Linux (Betriebssystem)
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Betriebssystem Linux. Für übrige Bedeutungen siehe auch Linux (Begriffsklärung). |
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Linux (oder auch GNU/Linux, siehe GNU/Linux-Namensstreit) ist ein freies und plattformunabhängiges Mehrbenutzer-Betriebssystem für Computer, das Unix ähnlich ist. Erstmalig eingesetzt wurde GNU/Linux 1991 nach der Veröffentlichung des ersten Linux-Kernels durch Linus Torvalds.
Das aus verschiedenen Teilen bestehende Software wird in diesen Tagen von Softwareentwicklern auf der ganzen Welt weiterentwickelt, die an den verschiedenen Projekten mitarbeiten. Daran sind und einzelne Personen und Stiftungen, größere und kleinere Projekte, aber auch kommerzielle Unternehmen beteiligt. Im praktischen Einsatz werden meist sogenannte Linux-Distributionen genutzt, in denen verschiedene Applikation zu einem anfertigen Päckchen synoptisch wird.
Die Einsatzbereiche von GNU/Linux variieren stark und umfassen u. a. die Anwendung auf Desktop-Rechnern, Servern, Handys, Routern, Multimedia-Endgeräten und Supercomputern. GNU/Linux wird auf vielen Computern und Servern global in fast allen Bereichen der Rechentechnik eingesetzt. Beispiele dafür sind die Server der Wikipedia und die des Suchmaschinenbetreibers Google.
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Bild:Tux.svg Das Linux-Maskottchen ist ein Pinguin namens Tux |
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte von Linux
Entwicklungen im Vorfeld
Das 1983 von Richard Stallman ins Leben gerufene GNU-Projekt hatte das Ziel, ein UNIX-ähnliches, POSIX-kompatibles Betriebssystem zu schaffen. Zwar war schon Anfang der 90er Jahre eine ansehnliche Menge von Applikation geschrieben worden, doch steckte der eigentliche Betriebssystem-Kern noch in einer frühen Phase und entwickelte sich nur langsam. Die ebenso freie Berkeley Software Distribution, die sich in den 80er Jahren entwickelt hatte, war in einen Streitsache mit ungewissem Ausgang verwickelt und war aus diesem Grund ebenso keine Alternative als freies Betriebssystem. Damit stand Anfang der Neunziger kein vollständiges, freies System zur Verfügung, welches für Entwickler interessant gewesen wäre.
Historische Entwicklung
1991 begann Linus Torvalds in Helsinki (Finnland) mit der Entwicklung einer Terminal-Emulation, um u. a. seinen eigenen Elektrisches Gerät besser zu verstehen. Mit der Zeit merkte er aber, dass sich das System immer mehr zu einem Computerprogramm entwickelte und kündigte es im Folgenden im Usenet für das Programm Minix, comp.os.minix an. Im September desselben Jahres sollte das System dann auf einem Server den Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Da der damalige Server-Administrator mit dem von Torvalds angedachten Namen Freax nicht einverstanden war, stellte jener es an Stelle dessen in einem Verzeichnis mit dem Namen GNU/Linux zur Verfügung. Torvalds widersetzte sich Ursprünglich dieser Namensgebung, gab seinen Widerstand aber schnell auf, da er nach eigener Aussage offenbaren musste, dass GNU/Linux einfach ein besserer Name war.
Zwar wurde GNU/Linux zu der Zeit noch unter einer eigenen Franchise veröffentlicht, schnell merkte Torvalds aber, dass diese störend war und entschied sich dazu, allen Entwicklern möglichst großen Spielraum zu geben. Er stellte im Folgenden im Juni 1993 GNU/Linux unter die GPL. Dieser Schritt machte das System für eine noch größere Zahl von Entwicklern interessanter, da es für diese die Modifikation und Verbreitung vereinfachte. 1996 kündigte Torvalds an, dass er einen Pinguin als Talisman für GNU/Linux haben wolle, und schrieb einen Wettbewerb aus, aus dem schließlich der populäre Tux hervorging.
