Heidelberg
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| Bild:Disambig-grau2.png | Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für übrige Bedeutungen siehe Heidelberg (Begriffsklärung). |
(TID 537110)
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Wappen Heidelberg.png | Bild:Heidelberg-Position.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe |
| Region: | Rhein-Neckar |
| Kreis: | Stadtkreis |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 49° 25' N, 08° 42' O49° 25' N, 08° 42' O (TID 488890) |
| Höhe: | 116 m ü. NN |
| Fläche: | 108,83 km² |
| Einwohner: | 142.370 (30. Sept. 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.313 Bewohner je km² |
| Ausländeranteil: | 16,6 % |
| Postleitzahlen: | 69001–69126 (alt: 6900) |
| Vorwahl: | 06221 (und 06202 im Grenzhof) |
| Kfz-Kennzeichen: | HD |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 21 000 |
| Stadtgliederung: | 14 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 10 69117 Heidelberg |
| Offizielle Website: | www.heidelberg.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeisterin: | Beate Weber (SPD) |
Heidelberg ist eine Großstadt am Neckar im Südwesten von Deutschland. Sie ist durch die malerische Schlossruine über von Fluss und Altstadt sowie ihre alte Universität weltberühmt und eines der beliebtesten Ziele - auch der ausländischen - Touristen.
Mit über 140.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünftgrößte Gemeinde Baden-Württembergs. Sie selbst ist kreisfreie Stadt und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Die dicht besiedelte Metropolregion, in der Heidelberg liegt, wird als Rhein-Neckar-Dreieck bezeichnet.
Eine thematische Kollektion der Artikel rund um die Gemarkung findet sich im Portal Heidelberg.
Inhaltsverzeichnis
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Geographie
Heidelberg liegt teils in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckar, vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald (siehe auch Portal:Odenwald) in einer länglich, flussaufwärts sich zuspitzenden Talsohle, umgrenzt vom Königstuhl (568 m) und Gaisberg (375 m). Der Neckar fließt hier von Ost nach West. Am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg (445 m). Der Neckar mündet etwa 22 km nordwestlich, gemessen vom Ende der Talsohle, in den Rhein. Die im 20. Jahrhundert eingemeindeten Orte reichen über das Neckartal in die Bergstraße hinein, die von Wiesloch im Süden über Heidelberg bis nach Darmstadt in Hessen führt.
Heidelberg liegt im Verlaufe des Europäischen Fernwanderweges (Mittelschweden - Silkeborg Umbrien).
Flora und Fauna
Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, entwickeln hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa Mandel- und Feigenbäume, oder auch ein Ölbaum im Freiland (Gaisbergstraße). Der Galerie der Gemarkung mit vielen exotischen Gewächsen ist der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde 2000 auch nochmals siegreich mit dem Weinanbau begonnen.
Außerdem gibt es in Heidelberg eine der vitalsten freilebenden Populationen des Halsbandsittichs sowie eine einzigartige freilebende Fortpflanzungsgemeinschaft der bestandgefährdeten Schwanengans, die man an erster Stelle auf der Neckarinsel vor Bergheim und auf den Neckarwiesen begegnen kann.
Verwaltungsstrukturen, Region
Heidelberg ist Sitz des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreis innerhalb der Region Rhein-Neckar. Die Gemeinde selbst ist kreisfrei innerhalb des Regierungsbezirks Karlsruhe. Heidelberg gehört zum Verdichtungsraum Rhein-Neckar, der benachbart Teilen von Süd-Hessen und der Vorderpfalz in Rheinland-Pfalz, in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst und bildet mit einer großen Anzahl von weiteren Kommunen den als Rhein-Neckar-Dreieck bekannten Wirtschaftsraum. 2005 wurde das Rhein-Neckar-Dreieck europäische Metropolregion.
Innerhalb der Region Rhein-Neckar bildet Heidelberg anliegend Mannheim ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 generell 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Heidelberg übernimmt für die umliegenden Gemeinden Bammental, Dossenheim, Eppelheim, Gaiberg, Heddesbach, Heiligkreuzsteinach, Leimen, Neckargemünd, Nußloch, Sandhausen, Schönau, Schriesheim, Wiesenbach und Wilhelmsfeld auch die Funktion eines Mittelbereichs entsprechend der Verwaltungsstrukturen des Landes.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen direkt an die Gemeinde Heidelberg. Sie werden im Uhrzeigersinn, einsetzend nördlich vom Neckar, genannt und gehören fast alle zum Rhein-Neckar-Kreis: Dossenheim, Schriesheim, Wilhelmsfeld, Schönau, Neckargemünd, Bammental, Gaiberg, Leimen, Sandhausen, Oftersheim, Plankstadt, Eppelheim, Mannheim (kreisfreie Stadt) und Edingen-Neckarhausen.
Stadtgliederung
Die Gemarkung Heidelberg ist in 14 Stadtteile gegliedert. Dazu gehören sieben ehemalige Nachbardörfer, die bis 1975 eingemeindet wurden.
Innenstadt
Der älteste Viertel Heidelbergs ist die Altstadt. Er befindet sich auf der Südseite des Neckars und beinhaltet den historischen Kern der Stadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs, wie das Heidelberger Schloss, befinden sich in der Altstadt. Wegen ihres reichen kulturellen Erbes bewarb sich Heidelberg 2004 um eine Anerkennung der Historischer Stadtteil als Weltkulturerbe der UNESCO. Gleichermaßen zu diesem Viertel gehören die weiter außerhalb gelegenen Gebiete die Molkenkur, der Kohlhof sowie der Speyerer Hof.
Der sonstige Heidelberger Stadtteil, der zusammen mit der Kernstadt die Stadtmitte bildet, ist das okzidental der Kernstadt gelegene Bergheim. Das ehemalige Dorf Bergheim ist interessanterweise älter als die Altstadt. Überreste menschlicher Ansiedlung möglich machen sich bis in die frühe Steinzeit zurückverfolgen. Bergheim wurde 769 zum ersten Mal im Lorscher Kodex aktenmäßig erwähnt. 1392 wurde das Dorf Bergheim aufgelöst und die Bewohner in die schnell wachsende Residenzstadt Heidelberg zwangsumgesiedelt.
Zentrum
Unmittelbar südwestlich der Heidelberger Zentrum befindet sich die Weststadt, die im Süden in die Südstadt übergeht. Diese Stadtteile entstanden durch das rasche Bevölkerungswachstums Heidelberg während der Industrialisierung sowie nach dem 2. Weltkrieg. In der Südstadt befindet sich der Heidelberger Bergfriedhof, auf dem diverse berühmte Persönlichkeiten beigesetzt sind. Besonders erwähnenswert ist weiterhin das Mark-Twain-Village der Südstadt, in dem US Soldaten mit ihren Angehörigen wohnen. In naher Futur werden die West- und Südstadt wohl weiter expandieren: Der sich zur Zeit in Gründung befindende Viertel Bahnstadt schließt sich im Europa an die Weststadt an.
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|---|---|
| 1891 | Neuenheim | 497 |
| 1903 | Handschuhsheim | 1.546 |
| 1920 | Wieblingen | 966 |
| 1920 | Kirchheim | 1.375 |
| 1927 | Rohrbach | 1.140 |
| 1920/35 | Grenzhof | 445 |
| 1. Januar 1975 | Ziegelhausen | 1.475 |
Süden
Weiter südlich liegt der Kiez Rohrbach mit dem Hasenleiser und dem Bierhelder Hof. Nach Südosten wird Heidelberg durch die beiden noch jungen Stadtteile Boxberg und Emmertsgrund abgeschlossen.
Westen
Der größte und am schnellsten wachsende Viertel Heidelbergs ist Kirchheim. Kirchheim bildet den südwestlichen Teil Heidelbergs und wurde 1920 eingemeindet. Gleichermaßen zu Kirchheim gerechnet werden der Kirchheimer Hof, das Patrick-Henry-Village (eine 1947 gegründete Niederlassung der US-Army), der Pleikartsförster Hof sowie Neurott.
Am westlichen Rand von Heidelberg befindet sich der Pfaffengrund. Er lässt sich in ein nördlich gelegenes Gewerbegebiet und ein Wohnviertel im Süden aufteilen. Der Name Pfaffengrund leitet sich von von dem mittelalterlichen Flurnamen ab, die Gegend selbst wurde bis 1920 als Ackerland verwendet.
Weiter nördlich liegt Wieblingen mit dem Grenzhof und dem Ochsenkopf. Ebenso wie Kirchheim und der Pfaffengrund wurde Wieblingen 1920 ein Kiez Heidelbergs. Urkundklich erwähnt wurde Wieblingen erstmalig im Lorscher Kodex im Im Jahre767.
Norden
Gegenüber der Innenstadt, auf dem nördlichen Ufer des Neckars, liegt der Ortsteil Neuenheim. Die Entwicklung Neuenheims begann schon in der vorrömischen Zeit; im Jahre 1891 wurde es eingemeindet. Es ist der erste Ortsteil Heidelbergs, der durch Eingemeindung einer schon bestehenden Niederlassung Teil des Stadtgebiets wurde. Besonders erwähnenswert ist das Neuenheimer Feld, in dem sich der neue Campus der Ruprecht-Karls-Universität befindet.
Weiter nördlich liegt Handschuhsheim, welches manche Jahre nach Neuenheim, im Jahre 1903, eingemeindet wurde. Der Name Handschuhsheim geht vermutlich auf einen Gutsbesitzer im Frühmittelalter zurück.
Osten
Im Osten, auf der Südseite des Neckars liegt Schlierbach. Es wurde 1245 zum ersten Mal aktenmäßig erwähnt. Die Gegend zählt dieser Tage zu den gehobenen Wohngegenden Heidelbergs.
