Friedrich II. (Preußen)
Aus Schlauweb
| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel befasst sich mit dem preußischen König, für die nach ihm benannten Kriegsschiffe siehe SMS Friedrich der Große (Begriffsklärung). |
(TID 537469)
Friedrich II., auch Friedrich der Große oder der Alte Fritz genannt, (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam) war seitdem 1740 König in Preußen und seitdem 1772 König von Preußen. Er war das vierte Kind König Friedrich Wilhelms I. in Preußen und dessen Frau Sophie Dorothea von Hannover.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Jugend
Friedrich wurde von seinem Vati Friedrich Wilhelm I., dem „Soldatenkönig“, autoritär, hart und militärisch erzogen. 1730 unternahm er gemeinsam mit seinem Jugendfreund Hans Hermann von Katte einen möglicherweise bewusst schlecht geplanten Ausbruchversuch nach England, der jedoch schon in seinen Ansätzen vereitelt wurde. Alle beide wurden in der Festung Küstrin inhaftiert, wo Katte - einer umstrittenen Überlieferung zufolge - vor den Augen Friedrichs hingerichtet wurde. Enge Freundschaften verbanden Friedrich gleichermaßen mit Peter Karl Christoph von Keith und Hans Karl von Winterfeldt.
Auf Druck seines Vaters, der wiederum von Mitgliedern des Hofes wie Friedrich Wilhelm von Grumbkow und Jacob Paul von Gundling, die in österreichischem Sold standen, gelenkt worden war, heiratete er Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, eine entfernte Verwandte des Hauses Habsburg. Die Ehe blieb kinderlos. Friedrich lebte in der Regel von ihr getrennt und zeigte sich mit seiner Frau alleinig zu Galafesten. Seine Frau nicht zu verstoßen, hatte er seinem Angehöriger noch kurz vor dessen Tod versprechen müssen. Bloß die Rheinsberger Jahre der beiden (1736–1740) könnten glückliche Ehejahre gewesen sein, allerdings ist nicht sicher, ob sein Verhalten echt war oder eine für den misstrauischen Kindsvater bestimmte „Theateraufführung“.
König
Unmittelbar nach seiner Krönung im Jahr 1740 begann er den 1. Schlesischen Krieg, in dem er für das stark zergliederte und an Naturgütern arme Preußen eine wirtschaftlich starke Region erobern und eine Grenze schaffen wollte, die leichter zu rechtfertigen ist.
Im ersten Bewaffnete Auseinandersetzung eroberte er mit seinem Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin Schlesien für Preußen. Im 2. Schlesischen Krieg verteidigte er diese Eroberung erfolgreich. Im Siebenjährigen Krieg marschierten seine Truppen in Kursachsen ein. Damit kam er einem koordinierten Angriff einer Pakt praktisch aller direkten Nachbarn Preußens einschließlich der Großmächte Österreich, Frankreich, Russische Förderation um einige Monate zuvor, die vom österreichischen Regierungschef Graf Kaunitz initiiert worden war. Das Zahlenverhältnis der Truppe Preußens gegenüber dieser Koalition betrug etwa 1:3, das der reinen Bevölkerungszahl der Staaten etwa 1:20. Hinsichtlich seines strategischen Geschicks, welches schwerwiegende taktische Fehlentscheidungen nochmals relativierte, bürgerte sich für ihn der Beiname „der Große“ ein.
