Kiel
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel behandelt die Gemarkung Kiel. Für übrige Bedeutungen, siehe Kiel (Begriffsklärung). |
(TID 537469)
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Wappen Kiel.png | Bild:Lage der kreisfreien Gemeinde Kiel in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Geographische Lage: | Koordinaten: 54° 20' N, 10° 8' O54° 20' N, 10° 8' O (TID 488890) |
| Höhe: | 0 bis 74,2 m ü. NN |
| Fläche: | 118,4 km² |
| Arbeitslosenquote: | 16,6 % (Dezember 2005) |
| Einwohner: | 230.918 (31. März 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.950 Bevölkerung je km² |
| Vorwahl: | 0431 |
| Postleitzahl: | 24000–24159 (alt: 2300) |
| Kfz-Kennzeichen: | KI |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 02 000 |
| Stadtgliederung: | 18 Ortsbezirke mit 30 Stadtteilen |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Fleethörn 9 24103 Kiel |
| Website: | www.kiel.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeisterin: | Angelika Volquartz (CDU) |
| Stadtpräsident: | Rainer Tschorn (CDU) |
| Regierende Parteien: | CDU/Grüne |
Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel ist eine kreisfreie Stadt im Morgenland des Landes an der Ostsee (Kieler Förde). Sie ist die größte Gemeinde und angrenzend Lübeck, Flensburg und Neumünster ein Oberzentrum des Bundeslandes. Obendrein ist Kiel eine traditionsreiche Universitätsstadt mit starkem Verhältnis zum Meer in den Bereichen Marine, Schiffbau, Segeln und Meeresforschung. Die nächstgelegene größere Ort ist die Freie und Hansestadt Hamburg, etwa 90 km südwestlich.
Die Einwohnerzahl der Gemeinde Kiel, des historischen Hauptortes von Holstein, überschritt im Zuge des Ausbaus als Reichskriegshafen um das Anno 1900 die Grenze von 100.000, womit sie zur Großstadt wurde. Schon 1913 hatte die Ort über 200.000 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Kiel ist einer der wichtigsten Naturhäfen an der Ostsee und liegt zu beiden Seiten der Kieler Förde. Durch Kiel verläuft die Wasserscheide von der Nordsee zur Ostsee. So berührt ebenso wie die Schwentine der Fluss Eider, der in die Nordsee mündet, Kieler Stadtgebiet, außerdem endet der Nord-Ostsee-Kanal im Viertel Kiel-Holtenau. Die Umgebung Kiels ist von Moränenhügeln geprägt und geht direkt in die Holsteinische Schweiz über.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden grenzen an die Ort Kiel (sie werden nach dem Uhrzeigersinn einsetzend im Nordosten, an der Ostküste der Kieler Förde, genannt):
Kreis Plön: Mönkeberg, Schönkirchen (Holstein), Klausdorf und Raisdorf (alles amtsfreie Gemeinden) sowie Pohnsdorf, Honigsee und Boksee (alle Amt Preetz-Land)
Kreis Rendsburg-Eckernförde: Flintbek (Amt Flintbek), Molfsee und Mielkendorf (Amt Molfsee), Melsdorf und Ottendorf (Amt Achterwehr), Kronshagen (amtsfreie Gemeinde), Neuwittenbek und Felm (Amt Dänischer Wohld), Altenholz (amtsfreie Gemeinde), Dänischenhagen (Amt Dänischenhagen) und Strande (Amt Dänischenhagen)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Kiels ist in 30 Stadtteile eingeteilt. Des Öfteren bilden ein oder etliche Stadtteile zusammen einen der alles in allem 18 Ortsbezirke mit je einem Ortsbeirat. Diese Gremien werden von der Ratsversammlung (Gemeinderat) der Gesamtstadt nach alle Kommunalwahl neu bestimmt und sind zu wichtigen, den Ortsbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Sie können auch Anträge, die den Kiez betreffen, an die Ratsversammlung stellen, damit diese dort beraten bzw. beschlossen werden.
Die Ortsbezirke mit ihren zugehörten Stadtteilen und deren amtlicher Nummer:
- Mitte
- 1 Altstadt
- 2 Vorstadt
- 3 Exerzierplatz
- 4 Damperhof
- Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook Bild:KielWasserturm1.jpgWasserturm Ravensberg
- 5 Brunswik
- 6 Düsternbrook
- 7 Blücherplatz
- 9 Ravensberg
- Steenbek-Projensdorf
- 8 Wik z.T.
- Wik
- 8 Wik z.T.
- Schreventeich/Hasseldieksdamm
- 10 Schreventeich
- 11 Südfriedhof
- 15 Hasseldieksdamm
- Gaarden
- 12 Gaarden-Ost
- 13 Gaarden-Süd und Kronsburg
- Hassee/Vieburg
- 14 Hassee
- Ellerbek/Wellingdorf
- 16 Ellerbek
- 17 Wellingdorf
- Holtenau
- 18 Holtenau
- Pries-Friedrichsort
- 19 Pries
- 20 Friedrichsort
- Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf
- 21 Neumühlen-Dietrichsdorf
- Elmschenhagen/Kroog
- 22 Elmschenhagen
- Suchsdorf
- 23 Suchsdorf
- Schilksee
- 24 Schilksee
- Mettenhof
- 25 Mettenhof
- Russee/Hammer
- 26 Russee
- Meimersdorf/Moorsee
- 27 Meimersdorf
- 28 Moorsee
- Wellsee/Kronsburg/Rönne
- 29 Wellsee
- 30 Rönne
Geschichte
- Kiel wurde zwischen 1233 und 1242 von Graf Adolf IV. von Holstein aus dem Hause Schauenburg gegründet. Nur bei Kiel stieß das alte deutsche bzw. sächsische Raum an die Ostsee - nördlich der Levensau lag dänisches, östlich der Schwentine nach dem Limes Saxoniae mit Wagrien slawisches Gebiet. Damit war Kiel eine der nördlichsten Städte im Heiligen Römischen Reich. -- Der ursprüngliche Stadtname lautete Holstenstadt tom Kyle ("die Holstenstadt an der Förde)". Kyle heißt Keil und meint hier im Speziellen die Förde, eine Meeresbucht, die wie ein Keil weit ins Land rein schneidet. Im Sprachgebrauch wurde der lange Name zu tom Kyle verkürzt und schließlich zu Kiel (das y im alten Namen ist ein langes i). Früher kursierte übrigens noch eine andere Erklärung für den Namen der Gemeinde Kiel: Das Gewässer "Kleiner Kiel", das den Altstadtbereich fast total umschließt, ist ein ehemaliges "Noor". Dieses ehemalige Noor bildete - ähnlich wie in Haithabu an der Schlei - einen sicheren Naturhafen für die seefahrenden Wikinger. Die Ortsnamen Brunswik und Wik weisen auf die Gegenwart der Nordmänner hin. Das alte nordische Wort "Kijl" [gesprochen = kijel] bedeutet "Quelle", also gutes Trinkwasser, auf das die seefahrenden Wikinger abhängig waren. Eine "Wik" (sicherer Naturhafen) ohne gutes Trinkwasser, also eine Quelle = Kijl, war für die Wikinger kein guter Hafen! Wer sich alte Karten von Kiel anschaut wird etliche kleine Bäche finden, die alle in das Noor, den "Kleinen Kiel" münden. Genau dort, wo sich der sichere Naturhafen - die Wik - befand, konnte man vormalig gutes Trinkwasser aus den Bächen schöpfen. Die Bäche sind dieser Tage alle kanalisiert und darum nicht länger sichtbar. Diese damaligen Trinkwasserquellen = Kijls könnten also sehr wohl der eigentliche Ursprung des Namens "Kiel" sein. Beweisen erlauben sich aber alle beide Versionen nicht.
