Komet
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Kometen als Himmelskörper, für andere Bedeutungen, siehe: Komet (Begriffsklärung). |
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Ein Komet (von griechisch kométes Haarstern, denkrichtig von kómē Haupthaar) oder aberSchweifstern ist ein weniger bedeutendHimmelskörper, der wenigstens in den sonnennahen Teilen seiner Bahn eine durch Ausgasen erzeugte Koma aufweist.
In Sonnennähe ist der meist nur manche Kilometer große Kometenkern von einer diffusen, nebligen, Koma genannten Hülle umgeben, die eine Ausdehnung von so weit wie 100.000 km erreichen kann. Kern und Koma zusammen nennt man auch den Kopf des Kometen. Das auffälligste Kennzeichen der von der Erde aus sichtbaren Kometen ist jedoch der Schweif, der eine sichtbare Länge von 10 bis 100 Mio. Kilometern erreichen kann.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte der Kometenforschung
Im Altertum und dem Mittelalter wurden Kometen häufig als Schicksalsboten oder Zeichen der Götter angesehen. Aristoteles und Ptolemäus hielten die Kometen für Ausdünstungen der Erdatmospähre. Regiomontanus erkannte in ihnen zum ersten Mal selbständige Himmelskörper. Den Beginn der wissenschaftlichen Sichtweise bei der Kometenforschung kann man mit der Erkenntnis Tycho Brahes ansetzen, dass Kometen keine Erscheinungen der irdischen Atmosphäre sind. Er stellte 1577 fest, dass Kometen mindestens 230 Erdradien weit sein müssen. Es dauerte jedoch noch einige Zeit bis sich diese Annahme durchsetzen konnte. Selbst Galilei widersprach dieser Erkenntnis. Edmond Halley war es 1682 möglich den in diesem Jahre auftauchenden Kometen als periodisch wiederkehrenden Himmelskörper nachzuweisen. Der auch 1607, 1531 und 1456 nachzuweisende Asteroid bewegt sich auf einer langgestreckten Ellipse in 76 Jahre um die Sonne. Inzwischen werden im Mittel 20-30 Kometen annual entdeckt.
Übersicht
Charakterisierung
Kometen werden dank ihres Erscheinungsintervalls in aperiodische Komenten und periodische Kometen unterschieden. Zweitere werden nach ihren Umlaufzeiten in langperiodische und kurzperiodische Kometen eingeteilt.
- Aperiodische Kometen
- Kometen, die – vermöge ihrer paraboloiden oder etwahyperboloiden Bahn – sicher nicht wiederkehren, oder Einzelbeobachtungen, über die wegen mangelnd besser gesagtBahnbestimmung – noch – keine Aussage getroffen werden kann.
- Periodische Kometen
- Kometen, deren Rotation unter Zuhilfenahme von ihrer Bahnelemente gefeit ist, die also auf einer – immerhin einen gewissen Spanne – stabilen Umlaufbahn die Sonne umkreisen.
- Langperiodische Kometen mit einer Umlaufzeit von mehr als 200 Jahren kommen vermutlich aus der Oortschen Wolke, ihre Bahnneigungen sind statistisch diffus und sie in Umlauf sein die Sonne und im gleichen Umlaufsinn wie die Planeten (prograd) sowohl in Gegenrichtung zu den Planetenbahnen (retrograd). Die Exzentrizitäten ihrer Bahnen liegen nahe bei 1 - die Kometen sind in der Regel aber noch durch die Schwerkraft an die Sonne gebunden, nichtsdestotrotz sie für ihren Umlauf so weit wie 100 Mio. Jahre benötigen. Exzentrizitäten größer als 1 (Hyperbelbahnen) werden nur in seltenen Fällen durch Bahnstörungen bei der Passage der großen Planeten hervorgerufen. Diese Kometen fegen dann nimmer in Sonnennähe zurück, zugunsten verlassen das Sonnensystem.
- Kurzperiodische Kometen mit Umlaufzeiten kleiner als 200 Jahre stammen vermutlich aus dem Kuipergürtel. Sie bewegen sich meist im üblichen Umlaufsinn und ihre Inklination liegt im Mittel bei etwa 20°, sie liegen also in der Nähe der Ekliptik. Bei reichlich der Hälfte der kurzperiodischen Kometen liegt der größte Sonnenabstand (Aphel) in der Nähe der Jupiterbahn bei 5 und 6 Astronomischen Einheiten (Jupiter-Familie). Es handelt sich dabei um ursprünglich längerperiodische Kometen, deren Bahnen durch den gravitativen Einfluss des Jupiter verändert wurden.
