Großer Nordischer Krieg
Aus Schlauweb
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| Großer Nordischer Krieg | |||||||||||||
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| Beginn | 1700 | ||||||||||||
| Ende | 1721 | ||||||||||||
| Ergebnis | Niederlage der Schweden | ||||||||||||
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(TID 450072)
Der Große Nordische Krieg war ein Bewaffnete Auseinandersetzung um die Beherrschung im Ostseeraum.
Am Ende des 17. Jahrhundert beherrschte Schweden einen großen Teil der Ostseeküsten. Die Hanse hatte ihren Einfluss fast völlig verloren. Seit 1617 waren die einmal russischen Herrschaftsgebiete Ingermanland und Karelien in schwedischer Hand.
Russlands Seeweg nach Westen war einzig über den Port Archangelsk möglich, der nur manche Monate im Jahr eisfrei war. Peter I. hatte aber nach einem gescheiterten Versuch 1696 die Festung Asow am Schwarzen Meer erobert. Mit dem Frieden von Karlowitz verschaffte er sich Ruhe im Süden seines Reiches.
Im Aug. 1698 trafen sich Peter I. und August II., König von Polen und Kurfürst von Sachsen in Rawa, einer kleinen Gemarkung nördlich von Lwow und trafen Absprachen für eine Bund gegen Schweden. Johann Reinhold von Patkul, ein livländischer Subjekt sicherte August II. die Hilfe des livländischen Adels im Schlacht gegen Schweden zu.
Die Dänen schlossen sich der Bündnis an, um verloren gegangenen Einfluss in der Ostsee wiederzugewinnen. Sie mobilisierten ihre Flotille und zogen ihr Heer an der Grenze des Herzogtums Holstein-Gottorp, eines schwedischen Verbündeten zusammen.
Der Beginn des Krieges
Am 12. Februar 1700 fiel die sächsische Streitkräfte ohne Kriegserklärung in Livland ein. Doch der livländische Adel stellte sich nicht auf die Seite der Sachsen. Die Kapern der Festung Riga scheiterte. Die militärischen Erfolge waren sehr bescheiden.
Die polnische Adelsrepublik, die Rzeczpospolita fühlte sich von Aug. betrogen und erklärte, dass Polen sich nicht im Bewaffnete Auseinandersetzung mit Schweden befände. Nur einige polnische Magnaten wie Fürst Hieronim Augustyn Lubomirski schlugen sich von Anfang an auf seine Seite.
Am 11. März erklärte Dänemark Schweden den Bewaffnete Auseinandersetzung und marschierte in das Herzogtum Holstein-Gottorp ein.
Erste Erfolge Schwedens
Karl XII. ordnete die Mobilmachung an. Die schwedische Streitkräfte war kein Söldnerheer wie in anderen Ländern üblich. Die Soldaten der einzelnen Einheiten lebten in Friedenszeiten als Bauern in ihren Dörfern. Da sie sich kannten, hielten sie im Scharmützel eng zusammen. Fahnenflucht war in der schwedischen Truppe so gut wie unbekannt.
Wilhelm III. früher zugleich König in England und Holland, wünschte die Erhaltung des Friedens in Nordeuropa und garantierte den Status Quo. Da Dänemark der Subjekt war, stellte er sich auf die Seite Schwedens und schickte unter Admiral Rooke ein englisch-holländisches Geschwader mit 25 Linienschiffen zur Unterstützung Schwedens nach Göteborg. Schweden verfügt über eine Flotille von 38 Linienschiffe und 12 Fregatten, Dänemark dagegen nur 33 Linienschiffe und 7 Fregatten. In einem kühnen Manöver gelingt der schwedischen Flotille die Passage durch die kleinere der beiden Fahrrinnen im Sund, außerhalb der Reichweite der Kanonen auf den dänischen Sundfestungen. Die schwedische Kriegsflotte vereinigt sich mit dem englisch-holländischen Geschwader, der kleinen dänischen Flotille von 33 Schiffen steht jetzt ein mächtiges Geschwader von reichlich 60 Schiffen gegenüber, so dass der dänische Admiral keine Seeschlacht wagt.
Unter dem Schutz dieser Flotille kann Karl XII. am 23. Juli 1700 auf der dänischen Hauptinsel Seeland landen, Kopenhagen einschließen und im August mit der Belagerung der dänischen Ort beginnen.
