Jerusalem
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Jerusalem (hebräisch: Jeruschalajim, ירושלים arabisch: al-Quds (asch-Scharif), القدس;) ist die Kapitale des Staates Israel. In Jerusalem befindet sich der Sitz des Präsidenten ebenso wie der der Legislative, der Judikative und der Exekutive.
Ostjerusalem wurde im Sechstagekrieg von Israel erobert und 1980 durch ein Verfassung annektiert. Diese Angliederung ist durch die Staatengemeinschaft als rechtswidrig verurteilt worden und wird deshalb nicht anerkannt. Gegenüber der Ausweitung israelischen Rechts auf den Ostteil der Gemeinde und die Erweiterung der Stadtverwaltungsgrenze (und damit des Status als Hauptstadt) auf den Morgenland gibt es deshalb internationale Vorbehalte. Die PLO beansprucht den Ostteil der Gemeinde als Stadt eines zukünftigen Staates Palästina.
Jerusalem ist eine der ältesten Städte der Welt und wahrscheinlich seit 5000 Jahren durchgehend bewohnt. Der Gegensatz zwischen Antike und Moderne ist in dieser Ort mit ihrer multikulturellen und multiethnischen Bevölkerung besonders sichtbar. Die Altstadt ist von einer Wall umgeben und hat vier Teile: das jüdische, christliche, armenische und muslimische Viertel.
- Fläche: 126,4 km²
- Einwohner: 704.900 (Stand: 1. Januar 2005)
- Bevölkerungsdichte: 5.577 Einwohner/km²
- Höhe: 606–826 m ü. NN
- Telefonvorwahl: 02
- Geografische Lage: 31°47' nördl. Breite, 35°13' östl. Länge
- Bürgermeister: Uri Lupolianski
Inhaltsverzeichnis |
Rechtlicher Status Jerusalems
Am 29. Nov. 1947 nahm die Plenum der Vereinten Nationen die Entscheidung 181 an, die in Relation auf Jerusalem besagt, dass dieses zu einem corpus seperatum gemacht werden sollte, der unter einem besonderen internationalen Regierungsform stillstehen und von den VN durch einen Treuhänderrat und einem Gouverneur verwaltet werden sollte. Die lokale Verwaltung sollte den bestehenden autonomen Verwaltungseinheiten überantwortet werden. Die Gemarkung sollte demilitarisiert werden und wertfrei sein. Eine besondere Polizeieinheit sollte sich aus ausländischen Truppen rekrutieren. Die Legislative sollte in den Händen eines Rates liegen, der von den Stadtbewohnern nach den Regeln der Verhältniswahl gewählt wurde. Gegen die Entscheidungen dieses Rates, sofern sie den Status der Gemarkung beträfen, sollten die VN ein Vetorecht besitzen. Die Ort sollte Teil eines gemeinsamen Handelsraumes sein, Bürgern beider Vereinigte Staaten von Amerika sollte es gesetzlich sein die Ort zu eintreten und dort zu wohnen. Die jüdische Seite akzeptierte diese Resolution, die arabische Seite lehnte sie ab und erste Kampfhandlungen des israelischen Unabhängigkeitskrieges begannen.
In der israelischen Unabhängigkeitserklärung wird Jerusalem nicht erwähnt, aber davon gesprochen, dass Israel die heiligen Stätten aller Religionen beschützen wird. Im Gefecht um Jerusalem verlor Israel das jüdische Viertel der Kernstadt und den Orient der Gemeinde an die jordanische Arabische Legion. Die Ort war deshalb zwischen 1948 und 1967 abgetrennt in Westjerusalem, das von Israel, und Ostjerusalem, das von Jordanien annektiert worden war.
1948 erklärte der israelische Verteidigungsminister und eine Verordnung der Regierung, dass im Europa der Stadt, wie in jedem Teil Palästinas, den der Verteidigungsminister als von israelischen Truppen gehalten erklärt, israelisches Gesetz gelte. Ende 1949 erklärte David Ben Gurion in der Knesset, dass Jerusalem untrennbarer Teil Israels sei und seine ewige Hauptstadt. Diese Position wurde von der Knesset bestätigt.
