Hessen
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| Landesflagge | Landeswappen |
|---|---|
| Bild:Flag of Hesse.svg | Bild:Coat of arms of Hesse.svg |
| Basisdaten | |
| Landeshauptstadt: | Wiesbaden |
| Fläche: | 21.114,72 km² (7.) |
| Einwohner: | 6.097.800 (5.) (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 289 Einwohner/km² (7.) |
| Staatsform: | demokratische und parlamentarische Republik |
| Schulden: | 4.959 € pro Bürger (Ende 2005) |
| Schulden gesamt: | 28,6 Mrd. € (2004) |
| ISO 3166-2: | DE-HE
|
| Homepage: | www.hessen.de |
| Politik | |
| Ministerpräsident: | Roland Koch (CDU) |
| Regierende Partei: | CDU |
| Sitzverteilung im Landtag (110 Sitze): | CDU 56 SPD 33 B90/Grüne 12 FDP 9 |
| Letzte Landtagswahl: | 2. Februar 2003 |
| nächste Wahl: | 2008 |
| Parlamentarische Vertretung | |
| Stimmen im Bundesrat: | 5 |
| Karte | |
| Bild:Germany Laender Hessen.png | |
Hessen ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Nachbarländer
In der Zentrum Deutschlands liegend grenzt Hessen an die Länder Nordrhein-Westfalen (Grenzlänge: 269 330 m), Niedersachsen (167 013 m), Thüringen (269 647 m), Bayern (261 881 m), Baden-Württemberg (176 540 m) und Rheinland-Pfalz (266 325 m). Daraus ergibt sich eine Gesamtgrenzlänge von 1410,736 km.
Naturräumliche Gliederung
Mit der naturräumlichen Gliederung erfolgt eine systematische geographische Landesaufnahme. Sie stellt damit eine flächendeckende Zählung dar, die sich auf den Naturraum bezieht und von Großregionen bzw. selbst ozeanübergreifenden Zonen bis hin zu sogenannten Fließen als Grundeinheit reicht.
Hessen gehört in vollem Umfang zum deutschen Mittelgebirge. Innerhalb dieser Bewertung erfolgt eine zusätzliche Zerlegung in sogenannte Regionen. In Hessen sind dies das Deutsche Schichtstufentafelland, die Oberrheinische Tiefebene, das Grundgebirgsschollenland und das Hessische Bruchschollentafelland. Sonstige Untergliederungen sind im Artikel Naturräume in Hessen zu finden.
Mittelgebirge & Berge
Hessens Landschaft besteht aus zahlreichen Mittelgebirgen; nach deren jedes Mal höchsten (hessischen) Bergen sortiert sind dies: Rhön, Taunus, Upland, Vogelsberg, Hoher Meißner, Kellerwald, Westerwald, Kaufunger Wald, Knüllgebirge, Habichtswald, Odenwald, Stölzinger Gebirge, Spessart, Schlierbachswald, Seulingswald und Reinhardswald. Die höchste Stelle des Landes befindet sich auf der Wasserkuppe (950,2 m ü. NN) in der Rhön (zu den hessischen Mittelgebirgen und weiteren Bergen: Liste der Berge in Hessen).
Becken & Niederungen
Die größten Ebenen sind das Rhein-Main-Gebiet, die Oberrheinische Tiefebene und die Wetterau. Nach Norden schließen sich die so genannten „Hessischen Beckenlandschaften“ an: Amöneburger Becken, Fritzlar-Waberner Senke, Gießener Becken und Kasseler Becken. Abseits davon bildet das Limburger Becken an der westlichen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz zwischen Taunus und Westerwald einen größeren intramontanen Senkungsraum innerhalb des Rheinischen Schiefergebirges. Diese meist tektonisch angelegten Becken sind jedoch im geomorpholgischen Sinn eigentlich keine Becken für zum Teil weiträumige Niederungen, die von Flüssen durchflossen werden. Multipel finden sich hier Lößdecken, welche zusammen mit der Klimagunst die Grundlage für eine ertragreiche Agrar bilden. Die niedrigste Stelle von Hessen befindet sich bei Lorch am Rhein (81 m ü. NN) im Rheingau-Taunus-Kreis.