Auf der anderen Neckarseite liegt Ziegelhausen mit dem Peterstal. Ziegelhausen wurde einige Jahre vor Schlierbach aktenmäßig erwähnt, im Jahre 1220. Die Gegend wurde vermutlich schon schon zu römischer Zeit besiedelt.
Sonstige Gebiete
Zu sich verständigen auf Stadtteilen gehören noch weitere, kleine, separat gelegene Wohnplätze und Gehöfte.
Geschichte
Vorgeschichte
Der Unterkiefer eines Homo heidelbergensis wurde auf dem Gebiet der Stadt Mauer in der Nähe Heidelbergs gefunden. Das Alter des Knochens wird auf etwa 600.000 Jahren geschätzt. Der Unterkiefer befand sich grob 24 M Tiefe in einer Sandgrube und wurde 1907 zufällig durch den Sandgräber Daniel Hartmann entdeckt. Da es sich bei dem Fund um Überreste eines bis nachher unbekannten Vorläufers des modernen Homo sapiens handelte, wurde die neue Sorte nach der Gemarkung Heidelberg benannt. Der Homo heidelbergensis ist der direkte Vorfahre des bekannten Neandertalers.
Um 1000 v. Chr. ließen einander Kelten im Raum Heidelberg nieder. Auf dem Hauptgipfel des Heiligenbergs befindet sich auch dieser Tage noch eine doppelte keltische Ringwallanlage, die von der frühen Kolonisation zeugt. Vermutlich befand sich hier auch ein keltisches Heiligtum. Die Befestigung wurde wahrscheinlich zum Schutz gegen die um 400 v. Chr. vordringenden Germanen angelegt. Ausgrabungen belegen, dass hier einsetzend um 500 v. Chr. Eisenerz abgebaut und verhüttet wurde.
Antike
So weit wie Beginn der römischen Zeit war der Raum Heidelberg politischer, religiöser und kultureller Mittelpunkt der Region. Um 200 v. Chr. verlagerte sich das Zentrum in das römische Lopodunum, dem heutigen Ladenburg. Die Gegend wurde jedoch weiterhin intensiv genutzt - auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Neuenheim befanden sich römische Kastelle sowie eine florierende Töpferindustrie. Die keltische Niederlassung auf dem Heiligenberg wurde von den neuen Besitzern in ein Merkurheiligtum umgewandelt. Die auf Höhe der Ziegelgasse nachgewiesene Furt war nicht ganzjährig benutzbar, zeitweise führte daher eine winterfeste Pfahlbrücke vor dem Zusammenfluss mit dem Rhein über den Neckar.
Die Römer wurden schließlich im 3. Jahrhundert von den Alemannen zurückgedrängt. Im 6. Jahrhundert entstanden die fränkischen Dörfer Neuenheim und Bergheim, die auch in diesen Tagen noch als Stadtteile Heidelbergs weiterexistieren.
Mittelalter
Seit dem frühen MA befand sich auf dem hinteren Gipfel des Heiligenberg das Michaelskloster, eine Probstei des Klosters Lorsch. Es wurde von den Karolingern im 9. Jahrhundert unter Einbezug des römischen Merkurheiligtums errichtet.
Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Anno 1196. Diverse der umliegenden Gemeinden und Ortsteile sind allerdings erheblich älter. Einige von ihnen werden im Lorscher Codex erstmalig aktenmäßig erwähnt (Handschuhsheim und Neuenheim 765, Rohrbach 766, Kirchheim und Wieblingen 767, Bergheim 769) und wurden demnach im 6. bis 8. Jahrhundert besiedelt. Nördlich von Handschuhsheim liegt die Wüstung Hillenbach, die zwischen 767 und etwa 1300 besiedelt war.
Die Universität wurde im Im Jahre1386 gegründet. Sie ist damit die älteste Universität auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland.
Seitdem 1225 (unter Herzog Ludwig I. von Bayern) bis in die frühe Neuzeit war Heidelberg Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein, die zu den weltlichen deutschen Kurfürsten zählten. Die historische Bezeichnung für deren Herrschaftsgebiet war Kurpfalz.
Neuzeit
Von der ersten Phase des Dreißigjährigen Kriegs war auch Heidelberg betroffen: Nachdem Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz ("Winterkönig"), 1619 als böhmischer Gegenkönig gewählt, 1620 in der Schlacht am Weißen Berge geschlagen wurde, eroberte Tilly als Heerführer der Katholischen Liga 1622 Heidelberg und erbeutete die Bibliotheca Palatina. Sie wurde von Herzog Maximilian I. (Bayern) 1623 an Patriarch von AlexandriaGregor XV. verschenkt und der Bibliotheca Vaticana einverleibt.
Heidelberg wurde wieder am 2. März 1689 (und noch einmal 1693) im Zuge des französisch-pfälzischen Erbfolgekriegs erobert und durch die Franzosen unter General Mélac verwüstet. Dabei wurden die Kernstadt und das Schloss zum Teil zerstört. Letzteres gehört seitdem zu den global berühmtesten romantischen Schlossruinen und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands überhaupt. In der Kernstadt blieb einzig das heutige Hotel Ritter unversehrt, da es im Hab und Gut eines französischstämmigen Hugenotten war.
Anno 1720 wurde die Wohnsitz des Kurfürsten nach vergeblichen Wiederaufbauversuchen nach Mannheim verlegt. 1763 wurde die Kurpfälzische Alma Mater gegründet.
Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam Heidelberg mit der gesamten rechtsrheinischen Pfalz an das Kurfürstentum (ab 1806 Großherzogtum) Baden. 1808 wurde die Gemeinde Sitz des Stadtamtes Heidelberg. Nahe gab es noch ein Ober- und ein Unteramt Heidelberg, welche 1813 zum Landamt Heidelberg vereinigt wurden. Stadtamt und Landamt Heidelberg wurden 1826 zum Oberamt Heidelberg zusammengeschlossen, aus dem 1863 das Bezirksamt Heidelberg hervorging, welches 1924 um die Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Eberbach erweitert wurde.
1840 wurde mit dem Teilstück Mannheim - Heidelberg der Badischen Hauptbahn die erste Eisenbahnlinie in Baden eröffnet. 1846 entstand in Heidelberg die erste Freiwillige Feuerwehr.
1860 wurde das Gebäude zum ersten Mal „bengalisch“ beleuchtet (auch noch dieser Tage beginnt jedes Schloss-Feuerwerk so).
Um 1900 kam es zu Restaurierungen und historisierenden Vergrößerungen des Schlosses. 1930 ermöglichsten Dotieren von US-Bürgern die Grundsteinlegung für die Neue Universität (Hörsaalgebäude).
Aus den Bezirksämtern Heidelberg und Wiesloch wurde 1938 der Landkreis Heidelberg gebildet, der bis 1972 bestanden hat. 1939 schied die Gemarkung Heidelberg aus dem Landkreis Heidelberg aus und wurde eine kreisfreie Stadt, blieb aber weiterhin Sitz der Kreisverwaltung.
Siehe auch: Kurpfalz
Die Zeit des Nationalsozialismus
Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 begann in Deutschland eine Zeit der organisierten Benachteiligung und Verfolgungsjagd von Juden und anderen "nichtarischen" Mitbürgern. Schon zum 1. April jenes Jahres riefen Nationalsozialisten zum Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen auf. Manche Tage später, am 5. April 1933, gab Reichskommissar Robert Wagner in vorauseilendem Gehorsam den "badischen Judenerlass" heraus, zwei Tage vor den entsprechenden Reichsgesetzen. Er leitete die Zwangsbeurlaubung aller "nichtarischen" Beamten ein. Trotz die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg schriftlich gegen die Ausschließung ihrer jüdischer Kollegen protestierte, wurden am 7. April 1933 alle "Nichtarier" im öffentlichen Tätigkeit gegen ihren Willen in den Pension geschickt. Bis 1940 verlor die Universität Heidelberg 59 habilitierte Professor aus rassischen oder politischen Gründen. Dies entspricht rund 29 % des gesamten damaligen Lehrpersonals. Die Ausgrenzung jüdischer Mitbürger beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Berufsausübung: So schloss der Stadtschulrat und NSDAP Kreisleiter Wilhelm Seiler 1935 alle jüdischen Blagen vom Ausbildung an Volksschulen im Stadtgebiet aus. Mit dem reichsweiten Erlass der Nürnberger Gesetze am 15. September 1935 verloren Juden vollends alle politischen Rechte im Deutschen Reich.
Am Tageszeit des 9. November 1938 erreichten die Ausschreitungen gegen Juden einen neuen Höhepunkt. In dieser Nacht brannten Heidelberger Bürger die Synagogen in Heidelberg und Rohrbach nieder; der orthodoxe Betsaal in der Plöck wurde gleichermaßen zerstört. Am nächsten Tag begann die systematische Ausweisung Heidelberger Juden mit der Verschleppung 150 jüdischer Mitbürger in das Konzentrationslager Dachau. Etwa zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, fand die "Wagner-Bürckel-Aktion" statt. Etwa 280 Juden aus Heidelberg sowie sonstige 114 aus den Gemeinden des Landkreises wurden in das Internierungslager Gurs deportiert. In der Gesamtheit 6504 der in Baden, der Pfalz und dem Saarland lebende Juden wurden in dieser ersten Massendeportation verschleppt. Drei Viertel der deportierten Juden kamen im Lager Gurs ums Leben, jede Menge der Älteren schon schon im ersten Winterzeit 1940/41.
