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Geschichte Südafrikas

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte Südafrikas von der vorgeschichtlichen Zeit bis ins 21. Jahrhundert.

Bild:Suedafrika 1885.jpg
Karte Südafrikas von 1885

Inhaltsverzeichnis

Südafrika vor der Kolonisierung

Ursprüngliche Bewohner

Fossile Funde von Vormenschen, Hominiden der Art Australopithecus africanus, hat es in den zum Weltkulturerbe zählenden Höhlen von Sterkfontein, Kromdraai, Swartkrans und Makapansgat gegeben. Die ältesten werden auf etwa 3,3 Mio. Jahre datiert. Unter befanden sich so prominente Funde wie das Kind von Taung, Mrs Ples und das 1998 entdeckte Little Foot-Skelett. Steinaxtfunde in der Tafelbucht vor Kapstadt belegen die Dasein von Steinzeitmenschen vor mindestens 300.000 Jahren. Seit etwa 20.000 Jahren lebten im Landesinneren des Gebietes der heutigen Republik Südafrika kleine Gruppen der Khoisan als Jäger und Sammler. Vor etwa 2.500 Jahren gingen die Khoikhoi in den fruchtbaren Gegenden zur nomadisierenden Rinderzucht über. In den Trockengebieten lebten die San fast ausschließlich als Jäger und Sammler. Felsmalereien an vielen Anpeilen im heutigen Südafrika abstammen aus dieser Zeit.

Einwanderung der Bantu-Völker

Spätestens um 1.500 n. Chr. wanderten, aus dem westlichen Zentralafrika kommend, verschiedene Bantu sprechende Völker (Zulu, Xhosa) in den Norden der heutigen Republik Südafrika ein, über den Limpopo (Fluss). Die einheimischen Swazi, Sotho, Tswana, Venda, Pedi and Ndebele flüchteten vor Zulu- und Xhosakriegern. Alternative Einheimische, wie San (Bushmen) and Khoikhoi (Hottentots), trafen die Europäer nur 200 Jahre später am Kap der Guten Hoffnung.

In diesen Tagen stellen die Xhosa und Zulu fast 80% der Bevölkerung, die Ureinwohner leben in diesen Tagen größtenteils in Lesotho sowie in Teilen Gautengs und der Nördlichen Provinz. Die Bantu betrieben Rinderzucht und in fruchtbaren Gegenden auch Feldwirtschaft. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde aus den Siedlungsgebieten der Bantu verdrängt. Es sieht so aus sich in diesem Fall nicht um eine einzige, große Wanderung gehandelt zu haben, stattdessen um eine langsame Verschiebung der südlichen Siedlungsgrenze zufolge des seit etwa 6000 v. Chr trockener werdenden Klimas in der heutigen Sahara. Um 1600 lebten mindestens 200.000 Khoisan im Süden und Südwesten des heutigen Südafrika sowie Bantu-Völker im Highveld und in den küstennahen Ebenen.

Europäische Entdecker

Als erste Europäer erreichten die Portugiesen Südafrika. Sie suchten seit Anfang des 15. Jahrhunderts einen Seeweg nach Indien um Afrika herum, um den arabischen, türkischen und venezianischen Zwischenhandel auf der Gewürzroute auszuschalten. Zum ersten Mal gelang es Bartolomëu Diaz 1488, bis zur Südspitze Afrikas vorzudringen, die er Kap der Stürme taufte. König Joao II. von Portugal änderte den Namen in Kap der guten Hoffnung, da der Weg nach Indien nun offen war. Am 4. November 1498 erreichte die kleine Flotille von Vasco da Gama die Sankt-Helena-Bucht an der Westküste Südafrikas und fuhr in großem Gekrümmte Linie um die Südspitze Afrikas. Am 25. November landete die Expedition in der Mosselbai und war somit am Start der letzten Etappe des Seewegs nach Indien angelangt. Zig nachfolgende Matrose machten Station am Kap, allerdings gründeten die Portugiesen dort nie eine ständige Niederlassung.