Die Eroberung Schlesiens im Ersten Schlesischen Bewaffnete Auseinandersetzung (1740–42) nutzte die Schwäche Österreichs, die durch die Pragmatische Sanktion und den erst im Jahr 1739 beendeten Türkenkrieg entstanden ist. Die mehrfach auf der Kippe stehende Sicherung der neuen evangelischen (Niederschlesien war deutschsprachig (etwa 95 %) und überwiegend protestantisch (68 %)) und reichen Provinz Schlesien im darauf folgenden Zweiten (1744–45) und Dritten Schlesischen Krieg, dem so genannten Siebenjährigen Krieg (1756–63) ließen das protestantische Preußen zum gleichberechtigten Partner in der europäischen Pentarchie (Leopold von Ranke) werden. Die wenig angesehene „Streusandbüchse“ des Vergöttern Römischen Reiches hatte sich gegen den Widerstand von schließlich fünf europäischen Großmächten (Frankreich, Österreich, Russland, Schweden, Sachsen-Polen) behauptet. Dadurch verschaffte er dem nach Zeugnis vieler Geistesgrößen von Voltaire und Mirabeau bis Walther Rathenau und Sebastian Haffner modernsten der damaligen Neue Welt eine sichere existenzielle Basis im politischen Wettstreit. Nahe Russland, Österreich, Grande Nation und England hatte sich Preußen endgültig als fünfte europäische Großmacht etabliert.
Die Erste Teilung Polens (1772) ging auf eine Initiative Friedrich II. zurück. Österreich und das mit Preußen seit 1764 verbündete Russische Förderation standen zu jener Zeit an der Grenze eines bewaffneten Konflikts. Qua strikt vernünftig vorgehender, aufgeklärter Staats- und Machträson ermunterte der preußische König alle beide Kontrahenten, ihren Gebietshunger auf Kosten des unterlegenen Nachbarlands zu stillen. Preußen annektierte das sogenannte Polnisch-Preußen vielmehr Westpreußen. Seit nannte er sich Friedrich II., König von Preußen und nicht mehr, wie seine beiden Vorgänger, König in Preußen.
Als junger König erregte er Aufsehen in Europa, weil er immerhin nicht amtlich die Folter abschaffte (Befehl vom 3. Juni 1740 an den Justizminister Cocceji, zunächst noch mit dem Vorbehalt, dass Folterung bei „großen Mordtaten, wo etliche Volk ums Leben gebracht“, noch angewendet werden könne; ohne jeden Veto abgeschafft 1754; im selben Jahr Verbot der Veröffentlichung des Folterverbotes), die Religionsfreiheit verkündete und das bis nachher österreichische Schlesien einverleibte. Sein Wahlspruch: „Ich bin der erste Diener meines Staates.“ Sehr verdient machte er sich um die Entwicklung des Rechts, speziell des Allgemeinen Landrechts. Als Story zum Umgang des Königs mit dem Recht wird gern die Legende des Müllers von Sanssouci bemüht. Übrige seine Regierungszeit kennzeichnenden innenpolitischen Taten waren in der Landwirtschaft die Einführung der Kartoffel als Nahrungsmittel, sowie die Entwässerung des Drömlings und des Oderbruches, Reformen im Militär- und Erziehungswesen, sowie die Erzeugung eines starken Beamtenstandes, der angehalten war, jeden Bürger gleich zu behandeln.
Die für Preußen in wirtschaftlicher Hinsicht nicht ganz uneigennützige Toleranz und Offenheit gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten wie Hugenotten und Katholiken ist eine feste Größe seiner Amtszeit. Im Forum Fridericianum in Bundeshauptstadt stillstehen eine protestantische und eine katholische Kirche nebeneinander, ein Unikum im 18. Jahrhundert. Friedrich wird der Satz „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ nachgesagt. In der diskriminierenden Heilverfahren der Juden knüpfte Friedrich II. jedoch stufenlos an die Politik seiner Vorgänger an (Revidiertes General-Privileg 1750). Preußen war die erste absolute Königreich Europas, in der eine wenigstens eingeschränkte Pressefreiheit eingeführt wurde.
Außerdem war es im Preußen Friedrichs II. für alle Bürger möglich, sich brieflich oder wenn schon persönlich an den König zu wenden. Gemäß seiner berühmten Lebensregel „Der König ist der erste Diener des Staates“ versuchte er zu große Auswüchse des Feudalsystems zu unterbinden. Dabei war er namentlich misstrauisch gegenüber seinen eigenen Beamten, denen er im Zweifelsfall einen ausgeprägten Standesdünkel zum Nachteil der ärmeren Anhäufen unterstellte.