1950 fand in Jericho eine Meeting von Würdenträgern aus dem von Jordanien eroberten Westjordanland zugunsten und der König von Jordanien verkündete ihr folgend die Angliederung des Westjordanlandes und Jerusalems zu seinem Königreich. Dies wurde nur von dem Vereinigten Königreich und Pakistan renommiert und gilt, wie jede Annexion, als völkerrechtswidrig. Großbritannien erklärte darüber hinaus, dass sich seine Anerkennung nicht auf Jerusalem beziehe. In den Jahren 1948–1952 wurde von den Vereinten Nationen ein paarmal der Versuch unternommen, eine Lösung für die Statusfrage herbeizuführen, dann aber ergebnislos eingestellt.
Seit 1952 akzeptierte die internationale Staatengemeinschaft die de facto Anwendung israelischen Rechts in Westjerusalem. Die Forderung, die Gemeinde zu internationalisieren, war immer weniger mit der Realität zu vereinbaren und wurde deshalb im Laufe der Zeit nimmer von den VN erhoben. Inzwischen wird Westjerusalem eindeutig als Teil Israels betrachtet. Die israelische Position besagt, dass Israel schon seit 1948, als sich Großbritannien zurückzog in einem Akt der Notwehr gegen die angreifenden arabischen Armeen die rechtmäßige Souveränität über den Abendland der Stadt, der ohne Souverän war, erhalten habe.
Als im Juni 1967 der Sechstagekrieg ausbrach kontaktierte Israel Jordanien über die VN und die amerikanische Botschaft. Die israelische Regierung erklärte, Israel würde Jordanien nicht angreifen, sofern Jordanien seinerseits davon voraussehen würde, Israel anzugreifen. Jordanien ignorierte dies und beschoss während des Krieges Westjerusalem und eroberte das neutrale Hauptquartier der VN, den ehemaligen Sitz des High Commissioners. Ein paar Tage später wurde dieses Gebiet von der israelischen Armee, zurückerobert und die jordanische Streitkräfte aus der gesamten Westbank einschließlich Jerusalems vertrieben; damit hatte Israel das gesamte ehemalige Mandatsgebiet erobert.
Nach dem Ende des Krieges verabschiedete die Knesset das Law-and-Administration-Ordinance-Gesetz, das es der Regierung erlaubte, das israelische Gesetz, seine Jurisdiktion und seine Verwaltung auf alle Gebiete des ehemaligen Mandatsgebiets auszuweiten. Gleichzeitig wurde die Gemeindeverwaltungsordnung geändert, womit es möglich wurde, die Verwaltungsgrenzen Jerusalems auf den Morgenland der Ort auszuweiten. Allerdings wurden bestimmte gesetzliche Arrangements stattdessen der arabischen Bewohner der Gemarkung beschlossen, die im Legal and Administrative Matters (Regulation) Law von 1970 festgeschrieben sind. Die arabischen Stadtbürger wurden auch nicht automatisch Israelis, es wurde ihn jedoch ermöglicht, recht unkompliziert die israelische Staatsbürgerschaft zu erwerben, woraus sie allerdings nur wenig Benutzung machten. Der Außenminister Israels Abba Eban erklärte folglich auch in einem Schrieb vom Juli 1967 an den VN-Generalsekretär, dass Israel Ostjerusalem nicht annektiert, anstelle nur verwaltungstechnisch eingebaut habe. Nichtsdestotrotz wurde dieser Schritt von VN-Einrichtungen kritisiert. In der Beschluss 242 des Sicherheitsrats wird Jerusalem nicht klar und deutlich erwähnt.
Die Position der israelischen Regierungen besteht darin, dass Jordanien absolut nie Souveränität über die Ort erhalten habe, weil es sie 1948 in einem Akt der Aggression unter seine Kontrolle gebracht habe, wogegen Israel 1967 in Notwehr gehandelt habe und deshalb bessere Ansprüche ausüben könne. (Annexionen sind nach dem Völkerrecht allerdings auch nach Verteidigungskriegen verboten.)
Bezüglich der vergöttern Stätten wurde von der Knesset 1967 das Preservation of the Holy Places Law erlassen, das den freien Zugang zu ihnen und ihren Schutz vor Zerstörung gewährleistet. In Berufung auf dieses Gesetz verhindert die israelische Polizei, um die öffentliche Ordnung und die Sicherheit zu gewährleisten, dass nationalreligiöse Juden, wie die Nationalist Groups Association, auf dem Tempelberg öffentliche Gottesdienste abhalten.