Siehe auch: Zeit des Nationalsozialismus, Novemberpogrome 1938
Nach dem 2. Weltkrieg
Heidelberg überstand als eine der wenigen deutschen Großstädte den 2. Weltkrieg auf Kante genäht unversehrt. Die Gemeinde wurde Standort der US-Army und hoher Kommandostellen der US-Army und der NATO. Der hohe amerikanische Bevölkerungsanteil trug zu einer neuen Völkerfreundschaft zwischen beiden Ländern bei. Der Rundfunkstation des AFN tat ein übriges.
Bei einem der ersten Terroranschläge der RAF am 24. Mai 1972 auf das Europahauptquartier der US-Armee in Heidelberg wurden drei US-Soldaten getötet und fünf verletzt.
Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Heidelberg mit dem Landkreis Mannheim zum heutigen Rhein-Neckar-Kreis vereinigt. Er umgibt die Gemarkung vollständig. Heidelberg selbst blieb eine kreisfreie Stadt.
Der Durchgangsverkehr wurde aus Bergheim hervor an den Neckar verlegt. Die Straßenbahn in der Hauptstraße wurde mit deren Metabolismus in eine Fußgängerzone eingestellt. Erste Hochhäuser wurden gebaut: Menglerbau, Schwesternhochäuser, Studentenwohnheim, Print Media, Science-Tower der SRH (neue FH-Heidelberg). Verkehrsbauten beeinflussten das Stadtbild nachdrücklich.
Zur Zeit bemüht sich Heidelberg für das Gesamtbild von Altstadt und Schloss um den Eintrag ins Weltkulturerbe durch die Unesco.
Religionen
Christentum
In Heidelberg wurde schon sehr früh die Reformation eingeführt. Erst einmal war die Bevölkerung eher Martin Luther zugetan, doch führte Kurfürst Ottheinrich 1556 das reformierte Geständnis nach Johannes Calvin ein, 1563 entstand der für alle reformierten Gläubigen wegweisende „Heidelberger Katechismus“. Über nachhaltig war Heidelberg somit eine protestantische Stadt. Im 17. Jahrhundert wurde die Ort partiell rekatholisiert, die katholische Fürstenfamilie siedelte zu diesem Zweck (Gegenreformation) Jesuiten an. Doch blieb das reformierte besser gesagtlutherische Beichte vorherrschend. Die Hauptkirche (Heiliggeistkirche) wurde bis 1930 durch eine Wand zwischen den Konfessionen geteilt.
Allmählich machte die katholische Bevölkerung jedoch fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus.
1821 wurde im Großherzogtum Baden die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden durchgeführt. Dieser Tage gehören die protestantischen Gemeinden, sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören, zum Dekanat Heidelberg innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Heidelberg der Erzdiözese Freiburg.
Judentum
Gegen die jüdischen Bewohner der Gemarkung kam es schon vor der Zeit des Nationalsozialismus gelegentlich, wie 1819 zu Ausschreitungen. Mit dem Bergfriedhof wurde auch ein neuer jüdischer Gottesacker angelegt, der auch den Nationalsozialismus überstanden hat. 1938 wurden die Synagogen und verschiedene Privathäuser zerstört. Angebracht der Wagner-Bürckel-Aktion, in der über 6000 Juden aus Schwimmen und der Saarpfalz nach Grande Nation deportiert wurden, wurden am 22. Oktober 1940 auch 282 Heidelberger Juden in das Internierungslager Gurs verschleppt. Die meisten deportierten Heidelberger wurden danach in Auschwitz ermordet. Seit 1990 gibt es wiederum eine Synagoge in der Gemeinde (einer liberalen Reformgemeinde). Daneben der Universität und mit ihr verbunden, gibt es eine Hochschule für Jüdische Studien. Sie bietet ein breites Fächerspektrum und ermöglicht auch die Ausbildung zum Rabbiner.
Sonstige
Anliegend diesen gibt es eine Menge weiterer Glaubensgemeinschaften beispielsweise Alt-Katholiken, Baptisten, Brüdergemeinde, Mormonen, Neuapostolische Kirche.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl der Gemarkung Heidelberg überschritt 1946 die Grenze von 100.000, womit sie zur Großstadt wurde. Sie ist eine Gemeinde mit internationaler Bevölkerung - davon eine der größten US-amerikanischen Gemeinden außerhalb Nordamerikas, die allerdings in der Heidelberger Einwohnerstatistik nicht geführt wird. Ende Dez. 2004 zählte Heidelberg (ohne Angehörige der US-Armee und deren Angehörige) nach amtlicher Weiterführung 143.123 Bürger mit Hauptwohnsitz - historischer Höchststand.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter respektive der Stadtverwaltung selbst. Die Informationen beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
| Bild:Heidelberg Gemeinderat Sitzverteilung 2006.png | |||||
| Wahlergebnisse der Gemeinderatswahlen | |||||
| 1999 | 2004 | 2006 ¹ | |||
| Politische Kraft | Stimmen | Sitze | Stimmen | Sitze | Sitze |
| CDU | 32,5% | 14 | 25,9% | 11 | 10 |
| SPD | 22,6% | 10 | 21,6% | 9 | 10 |
| GAL | 14,5% | 6 | 21,4% | 9 | 8 |
| HD'ler | 13,1% | 5 | 10,6% | 4 | 4 |
| FDP | 4,4% | 2 | 6,8% | 3 | 3 |
| FWV | 5,1% | 2 | 4,5% | 2 | 3 |
| gen.hd | 0,5% | 3,2% | 1 | 1 | |
| Bunte Linke | 3,1% | 1 | 1 | ||
| Zusätzliche | 7,4% | 1 | 2,8% | 0 | |
| Wahlbeteiligung | |||||
| 48,7% | 50,5% | ||||
¹ Zusammensetzung nach zwei Fraktionswechseln seit der Wahl 2004.
Stadtoberhäupter und Gemeinderat
An der Spitze der Stadtverwaltung in Heidelberg stand als herrschaftlicher Staatsdiener über stark der Stadtschultheiß, der seither 1717 den Titel Gemeindevorsteher trug. Nach dem Übergang an Schwimmen trug das Stadtoberhaupt zunächst den Titel Oberbürgermeister, ab 1819 Gewinner Bürgermeister und ab 1875 nochmals Oberbürgermeister.
Die Bürgermeister von 1701 bis 1884 finden sich auf der Seite Persönlichkeiten von und zu Heidelberg.
Die Stadtoberhäupter seither 1900:
- 1885 - 1913: Carl Wilckens
- 1914 - 1928: Ernst Walz
- 1928 - Apr. 1945: Carl Neinhaus
- April - September 1945: Friedrich Josef Amberger (kommissarisch)
- 1945 - 1946: Ernst Walz jun.
- 1946 - 1952: Hugo Swart
- 1952 - 1958: Carl Neinhaus
- 1958 - 1966: Robert Weber
- 1966 - 1990: Reinhold Zundel (bis 1980 SPD)
- 1990 - 2006: Beate Weber (SPD)
Die nächste Oberbürgermeisterwahl, bei der die Amtsinhaberin Beate Weber nimmer übernehmen wird, findet im Saison 2006 statt.
Der Gemeinderat besteht aus 40 ehrenamtlichen Mitgliedern und dem Oberbürgermeister als Vorsitzenden. Der Rat wird jedes Mal für die Intervall von fünf Jahren gewählt. Aufgabe des Gemeinderates ist, zusammen mit dem im Rat stimmberechtigten, aber separat gewähltem Oberbürgermeister über alle Angelegenheiten der Ort zu entscheiden. Der Rat kontrolliert die Stadtverwaltung und überwacht die Durchsetzung seiner Beschlüsse.
Sonstige Gremien
Bezirksbeirat
Die Vertretung der 14 Stadtteile und Gemeindebezirke wird durch die Bezirksbeiräte in den Stadtteilen gewährleistet. Sie sollen ein bürgernahes Funktionieren der Stadtverwaltung sicherstellen. Die Mitglieder des jeweiligen Bezirksbeirats dienen als Ansprechpartner für Probleme direkt vor Ort. Sie werden verhältnismäßig durch die Fraktionen des Gemeinderats benannt. Sie werden von der Stadtverwaltung bei vielen Fragen gelehrt und einbezogen. Der Bezirksbeirat hat eine beratende Funktion für den Gemeinderat der Gemeinde und tagt regelmäßig mindesten dreimal im Jahr.
Ausländerrat/Migrationsrat
Seit 1989 tagt der Ausländerrat/Migrationsrat. Der Ausländerrat arbeitet mit allen ausländischen und deutsch-ausländischen Vereinigungen der Ort Heidelberg zusammen. Seit 2003 ist er auch für Migranten zuständig, was sich in der Namenserweiterung widerspiegelt. Der Ausländerrat/Migrationsrat vertritt die Interessen ausländischer Bevölkerung gegenüber dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung.
Jugendgemeinderat
Im Nov. 2005 wurde zum ersten Mal der Heidelberger Jugendgemeinderat (JGR) gewählt. Er setzt sich aus generell 30 Schülern aus Heidelberger Schulen zusammen und wird für die Zeitdifferenz von zwei Jahren von allen Heidelberger Schülern gewählt. Mitglieder dürfen zum Wahlzeitpunkt nicht älter als 19 Jahren sein. Die Sitze verteilen sich auf die Schultypen wie folgt: 5 Haupt- oder Förderschüler, 5 Realschüler, 10 Gymnasiasten sowie 10 Berufsschüler. Der JGR hat beratende Mitglieder im Jugendhilfe-, Kultur-, Sportart und Stadtentwicklungsausschuss. Der Jugendgemeinderat löste den bisherigen Jugendrat ab, der 1999 gegründet und vor ... ausschließlich von den Heidelberger Schülersprecherinnen und -sprechern gewählt wurde. Die Initiative zur Verbessertes Modell des Modellprojekts Heidelberger Jugendrat und der Einrichtung eines Jugendgemeinderates ging von den Mitgliedern des Jugendrates selbst aus. Sie strebten damit eine stärkere Zuarbeit im Gemeinderat und seinen Ausschüssen an.
