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Nationaldemokratische Partei Deutschlands

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Bild:Disambig-grau2.png Dieser Artikel beschäftigt sich mit der NPD in der BRD Deutschland. Für zusätzliche Bedeutungen von NPD siehe NPD (Begriffsklärung). Zur gleichnamigen Politische Kraft in der DDR (NDPD) siehe Nationaldemokratische Partei Deutschlands (DDR); für andere nationaldemokratische Parteien siehe Nationaldemokratische Partei.

(TID 537469)


Vorsitzender
Bild:Udo Voigt.jpg
Basisdaten
Gründungsdatum: 28. November 1964
Gründungsort: Hannover
Mitglieder: 5.300 (Stand: Apr. 2005)
Vorsitzender: Udo Voigt
Stellvertretende
Vorsitzende:
Holger Apfel,
Peter Marx,
Ulrich Eigenfeld
Staatliche
Parteienfinanzierung:
1.233.779,59 €
(2005)
Adresse: NPD Parteizentrale
Mailbox 84 01 57
12531 Berlin
Parteigliederung: 16 Landesverbände,
Kreisverbände
Website: www.npd.de
E-Mail: parteizentrale@npd.de

Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ist eine politische Partei in Deutschland. Vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet und als rechtsextrem eingeschätzt, bezeichnet sie sich selbst als nationalistisch.

Während sie bis Anfang der 1970er mit Mandaten in sieben Länderparlamenten vertreten war, entwickelte sie sich zu einer zunächst unbedeutenden Splitterpartei. Seit Anfang der 1990er Jahre nimmt ihre Verankerung lokal und regional besonders in Kompromiss finden wirtschaftlich unterlegen gestellten Benötigen nochmal zu, was sich zuletzt im Ergebnis der Landtagswahl von 2004 in Sachsen widerspiegelte.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltliches Profil

Die NPD ist unnachsichtig nationalistisch, selbsterklärt verfassungsfeindlich und rassistisch ausgerichtet, wobei sie nach außen ein sogenanntes ethnopluralistisches Weltbild vertritt. Das aktuelle Grundsatzprogramm wurde 1996 verabschiedet.

Die NPD sieht sich selber als die „einzige wahre Opposition“ in der „BRD“ und ihre politische Arbeit als „revolutionär“ an.

Allgemeine Inhalte

Ziel der NPD ist die Fertigung eines von negativ erachteten Einflüssen aus dem Ausland stark abgegrenzten Deutschlands. Alle Lebensbereiche, sei es in der Wirtschaft, der Politik oder in der Kultur sollen ausschließlich deutschnational orientiert werden. „Multiethnische Exzesse, denen derzeitig das deutsche Volk ausgesetzt“ sei und Überfremdung müssten verhindert werden. Dementsprechend will die NPD die Ausstoßung der nichtdeutschen Wohnbevölkerung aus der Bundesrepublik, die Wiedereinführung einer nationalen Währung und den Absage Deutschlands aus internationalen Bündnissen wie NATO und EU durchsetzen. Die seit dem Ende des zweiten Weltkrieges in Deutschland stationierten US-Streitkräfte sollen abgezogen werden. Auch fordert die NPD die Beseitigung des Asylrechts. Die NPD kritisiert die hohen Nettozahlungen Deutschlands an die Europäische Union und ist gegen den EU-Beitritt der Türkei.

Die NPD plädiert für einen autoritären Staat, der den „Willen der Volksgemeinschaft durchsetzen soll. Das Programm der NPD greift verschiedene konservative und sozialistische Aspekte auf und erinnert vom Sprachgebrauch her an die Zeit des Nationalsozialismus. So wird z. B. die „deutsche Familie“, in der die Frau überwiegend Hausfrau und Mutter sein soll, als das beste Lebensmodell dargestellt. Hausfrau soll im Gegenzug als Beruf erlaubt renommiert werden. In der Wirtschaftspolitik herrschen antikapitalistische Parolen wie „Die Wirtschaft muss dem deutschen Volk dienen“ oder „Der gesamte Grund und Boden ist Eigentum des Volkes“ vor. Die NPD steht für die Wiedereinführung der Todesstrafe „bei wiederholtem Sexual-, Kindes-, Raub- und Massenmord und bei schwersten Fällen des Drogenhandels“ ein.