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Frühe Kolonialzeit

Erste europäische Siedler

Bild:JanVanRiebeckArrival.jpg
Erscheinen von Jan van Riebeck in Kapstadt

1652 gründete der Niederländer Jan van Riebeeck i. A. der Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) Kapstadt, die erste dauerhafte europäische Niederlassung auf südafrikanischem Boden. Auf dem Weg von und nach Batavia und den anderen Niederlassungen der Co. in Ostindien sollte sie deren Schiffen einen sicheren Port zur Verproviantierung und zur Wartung erkrankter Reisender bieten. Damit war der erste Schritt zur europäischen Kolonisierung Südafrikas getan. Tief beschränkte sich die Präsenz der Niederländer auf die Anlieferung ihrer Schiffe. Der zunehmende Handelsverkehr und der damit steigende Proviantbedarf machten es aber seit etwa 1680 lohnend, Ackerbau und Viehhaltung im größeren Stil zu betreiben. Älter ließen sich verstärkt holländische Calvinisten sowie einige französische und deutsche Charakter bei Kapstadt nieder. Diese Buren (Selbstbezeichnung: Afrikaaner ) - denkrichtig vom niederländischen Wort "boer" für "Bauer" - vertrieben die Khoi Khoi und San aus der Kapregion oder zwangen sie zur Sklavenarbeit auf ihren Farmen.

Die Kolonialisierung Südafrikas

Jede Menge burische Familien, die sich der Regierung durch die VOC am Kap entziehen wollten, wurden zu halbnomadischen Viehzüchtern, die von der Kapkolonie aus immer weiter ins Landesinnere vordrangen. Um 1760 stießen sie erstmalig über den Oranje-Fluss vor. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit dem Volk der Xhosa, der in die von den Buren so genannten, fast 100 Jahre währenden Kaffernkriege mündete.

1795 kam es zu einer Aufruhr der Buren gegen die VOC, die zu einer ersten, bis 1802 andauernden britischen Besetzung der Kapregion führte. Die von den Buren gegründeten freien Republiken (sog. Batavische Republiken) werden aufgelöst. Der erste Versuch einer Besetzung 1781-1784 war ehedem durch französische Truppen verhindert worden. Am 13. August 1806 erzwang Großbritannien die endgültige Abtretung der Kolonie von den Niederlanden.

Die britische Kolonialverwaltung führt umfangreiche rechtliche und politische Reformen durch. Die Buren verloren ihre dominante Stellung, als es ab 1820 zur verstärkten Zuwanderung von Briten kam. Engl. wurde zur offiziellen Landessprache erklärt und das englische Recht eingeführt, das u. a. die Gleichstellung von Weißen und freien Nicht-Weißen vorsah.

Die Annullierung der Sklaverei im Britischen Empire 1833 entzog vielen Buren die Existenzgrundlage. Um sich dem Einflussbereich des britischen Rechts zu entziehen, wichen sie als so genannte Voortrekker abermals ins Hinterland aus. Im Großen Treck von 1835-1841 wanderten rund 14.000 Buren in die Gebiete nördlich des Oranje-Flusses aus, wo sie später die Burenrepubliken Natalia, den Oranje Freistaat und Transvaal gründeten.

Dabei ignorierten sie die Landrechte der dort lebenden Bantu, zunächst der Ndebele. Deren Widerstand war ebenso auf Grund der Eroberungskriege des Zulu-Herrschers Shaka geschwächt. Diese als Mfecane bekannte Eroberungskriege lösten große Wanderungsbewegungen unter den Bantu-Völkern aus.

In Natal kam es zu blutigen Auseinandersetzungen mit den Zulu (zum Beispiel die Ermordung der Voortrekker rund um Pieter Retief). Die Entscheidung zu Gunsten der Buren brachte die Schlacht am Blood River, bei der am 16. Dezember 1838 die Zulu unter Dingane vom burischen General Andries Pretorius besiegt wurden.

1842 besetzten britische Truppen Port Natal, das heutige Durban, und annektierten das Hinterland als Kronkolonie.

In der Sand River Convention von 1852 regelten die Briten die Landaufteilung mit den Buren. Sie überließen den Buren sämtliches Land nördlich des Flusses Vaal und erkannten deren Unabhängigkeit in der Südafrikanischen Republik an. Zwei Jahre später erkannten sie auch die Unabhängigkeit der zweiten Burenrepublik, des Oranje Freistaats, an.

