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Nordsee

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Bild:Disambig-grau2.png Dieser Artikel erläutert das Meer Nordsee; für die Fast-Food-Kette Nordsee siehe Nordsee (Restaurant).

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Die Nordsee ist ein durchschnittlich nur 94 M tiefes Randmeer des Atlantischen Ozeans im nordwestlichen Europa. Das Schelfmeer ist auf drei Seiten von Land begrenzt und öffnet sich trichterförmig zum nordöstlichen Atlantik. In einem 150-Kilometer-Bereich an der Küste leben 80 Mio. Menschen, die Nordsee selbst ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Europas zu den Weltmärkten. Die südliche Nordsee ist zusammen mit dem angrenzenden Ärmelkanal die am dichtesten befahrene Schifffahrtsregion in der Welt. Unter dem Meer finden sich größere Erdöl- und Erdgasreserven, die seit den 1970ern in großem Maßstab ausgenutzt werden. Kommerzielle Fischereiwesen hat den Fischbestand des Meeres in den letzten Jahrzehnten vermindert, Umweltprobleme entstehen dadurch, dass die Abwässer Nordeuropas direkt oder über die angrenzende Ostsee in das Meer fließen.

Bild:Nseamap.gif
Nordsee
Bild:NASA NorthSea1 2.jpg
Satellitenaufnahme der Nordsee
Bild:Mer du Nord-vierge.png
Nordsee mit Tiefenlinien und wichtigen Zuflüssen

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Nordsee liegt größtenteils auf dem europäischen Kontinentalschelf. Eine Ausnahmefall bildet ausschließlich ein schmales Gebiet der nördlichen Nordsee vor Norwegen. Die Nordsee wird begrenzt von der Insel Großbritannien im Europa und dem nord- und mitteleuropäischen Land mit Norwegen (Nordost), Dänemark (Ost) sowie Deutschland (Südost), Niederlande (Süd), Belgien und Frankreich (Südwest).

Im Südwesten geht die Nordsee durch die Straße von Dover in den Ärmelkanal über, im Morgenland hat sie über Skagerrak und Kattegat Beziehung zur Ostsee und nach Norden öffnet sie sich trichterförmig zum Europäischen Nordmeer, das im Morgenland des Nordatlantiks liegt.

Benachbart den offensichtlichen Grenzen durch die Küsten der Anrainerstaaten wird die Nordsee durch eine gedachte Linie hin vom norwegischen Lindesnes hin zum dänischen Hanstholm in Neigung Skagerrak abgegrenzt. Die nördliche Grenze zum Atlantischer Ozean ist naturräumlich weniger eindeutig. Herkömmlich wird eine gedachte Linie von Nordschottland über die Shetlands bis hin zum norwegischen Ålesund angenommen; nach dem Oslo-Pariser-Abkommen von 1962 verläuft sie etwas weiter abendländisch und nördlich weiter von 5° westlicher Länge und 62° nördlicher Dicke auf Höhe des norwegischen Geirangerfjords.

Die wichtigsten Zuflüsse sind vom Land her die Schelde, die Maas, der Rhein, die Ems, die Weser und die Elbe, sowie die Themse, die in England nördlich der Straße von Dover in dieses Meer mündet.

Die Oberfläche der Nordsee beträgt ungefähr 575.000 km² bei einer Wassermenge von ca. 54.000 km³.

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Namensherkunft

Der Name „Nordsee“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und geht wahrscheinlich zurück auf die Benennung des Meeres durch die an der südlichen Küste ansässigen Friesen. Aber auch aus der Sicht der deutschen Hansestädte war das Meer im Orient die Ostsee und das Meer im Norden die Nordsee. Bedingt durch die Verbreitung des von den Hansekaufleuten genutzten Kartenmaterials setzte sich dieser Name allmählich europaweit durch. Bei gebräuchliche Namen waren lange „Mare Frisicum“, „Oceanum-“ bzw. „Mare Germanicum“ oder „Westsee“ und in Dänemark, das östlich der Nordsee liegt, wird bis auf den heutigen Tag der Name „Vesterhavet“ (dt. „Westmeer“) gleichrangig anliegend der „Nordsøen“ genutzt.