Im Vertragswerk von Camp David wurde Jerusalem ausgeklammert. In den beigefügten Briefen an den Subjekt von Camp David, den Präsidenten der USA, erklärte Menachem Begin für Israel, dass Jerusalem die unteilbare Gemarkung Israels sei. Sadat erklärte, dass das arabische Jerusalem ein integraler Teil des Westjordanlands sei und unter arabischer Souveränität stehen solle. Er sprach sich jedoch gleichzeitig dafür aus, bestimmte Funktionen der Gemeinde einem gemeinsamen Rat zu überantworten. In diesem Sinne soll die Stadt ungeteilt sein, schrieb Sadat.
Anno 1980 verabschiedete die Knesset ein Gesetz, das Jerusalem zur „ewigen und unteilbaren Hauptstadt“ Israels erklärte und Ostjerusalem annektierte. Dieses Gesetz wurde eines der Grundgesetze Israels.
Mit der Resolution 478 verurteilte der UN-Sicherheitsrat die Angliederung Ost-Jerusalems und forderte als Strafmaßnahme alle Staaten, deren Botschaften ihren Sitz in Jerusalem hatten, dazu auf, diese aus Jerusalem abzuziehen.
Zu diesem Zeitpunkt hatten von 45 USA 13 den Sitz ihrer Botschaften in Jerusalem: Bolivien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, die Niederlande, Panama, Uruguay und Venezuela. Alle anderen Botschaften hatten ihren Sitz in Tel Aviv.
Alle 13 betroffene Neue Welt folgten der Resolution. 1982 verlegten zwei Staaten, Costa Rica und El Salvador, ihre Botschaften zurück nach Jerusalem. Außerdem befinden sich Generalkonsulate der Neue Welt Griechenland, Großbritannien und USA in Jerusalem.
1988 gab Jordanien seinen Anspruch auf Souveränität über das Westjordanland und damit auch Ost-Jerusalems auf. Im selben Jahr rief die PLO den Staat Palästina aus und erklärte Jerusalem zu seiner Hauptstadt, was zu diesem Zeitpunkt, dennoch diese „Unabhängigkeitserklärung“ von vielen arabischen Vereinigte Staaten renommiert wurde, eine klare Ausgedachtes war. Völkerrechtlich müssen daneben der Ausrufung eines Staates vier Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Staat entstehen zu lassen. Es muss ein Staatsgebiet, sowie ein Staatsvolk geben, über die es eine effektive Regierung und Kontrolle gibt. Außerdem muss der neue Staat die Fähigkeit besitzen, internationale Beziehungen einzugehen. Die PLO war zu diesem Zeitpunkt weit davon entfernt, effektive Kontrolle über irgendeinen Teil der umstrittenen Gebiete auszuüben.
In der Declaration of Principles, die am 13. Sept. 1993 zwischen Israel und der PLO unterzeichnet wurde, wird die palästinensische Selbstverwaltung, wie sie in zwei Formen für das Westjordanland festgeschrieben wurde (Gebiete A und Gebiete B) für keinen Teil Jerusalems bestimmt. Der Endstatus der Gemarkung soll nach den Oslo-Abkommen in einem endgültigen Vertrag bestimmt werden. Die Declaration of Principles zulässig es allerdings den palästinensischen Bürgern Jerusalems, nach einem extra Abkommen zwischen den beiden Seiten, an den Wahlen teilzunehmen.
Geschichte
Frühgeschichte
Die Existenz Jerusalems als kanaanäischen Stadtstaat ist durch ägyptische Quellen seit dem 18. Jahrhundert a. Chr. als Uruschalim belegt. Der Name Uruschalim/Jerusalem (nach der Heilige Schrift vor der Eroberung durch David Salem oder Jebus) bedeutet „Stadt des Schalim“ oder „Stadt des Friedens“. Schalim war ein kanaanitischer Gott der Abenddämmerung. Shalom bedeutet im Hebräischen, Salam im Arabischen Frieden. Gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr gehörte die Gemarkung nach dem biblischen Bericht den Jebusitern.
Der jüdischen Heilige Schrift nach eroberte König David Jerusalem von diesen um das Anno 997 v. Chr., er machte sie zur „Davidsstadt“ und zum politischen und religiösen Mittelpunkt des Israelitenreiches. Für die jüdische Theismus und Kultur ist Jerusalem seit Zentrum und Hauptstadt. Sein Sohn, König Salomo (um 969–930), erbaute einen Bauwerk und einen ersten Tempel für Jahwe. Der Tempelberg ist dieser Tage der islamischen Waqf unterstellt, Ausgrabungen sind dort nicht möglich. Der Waqf erstellt illegalerweise eine neue Moschee in den sogenannten Ställen Salomos. Bei diesen Bauarbeiten werden unkontrolliert Überreste der beiden jüdischen Tempel zerstört.
