Klavier
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel behandelt das Pianoforte. Im historischen Umfeld steht der Begriff „Klavier“ für beliebige Instrumente mit Klaviatur. Für die Spielanweisung piano siehe Dynamik (Musik). |
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| Pianoforte |
|---|
| Bild:Piano keyboard.JPG |
| Klassifikation |
| Chordophon Tasteninstrument |
| verwandte Instrumente: |
| Orgel, Cembalo |
| Musiker |
| Kategorie:Pianist |
(TID 438491)
(TID 222876)
] „Tastatur“) gehört zur Gruppe der Tasteninstrumente und dient dem Klavierspiel. Beim Instrument wird der Laut durch eingebaute Hämmer erzeugt, die auf die Saiten schlagen, von ihnen zurückprallen und von einer speziellen Mechanik (Repetitionsmechanik) zurückgezogen werden. Dabei lösen sich die Dämpfer von den Saiten und verbleiben alldieweil von ihnen losgelöst, bis die Knopf losgelassen wird. Die Tasten selbst befinden sich dabei auf einer Klaviatur (Tastatur) an der Front des Instruments.
Der gleichermaßen übliche Name Piano ist eine Verkürzung der ursprünglichen Bezeichnungen „Pianoforte“ und „Fortepiano“ (v. ital. piano [ˈpi̯aːno(TID 438491)
(TID 222876)
] „leise“ und forte [ˈfɔrte(TID 438491)
(TID 222876)
] „laut“), die sich darauf bezogen, dass es mit diesem Instrument im Gegensatz zu früheren Tasteninstrumenten möglich ist, durch unterschiedlich festes Anschlagen der Tasten nach Belieben ruhig oder laut zu spielen.
Inhaltsverzeichnis |
Bauformen und Sprachgebrauch
Klaviere gibt es in zwei Hauptbauformen: Flügel und Pianino. Der Flügel steht frei im Raum, Raste und Resonanzboden sind parallel zum Boden; beim Pianino stillstehen Raste und Resonanzboden senkrecht zum Boden, so dass man es platzsparend an die Wand stellen kann. Historische Bauformen waren der Lyraflügel und das Tafelklavier.
Die Begriffe „Klavier“ und „Piano“ sind die Oberbegriffe für die verschiedenen Bauformen. In Österreich wird „Piano“ allerdings oft auch synonym für „Pianino“ verwendet. Die englischen Bezeichnungen sind „grand piano“ oder kurz „grand“ für den Flügel, „upright piano“ oder kurz „upright“ für das Pianino.
Flügel und Pianino haben zahlreiche Gemeinsamkeiten, und einige wichtige Unterschiede.
- Gemeinsamkeiten:
- Alle Bauteile (Korpus, Gusseisenplatte, Resonanzboden, Stimmstock, Klaviatur, Spielwerk, Saiten und Pedale) finden sich plus beim Flügel sowie beim Pianino
- Flügel und Pianinos sind mehrchörig: bis auf die Basslage finden sich für jeden Ton zwei oder drei Saiten
- Unterschiede:
- Die Klanganlage (Gussrahmen, Resonanzboden und Saiten) sind beim Flügel waagerecht angeordnet, beim Pianino dagegen vertikal. Dieses hat drei klangliche Konsequenzen:
- Beim Flügel strahlt der Klang vom Resonanzboden im Wesentlichen nach unten und oben ab. Unten wird er vom Fußboden reflektiert und verteilt, oben entweder vom geschlossenen Deckel gedämpft, oder vom geöffneten Deckel gebündelt zur Seite hin abgestrahlt. Beim Pianino strahlt der Klang zunächst nach vorne und nach hinten ab. Bei der üblichen Aufstellung wird der hintere Anteil direkt von der Zimmerwand reflektiert und zurück auf den Resonanzboden gelenkt. Der vordere Anteil wird vom Gehäuse mit Spielapparat und Spieler reflektiert.
