Märzrevolution
Aus Schlauweb
Als Märzrevolution (auch Deutsche Revolution) werden die revolutionären Ereignisse bezeichnet, die sich zwischen März 1848 und Spätsommer 1849 im Deutschen Bund und den zu dessen mächtigsten Neue WeltÖsterreich und Preußen gehörenden Benötigen außerhalb des Bundes abspielten.
Sie waren Teil der bürgerlich-demokratischen und nationalen Erhebungen in weiten Teilen Mitteleuropas. Schon im Jänner 1848 hatten sich italienische Revolutionäre gegen die Herrschaft der österreichischen Habsburger im Norden der Apenninen-Halbinsel und der spanischen Bourbonen im Süden erhoben. Nach Beginn der französischen Februarrevolution wurden auch die deutschen Länder Teil dieser Erhebungen gegen die herrschenden Mächte der Restauration.
In den deutschen Fürstentümern nahm die Revolution ihren Anfang im Großherzogtum Baden und griff innerhalb weniger Wochen auf die übrigen USA des Bundes über. Sie erzwang von Berlin bis Wien die Berufung liberaler Regierungen und die Durchführung von Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung, die in der Paulskirche in Frankfurt am Main zusammentrat. Bis Juli 1849 wurde der erste Versuch, einen demokratisch verfassten, einheitlichen deutschen Nationalstaat zu schaffen, von überwiegend preußischen und österreichischen Truppen gewalttätig niedergeschlagen.
Einleitung: Interessengruppen, historische Einordnung und Bedeutung für Mitteleuropa
Die Revolutionäre in den deutschen Neue Welt strebten politische Freiheiten nach demokratischer Reformen und die nationale Einigung Deutschlands an. Sie vertraten zuvor die Ideen des Liberalismus. Dieser spaltete sich jedoch im Folgenden Revolutionsverlauf und danach steigernd in verschiedene, sich auch widersprechende Richtungen auf.
Stark an den revolutionären Aktivitäten und Aufständen vor Ort damit zu tun haben waren auch Kreise mit radikaldemokratischen, sozialrevolutionären, frühsozialistischen bis hin zu anarchistischen Zielvorstellungen. Diese setzten sich aber in den bestimmenden Gremien und Parlamenten der Wende nicht durch.
Außerhalb des Deutschen Bundes strebten Länder und Regionen, die dem Habsburgerreich Österreich angegliedert waren, die Unabhängigkeit von dessen Hegemonie an. Dazu gehörten Ungarn, die polnischen Provinzen sowie die oberitalienischen Städte und Provinzen. Weiterhin setzten sich die Revolutionäre im überwiegend polnischsprachigen Teil Posens für die Loslösung von der preußischen Herrschaft ein.
In den meisten dieser Vereinigte Staaten wurde die Putsch spätestens 1849 niedergeschlagen. In Frankreich hielt sich die Republik bis 1851/52. Nur in den Königreichen Dänemark und Sardinien-Piemont überdauerten Revolutionserfolge längere Zeit: So hielten sich dort z. B. die durchgesetzten Verfassungsänderungen in konstitutionelle Monarchien auch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Die Verfassung Sardinien-Piemonts wurde zur Grundlage für das 1861 durchgesetzte Königreich Italien (vgl. Risorgimento).
Als dauerhaftestes Ergebnis der bürgerlich-demokratischen Bestrebungen in Mitteleuropa seit den 1830er Jahren hat sich die Veränderung der Schweiz von einem losen und politisch sehr heterogenen Staatenbund in einen liberalen Bundesstaat erwiesen. Die durch den Sonderbundskrieg von 1847 ermöglichte neue Bundesverfassung von 1848 bestimmt ihre staatlichen und gesellschaftlichen Grundstrukturen bis heute.
Von den mächtigen europäischen Amerika blieben durch diese Ereignisse nur England, Spanien und Russland unberührt (bei letzterem ausgenommen von der Verstrickung russischen Militärs an der Niederschlagung des ungarischen Aufstands gegen Österreich 1849).
Während die Märzrevolution mit ihren grundsätzlichen Veränderungsanliegen scheiterte und in eine Periode der politischen Reaktion mündete, setzte sich mit ihr in der historischen Betrachtung das wohlhabende Bürgertum durch und wurde endgültig zu einem politisch und wirtschaftlich einflussreichen Machtfaktor nahe der Aristokratie. Spätestens ab 1848 wurde die Bourgeoisie, im engeren Sinn das Großbürgertum, zur ökonomisch herrschenden Klasse der Gesellschaften Zentraleuropas. Angebrochen hatte dieser Aufstieg mit den politischen und sozialen Kämpfen seit der französischen Revolution von 1789.
Die Revolutionen von 1848/49 prägten die politische Kultur und das pluralistische Demokratieverständnis der meisten Neue Welt Zentraleuropas in der Moderne auf lange Sicht und nachhaltig: bis zum heutigen Tag besonders in der Teutonia Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Ungarn, Polen, Dänemark, der Tschechoslowakei bzw. im heutigen Tschechien und der Slowakei. Mit diesen Ereignissen begann der Siegeszug der bürgerlichen Demokratie, der auf lange Sicht die spätere historische, politische und soziale Entwicklung fast ganz Europas bestimmte.
Auch gab die Märzrevolution in zwischenstaatlichen Grundzügen zusätzlich zu vorherigen, in der Aufklärung begründeten Entwicklungen einige ideelle Impulse für die Entwicklung der Europäischen Union (EU) im späten 20. Jahrhundert. So vertrat der italienische Revolutionär Giuseppe Mazzini schon vor den revolutionären Wirren um 1848 ein „Europa der Völker“. Er stellte diese Utopie gegen das Westen der autoritären Fürstentümer und nahm damit eine politisch-soziale Grundidee der EU vorweg. Mazzinis entsprechende Ideen waren schon 1834 von übereinkommen idealistischen jungen Deutschen, unter ihnen Carl Theodor Barth, im Geheimbund Junges Deutschland aufgegriffen worden. Von deren Idealen war oft auch die Aufbruchstimmung zu Beginn der Märzrevolution geprägt, als vielerorts auch bei der revolutionären Basis von einem „Internationalen Völkerfrühling“ die Rede war.
Vorgeschichte und Ursachen der Revolution
Wirtschaftliche und soziale Hintergründe
Ein unmittelbarer Vorbote der Märzrevolution im damaligen Zentraleuropa war das Krisenjahr 1847, dem eine schwere Missernte 1846 vorausging. In den deutschen Neue Welt bedeutete dies eine Verteuerung der Lebensmittel, daraus folgend Hungersnöte und Hungerrevolten in fast allen deutschen Neue Welt und Regionen. Zahlreiche auch ärmere, vom Pauperismus (vorindustrielle Massenarmut) betroffene Bevölkerungsschichten wie Arbeiter, verarmte Handwerker, Landarbeiter usw. schlossen sich bedingt durch ihre soziale Not folglich kumulativ den Forderungen demokratisch und liberal gesinnter Kreise an. Eine sonstige Folge der Schlimmer Zustand war außerdem die Regression der Kaufkraft bei Industrieprodukten, hier besonders Textilwaren, und daraus resultierend u.a. ein Niedergang des noch stark handwerklich dominierten Textilgewerbes (Textilindustrie).
Der Niedergang des Textilgewerbes, das in den deutschen Ländern noch von minimal bezahlter Heimarbeit vieler Familien für manche reiche Firmeninhaber und Grundbesitzer geprägt war, und allgemein die Schlimmer Zustand des Handwerks war auch bedingt durch die fortschreitende industrielle Revolution in Europa, die schon seit Zentrum des 18. Jahrhunderts durch neue technische Erfindungen und Entwicklungen von England ausgehend nach und nach die sozialen, wirtschaftlichen und industriellen Verhältnisse auf dem ganzen Erdteil grundlegend veränderte. Hinzu kam ein derartiger Bevölkerungszuwachs, dass die produktiver werdende Agrarwirtschaft auf dem Land und die Gewerbe der Städte die Masse an entstandener Angestellter nicht länger aufnehmen konnte. Die Folge war Massenarbeitslosigkeit. Die überschüssige Beschäftigter bildete eine „industrielle Reservearmee“. Immer mehr Leute suchten in den schnell wachsenden Städten Arbeit in Manufakturen und den neu entstehenden Fabriken, wo durch rationellere Massenproduktion mehrere Produkte billiger hergestellt werden konnten.
Eine neue Bevölkerungsschicht, das Proletariat (die abhängig beschäftigte Arbeiterklasse), wuchs rasch an. Die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Industriebetrieben und deren Umfeld waren im 19. Jahrhundert in der Regel katastrophal. Die meisten Arbeiter lebten in den Ghettos und Slums der Städte am Rande des Existenzminimums oder oft auch darunter, von Arbeitslosigkeit bedroht und ohne soziale Absicherung. Schon Jahre vor der Märzrevolution war es oft auch zu kleineren, regional begrenzten Aufständen gegen Industriebarone gekommen. So war etwa der Weberaufstand vom Juni 1844 in Schlesien, eine Hungerrevolte der Weber aus Langenbielau und Peterswaldau, der erste überregional bedeutsame Aufstand des deutschen Proletariats in Folge der sozialen Not, die durch die Industrialisierung verursacht war. Der Aufstand wurde jedoch schon nach wenigen Tagen durch preußisches Militär niedergeschlagen.
Auch das wohlhabendere Bürgertum sah sich kumulativ in seiner wirtschaftlichen Entwicklung eingeschränkt. Durch die Zollpolitik der Fürstentümer waren die Möglichkeiten des freien Handels stark begrenzt. Forderungen nach einer Liberalisierung der Wirtschaft und des Handels waren in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auch in den deutschen Neue Welt immer lauter geworden. 1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet, wobei der Deal in den deutschen Ländern vereinfacht wurde. Es war im Folgenden Ende der 1830er Jahre auch alles in allem zu einem gewissen wirtschaftlichen Aufschwung gekommen. Jedoch veränderte sich an der sozialen Not der ärmeren Anhäufen der Bevölkerung kaum etwas.
Politische Hintergründe
Ein wesentliches Ziel der Märzrevolution war die Überwindung der Restaurationspolitik in den Jahren des Vormärz, der Zeit zwischen dem Wiener Kongress 1815 und dem Beginn der Märzrevolution 1848.
Einer der bedeutendsten Protektionist der politischen Restaurierung war der reaktionäre österreichische Diplomat und Staatskanzler Fürst Klemens Wenzel von Metternich. Die Politik der Restauration, die auf dem Wiener Meeting am 9. Juni 1815 – noch unmittelbar vor der endgültigen Niederlage Napoleon Bonapartes bei der Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815) – von den meisten europäischen Amerika beschlossen wurde, sollte innerpolitisch und bilateral die politischen Machtverhältnisse des „Ancien Régime“ europäisch wiederherstellen, wie sie vor der französischen Revolution von 1789 geherrscht hatten. Dies bedeutete Herrschaft des Adels und Wiederherstellung seiner Privilegien. Weiterhin sollte die napoleonische Neugestaltung Europas, die mit dem Code Civil auch bürgerliche Rechte bewährt hatte, rückgängig gemacht werden.