Gewässer
Flüsse
Unter anderen durchfließen die nachkommend genannten Flüsse das Land Hessen ganz oder nur teilweise. Während der Strom Rhein im Südwesten des Landes die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet, ist der Neckar auf weniger bedeutend Strecke südlicher Grenzfluss zu Baden-Württemberg und die Werra bzw. die Fulda bilden im Morgenland bzw. in Nordhessen z. T. die Grenze zu Thüringen und Niedersachsen oder gegen den Wind segeln diese politischen Grenzen; die längsten bzw. bekanntesten Fließgewässer (mit jeweiliger Gesamtlänge) in Hessen sind:
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Seen
In Hessen liegen keine sehr großen natürlichen Seen. Der größte hessische Stausee ist der nordhessische Edersee. Das zweitgrößte Binnengewässer Hessens ist der Werratalsee im Werra-Meißner-Kreis.
Staatsaufbau
Allgemein
Hessen ist laut seiner Verfassung Glied der deutschen Republik. Die Staatsform ist eine demokratische und parlamentarische Republik. Außerdem bekennt sich Hessen zu Frieden, Ungezwungenheit und Völkerverständigung. Der Bewaffnete Auseinandersetzung ist geächtet. Dennoch ist in den hessischen Gesetzen tatsächlich noch die Todesstrafe erlaubt<ref>Art 21 Verfassung Hessens</ref>. Da aber Bundesgesetze (Art. 102 GG<ref>Art. 102 GG</ref>) Vorrang vor Landesgesetzen haben, wird natürlich die Todesstrafe in Hessen (wie im übrigen Bundesgebiet) nicht verhängt.
Legislative
Die Legislative wird vom Landesparlament ausgeübt, soweit sie nicht dem Volke durch Volksabstimmung zugedacht ist. Der Volksvertretung besteht aus den vom Volke gewählten Abgeordneten. Das passive Wahlberechtigung haben alle Stimmberechtigten, die das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben. Alle Parteien mit gut 5 Prozent der Stimmen sind im Hohes Haus vertreten.
Exekutive
Die Exekutive ist die Hessische Landesregierung und die ihr unterstellte Landesverwaltung. Die Landesregierung setzt sich aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern zusammen. Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und ist dafür dem Abgeordnetenhaus verantwortlich. Innerhalb dieser Richtlinien leitet alle Minister den ihm anvertrauten Geschäftszweig selbständig und unter eigener Verantwortung gegenüber dem Landtage. Der Ministerpräsident vertritt das Land Hessen nach außen. Der Hohes Haus wählt ohne Aussprache den Ministerpräsidenten mit reichlich der Hälfte der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Der Ministerpräsident ernennt folglich die Minister. Eine Besonderheit ist, dass Angehörige der Häuser, die bis 1918 in Deutschland oder einem anderen Land regiert haben oder in einem anderen Land regieren, nicht Mitglieder der Landesregierung werden können.
Judikative
Die Judikative wird vom Hessischen Staatsgerichtshof und den weiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Staatsgerichtshof besteht aus elf Mitgliedern, und zwar fünf Richtern und sechs vom Parlament nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählten Mitgliedern, die nicht dem Hohes Haus angehören dürfen. Der Staatsgerichtshof entscheidet über die Verfassungsmäßigkeit der Gesetze, die Verletzung der Grundrechte, bei Bestreitung der Glaubwürdigkeit oder Gültigkeit des Ergebnisses einer Volksabstimmung, über Verfassungsstreitigkeiten sowie in den in der Verfassung und den Gesetzen vorgesehenen Fällen.
Politik
Bei der Landtagswahl am 2. Februar 2003 erhielt die CDU zum ersten Mal in Hessen die absolute Majorität im Volksvertretung (56 Sitze). Die nächste Wahl zum Landtag wird aller Voraussicht nach im Frühjahr 2008 stattfinden.
