Griechenland
Aus Schlauweb
| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel beschäftigt sich mit der heutigen Republik Griechenland, für die Geschichte des alten Griechenland siehe überwiegend Antikes Griechenland, für Spätantike und MA siehe Byzantinisches Reich, für die frühe Neuzeit siehe Osmanisches Reich |
(TID 537469)
| |||||
|
Ελευθερία ή Θάνατος
| |||||
| Amtssprache | Griechisch | ||||
| Hauptstadt | Athen | ||||
| Staatsform | Parlamentarische Republik | ||||
| Regierungsform | Parlamentarische Demokratie | ||||
| Staatspräsident | Karolos Papoulias | ||||
| Regierungschef | Kostas Karamanlis | ||||
| Fläche | 131.990 km² [1] | ||||
| Einwohnerzahl | 11.100.000 [2] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 84 Bürger pro km² [3] | ||||
| BIP/Einwohner | 22.800 US-$ (2005) [4] | ||||
| Währung | 1 Euro = 100 EuroCent | ||||
| Zeitzone | UTC+2 OEZ UTC+3 OESZ (März - Oktober) | ||||
| Nationalhymne | Ymnos is tin Eleftherian („Ode an die Freiheit“) | ||||
| Kfz-Kennzeichen | GR | ||||
| Internet-TLD | .gr | ||||
| Vorwahl | +30 | ||||
| Strom | 220 V ~50 Hz | ||||
| Mobilfunkstandard | GSM auf 900 MHz und 1800 MHz, UMTS | ||||
| Fernsehnorm | PAL, DVB-S, DVB-T | ||||
(TID 642898)
, Hellas, heute/umgangssprachlich Ελλάδα(TID 642898)
, Ellada; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südosteuropa und ist ein Mittelmeeranrainer. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, die Republik Mazedonien, Bulgarien und die Türkei.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer im Südosten Europas und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am südlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes - welche jedoch im Jahr 1893 durch den Bau des Kanals von Korinth vom Land getrennt wurde - sowie zahlreichen Inseln hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen aber auch im Libyschen Meer zusammen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Vereinigte Staaten Albanien (282 km), die Republik Makedonien (228 km) und Bulgarien (494 km) sowie im Morgenland die Türkei (931 km). Eine natürliche Grenze bildet das Ionische Meer im Abendland des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im äußersten Süden mit dem afrikanischen Kontinent. Die Eiland Gavdos im Libyschen Meer ist der südlichste Punkt des Landes und gilt im Übrigen geographisch als südlichster Punkt Europas.
Das Land hat eine Gesamtfläche von 131.990 km², davon entfällt etwa ein Viertel der Fläche auf ungefähr 9841 Inseln. Ob des großen Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Küstenlänge von 15.012 km, woraus etwa 4.000 km auf das griechische Gegend entfallen. Die partiell recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im Verhältnis zu seiner relativ kleinen Gesamtfläche ein weiteres geographisches Merkmal dar. So beträgt die Luftlinie zwischen der Eiland Othoni bei Korfu und der Eiland Kastelorizo im äußersten Südosten Griechenlands 983 km. Die kleinste geographische Ausdehnung - mit unter 500 km Luftlinie - besitzt das Land in ostwestlicher Richtung.
Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Hauptsitz Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darüber aufwärts das Ida- und das Psiloritis-Gebirge auf der Eiland Kreta. Größere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind spärlich und befinden sich hauptsächlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien.
Siehe auch: Liste griechischer Inseln
Politische Gliederung
Hauptartikel: Politische Gliederung Griechenlands
Griechenland gliedert sich hergebracht in 10 Regionen (griech. γεωγραφικά διαμερίσματα(TID 642898)
/ geografika diamerismata, Sg. γεωγραφικό διαμέρισμα(TID 642898)
/ geografiko diamerisma), welche in der Gesamtheit 51 Präfekturen (griech. νομοί / nomi, Sg. νομός / nomos) beinhalten.
- Die regionale Gliederung des Landes:
| Region [5] | Präfekturen |
|---|---|
| - Ägäische Inseln | Chios, Dodekanes, Kykladen, Lesbos, Samos |
| - Attika | Attika |
| - Epirus | Arta, Ioannina, Igoumenitsa, Preveza |
| - Ionische Inseln | Kefalonia, Kerkira, Lefkada, Zakynthos |
| - Kreta | Chania, Iraklion, Lassithi, Rethimno |
| - Makedonien | Chalkidiki, Drama, Florina, Grevena, Imathia, Kastoria, Kavala, Kilkis, Kozani, Pella, Pieria, Serres, Thessaloniki |
| - Mittelgriechenland | Euböa, Ätolien-Akarnania, Evritania, Phokida, Phthiotida, Viotia |
| - Thessalien | Magnesia, Karditsa, Larissa, Trikala |
| - Thrakien | Evros, Rhodopi, Xanthi |
| - Peloponnes | Achaia, Argolida, Arkadia, Ilia, Kalamata, Korinthia, Lakonia |
Verwaltungsgliederung
Die 51 Präfekturen des Landes (griech. νομοί / nomi, Sg. νομός / nomos) werden verwaltungstechnisch in 13 Verwaltungsbezirken (griech. περιφέρειες / periferies, Sg. περιφέρεια/periferia) zusammengefasst und verwaltet. Zusätzliche untergeordnete Verwaltungseinheiten sind die Provinzen (επαρχίες(TID 642898)
, Sg. επαρχία(TID 642898)
/eparchía), in Attika die Präfekturbezirke (νομαρχίες(TID 642898)
/nomarchíes, Einzahl νομαρχία(TID 642898)
/nomarchía), sowie auf kommunaler Ebene die Stadt- (δήμοι(TID 642898)
/dími, Einzahl δήμος(TID 642898)
/dímos) und Landgemeinden (κοινότητες(TID 642898)
/kinótites, Einzahl κοινότητα(TID 642898)
/kinótita). Die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend selbstständig verwaltet.