Nach Salomos Tod 926 v. u. Z. wurde Jerusalem die Gemeinde des israelitischen Südreiches Juda.
Königin Atalja (845–840) entweihte den Tempel und führte im Tempel den Baalskult ein, und unter König Ahas (741–725) wurden auch assyrische Götter verehrt. Erst Hiskija (725–697) reinigte den Tempel nochmal und sicherte die Gemarkung durch Mauern und einen Fußgängerunterführung zur Wasserversorgung. Joschija machte 628 v. Chr. Jerusalem zur alleinigen legitimen israelitischen Kultstätte.
In verschiedenen Geschichtswerken wird – unter Verwendung babylonischer Quellen – angeführt, dass Nebukadnezar II. die Gemeinde im Jahre 586 v. Chr. eroberte und den Tempel zerstörte. Nach der Rückkehr der jüdischen Oberklasse wurde der Tempel neu erbaut (Nehemia).
Unter römischer Herrschaft wurde der von Herodes dem Großen erbaute zweite Tempel im Jahre 70 n. Chr. durch Titus zerstört. Hadrian verbot nach dem Bar-Kochba-Aufstand Juden den Zutritt zur Ort und benannte sie in Aelia Capitolina um. Konstantin erklärte Jerusalem schließlich zur christlichen Gemarkung (Bau der Grabeskirche, dem größten Heiligtum der Christenheit).
Nach der römischen Herrschaft
Nach einer kurzen Besetzung durch die Perser (614–628), wobei es zu Massakern an Christen gekommen war, wurde die Ort nach dem Sieg des oströmischen Kaisers Herakleios an Byzanz zurückgeben. Anno 637 eroberten Araber im Zuge der islamischen Expansion die Stadt; sie wurde vom Patriarchen Sophronius freiwillig übergeben, nachdem keine Hoffnung auf Entsatz mehr bestanden hatte und die Araber dem Abzug der Christen, welche die Gemeinde verlassen wollten, zugestimmt hatten. Während der Kreuzzüge eroberten die Krieger unter Gottfried von Bouillon 1099 Jerusalem und richteten dort ein Massaker unter der Bevölkerung an. Innerhalb von drei Tagen wurden so weit wie 20.000 Bewohner getötet. Es entstand das Königreich Jerusalem.
Anno 1187 gelang es Saladin (arabisch Salah ad-Din Yusuf ibn Ayub), dem kurdischstämmigen Sultan von Ägypten, Jerusalem zu erobern. Ein kurzes Zwischenspiel bildete die Herrschaft von Kaiser Friedrich II. von 1229 bis 1244.
Jahr 1244 besetzten die Mamluken, eine türkische Söldnerschicht, welche nach dem Tode Saladins die Herrschaft in Ägypten übernommen hatten, die Stadt. Von 1244 bis 1517 wechselten sich Tartaren, Mamluken, Mongolen und Ayybiden in der Herrschaft ab.
Jerusalem hatte anno dazumal weniger als 10.000 Bewohner und keine politische Bedeutung. Vollgültige Bürger waren nur die Muslime. Christen und Juden mußten sich durch ihre Kleidung kenntlich machen. Sie durften ihre Theismus als Anhänger einer Buch-Religion zwar summa summarum ausüben, wurden aber juristisch in fast allen Lebensbereichen diskriminiert und ausgebeutet. Dennoch existierte immer ein christliches und ein jüdisches Viertel in der Gemeinde und ein ständiger, sogar wenn geringer Strom von christlichen und jüdischen Besuchern und Pilgern.
Anno 1516 wurden die Mamluken in Syrien von den osmanischen Türken besiegt. Sultan Selim I. (1465–1520) gewann Ägypten, Arabien und Syrien. Jerusalem wurde zum Verwaltungssitz eines osmanischen Sandschaks (Regierungsbezirk). Die ersten Jahrzehnte der türkischen Herrschaft brachten Jerusalem einen deutlichen Aufschwung.