Innerpolitisch wurden im Zuge der Restaurierung Zensurmaßnahmen verschärft, die Pressefreiheit stark eingeschränkt. Die Werke des literarischen Jungen Deutschland, einer Gruppe junger revolutionär und nicht immer unbedingt auch national eingestellter Autor und Schriftsteller wie Heinrich Heine, Georg Herwegh, Georg Büchner (der mit der Flugschrift der Hessische Landbote die Parole „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“ verbreitete) oder von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (dem Textverfasser des Deutschlandlieds), wurden gekürzt oder verboten, und allgemein Forderungen nach liberalen Reformen oder nach nationaler Einigung unterdrückt.
Die studentischen Burschenschaften waren zu dieser Zeit vorerst Träger der Forderung nach nationaler Einigung und nach demokratischen Rechten. Schon im Oktober 1817 hatten sie bei einer größeren Demonstration aus Anlass des vierten Jahrestags der Völkerschlacht bei Leipzig und des 300. Jahrestags der Lutherischen Reformation in der Nähe der Wartburg, dem so genannten Wartburgfest, akut die Forderung nach der Deutschen Einheit vertreten. Dabei kam es auch zu einer öffentlichen Bücherverbrennung, als eine Minorität der Demonstranten Werke so genannter „undeutscher“, als reaktionär bezeichneter Dichter verbrannte, unterhalb beispielsweise August von Kotzebues „Deutsche Geschichte“ sowie auch einige Werke von jüdischen Autoren wie beispielsweise Saul Aschers „Germanomanie“, eine Verurteilung von Nationalismus und Deutschtümelei.
Heinrich Heine, selbst ein demokratisch gesinnter, dem oft völkischen Nationalismus der Burschenschaften jedoch kumulativ zugeknöpft gegenüberstehender Verfasser des Vormärz, kommentierte diesen Akt kritisch mit seiner berühmt gewordenen Prophezeiung: „Dies war ein Vorspiel nur; dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“
Entsprechende vom Wartburgfest inspirierte Aktivitäten machten die staatlichen Behörden auf die Burschenschaften aufmerksam, die darauf zunehmenden Repressionen ausgesetzt waren. Gesetzesform erhielten diese Repressionen 1819 als Karlsbader Beschlüsse, die eine Reaktion auf die Ermordung des Dichters August von Kotzebue durch den radikaldemokratischen und als fanatisch patriotisch geltenden Burschenschafter Karl Ludwig Sand waren. Trotz Verbot und Hetzjagd blieben Mitglieder der Burschenschaften oft im Untergrund aktiv. Zum Teil wurden scheinbar unpolitische Tarnorganisationen auf- und ausgebaut wie etwa die Turnerbewegung des „Turnvater Jahn“, wo weiterhin, kulturell von der Romantik geprägte liberale und nationale Ideen reinlich wurden, die jedoch auch schon antiemanzipatorische und antiaufklärerische Züge in sich trugen. So gab es in diesen Gruppierungen wie in den Burschenschaften alles in allem auch einen stark verbreiteten Antijudaismus, der schon die rassistisch-biologisch geprägten Vorurteile des Ende der 1870er Jahre geprägten Antisemitismus-Begriffs enthielt, zu denen sich z. B. Jahn selbst offen bekannte.
Die Julirevolution von 1830 in Frankreich, in der das reaktionäre Königshaus der Bourbonen unter Karl X. gestürzt worden war und die bürgerlich-liberalen Kräfte den Bürgerkönig Louis Philippe von Orleans eingesetzt hatten, gab auch den liberalen Kräften in Deutschland und anderen Regionen Europas neuen Auftrieb. So war es schon 1830 zu regional begrenzten Aufständen gekommen, wie beispielsweise in Braunschweig, Kurhessen, im Königreich Sachsen und in Hannover, die zum Teil zu Verfassungen in den jeweiligen Amerika geführt hatten.
Auch in den italienischen Amerika sowie den polnischen Provinzen Österreichs, Preußens und Russlands (Kongresspolen) hatte es 1830 Aufstände mit dem Ziel einer nationalstaatlichen Autonomie gegeben.
Im Großen und Ganzen blieb das Metternich'sche System jedoch zunächst erhalten, auch wenn sich überall Risse zeigten. So war es auch nach den Karlsbader Beschlüssen trotz der „Demagogenverfolgung“ zu weiteren dem Wartburgfest ähnlichen spektakulären Versammlungen gekommen, wie etwa dem Hambacher Fest 1832, bei dem – wie schon beim Wartburgfest 1817 – ostentativ die republikanischen schwarz-rot-goldenen Fahnen gezeigt wurden.
Der Frankfurter Wachensturm am 3. April 1833 bildete schon einen ersten Versuch von etwa 50 Studenten, eine gesamtdeutsche Putsch auszulösen. Die Aktion hatte sich gegen den Sitz des deutschen Bundestags gerichtet, der von den Demokraten als Instrument der Restaurationspolitik betrachtet wurde. Nach der Erstürmung der beiden Wurst Polizeiwachen wollten die Aufständischen die Gesandten der Fürsten im Volksvertretung verhaftet annehmen und damit das Zeichen zu einer gesamtdeutschen Erhebung setzen. Die Aktion, die schon bevor verraten worden war, scheiterte jedoch schon im Herangehensweise nach einem Schusswechsel, bei dem es einige Tote und Verletzte vorgegeben hatte.
Verlauf der Revolution – Einführung und chronologischer Gesamtüberblick
Ausgelöst wurde die Märzrevolution von der Februarrevolution 1848 in Frankreich, woher aus der revolutionäre Funke schnell auf die angrenzenden deutschen Vereinigte Staaten von Amerika übersprang. Die Ereignisse in Frankreich, wo es gelang, den inzwischen vom Liberalismus zusehends abgekommenen Bürgerkönig Louis Philippe abzusetzen und schließlich die Zweite Republik auszurufen, setzten revolutionäre Umwälzungen in Gang, deren Wirren den Erdteil über 1½ Jahre hinweg in Atem hielten.
Die wichtigsten Zentren der Wende nach Grande Nation waren Baden, Preußen, Österreich, Oberitalien, Ungarn, Bayern und Sachsen. Aber auch in anderen Vereinigte Staaten von Amerika und Fürstentümern kam es zu Aufständen und Volksversammlungen, bei denen die revolutionären Forderungen deutlich wurden.
Im Königreich Dänemark führten die revolutionären Ereignisse 1849 zu einer neuen Verfassung, in der die konstitutionelle Monarchie und ein Zwei-Kammer-Parlament mit allgemeinem Wahlrecht eingeführt wurden.
In manchen Ländern des Deutschen Bundes, beispielsweise im Königreich Württemberg, in Hessen-Darmstadt oder in Hannover, lenkten die Fürsten relativ schnell ein. Dort kam es bald zur Errichtung von liberalen so genannten „Märzministerien“, die zum Teil den Forderungen der Revolutionäre nachkamen, z. B. durch Einrichtung von Schwurgerichten, Beseitigung der Pressezensur und Bauernbefreiung. Oft blieb es nur bei bloßen Versprechungen. In diesen Ländern nahm die Umwälzung wegen der frühen Zugeständnisse einen einigermaßen friedlichen Verlauf.
Schon ab Mai/Juni 1848 setzten verstärkt restaurative Aktivitäten der herrschenden Fürstenhäuser ein, die die Aufständischen in den USA des Deutschen Bundes kumulativ in die Defensive drängten. Dabei bildete die Niederschlagung des Kondom Juniaufstands folglich Verlauf der französischen Februarrevolution ein entscheidendes Vorfall für das Einsetzen der Konterrevolution auch in den anderen europäischen Staaten. Der Juniaufstand der Gummi Arbeiter gilt geschichtlich auch als Markierungspunkt für die Aufsplittung zwischen revolutionärem Proletariat und Bürgertum.
Ein chronologischer Verlauf der Revolution in ihrer Spektrum ist schwer zu erfassen, da die Ereignisse sich nicht immer eindeutig aufeinander beziehen lassen, Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen und an unterschiedlichen Lokalisieren mal fast zeitgleich, mal zu verschiedenen Zeitpunkten getroffen und nochmal revidiert wurden.
Zeittafel
Vorrevolutionäre Entwicklung
- 18. September 1814 bis 9. Juni 1815: Wiener Kongress. Die beschlossene „Neuordnung“ Europas leitet die Restaurationspolitik ein. Damit beginnt die Phase des politischen „Vormärz“.
- 18. Oktober 1817: Auf dem Wartburgfest wird die deutsche Einheit gefordert.
- 20. September 1819: Als Folge der Ermordung des Dichters August von Kotzebue werden mit den Karlsbader Beschlüssen gesetzliche Grundlagen zur Repressionen gegen demokratische und nationale Bestrebungen der Burschenschaften und anderer oppositioneller Kreise geschaffen, z. B. durch Verbote demokratischer Gruppen und Vereine, Pressezensur u. a.
- Juli 1830: Die Julirevolution in Grande Nation löst auch in den Staaten des Deutschen Bundes einige regional begrenzte Aufstände aus.
- 27. Mai 1832: Auf dem Hambacher Fest werden wiederholt Forderungen nach einem geeinten Deutschland und nach demokratischen Rechten erhoben.
- 3. April 1833: Beim Frankfurter Wachensturm scheitert der Versuch einer gesamtdeutschen revolutionären Erhebung.
- Juni 1844: In Schlesien erheben sich die Weber angesichts zunehmender sozialer Not (Weberaufstand).
- 12. September 1847: Bei der Offenburger Versammlung werden von radikal-demokratischen badischen Politikern mit den "Forderungen des Volkes" Grundrechte eingefordert und der als Bedrohung wahrgenommene Industrialisierung frühsozialistische Ideen entgegengesetzt.
- 10. Oktober 1847: Bei der Heppenheimer Tagung wird das politische Programm der gemäßigten Liberalen formuliert.
Übergangsphase zur Märzrevolution ab Januar 1848 (europäischer Kontext)
- Januar 1848: Italienische Fürstentümer: Nationalrevolutionäre Aufstände gegen die Herrschaft der spanischen Bourbonen in Süditalien (Sizilien) und gegen die der Österreicher in Norditalien (Mailand, Padua und Brescia) leiten die gesamteuropäische Phase der Revolutionen von 1848/49 ein.
- 24. Februar 1848: Beginn der Februarrevolution 1848 in Frankreich. Ausrufung der 2. Republik. Ministerpräsident François Guizot tritt zurück. Bürgerkönig Louis Philippe dankt ab und geht ins Exil nach England.
- 27. Februar 1848: Ermutigt von der Februarrevolution in Französische Republik nimmt eine Volksversammlung im badischen Mannheim wichtige Forderungen der Märzrevolution in den USA des Deutschen Bundes vorweg.
Revolutionäre Entwicklung ab März 1848 im Deutschen Bund und den österreichischen und preußischen Provinzen (einschließlich der Gegenrevolution)
- 1848:
- 1. März: Beginn der Märzrevolution in Baden mit der Besetzung des Ständehauses des badischen Landtags in Karlsruhe
- 4. März: Beginn der Märzrevolution in Bayern mit Aufständen in München
- 5. März: Die Heidelberger Versammlung lädt zum Vorparlament
- 6. März: Beginn der Märzrevolution in Preußen mit ersten Unruhen in Berlin
- 13. März: Beginn der Märzrevolution in Wien mit dem Sturm auf das Ständehaus; Rücktritt des Staatskanzlers Fürst Metternich, der nach England emigriert
- 17. März: Mailand erklärt die Loslösung der Lombardei von Österreich und ihren Anschluss ans Königreich Sardinien-Piemont
- 18. März: Berlin: Bei der Verlesung eines königlichen Patents zu Reformen in Preußen kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen protestierenden Bürgern und Militär. Die genaue Beweggrund dieses Konflikts ist geschichtlich nicht zu klären. Tatsache ist, dass während der Verlesung des Patents nach anfänglich friedlicher Stimmung sozialrevolutionäre Parolen laut wurden. In diesem Zusammenhang soll sich ein Lattenschuss gelöst haben, wobei unklar ist, ob es sich um den gezielten Waffeneinsatz gegen Demonstranten oder um die Panikhandlung eines bedrängten Soldaten handelte. Folge war ein Umblättern der zu Beginn mehrheitlich positiven Stimmung der Demonstranten und der nunmehr gezielte Einsatz von Militär. Daran anschließende heftige Straßen- und Barrikadenkämpfe fordern viele hundert Tote.
