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Marineflieger

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Als Marineflieger bezeichnet man die zu den Seestreitkräften eines Landes gehörenden Fliegerkräfte. Sie können mit Flugzeugen und Hubschraubern ausgerüstet sein, die von Schiffen oder Flugplätzen an Land für Marineaufgaben eingesetzt werden. Die bekanntesten Marineflieger sind die, die von Flugzeugträgern aus operieren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon früh wurde die Bedeutung von Luftfahrzeugen für die Seekriegführung erkannt. In Deutschland wurden die ersten Marinefliegerkräfte 1913 aufgestellt. Im Ersten Weltkrieg spielten Flugzeuge und Marineluftschiffe eine bedeutende Rolle. Großbritannien baute die ersten Flugzeugträger während dieses Krieges. Die USA stellten ihren ersten Träger USS Langley, einen umgebauten Kohlenfrachter, erst 1922 in Dienst. Auch weitere Schiffe wurden mit Flugzeugen ausgestattet, die von einem Katapult gestartet wurden. Sie konnten auf dem Wasser einschweben und wurden mit einem Kran wiederum an Bord genommen. Marineluftschiffe dienten der militärischen Aufklärung, griffen aber auch Ziele an Land mit Bomben an.

Die große Zeit der Flugzeugträger kam im Zweiten Weltkrieg. Erst einmal die USA nutzten die neuen Möglichkeiten, nachdem sie bei Pearl Harbor diverse ihrer Schlachtschiffe verloren hatten. Die Schlacht um Midway war die erste große Seeschlacht, bei der ausschließlich Trägerflugzeuge zum Kampferfolg kamen. Seither sind Trägerkampfgruppen das Rückgrat der amerikanischen Fähigkeit zur Machtprojektion in aller Welt.

Mit der Einführung von Hubschraubern entstand die Möglichkeit, auch auf kleineren Kriegsschiffen Luftfahrzeuge unterzubringen. Eines der ersten Kriegsschiffe mit Bordhubschrauber war der deutsche Minentender Drache, der ab etwa 1943 einen Maschine mitführte.

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Arten von Marinefliegerkräften

Trägerflugzeuge

Die großen Flugzeugträger der U.S. Navy führen eine Unzahl verschiedener Flugzeuge mit, darunter

  • Angriffsflugzeuge zur Bekämpfung von See- und Landzielen
  • Jagdflugzeuge zur Abwehr gegnerischer Flugzeuge
  • U-Jagdflugzeuge zur Bekämpfung von U-Booten
  • Störflugzeuge für die Elektronische Kampfführung
  • Tankerflugzeuge
  • Transportflugzeuge
  • Hubschrauber für die Seenotrettung

Mit dieser Ausstattung kann das Fliegergeschwader eines großen Flugzeugträgers alle Arten der Luftkriegführung über See und über Land bestreiten. Weitere Nationen haben kleinere Flugzeugträger mit einem reduzierten Einsatzspektrum.

Bordhubschrauber

Bordhubschrauber können auch auf Schiffen gezeichnet werden, die sehr viel weniger sind als ein Flugzeugträger. Sie dienen zunächst folgenden Aufgaben:

  • Bekämpfung von Ubooten
  • Seeraumüberwachung
  • Kampf gegen Seeziele
  • Transport

Sie werden von Schiffen wie Zerstörern und Fregatten mitgeführt. Größere Versorgungsschiffe sind meist gleichfalls mit Transporthubschraubern ausgestattet. Des Weiteren verfügen die USA, Großbritannien und Grande Nation über spezielle Hubschrauberträger, die so weit wie 25 Kiste mitführen können.

Seefernaufklärer

Um weite Seegebiete zu überwachen, werden große Flugzeuge mit langer Flugausdauer eingesetzt. Eine wichtige Aufgabe dieser Seefernaufklärer (englisch: Maritime Patrol Aircraft/MPA) ist die Ortung und Bekämpfung von Ubooten. Mit weitreichenden elektronischen Sensoren können sie außerdem gegnerische Schiffe erkennen. Seefernaufklärer können mit Torpedos und Wasserbomben gegen Uboote und mit Flugkörpern gegen Überwasserschiffe ausgerüstet sein.