Nach 1535 ließ Sultan Süleyman I. (1496–1566) wenn schon die Befestigungen der Gemarkung in teils veränderter Linie abermals errichten, so wie sie gegenwärtig zu sehen sind. Durch diese Mauern erhielt die Kernstadt ihre heutige Struktur.
Die viel zu großen neuen Mauern um den anbeten Symbolort sollten für die neue Herrschaft ein Zeichen setzen. Jerusalem gewann dennoch in der Folgezeit nicht an Bedeutung. Die korrupte türkische Verwaltung lokaler Herrschaft war sich anfechtbar in ihrer Haltung gegenüber den Juden und Christen und schwankte zwischen Despotismus wie unter Ibn Faruk (1622–1626) und erkaufter Toleranz.
Die verarmten Juden und Christen lebten überwiegend vom Pilgergewerbe. Der Eigentum der Heiligtümer Jerusalems war wegen der damit verbundenen Almosen eine lebenswichtige Einnahmequelle. Dies erklärt auch die früher zum Teil erbitterten, hin und wieder wenn schon gewaltsamen Konflikte unter den christlichen Kirchen um einzelne Besitzrechte. Geschichtlich bedeutungsvoll ist die Präsenz armenischer Christen in Jerusalem, die ab der Mittelpunkt des 3. Jahrhunderts beobachtbar ist. Einstweilig lebten so weit wie 25.000 Armenier in Jerusalem.
Ab 1860 kamen durch Alyah (Rückkehr) immer mehr Juden in die Stadt, und es wurden erste Wohngebiete außerhalb der Stadtmauern gegründet. Jerusalem blieb osmanische Stadt, bis sie 1917 von britischen Truppen voll wurde, die im Ersten Weltkrieg gegen das Osmanische Reich kämpften.
Jüngere Entwicklungen und derzeitiger Status
Schon seit Beginn der Konflikte zwischen Juden und Muslimen war Jerusalem bzw. der Status der Ort ein zentraler Streitpunkt. Die Vertreter beider Religionsgruppen verlangen die Gemarkung oder immerhin Teile davon als Gemarkung von Israel bzw. von Palästina.
Ein Versuch, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, stellte der Teilungsvorschlag der Vereinten Nationen des Jahres 1947 vor, der vorsah, auf dem Gebiet des heutigen Israels einen meist jüdischen und einen muslimischen Staat zu schaffen und Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen. Wenngleich der Plan als UN-Resolution 181 von über zwei Dritteln der UN-Vollversammlung ausgedacht wurde, betrachtete ihn die arabische Seite als einen unzumutbaren Übertragung auf einen Teil des „Dar al Islam“. Die Araber lehnten den Plan ab und griffen einen Tag nach der Gründung Israels diesen Staat an.
Nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg genauer Palästinakrieg hatte die israelische Armee große Gebiete des Landes erobert; Jerusalem wurde geteilt. Die westlichen Stadtteile fielen an Israel, Ostjerusalem kam mit dem Westjordanland (Judäa und Samarien) unter jordanischer Besatzung. Die jüdische Bevölkerung Ostjerusalems wurde vertrieben, das jüdische Viertel in der Historischer Stadtteil zerstört, und der Zugang zur Klagemauer als heiligster Ort des Judentums blieb Juden nunmehr versperrt. Israel erklärte 1950 Jerusalem zur Hauptstadt. Dies wurde von der internationalen Gemeinschaft mit wenigen Ausnahmen nicht anerkannt.
Im Sechstagekrieg (1967) eroberten israelische Fallschirmjäger Ostjerusalem. Zur Schonung von Moscheen und Kirchen verzichtete man dabei auf den Einsatz schwerer Waffen und nahm dafür erhebliche Verluste in Kauf: Von generell rund 800 israelischen Kriegstoten fielen 183 in Jerusalem. Zum ersten Mal seit der Staatsgründung konnten Juden dadurch überhaupt abermals an der Klagemauer beten. Verschiedenartig als die arabische Seite 1949 den Juden verweigerte Israel aber den Moslems grundsätzlich nicht den Zugang zu den anbeten Stätten, stattdessen unterstellte den Tempelberg einer autonomen moslemischen Verwaltung (Waqf).
