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Kultur

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Bild:Disambig-grau2.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für alternative Bedeutungen siehe Kultur (Begriffsklärung).

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Kultur (lat. cultura, also Erhaltung (des Körpers, aber primär des Geistes), später im Umfeld mit dem Landbau, aus colere, bebauen, (be)wohnen, pflegen, ehren, ursprünglich etwa geschäftig beschäftigt sein) ist die Spektrum der menschlichen Leistungen. Dies schließt zum einen physische Sachen wie Werkzeuge ein, aber auch die durch den Volk hervorgerufene Veränderung der Natur, die geistigen Hervorbringungen der Menschheit wie Schrift und Kunst sowie die sozialen Organisationsformen, in denen die Volk zusammenleben. Der Begriff der Kultur steht deshalb in Zusammenhang mit dem Begriff der Zivilisation und der sie erhaltenden menschlichen Arbeit. Der Begriff wird zum einen in der Gesamtheit auf die Menschheit als Ganzes bezogen, andererseits aber auch als Zusammenfassung der Lebensumstände einer bestimmten Ethnie oder Region (beispielsweise die europäische Kultur) oder historischen Phase (z.B. die minoische Kultur). Frühe Kulturen haben wesentlich mit der gesellschaftlichen Praxis der Ernährung ihrer Träger zu tun (Jäger- Hirten/Nomaden- oder Bauernkultur).

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Der Kulturbegriff in der deutschen Sprache

  1. Abgeleitet vom lateinischen "cultus": Kult, 'Pflege', Umgang mit den übermenschlichen Mächten: die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft bzw. einer Ethnie und - wolkig auf einzelne Volk - seine Bildung, Zivilisation und Lebensweise.
  2. Abgeleitet vom lateinischen "cultura": die Pflege und Bebauung des Bodens; die Bemühungen Pflanzen oder Mikroorganismen wachsen und sich vermehren zu lassen.

Kultur bezeichnet die Summe aller Bestrebungen, die Grundbedürfnisse der menschlichen Natur zu befriedigen. Implizit sind die Hilfsmittel, sowie die Erträge dieser Leistung ( z.B. Arbeitsgeräte, Techniken, sittliche, religiöse und politische Ordnungen).

Weitere Definitionsmöglichkeiten

William James Durant gibt in seinem Werk (Kulturgeschichte der Menschheit) folgende populäre Definition. Dieser Kulturbegriff spart prähistorische Kultur aus:

Kultur ist soziale Ordnung, welche schöpferische Tätigkeiten begünstigt. Vier Elemente setzen sie zusammen: Wirtschaftliche Vorsorge, politische Organisation, moralische Traditionen und das Streben nach Lehre und Kunst. Sie beginnt, wo Kuddelmuddel und Unsicherheit enden. Neugier und Erfindungsgeist werden frei, wenn die Beklommenheit besiegt ist, und der Mensch schreitet aus natürlichem Antrieb dem Verständnis und der Verschönerung des Lebens entgegen.

Nach Albert Schweitzer ist Kultur „Fortschritt, materieller und geistiger Fortschritt der einzelnen wie der Kollektivitäten„. Der Fortschritt bestehe „zunächst darin, dass für die Einzelnen wie für die Kollektivitäten der Kampf ums Dasein herabgesetzt„ werde. Letztes Ziel der Kultur ist nach Albert Schweitzerdie geistige und sittliche Vollendung des Einzelnen„:

Der Kampf ums Dasein ist ein doppelter. Der Mensch hat sich in der Natur und gegen die Natur und ebenso unter den Leute und gegen die Leute zu behaupten. Eine Reduzierung des Kampfes ums Dasein wird dadurch erreicht, dass die Herrschaft der Vernunft über die Natur wie auch wie über die menschliche Natur sich in größtmöglicher und zweckmäßigster Weise ausbreitet. Die Kultur ist ihrem Wesen nach also zweifach. Sie verwirklicht sich in der Herrschaft der Vernunft über die Naturkräfte und in der Herrschaft der Vernunft über die menschlichen Gesinnungen.“ (Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, ISBN 3406392504, S. 35)

Im Grunde wird Kultur verstanden als Dreiklang von Kunst, Gottesglauben und Wissenschaft. Im engeren Sinne erlauben sich die folgenden Bereiche unterordnen: Sprache, Ethik, sowie die Funktionen der Gesellschaft Religion, Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Rechtsprechung.

Die interkulturelle Kommunikation versteht unter Kultur ein gültiges Sinnsystem oder die Spektrum der vereint geteilten verhaltensbestimmenden Bedeutungen. Wissenssoziologisch könnte man eine Kultur auch als das einem Kollektiv gemeinsame "Wissen" kennzeichnen, das heißt als die im Wahrnehmung seiner Mitglieder verankerten Erwartungen hinsichtlich üblicher Verhaltensweisen, Werthaltungen, sozialer Deutungsmuster und Weltbilder die von Kulturschaffenden entwickelt und zu Gemeineigentum wurden. In Anlehnung daran entwickelten Anthropologen und Semiotiker wie Geert Hofstede oder Edward T. Hall sogenannte Kulturmodelle, mit deren Hilfe sie kulturelle Vorbild beschreiben und schematisieren.

Johann Wolfgang von Goethe ging selbst soweit, dass in seinem Kulturbegriff „weder die Kleidung noch die Eß- und Trinkgewohnheiten, weder die Geschichte noch die Philosophie, weder Künste noch die Wissenschaft, weder die Kinderspiele noch die Sprichwörter, weder das Klima noch die Landschaftsformen, weder die Wirtschaft noch die Literatur, weder das Politisch noch das Private noch der Hinweis auf ‚Schäden durch Abholzung der Berge’ fehlen.