Benennung
Hauptartikel: Benennung von Asteroiden und Kometen
Neu entdeckte Kometen erhalten von der Internationalen Astronomischen Union zuerst einen Namen, der sich aus dem Entdeckungsjahr und einem großen Buchstaben zusammensetzt, der einsetzend mit A am 1. Jan. und B am 16. Jänner im Halbmonatsrhythmus nach dem Zeitpunkt der Entdeckung festgelegt ist. Zusätzlich kommt noch eine Ziffer, damit man diverse Kometen im halben Monat unterscheiden kann. Wenn die Bahnelemente des Kometen beziehungsweise bestimmt sind, wird dem Namen nach der folgenden Ordnung ein weiterer Letter vorangestellt:
| P | die Umlaufzeit ist weniger als 200 Jahre bzw. mindestens zwei bestätigte Beobachtungen des Periheldurchgangs (Periodischer Komet) | |||
| C | die Umlaufzeit ist größer als 200 Jahre | |||
| X | die Bahn ist nicht bestimmbar | |||
| D | Periodischer Komet, der verloren ging oder nimmer existiert | |||
| A | man stellt nachträglich fest, dass es sich nicht um einen Kometen, stattdessen um einen Asteroiden handelt | |||
Einem periodischen Kometen wird im Übrigen eine fortlaufende Nummer vorangestellt, sowie eine bestätigte Beobachtung eines zweiten Periheldurchgangs vorliegt – zur Zeit (Stand: 18. November 2005) sind 173 Kometen mit mindestens zwei bestätigten Periheldurchgängen bekannt, unten sieben nicht länger existierende (u.a. 3D Biela).
Der Asteroid Hyakutake z. B. wird auch unter der Bezeichnung C/1996 B2 geführt. Hyakutake war also der zweite Komet, der in der zweiten Hälfte des Januars 1996 gefunden wurde. Seine Umlaufzeit ist größer als 200 Jahre.
Üblicherweise wird ein Asteroid zusätzlich nach seinen Entdeckern benannt, so wird beispielsweise D/1993 F2 auch unter der Bezeichnung Shoemaker-Levy 9 geführt – es handelt sich in diesem Fall um den neunten Kometen, den Eugene und Carolyn Shoemaker zusammen mit David Levy gefunden haben.
Kometenbahnen
Da bei neu entdeckten Kometen nur kurze Bahnelemente sichtbar sind, werden zuerst parabolische Bahnen berechnet. Mit steigendem Beobachtungszeitraum kann dann entschieden werden ob es sich um Ellipsen oder Hyperbeln handelt. Von zirka 660 untersuchten Kometen zeigt sich folgende Verteilung: 43% Parabeln, 25% langperiodische Ellipsen (Umlaufszeit über 200 Jahre), 17% kurzperiodische Ellipsen (Umlaufszeit so weit wie 200 Jahre) und 15% Hyperbeln. Der hohe Anteil an Parabeln ist jedoch auf den zu kurzen Beobachtungszeitraum vieler Kometenerscheinungen zurückzuführen, bei denen langgestreckte Ellipsen nicht von einer Gleichnis unterschieden werden können Bei einer längeren Sichtbarkeit von 240-500 Tage beschreiben nur mehr 3% der Kometen eine Parabelbahn. Somit dürften die Ellipsen vorherrschend sein (siehe auch die Animation einer Kometenbahn).
Aufbau
Kern
In großer Entfernung von der Sonne bestehen Kometen nur aus dem Kern, der grundsätzlich aus gefrorenem Wasser, Trockeneis, CO-Eis, Methan und Ammoniak mit Beimengungen aus meteoritenähnlichen kleinen Staub- und Mineralienteilchen (zum Beispiel Silikate, Nickeleisen) besteht, man bezeichnet Kometen deshalb häufig als schmutzige Schneebälle o. dirty snowballs. Aus Beobachtungen der Raumsonde Giotto am Kometen Halley weiß man, dass Kometen von einer schwarzen Kruste umgeben sind, die nur zirka 4 % des Lichts reflektiert (Albedo) - dessen ungeachtet Kometen als spektakuläre Leuchterscheinungen beobachtet werden, sind ihre Kerne somit ironischerweise die schwärzesten Objekte des Sonnensystems, wesentlich dunkler als z. B. Asphalt, der ca. 7 % des Lichts reflektiert.