Dezernate
Die Verwaltung der Ort ist wohlbehalten von vier Dezernaten organisiert, welche für die Arbeitsbereiche Allgemeine Verwaltung, Bauen und Sport, Soziales, Schule und Kultur und Umwelt und Energie zuständig sind. In der Gesamtheit 38 Ämter und Referate sind den Dezernaten zugeordnet. Jedes Dezernat wird von einem Bürgermeister geleitet.
Ombudsmann
Der inzwischen zweite Bürgerbeauftragte ist Hans-Ulrich Tzschaschel. Heidelberg hat als einzige Gemarkung Deutschlands einen ehrenamtlichen, von der Verwaltung völlig unabhängigen Bürgerbeauftragten (Ombudsmann). Der Bürgerbeauftragte kann in laufenden Verwaltungsverfahren von der Verwaltung Auskünfte und Einsicht in Akten und Angaben verlangen. In Verfahren kann der Bürgerbeauftragte nicht eingreifen.
Wappen
Das Wappen der Ort Heidelberg zeigt in Schwarz auf grünem Dreiberg schreitend, den rot bewehrten, rot bezungten und rot gekrönten goldenen kurpfälzischen Löwen. Das Wappenbild wurde in seiner heutigen Form 1898 von der Ort spekulativ und wird in der heutigen stark stilisierten Form seitdem 1969 geführt. Die Stadtfarben sind schwarz-gelb.
Der Löwe ist das Wappentier der Pfalzgrafen, da Heidelberg lange Residenzstadt der Kurpfalz war. Der Dreiberg spielt wohl auf den Namen der Gemeinde an und ist insoweit ein so genanntes redendes Symbol. Zeitweise war dieser Dreiberg auch nicht im Wappenbild abgebildet.
| Bild:Logo heidelbergensis.svg
(TID 604558) | Nahe gibt es seit verständigen auf Jahren auch ein modernes Logo für das städtische Corporate Design: Im weißen Vierling drei markanten Linien für Burg, Fluss und Brücke in den Farben Blau und Rot (Entwurf von Erwin Poell). |
Städtepartnerschaften
Heidelberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
| Bild:Flag of France.svg
(TID 604558) | Montpellier, Frankreich, seit 1961 |
| Bild:Flag of the United Kingdom.svg
(TID 604558) | Cambridge, Großbritannien, seit 1965 |
| Bild:Flag of Israel.svg
(TID 604558) | Rehovot, Israel, seit 1983 |
| Bild:Ukraine flag 300.png
(TID 604558) | Simferopol, Ukraine, seit 1991 |
| Bild:Flag of Saxony (state).svg
(TID 604558) | Bautzen, Sachsen, seit 1991 |
| Bild:Flag of Japan.svg
(TID 604558) | Kumamoto, Japan, seit 1992 |
Außerdem gibt es in Heidelberg ein Amerika-Haus (DAI, Deutsch-Amerikanisches Institut) und ein Montpellier-Haus in der Kernstadt in der Kettengasse. In Montpellier gibt es entsprechend ein Heidelberg-Haus.
Die Stadt als Namenspate
Wegen ihrer historischen Signifikanz dient die Ort Heidelberg häufig als Namenspate. So benannte die Lufthansa in ihrer Geschichte schon vier Flugzeuge nach der Gemarkung am Neckar: Zuletzt 1990 einen Airbus A320-200 für 139 Passagiere. Einige Schiffe der Bundesmarine sowie ein ICE-Zug der Deutschen Bahn tragen im gleichen Sinne den Namen Heidelberg.
Ein etwa 600.000 Jahre alter Unterkiefer eines bis nachher unbekannten Vorläufer des Volk wurde 1907 auf dem Land der Gemeinde Mauer bei Heidelberg gefunden. Die neue Sorte wurde Homo heidelbergensis, nach der Gemeinde Heidelberg, benannt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen
Jahrhundertelang war Heidelberg eine 'Residenz des Geistes'. Auch dieser Tage noch ist die Universitätsstadt das Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum der Region Rhein-Neckar: Im Im Jahre2004 arbeiteten 81,8% aller Volk im Dienstleistungssektor, ungefähr ein Viertel von ihnen - rund 18% - sind an der Universität Heidelberg oder einer angegliederten Forschungseinrichtung beschäftigt. Das Verlagswesen ist eine zusätzliche bedeutende Quelle von Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich. Allein 18,0% arbeiteten im produzierenden Gewerbe, und mit gerademal 0,2% aller Arbeitsplätze ist die Forstwesen in Heidelberg völlig bedeutungslos.
Die dominierende Rolle des Dienstleistungssektors ist jedoch nicht nur geschichtlich bedingt, seine Bedeutung hat in den vergangenen Jahren wenn schon noch kontinuierlich zugenommen. So ist die Gesamtzahl der Arbeitsplätze zwischen 1970 und 2004 von 70.100 auf 97.500 angewachsen, gleichzeitig hat die Zahl der Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe jedoch von 28.000 auf 17.550 stark abgenommen. Mit dieser Entwicklung folgte Heidelberg dem selben Richtung wie zahlreiche übrige deutsche Großstädte auch.
Mit einer Arbeitslosenquote von 8,5% wies Heidelberg im Anno 2004 den drittniedrigsten Wert unter den baden-württembergischen Stadtkreisen auf. Im historischen Vergleich ist dieser Wert jedoch ungewöhnlich hoch für Heidelberg, 1970 lag die Arbeitslosenquote unter 3%. Der Grund für diese Entwicklung war die wirtschaftlich schlechte Lage Deutschlands.
Nur 39% der Arbeitsplätze im Stadtgebiet wurden 2004 von einem Heidelberger eingenommen. Die Plural der Angestellten lebt außerhalb des Stadtgebiets. Die Zahl der Berufspendler hat sich seither 1970 von 28.600 auf rund 59.600 über verdoppelt. Da die meisten Pendler ein motorisiertes Individualverkehrsmittel handhaben hat die Verkehrsbelastung in diesem Zeitspanne extrem stark zugenommen.
Ansässige Unternehmen
In der Gemarkung sind zig bedeutende Unternehmen ansässig, unter anderem die Heidelberger Druckmaschinen AG (Markenname Heidelberg), die HeidelbergCement (HZAG), der Finanzdienstleister MLP AG, der Wissenschaftsverlag Springer und der Softwaredienstleister SAS Institute. Im Gesundheitssektor sind die Wohlfahrtsverbände als Brötchengeber zu nennen. Der größte Brötchengeber der Region ist die Universität Heidelberg mit einem großen Klinikum.
Verkehr
Fernverkehr
Durch das westliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A 5 (Frankfurt am Main–Karlsruhe), die im Nordwesten der Gemarkung die Fernverkehrsstraße A 656 (nach Mannheim) kreuzt. Im Süden kreuzt die A 6 von Saarbrücken über Mannheim, Heilbronn und Nürnberg nach Waidhaus an der deutsch-tschechischen Staatsgrenze.
Obendrein durchziehen die Bundesstraßen B 3 (Frankfurt am Main - Karlsruhe), B 37 Mannheim–Eberbach und B 535 Schwetzingen–Heidelberg die Stadt. Ab 2010 dürfen wegen der Feinstaub-Belastung in Heidelberg nur noch KFZ fahren, die die EURO-2-Norm erfüllen.
Im Fernverkehr ist Heidelberg mit den ICE der Linie Stuttgart–Köln (L 45, zweistündlich), Zürich–Frankfurt am Main (L 87, einzelne Züge) und mit den ICE Stuttgart–Hamburg (L 20, einzelne Züge) erreichbar, sowie mit ECs/ICs der Linie Salzburg–Frankfurt (L 62, zweistündlich), Stuttgart–Dortmund (L 60, zweistündlich) und ICs Karlsruhe–Stralsund (L 26, zweistündlich).
Nahverkehr
Der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Heidelbergs ist der Bismarckplatz. Etliche Hauptverkehrsadern der Ort gegen den Wind segeln sich hier, und eine der längsten Fußgängerzonen Europas führt von hier durch die gesamte Heidelberger Altstadt. Der Bismarckplatz ist daher auch ein beliebter Treffpunkt. Ursprünglich befand sich hier auch der Hauptbahnhof. Er wurde 1955 jedoch an den Willy-Brand-Platz verlegt um das Verkehrsaufkommen etwas zu dezentralisieren. Der Willy-Brand-Platz stieg damit zum zweiten wichtigen Verkehrsknotenpunkt Heidelbergs auf.
Seither 1883 gibt es in Heidelberg den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), zu dieser Zeit noch in der Form einer Pferdebahn, die in jenem Jahr an genommen wurde. Hinsichtlich der rasant ansteigenden Transportaufkommens wurde 1901 die erste elektrische Straßenbahn im Raum Heidelberg eingeschaltet genommen. Bis in die 50er Jahre wurde das Straßenbahnnetz Stück für Stück erweitert. Als das schnell beliebter werdende Schlitten die Betreiber des Personennahverkehr vor immer größere Probleme stellte, wurde das Straßenbahnnetz schrittweise zu einem auf die Grundversorgung ausgerichteten Netz zurückgebaut. In jüngster Vergangenheit erlebte die Straßenbahn jedoch eine Renaissance. Zurzeit sind diverse neue Strecken geplant, und zahlreiche Stadtteile und Ortschaften sollen neu an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden. Nunmehr ist die RNV für das Ausüben der Straßenbahn- und Buslinien zuständig. Seither 1989 sind sie alle zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) zu benutzen.