- 1242 erhielt Kiel das Lübecker Stadtrecht verliehen
- 1283 Eintritt in die Hanse
- 1301 war die Gemeinde befestigt
- Ab 1329 von einer Stadtmauer umgeben
- 1460 Unterzeichnung des Vertrags von Ripen
- 1469 Erstmalige Erwähnung des Kieler Umschlags
- 1518 Kiel wird aus der Hanse ausgeschlossen
- 1665 Gründung der Christian-Albrechts-Universität durch Herzog Christian Albrecht von Gottorf - die CAU ist damit die nördlichste Universität im römisch-deutschen Reich
- 1728 Im Kieler Schloß wird der spätere russische Zar Peter III. als Sohn des Herzogs Karl Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf geboren
- 1773 kommt die Gemarkung an den dänischen König
- 1803 Errichtung eines Botanischen Gartens
- 1813 wird Kiel im Kosakenwinter von Schweden eingenommen
- 1814 Frieden von Kiel: Das Herzogtum Holstein wird weiter vom dänischen König regiert
- 1815 Holstein, das bis 1806 Teil des Heiligen Römischen Reiches gewesen war, wird Angehöriger des Deutschen Bundes
- 1830 Uwe Jens Lornsen, zum Landvogt auf Sylt ernannt, macht auf der Reise von Kopenhagen dorthin Zwischenstation in Kiel und publiziert hier im Verlagshaus C. F. Mohr seine den dänischen Gesamtstaat in den Grundfesten erschütternde Schmähschrift "Ueber das Verfassungswerk in Schleswigholstein".
- 1838 Gründung der Maschinenbauanstalt Schweffel und Howaldt, Kiels erster großer Betrieb, aus dem später die heutige HDW heraus geht
- 1844 Mit der Eisenbahnlinie nach Altona (König Christian VIII. Ostseebahn) wird der Ostseehafen Kiel mit Elbe und Nordsee verbunden
- 1848 In Kiel konstituiert sich eine provisorische schleswig-holsteinische Regierung, die sich für die Unabhängigkeit von Dänemark einsetzt
- 1850 Mit dem Brandtaucher wird in Kiel das erste U-Boot der Welt gebaut
- 1864 Eroberung Schleswig-Holsteins durch Preußen und Österreich im Deutsch-Dänischen Krieg; Kiel wird zunächst von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet
- Am 24. März 1865 ordnet der preußische König die Verlegung der Ostsee-Marinestation von Danzig nach Kiel an. Ab da entwickelt sich Kiel zur Großstadt. Mit der Marine kommt auch die Norddeutsche Schiffswerft (später Germania-Werft) als zweiter Schiffbaubetrieb nach Kiel
- 1866 wird Kiel ganz preußisch. Das Artilleriedepot (ab 1891 Kaiserliche Torpedowerkstatt) wird eingerichtet. Hier werden u. a. Über- und Unterseewaffen entwickelt
- 1867 Kiel wird Kriegshafen des neugegründeten norddeutschen Bundes und Sitz des aus den Ämtern Bordesholm, Cronshagen, Kiel und Neumünster gebildeten Kreises Kiel
- 1871 In der neuen Reichsverfassung heißt es in Artikel 52, Absatz 2:
- Der Kieler Hafen und der Jadehafen sind Reichskriegshäfen
- 1873 Die Kieler Werftarbeiter etwas in Angriff nehmen sich zu organisieren: Gründung des Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer-Vereins
- 1878 nimmt mit der Kaiserlichen Hafenanlage die dritte Großwerft ihren eigentlichen Betrieb auf (vorher Marinedepot seit 1865)
- 1882 Die erste Kieler Woche findet statt
- 1883 Kiel scheidet aus dem gleichnamigen Kreis aus und wird eine kreisfreie Stadt; Sitz des Kreises Kiel wird die Gemeinde Bordesholm
- 1885 Erstmalig wird die "Kieler Woche" als Verknüpfung von Schiffsparade, Segelregatten und Volksfest veranstaltet
- 1887 Kiel wird deutscher Reichskriegshafen; rasantes Bevölkerungswachstum durch die Ansiedlung der Werftindustrie
- 1893 Das Kieler Gewerkschaftskartell wird gegründet und hat ursprünglich 2.900 Mitglieder
- 1895 Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal), welcher bald die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt wird. In der Folge wird Kiel zum Haupthafen der deutschen Flotte
- 1907 Der Kreis Kiel wird in Kreis Bordesholm umbenannt; Kiel selbst bleibt weiterhin kreisfrei
- 1913 Am Vorabend des Ersten Weltkriegs arbeiten auf der Kaiserlichen Liegeplatz 6.900, auf der Germania-Werft 6.800, und bei den Howaldtwerken 3.700 Personen. über 30.000 Kieler waren Marineangehörige
- 1917 Kiel wird Sitz des Oberpräsidiums der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und somit förmlich "Landeshauptstadt". Im Vorhinein befand sich das Oberpräsidium in Schleswig
- 1918 Mit dem Matrosenaufstand endet der Erste Weltkrieg. Am 3. November erheben sich hier die Matrosen, gründen am 4. November den ersten Arbeiter- und Soldatenrat Deutschlands und begannen somit die Novemberrevolution, welche innerhalb weniger Tage ganz Deutschland erfasst und mit der dadurch erzwungenen Amtsabtretung des deutschen Kaisers Wilhelm II. die Grundsteinlegung zur ersten deutschen Republik, der Weimarer Republik bildete
- 1928 Der Zivilflughafen Kiel-Holtenau wird angeschaltet genommen
- 1932 Der Kreis Bordesholm (bis 1907 Kreis Kiel) wird aufgelöst und sein Gebiet auf die Kreise Rendsburg, Segeberg und Plön aufgeteilt
- 1936 Kiel wird zum ersten Mal Veranstaltungsort der olympischen Segelwettbewerbe. Im Landesarchiv Das nördlichste Bundesland existiert ein Film von Leni Riefenstahl über dieses Ereignis
- Im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 wird Kiel wegen der militärischen Bedeutung (Kriegshafen, Werften) zu 80% zerstört. Die Integration der vielen ostdeutschen Kriegsflüchtlinge aus dem Baltikum, Ost- und Westpreußen, Pommern und Mecklenburg stellt die Ort vor zusätzliche Herausforderungen. In den Nachkriegsjahren wird es unter ehedem modernen Gesichtspunkten neu aufgebaut. Die Gemeinde entwickelte sich bald wiederholt zum wirtschaftlichen, politischen und geistigen Zentrum Schleswig-Holsteins
- Kiel wurde 1946 unter britischer Besatzung Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein,
- Der große deutsche Erfinder Rudolf Hell, der ab 1947 in Kiel lebt und arbeitet, stellt 1956 das erste Faxgerät vor, 1963 den ersten Scanner und 1965 den digitalen Lichtsatz, der das Druckwesen auf der Welt revolutioniert
- 1968 läuft mit der NS Otto Hahn bei HDW das erste und einzige deutsche Atomschiff vom Stapel
- 1970 Qualifiziert der schleswig-holsteinischen Kreisreform werden die Kreise Rendsburg und Eckernförde vereinigt. Seit gehört das Kieler Umland zu den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön
- 1972 Kiel wird zum zweiten Mal Veranstaltungsort der olympischen Segelwettbewerbe, diesmal im Viertel Schilksee
- 1975 wird der Kieler Umschlag als modernes Kerwe wiederbelebt
- 1982 feiert die Kieler Woche ihr hundertjähriges Bestehen
- 1985 Einstellung der Straßenbahn (zuletzt Linie 4)
- 1992 750 Jahre Gemarkung Kiel
- 1994 Die 100. Kieler Woche wird veranstaltet (in den Kriegsjahren von 1915-1919 und 1940-1946 fanden keine Kieler Wochen statt)
- 1995 Hundertjähriger Tag des Nord-Ostsee-Kanals
- 1997 Erstmalig nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Oberbürgermeister (Norbert Gansel, SPD) direkt gewählt
- 2003 Bei den Kommunal- und Oberbürgermeisterwahlen wird die SPD abgewählt und zum ersten Mal in der Stadtgeschichte eine Frau, Angelika Volquartz (CDU), Oberbürgermeisterin
- 2003 Die Bewerbung Kiels als drittmaliger Veranstaltungsort der olympischen Segelwettbewerbe 2012 scheitert im Auswahlverfahren des NOK statt Rostocks, welches dann zusammen mit Leipzig Bewerberstadt auf internationaler Ebene war. Die Gemarkung hält dennoch an dem Unterfangen Kiel Sailing City fest, welches u. a. allen Schülern der Ort Segelunterricht verspricht
- 2005: Gold bei Unsere Stadt blüht auf
Eingemeindungen
Bis zur Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Kiel inklusive Hammer eine Fläche von alles in allem 1.997 ha. Ab 1869 wurden folgende Gemeinden respektive Gemarkungen in die Gemeinde Kiel eingegliedert:
| Anno | Orte | Zuwachs in ha |
|---|---|---|
| 1869 | Brunswik | 277 |
| 1893 | Wik | 560 |
| 1901 | Gaarden-Ost | 311 |
| 1909 | Projensdorf | 229 |
| 1910 | Gaarden-Süd | 618 |