Die Briten vergrößerten ihr Gegend und durch Grenzverschiebungen der Kapkolonie als auch durch Annexion weiterer Kolonien kontinuierlich. So verleibten sie 1843 die fünf Jahre erstmal von den Buren gegründete Kolonie Natal in die Kapkolonie ein. 1868 annektierten sie Basutoland.

Nachdem auf dem Boden der Burenrepubliken wertvolle Bodenschätze gefunden worden waren - 1869 Diamantvorkommen in Kimberley und 1886 Gold in Witwatersrand (Johannesburg) - zogen Tausende von Arbeitern und Glücksrittern aus England und der Kapkolonie in die burischen Gebiete. Die Wahrnehmung ihrer Interessen nahm Großbritannien zum Vorwand, um gegen die Burenrepubliken vorzugehen.

1872 gewährte Großbritannien der Kapkolonie inwendig Autonomie. Dies war der erste Schritt zum eigenständigen Staat Südafrika. Die Vergrößerung des durch die südafrikanischen Briten kontrollierten Territoriums ging nun in erhöhtem Tempo weiter. Zwischen 1872 und 1894 eroberte die Kapkolonie von den Bantu mehr Land als vollkommen vorangegangenen Teil des Jahrhunderts. 1877 annektierte sie die Südafrikanische Republik, die sie allerdings nur vier Jahre halten konnte, im Vorfeld sie sie in einem Bewaffnete Auseinandersetzung nochmal an die Buren verlor.

Nach der Angliederung von Betschuanaland und Pondoland besiegten die Briten die Buren im Burenkrieg von 1899 - 1902, bei dem auch die Schwarzen Tausende von Toten zu beschweren hatten, endgültig. Die Burenrepubliken wurden Bestandteile des Britischen Empire. Um die Buren zu befrieden, arrangierten sich die Briten mit ihnen. So wurde ihre Sprache Afrikaans, die sich aus dem Holländischen entwickelt hatte, als zweite offizielle Landessprache nahe dem Englischen anerkannt.

Mit dem Frieden von Vereeniging begann die offizielle Benachteiligung der Schwarzen. Der Vertrag enthielt eine Klausel, worauf nur die Reicheren, die einen gewissen Eigentumsnachweis abwerfen konnten, das Wahlberechtigung erhielten. Damit waren die meisten Schwarzen von der aktiven Politik ausgeschlossen.

Die Unterwerfung der Bantu-Völker

Die Briten fühlten sich dank ihrer dominanten Stellung den Bantu überlegen. Sie sahen sich von Gott auserwählt, über die Schwarzen zu herrschen und sie zu zivilisieren. Damit rechtfertigten sie die Unterdrückung der Bantu, die sich hauptsächlich zwischen 1830 und 1900 abspielte.

Für die Bantu hatte dies einschneidende Veränderungen ihrer Gesellschaftsstrukturen zur Folge. Sie waren keine unabhängigen Gesellschaften mehr. Es entwickelte sich ein ökonomischer Individualismus. Mehrere Bantu begannen, sondern für ihre Gesellschaft für den Markt zu produzieren. In Gold- und Diamantenminen in Transvaal unter die Boere fanden sie zusätzliche alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Diverse Gruppen zogen in die Nähe von Missionsstationen.

Die Bantu leisteten partiell starken Widerstand gegen die geschilderte Entwicklung. Es kam zu übereinkommen verlustreichen Konflikten, gerade zwischen den Xhosa und den Briten. Ein Bewaffnete Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Völkern von 1834 bis 1835 forderte rund 1.500 Opfer, davon nur hundert auf britischer Seite.