In ihrer Mischung aus Fremdenfeindlichkeit, konservativem Gesellschaftsmodell, sozialistischen Parolen und dem Glauben an autoritäre Führung ist die Programmatik der NPD jener der NSDAP der 1920er und frühen 1930er Jahre ähnlich. Wie diese möchte die Politische Kraft nicht nur bestimmte politische Ziele durchsetzen, stattdessen das dieser Tage herrschende System des demokratischen Rechts- und Verfassungsstaates beseitigen, warum die NPD als verfassungsfeindlich eingestuft wird. Entsprechend findet sich im Verfassungsschutzbericht des Landes Baden-Württemberg 1998 ein Ausschnitt aus der Eröffnungsrede des „1. Tages des nationalen Widerstandes“ von Holger Apfel, in welchem er die NPD als einzige organisierte Politische Kraft darstellt, „die das politische System in der BRD bis auf die Wurzel bekämpft, auch die Wurzel abnimmt. Ja, liebe Freunde, wir sind stolz darauf, dass wir alljährlich in den bundesdeutschen Verfassungsberichten stehen und dort als feindlich, verfassungsfeindlich, gegen dieses System gerichtet genannt sind. Jawohl, wir sind verfassungsfeindlich.“

Das Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte dementsprechend im Jahre 2003 nur infolge verfahrensrechtlicher Fehler, der NPD wurde keine Verfassungstreue bescheinigt.

Geschichtsrevisionismus

Die NPD fordert die Revision der deutsch-polnischen Grenze und die Wiederherstellung der Staatsgrenzen Deutschlands auf dem Stand von Ende 1937. So sollen nach ihrem Willen Schlesien, Ost-Pommern, Ost-Brandenburg und Ostpreußen nochmal in das (neu zu schaffende) „Reich“ eingegliedert werden.

Bild:Dresden 130205 Fronttransparent.jpg
Demonstration der NPD am 13. Februar 2005

Ebenso strebt die NPD eine Revision der Geschichtsschreibung über die Zeit des Nationalsozialismus an. Die historische Schuld der NS-Täter, Kriegsverbrecher in SS und Wehrmacht sowie der Mio. Mitläufer, durch die die Straftat des Nationalsozialismus erst möglich wurden, lässt die NPD nicht ohne Verweis auf die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges gelten. Holger Apfel verdeutlicht, dass sich die Politische Kraft „nicht an einseitigen Sühnebekenntnissen beteiligen“ werde. Zu einem in den Medien als skandalös betrachteten Vorfall entwickelte sich die Entscheidung der sächsischen NPD-Landtagsfraktion, der am 13. Feber 2005 abgehaltenen Schweigeminute für „alle Opfer“ nicht beizuwohnen – Man wollte alleinig den „deutschen Opfern des alliierten Bombenangriffs auf Dresden“ gedenken.

Siehe auch: Geschichtsrevisionismus

Verhältnis zu den Kameradschaften

In jüngster Zeit gingen neonazistisch gesinnte Gruppierungen erneut mehr auf Distanz zur NPD, weil diese ihnen zu „bürgerlich“ erscheint. Auf dem NPD-Parteitag im thüringischen Leinefelde im Oktober 2004 wurde jedoch der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Neonazi Thorsten Heise in den NPD-Bundesvorstand gewählt. Dies markiert den erneuten Föderation der Politische Kraft mit den so genannten „freien Kameradschaften“. Die NPD hofft, durch die Hilfe von Heise die rund 170 freien Kameradschaften, denen etwa 3000 Mitglieder zugerechnet werden, auf Abstand in ihre politische Arbeit einbeziehen zu können.