Da nur kleine Regionen des Kerns ausgasen, wie im Abschnitt Koma näher erläutert wird, geht man nach neueren Vorstellungen davon aus, dass die Oberfläche von einer Art Gesteinsschutt gebildet wird, der aus Gesteinsbrocken besteht, die zu schwer sind, um die gravitative Anziehung des Kerns zu überwinden. Giotto entdeckte auch winzige Partikel, die reich an den Elementen Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H), Sauerstoff (O) und Stickstoff (N) sind und deswegen auch CHON-Partikel genannt werden. Diese könnten aus einer dünnen Rußschicht stammen, die die Oberfläche des Kerns überzieht und damit die niedrige Albedo erklären würde. Nähere Angaben soll die aktuelle Rosettamission liefern.
Einen besonderen Anteil an der Entdeckung des Aufbaus der Kometen hatte Fred Whipple.
Koma
| Molekül | Häufigkeit |
|---|---|
| H2O | 100 |
| CO | 20 |
| CO2 | 6-20 |
| H2CO | 1 |
| CH3OH | 2 |
| NH3 | 0,7-1,8 |
| CH4 | 0,6 |
| C2H2 | 0,1 |
| C2H6 | 0,3 |
| HCOOH | 0,06 |
| CH2CO | <0,03 |
| CH3CHO | 0,02 |
| CH3CH2OH | <0,05 |
| CH3OCH3 | <0,45 |
| HCOOCH3 | 0,06 |
| HNCO | 0,06-0,1 |
| NH2CHO | 0,01 |
| HCN | 0,25 |
| HNC | 0,04 |
| CH3CN | 0,02 |
| HC3N | 0,02 |
| H2S | 1,5 |
| OCS | 0,5 |
| H2CS | 0,02 |
| SO | 0,2-0,8 |
| SO2 | 0,1 |
Wenn ein Meteor bei der Annäherung an die Sonne in einem Abstand von etwa 5 AE die Jupiterbahn kreuzt, bildet sich die schalenförmige Koma, die in Kernnähe auch strahlenartige Strukturen zeigt. Sie entsteht durch Sublimation leicht flüchtiger Substanzen auf der sonnenzugewandten Seite, die ins Eis eingebettete Staubteilchen mitreißen. Nach den Beobachtungen der Sonde Giotto findet diese Sublimierung nur an etwa 10 bis 15 % der Kometenoberfläche statt, die flüchtigen Substanzen entkommen offenkundig nur an brüchigen Stellen der schwarzen Kruste. Die an diesen Stellen entweichenden Muttermoleküle bilden die inwendig Koma. Durch zusätzliche Aufheizung, Ionisation und Dissoziation vergrößert sich die Koma weiter und bildet die schließlich sichtbare Koma aus Ionen und Radikalen. Diese wird noch von einem im Ultravioletten strahlenden atomaren Wasserstoffhalo umgeben, der auch UV-Koma genannt wird und beim Kometen Hale-Bopp 1997 einen Diameter von 150 Mio. Kilometern erreichte. Da die atmosphärische Ozonschicht für die UV-Strahlung undurchlässig ist, kann die UV-Koma nur mit Satelliten untersucht werden.
Schweif
Die Bestandteile der Koma werden durch Strahlungsdruck und Sonnenwind „weggeblasen“, so dass sich etwa innerhalb der Marsbahn ein Schweif ausbildet, oder exakter zwei Schweife:
- Ein schmaler, lang gestreckter Schweif (Typ-I Schweif), der erst einmal aus Molekülionen besteht und auch Plasmaschweif genannt wird. Für diese Quant genügend der Strahlungsdruck als Erklärung nicht aus, sodass Ludwig Biermann 1951 eine von der Sonne ausgehende Partikelstrahlung, die dieser TageSonnenwind genannt wird, als Erklärung hierfür postulierte. Dieser Tage geht man davon aus, dass die kometaren Ionen durch eine Wechselwirkung mit dem solaren Magnetfeld angetrieben werden, das von den geladenen Massenpunkt des Sonnenwinds mitgeführt wird.