Der mächtige militaristische Zulustaat in der Umgebung erschien den Briten als Bedrohung ihrer Siedlungen in Natal. Am 11. Dezember 1878 übergaben Kolonialvertreter deshalb ein Ultimatum an die Zulu. Die Briten forderten darin die Löhnung von Steuern und die Einstellung von Überfällen auf englische Siedler. Im Jan. 1879 drangen, nach Ablauf des Ultimatums, englische Kolonialtruppen unter Generalleutnant Lord Chelmsford, von Natal aus in das Zulureich ein. Damit begann der Zulukrieg. Am 22. Januar konnte Cetshwayo den Briten in der Schlacht bei Isandhlwana eine katastrophale Niederlage zufügen. Lord Chelmsford begann im Saison seine Truppen umzustrukturieren. Die Briten schickten in dieser Zeit Truppen aus dem gesamten Empire nach Südafrika. In der Schlacht bei Ulundi am 4. Juli 1879 konnten die technisch deutlich überlegenen Briten die Zulu vernichten. Der König der Zulu überlebte die Kleinkrieg und floh nach Norden während die Rest seiner Streitkräfte sich in alle Richtungen zerstreuten. Zwei Wochen nach der Entscheidungsschlacht informierten die Briten darüber, dass das Zulu - Königreich nimmer bestehe. Cetshwayo wurde einen Monat später, am 28. August, gefangengenommen. Das Zululand wurde in dreizehn separate Königtümer aufgeteilt.

Gebrochen wurde der Widerstand der verschiedenen Bantu-Ethnien oft durch eine Reihe anderer Faktoren wie Naturkatastrophen und Trockenheit. Die Rinderpest z. B. tötete Ende des 19. Jahrhunderts 80 bis 90 Prozent des Viehs in der Transkei und haarscharf ebensoviel in der Ciskei. Die Ernteerträge der Bantu gingen stark zurück. Die Gründe für die Einbußen in der Ackerbau sind vielfältig. Auf der einen Seite erhielten sie durch europäische Großfarmer starke Konkurrenz. Dazu kam eine allgemeine Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1873 bis 1896 sowie der interne sowie externe Druck durch den Diamantenabbau ab 1860 und den Goldabbau ab 1880. Der interne Druck wurde durch das Interesse vieler Bantu, sich am Abbau zu beteiligen, verursacht, was die Schwächung der traditionellen Strukturen und damit der Landbau zur Folge hatte. Externer Druck entstand durch den Wert der Diamanten und des Goldes, welcher die Weißen zu einer gezielteren Kolonisierung drängte.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Kolonisierung spielten gewiss die Missionare, die allerdings mit unterschiedlichem Fortuna operierten. Wo z. B. die Tswana recht offen auf die missionarischen Bemühungen reagierten, zeigten die Zulu nur wenig Interesse.

Alles in allem dauerte die Kolonisierung Südafrikas relativ lange. Dies lag gerne am großen Widerstand der Bantu, aber auch an der verhaltenen Vorgehensweise der britischen Regierung.

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Union und Republik

1910 entstand die Südafrikanische Union als unabhängiges Dominion im britischen Commonwealth. Sie war ein Zusammenschluss der Kapkolonie, Natals, des Oranje Freistaats und Transvaals. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs unterstellte der Völkerbund ebenso die einmal deutsche Kolonie Südwestafrika der Mandatsverwaltung der Südafrikanischen Union.

Entwicklung bis 1948

Zwei politische Lager standen sich in dem neuen Staatswesen gegenüber. Die South African Festakt (SAP), die sich für engere Beziehungen zu Großbritannien einsetzte, und die National Party, die sich von England abgrenzen wollte. Die NP predigte außerdem die Überlegenheit des weißen Afrikanertums gegenüber den Schwarzen. Von 1910 bis 1919 regierte die SAP, deren Ministerpräsident Louis Botha Südafrika an der Seite von Großbritannien im Ersten Weltkrieg kämpfen ließ. 140.000 weiße Südafrikaner nahmen an den Kämpfen teil, unterstützt von 80.000 schwarzen Hilfstruppen.

Die Wirtschaft des Landes versank in einer Rezession. Die Eigentümer der Goldbergwerke nutzten die Situation, senkten die Löhne und stellten mehr schwarze Arbeiter ein. In Johannesburg kam es zu Unruhen, die über 100 Tote forderten. Die afrikaansen Nationalisten unterstützten den Widerstand der weißen Arbeiter. Sie prägten den Begriff des Poor Whites, dessen Rechte gegen das britische Kapital zu rechtfertigen seien.

1924 wurde die Nationale Politische Kraft an die Regierung gewählt. In Bündnis mit der Labour Party hatte die Regierung eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Um die Arbeitslosigkeit unter den weißen Arbeitern zu senken, wurden für sie Arbeitsplätze in der Verwaltung und in der Gewerbe geschaffen.