Die Bezeichnung GNU/Linux
Die Bezeichnung GNU/Linux wurde von Torvalds anfänglich nur für den von ihm geschriebenen Systemkern genutzt. Dieser wurde meist zusammen mit anderer Software, vor allen Dingen der des GNU-Projekts, weitergegeben. Während Torvalds den Namen GNU/Linux später auch für solche Software-Distributionen benutzte, versuchte der Gründer des GNU-Projekts, Richard Stallman, bald, den Namen Linux durchzusetzen, um der Rolle von GNU eine in seinen Augen angemessene Einfluss zu verschaffen. Diese Forderung stieß aber auf unterschiedliche Reaktionen. Während das GNU-Projekt, die gleichermaßen von Stallman mitgegründete Free Software Foundation und die Debian-Linux-Distribution den Namen annahmen, lehnten die meisten Entwickler und anderen Linux-Distributionen dies ab oder widersetzten sich deutlich. Ein Grund dafür war einerseits, dass Linux als Name als einfacher wertgeschätzt wurde, aber auch, dass mittlerweile eine beachtliche Menge der mit GNU/Linux ausgelieferten Computerprogramm nicht aus dem GNU-Projekt stammt.
Siehe auch: GNU/Linux-Namensstreit
Entwicklung heute
Die Entwicklung des Linux-Kernels wird noch immer von Torvalds organisiert. Dieser ist dafür zusammen mit Andrew Morton bei den gemeinnützigen Open Source Development Labs angestellt.
Gleichzeitig nahe der reinen Kernel-Entwicklung haben sich aber auch zusätzliche Projekte um GNU/Linux gesammelt, die es für eine größere Nutzerzahl interessant gemacht haben. So ermöglichen die graphischen Benutzeroberflächen wie KDE oder etwaGNOME einen hohen Benutzerkomfort beim Einsatz als Desktop-System. Verschiedene auf den Desktop ausgelegte Linux-Distributionen haben die Installation und Konfiguration von GNU/Linux so weit vereinfacht, dass sie auch von Anfängern einfach gemeistert werden können.
Ebenso hat eine weltweite Entwickler- und Nutzergemeinde, gern auch Community genannt, eine Meute an weiterer Programm und Dokumentarfilm rund um GNU/Linux erstellt, welche die Einsatzmöglichkeiten von GNU/Linux auf fast jeden Bereich ausgedehnt haben. Hinzu kommt die zunehmende Unterstützung durch proprietäre Software-Hersteller, die auch mehr und mehr Programme für GNU/Linux anbieten. Dabei läuft die Entwicklung vor allen Dingen freier Programme sowie in selbstorganisierten Projekten existent aus Freiwilligen, und in zum Teil von Firmen unterstützten Stiftungen. Gemein ist allen Modellen, dass sie sich stark über das Internet vernetzt haben und dort einen Großteil der Organisation und Abstimmung treffen.
Streit um Linux
Schon früh kam es rund um GNU/Linux zum Streit. 1992 griff Andrew S. Tanenbaum GNU/Linux wegen eines aus seiner Sicht veralteten Designs und eines zu liberalen Entwicklungsmodells an. Dabei übersah er aber den Ursprung von Linux, das ursprünglich geschrieben wurde, um einen speziellen Elektrisches Gerät wissen zu lernen. Später kam Tanenbaum nochmal ins Spiel, als Ken Brown in seinem Schmöker Samiszdat schrieb und nach Anhaltspunkten suchte, dass GNU/Linux nur eine Kopie von Unix sei. Tanenbaum nahm GNU/Linux diesmal in Schutz, selbst wenn mit der Begründung, dass GNU/Linux ein zu schlechtes Formgebung habe, als dass es abgeschrieben sein könne.
Anderer Streit kam auch von erklärten Konkurrenten. Schon früh wurden interne Microsoft-Dokumente bekannt, die aufzeigten, dass GNU/Linux die größte Bedrohung für Windows sei. Später begann Microsoft mit einer vermeintlichen Faktenkampagne, um Windows bei einer Gegenüberstellung mit GNU/Linux technisch wie wirtschaftlich gut aussehen zu lassen. Während die Community diese Maßnahme recht gelassen sah, starteten vor allen Dingen Firmen im Linux-Umfeld Gegenkampagnen.
Ein anderer Konkurrent, der Unix-Hersteller SCO, erhob wiederum 2003 den Vorwurf, dass bei IBM angestellte Linux-Entwickler Code von SCOs Unix in GNU/Linux kopiert hätten. Der Prozess, der im Im Jahre2006 noch immer andauert, wird im Artikel SCO gegen Linux chronologisch dokumentiert.