- Ein diffuser, gekrümmter Schweif (Typ-II Schweif), der auch Staubschweif genannt wird. Die kleinen Staubteilchen, die diesen Rute bilden, werden durch den Strahlungsdruck der Sonne beeinflusst, dessen Wirkung durch eine Aufsplittung in zwei Komponenten erklärt werden kann:
- Eine radiale Komponente, die der Gravitationskraft entgegengerichtet ist und wie diese quadratisch mit der Entfernung zur Sonne abnimmt. Dies wirkt wie eine effektive Abnahme der solaren Gravitationskraft, die Staubteilchen bewegen sich deshalb auf „Pseudo-Keplerbahnen“, die sich für Staubteilchen verschiedener Größe unterscheiden, da der Strahlungsdruck von der Teilchengröße abhängig ist. Dies führt zu einer relativ starken Auffächerung des Staubschweifs im Vergleich zum Plasmaschweif.
- Die andere wirksame Komponente des Strahlungsdruckes ist der Bewegungsrichtung der Staubteilchen entgegengerichtet und führt zu einer Abbremsung der Teilchen, die größer als die Wellenlänge des Lichtes sind, das heißt, größer als etwa 0,5 µm. Diese Teilchen bewegen sich langfristig genauso wie der sonstige interplanetare Staub auf Spiralbahnen Entwicklung Sonne (Poynting-Robertson-Effekt).
- Sehr selten, bei besonderen Bahnkonstellationen, ist ein Gegenschweif (Typ-III Schweif) sichtbar. In diesem Zusammenhang handelt es sich jedoch nicht um eigenständigen Schweif, anstatt nur um einen geometrischen Projektionseffekt: Wenn sich die Erde zwischen Sonne und Meteor hindurchbewegt, ragt ein Teil des Staubschweifs, bedingt durch seine Krümmung, scheinbar über den Kometenkopf hinaus.
Der Materialverlust eines Kometen wurde bei „neuen“ Kometen, die das erste Mal in Sonnennähe kommen, auf etwa 10 bis 50 Tonnen pro Sekunde geschätzt, nach mehrfacher Sonnenannäherung sinkt der Masseverlust auf weniger als 0,1 t/s. Diese geringen Materiemengen von maximal 0,03 bis 0,2 Prozent der Kometenmasse pro Sonnendurchgang bedeuten, dass die Schweife nur eine sehr geringe Dichtheit aufweisen. Die enorme Licht der Schweife erklärt sich im Fallgrube des Staubschweifs durch die große Oberfläche der mikroskopisch kleinen Staubteilchen, im Plasmaschweif trägt wenn schon jedes Atom bzw. Molekül zur Leuchtkraft bei. Dies führt im Vergleich zur Größe des Kometenkerns zu einer Erhöhung der Leuchtkraft um diverse Größenordnungen.
Entstehung
Der hohe Anteil an leicht flüchtigen Substanzen wie beispielsweise Wasser und Kohlenmonoxid bedeutet, dass die Kometenkerne im äußeren Bereich des Sonnensystems entstanden sein müssen. Die Planetesimale aus dem Bereich der äußeren Planeten, die nicht durch die Gasriesen aufgesammelt wurden, wurden dabei zu einem großen Teil so stark gestreut, dass sie das Sternensystem verließen. Nur etwa 10 Prozent dieser gestreuten Körper bilden die Oortsche Wolke. Die Objekte jenseits der Neptunbahn unterlagen diesem Streuprozess nicht und bilden den Kuipergürtel.
Die Kometen verlieren mit jedem Umlauf um die Sonne einen kleinen Teil ihrer Masse. Bei diesen Masseverlusten handelt es sich zuvor die flüchtigen Bestandteile der äußeren Schicht, sodass sie nach einigen hundert Sonnenumläufen kaum noch als Kometen zu erkennen sind. Diese Zeitabstand ist deutlich kürzer als das Alter des Sonnensystems. Die langperiodischen Kometen werden ansonsten bei ihrer Durchquerung des inneren Bereichs des Sonnensystems von den großen Planeten, erstens durch Jupiter, so stark gestreut, dass sie nur für einige Durchgänge als ehemalige Mitglieder der Oortschen Wolke identifiziert werden können. Es ist also ein Handlungsweise notwendig, der die dieser Tage noch sichtbaren Kometen aus ihren sonnenfernen Bahnen in Sonnennähe bringt. Für die kurzperiodischen Kometen aus dem Kuipergürtel vermutet man hierfür Kollisionen originärer Kuipergürtelobjekte, wobei Bruchstücke ins Inwendig des Sonnensystems gelangen. Der Streuprozess langperiodischer Kometen ist noch nicht bekannt, es wird allerdings häufig der Einfluss vorbeiziehender Sterne oder noch nicht entdeckte Planeten (Planet X) respektive ein noch unbekannter Begleitstern der Sonne (Nemesis) als Grund genannt.
