seiner Bibelübersetzung in der Schöpfungsgeschichte zugunsten „Frau“ noch das Wort „Männin“ gewählt.

Weibliche Kinder und Jugendliche werden als Mädchen bezeichnet (früher auch Fräulein).

Das Symbol für eine Frau ist – das Venussymbol, die Farbe rot. Weibliche Säuglinge werden in westlichen Kulturen oft mit der Farbe rosa, im Gegensatz zu blau für männliche Säuglinge, in Verbindung gebracht.

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Venus-Symbol

Inhaltsverzeichnis

Biologische Merkmale

Genetische Merkmale

Der deutliche Geschlechtsdimorphismus des Volk mit einer Frau und einem Mann wird durch die Verteilung der Chromosomen in der Zygote bestimmt, besonders von den Geschlechtschromosomen. So bieten Frauen in ihrem Chromosomensatz zwei X-Chromosomen während Männer ein X- sowie ein Y-Chromosom besitzen. Letzteres besitzt eine geschlechtsbestimmende Region, die man Sex determining region of Y (SRY) nennt und die beim Mann für die embryonale Herstellung des Hoden-determinierenden Faktors (TDF für englisch Testis-determining factor), einem Protein, verantwortlich ist. Wird TDF gebildet, kommt es zur Ausbildung männlicher Merkmale, fehlt es dagegen, bilden sich weibliche Merkmale.

Bild:PregnantWoman.jpg
Schwangere Frau
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Peruanische Frau mit Kind

Morphologische und Physiologische Merkmale

Frauen unterscheiden sich körperlich vom Mann durch die unterschiedlichen primären und sekundären Geschlechtsmerkmale. Diese sind hauptsächlich durch die Funktion bei der Fortpflanzung bedingt. Die weibliche Keimzelle, die sogenannte Eizelle, wird im Eierstock vorrätig gehalten. Ungefähr alle 25 bis 30 Tage (variiert individuell von Frau zu Frau und Alter zu Lebensalter) wird eine Ei aus dem Eierstock entlassen. Diese kann dann beim Geschlechtsverkehr befruchtet werden; das männliche Geschlechtsteil, der Penis, wird in das Fortpflanzungsorgan der Frau, die Vagina, eingeführt und sondert bei der Ejakulation Samen ab, der während des Orgasmus vom Muttermund durch Tunkbewegungen aufgenommen wird. Nach der Zeugung trägt die Frau das Kind in der Gebärmutter aus, bis es schließlich nach 9 Solarmonaten bzw. 10 Lunarmonaten geboren wird. In den weiblichen Brüsten, die als Milchdrüsen zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen gehören, wird nach einer Geburt Muttermilch gebildet, mit der die Mutter das Neugeborene säugt, bis es übrige Nahrung zu sich annehmen kann.

Angrenzend Fortpflanzungsorganen, gibt es auch einige weitere körperliche Unterschiede. So unterscheidet sich z. B. der weibliche Knochenbau (besonders im Becken und im Gesicht) geringfügig, auch der Muskelaufbau ist etwas anders. Der Organismus ist bei Frauen weniger muskellastig ausgeprägt als bei Männern; während der Anteil des Muskelgewebes bei Frauen durchschnittlich etwa 23 Prozent ausmacht, beträgt er bei Männern rund 40 Prozent. Neueren Theorien zufolge unterscheidet sich auch das Denken bei Männern und Frauen, ohne dass jedoch ein Geschlecht dem anderen im Grunde überlegen wäre. Jedoch gehen Frauen und Männer bei der Lösung bestimmter Aufgaben (beispielsweise bei der Orientierung) partiell nach unterschiedlichen Strategien vor. Ob das durch die unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen bedingt oder ökologisch angelegt ist, ist augenblicklich nicht vollständig geklärt.

Inwieweit Eigenschaften, die als „typisch weiblich“ geschätzt werden, individuell zutreffen, hängt von Erziehung und Prägung ab. Doch haben alle Frauen auch sog. „männliche Anteile“ – und umgekehrt. Siehe dazu besonders: Weiblichkeit (auch: Männlichkeit). Es steht zu beachten, dass in jedem bislang untersuchten Zusammenhang die Varianz innerhalb der Gruppen „Männer“ und „Frauen“ jedes Mal höher ist, als die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Während etwas mehr männliche Nachwuchs geboren werden (das Verhältnis liegt bei ungefähr einem Mädchen zu 1,05 Jungen), machen Frauen die Majorität der Erwachsenen aus. Dies liegt daran, dass Männer in allen Altersstufen eine etwas höhere Sterblichkeit aufweisen – v. a. im Alter und um 30 Jahre durch Verkehrsunfälle. Frauen haben aus unterschiedlichen Gründen eine um ca. fünf Jahre höhere Lebenserwartung, partiell durch tatsächliche geschlechtliche Unterschiede begründet, z. T. aber auch durch die gesellschaftliche Rolle begründet.