Seit 2003 ist Heidelberg an das Netz der S-Bahn RheinNeckar angeschlossen, die den gesamten Rhein-Neckar-Raum erschließt und Linien bis in die Pfalz und nach Südhessen führt. Eine Anknüpfung an das S-Bahn-Netz nach Karlsruhe ist schon erfolgt. Damit war der Rhein-Neckar-Raum eines der letzten Ballungsgebiete, das eine eigene Lokomotive erhielt. Mit der Planung wurde schon vor Jahrzehnten begonnen, weil sich jedoch drei Bundesländer untereinander koordinieren mussten (Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz) verzögerte sich die Durchführung so lange.
Siehe auch: Nahverkehr in Heidelberg, Bergbahn
Medien
In Heidelberg erscheint als Tageszeitung die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). Sie hat etliche Lokalausgaben. Die Gemeinde gibt ein wöchentliches Amtsblatt, das Stadtblatt, heraus. Als Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender erscheint heidelberg aktuell.
Heidelberg ist Standort einiger Rundfunk-Sendeanlagen. Nahe dem Fernsehturm des SWR auf dem Königstuhl bei 8° 43' 46" östlicher Länge und 49° 24' 16" nördlicher Weite gibt es auch die direkt benachbarte Sender der Deutschen Telekom AG und der gegen Erde isolierte, abgespannte Sendemast des AFN im Ortsteil Wieblingen bei 8° 38' 42" östlicher Länge und 49° 25' 57" nördlicher Breite, der zur Verbreitung von AFN-Programmen auf der MW-Frequenz 1143 kHz und der UKW-Frequenz 104,6 MHz dient. Der Süddeutsche Funk (heute Südwestrundfunk) unterhielt lange Jahre ein Regionalstudio, das inzwischen seinen Sitz in Mannheim hat. Auch gibt es das Rhein-Neckar Fernsehen als lokalen Fernsehsender. Seit Beginn der neunziger Jahre entwickelte sich auch seitens der Studentenschaft reges Interesse, mit eigenen Medien vertreten zu sein. Nahe der Studierendenzeitung Ruprecht, sendet auf UKW 105,4 MHz das Campusradio Rhein-Neckar, RadioAktiv. Heidelberger Studenten engagieren sich gemeinsam mit Kommilitonen aus der Nachbarstadt Mannheim, um den Radiobetrieb aufrecht zu erhalten und die Studentenschaft mit Tonkunst und News vom Universitätsgelände zu versorgen.
Gerichte, Behörden und Einrichtungen
In Heidelberg gibt es ein Amtsgericht und ein Landgericht, die alle beide zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehören. Ein Arbeitsgericht gehört zum Landesarbeitsgericht Mannheim.
Als Teil der freiwilligen Gerichtsbarkeit fungiert ein staatliches Notariat.
Darüber auf ist sie Sitz des Kirchenbezirks Heidelberg der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Heidelberg des Erzbistums Freiburg.
Militärische Einrichtungen
Das deutsche Hauptquartier der US-Heeresstreitkräfte ist in den Campell Barracks (V US-Corps Headquarters) ansässig. Auch in der näheren Umgebung befinden sich zahlreiche amerikanische Militäreinrichtungen.
Siehe auch: Liste ausländischer Militärbasen in Deutschland
Bildung und Forschung
Universität, Hochschulen, Seminar
Heidelberg ist weit über die Region auf bekannt für seine Bildungseinrichtungen. Die renommierteste von ihnen ist unstrittig die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie wurde 1386 gegründet und ist die älteste Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Ihr Unigelände ist aufgeteilt auf zwei Stadtgebiete sowie zig Einzelgebäude: In zahlreichen historischen Gebäuden in der Altstadt befinden sich die Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften. Die Naturwissenschaften und Medizin sind zum überwiegenden Teil auf dem neuen Universitätsgelände im Neuenheimer Feld angesiedelt.
1904 wurde die Pädagogische Hochschule Heidelberg gegründet. Nach mehreren Ausbauten und Umbenennungen wurde sie 1971 schließlich eine wissenschaftliche Universität mit dem heutigen Namen.
Mit der Akademie für Kirchenmusik Heidelberg verfügt Heidelberg gleichfalls über ein auf Tonkunst spezialisiertes Institut. Es öffnete seine Tore erstmalig 1931 als Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Baden.
1979 wurde die Alma Mater für Jüdische Studien Heidelberg gegründet. Es verfügt über 9 Teilbereiche der Gottesglauben und Kultur des Judentums.
Erst manche Jahre alt ist die Fachhochschule Heidelberg. Das private Institut der SRH-Gruppe (Stiftung Reha Heidelberg) wurde 1992 gegründet und ist staatlich anerkannt. Es befindet sich im "Science Tower" im Ortsteil Wieblingen.
Heidelberg hat auch ein Staatliches Training für Unterrichtslehre und Lehrerbildung (Gymnasien und Sonderschulen).
Forschung
In Heidelberg gibt es eine Heer von Forschungsinstituten namentlich für Biowissenschaften.
Die wichtigste Trägergesellschaft in der Heidelberger Forschungslandschaft ist die Universität Heidelberg. Unter Ihrem Dach befinden sich etliche Institute wie das Biochemie Zentrum Heidelberg (BZH), das Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften (IZN), das Interdiszipläre Zentrum für wissenschaftliches Rechnen (IWR), das Südasien Institut (SAI), das Heidelberg Center for American Studies (HCA), das Heidelberg Center Lateinamerika sowie das Zentrum für Weltraumforschung Heidelberg (ZAH).
Die wohl bekanntesten Institute sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), gegründet1964 und das Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH), gegründet 1983. Alle beide Institute haben sich der biologischen Grundlagenforschung verschrieben und gehören zu den renomiertesten deutschen Forschungseinrichtugen.
Gleichermaßen in Heidelberg ansässig ist die Zentraleinrichtung des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), gegründet 1974, Außenstellen befinden sich u.a. in Monterotondo (Italien), Hinxton (England), Grenoble (Frankreich) und Hamburg. Es wird von 18 europäischen Staaten betrieben und gehört zu den global bekanntesten biologischen Forschungseinrichtungen.
Mit gleich vier Instituten bildet Heidelberg einen regionalen Kern der Max-Planck-Gesellschaft. Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Max-Planck-Institut für Kernphysik, das Max-Planck-Institut für Kosmologie sowie das Max-Planck-Institut für medizinische Wissenschaft sind hier angesiedelt.
Übrige Forschungsanstalten sind die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau, die Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie das European Media Laboratory (EML), ein privates Forschungsanstalt für angewandte Informatik.
Schulen
Es gibt verschiedene Grund-, Haupt- und Realschulen (staatlich und privat) sowie Berufs- und Sonderschulen. In Heidelberg finden sich, bedingt durch den großen Akademikeranteil an der Gesamtbevölkerung (der größte Brötchengeber ist die Universität!), eine hohe Zahl von Gymnasien. Über 52 % aller Schüler der Gemarkung sind Gymnasiasten.
Schulen besonderer Prägung sind die Freie Waldorfschule Heidelberg (privat) und die Internationale Gesamtschule Heidelberg (IGH) (staatlich). Die IGH ist eine additive Gesamtschule, die mit zwei weiteren Gesamtschulen im Baden-Württembergschen Schulgesetz als Schule außerordentlicher Prägung namentliche Erwähnung findet. An beiden Schulen kann man das Abitur ablegen. Im gleichen Sinne eine besondere Prägung hat die private Heidelberg Weltumspannend School (HIS) in Wieblingen, die noch im Aufbau von 4. Lebensjahr bis zum Abitur nach der 12. Klasse ist. 2005 war die Klasse 9 erreicht. Die Unterrichtssprache ist Engl. und es wird Schulgeld erhoben. In der Nähe von Heidelberg exisitiert in Heppenheim die freie Odenwaldschule, ein Landerziehungsheim, das als Modellschule seit vielen Jahren von überregionalem Interesse ist.
Erwähnenswert ist anliegend der Volkshochschule auch die Musik- und Singschule der Gemarkung Heidelberg mit einem interessanten Aufführungsort, dem Johannes-Brahms-Saal. Außerdem gibt es die Hotelfachschule und diverse private berufsbildende Schulen wie das bfw und die F+U-Schulen. Benachbart diesen Schulen finden sich auch außerschulische Bildungseinrichtungen, etwa das Life-Science Lab, ein Schülerlabor der Helmholtz-Gemeinschaft am Deutschen Krebsforschungszentrum.
Eine Besonderheit in der Bildungslandschaft ist die Hochschule für Ältere. Dort wird von Älteren (60 Jahre und älter) ein sehr breites Spektrum an Bildungsangebote für Ältere gestaltet. Man kann es sich wie eine Art Abendschule vorstellen. Daneben großen Vortragsveranstaltungen gibt es mehrere Seminare. Inzwischen blickt die Einrichtung auf über 15 Jahre Erfahrung von Integration, Herstellung neuer Netzwerke und einer spannenden Zusammenstellung von ehrenamtlichem Engagement und Politikteilhabe zurück.
Die Liste Heidelberger Schulen bietet eine Übersicht über alle Schulen der Gemeinde Heidelberg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten
Heidelberg ist eine der wenigen deutschen Großstädte mit einer weitgehend erhaltenen barocken Altstadt in mittelalterlichen Proportionen, da diese während des Zweiten Weltkriegs von Bombardierungen verschont blieb. In der Altstadt, die mit 1,6 km Länge eine der längsten Fußgängerzonen Europas hat, befindet sich auch der Großteil der Sehenswürdigkeiten.