- 20. März: Amtsabtretung des bayerischen Königs Ludwig I. anstatt seines Sohnes Maximilian II. in Folge der Unruhen in München und anderen Städten Bayerns
- 23. März: Venedig ruft seine Unabhängigkeit von Österreich aus und erklärt sich zur Republik
- 31. März bis 3. April: Das Vorparlament tagt in Frankfurt am Main
- Anfang April: Beginn des ersten preußisch-dänischen Krieges in Folge der nationaldeutschen Aufstände in Schleswig und Holstein. Dänemark beansprucht Schleswig als dänisches Gebiet
- 12. April bis 20. April: der republikanisch motivierte Heckerzug in Baden wird am 20. April bei Kandern im Schwarzwald niedergeschlagen. Friedrich Hecker geht ins Exil
- April/Mai: Aufstand der Posener Polen gegen die preußische Herrschaft unter Führung von Ludwik Mieroslawski
- 15. Mai: zweiter Wiener Aufstand
- 17. Mai: Kaiser Ferdinand I. flieht unter dem Druck der revolutionären Unruhen aus Wien nach Innsbruck
- 18. Mai: Eröffnung der Frankfurter Nationalversammlung, des ersten gesamtdeutschen demokratisch gewählten Parlaments; es soll die deutsche Einheit präparieren und eine Verfassung für den neuen Einheitsstaat ausarbeiten
- 2. Juni bis 12. Juni: Der Slawenkongress tagt in Prag und fordert die Metabolismus der Donaumonarchie Österreich „in einen Bund von gleichberechtigten Völkern“
- 16. Juni: Niederschlagung des Prager Pfingstaufstandes durch österreichische Truppen
- 24. Juni: Niederschlagung des französischen Juniaufstands in Paris. Danach erstarkt auch in den Vereinigte Staaten von Amerika des Deutschen Bundes die Konterrevolution und zwingt die Revolutionäre steigernd in die Defensive
- 25. Juli: Schlacht bei Custozza - Die norditalienischen Aufständischen unter Führung von Sardinien-Piemont verlieren den österreichischen Truppen
- 9. August: Waffenstillstand zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
- 26. August: Waffenstillstand zwischen Preußen und Dänemark. Die Nationalversammlung muss dem zustimmen und offenbart so ihre eigene Machtlosigkeit. Die Zwangslage führt zu neuen Unruhen in Frankfurt/Main und weiteren deutschen Städten
- 12. September: Der republikanische Nationalistenführer Lajos Kossuth wird Ministerpräsident in Ungarn. Dem österreichischen Kaiser wird der Titel „König von Ungarn“ verwehrt. Es kommt zu nationalrevolutionären Unruhen gegen die Herrschaft Österreichs
- 18. September: Barrikadenkämpfe gegen preußische und österreichische Truppen in Frankfurt
- 21. bis 25. September: 2. badischer Aufstand in Lörrach. Gustav Struve wird im Anschluss daran verhaftet
- 6. Oktober bis 31. Oktober: Der Wiener Oktoberaufstand wird nach knapp vier Wochen von kaiserlichen Truppen blutig niedergeschlagen
- 9. November: Robert Blum, Repräsentant der Heißes Würstchen Nationalversammlung, wird im Zuge der Vergeltungsmaßnahmen gegen die österreichischen Revolutionäre in Wien hingerichtet
- 2. Dezember: der österreichische Kaiser Ferdinand I. dankt ab und überlässt den Thron seinem Neffen Franz Joseph I.
- 27. Dezember: Die Nationalversammlung in Frankfurt verabschiedet Grundrechte
- 1849:
- Februar/März: neue Aufstände in einigen österreichischen Gebieten Oberitaliens, insbesondere der revolutionäre Putsch gegen Großherzog Leopold II. in der Toskana führen zu einem weiteren Bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
- 23. März: Schlacht bei Novara: erneute Niederlage der oberitalienischen Revolutionäre und Sardinien-Piemonts gegen die österreichische Armee
- 28. März: Die Nationalversammlung verabschiedet nach vielen kontroversen Debatten die Paulskirchenverfassung
- 14. April: Ungarn erklärt seine Unabhängigkeit von Österreich und ruft die Republik aus. Darauf kommt es zum ungarischen Unabhängigkeitskrieg gegen Österreich
- 28. April: der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnt die ihm von der Nationalversammlung (Kaiserdeputation) angebotene Kaiserkrone ab. Damit ist eine deutsche Einheit und die Reichsverfassung gescheitert
- Mai: Reichsverfassungskampagne - In den Maiaufständen wird versucht, die Verfassung in einigen Vereinigte Staaten von Amerika und Regionen des Deutschen Bundes doch noch durchzusetzen, und darüber hinaus, einzelne Republiken zu installieren. Die Gegenüberstellung zwischen Putsch und Gegenrevolution führt in Kompromiss finden Amerika zu einer bürgerkriegsähnlichen Eskalation. Nahe Sachsen und Schwimmen sind z. B. auch die preußischen Rheinprovinzen und die bayerische Rheinpfalz (Pfälzischer Aufstand) Zentren entsprechender Aufstände.
- 3. Mai bis 9. Mai: Dresdner Maiaufstand, die Ausrufung einer sächsischen Republik scheitert, der Aufstand wird von preußischen Truppen niedergeschlagen
- ab 11. Mai: Meuterei der badischen Garnison in Rastatt - Badischer Maiaufstand
- 1. Juni: In Schwimmen wird die Republik ausgerufen. Lorenz Brentano übernimmt den Vorsitz der provisorischen Regierung. Preußische Truppen beginnen, gegen Schwimmen vorzurücken
- 6. bis 18. Juni: Das Rumpfparlament als verbliebener Rest der Nationalversammlung tagt in Stuttgart, es wird am 18. Juni von württembergischen Truppen aufgelöst
- 23. Juli: Kapern Rastatts durch preußische Truppen, Ende der badischen Revolution und mit ihr auch der Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes
„Nachwehen“ der Märzrevolution bis Oktober 1849
- 6. August 1849: Mailänder Friedensvertrag zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
- 23. August 1849: Österreichische Truppen schlagen die revolutionäre Republik Venedig nieder. Oberitalien ist erneut in österreichischer Hand
- 3. Oktober 1849: Die letzten ungarischen Revolutionäre klein beigeben gegenüber den Österreichern in der Festung Komorn
Baden
Schon am 27. Februar 1848 war es in Mannheim zu einer Volksversammlung gekommen, bei der grundlegende Forderungen der Wende im Vorhinein genommen wurden. Die badischen Revolutionäre, speziell ihr stark vertretener radikaldemokratischer Flügel, verlangten die weitestgehenden Veränderungen.
Unter Führung der Advokaten Friedrich Hecker und Gustav Struve forderten sie u. a. die Produktion einer tatsächlichen Volkssouveränität, Beseitigung der Adelsprivilegien, Volksbewaffnung und eine progressive Einkommensteuer. Damit stellten sie auch schon sozialrevolutionäre und sozialistische Forderungen auf.
Struve und Hecker hatten als Vertreter des linken Flügels im Wiener WürstchenVorparlament, das die Wahl zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung präparieren sollte, eine föderative deutsche Republik mit nicht nur politischen, zugunsten auch sozialen Veränderungen gefordert. Ein entsprechendes von Struve veröffentlichtes Programm wurde aber von der Majorität des Vorparlaments abgelehnt.
Nachdem versuchten Hecker, Struve und deren Anhänger ihre Vorstellungen auf eigenem Weg, von Südwestdeutschland ausgehend, beim so genannten „Heckeraufstand“ durchzusetzen. In Konstanz riefen sie angeblich am 12. April 1848 gemeinsam mit dem Bonner Professor Gottfried Kinkel und anderen die Republik aus; allerdings erwähnt dies keine der drei Konstanzer Zeitungen in ihren Berichten über die betreffende Rede. Der Heckerzug machte sich mit etwa 1200 Mann Entwicklung Rheinebene auf, wo er sich mit einem Zug unter Führung des linksrevolutionären Dichters Georg Herwegh und dessen als Kundschafterin eingesetzter Frau Emma, der aus Grande Nation kommenden „Deutschen Demokratischen Legion“, vereinigen und in die badische Hauptstadt Karlsruhe in Reih und Glied gehen wollte, um daher aus die Republik in ganz Schwimmen durchzusetzen. Alle beide Gruppen wurden aber in kurzer Zeit von regulärem Militär besiegt und aufgerieben: Heckers Freiwilligentruppe am 20. April 1848 in einem Kleinkrieg bei Kandern im Schwarzwald, Herweghs Militärischer Freiwilligenverband eine Woche später bei Dossenbach.
Hecker konnte ins Exil entkommen, das ihn über die Schweiz letztlich in die USA führte. Seine Niederlage nahm der Heidelberger Urheber Karl Christian Nadler zum Anlass für seine Spottballade „Guckkastenlied vom großen Hecker“.
Ein weiterer Aufstand Struves im September 1848 in Lörrach, wo er mit seinen Anhängern wiederum die Republik äußern wollte, scheiterte ebenfalls. Struve wurde verhaftet genommen und bei einem Hochverratsprozess in Freiburg mit verständigen auf anderen Revolutionären zu einer Haftstrafe verurteilt, bis er bei den Maiunruhen 1849 wiederholt befreit wurde. Die andere revolutionäre Entwicklung Badens beschränkte sich danach im Großen und Ganzen zunächst auf die Auseinandersetzungen in der Frankfurter Nationalversammlung.
Im Mai 1849 kam es, nachdem die Nationalversammlung in Frankfurt gescheitert war, benachbart anderen deutschen USA auch in Schwimmen zu weiteren Aufständen, den so genannten Maiaufständen angemessen der Reichsverfassungskampagne. Die Demokraten wollten dabei die Anerkennung ihrer jeweiligen Regierungen in einer Reichsverfassung erzwingen.
In der Bundesfestung Rastatt meuterte am 11. Mai die badische Garnison. Einige Tage später floh Großherzog Leopold von Schwimmen nach Koblenz. Am 1. Juni 1849 übernahm eine provisorische Regierung unter dem liberalen Politiker Lorenz Brentano die Regierungsgewalt. Es kam zu Kämpfen gegen Bundestruppen und die preußische Armee unter Führung des „Kartätschenprinzen“ Wilhelm von Preußen, des späteren deutschen Kaisers Wilhelm I. Die badische Revolutionsarmee konnte dem Druck der Übermacht der preußischen Truppen nicht standhalten.