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Gesellschaftliche Rolle und Emanzipation

In fast allen Kulturen gibt es eine mehr oder weniger ausgeprägte geschlechtliche Arbeitsteilung. In industrialisierten und postindustriellen Gesellschaften werden Frauen in der Regel reproduktive und Männer produktive Aufgaben zugeschrieben. Die reproduktiven Aufgaben in einer Gesellschaft beinhalten namentlich die Erziehung und Betreuung von Kindern, aber auch die Unterhaltung kranker und alter Menschen, das Bereitstellen von Nahrung usw. Diese Arbeitsteilung ist uralt und hat in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden dazu geführt, dass Frauen mehr und mehr – zuerst wirtschaftlich und dann gesellschaftlich – von Männern abhängig wurden und sich diesen unterordnen mussten. Noch vor reichlich hundert Jahren galten in allen europäischen Ländern nur die Männer als de jure handlungsfähig, eine unverheiratete Frau benötigte einen Vormund. In vielen Ländern außerhalb Europas ist das dieser Tage noch so.

Bild:Weaving profile.jpg
Frau aus Bangladesh beim Weben. Die Kleiderherstellung war in vielen Kulturen Frauendomäne.

Manches deutet jedoch darauf hin, dass am Anfang der Menschheitsgeschichte das sogenannte Matriarchat herrschte, in dem Frauen eine sehr angesehene Stellung in der Gesellschaft einnahmen. Für die frühen Gruppen der Jäger und Sammler waren weibliche Mitglieder durch Ihre Fähigkeit, zu gebären, und damit zum Erhaltung der Sippe beizutragen, wesentlich wertvoller als Männer. Um dieses Mysterium, die Fähigkeit, Leben zu schenken, entstanden auch die ersten Kulte und Religionen, bei denen Frauen und hauptsächlich weibliche Gottheiten verehrt wurden. Während die Männer für die Jagd zuständig waren und umherstreiften, regelten die Frauen das übrige Leben der Sippe. Sie sammelten Nahrung, bereiteten Speisen, errichteten Hütten, zogen den Bälger auf. Frauen bildeten den eigentlichen Kern der Sippe.

Bis in das „Zeitalter der Aufklärung“, ist stark auch darüber diskutiert worden (u.a. in kirchlichen Kreisen), ob Frauen überhaupt Menschen seien oder nicht.

Durch die Frauenbewegung und die durch sie ausgelöste Emanzipation der Frauen wurden in der westlichen Welt die traditionelle patriarchal strukturierte Geschlechterrollen in Fragestellung gestellt. In diesen Tagen steht Frauen jede Fachausbildung offen und sie sind in den meisten Ländern jur. den Männern gleichgestellt. Aber auch der aktuelle Arbeitsmarkt in Westeuropa weist eine geschlechtsspezifische Segregation auf, bei der in reproduktiven und Dienstleistungsberufen überdurchschnittlich etliche Frauen anzutreffen sind: Erziehungs- und Ausbildungsberufe, Pflegeberufe, Absatz und kaufmännische Berufe. Auch innerhalb frauentypischer Berufsfelder tritt eine geschlechtliche Segregation zutage, so dass, verglichen mit der Grundpopulation im untersuchten Berufsfeld überdurchschnittlich manche Frauen in Führungspositionen anzutreffen sind. Hinzu kommt, dass in solchen Berufsfeldern (z. B. Krankenpflege, Unterstufen-Lehrer) trotz intensiver politischer Bemühungen noch das Lohnniveau tiefer liegend ist, als in den Berufsfeldern, in denen überdurchschnittlich mehrere Männer arbeiten (z. B. Bau oder Produktion). Die unterschiedliche Vergütung ist partiell damit begründet, dass Männer oft gefährlichere oder gesundheitsschädliche Berufe ausüben, die eine Gefahrenzulage beinhalten. Frauen haben in Deutschland dreimal weniger tödliche Berufsunfälle und auch bei den Arbeiten im Haus haben Frauen geringere Unfälle mit tödlichem Ausgang.

