Gliederfüßer
Aus Schlauweb
| Gliederfüßer | |||||||
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| Bild:Stenopus hispidus.jpg Gestreifte Putzergarnele (Stenopus hispidus) | |||||||
| Systematik (TID 100226)
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| Wissenschaftlicher Name | |||||||
| Arthropoda | |||||||
| Unterstämme | |||||||
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Die Gliederfüßer (Arthropoda) sind ein Stamm der Häutungstiere (Ecdysozoa). Zu ihnen gehören so unterschiedliche Tiere wie Insekten, Tausendfüßer, Krebse, Entenmuscheln, Spinnen, Skorpione, Milben und die ausgestorbenen Trilobiten.
Gliederfüßer sind ein sehr erfolgreicher Stamm. Rund 80 Prozent aller bekannten rezenten Tierarten sind Gliederfüßer, die meisten davon Insekten. Entstanden sind sie vermutlich in der kambrischen Explosion. Im 530 Mio. Jahre alten Burgess-Schiefer sind alle drei bis zum heutigen Tag existierenden Unterstämme und dazu die Trilobiten und alternative dieser Tage nimmer existente Gruppen schon vertreten.
Die nächsten Verwandten der Gliederfüßer sind die Bärtierchen (Tardigrada) und Stummelfüßer (Onychophora), mit denen sie unregelmäßig zu den Panarthropoda zusammengefasst werden, obgleich jene keine gegliederten Beine aufweisen. In der traditionellen Regelmäßigkeit wird diese Gruppe aus morphologischen Gründen mit den Ringelwürmern zu den Articulaten oder Gliedertieren zusammengefasst. Neuere molekularbiologische Daten sprechen aber gegen eine engere Verwandtschaft mit ihnen und für eine engere Verwandtschaft mit den Fadenwürmern (Nematoda) und anderen Häutungstieren.
Inhaltsverzeichnis |
Körperbau
Gemeinsam ist ihnen ein gegliederter Körperbau mit maximal einem Paar Gliedmaßen (Beine, Mundwerkzeuge, Antennen) je Segment, ein durch Chitin versteiftes Außenskelett, das beim Wachstum abermals durch Häutung ersetzt werden muss, ein rückenseitiges Herz mit offenem Zirkulation und ein bauchseitiges Strickleiter-Nervensystem mit einem Ganglion je Segment.
Der ursprüngliche Aufbau eines Segments besteht aus dem Rumpfteil mit einem Ganglion und einem Zwei Menschenzweiästiger (biramer) Gliedmaßen. Der untere Innenast wird Beinast oder Schreitbein genannt, der Außenast Kiemenast, wodurch auch die Funktionen angedeutet sind.
Bei der Diversifikation der Gliederfüßer im Laufe der Evolution kam es zu Gruppenbildungen oder auch Verschmelzungen von Segmenten z. B. in Kopf, Mittel- und Hinterleib mit Funktionstrennung. Der Kopf stellt eine Verschmelzung (Tagma) mehrerer Segmente dar, die Gliedmaßen der ursprünglichen Segmente sind zu Antennen und Mundwerkzeugen umgebildet. Der Mittelleib ist oft zu einem Tagma verwachsen, dessen Gliedmaßen den Außenast verloren haben und als Schreitbeine dienen. Solche Gliedmaßen heißen einästig (uniram). Beim Hinterleib können die Gliedmaßen vollständig zurückgebildet sein oder nur aus den Kiemenästen bestehen. Bei Gliederfüßern, die über keine sichtbaren Kiemen verfügen, erfolgt die Atmung entweder über in die Körperoberfläche eingestülpte Kiemen (Lungen) oder über an der Oberfläche durchblutete Einstülpungen, den Tracheen.
Bei urtümlichen Gliederfüßern wie den Tausendfüßern besteht die Gliederung zum großen Teil noch aus so gut wie identischen Segmenten. Es ist aber schon durch Verschmelzung einiger der vorderen Segmente zum Kopf gekommen, der ein aus mehreren Ganglien verwachsenes Gehirn und zu Mundwerkzeugen geformte einästige Gliedmaßen besitzt. Die Trilobiten hatten einen ähnlich repetiven Körperbau, verfügten aber noch über zweiästige Gliedmaßen.
Bei den den Tausendfüßern nahestehenden Insekten ist die Tagmatisierung weiter fortgeschritten: Die dem Kopf nächstliegenden drei Segmente sind zum Mittelleib (Thorax) verschmolzen, der demnach drei Paar Gliedmaßen besitzt. Sie sind einästig, die Atmung erfolgt über Tracheen am Hinterleib, der aus unterschiedlich vielen Segmenten ohne Gliedmaßen bestehen kann. Der grundlegende Körperbau der Insekten ist beispielgebend bei Ameisen und Wespen zu erkennen.
Bei den anderen Unterstämmen ist die Verschmelzung der Segmente in anderen Varianten erfolgt, so ist der Mittelleib der Spinnen aus vier Segmenten gebildet, wie kommt es, dass... sie acht Beine haben, die Gliedmaßen des Hinterleibs sind nicht verloren gegangen, haben aber den Beinast verloren und der Kiemenast liegt als Lunge in Einstülpungen des Hinterleibs. Bei den wasserlebenden Krustentieren sind die Gliedmaßen des Rumpfes oft noch zweiästig und die hintersten Segmente sind häufig zu einem gliedmaßenlosen Telson vereint, wie etwa dem Schwanzruder der Krebse.
Fortpflanzung
Die meisten Gliederfüßer vermehren sich geschlechtlich und entwickeln sich direkt oder über Larven.