- „Es mißfällt mir sehr, daß mit den armen Leuten, die in Prozeßsachen in Berlin zu tun haben, so hart umgegangen wird und daß man sie mit Arrest bedroht, wie das beispielsweise mit dem Jacob Dreher aus Ostpreußen geschehen ist, der sich eines Prozesses wegen in Berlin aufhält und den die Polizei hat arretieren wollen. Ich habe das bereits untersagt und möchte Euch hiermit zu erkennen geben, daß in meinen Augen ein armer Bauer ebenso viel gilt wie der vornehmste Graf und der reichste Edelmann. Das Recht gilt ebenso für vornehme wie für geringe Leute!“ (Brief Friedrichs des Großen an seinen Justizminister, 1777)
Die von ihm gewünschte und angeregte allgemeine Einstellung bzw. Milderung der Leibeigenschaft scheiterte am massiven Widerstand des preußischen Landadels, wurde aber auf den königlichen Krondomänen schrittweise durchgesetzt. In den neu erschlossenen Benötigen wurden Dörfer errichtet und freie Bauern angesiedelt. Es war bei anstehender Verlängerung eines Pachtvertrags für staatlichen Grund üblich, dass Angestellte, Mägde, Knechte über ihre Therapie befragt wurden und bei Missständen der Pächter, auch bei erfolgreichem Wirtschaften, ausgetauscht wurde.
Ebenso während der Herrschaft Friedrich II. wurden hunderte Schulen gebaut. Das Landschulsystem krankte allerdings an der ungeregelten Lehrerausbildung. Häufig wurden ehemalige Unteroffiziere herangezogen, die des Lesens, Schreibens und Rechnens oft nur lückenhaft mächtig waren.
Friedrich starb am 17. August 1786 in Villa Sanssouci in seinem Sessel. Obgleich er anliegend seinen Hunden auf der Terrasse von Gebäude Sanssouci beerdigt werden wollte, wurde er von seinem Nachfolger und Neffen in einer Grabkammer unter der Garnisonskirche in Potsdam beigesetzt. 1944 wurde der Sarg in die Elisabethkirche nach Marburg gebracht und erst 1952 auf Initiative Louis Ferdinands auf die Burg Hohenzollern. Erst am 17. August 1991, nach der deutschen Wiedervereinigung, wurde der große König wiederum nach Potsdam gebracht und dort, wie er es wollte, in der schon zu Lebzeiten angefertigten Grab beerdigt. Somit wurde Friedrichs altes Bonmot, in zweifelhaftem Französisch, „Quand je suis là, je suis sans souci“ (Wenn ich da bin, bin ich ohne Sorgen) nach allem zur Wahrheit.
Feldherr
Ungeachtet seiner herausragenden Leistungen auf nichtmilitärischen Gebieten, ist Friedrich II. auch als bedeutender Charakter ins Geschichtsbewusstsein von Mit- und Nachkommen eingegangen.