- Ein Tastendruck führt zu einer Aufwärtsbewegung des hinteren Teils der Tastenwippe. Beim Flügel wird dadurch der Hammer nach oben an die Saite geschleudert. Das Gewicht des Hammers ist direkt an der Taste spürbar und ermöglicht eine differenzierte Klanggestaltung. Beim Pianino muss die Aufwärtsbewegung der Tastenwippe in eine Vorwärtsbewegung des Hammers umgesetzt werden. Dadurch wird der Kontakt zum Hammer etwas indirekter.
- Das linke Pedal verschiebt beim Flügel den gesamten Spielapparat und führt zu einer Klangfarbenänderung (una corda). Beim Pianino werden mit dem linken Fußhebel die Ausgangslagen der Hämmer zu den Saiten hin verlagert. Dadurch wird der Geräusch etwas leiser, ändert aber seine Farbe nur wenig.
Aufbau
Das Piano besteht aus den folgenden Komponenten:
- Raste, Stimmstock (aus Holz) und Rahmen (aus Gusseisen) als „Gerüst“, welches die Saiten und deren Spannung (immerhin 16–25 t) aufnimmt
- Klaviatur und Mechanik
- Gehäuse
Klaviatur
Eine Oktave besteht aus sieben (heute meist weißen) Vordertasten - (früher oft mit Elfenbein, in diesen Tagen in der Regel mit Kunststoff belegt). Sie bringen die Stammtöne c-d-e-f-g-a-h hervor. Mittendrin befinden sich die fünf (heute zumeist schwarzen) Halbtontasten - Hintertasten (bei hochwertigen Instrumenten auch dieser Tage noch aus Ebenholz) cis/des, dis/es, fis/ges, gis/as, ais/b.
Pianinos und Flügel sowie einige Digitalpianos verfügen damit in der Gesamtheit über 88 Tasten (52 weiße und 36 schwarze), also 7 1/4 Oktaven, welche einen Stimmumfang vom ‚‚A (Subkontra-A) bis zum c’’’’’ abdecken. Ältere Klaviere haben auch gelegentlich einen Umfang von nur 7 Oktaven, historische Instrumente einen wesentlich geringeren. Zu Mozarts Zeiten war z. B. ein Stimmumfang von 5 Oktaven üblich (Kontra F - f3). Der Wiener Erzeuger Bösendorfer fertigt seine größten Konzertflügel mit noch größerem Tonumfang, bis hin zum 290-cm-Konzertflügel „Imperial“ mit über 8 Oktaven Stimmumfang (Subkontra C bis c5). Verkaufargument ist ein größerer Mitklang bei gehaltenem Legato-Pedal; echte Verwendung finden diese Tasten nach Bösendorfer-Webseite bei Kompositionen von Bartók, Debussy, Ravel und Busoni.
Pedale
Der Schall kann durch zwei oder drei Pedale gelenkt werden.
- Legato-Pedal: Das rechte Fußhebel sorgt dafür, dass alle die Saiten berührenden Dämpfer aufgehoben werden und der Ton somit nach dem Anschlagen und Loslassen einer Knopf weiterklingen kann. Außerdem schaukeln die nun ungedämpften Saiten anderer Töne mit, was dem Klimperkasten einen volleren Geräusch gibt.