In Gesellschaften, in denen der Status einer Frau real oder irrtümlich teils über ihre Schönheit definiert ist, kann es zu einem regelrechten „Schönheitswahn“ kommen, der wenn schon pathologische Ausmaße annehmen kann (siehe z. B. Essstörungen).

In vielen Kulturen ist es für Frauen nicht möglich, Soldat zu werden. Auch in diesen Tagen ist der Anteil weiblicher Soldaten international deutlich kleiner als der der männlichen (s. jedoch: Amazone).

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Bezeichnungen für Frauen

Bild:Black hmong women sapa vietnam 1999.jpg
Weibliche Hmong in Trachten tauschen Post aus
Bild:Women in Egypt.jpg
Zwei ägyptische Frauen

Im Deutschen werden etliche Tätigkeitsbezeichnungen wie Berufe unterschieden, abhängig davon, ob diese von einem Mann oder einer Frau ausgeführt werden. Dazu wird, unähnlich als bei sonstigen Unterschieden wie z. B. Herkunft kein Adjektiv verwendet, an Stelle es gibt für fast alle Berufe Doppelbezeichnungen. So wird in vielen Bezeichnungen die weibliche Form durch das Anhängen der Silbe in kenntlich gemacht, z. B. Autorin, Bäckerin. (Der Duden verzeichnet in der 23. Auflage 2004 erstmalig alle weiblichen Bezeichnungen.) Endet die Bezeichnung auf -mann, so wird dies nicht selten durch -frau ersetzt, zum Beispiel ist die weibliche Form des Bürokaufmanns die Bürokauffrau (Ausnahme ist z. B. Zimmermann –> Zimmerin). Nur manche Berufe werden nicht nach dem Geschlecht unterschiedlich bezeichnet; so wird heute, nachdem das „Fräulein“ gesellschaftlich aus der Mode kam, der Begriff „Ober“ als auch für weibliche sowie männliche Berufstätiger verwendet, da die weibliche Form „Oberin“ in anderem Zusammanhang verwendet wird. Rein weibliche Berufsbezeichnungen waren äußerst selten (Amme, Hebamme), Krankenschwester.

In Begleitbrief und Ansprachen wird dieser Tage oft eindringlich und die weibliche sowohl die männliche Form der Bezeichnung genannt, was vielmals den Oberfläche der „politischen Korrektheit“ erweckt. Da dies aber in längeren Zu Papier bringen einen merkbaren Mehraufwand bedeutet, werden partiell ungewohnte Abkürzungen verwendet, um Sparsamkeit und Engagement zu vereinen. Am bekanntesten ist die – laut der Rechtschreibung unzulässige – Form des Binnen-I (taz-I), also zum BeispielStudentInnen. Auch das Hervorheben der Tätigkeit mit Partizipien kommt in letzter Zeit mehr in Mode. So soll der Mehrzahl Studierende alle beide Geschlechter ansprechen.

In Österreich werden Frauen oder Töchter hin und wieder noch mit dem Titel ihres Ehemannes bzw. Vaters angesprochen: Frau Direktor, Frau Hofrat, Frau Doktor vielmehr Fräulein Direktor etc. Diese Form wird aber seltener. In Deutschland und in der Schweiz ist diese Anrede weitgehend verschwunden.

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Siehe auch

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Literatur

  • Georges Duby, Michelle Perrot: Geschichte der Frauen in 5 Bänden, Angler (Tb.), Frankfurt 1998 ISBN 3596140307
  • Gisela Bock: Frauen in der europäischen Geschichte. C.H. Beck München 2000 ISBN 3406461670
  • Sheila Rowbotham. A Century of Women: The History of Women in Britain and the United States. New York: Viking, 1997, ISBN 0670874205

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Weblinks

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(TID 646251)

Commons: Frau – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

(TID 269231)

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(TID 646251)

Wikiquote: Frauen – Zitate

(TID 223246)

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(TID 646251)

Wiktionary: Frau – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

(TID 222120)

ar:مرأة bn:নারী ca:Dona cs:Žena da:Kvinde en:Woman eo:Virino es:Mujer fi:Nainen fr:Femme ga:Bean gl:Muller he:אישה hi:औरत it:Donna ja:女性 lt:Moteris ms:Perempuan nds:Fru nl:Vrouw nn:Kvinne pl:Kobieta pt:Mulher ru:Женщина scn:Fìmmina simple:Woman sl:Ženska sr:Жене sv:Kvinna tr:KadÄn zh:女性

zh-min-nan:Cha-bó·

(TID 190444)

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