Friedrich war Meister der Feldschlacht. Er schlug in elf Kriegsjahren 15 Schlachten, siegte zwölfmal (Mollwitz 1741; Chotusitz 1742; Hohenfriedberg 1745, Soor 1745; Lobositz 1756; Prag 1757; Roßbach 1757, Leuthen 1757; Zorndorf 1758; Liegnitz 1760; Torgau 1760; Burkersdorf 1762), unterlag dreimal (Kolin 1757, Hochkirch 1758, Kunersdorf 1759). Im Belagerungskrieg war er weit weniger glücklich; einer erfolgreichen Belagerung (Schweidnitz 1762) stillstehen drei Fehlschläge gegenüber (Prag 1757; Olmütz 1758; Dresden 1760). Seine Generäle schlugen sieben Schlachten, unterlagen fünfmal (Groß-Jägersdorf 1757; Breslau 1757; Kay 1759; Maxen 1759; Landshut 1760), siegten zweimal (Kesselsdorf 1745 unter Generalfeldmarschall Leopold von Anhalt-Dessau, Freiberg 1762 unter Generalleutnant Edelmann Heinrich von Preußen). Zwar verlor Friedrich durch die Niederlage von Kolin den Nimbus der Unbesiegbarkeit, aber er galt seinen Gegnern als sehr schnell, als unabsehbar und kaum zu bezwingen. Seit 1760 konnte er sich auf seinen vierzehn Jahre jüngeren Bruder Thronfolger Heinrich stützen, dem er das Kommando auf dem jedes Mal untergeordneten Kriegsschauplatz übertrug.
Über den Strapazen und persönlichen Verlusten der Feldzüge war Friedrich II. früh gealtert. Die intellektuelle Weltoffenheit des jungen Königs wich der Bitterkeit und dem Zynismus. Im Bayerischen Erbfolgekrieg (1778/79), auch als "Kartoffelkrieg" bekannt, vereitelte Friedrich II. Bestrebungen des österreichischen Kaisers Joseph II., Belgien gegen große Teile Bayerns zu tauschen. Das österreichische Festhalten am bayerisch-belgischen Tauschprojekt beantwortete Preußen mit der Gründung des lutherisch dominierten Fürstenbunds (1785).
Persönlichkeit
(Gemälde von Adolph von Menzel)
Einige Geisteswissenschaftler versuchen nachzuweisen, dass Friedrich der Große homosexuell war, was jedoch fraglich ist. Unbestritten ist, dass er ein sehr distanziertes Verhältnis zu Frauen hatte. Die Sektion nach seinem Tode ergab keine Hinweise auf eine körperliche Erklärung für dieses Verhalten, jedoch gab es Auskünfte seines Leibarztes Johann Georg Zimmermann, derenzufolge Friedrich sich kurz vor seiner Trauung eine Geschlechtskrankheit zugezogen hatte. Einige der wenigen Frauen, denen er Respekt zollte, waren die so genannte „große Landgräfin“ Karoline und Katharina die Große, der er zahlreiche Gedichte widmete und mit der er in einem regen Briefverkehr stand. Er erwartete von Frauen den gleichen schöngeistigen Esprit, für den seine Tafelrunden gerühmt wurden.
Friedrich korrespondierte mit Voltaire und empfing ihn längere Zeit in Potsdam. Er selbst schrieb viele Werke in französischer Sprache. Europaweit berühmt wurde sein „Anti-Macchiavell“ (1740), in dem er staatspolitische Grundsätze des Machiavelli einer kritischen, aufgeklärten Analyse unterwarf.
Er war an Kniff in alle Form interessiert, skizzierte zum Beispiel selbst sein Potsdamer Bau Sanssouci und ließ es von Knobelsdorff ausführen, legte eine bedeutende Bildersammlung an, spielte sehr gut Querflöte (Flötenlehrer Johann Joachim Quantz) und komponierte auf gehobenem Niveau. Sein Kunstgeschmack war sehr gefestigt und statisch, sodass er europäische Entwicklungen in vielen Bereichen kaum beachtete. Weithin bekannt ist sein Treffen mit Johann Sebastian Bach im Jahre 1747 in Sanssouci. Im Zuge dieser Treffen schrieb Bach sein berühmtes „Musikalisches Opfer“ über das von Friedrich vorgegebene „Königliche Thema“.