Siehe auch: Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen
Eine Besonderheit der hessischen Verfassung ist die noch immer existente Todesstrafe. Sie ist in Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 festgelegt. Da das Grundgesetz jedoch die Annullierung der Todesstrafe bestimmt und in der Normenhierarchie über Landesverfassungen steht, wird sie nicht angewandt. Der entsprechende Artikel in der hessischen Verfassung soll bei einer zukünftigen Neuregelung der Verfassung wohl geändert werden. Bemerkenswert ist jedoch, dass er trotz mehrerer Änderungen der Verfassung seit Inkrafttreten, die letzte Änderung war 2002, nach wie vor in dieser Form besteht. Da Verfassungsänderungen in Hessen angrenzend der Zustimmung des Parlaments einer Volksbegehren bedürfen, wird möglicherweise eine Zustimmung der hessischen Bevölkerung als nicht sicher angesehen. Im Januar 1970 stellte die Gruppe FDP einen Antrag zur Änderung der hessischen Verfassung, der als ersten Punkt die Streichung von Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 vorsah - dieser Antrag wurde jedoch nach knapp zwei Monaten zurückgezogen.
Die Ministerpräsidenten seit 1945
- 16. Oktober 1945 - 1946: Karl Geiler (Groß-Hessen)
- 20. Dezember 1946 - 1950: Christian Stock, SPD
- 14. Dezember 1950 - 1969: Georg August Zinn, SPD
- 3. Oktober 1969 - 1976: Albert Osswald, SPD
- 12. Oktober 1976 - 1987: Holger Börner, SPD
- 23. April 1987 - 1991: Walter Wallmann, CDU
- 5. April 1991 - 1999: Hans Eichel, SPD
- seit 7. April 1999: Roland Koch, CDU
Mitglieder der Hessischen Landesregierung.
Wappen und Flagge
Das Wappenbild zeigt auf blauem Grund einen steigenden Löwen, der neunmal silbern und rot abgesondert ist. Der Löwe wurde ursprünglich vom Landgrafen von Thüringen benutzt und wird dieser Tage in Hessens Wappenbild verwendet, da das Gebiet des heutigen Hessens bis 1247 zu deren Herrschaftsgebiet gehörte.
Die Landesflagge ist rot-weiß; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.
| Bild:Coat of arms of Hesse.svg | Bild:Flag of Hesse.svg | Bild:Flag of Hesse (state).svg |
| Landeswappen | Landesflagge | Landesdienstflagge |
Bevölkerung
Der größte Teil der hessischen Bevölkerung lebt im südlichen Landesteil weiter der Gebiete um die Flüsse Rhein und Main (siehe auch Rhein-Main-Gebiet). Ein weiterer Ballungsraum ist die Gegend um das nordhessische Kassel. Bevölkerungsentwicklung siehe Bevölkerungsprognose Hessen
Die hessische Mundart, das fränkische Hessisch-Nassauisch, gehört zum Westmitteldeutschen innerhalb der deutschen Sprache an.
Etwa 43 Prozent der Bevölkerung gehören den evangelischen Landeskirchen von Hessen und Nassau, von Kurhessen-Waldeck sowie des Rheinlandes an. Etwa 26 Prozent sind römisch-katholischen Bekenntnisses; das Landesgebiet gehört zu den Diözesen Fulda, Limburg und Mainz.
Verwaltungsgliederung
Regierungsbezirke
Hessen ist seither 1981 verwaltungsmäßig unterteilt in die drei Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel, diese wiederum in 5 kreisfreie Städte und 21 Landkreise mit 426 Gemeinden.