| 1910 | Hassee | 369 |
| 1910 | Ellerbek | 89 |
| 1910 | Wellingdorf | 420 |
| 1910 | Hasseldieksdamm | 293 |
| 1922 | Holtenau | 515 |
| 1922 | Pries | 376 |
| 1922 | Friedrichsort | 132 |
| 1923 | Kronsburg | 69 |
| 1924 | Neumühlen-Dietrichsdorf | 400 |
| 1939 | Elmschenhagen | 655 |
| 1958 | Suchsdorf | 760 |
| 1959 | Schilksee | 606 |
| 1963 | Mettenhof | 158 |
| 1970 | Russee | 398 |
| 1970 | Meimersdorf | 766 |
| 1970 | Moorsee | 557 |
| 1970 | Wellsee | 501 |
| 1970 | Rönne | 479 |
Dabei wurden mit Holtenau, Pries-Friedrichsort und Schilksee auch Gemeinden des Landesteils Schleswig in die ansonsten holsteinische Gemarkung Kiel eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
1885 hatte Kiel über 50.000 Einwohner. 1900 überschritt die Einwohnerzahl der Gemarkung die Grenze von 100.000, wobei sie zur Großstadt wurde. Bis 1910 verdoppelte sich diese Zahl auf 211.000. Im Dezember 1942 erreichte die Bevölkerungszahl der Gemeinde wegen der Hochrüstung im Zweiten Weltkrieg (Kriegshafen, Werften) mit 306.000 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2005 lebten in Kiel nach amtlicher Weiterführung 229.715 Leute mit Hauptwohnsitz.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter besser gesagt der Stadtverwaltung selbst. Die Informationen beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Christentum
Die Bevölkerung der Gemeinde Kiel gehörte eingangs zum Erzbistum Bremen bzw. dessen Suffragan-Bistum Schleswig. Ab 1526 wurde durch den Landesherrn die Reformation eingeführt. 1534 mussten die Katholiken auf die einzige Pfarrkirche der Gemeinde (daneben gab es noch eine übrige Kirche) verzichten. Schon vier Jahre zuallererst war das Franziskanerkloster in Kiel geschlossen worden. Danach war Kiel über eine lange eine überwiegend protestantische Stadt, die zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein gehörte, welche einander 1977 mit anderen Landeskirchen zur Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vereinigte. In diesen Tagen gehören die lutherischen Kirchengemeinden der Gemarkung - sofern sie nicht Mensch der Selbständigen Evangelisch-lutherischen Kirche oder der Dänischen Kirche (in Kiel-Holtenau) sind - zum Kirchenkreis Kiel innerhalb des Sprengels Holstein-Lübeck.
Evangelisch-Freikirchliche Christen (Baptisten) gibt es in Kiel seitdem 1859. Die eigentliche Gemeindegründung erfolgte 1872. Alternative evangelische Freikirchen in der Fördestadt sind die Methodisten, die Freie evangelische Gemeinde, die Pfingstkirche, die Apostolische Gemeinschaft und die Adventisten.
Im 19. Jahrhundert zogen auch abermals Katholiken in die Stadt. Anno 1891 wurde die erste katholische Pfarrkirche seit der Neuorientierung erbaut. Die Gemeindeglieder Kiels gehörten zum seinerzeit bestehenden "Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen". 1930 wurde das Gebiet Schleswig-Holsteins durch des Preußischen Konkordates von 1929 dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Die nördlichen Gebiete dieses Bistums wurden 1993 in das neue Erzbistum Hamburg eingegliedert, zu dem die Gemarkung Kiel nunmehr gehört. Dienstlich errichtet wurde das Erzbistum Hamburg allerdings erst am 7. Jan. 1995. Die Pfarrgemeinden der Ort Kiel gehören innerhalb der Erzdiözese Hamburg zum Dekanat Kiel.
Die Neuapostolische Kirche ist in Kiel mit 6 Gemeinden im Stadtgebiet vertreten. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) besitzt in Kiel eine Gemeinde und ein Institutszentrum für junge Erwachsene.
überdies ist in Kiel Die Christengemeinschaft vertreten.
Dieser Tage ist die Bevölkerung Kiels zu ca. 48% evangelisch und zu 7% katholisch. Im Großen und Ganzen gibt es 36 evangelische und 8 katholische Gemeinden.
Judentum
Die Existenz einer jüdischen Gemeinde in MA und früher Neuzeit kann weder erwiesen noch nicht machbar werden. Die nachweisbare Geschichte der Juden in Kiel beginnt erst relativ spät, Ende des 17. Jahrhunderts. Es ist der Politik König Christians VII. zu verdanken, dass sich der Kieler Magistrat mit seiner zunächst judenfeindlichen Haltung nicht durchsetzte und Juden sich schließlich in Kiel ansiedeln konnten. 1782 wurde das ehemalige Café der Universität in der Kehdenstraße 12 das erste jüdische Bethaus der Ort (existiert nicht mehr), bis die Gemeinde 1869 in die größere, dreistöckige Synagoge in der Haßstraße umzog (Teil des Erdgeschosses als Ruine bis zum heutigen Tag erhalten). Diese Synagoge wurde aber bald zu klein, so dass man 1910 in den großen Neubau an der Ecke Humboldtstraße/Goethestraße umzog. 1933 hatte die Gemeinde etwa 600 Mitglieder. Diese letzte Synagoge wurde in der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 ("Reichskristallnacht") zerstört, nur ein 1989 errichtetes Mahnmal erinnert noch an sie. Bis 1938 hatte ungefähr die Hälfte der Kieler Juden die Gemeinde verlassen, nach der Pogromnacht, in der angrenzend der Synagoge auch jüdische Geschäfte zerstört und enteignet wurden, nahm die Emigration weiter zu, bis dieser Weg 1939 durch den Kriegsbeginn auch abgeschlossen wurde. Die meisten Kieler Juden wurden im Folgenden in die Konzentrationslager deportiert und ermordet, nur manche haben überlebt.
1961 lebten in Kiel noch 27 Juden, mit abnehmender Tendenz, so dass die Verwaltung der jüdischen Belange für Das nördlichste Bundesland Ende der 1960er Jahre an die Jüdische Gemeinde in Hamburg übertragen wurde. Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks und der damit möglichen Emigration dortiger Juden begann sich die Konstellation grundlegend zu ändern. Deutschland wurde eines der beliebtesten Länder für die jüdische Zuwanderung, hier gibt es momentan die am schnellsten wachsende jüdische Bevölkerung der Welt. So nahm auch in Kiel die Zahl der Juden abermals zu, so dass eine übrige Form der Betreuung notwendig wurde. 1995 wurde in Kiel das „Jüdische Bildungs-, Kultur- und Sozialwerk“ gegründet und eine jüdische Sozialarbeiterin eingestellt. Da es in dieser Zeit keine jüdische Gemeinde in Kiel gab, war das Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Hamburg unterstellt und von ihr abhängig.
1997 lud der von Hamburg neu berufene Kantor die ca. 250 Juden in Kiel zum ersten jüdischen Messe nach der Zerstörung der Synagoge durch die Nationalsozialisten im Jahre 1938 ein. In diesen Tagen gibt es nochmal regelmäßige Gottesdienste am Schabbat und an den Festtagen sowie die unverzichtbare soziale Betreuung; in Kiel leben mittlerweile ca. 400 der Gemeinde bekannte Juden.
Durch die Gründung anderer jüdischer Gemeinden im Land angefeuert gründete sich am 18. Apr. 2004 die eigenständige „Jüdische Gemeinde Kiel“ und trat dem 2002 gegründeten "Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Das nördlichste BundeslandK.d.ö.R." bei, um das jüdische Angebot in Kiel zu erweitern und auf eigenverantwortliche Beine zu stellen. Der 1998 noch mit der Jüdischen Gemeinde in Hamburg geschlossene Staatsvertrag des Landes Das nördlichste Bundesland war vom Land schon Ende 2003 gekündigt worden, um ihn entsprechend den neuen Verhältnissen im Land anzupassen. Im Okt. 2004 gründeten Mitglieder des bisherigen Hamburger Gemeindezentrums in Kiel eine zweite Gemeinde und – mit dem ehemaligen Hamburger Gemeindezentrum Flensburg und der Jüdischen Gemeinde Lübeck – einen eigenen Dachverband (Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein), da sie dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Das nördlichste Bundesland nicht anschließen wollten. Seit dem 1. Jänner 2005 gilt nun der neue Staatsvertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein, dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden (mit Gemeinden in Ahrensburg, Bad Segeberg, Elmshorn, Kiel und Pinneberg) und der Jüdischen Gemeinschaft (mit Gemeinden in Flensburg, Kiel und Lübeck).
