Menton
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Menton (italienisch Mentone) ist eine Ort im französischen Département Alpes-Maritimes an der Côte d'Azur mit etwa 30.000 Einwohnern.
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Lage und Klima
Befindlich an der Côte d'Azur und geschützt durch die Ausläufer der Seealpen im Hinterland zeichnet sich die Gemarkung durch ein besonders mildes Klima aus.
Durch die geschützte Lage ist Menton auch im Winterzeit der wärmste Ort an der französischen Côte d'Azur. Die angenehmsten Reisemonate sind der Mai und Zentrum Sept. bis Mittelpunkt Oktober. Die regenreichste Zeit sind die Monate Februar und März. In der Regel liegen die Temperaturen in Menton einige Grad über den Temperaturen in Deutschland. Die Monate Juni bis August können sehr heiß werden. Verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen sind allerdings im August, dem Ferienmonat der Franzosen. Die Jahreszeit sind mild, es gibt in Menton kaum Frost. Deshalb war diese Gemarkung im 19. Jahrhundert ein beliebtes Winterquartier für die Engländer. Noch dieser Tage kann man die großen Hotels und Gärten bewundern, die vormalig für die Engländer errichtet wurden.
Geschichte
Der Name Menton leitet sich von 'Mont d'Othon' ab. Zur römischen Zeit trug die Bucht von Menton den Namen Pacis Sinus (friedliche Bucht), über eine Landnahme aus dieser Zeit ist allerdings nichts bekannt.
Bis 1157 war die Ort im Eigentum der Grafen von Ventimiglia. Danach stand Menton unter der Herrschaft des genuesischen Geschlechts Vento bis es 1346 zusammen mit Roquebrune an die Grimaldi von Monaco kam.
Die monegassische Herrschaft sollte bis 1848 dauern. 1848 erhoben sich die Gemarkung Menton und Roquebrune gegen die von Monaco verlangten Steuern und riefen eine unabhängige Republik aus. Daraufhin griff der französische Kaiser Napoleon III. ein und kaufte Menton dem monegassischen Fürstenhaus ab.
1861 stimmten die Bewohner von Menton für die Zugehörigkeit zu Frankreich. Ende des 19. Jahrhunderts setzte der Reisebranche ein. Das Klima an der Côte d'Azur wurde ehemalig von Ärzten als heilungfördernd bei Tuberkulose empfohlen. 1884 wird die Gemeinde an das Eisenbahnnetz angebunden. Im Ersten Weltkrieg hielten sich in Menton auch viele verwundete Soldaten zur Rekonvaleszenz auf.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Menton mit der Aufgabe Frankreichs rasch von Italienern besetzt, die es 1944 nur unter schweren Kämpfen nochmal freigaben. Mit der wachsenden Mobilität der wohlhabenden Bevölkerung Norditaliens wird Menton nach und nach nochmal unter italienischen Einfluss gestellt. Seit dem Fortfall der Grenzkontrollen und der Einführung des Euro finden hier zahlreiche italienische Bürger eine neue Heimat.
Wirtschaft
Die Wirtschaft Mentons ist von Tourismus- und Dienstleistungsangeboten geprägt. Zig Bürger Mentons arbeiten in Monaco und in Nizza. Das Baugewerbe ist seit Fortfall der innereuropäischen Grenzen fest in italienischer Hand.
Die klimatisch begünstigte Lage ließ im 19. Jahrhundert den Zitronenanbau zum wichtigsten Erwerbszweig werden. Dieser Tage ist die wirtschaftliche Bedeutung des nach wie vor gewöhnlich betriebenen Anbaus gering. Die Zitronen und Orangen für das jährliche Zitronenfest kommen nunmehr aus Spanien. Ein beliebtes touristisches Mitbringsel ist die Zitronenmarmelade aus Menton.
Kultur und Sport
Das jährliche Zitronenfest wird seit 1930 gefeiert Internetsite zum Zitronenfest.
Im Aug. wird ein internationales Kammermusikfestival veranstaltet.
In Menton werden Segelsportwettbewerbe ausgetragen.