- Die Verwaltungsgliederung Griechenlands:
| Verwaltungsbezirk [6] | Präfekturen |
|---|---|
| - Attika | Attika |
| - Nördliche Ägäis | Chios, Lesbos, Samos |
| - Südliche Ägäis | Dodekanes, Kykladen |
| - Epirus | Arta, Ioannina, Igoumenitsa, Preveza |
| - Westgriechenland | Achaia, Ätolien-Akarnania, Ilia |
| - Zentralgriechenland | Euböa, Evritania, Phokida, Phthiotida, Viotia |
| - Ionische Inseln | Kefalonia, Kerkira, Lefkada, Zakinthos |
| - Kreta | Chania, Iraklion, Lassithi, Rethimno |
| - Ostmakedonien und Thrakien | Evros, Drama, Kavala, Rhodopi, Xanthi |
| - Westmakedonien | Florina, Grevena, Kastoria, Kozani |
| - Zentralmakedonien | Chalkidiki, Imathia, Kilkis, Pella, Pieria, Serres, Thessaloniki |
| - Thessalien | Magnesia, Karditsa, Larissa, Trikala |
| - Peloponnes | Argolida, Arkadia, Kalamata, Korinthia, Lakonia |
Die Region Mazedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat Republik Mazedonien bzw. auch „Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien“ (engl.: Former Yugoslavian Republic of Macedonia, Abk. FYROM oder FYR Macedonia) zu verwechseln.
Siehe auch: Liste der Städte in Griechenland
Siehe auch: Politische Gliederung Griechenlands
Wirtschaft
Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschränkten staatlichen Intervention. Der Wandel Griechenlands von einem eher ackerbautreibend orientierten Land zu einer Wirtschaftsnation begann in den Siebziger Jahren mit einer Reihe grundlegender Reformen und der darauffolgenden Aufnahme Griechenlands in die Europäische Gemeinschaft im Im Jahre1981. In den Folgejahren profitierte die griechische Wirtschaft steigernd von der wirtschaftlichen Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europäischen Industrienationen und den für die ehedem neu aufgenommenen Mittelmeerstaaten eingerichteten Kohäsionsfonds der Europäischen Gemeinschaft.
Seit Zentrum der Neunziger Jahre befindet sich die griechische Wirtschaft in einem regen Aufschwung. Er beruht erstmal auf durchgeführte Strukturreformen, der eingeleiteten Privatisierung sowie einer veränderten makroökonomischen Politik des griechischen Staates, die das Ziel hatte, die Kriterien des Maastrichter Vertrags für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion zu erfüllen. Seit dem Anno 2000 führten der Beitritt Griechenlands zur Eurozone, extensive Infrastrukturmaßnahmen sowie verschiedene Großereignisse wie beispielsweise die Olympischen Spiele im Jahr 2004 zu einer permanenten Stimulierung der griechischen Wirtschaft. Griechenland ist dieser Tage der größte Investor im südöstlichen Europa. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes belief sich im Jahre 2005 auf 16.130 Euro[7] bzw. 22.800 US-$[8]
Wirtschaftsdaten
| Übersicht [9] | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 (P) | Entwicklung des BIP 1996 - 2006 |
|---|---|---|---|---|---|
| - Bruttoinlandsprodukt: | + 4,6% | + 4,7% | + 3,6% | + 3,8% | Bild:GreeceEconomyGDPGerman.png |
| - Exporte: | + 1,0% | + 11,5% | + 5,0% | + 6,8% | |
| - Inflationsrate: | 3,4% | 2,9% | 3,5% | 3,2% | |
| - Arbeitslosigkeit: | 10,4% | 11,0% | 10,4% | 9,8% | |
| - Produktive Arbeit: | + 3,2% | + 1,7% | + 2,2% | + 2,4% | |
| - Staatsdefizit: | 5,7% | 6,6% | 4,3% | 2,6% | |
| - Staatsverschuldung: | 108,8% | 109,3% | 107,9% | 104,8% |
Agrarsektor
Der Primärsektor in Griechenland hat in der Vergangenheit immer stärker an Bedeutung verloren. Der Anteil der Aktivitäten des primären Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich im Jahr 2004 auf 6,4%[10]. Angebaut werden vorzugsweise für den Export bestimmte Produkte, wie Wein, Tabak und Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete für Weizen sind die Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien. Die Nutztierhaltung in Griechenland beschäftigt sich überwiegend mit der Züchtung von Schafen und Ziegen. Die unterdessen neu gesteckten Ziele, die Viehzucht zu erweitern, führten zu einem verstärkten Ackerbau von Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. Für den Ackerbau von Obst und Gemüse ist der Boden Griechenlands geeignet, so entwickeln Grapefruit, Soja, Avocado und auch Spargel. Wegen der topographischen Verhältnisse wurde nachhaltig auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinenpark verzichtet. Dies änderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht weiterhin die sehr kleine durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb. Infolge des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22%[11].