Damit sind die beiden jüdischen Gemeinden in Kiel selbständige Mitglieder ihres jeweiligen Landesverbandes, alle beide Landesverbände wurden im Nebelmonat November 2005 in den Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R. aufgenommen. Das Gemeindezentrum und der Sitz der Jüdischen Gemeinschaft befinden sich in der Wikingerstraße, die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Kiel ist in der Eckernförder Straße (nähe Exerzierplatz).
Islam
Die Zahl der muslimischen Gemeinden ist seit Gründung der ersten Gemeinde 1978 auf augenblicklich zehn angestiegen. Im Warme Jahreszeit 2004 wurde in der Flintbeker Straße die erste Moschee (Ahmadiyya Moschee) fertig gestellt, die auch nach außen als Sakralbau zu erkennen ist. Verschiedene alternative Moscheen vorhanden allerdings schon seit über 20 Jahren in Hinterhöfen und anderen nach außen unscheinbaren Räumlichkeiten, wie z.B. die Merkez-Moschee im Königsweg.
Politik
An der Spitze der Ort Kiel stand ursprünglich ein Vogt, der vom Landesherrn eingesetzt wurde. Daneben dem Vogt gab es schon sehr früh einen Rat, der nach 1315 immer mehr die tatsächliche Macht in der Ort ausübte. Der Gemeinderat in Kiel wird dieser Tage als Ratsversammlung bezeichnet.
Vorsitzender des Rates war der Bürgermeister. Später gab es auch zig Bürgermeister. Nach dem Übergang an Preußen wurde in ganz Das nördlichste Bundesland1867 die preußische Städteordnung eingeführt. An der Spitze der Ort stand dann ein Oberbürgermeister.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Das nördlichste Bundesland Teil der britischen Besatzungszone. Die Militärregierung führte 1946 eine zweigleisige Verwaltungsspitze ein. Danach gab es zunächst einen Oberbürgermeister als Vorsitzenden des Rates und nahe einen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung. Die schleswig-holsteinische Gemeindeordnung von 1950 übertrug dem Leiter der Verwaltung jedoch nochmals den traditionellen Titel Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister und führte für den Vorsitzenden des Rates bei größeren Städten - so auch in Kiel - die neue Bezeichnung Stadtpräsident ein.
Kiels derzeitige Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (CDU) wurde 2003 direkt gewählt und ist die erste Frau in diesem Amt in der Geschichte der Stadt.
Die CDU stellt augenblicklich mit 24 Räten die größte Fraktion im Stadtrat. Die SPD stellt 18 Räte, Bündnis 90/Die Grünen 7, wobei die CDU keine Majorität hat. Daher wurde im Juno 2003 ein Kooperationsvertrag zwischen der CDU und den GRÜNEN geschlossen.
Stadtoberhäupter 1867-1946
- 1867 - 1888: Heinrich Mölling, Oberbürgermeister
- 1888 - 1912: Doktor der Medizin h.c. Paul Fuß, Oberbürgermeister
- 1912 - 1919: Paul Lindemann, Oberbürgermeister
- 1920 - 1933: Dr. Emil Lueken, Oberbürgermeister
- 1933 - 1945: Walter Behrens, Oberbürgermeister
- 1945 - 1946: Dr. Max Emcke, Oberbürgermeister
Vorsitzende des Rates seit 1946
- 1946: Dr. Otto Tschadek, kommissarischer Oberbürgermeister
- 1946: Willi Koch, Oberbürgermeister
- 1946 - 1950: Andreas Gayk, (SPD), Oberbürgermeister
- 1950: - 1951: Dr. Peter Jeschke, Stadtpräsident
- 1951: - 1955: Max Schmidt, Stadtpräsident
- 1955: - 1959: Dr. Wilhelm Sievers, Stadtpräsident
- 1959: Dr. Hans-Carl Rudel, Stadtpräsident
- 1959 - 1970: Hermann Köster, Stadtpräsident
- 1970 - 1974: Ida Hinz, Stadtpräsidentin
- 1974 - 1978: Eckhard Sauerbaum, Stadtpräsident
- 1978 - 1982: Rolf Johanning, Stadtpräsident
- 1982 - 1985: Eckhard Sauerbaum, Stadtpräsident
- 1985 - 1986 Günther Schmidt-Brodersen, Stadtpräsident
- 1986 - 1998: Silke Reyer, Stadtpräsidentin
- 1998 - 2003: Cathy Kietzer (SPD), Stadtpräsidentin
- 2003 - 2005: Dr. Arne Wulff (CDU), Stadtpräsident
- 2005 - heute: Rainer Tschorn (CDU), Stadtpräsident
Leiter der Verwaltung seit 1946
- 1946 - 1950: Walther Lehmkuhl (SPD), Oberstadtdirektor
- 1950 - 1954: Andreas Gayk (SPD), Oberbürgermeister
- 1955 - 1965: Dr. Hans Müthling(SPD), Oberbürgermeister
- 1965 - 1980: Günther Bantzer (SPD), Oberbürgermeister
- 1980 - 1992: Karl-Heinz Luckhardt (SPD), Oberbürgermeister
- 1992 - 1996: Dr. Otto Kelling (SPD), Oberbürgermeister
- 1996 - 1997: Karl-Heinz Zimmer, Bürgermeister und kommissarischer Oberbürgermeister
- 1997 - 2003: Norbert Gansel (SPD), Oberbürgermeister
- 2003 - heute: Angelika Volquartz (CDU), Oberbürgermeisterin
Wappen
Das Wappen der Ort Kiel ist das sog. "holsteinische Nesselblatt" in Nebengruppenelement auf rot, mit einem dunkelgrauen Boot. Das silberne Nesselblatt auf rotem Grund ist das Wappenbild der Schauenburger. Das gemauerte Boot symbolisiert die Stadtrechte (durch die Stadtmauer) sowie die Lage als Hafenstadt. Die Stadtflagge ist rot mit dem weißen Nesselblatt und darauf das dunkelgraue Boot.
Städtepartnerschaften
Kiel unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
| Bild:Flag of France.svg
(TID 604558) | Brest (Frankreich), seitdem 1964 |
| Bild:Flag of the United Kingdom.svg
(TID 604558) | Coventry (Vereinigtes Königreich), seitdem 1967 |
| Bild:Flag of Finland.svg
(TID 604558) | Vaasa (Finnland), seitdem 1967 |
| Bild:Flag of Poland.svg
(TID 604558) | Gdynia (Polen), seitdem 1985 |
| Bild:Flag of Estonia.svg
(TID 604558) | Tallinn (Estland), seitdem 1986 |
| Bild:Flag of Mecklenburg-Western Pomerania.svg
(TID 604558) | Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern), seitdem 1987 |
| Bild:Flag of Russia.svg
(TID 604558) | Kaliningrad (Russland), seitdem 1992 |
| Bild:Flag of Russia.svg
(TID 604558) | Sowjetsk (Russland), seitdem 1992 |
Wirtschaft und Infrastruktur
Wie ein Blick auf die von großen Portalkränen geprägte Kieler Horizont offenbart, ist Kiel ein wichtiger Standort von Werften. Ansonsten befinden sich in Kiel Maschinenfabriken und andere Industrie, wie EDV-/Büromaschinenfertigung. Eine wirtschaftlich bedeutende Rolle spielt auch der Hafen, besonders die Fähr- und Kreuzschifffahrt: Kiel ist der bedeutendste deutsche Kreuzschifffahrtshafen. Die so weit wie 60 M hohen Schiffe (Color Fantasy), die täglich anlegen, prägen das Stadtbild.