Sehenswürdigkeiten
Die Kernstadt mit ihren pastellfarbenen Häuserfassaden vermittelt ein stark italienisches Flair. Die Gemeinde besitzt verschiedene Gärten und Parks zuerst im Vorstadt Garavan mit teils seltenen subtropischen Pflanzen, die im günstigen Mikroklima von Menton besonders gut gedeihen.
Kirchen
- Die barocke Kathedrale Saint-Michel von 1675. Vor der Kirche befindet sich ein Mosaik mit dem Wappenbild der Grimaldis, die die Gemeinde jahrhundertelang beherrschten.
- Das Kapuzinerkloster L'Annonciade aus dem 18. Jahrhundert mit Aussicht über Menton.
Museen
- Musée Jean Cocteau: Von Jean Cocteau selbst zu Lebzeiten entworfenes und mit eigenen Gemälden und Keramiken ausgestattetes Kunstmuseum. Das Museum liegt bei den Koordinaten 43,775° N, 7,508° O
(TID 488894)
.
- Rathaus (Hôtel de Ville): von Jean Cocteau gestalteter Hochzeitssaal (Salle des Mariages).
- Prähistorisches Museum (Musée de Préhistoire Régionale): enthält u. a. den Schädel des sogenannten Grimaldi-Menschen, der in den Grotten östlich von Menton entdeckt wurde.
- Musée des Beaux-Arts du Palais Carnolès: Gemäldegalerie mit italienischen, französischen und flämischen Malern des 14. - 17 Jahrhundert.
Gärten
- Jardin du Palais Carnolès: älteste Anlage der Ort mit zahlreichen Zitrusbäumen und Skulpturen. 3, avenue de la Madone
- Jardin de la Villa Marina Serena: der Anlage der 1880 von Charles Garnier entworfenen Villa enthält diverse seltene subtropische Pflanzen.
- Jardin Fontana Rosa: Einmal privater Gartenanlage des spanischen Schriftstellers Vicente Blasco Ibáñez mit illustrierten Keramiken zu Don Quijote von Miguel de Cervantes 1547 - 1616, in den 1990er Jahren in den Habseligkeiten der Gemeinde Menton übergegangen und seit ab und zu öffentlich zugänglich. Teile der Anlage Fontana Rosa sind vom Verkehrsstation Garavan sichtbar. Avenue Blasco Ibañez
- Jardin Botanique Val Rameh in Garavan. Botanischer Gartenanlage mit Kollektion subtropischer Pflanzen. Avenue Saint-Jaques
Denkmäler
- Statue Ulysse von Anna Chromy
Umgebung
- Grimaldigrotten (Balzi Rossi). Die unten des Dorfes Grimaldi gelegenen Grotten stellen eine der bedeutendsten vorgeschichtlichen Fundstätten europäisch dar. Die dort ausgegrabenen menschlichen Skelette sind zwischen 15.000 und 20.000 Jahre alt. Bei den Grotten befindet sich auch ein kleines Museum (Zugang hinten der italienischen Grenzstation am Meer).
- Sospel. Sommerfrische hinten dem ersten Bergkamm, von Menton direkte Zufahrt. Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbike-Radtouren in den Naturpark Mercantour.
- Monaco mit Monte Carlo.
- Cap d'Ail. Halbinsel mit zahlreichen alten Villen.
- Cap Martin. Es gibt einen beeindruckenden Panorama-Rundweg um das Cap herum von Menton nach Roquebrune und Monaco. Von der Spitze des Cap Martin bis zum Bahnhof Roquebrune im Ortsteil Cabbé führt die gut ausgebaute Promenade Le Corbusier. Im Warme Jahreszeit ist der Weg tagsüber kaum zu empfehlen, da es dort dann sehr heiß wird. Für eine Entwicklung der Promenade Le Corbusier muss man ca. 1 Stunde einkalkulieren. Benannt ist der Weg nach dem Architekten Le Corbusier, der Zentrum des 20. Jahrhunderts in der Nähe des Bahnhofes eine kleine Hütte hatte. Die Hütte steht noch, kann aber nicht besichtigt werden und macht von außen einen unscheinbaren Eindruck. Wer sie dennoch suchen möchte: vom Haltestelle Roquebrune bevorstehend befindet sich auf dem Weg eine Fahrzeugsperre, am nächsten Pfad, der hinten nach rechts (Richtung Meer) abzweigt, befindet sich am Ende die Hütte. Gegenwärtig ist das bewaldete Cap Martin der Villenvorort von Roquebrune.