Industriesektor
Der Sekundärsektor des Landes befindet sich seit Kompromiss finden Jahren in stetigem Wachstum. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug im Jahr 2004 22,2 %[12]. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Branche und die Bauindustrie. Produziert werden konventionell Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte, Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen und darüber auf in neuerer Zeit auch steigernd Technologie- und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trägt zu 59%[13] am Exportvolumen des Landes bei. Abnehmerländer griechischer Industrieprodukte sind u. a. Deutschland, Italien, Großbritannien oder die Türkei.
Dienstleistungssektor
Der Tertiärsektor ist der größte und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland. Er erwirtschaftete im Jahr 2004 71,4%[14] der griechischen Wirtschaftsleistung. An zentraler Stelle stillstehen dabei die Tourismusbranche, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen. Während der Handel, die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Deregulierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen dieser Tage eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl .... als auch in Griechenland wie auch im südöstlichen Europa. Die griechische Wasserverkehr hat weltweit einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen (über 1000 GRT) 18,6%[15] des weltweiten Schiffsverkehrs. Der Tourismus trägt mit 10%[16] zur Wirtschaftsleistung des Landes bei.
Staatsausgaben
Der Anteil der staatlichen Ausgaben in Griechenland belief sich in den Jahren zwischen 1992 und 2000 bei 7% für das Gesundheitswesen, 11% für das Bildungswesen sowie 8% für die Verteidigung. Ziel der aktuellen griechischen Politik ist es die Staatsausgaben zu senken, um das Haushaltsloch entsprechend der EU-Konvergenzkriterien zu halten. Das Land hatte im Jahr 2001 und bedeckt auf den EU-Durchschnitt relativ hohe Aufwendungen im Bereich der Verwaltung.
| Staatsausgaben 2001, in Prozent des Bruttoinlandsproduktes (EU-Durchschnitt) [17] | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Allg. Verwaltung | Verteidigung | Öffentl. Sicherheit | Wirt. Belange | Gesundheit | Bildung | Soz. Sicherheit |
| 10,6% (6,7) | 3,2% (1,7) | 0,8% (1,6) | 5,5% (4,2) | 4,1% (6,3) | 3,8% (5,1) | 18,8% (18,8) |
Siehe auch: Griechische Euromünzen
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, Antikes Griechenland, Byzantinisches Reich, Griechische Revolution
Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als Wiege Europas bezeichnet, namentlich angesichts der zivilisatorischen Leistungen (griechischen Philosophie, siehe auch Platon, Aristoteles, Demokrit; Naturwissenschaften, Geschichtsschreibung, die Homer zugeschriebenen Werke etc.). Nachdem Rom Griechenland im Jahre 146 vor Christi zur römischen Provinz machte, wurde es nach der Reichsteilung 395 Teil des oströmischen bzw. byzantinischen Reiches so weit wie dessen Untergang.
Seitdem 1453 Teil des Osmanischen Reichs, kam es ab 1821 zum großen Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Subjekt dieses Volksaufstands gilt Rigas Velestinlis (1757-1798). In der Schlacht von Navarino gelang es einer europäischen Seestreitmacht, über die osmanische Kriegsflotte die Oberhand zu gewinnen. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Ioannis Kapodistrias war so weit wie seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt.
Im Im Jahre1832 wurde dann Edelmann Otto von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Thessalien wurde 1881, Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht länger gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte.
Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunächst neutral, trat dann aber nach der von den Alliierten erzwungenen Demission von König Konstantin I. 1917 in den Bewaffnete Auseinandersetzung gegen die Mittelmächte und deren Verbündete Bulgarien und Osmanisches Reich ein. Nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung versuchte man mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch Ostthrakien und das ehemalig mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet von Smyrna (heute İzmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck „Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere“ als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der kleinasiatischen Katastrophe. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahmefall der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahmefall der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Bewaffnete Auseinandersetzung betrug ca. 25 %, wesentlich reichlich etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. October 1940, der sogenannte „Nein-Tag“, wird dieser Tage als Nationalfeiertag begangen, da Metaxas ein Telegramm alleinig mit dem Wort Όχι(TID 642898)
, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Im Folgenden wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit dahinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, u. a. in Kalavrita und Distomo, wurde als „Vergeltung“ für Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder „Sondereinheiten“ ermordet. Die Fragestellung nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis zum heutigen Tag aber und abermal Gegenstand politischer Diskussion. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Gleichzeitig gab es aber auch rivalisierende royalistische Partisanen, die durch Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Eingreifen Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.
Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland förmlich direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über, der sich bald als Stellvertreterkrieg der beiden politischen Pole entpuppte: Die griechischen Kommunisten, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht gebraucht hatten, versuchten nun, nur halbherzig unterstützt von der Sowjetunion und anfänglich auch Jugoslawien (siehe Landkarte mit Umfang jugoslawischer Ansprüche gegen Griechenland:1), die Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch auf größtenteils royalistische Gegenwehr, welche zu Beginn von Großbritannien und den USA großzügig unterstützt wurde. Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Amerika gelang den Politische Kraft die Machtübernahme in Griechenland jedoch nicht: Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.
Grund für die spärliche Unterstützung durch die kommunistischen „Bruderstaaten“ war ein Geheimabkommen am Rande der Konferenz von Jalta 1945: Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von „90 % West zu 10 % Ost“ für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunistische Partei Deutschlands als „sowjetischer Verrat“ empfunden, da man allein ein Bauernopfer Stalins gewesen sei. Seit dieser Zeit gibt es in Griechenland zwei kommunistische Parteien (griechisch „KKE“ für Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας(TID 642898)
, lat.: Kommunistiko Beistrich Elladas, dt.: Kommunistische Politische Kraft Griechenlands): die einstmals Desillusionierten bildeten die „Inlands-KKE“, die weiterhin linientreuen Stalinisten die „Auslands-KKE“.
Qua eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er Jahre mehrere bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die NATO jedoch nicht davon abhielt, Griechenland 1952 aufzunehmen und so strategisch im Okzident zu verankern.
1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein Militärregime unter Georgios Papadopoulos die Macht. Diverse Oppositionelle wurden eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, unter der Musikschaffender Mikis Theodorakis (sog. Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der Junta führte 1974 zum Zusammenbruch der Willkürherrschaft und zur Rückkehr zur Volksherrschaft unter Konstantin Karamanlis.
1981 wurde Griechenland Subjekt der EWG. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Renovierung wurde durch die hohen EWG-Hilfsgelder (unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EWG-Staaten blieb bestehen.
Angesichts der Umwälzungen im ehemaligen Jugoslawien ab 1989 versuchte Griechenland eine eigenständige, proserbische außenpolitische Rolle zu spielen, oft in deutlicher Grenze zu EWG/EU und NATO. Dennoch diese eigenwillige außenpolitische Linie in ihrer Entstehung auch durch wirtschaftliche Bindungen zur Bundesrepublik Deutschland Jugoslawien (auch als Transitland auf der Hauptverkehrsachse zu Westeuropa) bedingt sein mag, war sie in ihrer weiteren Entwicklung durch zwei Hauptfaktoren geprägt: der allerdings realen Befürchtung gewalttätiger flächendeckender Grenzänderungen auf dem gesamten Balkanstaaten und der Verwendung des verborgen in der griechischen Linken präsenten Nationalismus als Massenmobilisierungsmittel durch die PASOK-Regierung unter Andreas Papandreou. Eine solche Bedienung des Nationalismus seitens der politischen Linken aus Gründen des eigenen politischen Überlebens stellt vor dem Fond des wirtschaftlichen Scheiterns des 1981 von der PASOK verkündeten demokratischen Planwirtschaft und des politischen Umbruchs in Osteuropa auch eine für die westeuropäische Politik einmalige Gegenstück zur Entwicklung der Linken in Jugoslawien dar. Die verwendete nationalistische Redekunst entwickelte gerade durch den Namensstreit mit der Republik Mazedonien eine sehr starke Eigendynamik, wurde von fast allen politischen Kräften sowie fast vom gesamten Spektrum der Presse übernommen, prägte Griechenlands proserbische Haltung im Bosnien- und Kosovokonflikt und ermöglichte u. a. auch die aktive Einmischung der Orthodoxen Kirche in das politische Leben. Die Schädigung griechischer wirtschaftlicher Interessen durch das ausgerufene Embargo gegen die Republik Mazedonien, deren diplomatische Nichtanerkennung und die Schließung der auf der Verkehrsachse nach Westeuropa liegenden serbisch-kroatischen Grenze dürften jedoch zu späterer Zeit einen mildernden Einfluss genommen haben. Erst in jüngster Zeit findet auch eine öffentliche Abkehr der politischen Parteien vom serbischen Nationalismus statt. Eine Ausnahmefall stellt bei der nationalistischen Rechten die Kommunistische Politische Kraft (KKE) dar, die zum Tod von Slobodan Milosevic (2006) ihre Zuneigung für dessen Person zum Ausdruck brachte und erklärte, die EU sei der alleinige Schuldige am Zusammenbruch Jugoslawiens. Dies stellt ein weiteres griechisches politisches Kuriosum dar.
In jüngster Zeit wurden unter der Regierung Simitis auch Schritte zur Entkrampfung des griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch hinsichtlich der Beziehungen zu den Nachbarstaaten auf dem Balkanstaaten unternommen, die wirtschaftlich kumulativ interessant werden für den griechischen Außenhandel und für Auslandsinvestitionen.
Politik
Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammerparlament mit 300 Sitzen. Bei den alle vier Jahre stattfindenden Parlamentswahlen werden 288 der 300 Abgeordneten in den 56 Wahlbezirken des Landes in Parteilisten gewählt. Die übrigen 12 Abgeordneten werden bei der Wahl auf gesamtstaatlicher Ebene bestimmt.