Alle beide Stadtteile und einige Umlandgemeinden wurden am 30. Juli 1980 durch das Jerusalemgesetz zusammengefasst und die Gemeinde zur untrennbaren Gemarkung Israels erklärt. Dies ist aus palästinensischer Sicht eines der Haupthindernisse auf dem Weg zum Frieden. Der UN-Sicherheitsrat erklärte die Annexion Ostjerusalems für nichtig (UN-Resolution 478), sie wird daher von der Staatengemeinschaft ganz überwiegend nicht anerkannt, so dass sich alle diplomatischen Vertretungen, mit Ausnahmefall von Costa Rica und El Salvador, in Tel Aviv befinden.
Jerusalem ist der Sitz der israelischen Regierung, des israelischen Präsidenten, des israelischen Parlamentes – der Knesset, der 1918 gegründeten Hebräischen Universität und der Holocaustgedenkstätte Jad waSchem. 1979 lebten schon wiederholt 50.000 Juden in Ost-Jerusalem, 1993 waren es schon 160.000. Der Großteil der inzwischen rund 200.000 Juden in und um Jerusalem versteht sich unähnlich als beispielsweise in Gaza oder Hebron nicht als nationalreligiöse Siedler, statt ist einfach wegen staatlicher Förderung (insbesondere Steuervorteile und infrastrukturelle Investitionen) in diese Gebiete gezogen. Das bekannteste Beispiel für den Siedlungsbau ist die Trabantenstadt Ma'ale Adumin, eine am Reißbrett entworfene Siedlung, die zur Zeit von 50.000 Volk bewohnt wird. Nach Daten der Christian Peacemaker Teams aus Chicago wurden zwischen 1967 und 1991 in Jerusalem 40.000 neue Häusereinheiten für israelische Juden gebaut, aber nur 555 für Palästinenser. Im Übrigen wurden palästinensische Häuser von Israel zerstört, um Platz für den Sicherheitszaun zu schaffen. Die Palästinenser stellen zwar rund 30 Prozent der Bewohner von ganz Jerusalem, bewohnen aber nur mehr 14 Prozent von dessen Fläche. Siehe auch: Israelisch-palästinensischer Konflikt, Al-Aqsa-Intifada
Einwohnerentwicklung
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.
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Religion
In Jerusalem findet sich eine große Anzahl von Religionen und religiösen Bewegungen. Mission ist in Israel und Jerusalem in jedweder Form verboten. Die wichtigsten religiösen Gruppierungen in der Gemarkung sind die zum jüdischen Spektrum gehörenden Ultraorthodoxen, Orthodoxen, die Gemäßigten und die Reformer sowie die messianischen, das heißt christusgläubigen Juden.
Zum muslimischen Spektrum gehören die Sunniten, Schiiten, Alawiten und Drusen.
Zum christlichen Spektrum gehören die Griechisch-Orthodoxen, Griechisch-Katholischen, Römisch-Katholischen, die Lutheraner, Protestanten, Anglikaner, Armenier, die Russisch-Orthodoxen, Georgisch-Orthodoxen, die Äthiopier und die Altkatholiken.
Jerusalem als heilige Stadt
Jerusalem ist von großer Bedeutung in der Bibel und wird im Allgemeinen über 800-mal erwähnt. Wieder und wieder steht die Gemeinde im Mittelpunkt der Heils- und Gerichtsankündigungen des biblischen Gottes, so in erster Linie bei den Propheten Daniel, Jeremia, Jesaja, Ezechiel, Sacharja und den Psalmen, aber auch in der Offenbarung.
Beispiele:
- Ezechiel 5,5: „So spricht Gott der Herr: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!“
- Joel 4,17: „Und ihr sollt’s erfahren, dass ich, der Herr, euer Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne.“
- Psalm 137,5: „Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.“
Sowohl .... als auch die Gemarkung Jerusalem wie auch das Land und Volk Israels stellt die Heilige Schrift als Gottes Habseligkeiten dar. Interessant ist diesbezüglich die literarische Darstellung Jerusalems als ein Findelkind, das von Gott aufgezogen wird in Ezechiel 16, ebenso wie die Zusagen Gottes an die Gemarkung in den Psalmen, die wie Eheversprechen formuliert sind.
Jerusalem wir nicht nur von den Christen an Stelle ebenso auch von den Juden und den Muslimen als Heilige Ort angesehen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das bekannteste Theater in Jerusalem ist das Stadttheater.
Museen
Die bedeutendsten Museen in Jerusalem sind das Israel Museum mit dem „Schrein des Buches“, das Rockefeller Museum für Archäologie, die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, das Naturhistorische Museum und das Bazabel-Museum für Volkskunst und Folklore.