Der dänische König sieht sich jetzt einer katastrophalen Lage gegenüber: Seine kleine Kriegsflotte steht einer viel stärkeren feindlichen gegenüber, seine Gemeinde wird belagert, und sein Heer operiert gegen Herzog Friedrich IV. von Holstein-Gottorp weit, fern in Holstein. Friedrich IV. muss seine Niederlage bekennen und schließt am 18. Aug. 1700 mit Schweden den Friede von Traventhal: Der Gegenwärtiger Zustand Ante wird wiederholt hergestellt, Dänemark scheidet aus der Anti-Schwedischen-Koalition aus.
Der erste Feldzug im Großen Nordischen Bewaffnete Auseinandersetzung endet schnell und fast unblutig, Dänemark scheidet (vorerst) aus dem Bewaffnete Auseinandersetzung aus, Schweden hat einen Charakter weniger.
Inzwischen hatte Russische Förderation am 19. August Schweden den Bewaffnete Auseinandersetzung erklärt und bedrohte die estländische Gemeinde Narva. In der Schlacht von Narva errangen jedoch die zahlenmäßig weit unterlegenen schwedischen Truppen einen überwältigenden Sieg gegen Russland.
Aug. hatte mit ansehen müssen, wie zwei seiner Verbündeten, Dänemark und Rußland von Karl XII. geschlagen worden sind. Aug. bot Karl Friedensverhandlungen an, doch Karl lehnte ab. Im Feber 1701 trafen sich Aug. und Peter erneut, um ihr Bündnis zu erneuern. Peter brauchte Zeit, seine Truppe zu neu ordnen und aufzurüsten, August brauchte einen starken Verbündeten im Rücken der Schweden.
Am 19. Juli 1701 standen sich sächsische und schwedische Soldaten bei Riga an der Düna gegenüber. Der sächsische Person Adam Heinrich Graf von Steinau ließ sich durch Ablenkungsmanöver täuschen und zersplitterte seine Einheiten. So gelang es der schwedischen Infanterie, den Fluss zu überqueren und einen Brückenkopf zu bilden. Die sächsische Streitkräfte erlitt zwar eine Niederlage, konnte sich aber sammeln und geordnet zurückziehen.
Karl besetzte mit seinen Truppen Mitau, die Gemeinde des Herzogtums Kurland, das zu Polen gehörte.
Der Feldzug in Polen
Im October 1701 führt Karl XII. sein Heer nach Kurland. Die Rzeczpospolita, die polnisch-litauische Republik, protestierte gegen die Verletzung des polnischen Hoheitsgebietes, denn diese (vertreten durch den polnischen Reichstag) befand sich nicht im Bewaffnete Auseinandersetzung mit Schweden, an Stelle nur der König von Polen. August der Starke bot Karl XII. wiederum Verhandlungen an. Karls erfahrene Ratgeber rieten ihm, mit dem König von Polen Friede zu schließen. Doch Karl blieb unnachgiebig und verlangte vom Sejm die Wahl eines neuen Königs. Das lehnte die Majorität des polnischen Adels ab.
Im Jänner 1702 verlegt Karl das schwedische Heer von Kurland weiter nach Süden, nach Litauen. Am 23. März 1702 verläßt Karl XII. das Winterquartier in Litauen und marschiert in das eigentliche Polen ein. Am 14. Mai 1702 ergibt Warschau sich kampflos. Es wird zur Löhnung eine hohen Kontribution gezwungen, vor Karl seinen Marsch nach Süden, nach Krakau fortsetzt.
Auf dem Weg dorthin stellt sich ihm das polnisch-sächsische Heer entgegen, und am 9. Juli 1702 kommt es zur Schlacht bei Klissow, südlich von Kielce. Die Polen und Sachsen abkacken wieder gegen die Schweden. 2.000 Sachsen werden getötet oder verletzt, gut 1.000 geraten in schwed. Gefangenschaft, auf schwedischer Seite werden nur 900 Soldaten getötet oder verletzt. Die Schweden erbeuten die gesamte sächsische Artillerie und den gesamten Tross mit Augusts Feldkasse mit 150.000 Reichstalern und wenn schon seinem Silbergeschirr. Aug. sammelt die verbliebenen Einheiten seines Heeres und zieht sich in die östlichen Landesteile Polen zurück.