Landkreise
| Regierungsbezirk | Regierungsbezirk | Regierungsbezirk |
|---|---|---|
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Kreisfreie Städte
- Darmstadt (DA) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Frankfurt am Main (F) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Kassel (KS) (Reg.-Bez. Kassel)
- Offenbach am Main (OF) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Wiesbaden (WI) (Reg.-Bez. Darmstadt)
Städte und Gemeinden
Mit Frankfurt am Main liegt eine der bedeutendsten deutschen Städte in Hessen. Die eigentliche Gemarkung hat 655.000 Einwohner, mit dem engeren Umland sind es knapp 2 Millionen. Vollkommen Ballungsraum Rhein-Main lebt über die Hälfte der hessischen Bevölkerung, auch die meisten anderen großen Städte befinden sich hier: Wiesbaden (272.000 Einwohner), Darmstadt (140.000), Offenbach am Main (119.000), Hanau (89.000), Rüsselsheim (60.000) und Bad Homburg vor der Höhe (52.000).
Die größte Gemeinde der übrigen Landesteile ist Kassel, die historische Gemeinde Nordhessens, mit 199.000 Einwohnern in diesen Tagen die drittgrößte Gemeinde des Landes. Marburg (79.000 Einwohner), Gießen (73.000) und Wetzlar (53.000) liegen in Mittelhessen, Fulda (63.000) in Osthessen.
In Wurst Umland liegen neun alternative Städte mit über 30.000 Einwohnern (Rodgau, Oberursel, Dreieich, Maintal, Hofheim am Taunus, Neu-Isenburg, Langen, Dietzenbach und Mörfelden-Walldorf). An der südhessischen Bergstraße liegen drei andere Städte dieser Größenordnung (Bensheim, Viernheim und Lampertheim). Trotz der geringen Einwohnerzahl von nur 33.000 hat Limburg an der Lahn eine gewisse Zentrumsfunktion für den dünn besiedelten Europa des Landes.
Enklave und Exklave
Eine baden-württembergische Exklave bzw. hessische Enklave ist der Heppenheimer Ortsteil Ober-Laudenbach. Zwischen Ober-Laudenbach und Laudenbach hat Hessen eine Exklave.
Größte Städte
| Stadt | Kreis | Bürger 31.12.2000 | Bewohner 30.6.2005 |
|---|---|---|---|
| Frankfurt am Main | Frankfurt am Main (Stadt) | 646.550 | 648.325 |
| Wiesbaden | Wiesbaden (Stadt) | 270.109 | 274.318 |
| Kassel | Kassel (Stadt) | 194.766 | 194.176 |
| Darmstadt | Darmstadt (Stadt) | 138.242 | 140.129 |
| Offenbach am Main | Offenbach am Main (Stadt) | 117.535 | 119.616 |
| Hanau | Main-Kinzig-Kreis | 88.294 | 88.792 |
| Marburg | Marburg-Biedenkopf | 77.390 | 78.412 |
| Gießen | Gießen | 73.138 | 73.358 |
| Fulda | Fulda | 62.510 | 63.830 |
| Rüsselsheim | Groß-Gerau | 59.357 | 59.457 |
| Wetzlar | Lahn-Dill-Kreis | 52.608 | 52.460 |
| Bad Homburg v.d.Höhe | Hochtaunuskreis | 52.838 | 52.081 |
| Rodgau | Offenbach | 43.123 | 43.443 |
| Oberursel (Taunus) | Hochtaunuskreis | 42.096 | 42.865 |
| Dreieich | Offenbach | 40.114 | 40.558 |
| Bensheim | Bergstraße | 38.557 | 39.642 |
| Maintal | Main-Kinzig-Kreis | 38.179 | 38.157 |
| Hofheim am Taunus | Main-Taunus-Kreis | 37.441 | 37.852 |
| Neu-Isenburg | Offenbach | 35.524 | 35.392 |
| Langen (Hessen) | Offenbach | 35.208 | 35.189 |
| Limburg a.d.Lahn | Limburg-Weilburg | 33.572 | 33.936 |
| Dietzenbach | Offenbach | 32.982 | 33.413 |
| Viernheim | Bergstraße | 32.427 | 32.884 |
| Lampertheim | Bergstraße | 32.231 | 31.779 |
| Mörfelden-Walldorf | Groß-Gerau | 32.173 | 33.348 |
| Bad Hersfeld | Hersfeld-Rotenburg | 30.778 | 30.475 |
| Bad Nauheim | Wetteraukreis | 30.199 | 30.394 |
| Bad Vilbel | Wetteraukreis | 29.716 | 30.927 |
Eine Reihung aller Städte und Gemeinden des Landes findet sich in der Liste der Orte in Hessen.