Zusätzliche restriktive Maßnahmen gegen die Schwarzen und Inder wurden beschlossen. Regierungschef James Barry Munnick Hertzog setzte die Rassentrennungspolitik mit der Segregation fort. Schwarzen war es nun verboten, in den Städten zu leben.

Großbritannien erlaubte Südafrika 1926, Botschaften in anderen Ländern zu eröffnen. Ein unabhängiges südafrikanisches Außenministerium entstand. 1931 erhielt Südafrika die formelle Unabhängigkeit.

1934 vereinigten sich überraschend SAP und NP zur United South African National Feier (United Party). 1938 errang die vereinigte Politische Kraft noch ein Mal einen Wahlsieg. Doch mit dem Eruption des Zweiten Weltkriegs zerbrach das Bündnis. Premier Hertzog war für die südafrikanische Neutralität. Justizminister Jan Christiaan Smuts war für den Kriegseintritt Südafrikas an der Seite Großbritanniens. Hertzog unterlag bei der Parlamentsabstimmung von 4. September 1939. Südafrika erklärte Deutschland den Krieg. Ministerpräsident wurde Smuts.

1943 wurde Smuts mit absoluter Majorität wiedergewählt. Er genoss als Charakter im Kriegskabinett Churchills, trotz seiner antibritischen Haltung, in Großbritannien hohes Ansehen. Südafrikanische Soldaten kämpften in Abessinien, Nordafrika und Italien. Unterstützt wurden sie dabei von schwarzen, unbewaffneten Hilfstruppen.

Inzwischen wuchs durch die Rüstungsaufträge die südafrikanische Wirtschaft. Da zahlreiche Weiße an der Front waren, mussten schwarze Arbeiter verstärkt in der Industriezweig tätig werden. Christlich Demokratische Union zogen gehäuft in die Städte, ihr Bevölkerungsanteil wuchs an. Schwarze Oppositionsgruppen entstanden, wie der ANC (African National Congress), Gewerkschaften wie der ICU sowie religiöse Splittergruppen.

Das Apartheidregime

Die Weißen fühlten sich von der schwarzen Bevölkerungsmehrheit bedroht und sahen in einer strikten Apartheidspolitik die Sicherung ihrer Stellung, deren ideologische Rechtfertigung erst einmal auf Hendrik Frensch Verwoerd zurückgeht.

Bild:Verwoerd.jpg
Hendrick Frensch Verwoerd

Bei den Wahlen am 26. Mai 1948 errang die von den Afrikaanern dominierte Nationalpartei die Mehrheit. Daniel François Malan wurde zum Regierungschef gewählt. Er wurde als Sicherheitsgeber für die verstärkte Apartheid im Land betrachtet und wollte die baasskap, die weiße Vorherrschaft, sichern. Seine Regierung schuf die Grundlagen für vierzig Jahre Apartheid.

Durch Parlamentsbeschlüsse, aber auch durch nimmer verfassungskonforme Manipulationen - etwa bei der Zusammensetzung des obersten Gerichtshofs - gelang es der Regierung Malan, die Rechte der Nicht-Weißen immer weiter auszuhöhlen. Im Laufe der Zeit sollten über 1.000 verschiedene Bestimmungen gemäß der Apartheid erlassen werden. Ein Erlass von 1951 verfügte zum Beispiel, dass die Farbigen nur noch durch vier weiße Abgeordnete im Volksvertretung vertreten sein sollten. Die Regierung förderte zuerst die burischen Afrikaaner, indem diese vorrangig Arbeitsplätze in der Verwaltung erhielten.

Bild:Pwbotha.jpg
Pieter Willem Botha

Malans Nachfolger, Johannes Gerhardus Strijdom (1954-1958) und Hendrik Frensch Verwoerd (1958-1966), setzten diese Politik weiter fort. Verwoerd wurde durch die Produktion des ersten Homelands Transkei bekannt. Mit der Herstellung von Homelands sollten die Schwarzen aus den weißen Bedürfen ferngehalten werden. Sie verloren die südafrikanische Staatsbürgerschaft und erhielten eine - weltumspannend nicht anerkannte - Homeland-Staatsbürgerschaft. Außerhalb der Homelands galten sie nach den Gesetzen der Rassentrennung ausschließlich als Mensch oder Durchreisende, wurden so gewissermaßen zu Ausländern im eigenen Land.