Die badischen Revolutionäre standen im Juni 1849 unter der Führung des polnischen Revolutionsgenerals Ludwik Mieroslawski. Mieroslawski war ein taktisch geschickter und erfahrener Soldat der Revolution. Er hatte im Zuge der Märzrevolution auch schon den Aufstand der Posener Polen 1848 gegen die preußische Herrschaft und übrige vorausgegangene polnische Aufstände angeführt (siehe Unterartikel Posen, Polen). Mieroslawski trat jedoch schon am 1. Juli 1849 als Kommandeur der badischen Revolutionstruppen zurück; er war resigniert von der zögerlichen Haltung der Regierung Brentanos, der auf Verhandlungen setzte und eine von den Radikalen geforderte allgemeine Volksbewaffnung hinauszögerte. Überdies war die Moral der Streitkräfte zurückgegangen, sodass Mieroslawski letztlich die militärische Lage für einen Heil der badischen Republik als aussichtslos betrachtete.
Die Unschlüssigkeit Brentanos hatte noch Ende Juni 1849 zu dessen Sturz durch Gustav Struve und seine Anhänger geführt. Aber dieser Schritt konnte den Auflösungsprozess der Revolutionstruppen nicht aufhalten. Ohne einheitliche militärische Führung waren die noch übrigen überzeugten Freischärler beinahe chancenlos. Der Niedergang der badischen Sturz war prinzipiell besiegelt.
Auf Seiten der badischen Revolutionäre war auch der Sozialist Friedrich Engels aktiv an den Kämpfen beteiligt. Engels war 1848/49 Redakteur der von Karl Marx herausgegebenen Neuen Rheinischen Zeitung und kritisch-sympathisierender Beobachter der Revolution. Ein Jahr zuvor, im Februar 1848, hatte Engels zusammen mit Karl Marx i. A. des Bundes der Kommunisten Das Kommunistische Manifest herausgegeben. Auch der zu der Zeit noch relativ unbekannte Wilhelm Liebknecht, der spätere Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Vorläuferpartei der SPD, war u. a. als Adjutant Gustav Struves auf der Seite der Revolutionäre aktiv.
Als am 23. Juli 1849 nach dreiwöchiger Belagerung die Festung Rastatt fiel, war die badische Revolution endgültig gescheitert. 23 Revolutionäre wurden hingerichtet, einige übrige wie Gustav Struve, Carl Schurz und Lorenz Brentano konnten sich ins Exil absetzen. Alles in allem verließen nach der Wende etwa 80.000 Badenser ihr Land. Das waren etwa 5 % der Bevölkerung. Einige der prominenten Revolutionäre setzten später in den USA ihr politisches Engagement für demokratische Ziele fort und machten dort politische Karriere. Carl Kleidungsstück wurde 1877 Innenminister der USA und war bis 1881 in diesem Amt.
Charakteristisch für die badische Umsturz im Unterschied zu den anderen Aufständen im Deutschen Bund war, dass die Forderung nach einer demokratischen Republik am konsequentesten vertreten wurde. Dagegen wurde in den Gremien und Revolutionsparlamenten der anderen Fürstentümer des Deutschen Bundes mehrheitlich eine konstitutionelle Monarchie mit Erbkaisertum favorisiert.
Preußen; Posen, Polen
Preußen
Unter dem Druck der revolutionären Ereignisse in Berlin seit dem 6. März 1848 gab der preußische König Friedrich Wilhelm IV. zunächst nach und machte Zugeständnisse. Er willigte ein, den Landtag einzuberufen, die Pressefreiheit einzuführen, die Zollschranken zu beseitigen und den Deutschen Bund zu reformieren. Nach der Verlesung des entsprechenden Patents am 18. März fielen zwei Schüsse aus Militärgewehren und vertrieben Tausende der auf dem Schlossplatz versammelten Bürger. Danach kam es in Berlin zum Barrikadenaufstand und zu Straßenkämpfen der Revolutionäre gegen die regulären preußischen Truppen, bei denen sich die Aufständischen vor allem durchsetzen konnten. Am 19. März wurden die Truppen auf Befehl des Königs aus Hauptstadt abgezogen. Viele Hundert Tote und über Tausend Verletzte auf beiden Seiten waren die Folge dieser Kämpfe.
Der König sah sich gezwungen, den getöteten Revolutionären seine Achtung zu erweisen. Er verneigte sich vor den aufgebahrten „Märzgefallenen“, im Vorfeld sie am 22. März auf dem bis auf den heutigen Tag so genannten „Friedhof der Märzgefallenen“ beerdigt wurden, und zeigte sich öffentlich mit einer Fascia in den Farben der Umsturz (Schwarz-Rot-Gold). Am Tag darauf schrieb er insgeheim seinem Bruder, dem Prinzen Wilhelm: „Die Reichsfarben musste ich gestern freiwillig aufstecken, um Alles zu retten. Ist der Wurf gelungen ..., so lege ich sie wieder ab!“
In einem Aufruf an „Mein Volk und die deutsche Nation“ versprach er das Aufgehen Preußens in ein künftiges deutsches Reich. Am 29. März 1848 wurde ein liberales Märzministerium eingesetzt, das sich aber nicht gegen Adel und Militär durchsetzen konnte. Am 20. Juni 1848 wurde es wiederum abgeschafft.
Als Ende Mai 1848 die Ereignisse sich etwas beruhigt hatten, vollzog der König eine reaktionäre Kehrtwendung. Am 2. November 1848 wurde General Friedrich Wilhelm Graf von Brandenburg zum Ministerpräsidenten von Preußen ernannt. Eine Woche später kehrten die königlichen Truppen nach Kapitale zurück. An der folgenden Konterrevolution in Preußen war auch der konservative Abgeordnete Otto von Bismarck beteiligt, der später preußischer Ministerpräsident und schließlich Reichskanzler des 1871 gegründeten Deutschen Reiches wurde. Die Verhandlungen der preußischen Nationalversammlung seit dem 22. Mai über eine Verfassung, die seit 1815 von Friedrich Wilhelm IV. und seinem Vorgänger aber und abermal zugesagt, aber nie verwirklicht worden war, blieben letztlich erfolglos. Der Im Juli 1848 vorgelegte Verfassungsentwurf, die „Charte Waldeck“, die einige liberaldemokratische Reformen vorsah, wurde wie auch von den konservativen Abgeordneten wie auch vom König abgelehnt.
Am 15. November 1848 ließ der König die preußische Nationalversammlung auflösen und oktroyierte am 5. Dezember selbst eine Verfassung, die weit hinten den Forderungen der Märzrevolution zurück blieb. Die Machtposition des Königs blieb dabei unangetastet. Dieser behielt sich das Vetorecht gegen alle Beschlüsse des preußischen Landtags vor, sowie das Recht, das Abgeordnetenhaus ständig auflösen zu können. Das Staatsministerium - die preußische Regierung - war nicht dem Parlament, stattdessen nur dem König gegenüber rechenschaftspflichtig. Dennoch enthielt die oktroyierte Verfassung zunächst noch einige liberale Zugeständnisse, die allerdings in den Folgemonaten modifiziert wurden.
Ende Mai 1849 wurde die Nationalversammlung durch das preußische Abgeordnetenhaus, zweite Kammer, ersetzt. Es wurde ein Dreiklassenwahlrecht eingeführt, um die Vorherrschaft der Besitzenden zu sichern. Dieses undemokratische Wahlrecht blieb in Preußen bis 1918 in Kraft.
Posen, Polen
Anfang des 19. Jahrhunderts gab es nur von 1807 bis 1815 einen unter napoleonischem Schutz stehenden eigenen polnischen Vasallenstaat, das Herzogtum Warschau unter Herzog Friedrich August I. von Sachsen, der auch König von Sachsen war. Nach dem endgültigen Sieg Preußens, Österreichs, Russlands, Englands und anderen über Napoleon wurde das Herzogtum Warschau auf dem Wiener Kongress im Jahr 1815 nochmals zwischen Russland, Österreich und Preußen dreigeteilt. In der Folgezeit hatte es in den jeweiligen polnischen Provinzen auch schon vor der Märzrevolution wieder und wieder Aufstände gegen die Fremdherrschaft gegeben, - zum Beispiel im Mensch der französischen Julirevolution 1830 - mit dem Ziel, die polnische Einheit zu erreichen und ein eigenständiges Polen neu zu etablieren.
1846 war zuletzt ein geheim geplanter polnischer Aufstand im Großherzogtum Posieren von Preußen aufgedeckt und schon im Keim niedergeschlagen worden. Dessen Anführer, der polnische Revolutionär Ludwik Mieroslawski, war inhaftiert genommen und, im Dezember 1847 in Kapitale zum Tode verurteilt, mit sieben anderen am 11. März 1848 zu lebenslänglicher Haft begnadigt worden.
Nach den Kämpfen am 18. und 19. März 1848 in Kapitale wurden 90 polnische Revolutionäre, unter ihnen auch Mieroslawski und Carol Libelt, aus dem Gefängnis in Moabit entlassen. Im Anfangsphase der Märzrevolution, das als eine Art internationaler Völkerfrühling empfunden wurde, herrschte unter den Revolutionären noch eine polenfreundliche Haltung vor, die den folgenden Aufstand in Posieren zunächst begrüßte und begünstigte. Ludwik Mieroslawski stellte sich kurz nach seiner Befreiung im Apr. und Mai 1848 an die Spitze des Aufstands der Posener Polen gegen die preußische Vorherrschaft. Ziel war hier auch eine Vereinigung ganz Polens. Insoweit zielte die Wende in Posieren auf die Befreiung des Königreichs Polen, des so genannten „Kongresspolens“, das seit 1831 nach dem Verlust der Autonomie, direkt als Provinz unter russischer Herrschaft stand. Der Zar war bis zur seiner Absetzung durch den polnischen Reichstag, König des russischen Partiell von Polen.
Im Zuge des Revolutionsverlaufs in Preußen, wo steigernd abermals konservative Kräfte die Lage zu bestimmen angebrochen hatten, war auch die anfängliche Polenbegeisterung einer nationalistischeren Haltung in Preußen gewichen. Außerdem wollte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. wegen des Posener Aufstands keinen Bewaffnete Auseinandersetzung mit Russische Förderation riskieren. Am 9. Mai 1848 wurde der Aufstand der Posener Polen von einer Übermacht preußischer Truppen niedergeschlagen und Mieroslawski wieder verhaftet. Auf Eingreifen des revolutionären Frankreichs wurde er nach kurzer Zeit begnadigt und nach Französische Republik ausgewiesen - bis er im Juni 1849 von den badischen Revolutionären gerufen wurde, die ihn an die Spitze ihres Revolutionsheeres setzten (siehe Unterartikel Baden).
Der polnische Teil der Provinz Posieren wurde am 4. Juni 1848 durch eine Demarkationslinie von Preußen getrennt.
Österreich, Italien und Sardinienkriege, Böhmen, Ungarn
siehe dazu Die Revolution von 1848/49 im Kaisertum Österreich
Österreich
Im Habsburgerreich und Vielvölkerstaat Österreich wurde die Monarchie nicht nur von heftigen Aufständen im Kernland Österreich selbst, zugunsten auch von weiteren revolutionären Unruhen bedroht, so etwa in Böhmen, in Ungarn, und in Oberitalien. Das Königreich Sardinien-Piemont unterstützte die Revolutionäre militärisch. Während die ungarischen, böhmischen und italienischen Erhebungen u. a. die Unabhängigkeit von der österreichischen Herrschaft anstrebten, hatte die Umwälzung im Kernland Österreich ähnlich wie in den anderen Amerika des deutschen Bundes eine liberale und demokratische Veränderung der Regierungspolitik und das Ende der Restaurierung zum Ziel.