Aus dem Verfassungsschutzbericht 2004 geht hervor, dass seit Anfang des gleichen Jahres eine Annäherung zwischen NPD und neonazistischen Kräften beobachtet werden konnte. Die Politische Kraft sei mit ihrem Konzept einer „deutschen Volksfront“ zum Zentrum der Einigungsbemühungen im rechtsextremistischen Lager geworden. In einem Interview mit der Periodikum Junge Freiheit im Anno 2004 formulierte der amtierende Bundesvorsitzende Udo Voigt dieses Ziel folgendermaßen: „Natürlich ist der Nationalsozialismus als Strömung in Deutschland auch heute vorhanden. Für die NPD ist er nicht maßgebend, aber wir versuchen, neben Nationalliberalen und Nationalkonservativen eben auch die nationalsozialistische Strömung zu integrieren, da eine Abgrenzung nur dem politischen Gegner hilft.“

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Struktur

Die Jugendorganisation der Politische Kraft sind die Jungen Nationaldemokraten (JN), die ca. 350 Mitglieder zählt. Die NPD ist somit die einzige rechte Politische Kraft in Deutschland, die über eine zahlenmäßig relevante Jugendorganisation verfügt. Der Bundesvorsitzende der JN ist automatisch Charakter im Bundesvorstand der NPD. Holger Apfel, der damalige JN-Bundesvorsitzende erklärte 1998 auf dem JN-Landeskongress in Baden-Württemberg, als Vorbilder für die JN zählten „einzig und allein die Wehrmacht und die Soldaten der Waffen-SS.“

Die Hochschulorganisation der NPD ist der Nationaldemokratische Hochschulbund (NHB), der allerdings nicht zu Hochschulwahlen antritt. Alles in allem leistet die NPD intensive Jugendarbeit. So gibt sie Nachhilfestunden, organisiert Bollwerk und besitzt selbst eine Fußballmannschaft.

Die NPD hatte in ihrer Geschichte verschiedene verschiedene Zeitungen. Offizielles Presseorgan war zunächst die Deutsche Wochen-Zeitung (DWZ), die 1986 vom Verleger und DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey aufgekauft wurde und nachdem in Deutsche Wochen-Zeitung - Deutscher Anzeiger umbenannt wurde. 1999 wurde sie mit der auch von Frey hrsg. National-Zeitung zur National-Zeitung – Deutsche Wochenzeitung zusammengelegt.

Das aktuelle Presseorgan der Politische Kraft ist die Deutsche Stimme, die seither 1976 erscheint und zur Zeit eine monatliche Auflage von 10.000 hat. Benachbart da sein noch regionale und örtliche Publikationen wie die Sachsen-Stimme.

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Politische Tätigkeit

Parlamentarische Tätigkeit generell

Die NPD war und ist in verschiedenen Parlamenten der BRD vertreten. Sie befand sich dabei dauernd in der Opposition, da sie keine eigene Majorität aufbringen konnte und die großen Parteien (CDU/CSU, FDP, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Linkspartei) keine Koalition mit ihnen eingehen wollten. Die NPD war daher noch auf keiner politischen Ebene (vergleiche Politisches System Deutschlands) an einer Regierung beteiligt.

Parlamentarische Tätigkeit auf kommunaler Ebene

Dieser Tage ist die NPD in Kommunalparlamenten mehrerer Länder vertreten. Die meisten politischen Mandate besitzt sie in Hessen und dort wiederum vorerst im Lahn-Dill-Kreis, wo sie mancherorts seit Jahrzehnten ununterbrochen kommunale Vertretungen in Fraktionsstärke hat. Bei den Kommunalwahlen 2004 konnte sie aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen (besonders in der Sächsischen Schweiz) sowie im Saarland in verschiedene Rathäuser und Kreistage einziehen. Als andere Stützpunkt der NPD lässt sich u. a. das Ruhrgebiet einstufen.