Gleichermaßen machte das Markenrecht GNU/Linux schon früh zu schaffen. So ließen einige Privatpersonen Zentrum der 90er den Namen GNU/Linux auf sich eintragen, was Torvalds nur mit viel Hilfe nochmal rückgängig machen konnte. Er übertrug das Markenrecht an das Linux Mark Institute, welches wiederum im Jahr 2005 auffiel, als es die Lizenzen für den Markenschutz auf 5.000 $ festlegte. Diese Summe brachte vor allen Dingen die Gemüter vieler Community-Projekte in Wallung, woraufhin sich Torvalds genötigt fühlte, in einem offenen Zuschrift Stellung zu nehmen, und klar zu stellen, dass das Geld schlichtweg benötigt wird, damit das gemeinnützig arbeitende GNU/Linux Mark Institute seine eigenen Unkosten decken kann.
Der Kernel
Hauptartikel: Linux (Kernel)
Grundlegende Technologie
Die Bezeichnung Linux wurde von Linus Torvalds anfänglich nur für den Betriebssystemkern genutzt. Dieser stellt der Applikation eine Interface zur Verfügung, mit der die Anwendung auf die Gerätschaft zugreifen kann, ohne sie vielmehr zu kennen. Dieser ist ein in der Anwendungssoftware C geschriebener, hybrid-monolithischer Betriebssystemkern, der es ermöglicht, nur die für die jeweilige Computerkomponente nötigen Berufstätiger zu laden. Der Kern übernimmt auch die Zuweisung von Prozessorzeit und Ressourcen zu den einzelnen Programmen, die auf ihm gestartet werden. Bei den einzelnen technischen Vorgängen orientiert sich das Gestaltung von GNU/Linux stark an seinem Vorbild Unix.
Der Linux-Kernel wurde indessen auf eine sehr große Anzahl von Hardware-Architekturen portiert. Das Repertoire genügend von eher exotischen Betriebsumgebungen wie dem iPAQ-Handheld-Computer oder gar Digitalkameras bis hin zu Großrechnern wie IBMs zSeries. Trotz Modulkonzept blieb die monolithische Grundarchitektur erhalten. Die Orientierung der Urversion auf die verbreiteten x86-PCs führte früh dazu, verschiedenste Computerkomponente effizient zu unterstützen und die Bereitstellung von Treibern auch unerfahrenen Programmierern zu ermöglichen. Die hervorgebrachten Grundstrukturen beflügelten die Verbreitung.
Kernel-Versionen
Auf der Web-Angebot kernel.org werden alle alten und neuen Kernel-Versionen archiviert. Die dort zu findende Version ist der jeweilige Referenzkernel. Auf diesem bauen die sogenannten Distributionskernel auf, die von den einzelnen Linux-Distributionen um andere Funktionen ergänzt werden. Eine Besonderheit stellt dabei vor allen Dingen das aus vier Blechen bestehende Versionsnummernschema dar, z. B. 2.6.14.1. Sie gibt Auskunft über die exakte Version und damit auch über die Fähigkeiten des entsprechenden Kernels. Von den vier Löhnen wird die letzte für Fehlerbehebungen und Bereinigungen geändert, nicht aber für neue Funktionen oder tiefgreifende Änderungen. Aus diesem Grund wird sie auch nur selten mit angegeben, wenn man z. B. Kernel-Versionen vergleicht. Die vorletzte, dritte Zahl wird geändert, wenn neue Fähigkeiten oder Funktionen hinzugefügt werden. Gleiches gilt für die ersten beiden Zahlen, bei diesen müssen die Änderungen und neuen Funktionen jedoch drastischer ausfallen. Da die erste Zahl aber zuletzt 1996 geändert wurde, gibt die zweite Zahl praktisch Auskunft über große, tiefgreifende Änderungen. Dementsprechend aufmerksam wurden z. B. die Neuerungen des 2003 veröffentlichten Kernels 2.6 beobachtet.
Die Wartung der einzelnen Versionen ist dabei je nach Version qua der zweiten Zahl aufgeteilt. Gegenwärtig ist David Weinehall für die 2.0er Rangfolge verantwortlich, Marc-Christian Petersen für den Kern 2.2, Marcelo Tosatti für den Kern 2.4 und Andrew Morton für den aktuellen stabilen Betriebssystemkern 2.6.