Friedrich schonte sich wenig, so dass speziell die zahlreichen Kriegszüge an denen er persönlich teilnahm, was bei Regenten zu dieser Zeit allerdings nicht selbstverständlich war, sehr an ihm zehrten. Doch nicht zuletzt trug diese eiserne Konsequenz des „roi charmant“ aus Sanssouci in den schweren Zeiten des Siebenjährigen Krieges, die im Übrigen vom Tod enger Freunde wie des Generals von Winterfeldt, seiner geliebten Schwester Wilhelmine von Bayreuth oder des Feldmarschalls Keith überschattet wurden, zu seinem bis auf den heutigen Tag nicht verblassten Ruhm bei. Der zu dieser Zeit oft von Selbstmordgedanken geplagte Person hielt bis zum mühsam errungenen Sieg durch und bewahrte Preußen vor Besetzung, Aufspaltung und einer französisch-österreichischen Hegemonie. Nicht nur seine Schlachtensiege, statt auch seine Charakterstärke und Durchhaltefähigkeit und der dabei nie geschwundene, sogar wenn eigenwillige, Sinn für Recht und Mitleid machten ihn zum „Großen König“.
Historische Bedeutung
Die Bemühungen des aufgeklärt-absolutistischen Königs zur Entwicklung des Rechtssystems gehörten zu seiner Zeit zu den umwälzendsten auf dem europäischen Erdteil und fanden Nachahmer wie Joseph II. (HRR). Dabei ging er schon rücksichtslos vor, wenn es ihm notwendig schien. Das gilt auch für seine europäische Großmachtpolitik, zu deren Durchsetzung er die schon unter seinem Vater, dem so genannten Soldatenkönig, aufgebaute Truppe einsetzte und für die er mehr Kriege vom Zaun brach, als jedweder seiner Vorgänger und Nachfolger.
Die kurz vor seinem Sterben von ihm angestoßenen Rechtsreformen führten schließlich unter den Preußischen Reformern zur Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft, nicht nur auf den Staatsdomänen, an Stelle auch auf den großen Gütern des dagegen frondierenden preußischen Adels (siehe Friedrich August Ludwig von der Marwitz).
Als Verdienst bis in die heutige Zeit gilt die Auflösung der Quälerei durch Friedrich den Großen, auf welche sich die Bevölkerung allerdings dienstlich nicht berufen konnte. Das Rechtsverständnis dieser Zeit kam ohne adäquate Methoden zur Peinigung nicht aus (vgl. Abschaffung der Folter), so daß die Bedeutung im theoretischen Herangehensweise liegt. Grundlage für eine auch real wirksame Humanisierung wurden 1779/80 in der großen Justizreform und der damit einhergehenden Befreiung der niederen Stände von der Willkür des Adels eingeleitet. „Sie müssen nur wissen, dass der geringste Bauer, ja was noch mehr ist, der Bettler ebenso wohl ein Mensch ist wie seine Majestät sind, und dem alle Justiz widerfahren muss; indem vor der Justiz alle Leute gleich sind, es mag sein ein Prinz, der gegen einen Bauern klagt oder umgekehrt, so ist der Prinz vor der Justiz dem Bauern gleich, und bei solchen Gelegenheiten muss nach der Gerechtigkeit widerfahren werden, ohne Ansehen der Person.“
Schon bei seinem Regierungsantritt gab er dem Lehrstuhlinhaber Formey den Auftrag, in Bundeshauptstadt eine französische Zeitschrift für Politik und Literatur zu gründen. An den Minister v. Podewils erging der Befehl, die Schulnote für den nichtpolitischen Teil der Zeitungen aufzuheben. „Gazetten, wenn sie interessant sein sollen, dürfen nicht geniert werden!“, so Friedrich in seiner Ordre.
Friedrich der Große ist typischer Repräsentant des sogenannten aufgeklärten Absolutismus. Er selbst bezeichnete sich als erster Diener des Staates, dem das Wohl seiner Gefolgsleute vor das eigene zu gehen habe. Ihm zu Verehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt. Nach seinem Tod wurden verschiedene sonstige Denkmale errichtet, das bedeutendste ist das große Reiterstandbild Friedrichs des Großen Unter den Linden in Berlin. Diese Statue wurde im Bewaffnete Auseinandersetzung gerettet und schon zu Zeiten der DDR nochmals aufgerichtet.