Außerparlamentarische Tätigkeit

Auf dem Bundesparteitag von 1996 wurde ein sog. „Drei-Säulen-Konzept“ beschlossen, das den „Kampf um die Straße“, den „Kampf um die Parlamente“ und den „Kampf um die Köpfe“ beinhaltet. So ist die NPD durch dieser Taktik auch auf außerparlamentarischer Ebene sehr aktiv und initiiert beispielsweise sehr oft Demonstrationen und weitere außerparlamentarische Aktivitäten. Des Öfteren zogen und ziehen diese Unternehmungen Medienberichte über gewaltbereite NPD-Mitglieder nach sich.

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Geschichte

Bundestagswahlergebnisse der NPD
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1964-1967: Die Ära unter Friedrich Thielen

Die NPD wurde 1964 gegründet und ging im Großen und Ganzen aus der DRP hervor. Aber auch aus anderen Parteien und Gruppierungen kamen die Mitglieder und spätere Funktionäre der NPD, so aus der Deutschen Partei (DP) sowie aus mehreren Kleingruppen wie der Vaterländischen Union. Auch der einmal nationalliberale Flügel der FDP war Herkunftsort einiger NPD-Funktionäre, so des langjährigen späteren hessischen NPD-Landesvorsitzenden Heinrich Fassbender, der einstweilen die DNVP neu gegründet hatte.

An der Parteigründung nahmen auch die vier für die DP gewählten Abgeordneten in der bremischen Bürgerschaft teil, wodurch NPD zum Zeitpunkt ihrer Gründung schon in einem Abgeordnetenhaus vertreten war. Der Bürgerschaftsabgeordnete Friedrich Thielen wurde erster Bundesvorsitzender der NPD.

Schon bei der Bundestagswahl 1965 erzielte die Politische Kraft mit 2,0% einen Achtungserfolg. Ein Jahr später gelang der NPD der Einzug in die Landesparlamente von Hessen und Bayern. 1967 zog sie in die Landtage von Bremen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Das nördlichste Bundesland ein. Entscheidende Gründe für die damaligen Wahlerfolge der NPD waren unter anderem, dass ab Mittelpunkt der sechziger Jahre eine wirtschaftliche Zwangslage eintrat sowie die ab 1966 im Bund regierende Große Koalition, die eine Radikalisierung bei Kompromiss finden Wählergruppen bewirkte. Jede Menge verglichen die damalige wirtschaftliche und politische Sachlage mit der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre und den daraus resultierenden Wahlerfolgen der NSDAP. Gelegentlich befürchtete man wenn schon das Ende der Bundesrepublik. 1967 trat Thielen von seinem Amt als Bundesvorsitzender zurück und gleichzeitig auch aus der Politische Kraft aus, und versuchte vergeblich, die DP zu reaktivieren.

1967-1971: Die Ära unter Adolf von Thadden

Bei der baden-württembergischen Wahl zum Landtag am 28. April 1968 gelang es der NPD, mit 9,8% in den Hohes Haus einzuziehen, was für die Politische Kraft das bisher beste Ergebnis einer Wahl zum Abgeordnetenhaus war. Gleichzeitig markierte dieses Hoch aber auch einen Umbruch: In den kommenden dreieinhalb Jahrzehnten gelang es der NPD nicht länger über der kommunalen Ebene die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen, so scheiterte sie z. B. beim erhofften Einzug in den Deutschen Bundestag im Im Jahre1969 mit 4,3% nur knapp. Die Politische Kraft geriet im Weiteren in kontroverse Flügelkämpfe und in deren Folge in einen stetigen Abwärtsstrudel.