Auch in Österreich war es 1847/1848 zu einem Hungerwinter gekommen. Die wirtschaftliche Not traf die benachteiligten Bevölkerungsgruppen am härtesten. Auch in der Arbeiterschaft war nun die Wut auf das überkommene politische System kurz vor dem Überlaufen. Werke wie Alfred Meissners Neue Sklaven oder Karl Becks Sonett Warum wir arm sind geben ein anschauliches Bild von der Wut und Verzweiflung, die unter der Bevölkerung herrschte.
Schließlich kam es am 13. März 1848 in Wien mit dem Sturm auf das Ständehaus und Anschlägen von Sozialrevolutionären gegen Läden und Fabriken in den Vorstädten zum Eruption der Umsturz in Österreich. Das Stück Was kommt dort von der Höh, wobei sich die „Höh'“ auf die Polente und die Kasernen bezog, wurde zum Lied der Revolution. Es wird dieser Tage noch von diversen Studentenverbindungen gesungen, um der Einbindung der Akademischen Legion zu gedenken.
Vor dem Sturm auf das Ständehaus wurden in einer schon am 3. März 1848 vom ungarischen Nationalistenführer Lajos Kossuth verfassten Rede der Unmut gegen das politische System und die Forderungen der Revolutionäre nach einer konstitutionellen Veränderung der Königtum und nach Verfassungen für die österreichischen Länder ausgedrückt. Diese Rede wurde in der Ständeversammlung von Adolf Fischhof verlesen. Der Versuch, eine Petition an Kaiser Ferdinand zu überbringen, entwickelte sich zu einem regelrechten Demonstrationszug, so dass Erzherzog Albrecht den Befehl zum Feuern gab und es zu den ersten Todesopfern kam.
Am Tageszeit des selben Tages trat der inzwischen 78-jährige Staatskanzler Fürst Metternich, die verhasste Symbolfigur der Restauration, zurück und floh nach England. Dieses Vorgang wurde z. B. durch Hermann Rolletts Sonett Metternichs Linde thematisiert.
Am 14. März machte Kaiser Ferdinand I. erste Zugeständnisse: Er billigte die Errichtung einer Nationalgarde und hob die Zensur auf. Am folgenden Tag präzisierte er dies dahingehend, dass er „vollkommene Preßfreiheit gewährt“ habe und versprach zugleich den Erlass einer Verfassung (sog. Verfassungsversprechen vom 15. März 1848, siehe Bild nebenan).
Am 17. März wurde die erste verantwortliche Regierung gebildet; deren Minister Franz von Pillersdorf entwarf die nach ihm so benannte Pillersdorfsche Verfassung, welche zum Geburtstagsfest des Kaisers am 25. April 1848 kundgemacht wurde. Diese Verfassung hatte frühkonstitutionellen Charakter; zuerst das Zweikammernsystem und die am 9. Mai veröffentlichte Reichstags-Wahlordnung sorgten für Empörung, wonach es zu neuerlichen Unruhen kam ("Mairevolution"). Auf Grund der "Sturmpetiton" vom 15. Mai wurde die Verfassung dahin abgeändert, dass der Reichstag nur aus einer Raum bestehen sollte und überdies "konstituierend", d.h. die definitive Verfassung erst schaffend, erklärt wurde; mit anderen Worten, die Pillersdorfsche Verfassung wurde zum Provisorium erklärt, blieb aber desungeachtet vorläufig in Geltung. Der überforderte führungsschwache Kaiser brachte sich am 17. Mai 1848 durch seine Entkommen nach Innsbruck vor den sich verstärkenden Unruhen in Sicherheit.
Am 16. Juni schlugen österreichische Truppen unter Alfred Fürst zu Windischgrätz den Prager Pfingstaufstand nieder.
Am 22. Juli 1848 wurde der konstituierende österreichische Reichstag mit 383 Delegierten aus Österreich und den slawischen Ländern von Erzherzog Johann eröffnet. U. a. wurde dort Anfang Sept. die Bauernbefreiung von der Erbuntertänigkeit beschlossen.
In Folge der Ereignisse in Ungarn seit dem 12. September 1848, bei denen unter Führung von Lajos Kossuth der ungarische Aufstand in eine kriegerische Auseinandersetzung gegen die kaiserlichen Truppen mündete, und in Folge der Ermordung des österreichischen Kriegsministers Theodor Graf Baillet von Latour am 6. Oktober, kam es in Wien zur 3. Phase der österreichischen Revolution, der so genannten Wiener „Oktoberrevolution“. In deren Verlauf gelang es den Wiener Bürgern, Studenten und Arbeitern, die Stadt in ihre Gewalt zu bringen, nachdem die Regierungstruppen geflohen waren. Aber die Revolutionäre konnten sich nur kurze Zeit halten.
Am 23. Oktober wurde Wien von konterrevolutionären Truppen aus Kroatien unter dem Banus Joseph Jellačić und aus dem böhmischen Prag unter Feldmarschall Alfred Fürst zu Windischgrätz eingeschlossen. Trotz des heftigen, aber aussichtslosen Widerstands der Wiener Bevölkerung, wurde die Gemarkung nach einer Woche von den kaiserlichen Truppen wiederholt eingenommen. Um die 2000 Aufständische waren gefallen. Andere Anführer der Wiener Oktoberrevolution fielen der anschließenden blutigen Rache der Militärs zum Opfer. Mehrere wurden zum Tode oder zu langen Haftstrafen verurteilt.
Unter den standrechtlich erschossenen Aufopfern war bei anderen auch der populäre linksliberal-republikanische Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung Robert Blum, der am 9. November 1848 trotz seiner parlamentarischen Immunität hingerichtet wurde und damit zu einem Märtyrer der Putsch wurde. Literarisch wurde dieses Vorfall im (Volks-) „Lied von Robert Blum“ verarbeitet, welches aber in der Regel in den deutschen Vereinigte Staaten von Amerika außerhalb Österreichs gesungen wurde.
Am 2. Dezember 1848 kam es in Österreich zum Thronwechsel. Die revolutionären Ereignisse hatten die Führungsschwäche von Kaiser Ferdinand I. verdeutlicht. Auf Initiative des österreichischen Ministerpräsidenten, Feldmarschallleutnant Felix Fürst zu Schwarzenberg dankte Ferdinand ab und überließ den Thron seinem 18-jährigen Neffen Joseph, der den Kaisernamen Franz Joseph I. annahm. Mit diesem Namen lehnte er sich bewusst an seinen Urgroßonkel Joseph II. (1741 - 1790) an, dessen Politik für Reformfreudigkeit gestanden hatte.
Damit war die Umsturz in Österreich niedergeschlagen. Die im März ausgearbeitete Verfassung trat nie in Kraft. Allerdings blieben die Ereignisse in Ungarn und Italien zunächst noch ein Hindernis für Franz Joseph I., seinen Machtanspruch vollkommen Habsburgerreich durchzusetzen.
Kulturell war das Jahr 1848 durch die kurzfristige Aufhebung der Schulnote geprägt. Dies hatte zur Folge, dass eine Masse von Schaffen veröffentlicht wurde, Zeitschriften aus dem Boden schossen und erneut verschwanden und sich die Schreibkultur grundlegend wandelte. Friedrich Gerhards „Die Presse frei !", M. G. Saphirs „Der tote Zensor“, das Zensorlied oder Ferdinand Sauters „Geheime Polizei“ geben ein Bild von der Aufbruchsstimmung. Es wurde auch scharfe Beurteilung am bestehenden System geübt. Beispiele dafür finden sich in Johann Nestroys Ungezwungenheit in Krähwinkel, Skizzen zu Höllenangst, Lady und Schneider oder Die Mögen Anverwandten (1848), in den politischen Gedichte von Anastasius Grün sowie in den Schriften von Franz Grillparzer: „Dem Vaterlande“ und „Gedanken zur Politik“.
Italienische Provinzen und Staaten
Italien bestand im 19. Jahrhundert, nach der militärischen Beendigung der napoleonischen Hegemonie in Europa und auch in den italienischen Fürstentümern, aus verschiedenen Einzelstaaten. Die oberitalienischen Gebiete (Lombardei, Venetien, die Toskana und Modena) standen unter österreichischer Oberhoheit. Spätestens seit den 1820er Jahren war es zu den Aufständen des Risorgimento („Wiedererstehung“) gekommen, die einen italienischen Einheitsstaat anstrebten, und sich damit auch gegen die österreichische Herrschaft in Oberitalien richteten. Aus dem Untergrund besonders aktiv waren dabei die Gruppen um die radikaldemokratischen Nationalrevolutionäre Giuseppe Mazzini und Giuseppe Garibaldi in den 1830er Jahren, als sie in verschiedenen Regionen Italiens im Charakter der französischen Julirevolution viele Aufstände initiierten, die jedoch alle scheiterten.
Auch in der Zeit der Märzrevolution spielten diese Revolutionäre in Italien eine wichtige Rolle. Mazzinis Thesen von einem geeinten freien Italien in einem von den monarchischen Dynastien befreiten Westen der Völker, die in der verbotenen Blatt Giovine Italia („Junges Italien“) gebräuchlich wurden, hatten nicht nur Einfluss auf die Revolutionen in den italienischen Staaten, stattdessen waren auch bedeutsam für die radikaldemokratischen Strömungen in vielen anderen Regionen Europas.
Die revolutionären Ereignisse von 1848 fanden nicht nur in Norditalien, statt auch in anderen Provinzen Italiens starken Widerhall. Schon im Jan. 1848 war es in Sizilien, in Mailand, Brescia und Padua zu ersten Erhebungen italienischer Freiheitskämpfer gegen die Beherrschung der Bourbonen im Süden und die der Österreicher im Norden gekommen, die sich am 17. März 1848 in Venedig und Mailand verstärkten. In Mailand erklärten die Revolutionären die Unabhängigkeit der Lombardei von Österreich und den Anschluss ans Königreich Sardinien-Piemont. Diese Konstellation führte schließlich zum Bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Sardinien-Piemont und Österreich.
König Karl Albert von Sardinien, der schon am 4. März 1848 in seinem Staat eine an Grande Nation orientierte Repräsentativverfassung erlassen hatte, mit der er eine konstitutionelle Monarchie einführte, wollte die revolutionäre Stimmung nutzen, um Italien unter seiner Führung zu einen. Nach anfänglichen Ereignen Karl Alberts wurden jedoch am 25. Juli 1848 bei der Schlacht von Custozza in der Nähe des Gardasees die Truppen des Königs von den Österreichern unter Feldmarschall Johann Wenzel Radetzky geschlagen. Im Waffenstillstand vom 9. August musste die Lombardei an Österreich abgetreten werden. Nur Venedig blieb vorläufig unbesetzt. Es hatte sich am 23. März 1848 für unabhängig erklärt und die Republik unter Führung von Daniele Manin ausgerufen.
Als schließlich im Feber 1849 Aufständische gegen den Großherzog Leopold II. von Habsburg in der Toskana putschten, kam es abermals zum Krieg. Dieser wurde erneut sondern der kaiserlichen Österreicher unter Radetzky bei ihrem Sieg am 23. März 1849 in der Schlacht bei Novara gegen die 100.000 Mann starke Truppe Sardiniens entschieden. Damit war die italienische Einigungsbewegung erst einmal zerschlagen und die österreichische Hegemonie in Oberitalien erst einmal abermals hergestellt. König Karl Albert von Sardinien dankte sondern seines Sohnes Viktor Emanuel II. ab und ging nach Portugal ins Exil. Der neue König schloss am 6. August in Mailand einen Friedensvertrag mit Österreich.