- Roquebrune. Die Stadt, zu der auch Cap Martin gehört, mit schöner Kernstadt und einer Burganlage, die einen weiten Blick über die Küste bis Monaco ermöglicht. In Roquebrune lebte Han van Meegeren vom Okt. 1932 bis zum Warme Jahreszeit 1938 in der Villa Primavera (im Kiez Hameau in der Avenue des Cyprès 10).
- Sainte Agnès, Bergdorf in 700 Meter Höhe mit Blick auf Menton.
- Gorbio, ein Bergdorf oberhalb von Menton mit Künstlern und Wanderern.
- Castellar, ein Bergdorf oben der Altstadt. Ausgangspunkt für Wanderungen Entwicklung Sospel. Castellar ist über alte Treppenwege kryptisch einer Stunde von der Kernstadt Menton aus erreichbar.
- Ventimiglia mit Giardini Botanici Hanbury Garten. Schmuddelige Grenzstadt mit populärem Markt am Freitag. Der Giardini Botanici Hanbury Garten liegt in unmittelbarer Nähe von Menton an der Küstenstraße kurz nach der italienischen Grenze in Mortola (Stadtteil von Ventimiglia), Corso Montecarlo 43, auf der rechten Straßenseite. Es handelt sich um einen botanischen Anlage mit historischen Gebäuden und breiten Wegen, die sich von der Straße bis zum Meer hinabziehen.
- Eze liegt in der Mittelpunkt zwischen Monaco und Nizza, ungefähr 400 m über dem Meer.
Literatur
- Ralf Nestmeyer: "Côte d'Azur". Reisehandbuch, Michael-Müller-Verlag, Erlangen 2006. ISBN 3-89953-308-9
- Ralf Nestmeyer: "Provence und Côte d'Azur". Literarische Reisebilder aus dem Midi. Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2005. ISBN 3-608-93654-8
- Britta Sandberg: Côte d'Azur. DuMont-Reiseverlag, Köln 2002 ISBN 3-7701-5970-5
- Der Grüne Reiseführer. Côte d'Azur Französische Riviera. Michelin Reise-Verlag, Karlsruhe 2002 ISBN 2-06-000246-X
- Barbara F. Freed und Alan Halpern: Artists and their museums on the riviera. Abrams, New York 1998 ISBN 0-8109-2761-6 (englischsprachiger Führer zu allen Museen, Kirchen, Kapellen, Sammlungen, Kunstwerken und Wohnhäusern sowie Gärten der Künstler an der Côte d'Azur mit der Kunstgriff des 20. Jahrhunderts von Cocteau, Picasso, Léger, Renoir, Chagall, Matisse, Jakovsky)
- Die Riviera - Wanderziele und Winterasyle der Ligurischen Küste von Nizza bis Spezia. Woldemar Kaden und Maler Hermann Nestel, Verlagshaus W. Spemann, Spreeathen und Stuttgart, 1884. (Ausführliche Erklärung der Umgebung Mentons aus dem 19ten Jahrhundert.)
Weblinks
| (TID 646251) | Commons: Menton – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
- Menton mit Bildern (dreisprachig, aber nicht deutsch)
- Informationen über die Côte d'Azur (deutsch)
- Informationen über Menton (deutsch)
- Offizielle Seiten vom Fremdenverkehrsbüro Menton (französisch)
- Wissenswertes von Menton und Links zur Umgebung mit Bildergalerie (englisch)
- Karte von Menton aus dem Baedeker "Südfrankreich" von 1914
Koordinaten: 43º 46′ 34" N, 7º 30′ 22" O
(TID 488883)
af:Mentonen:Menton es:Menton fr:Menton it:Mentone nl:Menton pl:Menton
sv:Menton(TID 192521)
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