1971-1991: Die Ära unter Martin Mußgnug

Auf dem Bundesparteitag 1971 in Holzminden trat der damalige Bundesvorsitzende Adolf von Thadden nicht länger zur Wahl an und wurde durch Martin Mußgnug ersetzt, der Thaddens nationalkonservativen Kurs fortsetzte. Von Thadden hatte, nachdem militante Gruppierungen deutlichen Einfluss in der Politische Kraft gewonnen hatten, die Politische Kraft als „unführbar“ bezeichnet. Die NPD schaffte in keinen Parlament mehr den Wiedereinzug bzw. trat teils gar nicht erst zur Wahl an, so 1972 in Baden-Württemberg, dem letzten Landesparlament, in dem sie noch vertreten war. Die NPD begründete ihr Vorgehen damit, dass sie eine mögliche absolute Majorität der CDU nicht gefährden und so erreichen wolle, dass die Ostverträge keine Majorität im Ländervertretung erhielten. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 1972 erhielt die NPD nur noch 0,6% der Stimmen.

Bild:NPD-europawahlen.JPG

In der Folgezeit hatte die NPD in den siebziger und achtziger Jahren keinerlei innenpolitische Bedeutung mehr. Ende der 1970er stellte sich die Politische Kraft häufig überhaupt nicht länger zur Wahl. Als sich der rechtsextreme Verein Deutsche Volksunion e.V. (DVU) des Verlegers Gerhard Frey im Im Jahre1987 in eine Politische Kraft umwandelte, ging die NPD mit der DVU von nun an Wahlbündnisse ein. Infolge einer Besonderheit im Bremer Wahlberechtigung gelang der DVU im Zuge dessen der Einzug in die dortige Bürgerschaft mit einem Abgeordneten. Im Gegenzug gelang der NPD allerdings ausschließlich bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Baden-Württemberg von 1988 mit 2,1% noch ein nennenswertes Ergebnis. Auch geriet Martin Mußgnug, der damalige Bundesvorsitzende der NPD, wegen seines nationalkonservativen Kurses steigernd in die Kritik. Er trat am 5. Dezember 1990 von seinem Amt zurück und gleichzeitig auch aus der Politische Kraft aus. Er gründete anschließend die Deutsche Liga für Volk und Heimat (DLVH), die er zu einem Sammelbecken für enttäuschte ehemalige Mitglieder verschiedener rechter Parteien zu machen versuchte, was jedoch misslang.

1991-1996: Die Ära unter Günter Deckert

Am 8. August 1991 wurde der frühere stellvertretende Bundesvorsitzende Günter Deckert, der unterdessen die Politische Kraft verlassen hatte und erst kurz zuallererst erneut Persönlichkeit geworden war, neuer Bundesvorsitzender der NPD und somit Nachfolger von Martin Mußgnug. Deckert unternahm eine inhaltliche und strategische Neupositionierung der Partei, indem er offen nationalsozialistische Elemente in der NPD verankerte und öffentlich den Holocaust leugnete.

Trotz des Anfang der 1990er Jahre aufkeimenden Rechtsextremismus und der aufkommenden Asyldebatte gelang es der NPD nicht, diese beiden Faktoren in Wahlerfolge umzumünzen, da sie die zu diesem Zeitpunkt herrschende Hegemonie aus REP und DVU im rechten Spektrum nicht durchbrechen konnte. Auch die seit Ende der achtziger Jahre praktizierten Wahlabsprachen mit der DVU brachten der NPD im Gegensatz zu ihrem Bündnispartner keine Wahlerfolge; bei der Bürgerschaftswahl in Bremen von 1991, bei der die DVU mit 6,2% und sechs Abgeordneten in die dortige Bürgerschaft einzog, befanden sich allerdings unter den neu gewählten Abgeordneten generell zwei NPD-Mitglieder (Karl-Heinz Vorsatz und Hans-Otto Weidenbach), die auf den dortigen DVU-Listen kandidiert hatten und Angehöriger der DVU-Fraktion wurden. Während Vorsatz, der schon von 1967 bis 1971 für die NPD in der Bürgerschaft saß, 1992 verstarb, trat Weidenbach im Laufe der Wahlperiode zur DVU über. Etwa zur selben Zeit zerfiel das Bündnis mit der DVU, da in der NPD die persönlichen Widerstände gegen den DVU-Vorsitzenden Frey zugenommen hatten.