Regionen
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Wirtschaft
Das Rhein-Main-Gebiet in Südhessen besitzt nach dem Ruhrgebiet die größte Industriedichte in Deutschland. Hier sind chemisch-pharmazeutische Industrie, Maschinen- und Fahrzeugbau und, zunächst in Frankfurt am Main, Dienstleistungsunternehmen ansässig. Offenbach war bekannt für seine Lederindustrie, Hanau als Standort der Materialforschung und -verarbeitung, Rüsselsheim als Standort der Autoindustrie und Wetzlar mit dem Zentrum der optischen- und feinmechanischen Gewerbe sowie der Schwerindustrie.
Etwa 1/3 der hessischen Fläche wird ackerbautreibend genutzt.
Im hessischen Biblis befindet sich eines der deutschen Kernkraftwerke.
Ende Jänner 2005 zählte Hessen 278.508 Erwerbslose, somit beträgt die Arbeitslosenquote 9,3 % (8,4 % im Vorjahrsmonat). Mit 7,2 % hat der Arbeitsamtbezirk Frankfurt die niedrigste Quote, während der Arbeitsamtbezirk Kassel mit 13,3 % die höchste Kontingent bundesweit aufweist.
Die größten Arbeitgeber in Hessen
| Beschäftigte 2003 | |
| 1. Deutsche Lufthansa AG | 34.500 |
| 2. Deutsche Bahn AG | 25.000 |
| 3. Deutsche Post AG | 24.700 |
| 4. REWE-Zentral-Aktiengesellschaft | 23.500 |
| 5. Adam Opel AG | 20.000 |
| 6. Deutsche Telekom AG | 19.000 |
| 7. Allianz Group | 17.400 |
| 8. Siemens AG | 16.300 |
| 9. Fraport AG | 15.900 |
| 10. Volkswagen | 15.300 |
Geschichte
Schon in der Altsteinzeit war u. a. die mittelhessische Region besiedelt. Durch die vom Klima begünstigte Lage lebten dort auch Leute während der Würmeiszeit vor rund 50.000 Jahren. Man fand hier Gräberfelder aus dieser Epoche. Mindestens schon in der keltischen La-Tène-Zeit wurde in und um Wetzlar aus Rolllagern Eisenerz gewonnen und vor Ort in Rennöfen zu Schmiedeeisen verhüttet. In der Bronzezeit dominierten Hügelgräber, wie man sie z. B. in Wetzlar (im Finsterloh) findet. Auf dieser Ort bestanden drei keltische Siedlungen. Der in der Nähe liegende Dünsberg war eine keltische Fluchtburg, wo sich im Jahr 6. vor Christi eine Scharmützel ereignete, die von den römischen Truppen gewonnen wurde. Nach der Kampf erfolgte die Zerstörung des Oppidiums. Über das Schicksal der übriggebliebenen Kelten ist nichts bekannt, aber es ist anzunehmen, dass sie sich mit den zuziehenden Germanen vermischten. Die Römer hatten in Dorlar ein Militärlager, und in Waldgirmes, unmittelbar an der östlichen Stadtgrenze von Wetzlar, befand sich eine zivile Niederlassung im Aufbau. Vor der westlichen Stadtgrenze sind jetzt Ausgrabungen aus der Römerzeit im Gange. Diese lebten dort von 500 ante Christum bis rund 900 n. Chr., also kontinuierlich fast 1400 Jahre. Die Römer zogen sich also nicht gesamt nach der Scharmützel im Teutoburger Wald aus dieser Region in den südlichen Taunus zurück.