Aug. bietet den Schweden nach dieser Niederlage abermal Friedensverhandlungen an, er will den schwedischen Forderungen so weit als irgend möglich entgegekommen. Nur König von Polen wünsche er zu bleiben. Auch der Kardinal-Primas unterbreitet im Namen der Republik Polen Vorschläge für einen Frieden. Er bietet Schweden poln. Livland, Kurland und eine hohe Kriegsentschädigung. Karl XII. müsse ausschließlich auf die Absetzung des Königs verzichten. Ein weiteres Mal zeigt Karl sich eigensinnig (König Eisenkopf) und beharrt auf der Absetzung Augusts.
Aug. zog sich mit seinem Hof nach Sandomierz zurück. Dort bildete der polnische Adel eine Konföderation zur Unterstützung von August II.. Sie kämpften gegen die schwedische Besetzung Polens und gegen den von Schweden geforderten neuen König. Mit Partisanenaktionen verwickelten sie die schwedischen Truppen in Gefechte und schwächten so ihre Kampfkraft.
Am 12. Juli 1704 wurde gegen den Willen der Majorität des polnischen Adels unter dem Schutz der schwedischen Truppe Stanislaus I. Leszczynski zum König gewählt.
Aber auch in Sachsen gab es Widerstand gegen die Polenpolitik ihres Kurfürsten. August erließ eine Akzisesteuer, um seine Kriegskasse zu füllen und die Truppe aufrüsten zu können. Das brachte die sächsischen Stände gegen ihn auf. Außerdem erregte er den Unmut der Bevölkerung durch aggressive Methoden der Rekrutenwerbung.
Die Rückkehr Russlands in den Krieg
Peter I. hatte inzwischen unter enormen Anstrengungen seine Streitkräfte nochmals aufgerüstet. Aus Kirchenglocken hatte er neue Kanonen gegossen.
Peter nutzte die Abwesenheit von Karl XII. und des schwedischen Hauptheeres, die in Polen Jagd auf Aug. machten, um ihn von polnischen Thron zu stoßen, um das Baltikum anzugreifen. Eigentlich nach Karls Rücken brachte er dem kleinen schwedischen Heer, das zur Verteidigung der baltischen Provinzen zurückgeblieben war, zwei Niederlagen bei und kontrollierte ab 1702 Estland und Livland, außer den schwedischen Festungen. Am 11. Okt. 1702 fiel die Festung Nöteborg, die Peter in Schlüsselburg umtaufte, am 14. Juli 1704 Dorpat und am 9. August Narva.
Im sumpfigen Delta der Newa begann Peter 1703 noch während des Krieges mit dem Aufbau seiner neuen Kapitale Sankt Petersburg.
Im Dezember 1705 überschritten russische Truppen in einer Stärke von 20.000 Mann unter dem Kommando des Feldmarschalls Georg Benedict Ogilvy die polnische Grenze, um sich mit den sächsischen Truppen zu vereinigen. Karl zog ihnen mit dem Großteil seiner Truppe entgegen. Ein Heer von 10.000 Mann unter der Führung von Carl Gustaf Rehnskiöld wandte sich gegen die Sachsen, die inzwischen wiederholt eine Stärke von 19.000 Soldaten hatten. Die russische Streitkräfte verschanzte sich in der Festung Grodno und wartete auf Entsatz.
Die Schlacht bei Fraustadt
Am 3. Februar 1706 trafen die Armeen bei Fraustadt aufeinander. Rehnskiöld befehligte kampferprobte Infanterie- und Kavallerieregimenter. Die sächsischen Truppen unter General von der Schulenburg waren zum großen Teil gepresste und schlecht ausgebildete Soldaten. Diverse Regimenter bestanden aus französischen und Bürger Kriegsgefangenen. Und es gab eine russische Hilfstruppe von 6.400 Mann.
Als die Schweden losstürmten, brach die sächsische Front zusammen. Nach wenigen Stunden war die Gefecht vorbei. Nur etwa 3.000 Soldaten konnten sich über die Oder retten. Die russischen Gefangenen ließ General Rehnskiöld niedermachen.