Deckert musste ab 1995 wegen Volksverhetzung eine mehrjährige Gefängnisstrafe absitzen.

1996-heute: Die Ära unter Udo Voigt

Obschon Deckert angesichts seiner Haftstrafe auf dem Bundesparteitag am 23. März 1996 in Bad Dürkheim nicht dabei sein konnte, trat er dort nochmals für den Posten des Bundesvorsitzen an, unterlag jedoch mit 86:88 Stimmen Udo Voigt, der somit zu dessen Nachfolger wurde. Auch in den Folgejahren versuchte Deckert, das Amt zurückzuerobern, Voigt konnte sich jedoch jedes Mal mit deutlicher Majorität durchsetzen.

Voigt setzte den Kurs der strategischen Neupositionierung fort und versuchte, die Verbindungen der Politische Kraft zu neonazistischen Gruppierungen zu stärken. Dadurch gewannen Elemente eines „nationalen Sozialismus“ an Bedeutung, ohne dass dies jedoch im Programm Ausdruck entdeckt hätte.

2001 wurde von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat ein Verbotsantrag gegen die NPD beim BVG eingereicht. Als Hindernis stellte sich im Verfahren die Durchsetzung der Politische Kraft durch V-Männer des Verfassungsschutzes heraus. Das Verbotsverfahren scheiterte vor dem Bundesverfassungsgericht, da das Gericht nimmer trennen konnte, welche Aktivitäten von der Politische Kraft selbst und welche vom Verfassungsschutz initiiert worden waren. Die Nachrichtenagentur dpa meldete in diesem Zusammenhang, dass etwa alle siebte Funktionsträger in der NPD-Leitungsebene Informant eines Verfassungsschutzamtes sei.

Bild:Npd kundgebung wuerzburg.jpg
Protest der NPD in Würzburg im März 2004
Bild:Udo Voigt, Gerhard Frey.jpg
Der NPD-Vorsitzende Voigt mit dem DVU-Vorsitzenden Frey im Jahr 2004

Im Juni 2004 erzielte die NPD bei der Europa- und bei den Kommunalwahlen im Freistaat Sachsen beachtliche Erfolge. Bei der Wahl zum Landtag im Saarland am 5. September 2004 erreichte die NPD wenigstens 4%. Bei der Landtagswahl in Sachsen am 19. September 2004 konnte die NPD schließlich zum ersten Mal seit 1968 wiederholt in ein Volksvertretung einziehen. Sie erzielte 9,2% der Stimmen. Ein Grund für den Gelingen der Politische Kraft spielte anliegend ihrer Opposition zu Hartz IV, dass sie als einzige rechte Politische Kraft antrat. In einer Abstimmung mit der DVU vereinbarten die beiden Parteien, dass bei den gleichzeitig stattfindenen Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen die NPD nur in Sachsen und die DVU nur in Brandenburg antreten würde, um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen. Die REP traten bei dieser Wahl zum Abgeordnetenhaus nicht an, da deren Landesvorsitzende Kerstin Lorenz vs. der Geheiß des Bundesvorstandes die notwendigen Angaben für eine Teilnahme an der Wahl nicht einreichte. Lorenz trat einen Tag vor der Wahl in die NPD ein. Im Zusammenhang mit diesem Ergebnis und auch dem Wahlausgang zum sächsischen Länderparlament kam es zu mehreren antifaschistischen Kundgebungen in Dresden.

In ihren Hochburgen in Ostsachsen, besonders der Sächsischen Schweiz, erreichte die NPD in verständigen auf kleinen Ortschaften knapp 20% der abgegebenen Stimmen. Als eine der entscheidenden Ursachen wird auch eine Zunahme von Einbruchdiebstählen nach der EU-Osterweiterung und die populistische und teils als „primitiv“ empfundene Sichtweise von europäisch dominierten Medien ausgemacht, was zu einem spontanen, aber entschlossenen Anti-West-Protestwahlverhalten besonders bei männlichen und jungen Wählern führte.