Neuerungen im Kernel 2.6
Der aktuelle stabile Kern wurde ab Dez. 2001 auf Basis des damaligen 2.4er Kernels entwickelt und weist eine Reihe von Neuerungen auf. Direkte Auswirkungen haben diese Änderungen insofern, als graphische und interaktive Anwendungen deutlich schneller ausgeführt werden.
Eine der wichtigsten Änderungen war dabei die Verbesserung des sog. Schedulers, den Ingo Molnar für den 2.6er Betriebssystemkern rundherum neu konzipierte. Er hat die Fähigkeit, das Zuweisen von Prozessorzeit zu unterschiedlichen Prozessen unabhängig von der Anzahl der Prozesse gleich rasch zu erledigen. Damit wird der Aufwand zur Ressourcenverteilung des Systems unabhängig von der Zahl der laufenden Programme. Eine übrige Innovation stellt die Einführung von Access Control Lists dar, mit deren Hilfe ein sehr fein abgestimmtes Rechtemanagement möglich ist, was vor allen Dingen in Umgebungen mit vielen Benutzern sehr wichtig ist. Ebenso verfügt der neue Betriebssystemkern über ein deutlich verbessertes System der Dateiüberwachung. In der neuen Version, Inotify genannt, gibt die Überwachung bei ganz Operation an einer File eine Nachricht ab, was z. B. für Desktop-Suchmaschinen wichtig ist, die nachdem ihren Index in Relation auf diese File updaten müssen.
Entwicklungsprozess
Die Entwicklung von GNU/Linux liegt durch die GPL und durch ein sehr offenes Entwicklungsmodell nicht in der Hand von Einzelpersonen, Konzernen oder Ländern, statt in der Hand einer weltweiten Gemeinschaft vieler Programmierer, die sich vor allen Dingen über das Internet austauschen. In vielen E-Mail-Listen, aber auch in Foren und im Netnews besteht für jedermann die Möglichkeit, die Diskussionen über den Betriebssystemkern zu verfolgen, sich daran zu teilnehmen und auch aktive Beiträge zur Entwicklung beizutragen. Durch diese unkomplizierte Vorgehensweise ist eine schnelle und stetige Entwicklung gewährleistet, die auch die Möglichkeit mit sich bringt, dass alle dem Kern Fähigkeiten zukommen gestatten kann, die er benötigt. Eingerahmt wird dies nur durch die Kontrolle von Linus Torvalds und sich verständigen auf speziell ausgesuchten Programmierern, die das letzte Wort über die Aufnahme von Verbesserungen und Patches haben.
Distributionen
Hauptartikel: Linux-Distribution
Das Programm GNU/Linux ist eine Zusammenstellung verschiedener Software, die je nach Bedingung unterschiedlich sein kann. Die so entstehenden Distributionen unterscheiden sich teils sehr deutlich.
Geschichte der Linux-Distributionen
Die Bedingung von Linux-Distributionen ergab sich durch das Entwicklungsmodell von GNU/Linux knapp sofort. Die Werkzeuge des GNU-Projekts wurden zügig für GNU/Linux angepasst, um ein arbeitsfähiges System bereit stellen zu können. Eine der ersten Zusammenstellungen dieser Art war 1992 MCC Interim Linux. Die älteste bis auf den heutigen Tag existierende Distribution, Slackware von Patrick Volkerding, folgte 1993.
Mit der Ausbreitung der Linux-Distributionen bekamen mehr Leute die Möglichkeit, das System zu testen, überdies wurden die Distributionen immer umfangreicher, so dass ein immer größerer Einsatzbereich erschlossen werden konnte, was GNU/Linux kumulativ zu einer attraktiven Alternative zu etablierten Herstellern werden ließ. Im Laufe der Zeit änderte sich auch der Fond der Distributionen: Wurden die ersten Distributionen noch der Gemütlichkeit halber und von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen geschrieben, gibt es inzwischen z. T. sehr große Gemeinschaftsprojekte Freiwilliger, Firmen-Distributionen oder eine Zusammenstellung aus beidem.