Bauwerke
Die Kernstadt von Jerusalem wurde 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Sie ist seit dem Mittelalter in das armenische Viertel im Südwesten, das christliche im Nordwesten, das jüdische im Südosten und das muslimische Viertel im Nordosten unterteilt und wird von einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden, fast vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Berliner Mauer umfasst viele Türme sowie acht Tore.
Im christlichen Teil der Historischer Stadtteil befindet sich das Neue Tor, an der Grenze zum armenischen Teil das Jaffator und zum muslimischen Teil das Damaskustor. In den muslimischen Teil führen das Herodestor, Goldene Tor(durch die Türken versiegelt) und das Stephanstor. Im jüdischen Teil steht das Zionstor und das Dungtor; südwestlich davon erhebt sich der Höhe Zion mit dem mutmaßlichen Grab König Davids. Östlich der Kernstadt liegt der Ölberg mit dem Anlage Getsemani.
Den Christen ist die Historischer Stadtteil von Jerusalem heilig, da sie der Ort der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus ist. Für die Juden ist sie als Kapitale des ersten jüdischen Königreiches heilig, für die Muslime, weil sie mit der Himmelfahrt des Propheten Mohammed in Verbindung gebracht wird. Wichtige christliche Stätten sind die auf den Grundmauern einer Basilika aus dem 4. Jahrhundert erbaute Grabeskirche und die Via Dolorosa.
Die etwa 400 M lange, von den Juden „Westliche Mauer“ genannte Klagemauer ist ein Teil der Stützmauer des Plateaus, auf dem der große Tempel Herodes des Großen stand. Wichtige muslimische Bauwerke auf dem Tempelberg sind in diesen Tagen der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee.
Alternative bedeutende Bauwerke der Gemarkung sind der Cardo (Säulengang), die Dormitio-Kirche, die Erlöserkirche, die vier sephardischen Synagogen, die Synagoge des Hadassa-Klinikums mit ihren Chagallfenstern und die Zitadelle.
Im Norden, Abendland und Süden der Historischer Stadtteil breitet sich die Neustadt von Jerusalem aus, die sich seit der Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Sie erstreckt sich über die umliegenden Hügel und weiter bis in das wüstenhafte Einzugsgebiet der Stadt. Die modernen Wohn- und Geschäftsgebäude und die breiten Straßen der Neustadt bilden einen starken Unterschied zu den ärmlichen Behausungen und engen Gassen der Altstadt.
In der Neustadt befinden sich die Knesset (das israelische Parlament) und verschiedene bedeutende staatliche Einrichtungen. Dazu gehören u. a. das Finanzministerium, das Außenministerium, das Bundesinnenministerium und der Sitz des Premierministers.
Wirtschaft und Infrastruktur
Das wirtschaftliche Leben der Gemarkung Jerusalem basiert zum überwiegenden Teil auf ihrer religiösen und kulturellen Bedeutung sowie auf ihrer Funktion als Verwaltungszentrum. Der Dienstleistungssektor ist dementsprechend gut ausgebaut. Etliche Bewohner von Jerusalem sind in der staatlichen und städtischen Verwaltung sowie im Bildungswesen beschäftigt.
Eine eher untergeordnete Rolle spielt demgegenüber das produzierende Gewerbe. Die Industriebetriebe der Gemeinde stellen u. a. Glas-, Metall- und Lederwaren, Druckerzeugnisse, Schuhe und Zigaretten her. Die Produktionsbetriebe sind vornehmlich in den äußeren Bezirken von Jerusalem angesiedelt. Der Tourismus ist jedoch der mit Abstand bedeutendste Wirtschaftsfaktor, da die Kernstadt ein bedeutendes Ziel für Touristen ist.
Verkehr
Durch die Berglage liegt Jerusalem abseits der wichtigsten Verkehrsströme Israels, die zunächst in der Küstenebene und dem dahinterliegenden Landstreifen fließen. Innerhalb der Ort muss sich die Straßenführung der hügeligen Landschaft anpassen.