Nach dem Einzug der NPD in den sächsischen Landtag war die Majorität der übrigen Abgeordneten bestrebt, die NPD-Fraktion zu isolieren. Allerdings bekam der Landtagsabgeordnete Uwe Leichsenring, den die NPD als Kandidaten zur Ministerpräsidentenwahl aufgestellt hatte, zwei Stimmen über die NPD Sitze innehat. Auch bei der Wahl der Ausländerbeauftragten erhielt der NPD-Kandidat zwei Stimmen mehr. Vermutungen gingen dahin, dass es sich bei den Abweichlern eventuell um CDU-Abgeordnete gehandelt haben könnte, die damit ihre Ablehnung des Ministerpräsidenten Georg Milbradt demonstrieren wollten.

Im Oktober 2004 kündigten NPD und DVU an, bei allen künftigen Wahlen nicht länger gegeneinander anzutreten. Und NPD wie auch DVU hatten einzeln an die REPs appelliert, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Die Führung der Republikaner lehnt eine Zusammenarbeit mit der NPD jedoch ab, aus welchem Grund es in der Folgezeit zu z. T. größeren Übertritten von Mitgliedern der REP zur NPD kam. So wechselte z. B. Anfang 2005 der Hamburger Landesvorstand der REP geschlossen zur NPD.

Bild:Npdplakat.JPG
Anschlag der NPD zur Bundestagswahl 2005

Bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Jahr 2005 trat jedes Mal nur die NPD an, wo sie über Ergebnisse von 1,9% (Schleswig-Holstein) bzw. 0,9% (Nordrhein-Westfalen) nicht hinauskam. Bei der Bundestagswahl 2005 bildeten NPD und DVU ein Bündnis, bei dem Kandidaten der DVU auf den Listen der NPD antraten und bei der die NPD mit 1,6% ihr bestes Bundestagswahlergebnis seitdem 1969 erreichte. Die Dresdener NPD-Kandidatin Kerstin Lorenz verstarb einige Tage vor der Bundestagswahl nach einem Hirnschlag, den sie während einer NPD-Wahlkampfveranstaltung erlitten hatte. Daher musste eine Nachwahl in diesem Wahlbezirk stattfinden, in dem die NPD den ehemaligen REP-Bundesvorsitzenden Schönhuber als Ersatzkandidaten nominierte, wenngleich dieser kein Mensch der NPD war.

Die Mitgliederzahl der NPD liegt zur Zeit bei etwa 5300.

Landtagswahlergebnisse der NPD

border="1"
BW BY BE BR HB HH HE MV NI NW RP SL SN ST SH TH
1966 7,4% 3,9% 7,9%
1967 8,8% 7,0% 6,8% 5,8%
1968 9,8%
1969
1970 2,9% 2,7% 3,0% 3,2% 1,1% 3,4%
1971 2,7%
1972 n.a.
1973
1974 1,1% 0,8%
1975 1,1%
1976 0,9%
1977
1978 0,6% 0,3%
1979 0,7%
1980
1981 n.a.
1982 0,6% n.a.
1983
1984
1985 n.a. 0,7%
1986 0,7%
1987 0,1% n.a.
1988 2,1% n.a.
1989 n.a.
1990 n.a. n.a. 0,2% n.a. n.a. 0,1% n.a.
1991 n.a. n.a. n.a. 0,9%
1992 0,9% n.a.
1993 n.a.
1994 0,1%
1995 n.a. 0,1% 0,3% n.a.
1996 n.a. 0,4% n.a.
1997 0,1%
1998 0,2% 1,1% n.a. n.a.
1999 0,8% 0,7% 0,3% 0,2% n.a. 1,4% 0,2%
2000 0,0% 1,0%
2001 0,2% 0,9% n.a. 0,5%
2002 0,8% n.a.
2003 n.a. n.a. n.a. n.a.
2004 n.a. 0,3% 4,0% 9,2% 1,6%
2005 0,9% 1,9%
2006 0,7% 1,2% n.a.