Heutige Distributionen
Hinten den meisten, vor allen Dingen kleinen Distributionen stillstehen gegenwärtig über das Internet koordinierte Projekte Freiwilliger. Die großen Distributionen werden eher von Stiftungen und Firmen verwaltet. Der Einsatzbereich der einzelnen Distributionen ist mit der Zeit im gleichen Sinne stark aufdifferenziert, vom Desktop-PC über Server-Installationen und Live-CDs bis hin zu Distributionen zu technischen Forschungszwecken ist was auch immer vertreten. Die Zusammensetzung einer üblichen Linux-Distribution für den Desktop-PC umfasst eine große Zahl von Softwarekomponenten, die das tägliche Arbeiten ermöglichen. Die meisten Distributionen werden wohlbehalten fertiger CD-Images im Internet bereit gestellt oder mit Support-Verträgen oder Handbüchern verkauft.
Auswahl einer passenden Linux-Distribution
Eines der Hauptprobleme für Anfänger ist, zwischen der großen Anzahl der zur Verfügung stehenden Distributionen die geeignetste herauszufiltern. Eine für alle passende Antwort gibt es dabei selbstverständlich nicht, die große Vielfalt ermöglicht aber auch eine sehr feine Abstimmung der Auswahlkriterien auf die eigenen Bedürfnisse. So kann die verwendete Applikation mehr Gewicht für Privatanwender haben als für Firmen, die wiederum mehr Wert auf die Verfügbarkeit offiziellen Supports legen. Auch kann die Politik des Projekts oder der Betrieb nachdem der Distribution, z. B. in Verbindung auf kommerzielle Software, ebenso eine Rolle spielen wie die Eigenschaften der Community in diesem Projekt.
Auf eine Aufzählung oder Gegenüberstellung der wichtigsten bzw. populärsten Distributionen wird hier auf Basis von der nur schwer zu ziehenden Grenzen und der Übersichtlichkeit halber verzichtet. Diese Angaben finden sich anstelle auf den Seiten Liste von Linux-Distributionen und Vergleich von Linux-Distributionen.
Kompatibilität zwischen den Distributionen
Die Vielfalt der Distributionen, die teils verschiedene binäre Formate, eigene Verzeichnisstrukturen und ähnliche Unterschiede aufweisen, führt zu einem Grad an Inkompatibilität zwischen den Distributionen. So kann Software, die für die Verteilung A bereit gestellt wird, nicht notgedrungen auch auf der Austeilung B installiert werden. Um dieser Thema zu begegnen und eine einheitliche Softwarekompatibilität zu erreichen, wurde die Free Standards Group ins Leben gerufen, die dazu entsprechende Standards veröffentlicht. Der Bekannteste ist die Linux Standard Base, die das Ziel der binären Kompatibilität angeht. Die LSB wird dabei von den verschiedenen Distributionen unterschiedlich streng umgesetzt.
Einsatzbereiche
Hauptartikel: Linux-Einsatzbereiche
Die Einsatzgebiete von GNU/Linux sind seit der ersten Version stetig gestiegen und decken momentan einen weiten Bereich ab.
Linux am Desktop
Die vielseitigste Computerinstallation ist die des PCs als Schreibtischgerät. Bei dem Anspruch, dass der Elektrogerät ohne Hintergrundwissen nutzbar sein muss, umfassen auch die Aufgaben eine große Bandbreite: vom Netzwerkgerät über Multimediasystem, Softwareentwickler-Platz und Office-Station bis hin zum Spielecomputer. Aus diesem Grund bringen heutige Linux-Distributionen eine entsprechend große Menge meist freier Programm mit sich, die diese Bereiche abdeckt. Ein dabei für Neulinge häufig auffälliges Problem ist, dass Windows-Software nicht unbefangen unter GNU/Linux funktionieren kann, sofern sie nicht vom Erzeuger extra für GNU/Linux bereit gestellt wird. Projekte wie Wine gehen das Problem zwar an, decken aber nur einen Teil der vorhandenen Windows-Programme ab. In anderen Fällen müssen neue User dann zu Alternativen greifen, und sich damit ebenso umgewöhnen.
Trotz des umfangreichen Angebots wird GNU/Linux im Desktop-Bereich noch eher zögerlich eingesetzt, da das System sich vom vorherrschenden Konkurrenten unterscheidet und deswegen eine gewisse Einarbeitungszeit nötig ist. Vor allen Dingen ist die Softwareinstallation für Ungeübte unter GNU/Linux schwierig. Hinzu kommt, dass die beiden weit verbreiteten Benutzeroberflächen GNOME und KDE unterschiedliche Benutzerrichtlinien haben, und deswegen Programme der einen Oberfläche in der anderen fremdländisch erscheinen. Um diese Probleme anzugehen, gibt es mittlerweile eine Reihe von Initiativen und Projekten, welche Standards und Richtlinien veröffentlichen, um als auch Entwicklern sowohl .... als auch Nutzern den Umgang mit einem Linux-System zu vereinfachen.