Durch das spätere Hessen verlief dann der Obergermanische Limes, von dem erstens im Taunus noch verschiedene Rest zu sehen sind (Saalburg). Bis zum Ende des 1. Jahrhunderts wurde das spätere Südhessen römisch, während der Norden (Nieder- und Oberhessen) im Einflussbereich der Chatten verblieb. Das Ortsnamen-Grundwort „-lar“ verweist auf eine Niederlassung keltischen Ursprungs mit einem Gründungsdatum bis zum 3. Jahrhundert (vgl. auch Goslar, Fritzlar, Dorlar usw.). Eine zusätzliche Sichtweise der Ortsnamensendung „-lar“: - altfränkisch „hlar / hlari“ und bedeutet etwas ähnliches wie „Hürde“ oder „Gerüst / Gestell“.
Mittelalter
Im 6. Jahrhundert geriet Hessen unter fränkischen Einfluss. Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“, missionierte dort und in Thüringen etwa ab 720. 723 fällte er die Donareiche bei Fritzlar und leitete damit die Christianisierung der Chatten und benachbarten Stämme ein. 724 gründete er das Kloster Fritzlar und das benachbarte Diözese Büraburg, 744 das Kloster Fulda. Seit dem 8. Jahrhundert entwickelte sich im späteren südöstlichen Landesteil die Via Regia, die das fränkische Stammesherzogtum um Mainz mit der Königspfalz Frankfurt, den Abteien Fulda und Hersfeld sowie dem Handels- und Missionsstützpunkt Erfurt verband.
Durch König Konrad II. erhält eine Grafenfamilie Werner von Grüningen aus Schwaben Einfluss im Reich. Ab 1027 sind sie Inh. der hessischen Grafschaft Maden und gewinnen weitere Grafschaften an der Lahn dazu. Graf Werner I. fällt 1040 in Böhmen; Werner II. 1053 in Civitate während der Normannenschlacht; in den Annalen Lamperts von Hersfeld heißt es, Werner III. sei mit Erzbischof Adalbert von Bremen mächtiger als Heinrich IV. gewesen. Außerdem erhalten sie die Klöster Hasungen und Kaufungen sowie das von Werner IV. 1113 gegründete Kloster Breitenau, welcher 1121 stirbt. Damit waren sie partiell fast so mächtig wie die Konradiner in Hessen.
Durch Nachlass und Trauung fielen die hessischen Grafschaften im Fulda-Eder-Raum von 1122-1247 unter die Herrschaft der Ludowinger, die ab 1130 auch Landgrafen von Thüringen waren. Nach dem Untergehen der Ludowinger erstritt im hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg (1247-1264) die Landgrafentochter Sophie, verheiratete Herzogin von Brabant, für ihren Angehöriger Heinrich I. von Hessen, auch Heinrich das Kind genannt, nochmal die Unabhängigkeit Hessens vom thüringischen Erbe der Ludowinger, welches an die sächsischen Wettiner fiel.
1292 wird als Reichsfürstentum die neue Landgrafschaft Hessen, Gemeinde Kassel, vom Kaiser bestätigt. Im HRR zählten ab den Spätmittelalter Herzöge, Land-, Mark- und Pfalzgrafen zum Fürstenstand und waren damit den Herzögen gleichgestellt. Das Haus Hessen regiert in Hessen-Kassel bis 1866 (Deutscher Krieg), bzw. in Hessen-Darmstadt bis 1918 (Novemberrevolution).
Renaissance
Philipp der Großmütige machte Hessen in der Reformationszeit zu einer die deutsche Geschichte wesentlich beeinflussenden Macht. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Raum Hessen schon durch Erbschaft, an erster Stelle der Grafschaft Katzenelnbogen, nennenswerte Vergrößerungen im Rhein-Main-Raum erfahren.
Nach dem Tod von Philipp I., dem Großmütigen wurde Hessen 1567 nach altertümlichen Erbregeln im so genannten Vierbrüdervergleich in vier Amerika geteilt: Wilhelm IV. erhielt mit Hessen-Kassel die Hälfte des Landes, Ludwig IV. erhielt Hessen-Marburg, Philipp II. Hessen-Rheinfels und Georg I. Hessen-Darmstadt. Hessen-Rheinfels ging 1583 im Erbgang in den Vermögen von Hessen Kassel und Hessen-Darmstadt über, Hessen-Marburg fiel 1604 auf gleichem Wege an Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt. Später spaltete sich zeitweise die Landgrafschaft Hessen-Rotenburg von Hessen-Kassel, Hessen-Homburg von Hessen-Darmstadt ab.