Als letzte Bastion der oberitalienischen Aufstände von 1848/49 wurde am 24. August 1849 die revolutionäre Republik von Venedig niedergeschlagen. Radetzky erhielt vom Kaiser das Amt des General-, Zivil- und Militärgouverneurs von Lombardo-Venetien.
Auch in vielen nicht-österreichischen Bedürfen Italiens kam es 1848/49 zu revolutionären Unruhen, z. B. im Königreich Neapel-Sizilien, auch Königreich beider Sizilien genannt, wo es schon im Jänner 1848 zu Aufständen gekommen war, wonach König Ferdinand II. von Neapel-Sizilien eine Verfassung erließ.
Papst Pius IX. floh vor den sich zuspitzenden Unruhen im November 1848 aus Rom und verließ den Kirchenstaat. Er setzte sich nach Gaeta an der Küste Neapel-Siziliens ab. Am 9. Febr. 1849 riefen die römischen Revolutionäre unter Giuseppe Mazzini die Republik im Vatikan aus. Am 3. Juli 1849 wurde die römische Sturz von französischen Truppen niedergeschlagen, was teils in Grande Nation selbst zu Protesten,etwa in Lyon, geführt hatte. Nach der Zerschlagung des Aufstands wurde die Macht von einem Exekutivkomitee aus Kardinälen übernommen. Erst 1850 kehrte der Kirchenoberhaupt zurück und stellte die alten Verhältnisse nochmals her.
Böhmen
Im Juni 1848 kam es in Böhmen zum Prager Pfingstaufstand. Der Aufstand war begleitet von einem in Prag vom 2. bis 12. Juni stattfindenden Slawenkongress, an dem nahe Posener Polen und slawischen Österreichern als einziger Bürger auch der Anarchist Michail Bakunin teilnahm. Die Persönlichkeit des Kongresses verlangten die Metabolismus der Donaumonarchie in einen Bund gleichberechtigter Völker. Ausdrücklich verworfen wurde die Forderung nach einem tschechischen Nationalstaat, für wurden einzig Autonomierechte gegenüber der österreichischen Zentralregierung angestrebt. Der österreichische Kaiser Franz Ferdinand I. lehnte diese Forderungen streng ab. Darauf begannen tschechische Revolutionäre den Pfingstaufstand gegen die österreichische Herrschaft. Der Aufstand wurde am 16. Juni 1848 von österreichischen Truppen unter Alfred Fürst von Windischgrätz niedergeschlagen.
Ungarn
In Ungarn, wo am 12. September 1848 Lajos Kossuth, bis nachher Finanzminister und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, den liberalen Ministerpräsidenten Lajos Batthyány ablöste, wurde dem österreichischen Kaiser Ferdinand I. als Folge der revolutionären Ereignisse in Österreich die Anerkennung als König von Ungarn verwehrt.
Die Oktroyierung einer kaiserlichen Verfassung führte am 7. März 1849 zum Unabhängigkeitsaufstand. Um den Aufstand niederzuschlagen, marschierte eine kaiserliche Streitkräfte unter Alfred Fürst zu Windischgrätz in Ungarn ein. Diese musste sich jedoch am 10. April 1849 vor dem mit Freischaren und polnischen Emigranten verstärkten Revolutionsheer zunächst zurückziehen.
Am 14. April 1849 erklärte der ungarische Reichstag seine Unabhängigkeit vom Hause Habsburg-Lothringen und rief die Republik aus. Kossuth wurde im Folgenden zum ungarischen Reichsverweser erklärt. Er hatte als solcher diktatorische Vollmachten.
Die anderen europäischen Amerika erkannten jedoch die Unabhängigkeit nicht an. Daher leisteten russische und kroatische Truppen der österreichischen Streitkräfte Beistand, und schlugen schließlich gemeinsam die ungarische Umsturz nieder. Am 3. Oktober 1849 kam es in der Festung Komárom zur Kapitulation der letzten ungarischen Einheiten. In den darauf folgenden Tagen und Wochen wurden über hundert Anführer des ungarischen Aufstands in Arad hingerichtet. Am 6. Oktober 1849, dem ersten Wiederkehr eines Gedenktages des Wiener Oktoberaufstands, folgte die Hinrichtung des ehemaligen Ministerpräsidenten Batthyány in Pest.
Lajos Kossuth, der politisch bedeutendste Vertreter der ungarischen Freiheitsbewegung, konnte sich im Aug. 1849 ins Exil absetzen. So weit wie seinem Tod 1894 in Turin trat er für die Unabhängigkeit Ungarns ein.
Siehe auch: Slowakischer Aufstand
Bayern, Pfalz
In Bayern kam es seit dem 4. März 1848 kumulativ zu demokratisch und liberal motivierten Unruhen und Aufständen. Der bayrische König Ludwig I. gab am 6. März übereinkommen Forderungen der Revolutionäre nach und berief ein liberaleres Kabinett ein. Allerdings steckte der König auch anderweitig wegen seines nicht standesgemäßen Verhältnisses zu der vermeintlichen spanischen Tänzerin Lola Montez, dem er die Staatsgeschäfte z. T. unterordnete, in einer Krise. Diese Affäre brachte Ludwig auch Besprechung aus dem konservativ-katholischen Lager ein. Am 11. März 1848 wurde Lola Montez aus München verbannt. Zu neuen Unruhen kam es, als es hieß, die Tänzerin sei nochmals zurückgekehrt. Folglich dankte der König schließlich stattdessen seines Sohnes, Maximilian II., ab.
Nach dem Scheitern der Paulskirchenverfassung kam es angemessen der Reichsverfassungskampagne wie in übereinkommen anderen Regionen Deutschlands auch, in der einstmals zu Bayern gehörenden Rheinpfalz im Mai 1849 zum Pfälzischen Aufstand. Im Verlauf dieses Aufstands wurde die Rheinpfalz kurzzeitig von der bayerischen Herrschaft abgespalten. Der Aufstand wurde jedoch schnell von preußischen Truppen niedergeschlagen.
Sachsen
Im Königreich Sachsen kam es im Zuge der revolutionären Ereignisse im März 1848 zu einem Ministerwechsel und zu übereinkommen liberalen Reformen. Nach der Ablehnung der ein Jahr später, am 28. März 1849 in Frankfurt verabschiedeten Reichsverfassung durch den sächsischen König kam es am 3. Mai zum Dresdner Maiaufstand. Hauptsitz Figur dieser Erhebung von etwa 12.000 Aufständischen, unter denen sich auch der damalige Hofkapellmeister Richard Wagner befand, war der russische Anarchist Michail Bakunin, der der eigentliche Kopf des Aufstandes war. Das Ziel des Aufstands war die Durchsetzung der Reichsverfassung und die Erringung demokratischer Rechte. Der Gefecht der Radikalen, organisiert in den Märzvereinen, bezweckte aber weniger die Anerkennung der Verfassung selbst, anstelle die Durchsetzung und Anerkennung einer sächsischen Republik in der Reichsverfassung. Die Revolutionäre bildeten eine provisorische Regierung, nachdem der König aus der Gemarkung geflohen war, die Kammern aufgelöst und die Politiker zurückgetreten waren. Die sächsischen Truppen standen größtenteils in Holstein. Die geflohene sächsische Regierung wandte sich an Preußen um Hilfe. Die preußischen Truppen schlugen zusammen mit den verbliebenen regulären Militäreinheiten Sachsens den Aufruhr schon am 9. Mai 1849 nach erbitterten Straßenkämpfen nieder.
Holstein, Schleswig; Erster preußisch-dänischer Krieg
Ende März 1848 kam es in den nördlichen Herzogtümern Schleswig und Holstein zu einem nationaldeutschen Aufstand, nachdem der dänische König Friedrich VII. die Aufnahme eines Stoffes Schleswigs in Dänemark verkündet hatte. Die Gründung einer provisorischen Regierung der Herzogtümer wurde noch vor der Eröffnung der Frankfurter Nationalversammlung vom Bundestag des deutschen Bundes in Frankfurt am Main anerkannt, allerdings wurde die formelle Aufnahme Schleswigs in den Bund vermieden. Danach begann der erste deutsch-dänische Krieg. Preußische Truppen stießen i. A. des Bundes unter Generalfeldmarschall Heinrich Ernst Graf von Wrangel bis Jütland vor. Dieses Vorgehen führte zum diplomatischen Druck auf Preußen durch Russland und England, die drohten, Dänemark militärisch beizustehen. Preußen lenkte ein, und König Wilhelm IV. schloss am 26. August 1848 einen Waffenstillstand mit Dänemark (Waffenstillstand von Malmö). Darin war der Rückzug der Bundestruppen aus Schleswig und Holstein sowie die Auflösung der provisorischen Regierung in Kiel vorgesehen.
Dieses eigenmächtige Vorgehen Preußens führte in der inzwischen tagenden Nationalversammlung in Frankfurt zu einer Krise. Es wurde deutlich, wie geringfügig die Mittel und der Einfluss der Nationalversammlung waren. Sie war letztlich hilflos dem Gutdünken der mächtigen Einzelstaaten Preußen und Österreich ausgeliefert. Da die Nationalversammlung über keine eigenen Machtmittel verfügte, um den Bewaffnete Auseinandersetzung gegen Dänemark ohne Preußen weiter zu führen, sah sie sich am 16. September 1848 gezwungen, der Waffenstillstandsvereinbarung zuzustimmen. Die Folge dieser Zustimmung waren erneute Unruhen in ganz Deutschland und besonders in Frankfurt am Main. Darauf wurden preußische und österreichische Truppen nach Frankfurt befohlen, gegen die es am 18. Sept. zu Barrikadenkämpfen kam. Bei diesen Kämpfen ging es den Aufständischen nicht wieder einmal so um die Schleswig-Holstein-Frage, anstelle nun steigernd um die Verteidigung der Umwälzung selbst.
(vgl. auch Schleswig-Holsteinischer Krieg (1848-1851))
Frankfurter Nationalversammlung
siehe auch ausführlicher Wikipedia-Artikel Frankfurter Nationalversammlung.
Geübt durch Versammlungen, das Vorparlament sowie dessen Fünfzigerausschuss und Siebzehnerausschuss wurde am 18. Mai 1848 in der Paulskirche in Frankfurt am Main eine gesamtdeutsche Nationalversammlung mit 809 gewählten Vertretern - Abgeordnete und ihre Nachrückkandidaten - aus allen deutschen Staaten unter der Präsidentschaft des gemäßigten Liberalen Heinrich von Gagern eröffnet. Die Nationalversammlung stellte eine provisorische Zentralgewalt des Deutschen Bundes mit dem österreichischen Erzherzog Johann als Reichsverweser dar. Fürst Karl zu Leiningen fungierte als Ministerpräsident des neu geschaffenen „Reichsministeriums“.