Innenpolitik
Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die konservative Politische KraftNea Dimokratia (ND) löste die vor ... regierende sozialistische Politische KraftPASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen, Kostas Karamanlis, mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am 9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Deutsche Wiedervereinigung der Eiland scheiterten jedoch durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004.
Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, unterhalb zwei Frauen. Karamanlis erklärte zumal die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, vorhanden Regierungsteam in dieser Hinsicht unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der UNO geführten Verhandlungen über eine Wende Zyperns scheiterten, weswegen am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der Europäischen Union beitrat. Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten.
Die beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit 1974 die griechische Politik, angrenzend spielt auch die kommunistische KKE eine wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen Parlament, der Vouli ton Ellinon, sieht nun folgendermaßen aus: Nea Dimokratia - 165 PASOK - 117 KKE - 12 SYN - 6
Innerpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen. Diese liegen erst einmal in den Bereichen der Haushaltspolitik und der Festigung des nach wie vor katastrophal defizitären Staatshaushalts und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre nach wie vor auf hohem Schicht verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung. Im Anno 2004 betrug der Schuldenstand 109,3 % vom Bruttoinlandsprodukt, wobei Griechenland das am höchsten verschuldete Land innerhalb der EU ist.
Ein weiteres ungelöstes Problem ist der massive Zuzug von Ausländern, zu Beginn von illegalen, billigen, in der Ackerbau benötigten Arbeitskräften hauptsächlich aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Zusammen mit der gleichzeitig steigenden Kriminalitätsrate im Bereich der Eigentumsdelikte - in der Vergangenheit eine vernachlässigbare Größe - begünstigt dieses Umfeld soziale Spannungen und fördert die verborgen fremdenfeindlichen Tendenzen in der Bevölkerung, welche alle beide Phänomene in einem kausalen Zusammenhang sieht.
Siehe auch: Politische Parteien in Griechenland
Außenpolitik
Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht vielmals im Gegensatz zu dem seiner Bündnispartner in EU und NATO. Der Ministerpräsident der 90er Jahre, Andreas Papandreou, galt mit seinen immer wiederkehrenden nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus der In die Annalen eingehen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen Thema.
Somit sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei ein revolutionärer Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts Ankaras. Auch wenn Griechenlands Position zum Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des Annan-Plans das Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet. Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu Sofia und Bukarest sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung von drei neuen Grenzübergängen vereinbart.
Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Mazedonien befinden sich zwar im Ausdehnung und der Anblick ist positiv. Das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt nochmals nach Anerkennung der Republik Mazedonien durch die USA im November 2004.
Die Beziehungen zu Serbien sind klassisch sehr gut. Serbien gilt weiterhin als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem Balkanstaaten hat. Die absolut pro-serbische Haltung im Jugoslawienkrieg und die energisch geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur NATO, auch wenn Griechenland amtlich seine Bündnistreue betont.
Bevölkerung
Nahe der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung bestehen einige ethnische und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen. Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen statistisch nicht erfasst, gründen alle Unterlagen zur Anzahl ihrer Mitglieder auf Schätzungen und können je nach politischer Absicht stark variieren.
Religion
Nominell gehören ca. 98 % der Bevölkerung der Griechisch-Orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festlands dem Autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf dem Dodekanes und den meisten Klöstern der autonomen Mönchenrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki bei Thessaloniki dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Ähnlich wie in Irland und Polen spielte religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation, nachdrückliche Bekennung zu religiösen Riten ist daher weit gängig unter der orthodoxen Bevölkerung.
Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus, wobei die besondere Stellung der griechisch-orthodoxen Konfession als „vorherrschender Religion“ in der griechischen Verfassung festgelegt wird. Wenngleich ihr in der Verfassung nicht ausdrücklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird, wird Griechenland dank der engen institutionellen Verpflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht, ebenso wie zum Beispiel Großbritannien und Dänemark, der Rubrik von USA mit einer Staatskirche zugeordnet. So untersteht die Orthodoxe Kirche auch z. T. dem Staat, beispielsweise müssen alle Bischöfe vom Volksvertretung bestätigt bzw. neu gewählte Regierungen von orthodoxen Geistlichen im Volksvertretung vereidigt werden.
Anregungen, eine tiefer liegend gehende Trennung von Staat und Kirche einzuführen, sind vor ... auf erbitterten Widerstand seitens der sich steigernd politisierenden Orthodoxen Kirche gestoßen. Daher scheint unter der aktuellen konservativen Regierung unter Kostas Karamanlis eher der Abmachung einer „Modernisierung der Beziehungen zwischen Staat und Kirche“ angestrebt zu werden.
Daneben der griechisch-orthodoxen Bevölkerung gibt es unter den Bürgern ca. 180.000 Muslime (vor allem Pomaken und Bürger türkischer Abstammung), ca. 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus, *[18] dann etwa 50.000 Zeugen Jehovas, ca. 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und ca. 5.000 Juden.
Die zahlreichen albanischen Subjekt in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken oder Orthodoxe, aber die meisten praktizieren ihren Glauben nicht.
Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland, Griechische Mythologie, Liste der Erzbischöfe von Athen
Ethnische Minderheiten
Als ethnische Minderheiten können folgende Bevölkerungsgruppen bezeichnet werden:
Die hauptsächlich im Verwaltungsbezirk Thrakien ansässigen 100.000-140.000 Pomaken, muslimischen Roma und Türken werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minorität renommiert und genießen einige Sonderrechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Abkommen), Koranschulen, Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts etc. In den letzten Jahrzehnten fand steigernd eine Eingliederung der ca. 30.000 das als Pomakisch bekannte Rhodope-Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der Türken statt. Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani- und türkischsprachigen muslimischen Roma ab, obgleich letztere ebenso dazu neigen, sich als Türken zu bezeichnen.
Nach einer Reihe amtlicher und halbamtlicher Repressalien gegen die muslimische Minorität während der 80er Jahre bildete diese Anfang der 90er Jahre, auch mit aktiver Unterstützung aus der Türkei, nationalistische Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch 2 Abgeordnete im Hohes Haus vertreten, was jedoch durch die Einführung einer 3%-Hürde unterbunden wurde. Gerade stammt 1 Repräsentant der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit.
Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der jetzt untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs „türkisch“ und dem Anliegen, die führenden Geistlichen (Muftis), die z.Zt. als Beamte vom Staat ernannt werden, durch Wahlen zu bestimmen.
Daneben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch viele christliche Roma ansässig (bezeichnet als Athinganoi oder Tsinganoi), die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind, zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Grenzlinie leben, die i.d.R. mit dem Grad Ihrer Durchschaubarkeit als Roma einhergeht.
Auf der Grundlage des Ergebnisses der gemäßigten ethnischen Politische Kraft Ouranio Toxo (Regenbogen) bei den Wahlen zum Europaparlament im Jahr 2004 kann von einer absoluten Mindestanzahl von 6.000 ethnischen Mazedoniern in der Region Makedonien (2.400.000 Einwohner) ausgegangen werden. Hauptanliegen des politisch aktiven Z. T. dieser Bevölkerungsgruppe, die partiell Bindungen zur Republik Mazedonien pflegt, ist die (aktuell eingeschränkte) Förderung der mazedonischen Sprache und Kultur, die amtliche Berücksichtigung des Mazedonischen im Schulsystem und die Aufhebung der gesetzlichen Regelung zur Rückkehr von Bürgerkriegsflüchtlingen, welche ethnisch mazedonischen politischen Flüchtlingen aus dem Griechischen Bürgerkrieg (1946-1949) die Rückkehr verwehrt. (Zur Gruppe der den lokalen mazedonischen Mundart im gleichen Sinne sprechenden ethnischen Griechen s. weiter unten.)
Sprachliche Minderheiten
Als sprachliche Minderheiten können Sprecher folgender Sprachen bzw. Dialekte bezeichnet werden, die eine separate ethnische Identität ablehnen:
- Aromunisch, gesprochen von der Gruppe der Aromunen oder auch Vlachen hauptsächlich im Gebiet des Verwaltungsbezirks Thessalien in Zentralgriechenland. Ihre Anzahl wurde auf so weit wie ca. 100.000 aktive und 300.000 passive Sprecher geschätzt, wobei diese Informationen eindeutig zu hoch gegriffen sein dürften.
- Arvanitisch, einer Mundart des toskischen Albanisch, hauptsächlich gesprochen im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevölkerungsgruppen im Rest des Landes. Während der Erhaltung vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt ständig ab.
- Mazedonisch, in seinem als Slawomakedonisch, Slawisch, Entopia („lokale Mundart“) und vor dem Namensstreit Mazedonien auch als Makedonitisch bezeichneten Dialekt, gesprochen im Gebiet der Region Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien in Nordgriechenland, hauptsächlich in und um die Präfektur von Florina. Im Gegensatz zu den sich als ethnische Mazedonier empfindenden Sprechern des selben, ihrerseits auch als Ägäis-Mazedonisch bezeichneten Dialekts (s. weiter oben), lehnt diese Gruppe die Verwendung des Begriffs „mazedonisch“ im ethnischen Sinn ab, wobei sich die gesamte Bevölkerung der Verwaltungsregion Makedonien, unabhängig davon, ob sie den lokalen slawischen Regionale Sprachvariante spricht, als Makedonen getreu einer regionalen, nicht ethnischen Identität bezeichnet.
- Russisch, gesprochen von Rückkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, deren Hintergrund in vieler Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe ähnlich ist.
Zuwanderergruppen
Die größten in Griechenland ansässigen Zuwanderergruppen sind laut Daten der Volkszählung von 2001:
- Albaner (ca. 250.000)
- Ehemalige GUS-Staaten: Russen, Georgier und Ukrainer (ca. 53.000)
- Bulgaren (ca. 35.000)
- Rumänen (ca. 22.000)
- Polen (ca. 13.000)
- Briten (ca. 13.000)
- US-Amerikaner (ca. 18.000)
- Zyprioten (ca. 17.000)
- Deutsche (ca. 12.000)
- Pakistanis (ca. 11.000)
(Die obigen Zahlenangaben beruhen auf der Anzahl der Anträge auf eine Aufenthaltsgenehmigung und der Zahl der sozialversicherten Ausländer. Da sie Charakter ohne Aufenthaltsgenehmigung bzw. Sozialversicherung nicht berücksichtigen, sind sie als Mindestzahlen zu verstehen. Die Anzahl der Deutschen wird z. B. vom Deutschen Auswärtigen Amt mit 45.000 angegeben. [19])
Gesundheitswesen
Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Tätigkeit im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; alle beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Zufuhr kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Anlieferung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche angesichts ihrer Heilverfahren aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Anlieferung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen.