n.a. - nicht angetreten

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Literatur

  • Uwe Hoffmann: Die NPD. Entwicklung, Ideologie und Struktur. Frankfurt 1999, ISBN 3631354398
  • Heinz Lynen von Berg, Hans-Jochen Tschiche (Hrsg.): NPD – Herausforderung für die Demokratie?. Berlin, ISBN 3932482530
  • Toralf Staud: Moderne Nazis. Die neuen Rechten und der Aufstieg der NPD. Köln 2005, ISBN 3-462-03638-6
  • Martin Dietzsch: Zur jüngsten Entwicklung der NPD. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. Münster, 2005. ISBN 3-89771-737-9

Bayern gegen Medienballung bei Print, Rundfunk und Internet: Bayern Medienminister sorgt sich um die wachsende Macht, die einige Konzerne bei der Meinungsbildung über Print, Rundfunk und Internet haben. Laut Infratest liegt das Gewicht des Internet schon bei 15 Prozent. 98 Prozent der meinungsbildenden Informationssuche läuft über Google.... Weiterlesen!

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Siehe auch

Eiskalt vernichtet: Vielen Frauen mit Brustkrebs könnten Operationen künftig womöglich erspart bleiben: Mit Hilfe der bereits bei kleineren Tumoren eingesetzten Kryotherapie lassen sich auch größere Tumore erfolgreich behandeln. Zu diesem Schluss sind US-Forscher um Peter Littrup vom Karmanos Cancer Institute in Detroit gekommen. Sie behandelten 13 Patientinnen jeweils mit mehreren Kryosonden gleichzeitig und konnten auf diese Weise selbst Tumore beseitigen, deren Durchmesser mehr als 5 cm betrug. Die Sonden verströmen eiskaltes Gas direkt auf den Tumor und zerstören ihn dadurch. Dank ihres geringen Durchmessers hinterlassen sie nur kleine Narben und können ambulant eingesetzt werden, berichten die Wissenschaftler. ...... Weiterlesen!

Selektive Vaterliebe: Die mit dem Seepferdchen verwandte Seenadel Syngnathus scovelli betreibt eine außergewöhnliche Auswahl ihrer Nachkommenschaft: Die für das Kinderbekommen zuständigen Männchen lassen während ihrer Schwangerschaft weniger Nachkommen überleben, wenn diese mit kleinen Partnerinnen gezeugt wurden. Das hat ein US-Forscherteam bei der Beobachtung des Brutverhaltens herausgefunden. Nachdem die Weibchen ihre Eier in die Bruttasche der Männchen gelegt haben, wachsen die Seenadel-Embryonen dort heran und werden durch umgebendes Gewebe mit Nährstoffen versorgt. Die Väter lassen dem Nachwuchs von kleinen Partnerinnen aber weniger Nährstoffe zukommen oder entziehen ihnen diese sogar aktiv. Bei großen Weibchen sind die Nachkommen fitter und haben in der Natur eine höhere Überlebenschance. Deshalb investieren die Väter bei ihnen mehr Energie in die kräftezehrende Versorgung, berichten Kimberly Paczolt und Adam Jones von der Texas A&M University in College Station. ...... Weiterlesen!

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(TID 223074)

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en:National Democratic Fest of Germany

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(TID 26304)

Support-Ende für Firefox 3.0 angekündigt: Mozilla plant noch einen Sicherheitspatch für Firefox 3.0.x, dann wird der Support für diese Firefox-Version eingestellt. Künftig werden dann nur noch Sicherheitslücken in Firefox 3.5.x und Firefox 3.6.x beseitigt. (Browser, Firefox)... Weiterlesen!

Kindle-Lesesoftware für den Mac ist fertig: Amazons E-Book-Lesesoftware Kindle for Mac steht zum Download bereit. Sie ermöglicht es, im Kindle Store einzukaufen und Lesezeichen mit den anderen Geräten zu synchronisieren. (Amazon, E-Book)... Weiterlesen!


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