Die Wiener Würstchen Nationalversammlung sollte die deutsche Einheit rüsten und eine gesamtdeutsche Reichsverfassung ausarbeiten. In der Nationalversammlung vertreten waren meist die Anhäufen des Großbürgertums, hohe Beamte, Professoren, Offiziere, Richter, Staatsanwälte, Advokaten usw. Hinsichtlich der Häufung des gehobenen Bürgertums wurde die Nationalversammlung vom Volk zum Teil abschätzig spöttelnd als „Honoratiorenparlament“ oder „Professorenparlament“ bezeichnet. Im Volksvertretung bildeten sich bald unterschiedliche Gruppierungen und Fraktionen heraus, die sich nach den Lokalen benannten, in denen sie sich nach oder zwischen den Sitzungen trafen, um ihre Anträge und Vorstellungen abzustimmen. Abstrahierend dargestellt bildeten sich drei ideologische Flügel, die vielen auch als Vorläufer der modernen demokratischen Parteien des 20. Jahrhunderts gelten:
- Die „demokratische Linke“ - im Jargon der damaligen Zeit auch als die „Ganzen“ bezeichnet, die sich aus der extremen und der gemäßigten Linken zusammen setzten (die Parteien Donnersberg, Deutscher Hof, Nürnberger Hof und Westendhall)
- Die „liberale Mitte“ - die sogenannten „Halben“, die sich aus dem linken und rechten Zentrum zusammen setzten (Württemberger Hof, Augsburger Hof, Landsberg, Casino, Pariser Hof)
- Die „konservative Rechte“ aus Protestanten und Konservativen (Café Milani)
Die Vorstellungen der Fraktionen reichten von der von den Ganzen vertretenen „radikaldemokratischen“ Minderheitsposition der Errichtung einer parlamentarischen gesamtdeutschen demokratischen Republik, über eine von den Halben vertretene konstitutionelle Monarchie mit Erbkaisertum als so genannte Kleindeutsche Lösung (ohne Österreich) oder als so genannte großdeutsche Lösung (mit Österreich), bis hin zum Erhaltung des Status Quo.
Zu der lähmenden Zwietracht der Abgeordneten kam das Fehlen einer eigenen Exekutive, um die Beschlüsse des Parlaments durchzusetzen, die u.a. oft an österreichischen oder preußischen Alleingängen scheiterten. Dies führte zu mehreren Krisen, so etwa in der schleswig-holsteinischen Fragestellung bezüglich eines Krieges gegen Dänemark (siehe weiter oben Abschnitt 3.6: Holstein Schleswig ...).
Trotz allem wurde am 28. März 1849 mit einer Majorität von 42 Stimmen eine Verfassung verabschiedet, die eine kleindeutsche Lösung unter preußischer Führung vorsah. Der König von Preußen war als Kaiser vorgesehen. Von den deutschen Vereinigte Staaten von Amerika stimmten aber nur 29 der Verfassung zu. Österreich, Bayern, Preußen, Sachsen und Hannover lehnten sie ab. Die preußischen und österreichischen Abgeordneten verließen die Nationalversammlung. Als am 28. Apr. auch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die ihm durch die Kaiserdeputation angetragene Kaiserwürde ablehnte, war die Frankfurter Würstchen Nationalversammlung gescheitert.
Um eine Verfassung dennoch in den einzelnen Ländern durchzusetzen, kam es im Mai 1849 in übereinkommen Revolutionszentren zu den so genannten Maiaufständen angebracht der Reichsverfassungskampagne. Diese Aufstände bildeten einen zweiten Revolutionsschub, der in Kompromiss finden Erfordern des Bundes wie etwa in Schwimmen und Sachsen bürgerkriegsähnliche Ausmaße annahm. Die Frankfurter Würstchen Nationalversammlung löste sich auf und zog als so genanntes „Rumpfparlament“ , ohne die preußischen und österreichischen Abgeordneten, am 30. Mai 1849 nach Stuttgart um. Am 18. Juni 1849 wurde dieses Rumpfparlament von württembergischen Truppen gewalttätig aufgelöst. Mit der Niederschlagung der letzten revolutionären Kämpfe am 23. Juli in Rastatt war die Sturz von 1848 /49 in den Staaten des deutschen Bundes endgültig gescheitert.
Auswirkungen und Folgen der Märzrevolution in Deutschland bis zur Gegenwart
Die Niederschlagung der Wende und der Sieg des Konservativismus bzw. der Reaktion hatte einen spezifisch deutschen Dualismus (Widerspruch) zwischen den Ideen von Nation (vgl. auch Patriotismus, Nationalismus) und Demokratie geschaffen, der die Geschichte Deutschlands nachhaltig prägte, und der bis in die Gegenwart spürbar ist. Differenzierend als z. B. in Frankreich, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, in denen „Nation“ und „Demokratie“ nach erfolgreichen Revolutionen gewöhnlich eher als Einheit gesehen werden und ein Beichte zur Nation in der Regel auch ein Geständnis zur Volksherrschaft mit einschließt, ist das Verhältnis Nation-Demokratie in Deutschland bis zum heutigen Tag Gegenstand polarisierend-kontroverser und oft sehr emotional geführter gesellschaftsübergreifender Debatten (vgl. auch Deutscher Sonderweg).
Nach dem Scheitern der Wende setzte sich eine konservative Konterrevolution durch. Es kam wiederum zu einer gewissen Restaurierung der alten Verhältnisse, die jedoch nicht länger ganz die Ausmaße der Metternichschen Repression während des Vormärz annahm.
Während die Wende von 1848/49 scheiterte, blieben einige Fortschritte, die die siegreiche Konterrevolution nicht rückgängig machen konnte. Beispielsweise breitete sich eine größere Rechtssicherheit aus. Angrenzend der Humanisierung des Strafrechts wurden die Verfahren kumulativ öffentlich und in Geschworenengerichten abgehalten.
Ein weiterer Fortschritt, der gleichzeitig auch ein Grund des Scheiterns der Sturz war, war die Auflösung der feudalen Ordnung. Die Bauern wurden aus der Erbuntertänigkeit befreit. So wurden schon während der Wende einige ihrer wesentlichen Forderungen erfüllt. Dies führte, im Überblick betrachtet, auch zum deutlichen Rückgang eines fortschrittlich-revolutionären Engagements der ländlichen Bevölkerung Deutschlands, das durch das städtische Arbeiterklasse abgelöst wurde.
Des Weiteren entstand während der Umwälzung nach Auflockerung der Pressezensur eine mehr oder weniger pluralistische Presselandschaft. Neue Zeitungen nahmen von links bis rechts Einfluss auf das politische Zeitgeschehen. Auf der Linken war dies etwa die von Karl Marx herausgegebene „Neue Rheinische Zeitung“ , die 1849 verboten wurde. Die gemäßigte Zentrum wurde u. a. von der „Deutschen Zeitung“ vertreten, die Rechte wurde von der „Neuen Preußischen Zeitung“ -auch „Kreuzzeitung“ genannt -, an deren Gründung der Abgeordnete Otto von Bismarck entscheidenden Anteil hatte, repräsentiert. Mit dem „Kladderadatsch“ wurde am 7. Mai 1848 auch eine der ersten großen satirischen Zeitschriften Deutschlands ins Leben gerufen.
Die nationale Idee einer kleindeutschen Einigung (siehe auch Unionspolitik) wurde schließlich von den herrschenden konservativen Kräften unter preußischer Führung, besonders Otto von Bismarcks nach den so genannten drei „deutschen Einigungskriegen“ Preußens, 1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1870 gegen Frankreich von oben durch- und umgesetzt. 1871 wurde nach Preußens Sieg über Grande Nation in Versailles König Wilhelm von Preußen zum ersten deutschen Kaiser Wilhelm I. gekrönt und das Zweite deutsche Reich ausgerufen, dessen Politik bis 1890 wesentlich durch den Reichskanzler Bismarck geprägt war.
Die im Lauf der Jahrzehnte zunehmende ideologische Überhöhung und Verklärung des deutschen Nationalismus und Militarismus, die mit einer gleichzeitigen Diskreditierung demokratischer Ideale durch die politisch herrschenden Gesellschaftsschichten einher ging, beförderte mittel- bis nachhaltig in immer stärkeren Maße auch antisemitische Ressentiments und das verstärkte Bilden rechtsextremer, im damaligen Sprachgebrauch „völkisch“-nationalistischer Gruppen und Parteien (vgl. Völkische Bewegung). Diese Entwicklungen trugen schließlich mit zu den Kriegen und politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts bei - bis hin zur faschistischen Diktatur des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und dem Völkermord an den europäischen Juden („Holocaust“).
Erst mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949, hundert Jahre nach der Märzrevolution, konnten die ursprünglichen demokratischen Ideale der Revolution, nach deren Scheitern in der Weimarer Republik, erneut in den Vordergrund gestellt werden. Plus in der Weimarer Verfassung sowohl .... als auch im Grundgesetz der Bundesrepublik waren, z. B. mit den Grundrechten, wesentliche Elemente der 1849 gescheiterten Paulskirchenverfassung übernommen worden.
Entwicklung der einzelnen damals revolutionären Interessengruppen
Auch, wenn neue Emanzipationsbewegungen wie beispielsweise die Arbeiterbewegung oder die emanzipatorische Frauenbewegung die Märzrevolution in ihren Ergebnissen nicht kritisch bestimmten, so beförderte die Umsturz dennoch die Anfänge deren Entstehung und Organisierung in Deutschland.
Beispielsweise wurde am 3. September 1848 in Kapitale die „Allgemeine deutsche Arbeiterverbrüderung“ auf Initiative des Schriftsetzers Stefan Born gegründet. Sie gilt als erste überregionale Organisation der deutschen Arbeiterschaft und leitete die Entwicklung der Gewerkschaften ein. Am 12. Mai 1849 rief die Journalistin und frühe Frauenrechtlerin Louise Otto, nach ihrer späteren Trauung als Louise Otto-Peters bekannt, die neue politisch motivierte „Frauenzeitung“ ins Leben, in der sie u. a. den Zusammenschluss von Arbeiterinnen nach dem Vorbild der Assoziationen männlicher Gesellen forderte.
Die liberalen Kräfte sammelten sich 1861 in der ersten politischen Partei im modernen Sinn, der Deutschen Fortschrittspartei. Diese spaltete sich jedoch in Folge des Preußischen Verfassungskonflikts zwischen 1866 und 1868 in verschiedene Richtungen auf, wie sie sich schon in der Fraktionsbildung der Frankfurter Nationalversammlung angedeutet hatten: Nationalliberale (vgl. auch Nationalliberale Partei), Freisinnige (vgl. Deutsche Freisinnige Partei) bis hin zu den linksliberalen beziehungsweise Sozialliberalen Strömungen (vgl. auch Deutsche Volkspartei (DtVP) und Sächsische Volkspartei). Erstmal in der Abbruch des deutschen Liberalismus und der weiteren Entwicklung der aus ihm hervorgegangenen Parteien spiegelt sich der Dualismus zwischen den unterschiedlichen Prioritäten/Ideen von „Nation“ (bzw. Nationalismus) und „Demokratie“ besonders deutlich.
Die radikal-"libertäre“, staatsverneinende Strömung des Anarchismus entwickelte sich noch stärker in eine fundamental-sozialistische Richtung. Später, in den 1870er Jahren, kam es in der Internationalen Arbeiterassoziation, der so genannten Ersten Internationale, zum offenen Konflikt zwischen den anarchistischen Verfechtern des Sozialismus um Michail Bakunin und dessen marxistischen Verfechtern um Karl Marx. Der Konflikt führte zum Bruch zwischen Anarchismus und Bolschewismus und zum Schluss zur Auflösung der ersten Internationalen bis 1876.