- Das mittlere (nicht bei allen Klavieren vorhandene) Pedal kann unterschiedliche Funktionen haben. Beim Moderatorpedal wird durch die Betätigung ein Filzstreifen zwischen Hämmer und Saiten geschoben, welches das Instrument deutlich leiser macht. Diese Gerät kann auch durch einen verschiebbaren Knopf linke Seite der Klaviatur oder durch einen Hebel unter der Klaviatur bewegt werden. Bei manchen Instrumenten (vor allem aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts) sind am Filzstreifen Metallplättchen befestigt, welche dem Piano einen klimpernden, Cembalo-ähnlichen Laut verleihen. Da diese Metallplättchen vorerst die Umspinnung der Basssaiten beschädigen können, sei vor der Verwendung dieser Apparat gewarnt. Beim Sostenuto-Pedal bleiben die Dämpfer der Tasten, die gerade gedrückt werden, abgehoben, unterdessen man das Sostenuto-Pedal niedertritt. Alle anderen Dämpfer funktionieren normal. Dieses Fußhebel findet zuvor in der Klaviermusik des 20. Jahrhunderts Verwendung. Bei Pianinos hat das mittlere Fußhebel meist die Moderatorfunktion, bei Flügeln ist es des Öfteren ein Sostenuto.
- Piano-Pedal: Das linke Fußhebel bewegt beim Pianoforte die Hämmer der Klaviermechanik näher an die Saiten, so dass die Kraft, die sämtliche Hammer bei Betätigung aufbauen kann, kleiner ist. Damit wird das Spielen besonders leiser Stellen vereinfacht. Beim Flügel heißt das Fußhebel „Verschiebung“. Die gesamte Mechanik wird nach rechts bewegt, so dass die Hämmer nicht länger alle drei Saiten eines Saitenchors treffen – daher auch die Bezeichnung una corda („eine Saite“). Es verändert sich dadurch auch die Klangfarbe, weil nunmehr eine Saite existiert, die nicht durch direkten Anschlag, stattdessen durch Resonanz erregt wird. Außerdem treffen bei der Verschiebung sonstige Stellen des Hammerfilzes auf die Saiten. Diese Stellen sind zwei Paar Schuhe intoniert, d. h. vom Klavierstimmer mit der Intoniernadel aufgeweicht bzw. mit einer Feile gehärtet als die Filzstellen, die in Ausgangszustand die Saiten anschlagen.
Die früher auf dem 10DM-Schein gesehenen vier Pedale beim Flügel, der benachbart Clara Schumann noch abgebildet war, hatten gänzlich zusätzliche Funktionen: Sie waren von den Registerzügen des Clavichord methodisch und beeinflussten die Dynamik einzelner Saitenbereiche.
Klangerzeugung
Eine Besonderheit des Klaviers ist, dass die Töne bis auf etwa die untersten zwei Oktaven nicht nur von einer, an Stelle zwei bis drei gleichartig gestimmten Saiten erzeugt werden, einem so genannten Saitenchor. Ursprünglich war dieses dazu gedacht, die Lautstärke des Klaviers zu erhöhen; es führt aber zu einem komplexen Verlauf des Klanges, der sich aus Sofort- und Nachklang zusammensetzt.
Sofortklang
Als Sofortklang wird der laute, aber schnell abklingende Teil des Klaviertones bezeichnet. Er entsteht hauptsächlich durch die vertikale Vibration der Saiten, die so über den Steg ihre Schwingungsenergie schnell an den Resonanzboden und als Schall an die Luft abgeben kann. Die Saiten eines Saitenchors werden vermöge von geringen Unregelmäßigkeiten des Hammers mit leicht unterschiedlicher Schwingungsweite angeschlagen und geben, da sie in Phase schwingen, ihre Energie schnell an die Luft ab. Sowie allerdings eine Saite zur Ruhe gekommen ist, starten die Saiten des Saitenchors als gekoppelte Pendel zu pendeln und tauschen ihre Energie hauptsächlich gegeneinander aus, bis sie schließlich vermöge der Dämpfung zur Ruhe kommen.
Nachklang
Als Nachklang wird der leisere, dafür aber länger klingende Teil des Klaviertones bezeichnet. Er entsteht erst einmal durch die immer leicht angeregte horizontale Schwingung der Saiten, die ihre Energie nur sehr schwer über den Steg an die Umgebung abgeben können. Die entsprechende Saite wird nicht gedämpft.