Verkehr
Kiel ist zunächst ein Verkehrsknotenpunkt für den Fährverkehr nach Oslo (Norwegen), Göteborg (Schweden), KlaipÄ—da (Litauen),Tallinn (Estland), Turku (Finnland) und nach Kaliningrad und Sankt Petersburg (beide Russland). Die Passagierzahlen werden nur von Rostock übertroffen. In Kiel befindet sich das eine Ende des Nord-Ostsee-Kanals (englisch: Kiel-Canal). Durch die Kieler Förde sind Ost- und Westteil der Ort zum größten Teil (keilförmig) getrennt, eine Fördeschifffahrt als Teil des ÖPNVs ermöglicht das Überqueren dieser Meeresbucht.
Von Kiel führen die beiden Bundesautobahnen A 210 und A 215 auf die A 7 Hamburg-Flensburg zum Kreuz Rendsburg bzw. zum Dreieck Bordesholm. Ansonsten führen die Bundesstraßen B 76, B 202, B 404 und B 502 durch das Stadtgebiet.
Den städtischen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Busse der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) und die Fähren der SFK, welche die Kieler Förde vom Westufer (Strande) über die Zentrum bis Laboe befahren. Die Kieler Straßenbahn wurde in den 1980er Jahren aufgegeben - zum Leid vieler. Den regionalen Überlandverkehr sichert in Das nördlichste Bundesland das Netz der Autokraft.
In Kiel-Holtenau, nördlich des Kanals, befindet sich ein nationaler Flugplatz, dessen Erweiterung diskutiert, aber mittlerweile verworfen wurde. Nachdem einige Monate lang kein Linienflugverkehr mehr sondern fand, besteht seit dem 3. April 2006 mit RHEINAIR eine Flugverbindung nach Egelsbach bei Frankfurt. Gleichermaßen am 3. Apr. 2006 nahm Sylt Air den Linienbetrieb nach Berlin-Tempelhof auf. Außerdem fliegt Cirrus Airlines seit dem 2. Mai 2006 München an.
Kiel ist Ausgangs- bzw. Endpunkt einer im Mai 2004 eröffneten neuen touristischen Ferienstraße: Die Deutsche Fährstraße - von Kiel bis Bremervörde - verbindet rund 50 verschiedene Fähren, Brücken, Schleusen, Sperrwerke und maritime Museen; Hoheitszeichen sind die Schwebefähren in Rendsburg und an der Oste.
In Kiel gab es bis Ende der 80er Jahre eine Seilbahn, die über den Alten Bootshafen hinweg die beiden Teile des ehemaligen Weipert-Kaufhauses vereint verband, etwa zwischen dem heutigen LEIK-Einkaufszentrum und dem in diesen Tagen noch bestehenden Parkhaus hinten dem C&A-Kaufhaus.
Seit längerem ist der Bau einer Lok geplant. Dass die Straßenbahn 1985 eingestellt wurde, wird allgemeinhin als Fehler angesehen. Doch dennoch auch eine Studie ausdrücklich den Bau empfohlen hat, kommt das Unterfangen bis jetzt nicht voran.
Bekannte Firmen
- Autokraft (ÖPNV)
- Caterpillar (Maschinenbau, einmal Teil von MaK)
- co op Schleswig-Holstein eG
- Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW, Schiffbau) Bild:GüterzuglokKiel.JPGHDW-Gelände
- Heidelberger Druckmaschinen AG (Druckmaschinen, einmal Linotype-Hell AG, einmal Rudolf Hell GmbH)
- HSH Nordbank (entstanden aus der Vereinigung der Landesbank Das nördlichste Bundesland und der Hamburgischen Landesbank)
- Lindenau Werft (Schiffbau)
- NetUSE AG (Telekommunikation, IT-Systemhaus)
- Provinzial (Versicherungen)
- Rheinmetall Landsysteme GmbH (Wehrtechnik, ehemals Teil von MaK)
- Vossloh Locomotives (Maschinenbau, einmal Teil von MaK)
- Raytheon Anschütz GmbH ehedem ANSCHÜTZ & Co (Kreiselkompasse, Selbsteuer-Rudersteuerungsanlagen, Radar, Elektronische Seekarten)
- Color Line GmbH (Deutsche Niederlassung der norwegischen Reederei)
- Schleswig-Holsteinische Unterseebootmanufaktur Schönberg bei Kiel
- Baugenossenschaft Mittelholstein eG (Wohnungsunternehmen)
- J. P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Medien
In Kiel befindet sich das Landesfunkhaus Das nördlichste Bundesland des Norddeutschen Rundfunks, in dem auch das Landesstudio des ZDFs untergebracht ist. Anliegend dem öffentlich-rechtlichen Radio kommen auch drei private Rundfunkstation aus Kiel: R.SH (Radio Schleswig-Holstein)(erster landesweiter Privatsender in Deutschland), NORA (Nord-Ostsee-Radio) und Delta Radio die alle aus dem Funkhaus Wittland senden. Öffentlich zugänglich ist der TV-Sender Kiel.tv als Offener Kanal sowie der Rundfunkstation 101.2 KielFM (ebenfalls als Offener Kanal), auch im selben Gebäude mit Kiel.tv.
In Kiel-Nord strahlt die britische Truppe den Armeesender BFBS aus.
Als Tagesblatt erscheinen die Kieler Nachrichten, welche von der Kieler Gazette Verlags- und Druckerei KG-GmbH & Co hrsg. werden.
Seit 1999 existiert das Onlinemagazin www.kiel4kiel.de mit aktuellen Nachrichten und einem Veranstaltungskalender für Kiel.
In Kiel gibt es ein großes Angebot an jeden Monat erscheinenden, kostenlosen Stadtmagazinen, die alle eine Mischung aus den Themen Musik, Kultur, Kino, Veranstaltungen, Terminen, lokalen Werbeanzeigen, Kleinanzeigen, Sportart und Partyleben zum Inhalt haben: 'Kiel', station, Tango und ultimo.
Rundfunksendeeinrichtungen
Der NDR betreibt in Kronshagen eine Sender (für UKW, TV und Mittelwelle (Sendefrequenz 612 kHz, Gebrauch nach dem Genfer Wellenplan nur im Tagbetrieb möglich, erfolgte durch Power 612). Die Antennenanlage dieser Sender besteht aus einem gegen Erde isolierten, abgespannten Rohrmast und zwei abgespannten Stahlfachwerkmasten zwischen denen ein Verbindungsseil gespannt ist. Der höchste dieser Masten misst 191 Meter. Die ortsansässigen privaten Hörfunkprogramme werden vom für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG am Amselsteig/Krusenrotter Weg abgestrahlt.
Anliegend betreibt bislang BFBS einen UKW-Sender in der Nähe des Prieser Strands.
Am 8. November 2004 wurde in der Region Kiel DVB-T eingeführt; zum März 2005 wurden dann auch die terrestrisch analoge Ausstrahlung der drei verbliebenen (öffentlich rechtlichen) Fernsehprogramme eingestellt.
Filmförderung
Kiel beherbergt den Sitz der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein e.V.. Ihre Geschäftsführung befindet sich in der Filmwerkstatt der Filmförderung, der die Gemeinde Kiel dafür Räume im Kommunikationszentrum "Pumpe" zur Verfügung gestellt hat.
Seit ihrer Gründung 1989 fördert die Kulturelle Filmförderung Das nördlichste Bundesland e.V. die Arbeit mit audiovisuellen Medien.
Öffentliche Einrichtungen
Kiel ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen vielmehr GmbHs und Körperschaften des öffentlichen Rechts:
- Landesregierung des Landes Schleswig-Holstein
- Landtag Schleswig-Holstein
- Stadtverwaltung
- Hauptzollamt
- Industrie- und Handelskammer
- Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche
- Oberfinanzdirektion des Bundes
- Kreiswehrersatzamt Kiel
- Standortverwaltung Kiel
- ULR - Unabhängige Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien
- Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord
- Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit (ehemaliges Landesarbeitsamt Nord)
- Städtisches Krankenhaus Kiel GmbH
Bildung und Forschung
- Christian-Albrechts-Universität mit über 20.000 Studenten; gegründet 1665 durch Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf
- Institut für Weltwirtschaft (IfW)
- Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR)
- Fachhochschule Kiel mit ca. 5.000 Studenten; gegründet 1969
- Muthesius Kunsthochschule mit ca. 650 Studenten; gegründet 1907 ist sie seit Januar 2005 die erste Hochschule für Kunst, Raumstrategien und Design in Schleswig-Holstein.