Die Verbreitung von GNU/Linux auf dem Desktop wird zur Zeit auf den unteren Prozentbereich geschätzt, überdurchschnittliche Verbreitung findet es dabei aber in größeren Netzwerken, in denen mehrere Nachteile durch zentrale Bürokratie und Training wegfallen. Bekannt geworden sind in dem Zusammenhang auch größere Migrationen von Firmen oder Institutionen, die viele hundert oder tausend Rechner auf Linux-Desktops umgestellt haben.
Linux als Server
Auf Grund der Kompatibilität von GNU/Linux mit anderen UNIX-Systemen hat sich GNU/Linux auf dem Servermarkt besonders schnell etabliert. Da für GNU/Linux schon früh etliche häufig verwendete und benötigte Serversoftware wie Webserver, Datenbankserver und Groupware gratis und weitgehend uneingeschränkt zur Verfügung stand, wuchs dort der Marktanteil stetig.
Da GNU/Linux als stabil und einfach zu warten gilt, erfüllt es auch die besonderen Bedingungen, die an ein Server-Betriebssystem gestellt werden. Der modulare Aufbau des Linux-Systems ermöglicht zusätzlich das Ausüben kompakter, dedizierter Server. Außerdem hat die Portierung von GNU/Linux auf verschiedenste Hardwarekomponenten dazu geführt, dass GNU/Linux alle bekannten Serverarchitekturen unterstützt.
Der Marktanteil der Linux-Server betrug 2004 etwa 10 % bei einem jährlichen Wachstum von 50 %. Eingesetzt wird es dabei für praktisch alle Einsatzbereiche. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Linux-Server-Konfiguration LAMP, bei der GNU/Linux mit Apache, MySQL und PHP (manchmal auch Perl oder aberPython) kombiniert wird. Da GNU/Linux auf einer Menge von verschiedenen Hardwaretypen betrieben werden kann, ist auch die für Linux-Server genutzte Computerkomponente ähnlich umfangreich. Auch modernste Gerätschaft wie die von IBMs eServer p5 wird unterstützt und ermöglicht dort das parallele Ausführen mehrerer Linux-Systeme.
Weitere Bereiche
Da GNU/Linux beliebig angepasst werden kann, hat es sich auch in Rechenzentren ausgebreitet, in denen speziell angepasste Versionen auf Großrechnern, Computerclustern oder auchSupercomputern laufen.
Auf der anderen Seite wird es ebenso in kleinen Endgeräten wie Mobiltelefonen oder PDAs eingesetzt. Vorteil ist, wie in anderen Bereichen auch, dass eine sehr aktive Entwicklergemeinschaft vorherrscht, auf deren Ressourcen (z. B. umfangreiche Entwicklerprogramme, schon bestehender Code wie die Benutzeroberflächen OPIE oder aberGPE Palmtop Environment, Erfahrung etc.) die Fabrikant dabei zurückgreifen können.
Linux und Sicherheit
Allgemeines
Die Gründe für die Bewertung von GNU/Linux als sicheres System sind verschieden und hängen auch vom Einsatzbereich ab. So verfügt GNU/Linux als Desktop-System über eine strenge Zerlegung der Zugriffsrechte, die bei anderen verbreiteten Desktop-Systemen im Normalfall nicht eingehalten wird. Dies führt u. a. dazu, dass jede Menge Funktionsprinzipien verbreiteter Würmer und Viren bei GNU/Linux nicht greifen können. Im Vergleich zu anderen Desktop-Systemen hat GNU/Linux die erste größere Verbreitung bei Nutzern mit einem sehr technischen und sicherheitsbewussten Umfeld erfahren. Die Entwicklung geschah somit, verglichen mit anderen verbreiteten Desktop-Systemen, unter den Augen eines sehr sicherheitskritischen Publikums. Im Gegensatz zu Desktop-Systemen hängt die Sicherheit bei Serversystemen vor allen Dingen auch vom Grad der Erfahrung der Administratoren mit dem System selbst ab. GNU/Linux punktet dabei durch die freie Verfügbarkeit, die es Administratoren ermöglicht, das System ohne Mehrkosten in verschiedensten Testszenarien zu installieren und dort ausgiebig zu untersuchen. Unter sicherheitstechnisch besonders anspruchsvollen Bereichen kommt zum Tragen, dass es eine Reihe von speziell gehärteten Linux-Distributionen gibt, die den Ansprüchen entsprechend fair werden. Initiativen wie SELinux bemühen sich dort um das Erfüllen hoher Sicherheitsstandards.