Verklärung
In den letzten zwei Jahrhunderten war der Sage rund um Friedrich II einem stetigen Wandel unterworfen. Galt der „Alte Fritz“ bis 1870 noch als Begründer des deutschen Dualismus, so nutzten ihn spätere Generationen schamlos für ihre propagandistischen Zwecke aus. Viele Persönlichkeit und Aristokraten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts versuchten ihm nachzueifern und stilisierten ihn zum Typ des protestantischen Deutschlands. Ein Beispiel für diese Verklärung sind die Fridericus-Rex-Filme der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, Friedrich war somit einer der ersten Prominenten, dessen Leben für das zu jener Zeit gerade im Kommen begriffene Medium Kino aufbereitet wurde. Auch das preußische Volk verehrte Friedrich den Zweiten, sie verglichen die Politik des jeweiligen Herrschers immer mit der volksnahen und strategisch genialen des einstigen Königs. Ihren Höhepunkt erreichte diese Glorifizierung allerdings im Dritten Reich unter der Federführung des Propagandaministers Joseph Goebbels. Das Herrschaftsform bezeichnete ihn nicht nur als „ersten Nationalsozialisten“, Friedrich und dessen Gefolgsleute wurden auch zum Verkörperung deutscher Disziplin, Unentwegtheit und Vaterlandstreue hochstilisiert. So rechtfertigten die Nazis z.B. die Einziehung der Hitlerjungen zum Volkssturm mit der Begründung, Friedrich hätte auch 15-jährige Adelssöhne zu Leutnants erhoben. So wurde die Legende des charismatischen Preußenkönigs jahrhundertelang von politischen Machthabern missbraucht, ob er als „undeutsch“ oder „deutschnational“ bezeichnet wurde, unterlag dabei dem jeweiligen Zeitgeist.
Vorfahren
┌──< Friedrich Wilhelm (1620–1688) │ Kurfürst von Brandenburg │ ┌──< Friedrich I. (1657–1713) │ König in Preußen │ │ │ └──< Louise Henriette von Oranien (1627–1667), │ ... │ ┌──< Friedrich Wilhelm I. (1688–1740), der Soldatenkönig │ König in Preußen │ │ │ │ ┌──< Ernst August (1629–1698), │ │ │ Kurfürst von Hannover, siehe unten │ │ │ │ └──< Sophie Charlotte von Hannover (1668–1705) │ │ │ └──< Sophie von der Pfalz (1630–1714) │ siehe unten │ ... │ Friedrich II. (1712–1786), Friedrich der Große König von Preußen │ │ ┌──< Ernst August (1629–1698), │ │ Kurfürst von Hannover, siehe oben │ │ │ ┌──< Georg I. (1660–1727) │ │ König von Großbritannien und Kurfürst von Hannover │ │ │ │ │ └──< Sophie von der Pfalz (1630–1714) │ │ siehe oben │ │ └──< Sophie Dorothea von Hannover (1687–1757) ... │ │ ┌──< Georg Wilhelm (1624–1705) │ │ Herzog von Braunschweig und Lüneburg in Calenberg und Lüneburg │ │ └──< Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg (1666–1726), Prinzessin von Ahlden ... │ └──< Eleonore d’Olbreuse (1639–1722) ...