Die wichtigste Straßenverbindung Jerusalems ist die Autobahn nach Tel Aviv, in die anderen Richtungen bestehen Landstraßen. Besonders bemerkenswert ist die Straße an das Tote Meer, die auf ihrem Weg durch das Westjordanland 1200 Höhenmeter abfällt. Nördlich der Gemeinde befindet sich ein kleiner Flughafen, der nur Ziel von innerisraelischen Flugverbindungen ist. Daher fliegt Israel Airlines Ltd. nach Tel Aviv, Elat und Rosh Pinna. Der internationale Luftverkehrszentrum für Jerusalem ist der Ben-Gurion-Flughafen
Seither 7. April 2005 verkehren nach siebenjähriger Unterbrechung wiederholt Züge der Israel Railways zwischen Jerusalem und Tel Aviv; die Gebirgsstrecke über Bet Schemesch wurde seither Juli 1998 saniert. Eine Schnellfahrstrecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv soll 2008 fertiggestellt werden.
Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt in erster Linie über Busse der staatlichen Busgesellschaft Egged, die samstags ihren Tätigkeit einstellt. 2007 ist geplant, Jerusalems neues Straßenbahnsystem zu eröffnen.
Eine der bekanntesten und zugleich wichtigen innerstädtischen Straßen ist die Jaffastraße, die von der Kernstadt in Trend Tel Aviv führt. Sie ist eine wichtige Einkaufsstraße und war schon mehrfach Podium blutiger Attentate.
Bildung
Zu den bekannten Bildungseinrichtungen in der Gemarkung gehören die 1918 eröffnete Hebräische Universität von Jerusalem, die 1959 gegründete Israelische Akademie, das Planetarium, das Zionistische Zentralarchiv, die Gulbenkian-Bibliothek und die Jüdische Nationalbibliothek.
In der Ort befinden sich viele religiöse Lehr- und Forschungsinstitute. Dazu gehören u. a. die 1890 eröffnete École Biblique et École Archéologique Française, das 1927 gegründete Päpstliche Bibelinstitut und das 1963 eröffnete Institut der Jüdischen Religion.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Hadsch Mohammed Amin al-Husseini, islamischer Geistlicher und palästinensischer arabischer Nationalist
- David Gerstein, israelischer Künstler
- Amira Hass, jüdische Journalistin
- Flavius Josephus, jüdischer Person und Geschichtsschreiber
- Eliahu Inbal, israelischer Dirigent
- Jigael Jadin, bedeutender israelischer Archäologe, Person und der zweite Generalstabschef der israelischen Armee, Zahal
- Abraham B. Jehoshua, israelischer Schriftsteller
- Kyrill von Jerusalem, Kirchenvater der Rechtgläubigkeit und Kirchenlehrer
- Isaak Luria, jüdischer Kabbalist
- Jutta Oesterle-Schwerin, deutsche Politikerin
- Natalie Portman, US-amerikanische Schauspielerin
- Rehabeam, erste König von Juda
- Ahmet Kutsi Tecer, türkischer Schreiber und Politiker
- Theodor I., Papst
- Wilhelm von Tyrus, Erzbischof von Tyros und Chronikschreiber des Mittelalters
Literatur
- Christoph Gerhard: Marco Polo Reiseführer Jerusalem. Stuttgart: Mairs Geographischer Betrieb 2001. ISBN 3895259284
- Hubel, Helmut/Seidensticker, Tilman (Hrsg.): Jerusalem im Widerstreit politischer und religiöser Interessen. Die „Heilige Stadt" aus interdisziplinärer Sicher, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-51057-8, 247 S.
- ein weiteres umfangreiches Verzeichnis wissenschaftlicher Literatur zu Israel/Jerusalem/Palästina, dem Salominischen Tempel zu Jerusalem, Templerorden allgemein, Papsturkunden, Kreuzzüge sowie der Ordensregel der Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel[1]
- Edi Gnesa: Die von Israel besetzten Gebiete im Völkerrecht. Eine besatzungsrechtliche Analyse. Zürich 1981 (Schweizer Studien zum internationalen Recht, Band 25). ISBN 3-7255-2177-8
siehe auch
Portal:Jerusalem, Liste der Kirchen in Jerusalem, Wappen Jerusalems
Weblinks
| (TID 646251) | Commons: Jerusalem – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
- Igor Schestkow – Photos von Jerusalem
- Fremdenverkehrsamt Israel mit touristischen Informationen (dt.)
- Stadtverwaltung Jerusalem (engl.)
- Länder und Städte
- Die Tempel von Jerusalem im Islam von Martin Kramer
- Portaal van de foto's van Jeruzalem
- Armenisches Patriarchat Jerusalem
Koordinaten: 31° 46' 45" N 35° 13' 25" O
(TID 488883)
an:Cherusalén
ar:القدس
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