Für alle Einsatzbereiche spricht, dass GNU/Linux nicht auf eine Hardware-Architektur festgelegt ist. Würmer und Viren können sich immer nur auf dem Teil der Linux-Systeme verbreiten, auf deren Gerätschaft sie zugeschnitten sind. Hinzu kommt, dass GNU/Linux quelloffene Applikation ist. Jeglicher kann also den Code studieren, untersuchen und anpassen. Dies führt u. a. auch dazu, dass der Quellcode (sei es zum Zwecke der Anpassung, zum Zwecke der Schulung, aus dem Sicherheitsinteresse einer Institution/Firma hervor oder aus privatem Interesse) von mehr Leute informiert wird, als dies bei proprietärer Software der Fall sein kann.
Dass aber auch GNU/Linux nicht automatisch sicher ist, zeigte das Bilden des Slapper-Wurms, der im September 2002 als erster Wurm eine nennenswerte Anzahl von schlecht gewarteten Linux-Computern befiel.
Technische Fähigkeiten
Vom technischen Gesichtspunkt her verfügt GNU/Linux über zig Fähigkeiten, die eine sicherheitstechnisch anspruchsvolle Umgebung erfordert. Dazu gehört sowie eine einfache Nutzer- und Gruppenrechteverwaltung durch Role Based Access Control, plus eine komplexere Rechteverwaltung mit Hilfe von Access Control Lists. Zusätzlich implementieren zahlreiche aktuelle Distributionen auch Mandatory-Access-Control-Konzepte mit Hilfe der SELinux-Technik.
Ebenso bietet fast jede Linux-Distribution auch eine Secure Shell-Implementierung, mit der verschlüsselte und deswegen sichere Verbindungen zwischen Computern gewährleistet werden können. Alternative Verschlüsselungsprogramme wie Transport Layer Security werden gleichermaßen voll unterstützt.
Geeignet der Verschlüsselung für auf Medien gespeicherte Daten steht das Kryptographie-Werkzeug dm-crypt zur Verfügung, das eine Festplattenverschlüsselung ermöglicht. Es bietet dabei die Möglichkeit der Verschlüsselung nach aktuellen Standards wie dem Advanced Encryption Standard. Transparente Verschlüsselung, bei der nur einzelne Dateien sondern ganzer Festplatten verschlüsselt werden, steht zur Zeit für GNU/Linux nur mit dem Dateisystem ReiserFS zur Verfügung. Zu den Sicherheitszertifikaten, die im Zusammenhang mit GNU/Linux erworben wurden, siehe den Abschnitt Software-Zertifikate.
Zertifikate
Personal-Zertifikate
Um den Grad der Kenntnisse von Technikern und Administratoren der Messung zugänglich zu machen, wurden eine Reihe von Linux-Zertifikaten ins Leben gerufen. Das Linux Professional Institute (LPI) bietet dafür eine international anerkannte Linux-Zertifizierung in zwei Leveln mit jedes Mal zwei Prüfungen, LPIC 1 und 2, an. Auch die großen Linux-Distributoren wie Red Hat und Novell bieten eigene Schulungszertifikate an, die aber z. T. auf die Distributionen und deren Eigenheiten ausgelegt sind.
Software-Zertifikate
Um den Grad der Sicherheit von Technologie-Produkten zu bewerten, gibt es gleichermaßen eine Reihe von Zertifikaten, von denen wiederum verschiedene für bestimmte Linux-Distributionen vergeben wurden. So hat z. B. das Suse GNU/Linux Enterprise Server 9 des GNU/Linux Distributors Novell die Sicherheitszertifikation EAL4+ nach den Common Criteria for Information Technology Security Evaluation erhalten, Red Hat hat für seine Austeilung die EAL3-Zertifizierung erhalten. Ein Problem bei der Zertifizierung stellen für mehrere Distributoren allerdings die hohen Kosten dar. So kostet eine Zertifizierung nach EAL2 etwa 400.000 US-Dollar (Quelle: heise.de).