Verschiedenes
Abgrenzung zu anderen Himmelskörpern
Die Unterscheidung zwischen Asteroiden und Kometen ist nicht immer ganz eindeutig. Man vermutet, dass einige der als Asteroiden klassifizierten Objekte mit stark elliptischen Bahnen, beispielsweise die Centauren, „ausgebrannte“ Kometenkerne sind, die von einer dicken Schicht nichtflüchtiger Substanzen trüb sind. Andererseits wird das ursprünglich als Komet 2060 Chiron eingestufte Gegenstand seit der Entdeckung einer Koma als Asteroid klassifiziert und gemäß der Kometennomenklatur 95P/Chiron genannt.
Dieser Tage wird der Begriff Meteor wie auch im populärwissenschaftlichen sowie im wissenschaftlichen Sprachgebrauch vs. seiner ursprünglichen Bestimmung oft für alle vermutlich eisigen Kleinplaneten verwendet. Beispiele hierfür sind die Objekte des Kuipergürtels und der Oortschen Wolke, die zwar leichtflüchtige Substanzen enthalten, aber hinsichtlich ihrer Entfernung von der Sonne absolut nie stark genügend erwärmt werden, um eine Koma zu bilden. Von solchen Objekten wird aber angenommen, dass ihr Aufbau eher den Kometenkernen gleicht als den Asteroiden aus dem Asteroidengürtel, aber erst bei Periheldistanzen innerhalb der Jupiterbahn ist die Sonnenstrahlung stark genug, dass durch einen Sublimationsprozess eine Koma gebildet werden kann.
Meteorströme und Meteoriten
Die Partikel des Staubschweifs verteilen sich vorwärts der Kometenbahn um die Sonne. Wie Giovanni Schiaparelli gezeigt hat, treten Meteorströme auf, wenn die Erde diese Bahn kreuzt. Die bekanntesten Meteorströme sind die Leoniden und die Perseiden. Diese Ströme sind als Sternschnuppen leicht beobachtbar. Meist verglüht das Kometenmaterial beim Durchflug durch die Erdatmosphäre, und so wurden noch noch keine Meteoriten entdeckt, die definitiv von Kometen stammen. Für einige sehr seltene Meteoritentypen, wie beispielsweise die CI-Chondriten, wurde zwar eine Verbindung zu Kometen vorgeschlagen, ein Beweis konnte allerdings bis jetzt noch nicht erbracht werden. Auch Mikrometeoriten entspringen überwiegend aus dem Asteroidengürtel, während auch hier eine kometare Bestandteil diskutiert wird.
Die direkte Untersuchung von Kometenmaterial ist jedoch für das Verständnis der Entstehung unseres Sternensystem von großer Bedeutung, so dass komplexe Raumfahrtmissionen mit Raumsonden wie Deep Impact oder etwaRosetta durchgeführt werden, die das Kometenmaterial vor Ort untersuchen. Durch die Stardust-Mission ist es zuallererst gelungen, Üben fit von kleinsten Elementarteilchen aus der Koma eines Kometen zur Erde zurück zu bringen und für Untersuchungen in irdischen Labors zur Verfügung zu stellen.
Besonders erwähnenswerte Kometen
- Der Halleysche Komet war der erste Komet, der (1705 von Edmond Halley) als periodisch erkannt wurde und dessen Kern von Raumsonden fotografiert werden konnte (1986).
- Der Enckesche Komet hat mit 3,31 Jahren die kürzeste Umlaufzeit aller bekannten Kometen, kann aber nicht länger mit bloßem Auge beobachtet werden.