Die staatliche Zufuhr ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand (v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung mitteleuropäischen Norm hat. Zum Teil ist wenn schon in Notfällen kein Vorweisen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Persönlichkeit nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.
Die kleineren Gemeinden und Dörfer, zuallererst auf den Inseln und im Landesinneren, haben häufig überhaupt keine organisierten Feuerwehren. Hier ist die Bevölkerung bei Bränden, Unfällen und anderen Notfällen auf überörtliche Hilfe angewiesen. Erst einmal in den ländlichen Voraussetzen kommt es im Jahreszeit oft zu schweren Waldbränden und Buschfeuern. Dieser Naturgewalt ist die betroffene Bevölkerung weitgehend unbeschützt ausgeliefert, und auch die überörtliche Hilfe ist oft nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Auch bei alltäglichen Einsätzen wie Verkehrsunfällen und Wohnhausbränden ist oft nicht länger viel zu retten, wenn die überörtliche Hilfe nach allem eintrifft. Die ESEPA ist eine staatlich renommiert Hilfsorganisation, die in diesen Voraussetzen Wachen gründet um dort der Bevölkerung aktiv zu helfen.
Verkehr
Schienenverkehr
Das griechische Eisenbahnnetz ist in großen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigt worden. In den 90er Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, womit u.a. die Hauptachse Athen-Thessaloniki erheblich verbessert, die Strecke von Thessaloniki zur mazedonischen Grenze elektrifiziert und die 2004 eröffnete Athener Lok bis Korinth ausgebaut wurde, was zu einem beträchtlichen Anstieg der Beförderungszahlen führte. Während auf der Strecke Athen-Thessaloniki die Bahn mittleweile das schnellste Landverkehrsmittel ist, befindet sich die metrische Peloponnesstrecke weiterhin auf dem technischen Stand einer Museumsbahn.
Internationale Direktverbidungen bestehen zwischen Thessaloniki und folgenden Städten: Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad und Zagreb. Im Landesinneren sind etliche Landesteile nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen. Z.Zt. sind folgende Inlandstrecken in Betrieb:
- Piräus-Thessaloniki (mit den Abzweigen Oinoi-Chalkida, Leianokladi-Stylida, Palaiofarsalos-Kalampaka und Larissa-Volos)
- Korinth-Patras-Kalamata (mit den Abzweigen Diakofto-Kalavryta (Zahnradbahn), Alfeios-Olympia und Kalonero-Kyparissia)
- Thessaloniki-Amyntaio
- Thessaloniki-Eidomeni-mazedonische Grenze
- Thessaloniki-Ormenio-bulgarische Grenze (mit den Abzweigen Strymonas-Promachonas-bulgarische Grenze und Pythio-türkische Grenze)
- Flughafen-Athen-Korinth (Athener S-Bahn)
- Athener U-Bahn (3 Linien)
- Athener Straßenbahn (2 Linien)
Siehe auch Organismos Sidirodromon Ellados (griechische Eisenbahnen - OSE)
Kultur und Gesellschaft
Siehe:
- Philosophie der Antike
- Griechische Sprache
- Griechische Küche
- Griechische Literatur
- Griechische Musik
- Weinbau in Griechenland
Sport
Feiertage
| Datum | Bezeichnung | Griechischer Name | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 1. Januar | Neujahrstag | Protochroniá | |
| 6. Januar | Drei Könige | Theofánia / Fóta | |
| Beweglicher Ruhetag | Rosenmontag | Kathari Deftéra (Sauberer Montag) | entspricht dem katholisch Aschermittwoch, Beginn des Fastens |
| 25. März | Nationalfeiertag | Evangelismoú (Mariä Verk.) | Unabhaengigkeitstag (1821) |
| Beweglicher Festtag | Karfreitag | Megáli Paraskeví (Großer Freitag) | |
| Beweglicher Festtag Osterdatum | Ostersonntag | Páscha | |
| Beweglicher Ruhetag | Ostermontag | Deftéra tou Páscha | |
| 1. Mai | Tag der Arbeit | Protomaiá (Erster Mai) | |
| 15. August | Mariä Himmelfahrt | Kímisi tis Thetókou | |
| 28. Oktober | Nationalfeiertag | Epétios tou Ochi (Tag des "Nein") | Staatsfeiertag (1940) |
| 25. Dezember | 1. Weihnachtstag | Christoúgena (Christi Geburt) | |
| 26. Dezember | 2. Weihnachtstag | Synaxis Theotokou |
Adel
Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“.