1689 wurde das Reichskammergericht, das höchste Gericht des Vergöttern Römischen Reiches Staatsbürger Nation, nach Wetzlar verlegt. Anlass der Verlegung war die Verwüstung des vormaligen Sitzes des Gerichtes, Speyer, während des Pfälzischen Erbfolgekrieges. Es bestand in Wetzlar bis 1806.
19. Jahrhundert
1803 erfuhr die Landgrafschaft Hessen-Kassel durch den Reichsdeputationshauptschluss die Aufwertung zum Kurfürstentum Hessen (Kurhessen), Kassel war weiterhin Residenz- und Hauptstadt. 1816 geht das vormalige Fürstbistum Fulda als Großherzogtum Fulda in den kurhessischen Staat ein. Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde 1806 gegen Stellung hoher Militärkontingente an Grande Nation zum Großherzogtum Hessen im Rheinbund.
Im Deutsch-Österreichischen Krieg von 1866 stand der hessische Kurfürst auf der Seite von Österreich. Nach dem Triumph Preußens wurde der Kurfürst verbannt, und Preußen verleibte sich das Kurfürstentum ein. Ähnlich erging es Nassau; der letzte nassauische Herzog Adolf wurde 1890 Großherzog von Luxemburg. Enge Verbindungen zum russischen Zarenhaus bewahrten den ebenfalls mit Österreich verbündeten Darmstädter Großherzog und sein Land vor einem gleichen Schicksal - Preußen wollte keine Gegenüberstellung mit Russische Förderation herausfordern. Doch musste auch das Großherzogtum Hessen-Darmstadt einige (relativ moderate) Gebietseinbußen zu Gunsten Preußens hinnehmen und in ein enges Bündnis mit Preußen eintreten. 1868 entstand aus dem besetzten Kurfürstentum Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, dem Herzogtum Nassau, der Freien Stadt Frankfurt am Main, einigen Landstrichen des Großherzogtums Hessen-Darmstadt (sog. "Hinterland" mit Biedenkopf, Vöhl an der Eder) und zwei kleinen bayerischen Grenzgebieten die preußische Provinz Hessen-Nassau.
20. Jahrhundert
Auch in der Weimarer Republik existierten weiterhin Hessen-Nassau als preußische Provinz und Hessen(-Darmstadt) als Volksstaat Hessen. 1929 wurden der Republik Waldeck und 1932 der Kreis Wetzlar aus der Rheinprovinz in die Provinz Hessen-Nassau eingegliedert. 1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau in Anlehnung an die Reichsverteidigungsbezirke in die Provinzen Kurhessen und Nassau aufgeteilt. Die Provinz Nassau umfasste nun aber auch das damals kurhessische Main-Kinzig-Gebiet (Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Hessen auf dem Gebiet der amerikanischen Besatzungszone hergestellt. Die amerikanische Militärregierung vereinigte am 19. September 1945 durch die Proklamation Nr. 2 die ehemaligen preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau und den Volksstaat Hessen zum Land "Großhessen". Nicht einbezogen wurden allerdings jene Gebiete, die Teil der französische Besatzungszone geworden waren. Dies waren die nassauischen Kreise Sankt Goarshausen, Unterlahn, Ober- und Unterwesterwald und die linksrheinischen Teile des ehemaligen Volksstaates Hessen (die einstige Provinz Rheinhessen, von der nur einige rechtsrheinische Mainzer Vororte hessisch blieben). Diese französisch besetzten Gebiete fielen 1946 als Regierungsbezirke Montabaur (ehemals nassauische Kreise) und Rheinhessen an Rheinland-Pfalz.