- Multimedia Campus Kiel (MMC), International Graduate School of Digital Media and Management
- Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft, gegründet 1956
- Volkshochschule der Landeshauptstadt Kiel
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Stadtbild
Kiel ist geprägt durch die Nähe zum Meer. Die erste städtische Niederlassung entstand auf der Halbinsel zwischen Förde und Kleinem Kiel. Der nördliche Landzugang wurde durch die Burg gesichert. Die Gemarkung wurde sehr regelmäßig angelegt, mit einem Markt im Zentrum, von dessen Ecken acht Straßen im rechten Winkel zueinander abgingen. Von diesen gingen einige kleine Nebenstraßen zum alten Mauerring und weiter zum Wasser ab. Hauptstraße der Gemeinde war die Nord-Süd-Achse Dänische Straße-Holstenstraße, die schräg über den Markt führte.
Über Jahrhunderte stand Kiel im Schlagschatten anderer Ostseestädte (vor allem Flensburg und Lübeck), zählte aber zu den größeren Städten Holsteins und war stark Mensch der Hanse. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann die Stadt, sich über ihre Halbinsel hinauf nach Süden auszudehnen. Es entstand die Vorort in Verlängerung der Holstenstraße, welche sich schließlich bis zur St. Jürgen-Kapelle (sie lag angrenzend dem heutigen Hauptbahnhof) ausdehnte, deren Gottesacker im 19. Jahrhundert der Hauptfriedhof der Gemeinde wurde. Auch in der Vorort entstanden einige bemerkenswerte Bürgerbauten, doch der größte Teil war ein Handwerker- und Kleinbürger-Quartier.
Als Kiel 1864 vom dänischen Gesamtstaat getrennt und wenig später preußischer Kriegshafen wurde, wandelte das Stadtbild sich grundlegend. Einige Städte des Deutschen Reichs wuchsen so rasant wie Kiel. Die Ort dehnte sich nach allen Himmelsrichtungen aus. Villenviertel entstanden erstmal im Norden (Düsternbrook) und partiell im Westen, während in der Nähe der Stadtzentrum viele Mietskasernen Viertel gebaut wurden. Am Ostufer der Förde in Gaarden, Ellerbek und Wellingdorf entstanden die größten Werften Europas und zusätzliche Arbeiterviertel. Auch die Historischer Stadtteil und Vorort wurden zusehend mit überdimensionierten zeittypischen Bauten überformt, u. a. entstanden neue Universitätsgebäude in der Nähe des Schlosses. Auch die Verbindung zwischen Kleinem Kiel und Förde wurde immer mehr überbaut. Okzidental der Vorort entstand mit dem zum Kleinen Kiel hin offenen Neuen Markt mit Rathaus und Stadttheater das bedeutendste städtebauliche Ensemble dieser Zeit in Kiel.
Die Enge der Stadtmitte rief schon in den 1920er Jahren die Städteplaner auf den Plan. In der NS-Zeit wurden Pläne zu einer großzügigen Umgestaltung der Stadtzentrum konkretisiert. Auch der 1940 eingesetzte Stadtbaurat Herbert Jensen setzte sich für einen Stadtumbau ein. Im Juni 1944 wurde das Arbeitserziehungslager Nordmark errichtet in welchem bis Anfang 1945 600 Leute starben.
Nach den schweren Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs lagen die östlichen Stadtteile und die gründerzeitlichen Vorstädte sehr weitgehend, Alt- und Vorort fast vollständig in Trümmern. Beim Wiederaufbau, den der im Amt verbliebene Jensen leitete, sollte die Ort im Stil der Zeit moderner, offener und großzügiger gestaltet werden. Der schön gelegene Stadtkern sollte ebenso wie die Verbindung der Gemeinde mit dem Wasser wiederum stärker in den Fokus gesetzt werden. Auf die Wiederherstellung historischer Bauten wollte man dennoch vollständig verzichten.
Während der Wiederherstellung Kiels in den ersten Nachkriegsjahrzehnten als vorbildlich gelobt wurde, sieht man das Ergebnis inzwischen deutlich kritischer. Zwar ist die Altstadt-Halbinsel als solche noch zu erkennen. Doch schwere Eingriffe in das historische Straßennetz derselben (Aufhebung der meisten kleineren Nebenstraßen, Überbauung der Hassstraße am Markt, Verkehrsschneise Eggerstedtstraße längs durch die östliche Altstadt, Überbauung des Markplatzes mit Geschäftsbauten) und die Errichtung zahlreicher überdimensionierter Kauf-, Park- und Bürohausbauten sowie zusammenfassend die wenig einfallsreiche Baukunst der 1950er, 1960er und 1970er Jahre, die nach heutigem Geschmack von den meisten als hässlich empfunden wird, ermöglichen wenig urbanes Klima aufkommen. Gewissermaßen hat Kiel dieser Tage zwar eine Innen- aber keine Altstadt mehr. Ironischerweise gilt dieser Tage unbedingt die Dänische Straße mit den recht vielen erhaltenen Gründerzeitbauten als "Gute Stube" der Altstadt. Die Vorort wurde sehr großzügig wiederaufgebaut. Die enge Bebauung der gründerzeitlichen Stadtteile wurde beim Wiederherstellung aufgelockert und durchgrünt. Bemerkenswert ist zunächst das alte Villenviertel Düsternbrook.
Einige Sehenswürdigkeiten (Bauwerke siehe unten)
- Die Kiellinie (Promenade)
- Die renovierte Hörn mit der Hörnbrücke, einer Dreifeldzugklappbrücke
- Der Hafen per Hafenrundfahrt
- Marineehrenmal und U 995 in Laboe (vor der Toren Kiels), eins von fünf übriggebliebenen dt. Unterseebooten aus dem Zweiten Weltkrieg
- U-Boot-Ehrenmal Möltenort
- Das olympische Dorf in Kiel-Schilksee
- Die malerische Steilküste bei Kiel-Friedrichsort, dazu zig Strände auf Stadtgebiet
- Die Schleusenanlagen des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau
- Der Kieler Marinehafen
- Der Alte Botanische Garten (der älteste in Deutschland)
- Die Holstenstraße (eine der ältesten Fußgängerzonen in Deutschland)
- Die Ostseehalle (Großveranstaltungsort)
- Das Schifffahrtsmuseum am Sartorikai
- Das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum in Molfsee
Theater
- Schauspielhaus Kiel
- Opernhaus Kiel
- Theater im Werftpark
- Niederdeutsche Bühne
- Polnisches Theater
- "Die Komödianten"
Freie Theatergruppen
- Improvisationstheater Tante Salzmann
- Theater Augenblicke
- Theater Hexagon
Als alte Universitätsstadt wird Kiel anliegend natürlich auch von der typischen studentischen "Subkultur" geprägt.
Kinos
- CinemaxX, Multiplex mit 10 Sälen und zusammen 3090 Plätzen, Kaistraße 54 - 56 im CAP am Hauptbahnhof
- Kommunales Kino in der Pumpe, Haßstraße 22
- Traum-Kino, Veranstaltungscenter mit 2 Kinosälen, Grasweg 19 - 21
- Neues Studio, Kinocenter mit 3 Kinosälen, Wilhelminenstraße 10
- Die Brücke, Holstenbrücke 8
Museen
- Botanischer Garten
- Computermuseum
- Geologisches und Mineralogisches Museum
- Kunsthalle (mit Antikensammlung)
- Landesgeschichtliche Sammlung der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek
- Maschinenmuseum
- Medizin- und Pharmaziehistorisches Museum
- Schifffahrtsmuseum mit Museumshafen
- Stadtgalerie
- Stadtmuseum im Warleberger Hof
- Völkerkundemuseum
- Zoologisches Museum
- Außerhalb Kiels in Molfsee liegt das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum, das das größte seiner Art in Norddeutschland ist
Bauwerke
- Das Rathaus (Hermann Billing 1907-11), dessen Turm als Wahrzeichen der Ort gilt (dem Campanile in Venedig nachgeeifert)
- Stadttheater, neben dem Rathaus, ursprünglich wie dieses Jugendstil, vereinfacht wiederaufgebaut
- St.-Nikolai-Kirche (evang.), gotisch, bis 1875 einzige Pfarrkirche der Stadt, 1876-79 stark verändert, nach schweren Kriegszerstörungen ab 1949 vereinfacht wiederaufgebaut, historische Ausstattung zum großen Teil erhalten
- Petrus-Kirche 1905-1909 (ehemalige Marine-Garnisonskirche)in Kiel-Wik
- Schloß der Schauenburger Grafen, später der Holstein-Gottorfer Herzöge (1721-1773): Westflügel erhalten, Hauptbau nach schweren Kriegszerstörungen 1959 gesprengt und durch modernen Neubau ersetzt, der kulturellen Zwecken dient
- Warleberger Hof (Stadtmuseum), einziger noch erhaltener Adelshof aus dem Jahre 1616, überhaupt der einzige erhaltene Privatbau von vor 1864 in der Kieler Altstadt und das älteste Haus in Kiel
- Pumpe, ehemaliges Maschinenhaus für die Stadtentwässerung (1929). Heute Kommunikations- und Kulturzentrum.