Mit der Ausweitung der Rassentrennung wuchs auch die internationale Besprechung an Südafrika und das Land geriet immer mehr in die Isolation. Nach dem Gemetzel von Sharpeville trat das Land auf Druck der anderen Mitglieder aus dem britischen Commonwealth aus - am 31. Mai 1961 wurde die "Republik Südafrika" ausgerufen. Ministerpräsident John Vorster (1966-1978) begann eine Außenpolitik, die Gesprächsbereitschaft gegenüber den schwarzafrikanischen USA zeigte, doch in der Innenpolitik baute er den Sicherheitsapparat massiv aus.

Am 16. Juni 1976 kam es zu einem Massaker, als die Sicherheitskräfte gegen eine Studentendemonstration in Soweto vorgingen. 176 schwarze Studenten starben. Die Unruhen dauerten bis 1978 an.

Pieter Willem Botha (1978 - 1989) veranlasste auf außenpolitischen Druck hin die Aufhebung mehrerer Apartheidgesetze sowie die Einführung von Separatparlamente für einzelne Bevölkerungsgruppen. Jedoch bekam die schwarze Bevölkerung kein eigenes Parlament, da sie in den Augen der Buren zurückgeblieben waren. Die Separatparlamente wurden alle dem weißen (Haupt)Parlament untergestellt. Doch wie sein Vorgänger verstärkte Botha die Repressionen gegen politische Subjekt tauglich einer total strategy. Mit der Verfassungsreform von 1984 wurde auch das Amt des Premierministers abgeschafft und die Regierungsmacht in den Händen des Präsidenten (dieses Amt wurde von Botha übernommen) und seines Nationalen Sicherheitsrats konzentriert.

Eine übrige Welle von Streiks und Unruhen erfasste das Land 1984, verschiedene Townships wurden vom Militär besetzt. Von 1985-86 galt ein begrenzter, danach bis 1990 der nationale Ausnahmezustand. In dieser Zeit kam es zu Auseinandersetzungen auch innerhalb der schwarzen Bevölkerung zwischen der Opposition, geführt von der United Democratic Front (UDF) und der Gewerkschaftsdachorganisation COSATU, und von der Regierung und dem Abschirmdienst unterstützten sogenannten Vigilantes, die qua einer Strategie der Spannung Gewalt und Willkürherrschaft in den Hochburgen des Widerstands schüren sollten.

Vom Ende der Apartheid bis heute

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Frederik Willem de Klerk

Erst Frederik Willem de Klerk (1990 - 1994) beendete die Apartheidpolitik. Das Verbot des ANC wurde aufgehoben. Schon einige Tage später wurde der Schwarzenführer Nelson Mandela nach 27-jähriger Haft, die er z. T. auf der Gefängnisinsel Robben Island verbracht hatte, freigelassen.

Bild:Mandela.jpg
Nelson Mandela

Im Geheimen verhandelten Regierung und ANC über einen friedlichen Übergang zur Demokratie und eine neue Verfassung. Der Prozess der Annäherung wurde wieder und wieder von Machtkämpfen zwischen dem Xhosa-dominierten ANC und der Zulu-Partei Inkatha überschattet, die zeitweise die Bedrohung eines Bürgerkriegs heraufbeschworen.

Im Feber 1992 wurde die Politik der Annäherung in einem Volksentscheid von knapp 70% der weißen Bevölkerung gebilligt (die anderen Bevölkerungsschichten waren nicht stimmberechtig). De Klerk und Mandela erhielten 1993 den Friedensnobelpreis.

Vom 26. bis 29. Apr. 1994 fanden die ersten Wahlen unter Verstrickung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit statt. Dabei errang erwartungsgemäß der ANC einen überwältigenden Wahlsieg. Am 27. April 1994 trat die neue Verfassung in Kraft und am 9. Mai übernahm Nelson Mandela sein Amt als erster schwarzer Präsident Südafrikas, das er bis Jun. 1999 innehatte. Sein Nachfolger wurde Thabo Mbeki, dessen Regierungsmehrheit bei den dritten freien Wahlen am 14. April 2004 bestätigt wurde.