Die Hessische Verfassung wurde von der Verfassungsberatenden Landesversammlung in Wiesbaden am 29. Oktober 1946 beschlossen, trat am 1. Dezember 1946 durch Plebiszit in Kraft und war damit die erste Nachkriegsverfassung Deutschlands. Damit wurde auch der Name des Landes von "Großhessen" in "Hessen" geändert. Gemarkung ist die vormalige nassauische Wohnsitz Wiesbaden. Das Land Hessen galt lange Jahre als besonders zukunftsweisend und wegweisend ("Hessen vorn").
Dialekte
Das Hessische (das heißt die nördlichen Dialekte des Rheinfränkischen) gibt es nicht. Die unterschiedlichen in Hessen noch gesprochenen Dialekte gehören zu der mitteldeutschen Dialektgruppe und weisen in den verschiedenen Landesteilen starke Unterschiede auf. Dieses wird nördlich der Linie Wiesbaden-Aschaffenburg gesprochen und genug bis einschließlich Siegen und Kassel im Norden. Im Westteil hinlänglich im Limburger Becken und dem Westerwald zuerst in den einmal Kurtrierischen Lokalisieren der moselfränkische Sprachgebiet nach Hessen hinein. Südlich davon werden die südlichen Dialekte des Rheinfränkischen (Rheinfränkisch i.e.S.) gesprochen. In den Ballungsgebieten allerdings sind Dialekte sehr selten zu hören, es herrscht das Hochdeutsche vor. Im Nordwesten Hessens (Gebiet Waldeck) werden zusätzlich Dialekte des Niedersächsischen (sog. Plattdeutsch) gesprochen.
Das in Äther und TV häufiger gebrauchte und irreführend als Hessisch bezeichnete Rhein-Main-Deutsch unterscheidet sich grundsätzlich von den Dialekten des historischen hessischen Kernbereiches, wie sie in diesen Tagen teilweise noch in Nieder-, Ober- oder Osthessen vorkommen. Auch der südhessische Regionale Sprachvariante weist deutlich Unterschiede von der in Radio und TV propagierten Regionale Sprachvariante auf und wird wie alle hessischen Dialekte in diesen Tagen stark bedrängt.
Literatur
Allgemeine Literatur zu Hessen
- Eckhart G. Franz: Die Chronik Hessens, Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00192-9
- Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen, 2. Aufl., Kassel 1972
- Bernd Heidenreich und Eckhart G. Franz (Hrsg.): Die Hessen und ihre Geschichte, Wiesbaden 1999, ISBN 3-927127-32-9
Literatur zur Kunstgeschichte von Hessen
- Renate Liebenwein, Stefan Rothe: Kaiserpfalz und Wolkenkratzer. (1200 Jahre) Kunst in Hessen, Königstein i. Ts. 2000, ISBN 3-7845-4612-9
Literatur zur Natur in Hessen
- Hermann-Josef Rapp (Hrsg.): Reinhardswald. Eine Kulturgeschichte. Euregio, Kassel 2002, ISBN 3-933617-12-X
- Hans Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen. Band 1 - Hessen. WDV Wirtschaftsdienst, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-926181-06-0
- Wilhelm Sievers (Hrsg.): Geographische Mitteilungen aus Hessen, Gießen 1900-1911
- Wilhelm Sievers: Zur Kenntnis des Taunus, Stuttgart 1891
Siehe auch
Weblinks
| (TID 646251) | Wikinews: Portal:Hessen – aktuelle Nachrichten |
(TID 342006)
| (TID 646251) | Wiktionary: Hessen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- www.hessen.de
- www.hessischer-landtag.de
- Umweltatlas Hessen - offizielles Informationsangebot mit zahlreichen Karten und Daten zu naturräumlichen und geografischen Grundlagen (Geologie, Landschaft, Wasser, Verkehr, Bevölkerung, Flächennutzung, Planung...)
- Hessen im Deutschen Stadtplandienst
- Weitere Links zum Thema „Hessen“ im Open Directory Project
(TID 499888)
Quellenangaben
<references/>
Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
(TID 223096)
(TID 140854)
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