Die Wahrzeichen der Stadt
Das Heidelberger Schloss ist das bedeutsamste Emblem der Stadt.Seit seiner Zerstörung durch die Franzosen ist es eine Ruine. Das Bau ist als berühmteste Ruine Deutschlands bekannt. Es steht 80 m über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert daher das gesamte Stadtbild. Im Palast befindet sich auch das Große Fass. Berühmte Persönlichkeiten wie Elisabeth Stuart wohnten hier.
Die offizielle Name der Heidelberger "Alten Brücke" ist „Carl-Theodor-Brücke“. Sie gehört zu Deutschlands ältesten Brückenbauten (1248 erstmalig aktenmäßig erwähnt). Die Brücke wurde Ende des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht gesprengt, um die vorrückenden alliierten Truppen aufzuhalten. Schon 1947 war sie jedoch vollständig rekonstruiert worden.
Bedeutende Kirchen
Die Heiliggeistkirche ist die bekannteste Kirche Heidelbergs. Sie steht mitten mittig der Stadt, nur in geringer Entfernung des Heidelberger Schlosses. Mit ihrer majestätischen Fassade cool sie zusammen mit dem Palais die Umrisslinie der Neckarstadt. Sie diente früher als Aufbewahrungsort der berühmten Bibliotheca Palatina, doch während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kollektion von Handschriften und frühen Drucken von Kurfürst Maximilian I. geraubt und dem Patriarch von Alexandria als Mitbringsel überreicht. Demnächst soll eine Restaurierung der Heiliggeistkirche beginnen, bei der u. a. der Westeingang nochmals zum Haupteingang werden soll. Allerdings ist die Heiliggeistkirche nicht die älteste Kirche der Heidelberger Kernstadt - diese Ehre kommt der Peterskirche zu. Vermutlich wurde die Peterskirche wenn schon vor der Gründung Heidelbergs errichtet. Ihr Alter wird auf etwa 900 Jahre geschätzt. Im Spätmittelalter wurde sie zur Universitätskapelle. Sie dient als letzte Ruhestätte für etwa 150 Professoren und kurfürstliche Hofleute. U. a. ist hier auch Marsilius von Inghen begraben, der Gründungsrektor der Universität Heidelberg. Zum 400. Wiegenfest Martin Luthers wurde an der Ostseite 1883 die Luthereiche gepflanzt. In der Nähe der Heiliggeistkirche und der Peterskirche befindet sich auch die Jesuitenkirche. Sie ist das Emblem der Gegenreformation in Heidelberg und bildete damals den Mittelpunkt des ehemaligen Jesuitenviertels. Dementsprechend ist die Jesuitenkirche deutlich jünger als die Heiliggeistkirche und die Peterskirche - sie wurde 1749 fertiggestellt.
Siehe auch: Abtei Neuburg, Providenzkirche Heidelberg
Die Jesuitenkirche |
Die Peterskirche |
Historische Bauwerke
Das älteste noch erhaltene Gebäude in Heidelberg ist das Hotel "Zum Ritter". Es wurde 1592 von einer Tuchhändlerfamilie erbaut. Mit seinem prominenten Standort mitten in der Altstadt gegenüber der Heiliggeistkirche ist es eine der populärsten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs.
Am östlichen Rand der Historischer Stadtteil steht das Karlstor, ein freistehender Torbogen welcher ein Aufmerksamkeit der Bürger Heidelbergs an den Kurfürsten Karl Theodor war. Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre und wurden 1781 abgeschlossen. Das Karlstor ist reich dekoriert, u. a. befinden sich das Wappenbild des Kurfürsten sowie Porträts von ihm und seiner Weiblicher Mensch auf dem Torbogen.
In der Kernstadt befinden sich auch viele historische Gebäude der Universität Heidelberg. Eines der bedeutendsten ist die Universitätsbibliothek. Nicht nur ist die Universitätsbibliothek die zentrale Bücherei der Universität Heidelberg, sie beherbergt darüber hinauf auch ein Museum mit einer Heer alter Handschriften und Codices welche Teil des enormen Buchbestandes der Universität sind. Unter ihnen ragt besonders der Codex Manesse heraus, die umfangreichste und berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters. Die gesamte Bücherei befindet sich in einem klassizistischen Gebäude aus rotem Sandstein, welches an sich schon eine Besichtigung wert ist.
Siehe auch: Alte Anatomie, Alte Universität, Badischer Hof, Friedrichsbau, Großherzogliches Palais, Haus zum Riesen, Heuscheuer, Marstall, Mittermaierhaus, Palais Boisserée, Palais Morass, Villa Weimar, Rathaus, Sternwarte, Villa Bosch, Wormser Hof
Neuzeitliche Bauwerke
Der Nationalsozialismus und seine Folgen prägen das Oberfläche der Ort bis auf den heutigen Tag durch zahlreiche Bauwerke. An erster Stelle ist hier die Thingstätte auf dem Heiligenberg zu nennen. Bei der Thingstätte handelt es sich um eine Freilichtbühne im Stil eines griechischen Amphitheaters. Sie wurde vom nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst erbaut und 1935 von Josef Goebbels eingeweiht. Die Thingstätte war zunächst als Propagandaplatform gedacht. Dieser Tage dient sie als Freilichtbühne für kulturelle Aufführungen aller Art.
Ein weiteres Bauwerk, dessen Entstehung im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus steht, ist die neue Synagoge in der Weststadt. Nachdem die jüdischen Gotteshäuser in Heidelberg 1938 von Nationalsozialisten niedergebrannt wurden, gab es bis zur Neugründung der jüdischen Gemeinde Ende des Krieges 1945 keine festen Gebetsräume mehr für jüdische Bürger. Nach einer Reihe von Umzügen fand die Gemeinde in der 1994 eingeweihten neuen Synagoge ihr heutiges Zuhause.
Die Heidelberger Bergbahn fährt seitdem 2005 mit neuen Triebwagen im unteren Teil zur Molkenkur-Aussicht und den historischen Wagen im oberen Streckenabschnitt auf den Königstuhl. Sie ist eines der beliebtesten Mittel um das Heidelberger Schloss zu erreichen. Die ersten Planungen für die Bergbahn begannen schon 1873. Wegen fehlender Finanzen konnte der erste Streckenabschnitt jedoch erst 1890 eröffnet werden. 2004 wurde die obere Bergbahn in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg aufgenommen.
Der Fernsehturm Heidelberg, der Telekom-Fernmeldeturm Heidelberg sowie der Fernmeldeturm der US-Streitkräfte Heidelberg verdeutlichen, das Heidelberg auch in der Telekommunikation für die gesamte Region eine wichtige Rolle spielt. Alle drei Sendetürme befinden sich auf dem Königsstuhl.
Siehe auch: Stadthalle
Historische Orte
Einen der schönsten Ausblicke auf die idyllische Heidelberger Altstadt hat man vom Philosophenweg. Der Weg führt auf den Heiligenberg hinauf, welcher sich auf dem dem Heidelberger Schloss gegenüberliegenden Neckarufer befindet. Nach dem eher unscheinbaren Beginn des Weges im Viertel Neuenheim erreicht der Mensch schließlich das Philosophengärtchen. Hier haben schon schon Verfasser wie Joseph von Eichendorff den Ansicht auf Heidelberg genossen und sich zu neuen Arbeiten begeistern lassen.
Der Bergfriedhof ist eine der romantischsten letzten Ruhestätten Deutschlands. Zig bedeutende Persönlichkeiten wie der 1. Reichspräsident Friedrich Ebert oder die Mensch Carl Bosch und Robert Bunsen liegen hier begraben. Verschiedene Denkmäler erinnern an die Opfer Verflossener Kriege und des Holocaust. Ein Visite des Bergfriedhofs gleicht einer Reise in die Vergangenheit ganz Deutschlands.
Siehe auch: Karlsplatz, Marktplatz, Synagogenplatz, Universitätsplatz, Valerieweg
Museen
Der Geschichte der Gemarkung Heidelberg und der Kurpfalz widmet sich das Kurpfälzische Museum. Die Entstehung verdankt das Museum dem Engagement des französischen Emigranten Charles de Graimberg, der ab 1810 begann sich für die Annalen des pfälzischen Fürstenhauses zu interessieren. Seine Kollektion an Münzen, Waffen, Gemälden und anderen historischen Stücken bildeten den Unterbau für den Bestand des Museums. Auch der bekannte Zwölfbotenaltar von Tilman Riemenschneider wurde schon von Graimberg erworben. 1879 kaufte die Gemarkung die Privatsammlung auf, und 1908 eröffnete das Museum zum ersten Mal seine Pforten im Palais Morass, wo es sich auch dieser Tage noch befindet. Der Museumsbestand wurde seit seinen Anfängen stark erweitert, so dass man sich dort in diesen Tagen über die Geschichte der Kurpfalz bis in die frühgeschichtliche Zeit informieren kann.
Das Völkerkundemuseum beherbergt eine Kollektion von Kunstwerken und ethnografischen Objekten aus Asien, Afrika und Ozeanien. Es bietet einen Zugang in Kunst, Weltsich und Rituale der Völker jener Gebiete. Das Völkerkundemuseum geht auf das Anno 1921 zurück und ist dieser Tage im Gebäude Weimar untergebracht. Seit seiner Gründung befindet es sich in der alleinigen Trägerschaft der J. & E. von Portheim-Stiftung, die 1919 von Victor Goldschmidt gegründet wurde. Die umfangreiche Kollektion des jüdischen Gelehrten bildeten den Grundbestand des Museums.