Bild:Mbeki-Chirac.jpg
Thabo Mbeki (links) mit Jacques Chirac

Die neue Regierung löste die während der Rassentrennung entstandenen Homelands auf und gliederte Südafrika in die neun Provinzen KwaZulu-Natal, Limpopo, Nordkap, Nordwest, Freistaat, Ostkap, Mpumalanga, Gauteng und Westkap.

Eine Wahrheitskommission sollte die Geschichte Südafrikas aufbereiten und für alle akzeptable Lösungen finden. Die historische Entwicklung der Landrechte gibt z. B. Anlass zu Streitigkeiten: Schwarze fordern ihr bei der Rassentrennung konfisziertes Land zurück; die Weißen ihrerseits machen oft einen legalen Kaufvertrag geltend. Weiter sind mehrere Klagen gegen Konzerne und Banken anhängig, die in Verdacht gerieten, das Apartheidregime zu unterstützen.

Trotz der sehr linken Ideologie des ANC in der Zeit der Rassentrennung verfolgen die ANC-Regierungen eine unnachsichtig neoliberale Wirtschaftspolitik. Seit dem Ende der Rassentrennung und dem damit verbundenen Machtwechsel, kommt es mehr und mehr zu Unterdrückung und Entrechtung der Weißen. Dies äußert sich jedoch dann in steigenden Staatsschulden, und höherer Arbeitslosigkeit, was wiederum die schwarzen Völker Südafrikas betrifft.

Nicht zuletzt kämpft Südafrika zu Beginn des 21. Jahrhunderts gegen die grassierende Immunschwächekrankheit AIDS, die Staatspräsident Mbeki stark als "Westliche komplott" bezeichnet hatte.

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Literatur

Bücher

  • William Beinart: Twentieth Century South Africa, New Edition, Oxford UP 2001
  • A. J. Christopher: South Africa, London/New York 1982
  • T. R. H. Davenport, Christopher C. Saunders: South Africa. A modern history, London u. a.: Macmillan 5. Aufl. 2000
  • George M. Fredrickson: White Supremacy : A Comparative Study in American and South African History, New York : Oxford University Press, 1981
  • George M. Fredrickson: Black liberation : a comparative history of black ideologies in the United States and South Africa: New York : Oxford University Press, 1995
  • Theodor Hanf: Heribert Weiland, Gerda Vierdag: Südafrika: Friedlicher Wandel? Möglichkeiten demokratischer Konfliktregelung - Eine empirische Untersuchung, München/Mainz 1978.
  • V. Lebelten: Die Vorgeschichte von Süd- und Südwestafrika, Leipzig 1930
  • N. Mandela: Der lange Weg zur Freiheit, Frankfurt am Main 1997
  • B. Morast: Die südafrikanische Rassenpolitik, Frankfurt/a.M. 1979
  • E. Runge: Südafrika - Rassendiktatur zwischen Elend und Widerstand. Protokolle und Dokumente zur Apartheid, Reinbek 1986
  • Christopher Saunders, The making of the South African past : major historians on race and class, Totowa, N.J.: Barnes & Noble, 1988
  • R. H. W. Shepherd, B. G. Paver: African Contrasts. The Story of South African People, Kapstadt 1974
  • J&D. Thomas: Geschichte & Kulturen Südafrikas, 3. Aufl.2003 (Multimedia CD)
  • L. M. Thomson: The Unification of South Africa 1902-1910, Oxford 1960
  • L. M. Thomson: The political mythology fo apartheid, New Haven (Connecticut) 1985
  • Eric A. Walker: A History of Southern Africa, 3. Aufl. 1957

Zeitschriften


(TID 223096)

(TID 646184)

af:Geskiedenis van Suid-Afrika

en:History of South Africa es:Historia de Sudáfrica fr:Histoire de l'Afrique du Sud he:היסטוריה של דרום אפריקה lt:Pietų Afrikos Respublikos istorija nl:Geschiedenis van Zuid-Afrika

pt:História da África do Sul

(TID 49662)

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