- Kreuzgang des ehemaligen Heiliggeistklosters, ältestes Bauwerk der Stadt (Ausstellungen)
- Justizministerium (1892-1894) am Kleinen Kiel
- Das Landeshaus, ehemalige Marineakademie und dieser Tage Sitz des Landtags, direkt an der Förde.
- Der Hörn-Campus, bestechend durch extravagante Architektur mit einer in Wellenform geschwungenen und gleichzeitig geneigten Glasfront
- Der Fernmeldeturm (nicht für die Öffentlichkeit zugänglich)
- Luftschutzbunker in Kiel
- Die Alte Metallgießerei der "Kieler Schiffswerft" von Georg Howaldt, 1884 an der Schwentine-Mündung erbaut, ist das älteste erhaltene Belegstück für die Werftindustrieentwicklung am Ostufer der Kieler Förde und soll jetzt restauriert werden
- Levensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal
- Humboldt-Schule (1876) zwischen Knooper Weg, Stadtwerken und Schrevenpark
- Wasserturm Ravensberg
Verlorene Bauwerke
- Heiliggeistkirche, 14. Jahrhundert, Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut, im Krieg, am 13. Dezember 1943 bis auf den Kreuzgang zerstört
- Altes Rathaus, im Kern 15. Jahrhundert, auf dem Marktplatz, 13. Dezember 1943 bis auf Gewölbereste vernichtet
- Persianische Häuser, Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert vor der Nikolaikirche. Am 22. Mai 1944 zerstört
- Schloss, Mittelbau und Ostflügel, Geburtsort des russischen Zaren Peter III., Ruine 1959 gesprengt
- Telemannsches Haus, Haßstraße 1, außergewöhnlich reich verzierter Fachwerkbau des 16. Jahrhunderts, in der Nacht vom 7./8. Mai 1941 zerstört. Reste der geschnitzten Balken befinden sich im Landesmuseum in Schleswig
- St. Jürgenkapelle, südlich der Vorstadt, 13. Jahrhundert, 1902 abgerissen und durch die St. Jürgenskirche von 1902–04 ersetzt. Die im Krieg schwer beschädigte St. Jürgenskirche wurde im Sommer 1954 gesprengt und abgetragen, der zugehörige Friedhof eingeebnet. Die Glocke (von 1530) der St. Jürgenskapelle befindet sich im neuen Stadtkloster in der Harmsstraße
- Alte Universität, Kattenstraße, Bau von Ernst Georg Sonnin, später Museum, 1944 zerstört
- Neue Universität, Schlossgarten, Bau von Martin Gropius, Ruine nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen; nur Teile der Uniklinik sind erhalten.
- Buchwaldscher Hof, größter Kieler Adelshof, Dänische Straße, nach Kriegszerstörung abgerissen
- Geburtshaus des Dichters Detlev von Liliencron, Herzog-Friedrich-Straße, 1964 einem Kaufhausbau geopfert
- Zahlreiche bemerkenswerte Bürgerhäuser des 15.–19. Jahrhunderts wurden bereits während des rasanten Wachstums der Stadt in der Kaiserzeit durch zeittypische Neubauten ersetzt, fast alle übrigen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört
Bedeutende Stand- und Denkmale
- Kriegerdenkmal im Kieler Schlossgarten, eingeweiht 1879, entworfen von Heinrich Moldenschardt, ausstatten mit einem Figurenfries des Berliner Bildhauers Rudolf Siemering
- Geistkämpfer an der Nikolaikirche von Ernst Barlach
- Reiterstandbild Wilhelm I. 1896 im Schlossgarten von Adolf Brütt
- Schwertträger 1912 von Adolf Brütt am Rathausplatz
- Schwerttänzerin 1896 im Rathaus, obere Rotunde von Adolf Brütt
- Bronzeplastik des Stadtgründers Adolf IV. von Schauenburg und Holstein im Klostergarten von Karl-Henning Matrose (2005)
- Gedenkstein an das Arbeitserziehungslager Nordmark
Regelmäßige Veranstaltungen
- Kieler Woche, sie findet alljährlich in Kiel in der letzten vollen (Mo - So) Woche im Juni zuzüglich des davor liegenden Wochenendes an Stelle und ist das bedeutendste Segelereignis und größte Volksfest Nordeuropas.
- Kieler Umschlag
- Zahlreiche Konzerte des alljährlichen Schleswig-Holstein Musik Festivals
- Duckstein-Festival (Ex-Kai-City-Festival)
- Filmfest Schleswig-Holstein Augenweide, es findet alljährlich an einem langen Wochenende in der "Pumpe" statt.
Tourismus
Kiel ist Anfang bzw. Endpunkt einer im Mai 2004 eröffneten touristischen Ferienstraße: Die Deutsche Fährstraße - von Bremervörde bis zur Kieler Förde - verbindet rund 50 verschiedene Fähren, Brücken, Schleusen, Sperrwerke und maritime Museen; Symbol sind die Schwebefähren in Rendsburg und in Osten; eine sonstige Fähre dieser Art stand bis 1923 in der damaligen Kaiserlichen Reparaturwerft in Kiel.
Sport
- Gemessen an der Zahl der Aktiven dürfte auch in Kiel der Fußball wie im übrigen Deutschland die Sport Nr. 1 sein; allerdings ist es den Kieler Vereinen hier nie beachtenswert einen Stammplatz in den Top-Ligen zu erreichen. Die Kieler SV Holstein, der größte Kieler Fußballverein, war in den Jahren vor Einführung der Bundesliga zwar einige Jahre in der Oberliga Nord vertreten und schon 1912 selbst einmal Piefke Meister, zur Zeit spielt er jedoch nur in der dritthöchsten deutschen Klasse, der Regionalliga Nord.
- Anders ist die Situation im Handball: Hier kann der Bundesligist THW Kiel eine stolze Reihe von nationalen Meistertiteln sowie Siegen im Deutschen Handball Pokal und im Europapokal vorweisen. Diese Erfolge stützen sich auf kräftiges Sponsoring durch Unternehmen aus der Region sowie auf eine treue Fangemeinde, die regelmäßig die Ostseehalle füllt.
- Kiel ist ganz gewiss ein "Mekka" des Segelsports. Die Kieler Woche (s.o.) ist noch vor den Olympischen Spielen die größte segelsportliche Event der Welt. An ihr annehmen jährlich mehrere tausend Maschine mit tausenden von Initialisieren (fast) aller Klassen aus allen Kontinenten teil. Während der restlichen Saison finden darüber auf eine Menge weiterer Regatten statt. Träger dieser Aktivitäten sind zu Beginn jede Menge Segelklubs, die ihren Sitz rund um die Kieler Förde haben mit dem Kieler Yacht Club (KYC, ehemals: "Kaiserlicher Jacht Club") als dem größten und sportlich aktivsten Verein.