Nahe der oben genannten Erklärung gibt es insgesamt Sprachgebrauch eine übrige Verwendung des Wortes nach von Kultiviertheit, der laufend aber Unkultiviertheit gegenübersteht, die es -da Kultur was auch immer umfasst- eigentlich nicht gibt.

Verschiedene Definitionen des Begriffes widerspiegeln verschiedene Theorien der Bewertung und des Verständnisses menschlichen Tuns wider. 1952 haben Alfred Kroeber und Clyde Kluckhohn eine Tabelle von über 200 verschiedenen Definitionen in ihrem Buch (Culture: A Critical Review of Concepts and Definitions) zusammengetragen.

In der nordamerikanischen cultural anthropology (der in der englischen Sozialwissenschaft die social anthropology entspricht) wird culture ("Kultur") oft sinnähnlich mit society ("Gesellschaft") benutzt (vor allem bei Stammesgesellschaften, vergleiche Anthropologie, Ethnologie und Soziologie).

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Etymologie

Das Wort Kultur kommt aus dem Lateinischen. Das lateinische Wort cultura bedeutet Landwirtschaft, Feldbestellung, bebautes Land (zurückgehend auf das Tunwort colo, colui, cultus - pflegen) - als Gegensatz zu Natur - und so wurde das Wort Kultur bis ins 19. Jahrhundert verwendet, während für die heutige Bedeutung des Begriffes Kultur mehrheitlich das Wort Kunst seine Anwendung findet.

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Entstehung der Kultur

Die vier entscheidenden Schritte des Leute auf dem Weg zum Kulturwesen (Hominisation) sind vielleicht folgende gewesen, wobei sich der Übergang von der natürlichen zur kulturellen Verbessertes Modell nicht scharf trennen lässt und die Serie nicht chronologischen sein muss.

  • Die Entwicklung der Sprache (=>Sprachkultur)
  • Die extensive Nutzung von Werkzeugen
  • Die Zähmung des Feuers
  • Die Entwicklung von expliziten Regeln und Formen des Zusammenlebens (Religion, Ethik, Diakonie und Medizin Rechtsprechung)

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Entwicklung des Kulturbegriffs

Gelehrte des 18. und 19. Jahrhunderts und mehrere Leute heutiger Zeit setzen Kultur gleich mit Zivilisation und sehen sowohl als auch im Gegensatz zur Natur. So wurden Menschen, denen Elemente einer Zivilisation fehlten, oft als naturverbunden, bodenständig und im negativen Sinne als ungebildet bezeichnet. Die gehobene Kultur wurde kritisiert oder auch verteidigt, da sie die menschliche Natur unterdrücke. Kultur in Grenze zur Barbarei war und ist partiell in diesen Tagen noch definiert als das Fehlen ökonomischer Auflage und Betonung des Rituellen, so z.B. ein nach allen Regeln der Kunstgriff gedeckter Tafel als Gegensatz zu ausschließlich "sinnvoller" Bestückung.

Im späten 19. Jahrhundert plädierten Anthropologen für eine breitere Erklärung des Begriffes Kultur. Sie wollten das Wort auf eine Unzahl von verschiedenen Gesellschaften anwenden können. Sie argumentierten, die Kultur entspräche der menschlichen Natur. Die Kultur habe ihre Wurzeln in der menschlichen Fähigkeit, Versuche systematisch auszuwerten und deren Ergebnisse in Schrift und Sprache weiterzugeben.

Deswegen entwickeln Menschen, die getrennt voneinander leben, einzigartige Kulturen. Dennoch können sich Elemente verschiedener Kulturen in diesen Tagen leicht von einer Menschengruppe zu einer anderen ausbreiten.

Es wurde also notwendig, denkrichtig und rein gedanklich nützlichere Definitionen des Wortes Kultur zu entwickeln.

Dabei unterscheiden die Anthropologen zwischen einer

  • materiellen Kultur und einer
  • symbolischen Kultur (Schrift und Sprache).

Der Unterschied spiegelt nicht nur verschiedene menschliche Tätigkeiten wider. Man braucht auch verschiedene Untersuchungsmethoden, um alle beide Bereiche zu beschreiben und zu untersuchen. In der Regel konzentrieren sich die Archäologen auf die materielle Kultur und die Kulturanthropologen auf die symbolische Kultur. Alle beide wollen aber endlich auch wissen, wie diese zwei Bereiche zusammenhängen.

Darüberhinaus bezieht sich der Begriff Kultur für die Anthropologen nicht nur darauf, wie Güter abgewirtschaftet werden, für auch darauf, wie sie produziert werden und wie sie für die Volk bedeutsam werden. Die Anthropologen wollen unten auch die sozialen Beziehungen und Handlungsweisen verstehen, in welche die Sachen des täglichen Lebens einbezogen werden.

2000 forderten einige Anthropologen, den Kulturbegriff auf Primaten auszudehnen.

Kultur ist in Zeiten des Umbruchs und der Veränderung auch ein Modewort geworden: Kultur wird mit großem Aufwand als Veranstaltung inszeniert und als ein wirtschaftlicher Impulsgeber konsumierbar gemacht ("Kulturalismus").

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öffentliche Finanzierung

Die öffentliche Auflageziffern entsprechend der Kultur sanken in Deutschland von ca. 8.4 Mrd. Euro im Jahr 2001 auf etwa 7.88 Milliarde Euro im Jahr 2004, wobei die Länder und Gemeinden annähernd doppelt soviel wie der Bund sparten. [1]

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Siehe auch

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Literatur

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Weblinks

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(TID 646251)

Wikiquote: Kultur – Zitate

(TID 223246)

Bild:Wikinews-logo.png
   

(TID 646251)

Wikinews: Kultur – aktuelle Nachrichten

(TID 342006)

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Wiktionary: Kultur – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

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