Veranstaltungen und Medien
Kongresse
Der jährlich stattfindende LinuxTag und die LinuxWorld Conference & Expo in Frankfurt sind die größten, jährlich stattfindenden Messen zu den Themen GNU/Linux und freie Software. Angrenzend den Ausstellungen aller namhaften Firmen und Projekte aus dem Linux-Umfeld wird den Besuchern auch ein Vortragsprogramm zu verschiedenen Themen geboten. Der LinuxTag selbst existiert seit 1996 und zog zuletzt jährlich reichlich 10.000 Gast an. Anliegend dem großen LinuxTag gibt es noch eine Meute kleinerer und regionaler Linuxtage, die oft von Informatikfakultäten an Universitäten organisiert werden.
Zu den weiteren internationalen Messen gehört der Linux Kongress – Linux System Technology Conference in Hamburg, zu den weiteren regionalen Veranstaltungen gehört unter anderen die MiniBit (vormals IT/Linux Days) in Lörrach. Ein Kuriosum ist die jährlich stattfindende LinuxBierWanderung, die Linux-Enthusiasten der ganzen Welt eine Möglichkeit zum gemeinsamen „Feiern, Wandern und Bier trinken“ geben will.
Printmedien
Mit der zunehmenden Verbreitung von GNU/Linux hat sich auch ein Angebot an Printmedien entwickelt, die sich mit der Thematik beschäftigen. Anliegend einer Pulk an Büchern zu allen Aspekten von GNU/Linux haben sich auch regelmäßig erscheinende Zeitschriften auf dem Markt etabliert. Bekannteste Vertreter sind hier die einzelnen Hefte der Linux New Media AG.
Filme
Die Thematik rund um GNU/Linux wurde auch in einer Reihe von Dokumentationen behandelt. So behandelt der Kino-Dokumentationsfilm Revolution OS die Geschichte von Linux, freier Applikation und Open Kode und stützt sich dabei vor allen Dingen auf diverse Interviews mit bekannten Vertretern der Szene. Die TV-Dokumentation Codename: Linux, in Deutschland von ARTE ausgestrahlt, geht ähnliche Wege, stellt aber auch einen chronologischen Verlauf der Entwicklung von GNU/Linux und Unix dar.
Literatur
- Linus Torvalds, David Diamond: Just for fun – Wie ein Freak die Computerwelt revolutionierte. München 2001, ISBN 3423362995
- Daniel J. Barrett: Linux kurz & gut. O'Reilly, Köln 2004, ISBN 3-89721-501-2
- Michael Kofler: Linux. Installation, Konfiguration, Anwendung. Addison-Wesley, München 2005, ISBN 3-8273-2158-1
- Glyn Moody: Die Software-Rebellen. Die Erfolgsstory von Linus Torvalds und Linux. Verlagshaus Moderne Industrie, Landsberg am Lech 2001, ISBN 3-00-007522-4
- Carla Schroder: Linux Kochbuch. O'Reilly, Köln 2005, ISBN 3-89721-405-9
- Ellen Siever: Linux in a Nutshell. O'Reilly, Köln 2001, ISBN 3-89721-195-5
- Ralph Steyer: Linux für Umsteiger. Anwendung & Support Verlag, Frankfurt M 2004, ISBN 3-935042-61-2
- Matt Welsh, Matthias Kalle Dalheimer, Terry Dawson, Lar Kaufman: Linux. Wegweiser zur Installation & Konfiguration. O'Reilly, Köln 2004, ISBN 3-89721-353-2, online
- Steffen Wendzel, Johannes Plötner: Einstieg in Linux. Galileo-Press, Bonn 2004, ISBN 3-89842-481-2
Siehe auch: Literatur über Freie und Open-Source-Software
Weblinks
- Kernel.org – Projektseite des Linux-Kernels (englisch)
- Weitere Links zum Thema „Linux“ im Open Directory Project
(TID 499888)
| (TID 646251) | Wikibooks: Linux-Kompendium – Lern- und Lehrmaterialien |
(TID 318133)
| (TID 646251) | Wiktionary: Linux – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
| (TID 646251) | Commons: Category:Linux – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
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