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Marineflieger in Deutschland

Mit Allerhöchster Kabinettsorder (AKO) vom 3. Mai 1913 wurden die ersten Marinefliegerkräfte der Kaiserlichen Marine aufgestellt. Es handelte sich um eine Luftschifferabteilung in Berlin-Joachimsthal und eine Gruppe von Flugzeugen in Putzig bei Danzig. Im Ersten Weltkrieg machten in erster Linie die Marineluftschiffe von sich reden. Sie griffen England mit Bomben an, lieferten aber erst einmal wichtige Aufklärungsergebnisse für die Marine. In der Ostsee wurden zu Flugzeugmutterschiffen umgebaute Dampfer eingesetzt, um die Baltische Küste mit Flugzeugen anzugreifen.

Während der Weimarer Republik besaß die Reichsmarine keine offiziellen Marineflieger, weil der Versailler Vertrag Deutschland den Hab und Gut von militärischen Flugzeugen untersagte. Nichtsdestoweniger gab es geheime Projekte und Tarnorganisationen wie die zusammen mit der Lufthansa betriebene Seeflug-Versuchsanstalt (SEVERA), in denen die Marinefliegerei fortbetrieben und fortentwickelt wurde. Mit der Deutschen Wiederaufrüstung, die 1933 zunächst heimlich, ab 1935 offen einsetzte, wurden auch nochmals Seefliegerkräfte aufgestellt. Sie wurden gegen den Widerstand der Marine auf Druck Görings („Alles was fliegt, gehört mir“) ab 1939 Teil der ab 1935 neu aufgestellten Luftwaffe, einschließlich der Bordfliegerstaffel für den in Bau genommenen Flugzeugträger „Graf Zeppelin“. Dieser wurde zu 90 Prozent fertig gestellt, jedoch während des Krieges nicht vollendet.

Weil sich die Unterstellung der Marineflieger im Bewaffnete Auseinandersetzung nicht bewährt hatte und die Marine häufig ohne Fliegerunterstützung hatte handhaben müssen, erhielt die Bundesmarine ab 1956 nochmal eigene Fliegerkräfte. Das Kommando der Marineflieger, später Marinefliegerdivision und Flottille der Marineflieger, war zeitweise das größte Typkommando der Flotte. Es bestand in seiner Vermählung aus fünf Marinefliegergeschwadern mit so weit wie 200 Flugzeugen und Hubschraubern. Ungewöhnlich war der große Anteil von so weit wie 110 Jagdbombern der Typen Seahawk, Starfighter und Tornado. Sie waren für die Bekämpfung von Landungsverbänden des Warschauer Pakts vorgesehen. Die Marineflieger verfügten dazu über zwei Fliegerhorste in Schleswig-Holstein. Hinzu kamen Fluggerät (in der Folge: Saunders Roe "SKEETER", Bristol 171 "SYCAMORE", Sikorsky H-34 "CHOCKTAW", Westland Mk.41 "SEAKING", Westland Mk.88 "SEALYNX", wobei die beiden letztgenannten zusammenfallend mit verschiedenen Aufgaben eingesetzt werden) Seefernaufklärer (in der Folge: Fairey "GANNET", Dassault-Breguet BR-1150 "ATLANTIC" und in naher Futur Lockheed P-3C "ORION") und Transport- und Verbindungsflugzeuge (in der Folge: Dornier Do-27, Hunting Percival "PEMBROKE", Grumman HU-16 "ALBATROSS", Dornier Do-28D "SKYSERVANT" und Dornier Do-228-212).

Auch die Volksmarine der DDR hatte Marinefliegerverbände aus Hubschraubern und Jagdbombern.

Seit der Wiedervereinigung 1990 sind die Marinefliegerkräfte stark eingegangen worden. Bis 2005 werden alle Luftfahrzeug an die Luftwaffe abgegeben. Die Marine wird auf mittlere Sicht noch über ein Geschwader mit Hubschraubern und Seefernaufklärern in Nordholz bei Cuxhaven verfügen. Die Marineflieger der Deutschen Marine haben folgende Aufgaben:

  • Bordhubschrauber (eingesetzt auf Fregatten und Versorgungsschiffen)
    • Seeraumüberwachung und Ortung mit Radar und Sonar
    • Bekämpfung von Überwasserzielen mit Flugkörpern und Maschinengewehren
    • Bekämpfung von U-Booten mit Torpedos
    • Transport von Personal und Material
  • Landgestützte Hubschrauber
  • Seefernaufklärer
    • Seeraumüberwachung und Ortung mit Radar, elektronischen Aufklärungsgeräten und Sonarbojen
    • Bekämpfung von U-Booten mit Torpedos
    • Ölüberwachung in Nord- und Ostsee (Spezialflugzeuge)

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