Siehe auch: Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci, Liste der Herrscher namens Friedrich
Werke
- {{ #if:
| | * Literatur von und über Friedrich II. (Preußen) im Broschüre der DDB}}
(TID 369929)
Literatur
- Gedanken und Erinnerungen des Preußenkönigs., ISBN 3-88851-167-4
- Theodor Schieder: Friedrich der Große – Ein Königtum der Widersprüche. ISBN 3-548-26534-0
- Karl Otmar von Aretin (Mitverf.): Friedrich der Große. Herrscher zwischen Tradition und Fortschritt. ISBN 3-570-05104-8
- Oswald Hauser (Hrsg.): Friedrich der Große in seiner Zeit. ISBN 3-412-08186-8
- Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. Beck, München 2004, 624 S., ISBN 3-406-52209-2
- Ingrid Mittenzwei: Friedrich II. von Preußen, Berlin, 1979
- Dieter Wunderlich: Vernetzte Karrieren. Friedrich der Große, Maria Theresia und Katharina die Große., ISBN 3-7917-1720-0
- S. Fischer-Fabian: Preußens Gloria
- Peter Lill: Friedrich der Große, Anekdoten. Ullstein Unternehmen 1991, ISBN 3-548-34865-3
- Christian Graf von Krockow: Friedrich der Grosse. Ein Lebensbild. Verlag :Bastei Lübbe, ISBN 3-404-61460-7.
- Wolfgang Venohr: Der große König Verlagshaus Gustav Lübbe 1995, ISBN 3-7857-0681-2
- Wolfgang Venohr: Fridericus Rex, Friedrich der Große-Porträt einer Doppelnatur Verlagshaus Gustav Lübbe 1985 und 2000, ISBN 3-7857-2026-2
- James R. Gaines: Evening in the Palace of Reason. Fourth Estate, 2005, ISBN 0007156588 (Bach meets Frederick the Great)
Glosse
Heinz Erhardt dichtete über ihn:
- Vom Alten Fritz
- Vom Alten Fritz, dem Preußenkönig,
- weiß man zwar viel, doch viel zu wenig.
- So ist z. B. nicht bekannt,
- dass er die Bratkartoffel erfand!
- Drum heißen sie auch -das ist kein Witz-
- Mahlzeit Fritz!
Was wollte der Schreiber uns damit sagen? Klar, die Kartoffel wurde vom Alten Fritz in Preußen eingeführt. Andererseits mit dem Versuch die Seidenraupe in Preußen heimisch zu machen, scheiterte er.
Siehe auch
Weblinks
| (TID 646251) | Commons: Friedrich II – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
| (TID 646251) | Wikiquote: Friedrich II. (Preußen) – Zitate |
(TID 223246)
- Eintrag in der ADB
- Eintrag im BBKL
- Biographie auf Preussen-Chronik.de
- Biographie auf Preussen.de
- Digitale Ausgabe von Werken Friedrichs II.
- Friedrich II. als Freimaurer
| (TID 646251) | Dieser Artikel wurde in die Register der Lesenswerten Artikel aufgenommen. |
(TID 368498)
| Vorgänger Friedrich Wilhelm I. | Liste der Könige von Preußen | Nachfolger Friedrich Wilhelm II. |
(TID 428670)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Friedrich II. |
| ALTERNATIVNAMEN | Friedrich der Große, König Friedrich II. von Preußen |
| KURZBESCHREIBUNG | König von Preußen |
| GEBURTSDATUM | 24. Januar 1712 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 17. August 1786 |
| STERBEORT | Potsdam |
(TID 247343)
ar:فريدريك الثاني
bg:Фридрих II
ca:Frederic el Gran
cs:Fridrich II. Veliký
da:Frederik den Store af Preussen
en:Frederick II of Prussia
eo:Frederiko la 2-a de Prusio
es:Federico II el Grande
et:Friedrich II (Preisimaa)
fi:Fredrik II Suuri
fr:Frédéric II de Prusse
he:פרידריך השני מלך פרוסיה
it:Federico II di Prussia
ja:フリードリヒ2ä (プロイセン王)
lb:Friedrich II. vu Preisen
nl:Frederik II van Pruisen
no:Fredrik II av Preussen
pl:Fryderyk II Wielki
pt:Frederico II da Prússia
ro:Frederic al II-lea al Prusiei
ru:Фридрих II (король Пруссии)
sk:Fridrich II. VeÄký
sv:Fredrik II av Preussen
(TID 16260)
3611/149