Kunstfreunde werden die Ausstellungen des Heidelberger Kunstvereins und des Museum Haus Cajeth zu schätzen wissen. Der Heidelberger Kunstverein, mit 1800 Mitgliedern einer der größten Deutschlands, ist laut Vorschrift der Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kniff verpflichtet, das Museum Haus Cajeth nur widmet sich der "primitiven Kunst".
Besonders erwähnenswert sind weiterhin die Heimatmuseen Heidelbergs. Fünf der vierzehn Stadtteile unterhalten Museen, die die individuelle Geschichte des jeweiligen Stadtteils wahren und dem interessierten Publikum zugänglich machen.
Mit ihren zahlreichen Sammlungen und Ausstellungen ist die Universität Heidelberg ein Typ in der Museumslandschaft der Stadt. Zig der universitären Institute und Fakultäten sind im Vermögen umfangreicher Bestände, die öffentlich zugänglich sind. Völlig unterschiedliche Fachbereiche wie Ägyptologie, Botanik, Paläontologie oder Zoologie sind auf diese Weise auch dem Laien zugänglich. Die Universität leistet sich selbst ein eigenes Universitätsmuseum. Unter all diesen Einrichtungen emporragen zwei besonders hervor: der Karzer sowie die Universitätsbibliothek. Der Studentenkarzer ist Teil des Studentenmuseums in der Alten Universität. Als die Universität noch eine eigene Rechtsprechung über Studenten hatte, diente ein Karzer als Gefängnis für übermäßig aufsässige Kommillitonen. Generationen von Studenten haben hier eingesessen und mit Schreibutensilien aller Art an den Wänden der akademischen Kittchen den Enttäuschung über ihre Alma Mater für die Nachkommen konserviert. Angrenzend einer Unzahl neuerer Bücher beherbergt die Universitätsbibliothek eine der bekanntesten Sammlungen alter Bücher und Schriften. Prunkstück des Bestandes ist die mittelhochdeutsche Liederhandschrift Codex Manesse. Bei der "Manessischen Liederhandschrift" handelt es sich um die umfangreichste und berühmteste deutsche Kollektion dichterischer Werke des Mittelalters. Ein Faksimile ist ständig in der Universitätsbibliothek zu sehen.
Einen Umschweif ist auch der Zoo Heidelberg wert. Er wurde 1934 gegründet und zieht alljährlich rund eine halbe Million besucher an. Der Tierbestand umfasst etwa 1000 Tiere aus 200 Arten.
Siehe auch: Liste Heidelberger Museen
Theater
Das Theater der Stadt Heidelberg ist der größte Theaterbetrieb der Stadt, ein kommunales Vier-Sparten-Theater mit Musik-, Sprech-, und Tanztheater sowie einem eigenen Ensemble für Kinder- und Jugendtheater. Hauptspielstätten sind die „Städtische Bühne“ und die Studiobühnen „Zwinger 3“. das Theater wurde 1853 mit einer Aufführung von Friedrich Schillers Die Braut von Messina eröffnet. Das Stadttheater organisiert auch die bekannten Schlossfestspiele im Heidelberger Schloss.
Auch die Universität Heidelberg unterhält mit dem Romanischen Keller ein eigenes Theater. Es ist das größte Gremium für studentisches und freies Theater in der Neckarstadt. Die Stellung des Romanischen Kellers hinlänglich weit über Heidelberg aufwärts - es ist eines der bestbesuchten Theater der Region, welches regelmäßig als Bühne für weltumspannend bekannte Theatergruppen aus ganz Okzident dient.
Ein Theater mit einem ganz anderen Stil ist das Zimmertheater. Ursprünglich von fünf jungen Schauspielern aus purer Auflage 1950 gegründet, hat es bis auf den heutigen Tag seinen Kleintheater-Charme erhalten - ein Geheimtipp ist es jedoch seit langem nicht mehr. Durch seine vielen Erst- und Uraufführungen ist das Zimmertheater auch über die Grenzen Heidelbergs aufwärts bekannt geworden. Es ist das zweitälteste Privattheater Deutschlands. Das Zimmertheater wird von dem Förderverein der Freunde des Zimmertheaters kohlemäßig unterstützt.
Das Taeter Theater ist eines der jüngeren Theater Heidelbergs - es wurde 1984 gegründet, 1987 fand es in der alten Tabakfabrik Landfried sein Zuhause. Der Name des Theaters ist ein Wortspiel mit den Begriffen Theater und Täter, welches auf das Prinzip der Gruppe hinweist: Am Anfang steht die Tat - alles andere wird sich ergeben.
Das Puppentheater Plappermaul ist ein Theater, das ein Programm erst einmal für jüngere (und jung gebliebene) Theaterbegeisterte anbietet. Erwähnenswert ist weiterhin das Roadside Theater, das englischsprachige Theater der US-Streitkräfte in Heidelberg. Es bietet ein angelsächsisch geprägtes Theaterprogramm an, welches sich an den Stil amerikanischer "community theaters" anlehnt. Übrige Theater in Heidelberg, die über eine eigene Spielstätte verfügen, sind das Augustinum, die Bühne 14, das Cabaret Kleinkunst im Anna-Blum-Haus, das Stephge, die Theaterwerkstatt Heidelberg, das TiKK sowie das UnterwegsTheater.
Kino
In Heidelberg gibt es eine Meute an Kinos mit verschiedenen Ausrichtungen. Das Harmonie Lux Kinocenter sowie das Schlosskino - alle beide in der Heidelberger Altstadt befindlich - haben ein kommerzielles Programm und zeigen zuvor große Blockbuster und Hollywood-Produktionen. Eine den Geist Heidelbergs gut veranschaulichende Kuriosität ist, dass das Harmonie Lux Kinocenter im historischen Stadthaus der Wormser Bischöfe untergebracht ist.
Das Gloria & Gloriette, die Kamera, das Karlstorkino sowie das Studio Europa bieten ein überwiegend gehobenes Programm mit vielen künstlerischen und internationalen Filmen. Das Karlstorkino hat darüber hinauf regelmäßig wechselnde Themenschwerpunkte, zu denen fremdsprachige Filme und Dokumentationen gezeigt werden. Besonders erwähnenswert ist das jährlich in der Gloria & Gloriette stattfindende Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg, bei welchem überwiegend Filme von 'unentdeckten' Regisseuren gezeigt werden.
Orchester und Chöre
- Philharmonisches Orchester der Stadt Heidelberg
- Collegium Musicum: Großer Chor, kleiner Chor und Orchester der Universität Heidelberg
- Cappella Palatina Heidelberg; Kirchenmusik an der Jesuitenkirche Heidelberg
- Heidelberger Motettenchor unter der Leitung von Hans Jochen Braunstein
- Heidelberger HardChor unter der Leitung von Bernhard Bentgens
- 1. FC Heidelberg (FC steht für Frauenchor) unter der Leitung von Bernhard Bentgens
- Philharmonic Wonder Band - eine Cross-Over-Formation, die Klassiker des Beat und der Neuzeit spielt.
- Musikfreunde Heidelberg; Orchester unter der Leitung von René Schuh
- Bachchor Heidelberg e.V.; unter der Leitung von Christian Kabitz
- Mokosané, Afrika-Chor der Städtischen Musik- und Singschule unter der Leitung von Eva Buckman
- Heidelberger Jazzchor unter der Leitung von Joachim Berenbold
- Chor der Evangelischen Studierendengemeinde unter der Leitung von Xaver Detzel
- Heidelberger Sinfoniker * [1]
- "Die Chornblumen" - Jugendchor der Kreuzkirche Heidelberg-Wieblingen
Senioren- und Bürgerzentren
Nach grundlegender Planung schon in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in zwölf Stadtteilen Senioren- und Bürgerzentren eingerichtet. Sie dienen als Ort des Zeitvertreibs dasselbe wie als Beratungsstelle der Wohlfahrtsverbände und der Stadtverwaltung.
Ganz unterschiedliche Programmgestaltung erfolgt durch die örtlichen ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Die Gemeinde finanziert nur die Gebäude und einen Teil der hauptamtlichen Mitarbeitenden. Dadurch gibt es flächendeckend Anlaufpunkte für hilfsbedürftige Personen und deren Angehörige. In einer älter werdenden Gesellschaft ein wichtiges Strukturmerkmal städtischer Sozialarbeit. Vgl. Gerontologie
Sehenswürdigkeiten im Umland
Bemerkenswert im Umland Heidelbergs sind in erster Linie die Städte Speyer, Worms, Schwetzingen (insbesondere das Sommerschloss der Kurfürsten mit bemerkenswertem englischen Park), Ladenburg, Bruchsal (mit barockem Schloss, Treppenhaus durch Balthasar Neumann), Mannheim mit der Jugendstilanlage Wasserturm und modernem Technikmuseum, Wiesloch, Eberbach und Erbach.
Ein Erlebnis ist eine Flussfahrt durch das romantische Neckartal in Neigung Heilbronn mit der Bollwerk Dilsberg bei Neckargemünd und vielen weiteren Burgen. Am zweiten Tag des Herrn im August mit dem Wasserfahrzeug nach Koblenz und zurück zu Rhein in Flammen.
Touristikrouten in der Nähe: Deutsche Weinstraße (im Westen), Badische Spargelstraße (nach Südwesten), Kraichgau (nach Südosten), Burgenstraße (nach Osten) und die Bergstraße (nach Norden).
Für Bildung sorgt die Spechbacherische Pfälzisch-Akademie (siehe unter Dialekt). Die Bertha-Benz-Fahrt mit Schnauferln startet immer in ungeraden Jahren am zweiten Wochenende im August und führt durch Heidelberg. In Sinsheim gibt es das Auto- und Technikmuseum (Oldiemuseum).