Da die russische Truppe in Grodno nicht länger auf Hilfe wünschen konnte, wagte sie einen Ausbruch. Sie entkamen den Verfolgern und konnten sich über die Grenze retten. Karl erkannte, dass er eine Entscheidung in Russische Förderation herbeiführen musste. Dafür brauchte er aber Rückenfreiheit.
Die Besetzung Sachsens
Am 27. August 1706 rückte die schwedische Truppe in Sachsen ein. Sie eroberte Zug um Zug das Kurfürstentum und erstickte jeden Widerstand im Keim. Karl XII. sicherte der sächsischen Bevölkerung zu, dass keine Übergriffe und Repressalien stattfänden, wenn sie den Anordnungen der Besatzungsmacht Folge leisten.
August, der seit der Scharmützel bei Fraustadt keine nennenswerten Truppen mehr in Polen hatte, bot Karl Friedensverhandlungen an. Seine Unterhändler unterzeichneten am 24. September 1706 in Altranstädt einen Friedensvertrag. Mit der Bedrohung auf Seiten Ludwigs des XIV. von Frankreich in den Spanischen Erbfolgekrieg einzugreifen, erreichte Karl außerdem, dass den Lutheranern in der ehedem noch habsburgischen Provinz Schlesien eine begrenzte Religionsfreiheit zugestanden wurde.
Die Schlacht bei Kalisch
Die Nachricht von dem Friedensschluss erhielt August am 15. Oktober. Inzwischen marschierte ein russisches Heer von 20.000 Mann unter Führung von Menschikow dem schwedischen Korps in Polen entgegen. August versuchte, den Kleinkrieg zu verhindern und warnte den schwedischen Kommandeur, doch ohne Erfolg.
Am 29. Oktober stellten sich die 5.000 schwedischen Soldaten bei Kalisch zum Kampf. Sie wurden von den russischen Truppen völlig vernichtet. Die polnische Kavallerie von Stanislaus I. Leszczynski wurde versprengt. Über 100 Offiziere (unter ihnen auch polnische Magnaten) gerieten in Gefangenschaft.
Nach diesem Sieg schlugen seine Ratgeber August II. vor, den Friedensvertrag zu annullieren und an der Seite Russlands weiter zu kämpfen. Doch Aug. lehnte ab und kehrte nach Sachsen zurück.
Am 19. Dezember ratifizierte er den Friedensvertrag. Als Karl im Sept. 1707 das Land in Tendenz Orient verließ, hatte er seine Truppe auf 34.000 Mann vergrößert, neu eingekleidet und mit neuen Waffen ausgerüstet. Seine Kriegskasse war um diverse Mio. Kröten größer. In Polen stießen 8.000 schwedische Rekruten zu ihm.
In Polen allerdings weigerte sich die Konföderation von Sandomierz unter dem Hetman Adam Sieniawski, dem reichsten Mann Polens und Eidam Fürst Lubomirskis, die Amtsabtretung Augusts II. und die Thronbesteigung Stanislaus Leszczynskis anzuerkennen. Der russische Zar schlug den Polen neue Thronkandidaten vor und auch Leszczynski versuchte seine Opponent für sich zu gewinnen. Dies scheiterte aber an der Anfrage der Verteilung von Pfründen und Posten. Die Konföderation hatte allerdings nur geringen militärischen Wert; ihre Truppen konnten im besten Fall den Zufuhr der Schweden stören.
Die Wende des Krieges bei Poltawa
Nun stand Peter I. praktisch allein der schwedischen Großmacht gegenüber. 1708 erschienen wiederum russische Truppen in Polen. Ihnen gelang es in dem außergewöhnlich harten Winterzeit 1708/09, den Tross der schwedischen Streitkräfte zu erbeuten, die damit von ihrer Anlieferung abgeschnitten war. Auch die erwartete Verstärkung durch die mit Schweden verbündeten Kosaken unter Ataman Iwan Mazeppa blieb aus. So war zu Beginn des Frühjahrs 1709 nur noch ein Drittel der schwedischen Truppe mit wenigen Kanonen einsatzbereit. Besonders die in Deutschland angeworbenen Soldaten hatten die Kälte nicht verkraftet. Dennoch wagte es Karl XII. tief auf russisches Gebiet vorzudringen. Am 8. Juli 1709 kam es in der Ukraine zur entscheidenden Schlacht bei Poltawa. Die Schweden erlitten eine vernichtende Niederlage; Karl XII. floh nach Süden ins Osmanische Reich.