Bei der Verwendung des linken Pedals bleibt von Anfang an eine der Saiten in Ruhe. Der Saitenchor als System gekoppelter Pendel gibt seine Energie dann nur sehr langsam an den Resonanzboden ab. Sie bleibt dem System lange erhalten und führt zu einem leisen, aber sehr lang anhaltenden Ton. Dieses ist zuvor bei Pianostellen erwünscht, da der Ton viel länger über der Umgebungslautstärke bleibt, als es nur mit dem Sofortklang möglich wäre.
Geschichte
Zu den Vorläufern des Klaviers gehört das Clavichord. Im 15. Jahrhundert wurde das erste Tasteninstrument mit Hammermechanik entworfen.
Bartolomeo di Francesco Cristofori entwickelte 1709 respektive 1711 in Florenz das erste moderne Hammerklavier, bei dem ein Hammer durch einer Stoßzunge gegen die Saite geschleudert wird und sie zum freien Pendeln sofort wiederum freigibt. Zwei andere Erfindungen waren notwendig, um das Instrument spielbar zu machen:
- ein Mechanismus, der das Zurückfallen des Hammers auf die Saite verhindert (wodurch ein zweiter Ton entstünde);
- ein Dämpfer, der die Saite nach Loslassen der Taste dämpft.
Zusätzlich stammt von Christofori die Doppelsaite, bei der jedweder Ton durch zwei gleich gestimmte Saiten erzeugt wird. Durch Betätigen des (heute linken) Piano-Pedals werden die Hämmer leicht seitlich verschoben, so dass nur eine Saite angeschlagen und der Ton somit leiser wird.
Er erfand ebenso das (heute rechte) Legato-Pedal, durch das die Dämpfer auch nach Loslassen der Knopf nicht auf die Saiten fallen, der Ton also länger nachklingt.
Anno 1726 hatte Christofori sein Instrument vollendet. Es umfasste vier Oktaven (heutige zumeist 7 1/4, siehe oben unter "Klaviatur"). Dieser Tage gibt es noch zwei Originale, eines befindet sich in Leipzig und eines in New York.
In Deutschland wurde kurz darauf das erste „Pianoforte“ von Gottfried Silbermann gebaut und unter dem Namen Hammerklavier populär.
Übrige Entwicklungen folgten:
- 1775 – Johann Andreas Baustein erfindet die Prellmechanik und macht damit Hammerflügel modulationsfähiger und klangvoller.
- 1820 – R. Wornum leitet mit der Entwicklung des ersten Pianinos die Ablösung des Tafelklaviers ein.
- 1821 – Sébastien Érard entwickelt die Repetitionsmechanik, die das virtuose schnelle Spiel und eine rasche Anschlagfolge ermöglicht.
- 1826 – Die Hammerköpfe erhalten einen Filzbelag.
- 1830 – Kreuzsaitiger Bezug: Die Saiten liegen nimmer alle parallel, an Stelle werden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die tiefere, linke Hälfte wird nach rechts, die höhere rechte nach linke Seite geneigt und steht partiell hinten der rechten. Beim Flügel kann dadurch viel Platz gespart werden; das Klimperkasten in seiner heutigen Form mit waagerechter Oberplatte wird dadurch erst ermöglicht.
Notation
Der Klavierpart eines Stückes wird für gewöhnlich mit zwei Notenzeilen notiert, die durch Taktstriche und eine geschweifte Klammer am Anfang des Systems verbunden sind. Für die rechte Hand ist die obere, für die linke die untere Zeile vorgesehen, jedoch ist dieses bei entsprechender Bezeichnung nicht zwingend. Die obere Zeile wird mit einem Violinschlüssel, die untere mit einem Bassschlüssel versehen; dieses kann sich im Verlauf des Stückes beliebig ändern.