- Der Komet Ikeya-Seki gilt als einer der hellsten Kometen des letzten Jahrtausends. Er erreichte im October 1965 die rund 60fache Licht des Vollmondes und war tagsüber deutlich angrenzend der Sonne sichtbar
- Der Komet Shoemaker-Levy 9 zerbrach im Gravitationsbereich des Jupiter. Seine Bruchstücke schlugen zwischen dem 16 Juli und dem 22. Jul. 1994 auf dem Planeten auf.
- Der Komet Hale-Bopp war von 1996 bis 1997 reichlich 18 Monate mit bloßem Auge sichtbar und hält damit den Rekord unter allen bekannten Kometen.
- Der Komet Wild 2 ist der erste Komet, aus dessen Koma von einer Sonde Partikel eingesammelt wurden. Die Durchspielen wurden im Jahre 2006 zur Erde zurückgebracht.
- Der Komet Tempel 1 wurde das Ziel der Deep Impact Mission der NASA, bei der am 4. Juli 2005 ein 372 kg schweres, hauptsächlich aus Münzgeld bestehendes Gewehrkugel mit einer relativen Tempo von 10 km/s auf dem Kometen einschlug. Mit der Sonde selbst und mit zahlreichen erdgestützten Teleskopen, aber auch mit dem Weltraumteleskop Hubble und der ESA-Raumsonde Rosetta wurde die entstandene Partikelstaubwolke beobachtet.
- Auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko soll 2014 während der Rosetta-Mission erstmalig eine Sonde landen.
Für andere bemerkenswerte Kometen, siehe Liste der Kometen und Großer Komet.
Sungrazer (Sonnenstreifer)
Sonnenstreifer sind eine Gruppe von Kometen die der Sonne extrem bevorstehen vielmehr sich durch die Sonnenkorona bewegen. Durch die Sonnensonde SOHO konnten über 1000 derartige Kometen fotografiert werden. Schätzungen ihrer Gesamtzahl belaufen sich auf über 200.000 Objekte. Durch die starken Gezeitenkräfte der Sonne werden die Sungrazer oft kaputt gerissen. Die meisten Sonnenstreifer sind daher kleine Bruchstücke mit einem Diameter von 10 m und weniger. Der auffällige Meteor Ikeya-Seki war jedoch selbst bei Tageslicht zu sehen, so dass sein Diameter auf viele Kilometer geschätzt wurde. Der Großteil der Sungrazer gehören der Kreutz-Gruppe an.
Kometen und der Stern von Betlehem
Als Folge einiger eindrucksvoller Kometenerscheinungen wurde im 16. und 17. Jahrhundert ein Meteor als Erklärung für den in der Bibel erwähnten Stern von Betlehem vorgeschlagen. Von den in diesen Tagen bekannten Kometen war keiner zur fraglichen Zeit (7-4 v. Chr.) am Himmel sichtbar, obschon Chinesische Astronomen von einem Kometen im Jahr 5 v. u. Z. berichten. Dies war aber ein eher unspektakuläres kleines Gegenstand und deshalb wahrscheinlich nicht mit dem Stern von Betlehem identisch. In früheren Zeiten galt ein Meteor überdies meist als Unheilsbote und wäre kaum als Ankündigung für die Geburt des Messias gedeutet worden.
Offene Fragen
In den letzten 20 Jahren sind in der Erforschung der Kometen sowie des Kuipergürtels große Fortschritte erzielt worden, es gibt jedoch noch immer zig offene Fragen:
- Durch Spektralanalysen ist die Zusammensetzung der Koma mittlerweile sehr gut verstanden, über die molekulare Zusammensetzung des Kerns und der vom Kern entweichenden Muttermoleküle ist jedoch noch sehr wenig bekannt. Möglicherweise kommen in Kometen organische Moleküle die ähnlich oder sogar noch komplexer als diejenigen sind die in Meteoriten gefunden wurden. Viele Exobiologen setzen deswegen große Hoffnungen auf die weitere Erforschung der Kometen. Einige Theorien zur Entstehung des Lebens gehen davon aus, dass organische Moleküle aus Meteoriten oder Kometen die Entstehung des Lebens auf der Erde begünstigt oder gar erst ermöglicht haben. Die Anhänger der Panspermie vermuten selbst noch komplexere biologische Moleküle oder möglicherweise selbst einfache Lebensformen unter den CHON-Partikeln.
- Nach den derzeitigen Theorien sind die Kometen aus der Oortschen Wolke in geringerer Entfernung zur Sonne entstanden als diejenigen aus dem Kuipergürtel. Um dies zu bestätigen, sollten Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung nachgewiesen werden.