Die Schlacht am Pruth
Peter schickte seinen Botschafter nach Istanbul und forderte die Ablieferung Karls. Ahmed III. ließ den Botschafter ins Gefängnis werfen. Im Weiteren fiel Peter mit seiner Streitkräfte ins Osmanische Reich ein. Die osmanischen Truppen kesselten ihn bei Huşi, einem kleinen Ort am Pruth ein. Sie nutzten jedoch ihre überlegene Position nicht aus und ließen ihn ehrenvoll abziehen. Im Friedensvertrag verpflichtete Peter sich, die Festung Asow abzutreten und sich aus den Bedürfen der Kosaken zurückzuziehen.
Nach der Niederlage der Schweden bei Poltawa kündigte August den Friedensvertrag von Altranstädt. Am 20. Aug. 1709 marschierten nochmals sächsische Truppen in Polen ein. Die schwedischen Truppen 9.000 Mann zogen sich nach Stettin und Stralsund zurück. Stanislaus Leszczynski floh ins Ausland.
Neue Bündnispartner
Am 28. Juni 1709 erneuerten Dänemark und Sachsen ihren Bündnisvertrag. Auch alternative Neue Welt griffen in den Bewaffnete Auseinandersetzung ein. Das Kurfürstentum Hannover erhob Anspruch auf Bremen und Verden. Preußen wollte sich der schwedischen Gebiete in Pommern bemächtigen – Stettin, Usedom, Wollin.
Ende 1709 besetzte die dänische Streitkräfte mit 14.000 Soldaten die südschwedische Provinz Schonen, wurden jedoch drei Monate später von den Schweden unter dem Kommando von Magnus Stenbock wiederum zurückgeschlagen. 1711 scheiterte ebenso ein Angriff von Dänen, Sachsen und Russen auf die Städte Stralsund und Wismar.
1712 versuchte Schweden noch einmal, das Kriegsglück zu seinen Gunsten zu wenden. Magnus Stenbock setzte mit 16.000 Soldaten nach Rügen über, um nach Polen einzumarschieren. Doch die dänische Flotille zerstörte vor Hiddensee sein Nachschubgeschwader. Nur gelang ihm am 20. Dezember 1712 in der Gefecht bei Gadebusch ein Sieg über die verbündeten sächsischen und dänischen Truppen. Die verloren 6.000 Soldaten und mussten sich fluchtartig zurückziehen. Im Jan. 1713 ließ Stenbock die Stadt Altona niederbrennen.
Im September 1713 wurde Stettin von Feldmarschall Menschikow besetzt. Trotz der Bitte des Zaren Stettin Dänemark zu übergeben, entschied sich der Typ der russischen Streitkräfte in Deutschland für Preußen (dies war in erster Linie durch die mangelnde Unterstützung seitens Friedrich IV bei der Belagerung von Stettin, bedingt). Zwar führte die Entscheidung zu einer Malaise in den Beziehungen zu Dänemark, erwies sich jedoch später doch als ein Glücksfall, da dies den Kriegseintritt von Preußen begünstigte.
Als 1713 der preußische König Friedrich I. starb, trat sein Stammhalter Friedrich Wilhelm I. in das Bündnis gegen Schweden ein.
Peter I. sicherte seine Gebietsgewinne im Ostseeraum. Im Jahreszeit 1713 hatte er Südfinnland erobert. Zu Wasser waren die Schweden mit ihren großen Schiffen, die mehrere Geschütze tragen konnten, der russischen Flotille aber weit überlegen. Peters einzige Möglichkeit war eine Scharmützel in Küstennähe. Unter Mobilmachung aller Mittel verdoppelte er seine Ostseeflotte und stellte sie unter das Kommando erfahrener Venezianer und Griechen. Im Aug. 1714 lagen sich die beiden Flotten bei Hangö gegenüber. Während einer anhaltenden Flaute kämpften sich die kleineren, aber wendigen russischen Schiffe durch den schwedischen Geschützhagel und enterten die unbeweglichen schwedischen Schiffe eins nach dem anderen. Damit herrschte die russische Kriegsflotte über die nördliche Ostsee.