Die Stimmen können zur Angabe des empfohlenen Fingersatzes mit den darüber oder unterhalb geschriebenen Hinblättern 1 bis 5 ausstaffieren werden (1 = Daumen, 2 = Zeigefinger usw.).
Die Verwendung von Sostenuto- und Piano-Pedal liegt bei den meisten Stücken in der Sichtweise des Pianisten (das Moderatorpedal ist bei Konzertinstrumenten eh nicht vorhanden). Das Sostenuto-Pedal wird i. a. eingesetzt, wenn ein einzelner Ton dauern soll, während alle beide Hände des Pianisten nochmals mit anderen Stimmen beschäftigt sind (Orgelpunkt, vgl. z. B.Allegro barbaro von Béla Bartók). Ist es nicht vorhanden, muss der Pianist oft das Legato-Pedal einsetzen und damit die Dämpfung auch für die nachfolgenden Töne aufheben. Ein vom Komponisten unabsichtlich breiiger Schall ist dann nicht zu vermeiden.
Niedertreten und Loslassen des Legato-Pedals wird seit seinem Bilden Zentrum des 19. Jhdts. nicht selten mit „Ped ... *“ unter der Basszeile notiert.
Bekannte Hersteller
Als Referenz der Konzertbühnen war nachhaltig Steinway&Sons völlig unangefochtener Standard, höchstens noch für spezielle Romantische Klänge Bösendorfer mit einem etwas schwereren, weniger brillanten Klang. Klanglich ist die Führungsposition weiterhin unangefochten, allerdings hat der unteren Ende der Preisskala angesiedelte Produzent Yamaha das Kunststück vollbracht, durch kostenlose Stellung von Konzertflügeln gerade auf kleineren, geldlich schwierig positionierten Bühnen Eingang in diesen Markt zu finden.
Umgang Klavierbauer sind (in alphabetischer Reihenfolge): Bechstein, Berdux, Blüthner, Bösendorfer, Broadwood, Friedrich Ehrbar, Erard, Fazioli, Feurich, August Förster, Grotrian-Steinweg, Hoffmann, Hofmann&Czerny, Ibach, Kaps, Kawai, Lauberger&Gloss, Pallik & Stiasny, Petrof, Pfeiffer, Pleyel, Rönisch, Rösler, Samick, Sauter, Schiedmayer, Schimmel, Seiler,Wilhelm Spaethe, Gera, Steingraeber & Söhne, Steinway & Sons, Wilhelm Steinberg, Streicher, Thürmer, Yamaha, Zeitter & Winkelmann
Fertigungsunterschiede verschiedener Produktlinien
Es versteht sich von selbst, dass Produzent in unterschiedlichen Preisklassen sich in sämlichen Feinheiten des Instrumentenbaus unterscheiden können. Weniger offensichtlich ist dem interessierten Käufer, dass sich die Preisunterschiede verschiedener Produktlinien eines einzelnen Herstellers nicht nur durch die Größe der Instrumente ergibt, welche zweifelsohne ein wichtiger Faktor bei der Klangentwicklung ist, aber nicht der einzige. Ein Produzent verwendet bei seinen Modellen hin und wieder Klangholz und Filz stark unterschiedlicher Güte. Der Preisunterschied erklärt sich daher in der Regel nur zu einem geringen Teil durch die gewachsenen Dimensionen.
Klaviermusik
Das Pianoforte fand weitestreichende Verbreitung in fast allen Sparten der Musik. Ob als Soloinstrument mit oder ohne begleitendes Orchester, als begleitendes Instrument für Kunstlied, als Ensemble-Instrument in der Kammermusik, als markantes Instrument zur Typ von Stummfilmen – wohl für kaum ein anderes Instrument entstand eine dergestalt reichhaltige Literatur, zu der von fast allen Komponisten beigetragen wurde und wird. Auch aus Jazz und Popmusik ist das Instrument nicht wegzudenken. Darüberhinaus dient das Instrument allgemein als Proben-Begleitinstrument (vgl. Klavierauszug, Korrepetitor), und zur Nachahmung von Instrumentalensembles und ganzer Orchester. Seit dem 20. Jahrhundert wenn schon zur Visualisierung außereuropäischer Ensemblemusik durch Umstimmen von Tonalität und Mensur.