Kulinarische Spezialitäten
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Liste der Ehrenbürger von Kiel
Söhne und Töchter der Stadt
- 1728, 21. Februar, Peter III. , Zar von Russland, †17. Juli 1762 in Ropscha/Oranienbaum bei Sankt Petersburg
- 1809, 23. Oktober, August Ferdinand Howaldt, †4. Aug. 1883, Gründer der Maschinenbauanstalt Schweffel & Howaldt in Kiel
- 1814, 14. April, Henri Lehmann, Maler des Neoklassizismus
- 1841, 24. März, Kommerzienrat Georg Howaldt, †10. Mai 1909 in Wildbad, Gründer der Kieler Schiffswerft, Mitgründer der Howaldtswerke AG (heute:HDW) in Kiel
- 1844, 8. Mai, Hermann Graedener, †18. September 1929 in Wien, Komponist
- 1844, 3. Juni, Detlev von Liliencron, †22. Juli 1909 in Alt-Rahlstedt, Schriftsteller
- 1850, 11. September, Bernhard Howaldt, †1. März 1908, Mitgründer der Howaldtswerke AG (heute:HDW) in Kiel, Gründer der Schwentine Elektrizitäts-Werke Rastorfer Mühle
- 1852, 26. November, Hermann Howaldt, †17. Mai 1900, Mitgründer der Howaldtswerke AG (heute:HDW) in Kiel
- 1858, 23. April, Max Karl Ernst Ludwig Planck, †4. Okt. 1947 in Göttingen, Naturwissenschaftler und Begründer der Quantentheorie, Physik-Nobelpreis-Träger
- 1877, 12. November, Dr. Dr. Kurt Gustav Hans Otto Edelmann von Reibnitz, †26. April 1937 in Königsberg, deutscher Politiker, Champion Staatsminister von Mecklenburg-Strelitz 1919-23
- 1890, 12. September, Karl Peter Röhl, †25. November 1975 in Kiel, deutscher Künstler u.a. am Bauhaus Weimar
- 1893, 11. Oktober, Andreas Gayk, †1. October 1954 in Kiel, deutscher Subjekt (SPD), MdL (Schleswig-Holstein), Oberbürgermeister von Kiel 1946–54
- 1897, 19. April, Bruno Diekmann, †11. Januar 1982 in Kiel, deutscher Mensch (SPD), MdB, Ministerpräsident von Das nördlichste Bundesland (1949–1950)
- 1900, 22. Januar, Ernst Busch, †8. Juni 1980 in Spreeathen (Ost), Akteur (Brecht-Stücke), Sänger
- 1901, 21. Mai, Hermann Andersen, †13. September 1989, Person (FDP)
- 1903, 10. November, Hans Söhnker, †20. April 1981 in Berlin, Darsteller
- 1904, 4. Oktober, Dozent Dr. Theodor Eschenburg, †10. Juli 1999 in Tübingen, Politikwissenschaftler, Reporter und Staatsrechtler
- 1905, 26. Januar, Bernhard Minetti, †12. Okt. 1998 in Berlin, Schauspieler
- 1907, 29. September, Helmut Lemke, †15. April 1990 in Lübeck, deutscher Mensch (CDU), MdB, Ministerpräsident von Das nördlichste Bundesland (1963-1971)
- 1909, 2. September, Harro Schulze-Boysen, †22. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee (hingerichtet), Offizier, Medienvertreter und Widerstandskämpfer
- 1910, 20. Januar, Dr. Lauritz Lauritzen, †5. Juni 1980 in Bad Honnef, deutscher Charakter (SPD), Bundesminister für Städtebau und Wohnungswesen (1966–1972), Bundesminister für das Post- und Fernemeldewesen (1972), Bundesminister für Verkehr (1972–1974)
- 1912, 28. Juni, Carl Friedrich von Weizsäcker, Naturwissenschaftler und Philosoph
- 1912, 16. Oktober, Lotti Huber, †31. Mai 1998 in Berlin, Schauspielerin
- 1913, 26. April, Sigrid Hunke, †15. Juni 1999 in Hamburg, Religionswissenschaftlerin, Germanistin
- 1915, 7. März, Rudolf Thaut, †15. Jänner 1982 in Alfter bei Bonn, baptistischer Theologe, Persönlichkeit des Theologischen Seminars Hamburg, Präsident der Europäisch-Baptistischen Föderation und Vizepräsident des Baptistischen Weltbundes
- 1915, 31. Mai, Heinz Zahrnt, †1. November 2003 in Soest, evangelischer Theologe, Schriftsteller und Publizist
- 1919, 1. September, Willi Marxsen, †1993 in Münster (Westfalen), ev. Theologe
- 1920, 27. Dezember, Hans Kock, Bildhauer, Maler, Philosoph; Mit-Initiator der Hans-Kock-Stiftung Seekamp in Kiel-Schilksee, 2004 Kulturpreis der Ort Kiel
- 1921, 14. Januar, Harald Wust, Generalinspekteur der Streitkräfte (1976–1978)
- 1922, 19. Oktober, Jürgen Brandt, Generalinspekteur der Streitkräfte (1978–1983)
- 1925, 28. Mai, Heinz Reincke, Schauspieler
- 1925, 19. Dezember, Tana Schanzara, Schauspielerin
- 1928, 29. September, Dr. Gerhard Stoltenberg, †23. Nov. 2001 in Bad Godesberg, Bundesminister für Wissenschaftliche Lehre (1965–1969), Bundesfinanzminister (1982–1989), Bundesverteidigungsminister (1989–1992), Ministerpräsident von Das nördlichste Bundesland (1971–1982)
- 1928, 2. Oktober, Oswalt Kolle, Publizist, Schreiber („Dein Kind“, „Das Mirakel der Liebe“)
- 1936, 12. November, Professor Dr. Dr. ehrenhalber Heiner Zieschang, †5. Apr. 2004 in Bochum, deutscher Mathematiker und Dekan für Rechnen an der Ruhr Universität Bochum.
- 1948, 17. August, Birgit Bergen, Schauspielerin und Charity-Lady.
- 1956, 1. August, Axel Milberg, Schauspieler
- 1962, 12. März, Andreas Köpke, Fußballspieler (Fußballtorwart, Europameister und Welttorhüter 1996)
- 1964, 5. Mai, Heike Henkel, Leichtathletin (Hochsprung, Olympiasiegerin 1992)
- 1971, Helge Thun, Zauberkünstler und Fernsehmoderator
- 1974, Kim Schmitz
Nicht in Kiel geboren, aber lange hier gelebt und gewirkt haben u. a.
- Claus Harms, evangelischer Pfarrer, * 25. Mai 1778 in Fahrstedt (Kreis Süderdithmarschen), †1. Febr. 1855 in Kiel
- Carl Loewe, Komponist, * 30. Nebelmonat November 1796 in Löbejün, †20. April 1869 in Kiel
- Klaus Groth, *24. Apr. 1819 in Heide (Holstein), †1. Juni 1899 in Kiel, niederdeutscher Dichter, lebte seit 1853 mit Unterbrechungen in Kiel
- Gustav Adolf Neuber, * 24. Juni 1850 in Tondern, +13. Apr. 1932 in Kiel, Chirurg, Begründer der Asepsis
- Ferdinand Tönnies, Begründer der deutschen Soziologie, (1855–1936)
- Alexander Behm, Erfinder des Echolots, lebte über 30 Jahre in Kiel, * 11. Nov. 1880 in Sternberg (Mecklenburg); †22. Januar 1952 in Tarp (Kreis Schleswig-Flensburg)
- Hans Geiger, Naturwissenschaftler (1882–1945), von 1925 bis 1929 an der Universität Kiel, wo er 1928 zusammen mit Walther Müller den nach ihm benannten Geigerzähler entwickelte
- Adolf Remane, Zoologe, (* 10. August 1898 in Krotoschin, †22. Dezember 1976 in Plön)
- Rudolf Hell, (1901–2002), Erfinder, in Kiel seit 1947
- Berte Bratt, Schriftstellerin, * 21. Mai 1905 in Stavanger (Norwegen), †16. Aug. 1990 in Kiel
- Rötger Feldmann (Brösel), Comiczeichner
Literatur
- Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Band I Nordostdeutschland. Kohlhammer, Stuttgart 1939
- Jürgen Jensen, Peter Wulf (Hrsg.): Geschichte der Stadt Kiel. Kiel, 1242 - 1992, 750 Jahre Stadt. Wachholtz, Neumünster 1991, ISBN 3-529-02718-9
- Werner Paravicini (Hrsg.), Uwe Albrecht, Annnette Henning: Begegnungen mit Kiel. Gabe der Christian-Albrechts-Universität zur 750-Jahr-Feier der Stadt. Wachholtz, Neumünster 1992, ISBN 3-529-02722-7
- Dierk G. Puls: Geschichten aus dem alten Kiel. Ein Buch zur Stadthistorie. Körner, Kiel Kronshagen 1991, ISBN 3-9802473-2-5
- Jan Schlürmann: Deutschlands ältester botanischer Garten. Johannes Daniel Major und der erste botanische Garten in Kiel. In: Das nördlichste Bundesland 2003, Heft 10, S.10-13.
Weblinks
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