Systematik
Die Regelmäßigkeit ist bis auf den heutigen Tag unklar und umstritten. Die klassische Systematik der Gliederfüßer unterscheidet zwischen den Unterstämmen
- Tracheentiere (Tracheata oder Uniramia) beispielsweise mit den Tausendfüßern und Insekten
- Krustentiere (Crustacea), auch Krebstiere genannt
- Kieferklauenträger (Chelicerata) z. B. mit den Spinnen oder Skorpionen
Hinzu kommen die ausgestorbenen Trilobiten als zusätzliche Großgruppe.
Molekulargenetische, morphologische und paläontologische Studien liefern zum Teil weit auseinanderliegende Stammbäume.
Das folgende Kladogramm spiegelt die klassische Einteilung der Gliederfüßer wider, wie sie u. a. von Ax (1999) und Paulus (1997) auf der Basis morphologischer Daten dargestellt wird.
Gliederfüßer (Arthropoda) |--N. N. | |--Kieferklauenträger (Chelicerata) (unter anderem Webspinnen und Skorpione) | |--†Trilobiten (Trilobita) | |--Mandibeltiere (Mandibulata) |--Krebstiere (Crustacea) |--Tracheentiere (Tracheata) |--Sechsfüßer (Hexapoda) (unter anderem Insekten) |--Tausendfüßer (Myriapoda)
Die unten stehende Ordnung folgt demgegenüber dem Mandibulata-Pancrustacea-Konzept, das durch moderne Studien der Systematiker Zrzavy und G. Giribet gestützt wird und als auch molekulargenetische sowohl morphologische Daten kombiniert. Demnach ergibt sich das folgende Bild:
Gliederfüßer (Arthropoda) |--N. N. | |--Kieferklauenträger (Chelicerata) (unter anderem Webspinnen und Skorpione) | |--†Trilobiten (Trilobita) | |--Mandibeltiere (Mandibulata) |--Tausendfüßer (Myriapoda) |--Pancrustacea |--Sechsfüßer (Hexapoda) (unter anderem Insekten) |--Krebstiere (Crustacea)
Literatur
- R. C. Brusca, G. J. Brusca, Invertebrates, 2nd Ed., Sinauer Associates, 2003, Kap. 19, S. 475, ISBN 0878930973
- E. E. Ruppert, R. S. Fox, R. P. Barnes, Invertebrate Zoology - A functional evolutionary approach, Brooks/Cole 2004, Kap. 16, S. 517, ISBN 0030259827
- D. T. Anderson, Invertebrate Zoology, 2nd Ed., Oxford Univ. Press, 2001, Kap. 10, S. 225, ISBN 0195513681
- J. Moore, An Introduction to the Invertebrates, Cambridge Univ. Press, 2001, Kap. 12, S. 174, ISBN 0521779146
- J.-W. Janzen, Arthropods in Baltic Amber, Ampyx-Verlag, 2002
- H. Paulus: „Euarthropda, Gliederfüßer i .e. S.“; in Westheide, Rieger (Hrsg.): „Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere“; Gustav-Fischer-Verlag, 1997
Wissenschaftliche Literatur
- M. Akam, 2000, Arthropods: Developmental diversity within a (super) phylum, Proceedings of the National Academy of Sciences (USA), 97, S. 4438
- P. Ax: „Das System der Metazoa II. Ein Lehrbuch der phylogenetischen Systematik“; Gustav Angler Verlag, 1999
- R. C. Brusca, 2000, Unraveling the history of arthropod diversification, Annals of the Missouri Botanical Garden, 87, S. 13
- C. E. Cook, M. L. Smith, M. J. Telford, A. Bastianello, M. Akam, 2001, Hox genes and the phylogeny of the arthropods, Current Biology, 11, S. 759
- G. D. Edgecombe, G. D. F. Wilson, D. J. Colgan, M. R. Gray, G. Cassis, 2000, Arthropod cladistics: Combined analysis of histone H3 and U2 snRNA sequences and morphology, Cladistics, 16, S. 155
- G. Giribet, G. D. Edgecombe, W. C. Wheeler, 2001, Arthropod phylogeny based on eight molecular loci and morphology, Nature, 413, S. 157
- U. W. M. Hwang, M. Friedrich, D. Tautz, C. J. Park, W. Kim, 2001, Mitochondrial protein phylogeny joins myriapods with chelicerates, Nature, 413, S. 154
- J. Zrzavy, P. Stys, 1997, The basic body plan of arthropods: Insights from evolutionary morphology and developmental biology, Periodikum of Evolutionary Biology, 10, S. 353
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Gliederfüßer – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
| (TID 646251) | Commons: Gliederfüßer – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
- Die Welt der kleinen Krabbeltiere
- Glasgow University Zoology Museum - Einführung in die Arthropoda (auf Englisch)
- Arthropoda - Evolution, Phylogeny, Taxonomy (auf Englisch)bg:Членестоноги
ca:Artròpode cs:Älenovci cy:Arthropod da:Leddyr en:Arthropod eo:Artropodoj es:Arthropoda et:Lülijalgsed eu:Arthropoda fa:بندپایان fi:Niveljalkaiset fr:Arthropode ga:Artrapód gl:Artrópodo he:פרוקי רגליים id:Arthropoda io:Artropodo it:Arthropoda ja:節足動物 ko:절지동물 la:Arthropoda lb:Glidderfüssler li:Gelidpoetege lt:Nariuotakojai nl:Geleedpotigen no:Leddyr pl:Stawonogi pt:Artrópode ru:Членистоногие scn:Artropoda simple:Arthropod sl:Älenonožci sr:Зглавкари sv:Leddjur uk:Членистоногі
zh:节肢动物(TID 20250)
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