Die Rückkehr des schwedischen Königs
Auch in dieser für Schweden äußerst kritischen Lage lehnte Karl XII. jede Menge Friedensangebote ab. Er war im Nebelmonat November 1714 aus Bender in die Festung Stralsund zurückgekehrt. Als er erste Erfolge gegen die preußische Streitkräfte erzielte, wurde er von den vereinigten russischen, sächsischen, preußischen und dänischen Truppen in der Festung eingeschlossen. Nach monatelanger Belagerung ergaben sich die eingeschlossenen Schweden am 23. Dezember 1715. Karl konnte in einem Schiff über die Ostsee entkommen.
Am 11. Dezember 1718 fand er bei der Belagerung der norwegischen Festung Frederikshald unter bis zum heutigen Tag ungeklärten Umständen den Tod durch eine Gewehrkugel in die Schläfe.
Das Ende des Krieges
Im Jan. 1719 verbündete Aug. sich mit Österreich und England, die ihm Hilfe bei einem Angriff Russlands auf Polen zusicherten. Im Nebelmonat November 1719 löste er die Bündnis mit Peter I. auf und schloss einen Waffenstillstand mit Schweden. Ulrike I. Eleonore erkannte ihn als König von Polen an. Auch Hannover, Preußen und Dänemark stellten die Kriegshandlungen ein. Hannover erhielt Bremen und Verden; Preußen gewann Vorpommern mit Stettin, Usedom und Wollin.
Um die Unterzeichnung des Friedensvertrags voran zu bringen entscheidet sich Peter I. eine Landeoperation im Kernland durchzuführen. Im August 1719 erfolgt gleichzeitig die Landung südlich und nördlich von Stockholm. An der Operation sind 20 Linienschiffe, einige hundert Ruderschiffe sowie 26.000 Landetruppen beteiligt. Zufolge werden 8 größere Städte (u.a. die vormals zweitgrößte Ort Norrköping) zerstört. Im Warme Jahreszeit 1720 erfolgt die nächste Landung wobei die Ort Umea zerstört wird.
Am 14 August 1719 schließen Preußen und Schweden den Friedensvertrag.
1720 beendeten Dänemark und Schweden untereinander den Bewaffnete Auseinandersetzung mit dem für Schweden nachteiligen Frieden von Frederiksborg.
Als England erkannte, dass es nicht möglich war eine Pakt gegen Rußland zu bilden, drängte nun auch das Vereinigte Königreich darauf die Friedensverhandlungen mit Russische Förderation so schnell wie möglich aufzunehmen. Aufgrund eines Finanzcrashs war es für Georg I. nicht länger möglich die Schweden geldlich zu unterstützen, auch verweigerten die nordeuropäische Gebieter (mit Ausnahmefall August II.) die Kriegshandlungen gegen Peter I. auch nur in Anbetracht zu ziehen. Somit blieb für Schweden nichts anderes übrig als mit den direkten Verhandlungen am 28 Apr. in Nystadt zu beginnen.
Im Friedensvertrag von Nystad trat Schweden die Gebiete Ingermanland, Livland, Estland, die Inseln Ösel und Dagö sowie Südkarelien an Russische Förderation ab. Dafür erhielt es Finnland zurück, das Peter 1714 erobert hatte.
Fazit
Russische Förderation ist aus diesem Bewaffnete Auseinandersetzung als neue Großmacht europäisch hervorgegangen. Seine neue Ort entstand an der Ostsee, geschützt durch breite Küstengebiete. Schweden verlor seine Großmachtstellung in Nordeuropa und musste das Herzogtum Holstein-Gottorp als Bundesgenossen aufgeben.
Verfeindete Vettern
| Friedrich III. | ||||
| Johann Georg III. | Anna Sophie | Christian V. | Ulrike Eleonore | Karl XI. |
| August II. | Friedrich IV. | Karl XII. | ||
Weblinks
- Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Kielbg:Северна война
en:Great Northern War da: Den store nordiske krig pl: III wojna północna sv: Stora nordiska kriget ru: Великая Северная война
fi: Suuri Pohjan sota(TID 431669)
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