Sport
Sportart hat in Heidelberg einen hohen Stellenwert. Die Gemarkung unterhält seit Jahren ein spezielles Sportförderprogramm zur Unterstützung der Vereine. 2006 gab es in Heidelberg 120 Sportvereine, 22 städtische Sportanlagen und 40 Sport- und Gymnastikhallen. Heidelberg ist außerdem eine deutsche Rugby-Hochburg - gleich fünf Rugbyvereine gibt es im Stadtgebiet.
Der mitgliederstärkste Sportverein Heidelbergs ist die 1889 als Turnverein gegründete TSG Rohrbach - zu Beginn des Jahres 2006 waren dort 2932 Sportbegeisterte als Person eingetragen. Jede Menge Heidelberger Vereine haben schon mehrfach deutsche Meisterschaften gewonnen, Beispiele sind der Basketballverein USC Heidelberg sowie der traditionsreiche Schwimmverein SV Nikar Heidelberg. Die SG Heidelberg-Kirchheim ist der ranghöchste Fußballverein Heidelbergs.
Im Im Jahre2003 wurde ein Verein von drei Heidelberger Schulen - das Helmholtz-Gymnasium, die Johannes-Kepler-Realschule sowie die Willy-Hellpach-Schule - vom Deutschen Sportbund das Prädikat "Eliteschule des Sports" verliehen. Die Auszeichnung wurde vergeben für die besonderen Sport-Förderprogramme, die jene Schulen in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Olympiastützpunkt im Neuenheimer Feld anbieten. Junge Athletinnen und Athleten, die an diesem Förderprogramm teilnehmen, erhalten besonderes Entgegenkommen um Schule und Training in Gleichgestimmtheit zu bringen. Aus dem Programm sind schon schon zig deutsche Meister und internationale Erfolge hervorgegangen. In ganz Baden-Württemberg gibt es vor ... nur drei Städte mit Eliteschulen des Sports: Stuttgart, Furtwangen und Tauberbischofsheim.
Regelmäßige Veranstaltungen
Mit seinem idyllischen Schein ist Heidelberg ein populärer Ort für Festlichkeiten aller Art. Die folgenden Veranstaltungen finden regelmäßig statt:
- März/April: Heidelberger Frühling, Musikfestival, Internationaler Ostereiermarkt Heidelberg
- drei Wochen vor Ostern (Sonntag Laetare): traditioneller Sommertagszug
- April: Halbmarathon am letzten Wochenende im April
- April/Mai: Heidelberger Theatertage
- Frühsommer: Jährliche Verleihung des von der Stadt gestifteten Clemens-Brentano-Preises
- Mai: Frühlingsmesse auf dem Messplatz
- Juli: Theatermarathon an öffentlichen Plätzen und an den Spielstätten
- Juli/August: Heidelberger Schlossfestspiele im Schlosshof
- Juni-September: jeweils am ersten Samstag im Juni und September und am zweiten Samstag im Juli – die Heidelberger Schlossbeleuchtung mit Brillantfeuerwerk von der Alten Brücke.
- September: Heidelberger Herbst in der Altstadt und der ganzen 2 km langen Fußgängerzone
- Oktober: Herbstmesse
- Oktober/November: Enjoy Jazz
- November: Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt in der Altstadt
Heidelberg in der Dichtung
Wohl kaum eine sonstige deutsche Gemarkung spielte derartig eine dominante Rolle in der Poetik wie Heidelberg. Literarische Größen wie Goethe oder Kurt Tucholsky beschäftigten sich mit Heidelberg in ihren Stücken, zum Teil widmeten Künstler komplette Werke der Ort am Neckar. Zwei der bekanntesten von ihnen sind das Sonett „Alt-Heidelberg, du feine“ von Joseph Victor von Scheffel, sowie das Operettenlied „Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren“, welches 1927 von Friedrich Raimund Vesely komponiert wurde. Andere Beispiele sind die Ode „Lange lieb ich dich schon“ von Friedrich Hölderlin, das „Lied von eines Studenten Ankunft in Heidelberg“ von Clemens Brentano und Wilhelm Meyer-Försters Theaterstück „Alt-Heidelberg“. Außerdem dürfte Gottfried Kellers Sonett auf die berühmte Heidelberger Alte Brücke eines der schönsten Liebesgedichte sein, die ein einzelnes Gebäude thematisieren.
Zitate aus den erwähnten und weiteren Liedern und Gedichten mit einem deutlichen und allgemein bekannten Zusammenhang zu Heidelberg sind in einem separaten Artikel über Heidelberg in der Dichtung zu finden.
Dialekt
Die lokale Mundart des Heidelberger Raumes ist „Kurpellsisch“ oder auf Hochdeutsch: der Pfälzer Dialekt in Kurpfälzer Ausprägung.
Von Kaiserslautern bis Mosbach wird ein fränkischer beziehungsweise rheinfränkischer Mundart in unzähligen kleinräumigen Varianten „gebabbelt“, das Hochdeutsche hat den Mundart jedoch stark zurückgedrängt. Unvergessen sind Elsbeth Jandas Vorträge, z. B. die Rolle der Liselotte von der Pfalz.
Persönlichkeiten
In der Ort Heidelberg leben, lebten und wirkten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten. So ist es nicht ungewöhnlich bei einem Spaziergang durch die Altstadt eine Tafel an einem unscheinbaren Haus zu sehen, welche verkündet dass hier ehemalig eine berühmte Persönlichkeit lebte und arbeitete.
Die schon geschilderte Rolle Heidelbergs in der Dichtung zeugt von der großen Anziehungskraft der romantischen Neckarstadt auf Autor und Künstler. Mehrere berühmte Poeten wie Clemens Brentano oder auchJean Paul lebten zeitweise hier und schrieben ihre Erfahrungen in Gedichten und Theaterstücken nieder.
Die tragende Rolle der Universität Heidelberg in der Wissenschaft ist ein weiterer Grund für die hohe Anzahl bekannter Persönlichkeiten der Ort Heidelberg. Zig Nobelpreisträger wie Carl Bosch (Nobelpreisträger Chemie), Georg Wittig (Nobelpreis für Chemie 1979), Walther Bothe (Nobelpreis für Physik 1954), Ernst Ruska (1986) oder Otto Meyerhof (Nobelpreisträger Medizin), Bert Sakmann (Nobelpreis für Medizin 1991) haben hier gelebt, belesen oder gelehrt. Bahnbrechende Erfindungen wie die Spektroskopie sind in Heidelberg daher lebenden Gelehrten entwickelt worden.
Mehr auch über folgende Persönlichkeiten: – Friedrich Ebert (Erster Reichspräsident) – Karl Jaspers (Philosoph) – Ernst Jünger (Schriftsteller) – Marie Marks Cartoonistin – - Liselotte von der Pfalz (Herzogin von Orléans) – Silvia Sommerlath (zur Zt. Königin von Schweden) – Max Weber (Soziologe) findet sich über ...
Die Liste Heidelberger Persönlichkeiten, sie bietet einen Überblick über bekannte Personen, deren Leben mit der Geschichte der Gemarkung verknüpft ist.
Robert Wilhelm Bunsen, erfand 1859 die Spektroskopie in Heidelberg |
Hermann von Helmholtz, lebte und forschte von 1858 bis 1871 in Heidelberg |
Otto von Bismarck, Kennungsgeber für den Bismarckplatz |
Die Lyrikerin Hilde Domin verbrachte Ihren Lebensabend in Heidelberg |
Siehe auch
- Das Portal der Stadt Heidelberg
- Heidelberg in der Dichtung
- Liste Heidelberger Persönlichkeiten
- Liste Heidelberger Schulen
- Liste Heidelberger Museen
Literatur
- Badisches Städtebuch; Band IV - 2. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arb.gem. der historischen Kommissionen Städtetag- Städtebund-Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1959
- Das Land Baden-Württemberg - Amtliche Erklärung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe; Stuttgart, 1976, ISBN 3-17-002542-2
- Buselmeier, Michael (Hg.). Heidelberg Lesebuch. Stadt-Bilder von 1800 bis heute. Frankfurt a. M.,1986.
- Fink, Oliver: Kleine Heidelberger Stadtgeschichte. Regensburg 2005. ISBN 3-7917-1971-8
- Heidelberg. Geschichte und Gestalt. Hrsg. von Elmar Mittler. Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter, 1996. ISBN 3-9215-2446-6
- Heidelberg ... neu entdecken, ISBN 3-8313-1303-2
- Scheffel, Joseph Victor von. "Die Burschenschaft und ihre Stellung in der Gegenwart", aus dem Nachlass herausgegeben und eingeleitet von Hansgeorg Schmidt-Bergmann, in: Allmende, eine allemannische Zeitschrift, Bd. 18, 1998. S. 45-52.
- Landesvermessungsamt Ba-Wü: Freizeitkarte Naturpark Neckartal-Odenwald - Mannheim-Heidelberg. F 513. ISBN 3890216064 . Maßstab 1:30 000. 2005.
- Seeling, Jens. "Heidelberg - Wanderungen durch die Erdgeschichte." Frankfurt, 2005. ISBN 3-938973-00-5.
Weblinks
Die offizielle Seite der Gemarkung ist in der Datentabelle oben eingetragen. Dort befindet sich auch eine umfangreiche Linksammlung.
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| (TID 646251) | Wiktionary: Heidelberg – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein e. V.
- Heidelberg Stadt-Panoramen
- Historisch-architektonische Seite (umfangreiche Seminararbeit)
- Gezahnte historische und philatelistische Heidelbergiensa
- Ein HD-Regional-Wiki
- Weitere Links zum Thema „Heidelberg“ im Open Directory Project
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