- Der Mechanismus, durch den die Objekte der Oortschen Wolke ins Innere des Sonnensystems gestreut werden, ist noch nicht bekannt.
- Es gibt Anzeichen für eine leichte Häufung von langperiodischen Kometen in Richtung des Sonnenapex. Sollte sich dies bei genaueren Untersuchungen bestätigen, hätte dies nicht nur Auswirkungen auf unser Verständnis der Oortschen Wolke, statt auch des interstellaren Mediums in der Umgebung des Sonnensystems.
- Mindestens eines, vermutlich aber mehrere erdgeschichtliche Ereignisse wurde durch den Impakt großer außerirdischer Körper verursacht, für die neben Asteroiden auch Kometen in Betracht kommen. So etwa der erdgeschichtliche Übergang von der Kreide zum Tertiär durch den KT-Impakt.
- Die Erde hat verglichen mit anderen Körpern des inneren Sonnensystem einen deutlich größeren Wasseranteil, wofür von einigen Wissenschaftlern große Kometeneinschläge verantwortlich gemacht werden (siehe Herkunft des irdischen Wassers). Allerdings stimmen bisherige Messungen der Wasserstoffisotopenverhältnisse in verständigen auf Kometen nicht gut mit dem Wasserstoffisotopenverhältnis von irdischem ozeanischem Wasser überein was aber auch daran liegen könnte, dass die gemessenen Kometen nicht repräsentativ waren.
Aberglaube
Ein latenter Aberglaube ist auch in diesen Tagen noch vorhanden, wie 1997 die Massenselbsttötung der Sekte Heaven's Gate beim Erscheinen des Kometen Hale-Bopp zeigt.
Literatur
- Kammerer/Kretlow: Kometen beobachten, Praktische Anleitung für Amateurbeobachter, Sterne und Universum Verlag, 1999, ISBN 3-87973-924-2
- John C. Brandt, Robert D, Chapman: Introduction to Comets, Cambridge University Press, 2nd ed. 2004, ISBN 0-52100-466-7
- Gary W. Kronk: Cometography: Vol.1 Ancient - 1799: A Catalogue of Comets, Cambridge University Press, 1999, ISBN 0-52158-504-X
- Gary W. Kronk: Cometography: Vol.2 1800 - 1899, Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-52158-505-8
- S.V.M. Clube, W.M. Napier, M.E. Bailey: The Origin of Comets, Pergamon Press, 1990, ISBN 0-08034-858-0
- Gerhard Dünnhaupt: "Neue Kometen - Böse Propheten", in:
Philobiblon 18, Stuttgart 1974
- Charnley S.B., Rodgers S.D., Kuan Y.-J., Huang H.-C.: Biomolecules In The Interstellar Medium And In Comets. Advances in Space Research (PDF) - (Diskussion über den Ursprung der nachgewiesenen organischen Moleküle)
- Horner J., Evans N.W., Bailey M.E., Asher D.J.: The Populations of Comet-Like Bodies in the Solar system. Mon. Not. Roy. Astron. Soc. 343 (2003) 1057 (PDF) - (Vorschlag einer neuen Taxonomie für kometenähnliche Körper)
Siehe auch
Weblinks
| (TID 646251) | Commons: Kometen – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
| (TID 646251) | Wiktionary: Komet – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Real Video: Wann schlug der letzte Komet ein? (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri)
- Kometen Einführung
- Die Neun Planeten: Kometen
- Paul Wiegert's PhD thesis:The Evolution of Long-Period Comets
- ESA-Pressemitteeilung zur Rosetta-Mission
- IAU - „Offizielle“ Astronomische Namen
- Beobachtbare Kometen, Tabelle der IAU (Englisch)
- Homepage der VdS-Fachgruppe Kometen
- Faszinierende Amateurfotos von Kometen
Sonne
Planeten: Merkur |
Venus |
Erde |
Mars |
Jupiter |
Saturn |
Uranus |
Neptun |
Pluto
Sonstiges: Asteroid |
Asteroidengürtel |
Kometen |
Kuipergürtel |
Oortsche Wolke |
Transpluto (Planet X)
(TID 223074)
(TID 141504)
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(TID 107786)
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zh:彗星(TID 7440)
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