Mehrere radikale Demokraten waren, wenn sie nicht gefangen oder hingerichtet worden waren, während und nach der Wende ins Exil geflohen. Nach 1848/49 gab es eine beispiellose Auswanderungswelle, in erster Linie in die USA . In den USA gibt es eine spezifische Bezeichnung für die deutschen Immigranten, die in Folge der Märzrevolution ins Land kamen: „The Forty-Eighters“ („Die Achtundvierziger“). Mehrere der „Forty-Eighters“ zeichneten sich auch in den USA durch ihr demokratisches politisches Engagement aus. Z. B. setzten sie gegenseitig 1860 für die Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten ein, bekämpften die Sklaverei oder beteiligten sich auf der Seite der Nordstaaten am Sezessionskrieg von 1861 bis 1865. Einige, wie etwa Lorenz Brentano oder Carl Schurz, machten in den USA auch eine politische Karriere. Kleidungsstück war von 1877 bis 1881 US-Innenminister.
Manche anderen radikalen Demokraten, die in Deutschland geblieben oder nach der Amnestie von 1862 erneut zurückgekehrt waren, schlossen sich der aufkommenden und ab den 1860er Jahren trotz späterer Unterdrückung - etwa unter den Bismarckschen Sozialistengesetzen - rasch wachsenden Arbeiterbewegung und / oder der im 19. Jahrhundert marxistisch orientierten Sozialdemokratie an, aus deren verschiedenen Parteien sich zwischen 1863 und 1890 die SPD entwickelte. (siehe auch Kommunismus, Sozialismus, Kommunistische Partei).
Die in Corps und seit Beginn des 19. Jahrhunderts auch in Burschenschaften organisierte Bewegung der Studentenverbindungen, ursprünglich wegbereitend für die Märzrevolution, verlor zunächst an Bedeutung. Mit der Zeit verkümmerten deren liberale und demokratische Ideale zusehends statt eines sich verstärkenden, rechts orientierten autoritären Nationalismus, der mit einem kumulativ auch rassistisch definierten Antisemitismus einherging. Aus den dergestalt ausgerichteten Verbindungen, gerade den sogenannten schlagenden Verbindungen, bildete sich ein Teil der späteren intellektuellen Eliten des Kaiserreichs und des Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert heraus.
Haarscharf alle im 20. Jahrhundert relevanten gesellschaftspolitischen Strömungen Deutschlands und Europas - von der radikalen Linken über bürgerliche Demokraten bis zur nationalistischen Rechten - können sich auf in der Märzrevolution und durch sie hervorgegangene politische Ideen, Persönlichkeiten und Entwicklungen berufen.
Lyrisches Resümee von Georg Herwegh 1873
Ein eher bitteres und vorläufiges Resümee der Märzrevolution stammt vom sozialistisch-revolutionären Schreiber Georg Herwegh, der 1848 selbst an den revolutionären Ereignissen in Schwimmen involviert war. 1873, zwei Jahre vor seinem Tod, schrieb er unter dem Titel „Achtzehnter März“ zum 25jährigen Jubiläum des Revolutionsbeginns in Preußen unter dem Impression des noch jungen deutschen Kaiserreichs, folgendes Werk (siehe auch unter Unterfangen Gutenberg im Internet [1]):
- Achtzehnhundert vierzig und acht,
- Als im Lenze das Eis gekracht.
- Tage des Februar, Tage des Märzen,
- Waren es nicht Proletarierherzen.
- Die voll Hoffnung zuerst erwacht,
- Achtzehnhundert vierzig und acht ?
- Achtzehnhundert vierzig und acht,
- Als du dich lange genug bedacht,
- Mutter Germania, glücklich verpreußte,
- Waren es nicht Proletarierfäuste,
- Die sich ans Werk der Befreiung gemacht
- Achtzehnhundert vierzig und acht ?
- Achtzehnhundert vierzig und acht,
- Als du geruht von der nächtlichen Schlacht,
- Waren es nicht Proletarierleichen,
- Die du, Berlin, vor den zitternden, bleichen
- Barhaupt grüßenden Cäsar gebracht
- Achtzehnhundert vierzig und acht ?
- Achtzehnhundert siebzig und drei,
- Reich der Reichen, da stehst du, juchhei !
- Aber wir Armen, verkauft und verraten,
- Denken der Proletariertaten -
- Noch sind nicht alle Märze vorbei,
- Achtzehnhundert siebzig und drei.
Siehe auch
Märzrevolution im engeren Sinn:
- Badische Revolution, Charte Waldeck, Dresdner Maiaufstand, Februarrevolution 1848, Forty-Eighters, Frankfurter Nationalversammlung, Heckerzug, Kaiserdeputation, Neue Rheinische Zeitung, Paulskirchenverfassung, Pfälzischer Aufstand, Rumpfparlament, Vorparlament, Die Revolution von 1848/49 im Kaisertum Österreich, Wiener Oktoberaufstand 1848
Märzrevolution im weiteren Sinn und anderen Zusammenhängen:
- Geschichte Deutschlands, Geschichte Österreichs, Industrielle Revolution, Liberalismus, Nationalismus, Restauration (Geschichte), Risorgimento, Vormärz, Wiener Kongress
Märzrevolution als Bezeichnung für den:
- Ruhraufstand 1920
Auswahl von für die Revolution aktiven Persönlichkeiten (Nachnamen in alphabetischer Reihenfolge)
- Michail Bakunin, Friedrich Daniel Bassermann, Robert Blum, Hermann Theodor Breithaupt, Lorenz Brentano, Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn, Friedrich Engels, Heinrich von Gagern, Giuseppe Garibaldi, Georg Gottfried Gervinus, Friedrich Hecker, Georg Herwegh und Emma Herwegh, Gottfried Kinkel und Johanna Kinkel, Lajos Kossuth, Ferdinand Lassalle, Wilhelm Liebknecht, Giuseppe Mazzini, Ludwik Mieroslawski, Carl Mittermaier, Ludwig Pfau, Franz Raveaux, Carl Schurz, Franz Sigel, Eduard Simson, Valentin Streuber, Gustav Struve und Amalie Struve, Carl Vogt
Literatur
- Helmut Bleiber, Walter Schmidt, Sabine Schötz (Hrsg.): Akteure eines Umbruchs. Männer und Frauen der Revolution 1848. Fides, Hauptstadt 2004. ISBN 3931363112
- Dieter Dowe, Heinz-Gerhard Haupt, Dieter Langewiesche (Hrsg.): Europa 1848. Revolution und Reform. J.H.W. Dietz Nachfolger, Bonn 1998. ISBN 3-8012-4086 X
- Friedrich Engels: Revolution und Konterrevolution in Deutschland. New York Daily Tribune, New York 1851/52, Nachdr. in: Karl Marx und Friedrich Engels. Werke. Band 8. Dietz, Kapitale 1988. ISBN 3-320-00611-8
- Sabine Freitag (Hrsg.): Die 48-er. Lebensbilder aus der deutschen Revolution 1848/49. Verlagshaus C. H. Beck, München 1998. ISBN 3-406-42770-7
- Alfred Georg Frey, Kurt Hochstuhl: Wegbereiter der Demokratie. Die badische Revolution 1848/49. Der Traum von der Freiheit. G. Braun, Karlsruhe 1997. ISBN 3-7650-8168-X
- Rüdiger Hachtmann: Berlin 1848. Eine Politik- und Gesellschaftsgeschichte der Revolution. J.H.W. Dietz Nachfolger, Bonn 1997. ISBN 3-8012-4083-5
- Klaus Herdepe: Die Preußische Verfassungsfrage 1848. Deutsche Universitätsedition Bd. 22. ars et unitas, Neuried 2003. ISBN 3-936117-22-5
- Wolfgang von Hippel: Revolution im deutschen Südwesten. Das Großherzogtum Baden 1848/49. Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs. Bd. 26. Kohlhammer, Stuttgart 1998 (kostenlos zu beziehen über die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg). ISBN 3-1701-4039-6
- Hans Jessen (Hrsg.): Die Deutsche Revolution 1848/49 in Augenzeugenberichten. Karl Rauch, Düsseldorf 1968, DTV, München 1978. ISBN 3-423-00927-6
- Günter Mick: Die Paulskirche. Streiten für Recht und Gerechtigkeit. Kramer, Frankfurt Main 1988, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997. ISBN 3782903579
- Wolfgang J. Mommsen: 1848 - Die ungewollte Revolution. Angler Taschenbuch, Frankfurt Main 2000. ISBN 3-596-13899-X
- Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-1866. Bürgerwelt und starker Staat. C. H. Beck, München 1993. ISBN 3-406-09354-X
- Otto Rühle: 1848 - Revolution in Deutschland. Dresden, 1927. Nachdr. Unrast, Münster 1998. ISBN 3-928300-85-7
- Wolfram Siemann: Die deutsche Revolution von 1848/49. Neue Historische Bücherei Bd. 266. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985. ISBN 3-518-11266-X
- Ulrich Speck: 1848. Chronik einer deutschen Revolution. Insel, Frankfurt am Main und Leipzig 1998. ISBN 3-458-33914-0
- Veit Valentin: Geschichte der deutschen Revolution 1848-1849. 2 Bände. Beltz Quadriga, Weinheim-Berlin 1998 (Neudruck). ISBN 3-886-79301-X
- Heinz Rieder: Die Völker läuten Sturm - Die europäische Revolution 1848/49. Casimir Catz, Gernsbach 1997. ISBN 3925825452
Filme
- Feuer. Fernsehfilm. Revolutionsdrama zur Märzrevolution in Österreich. Österreich 1979, 90 Min., Regie: Reinhard Schwabenitzky
- Lenz oder die Freiheit. 4-teiliger Fernsehfilm. Revolutionsdrama zur badischen Sturz 1849. Nach der gleichnamigen Übersetzung des ursprünglich in engl. geschriebenen historischen Romans von Stefan Heym („The Lenz papers“). Deutschland 1986, 4 x 90 Min., Regie: Dieter Berner
- Der Traum von der Freiheit - Die deutsche Revolution von 1848/49. Szenische Streifen zur Märzrevolution. Deutschland 1997, 95 Min.
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Märzrevolution – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Heft der Bundeszentrale für politische Bildung zur Revolution von 1848 (unter Inhalt die Linke Seite zu den einzelnen Kapiteln)
- Informationsseite des Deutschen Bundestages mit Links zu Vormärz, Märzrevolution, Frankfurter Nationalversammlung und zum Scheitern der Revolution (u. a. für ausführlichere Informationen)
- kurze Abhandlung/Handout zur Märzrevolution
- Eintrag über „Märzrevolution“ im Österreich-Lexikon von AEIOU
(TID 460107)
- Revolution in Preußen
- Revolution in Baden
- Geschichten aus der Berliner Märzrevolution
- ausführliche Liste der Universität Heidelberg mit Literatur und Quellen zur Märzrevolution und entsprechende weiterführende Links
- Überblick zu den Revolutionen von 1848/49 mit anschaulicher Struktur
- Links zu Artikeln der von Karl Marx 1848/49 in Köln herausgegebenen „Neuen Rheinischen Zeitung“: Zeitgenössisch-kritische Beiträge zu vielen Ereignissen der Märzrevolution aus Sicht von Marx und Engels
- Verfassung des Deutschen Reiches ("Paulskirchen-Verfassung") vom 28.03.1849 in Volltext
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(TID 107786)
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ja:1848年革命(TID 22349)
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