Nicht als Klaviermusik bezeichnet wird Musik, bei der dem Klavier innerhalb eines Ensembles oder Orchesters eine gleichgestellt mitwirkende oder gleichzeitig untergeordnete Rolle zukommt. Das gilt auch für Vokalmusik, bei der das Klimperkasten als Begleitinstrument zu Sologesang o. Chorgesang eingesetzt wird.
Wichtige Gattungen der Klaviermusik sind das zur Orchestermusik gehörende Klavierkonzert (Piano und Orchester) und das zur Kammermusik gehörende Klaviertrio (Piano, Violine, Violoncello), das sowie eine musikalische Gattung und eine Besetzung bezeichnet.
Klavierspiel
Ein Klavierspieler spielt nach Noten oder aus dem Gedächtnis. Klavierspiel kann auch im Musikaufführung mit anderen Musikinstrumenten, einschließlich des Gesangs, geschehen. Gutes Klavierspiel umfasst das Beherrschen der Klavierschule, der Ingenieurwissenschaften (z.B. Fingersatz, Fingerfertigkeit) und enthält einen künstlerischen Ausdruck (Interpretation). Außerdem ist ein perfekt gestimmtes („wohl temperiertes“) Klimperkasten erforderlich.
Klavierspiel kann auch als Stimme in einem Gesamtwerk, wie Duett, Trio, Quartett, Quintett, Orchester, vorgetragen werden. Häufig wird auch der Gesang und das Ballett durch das Klavierspiel untermalt (Begleitung).
Für das Zusammenwirken zweier Klavierspieler gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder bespielen alle beide gemeinsam ein Klimperkasten (vierhändiges Spiel), oder sie gebrauchen zwei Instrumente – erstere Veränderung bietet sich für Hausmusik an, letztere ist eher konzertan: nur in wenigen Privathäusern finden sich zwei Klaviere. Ein Musikstück ist entweder für die eine oder für die zusätzliche Version komponiert. Die Wahl zur Aufführung liegt nur dann in der Unabhängigkeit der Pianisten, wenn sie sich möglicherweise entscheiden, ein Stück für vierhändiges Spiel an zwei Klavieren zu geben. Das konzertante vierhändige Spiel ist eher Spezialistenarbeit. Vielmals findet man Geschwisterpaare spezialisiert auf diese Art Klavierspiel. Umgang Vertreterinnen sind die Schwestern Katia und Marielle Labèque.
Man lernt das Klavierspielen entweder autodidaktisch oder bei einem Klavierlehrer: Privat in einer Musikschule oder an einem Konservatorium. Fortgeschrittenes Klavierspiel ist u. a. auch Lehrgegenstand an Musikhochschulen und Kniffuniversitäten. Das virtuose Spiel wird in Meisterklassen gelehrt.
Professionelle Klavierspieler heißen Pianisten, nach der früheren Bezeichnung Piano(forte) für ein Klavier.
Siehe auch
- Flügel, Pianino, Pianola, Digitalpiano, Präpariertes Klavier, Keyboard, Cembalo, Clavichord, Kinderklavier, Kunstspielklavier, Reproduktionsklavier
- Klavierstimmer, Klavierstimmung, Klavierstück, Klavierauszug
- Etüde
- Liste von Pianisten
- Jazzpiano
Weblinks
- Klavier-Fachwissen Lexikon - 'Pian e forte'
- Hammerflügel-Fotoarchiv
- Infos über berühmte Pianisten und Komponisten aus Jazz und Klassik
- Gedanken zur Tonaufnahme von Klavier, Flügel und Piano
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