Literatur
- Bötig, Klaus: Griechenland: Festland und Peloponnes, DuMont : Köln 1996, 396 S., ISBN 3-7701-3456-7
- Müller, Michael (Hrsg.): Griechenland. Reisehandbuch, Michael Müller Verlag : Erlangen, 8. Aufl. 2002, 768 S., ISBN 3-9232-7860-8
- Josing, Wolfgang: Griechenland - Festland, Nelles Verlag : München 1994, Ausgabe 2004/2005, 256 S. ISBN 388618-342-4
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0
Siehe auch
(TID 508339)
| (TID 646251) | Wiktionary: Griechenland – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Liste der Herrscher von Griechenland, Griechisch-Türkischer Krieg, Türkisch-Griechischer Krieg
- Geschichte Griechenlands
- Griechische Sprache
- Griechische Mythologie
- Antikes Griechenland
- Hellenen
- Philhellenen
- Hellenismus
- Byzantinisches Reich
- Griechen
- Liste bedeutender Griechen
- Wikipedia Namenskonvention Neugriechisch
Weblinks
| (TID 646251) | Wikiquote: Griechische Sprichwörter – Zitate |
(TID 223246)
- Bild:Flag of Greece.svg Wiki-Portal Griechenland
- Griechische Botschaft in Berlin
- Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
- Der Mythos Griechenland über die Jahrhunderte
- Open Directory Project: Griechenland
- Griechische Museen
- Fremdenverkehrsämter in Griechenland
- Bibliographie Griechenland
- Deutschsprachige griechische Tageszeitung
- Griechisches Ministerium der Kultur(Englisch)
- Daten & Fakten zu Griechenland
- Griechische Verfassung (Deutsch)
Albanien |
Andorra |
Belgien |
Bosnien und Herzegowina |
Bulgarien |
Dänemark |
Deutschland |
Estland |
Finnland |
Frankreich |
Griechenland |
Irland |
Island |
Italien |
Kroatien |
Lettland |
Liechtenstein |
Litauen |
Luxemburg |
Malta |
Mazedonien |
Moldawien |
Monaco |
Niederlande |
Norwegen |
Österreich |
Polen |
Portugal |
Rumänien |
Russland |
San Marino |
Schweden |
Schweiz |
Serbien und Montenegro |
Slowakei |
Slowenien |
Spanien |
Tschechien |
Türkei |
Ukraine |
Ungarn |
Vatikanstadt |
Vereinigtes Königreich |
Weißrussland
Andere Gebiete:
Färöer |
Gibraltar |
Guernsey |
Isle of Man |
Jan Mayen |
Jersey |
Svalbard
(TID 223096)
(TID 527821)
Belgien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Italien | Lettland | Litauen | Luxemburg | Malta | Niederlande | Österreich | Polen | Portugal | Schweden | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Ungarn | Vereinigtes Königreich | völkerrechtlich anerkannte Republik Zypern (de facto nur im Süden)
Beitrittsverträge zum 1.1.2007 unterzeichnet mit:
Bulgarien |
Rumänien
Weitere anerkannte Beitrittskandidaten:
Kroatien |
Mazedonien |
Türkei
(TID 223096)
(TID 140838)
Belgien | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Frankreich | Griechenland | Island (verfügt über kein eigenes Militär) | Italien | Kanada | Lettland | Litauen | Luxemburg | Niederlande | Norwegen | Polen | Portugal | Rumänien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Türkei | Ungarn | Vereinigte Staaten | Vereinigtes Königreich
(TID 223096)
(TID 361813)
Australien | Belgien | Dänemark | Deutschland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Island | Italien | Japan | Kanada | Luxemburg | Mexiko | Neuseeland | Niederlande | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Schweden | Schweiz | Südkorea | Slowakei | Spanien | Tschechien | Türkei | Ungarn | Vereinigte Staaten | Vereinigtes Königreich
(TID 223096)
(TID 573546)
Koordinaten: 38° 18′ 4" N, 23° 44′ 28" O
(TID 488883)
af:Griekelandan:Grezia ar:يونان ast:Grecia az:YunanÄstan be:Грэцыя bg:Гърция bn:গ্রীস bs:GrÄka ca:Grècia cs:Řecko cy:Gwlad Groeg da:Grækenland el:Ελλάδα en:Greece eo:Grekio es:Grecia et:Kreeka fa:یونان fi:Kreikka fiu-vro:Kriika fo:Grikkaland fr:Grèce fy:Grikelân ga:An Ghréig gd:A' Ghrèig gl:Grecia - Ελλάδα he:יוון hi:ग्रीस hr:GrÄka hu:Görögország ia:Grecia id:Yunani ilo:Grecia io:Grekia is:Grikkland it:Grecia ja:ギリシャ ka:საბერძნეთი ko:그리스 ku:Yewnanistan kw:Pow Grek la:Graecia lb:Griicheland li:Griekeland lt:Graikija lv:GrieÄija mk:Грција mo:Гречия ms:Yunani na:Greece nds:Grekenland nl:Griekenland nn:Hellas no:Hellas oc:Grècia os:Греци pl:Grecja pt:Grécia ro:Grecia roa-rup:Gârţii ru:Греция scn:Grecia simple:Greece sk:Grécko sl:GrÄija sq:Greqia sr:Грчка sv:Grekland th:ประเทศกรีซ tl:Gresya tpi:Gris tr:Yunanistan uk:Греція vi:Hy Lạp zh:希腊
zh-min-nan:Hi-lia̍p(TID 2774)
7236/257