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Geologie und Hydrologie

Geologie

Entstehung

Die Nordsee ist ein geologisch altes Meer und seine Entstehung sowie die Veränderungen in Gestalt und Größe sind über einen Abstand von etwa 350 Mio. Jahren zu beobachten. Im Tertiär senkte sich das Nordseebecken endgültig. Die jetzige Form erhielt sie jedoch erst mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11.000 Jahren. Auch der jetzige Zustand ist nur ein Stadium in der dynamischen Entwicklung der Nordsee: nachhaltig lässt sich weiterhin ein Anstieg des Meeresspiegels beobachten, der über die letzten 7.500 Jahre gerechnet bei etwa 33 Zentimeter/Jahrhundert liegt. (Mittleres Tidenhochwasser an den deutschen Küsten). Im letzten Jahrhundert stieg das Wasser um etwa 20 bis 25 Zentimeter.

Während der Eiszeiten war die Nordsee öfter von Eis bedeckt, in den Warmzeiten waren größere Teile der heutigen Küste überschwemmt. In der Weichseleiszeit waren wie in den anderen Eiszeiten auch große Wassermengen im Eis der Gletscher gebunden, das Inlandeis Skandinaviens war so weit wie drei Kilometern dick. Der Normalnull lag auf dem Höhepunkt der Weichseleiszeit so weit wie 120 M unter dem heutigen Stand, die Küstenlinien verliefen etwa 600 Kilometer nördlich des heutigen Stands. Große Teile der Nordsee lagen seinerzeit trocken. Am Ende der Weichseleiszeit lag der Normalnull etwa 60 M unter dem heutigen Normalnull, wobei die Küstenlinie nördlich der heutigen Doggerbank verlief. Die gesamte südliche Nordsee war Festland, die britischen Inseln und das europäische Land waren eine zusammenhängende Landmasse. In den darauf folgenden Jahrtausenden stieg das Wasser, wobei dieser Anstieg im Laufe der Zeit an Tempo abnahm.

Vor etwa 9850 bis 7100 Jahren wurden Teile des Elbe-Urstromtals überflutet. Etwas später öffnete sich der Ärmelkanal und das Wattenmeer begann sich zu bilden. In der darauf folgenden Zeit wechselten Phasen stärkeren Wasseranstiegs (Transgression) mit solchen einer Wassersenkung (Regression). Vor etwa 5.000 Jahren (3000 v. Chr.) lag der Normalnull an der südlichen Küste etwa vier M unter dem heutigen Niveau, um Christi Geburt knapp zwei M unter dem heutigen Meeresspiegel. Nachdem er einstweilen anstieg sank er um 1000 erneut auf das Pegel zu Christi Geburt, um schließlich in mehreren Schüben langsamer weiter zu steigen.[1]

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Gestalt und Gliederung

Die Nordsee ist ein Schelfmeer mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 93 Metern. Der Meeresboden liegt größtenteils auf dem Schelf, und so steigt die Tiefe von 25 bis 35 Metern im südlichen Teil auf so weit wie 100 bis 200 Metern am Kontinentalhang zwischen Norwegen und nördlich der Shetlandinseln. Der gesamte südliche Teil des Meeres ist dabei höchstens 50 M tief. Die Ausnahmefall bildet die Norwegische Rinne; an dieser tiefsten Stelle misst die Nordsee 725 Meter. Die flachste Stelle abseits der Küstengebiete liegt in der Doggerbank. Die südliche Nordsee wird von zahlreichen großen Sandbänken durchzogen.

Die Nordsee wird summa summarum in die flache südliche Nordsee, die Zentralnordsee, die nördliche Nordsee und die Norwegische Rinne mit dem Übergang Skagerrak unterteilt. In der südlichen Nordsee geht der Ärmelkanal in die Straße von Dover über. Die Southern Bight liegt vor der niederländischen und belgischen Küste, die Deutsche Bucht einschließlich der Helgoländer Bucht vor der deutschen Küste. Das Flachwassergebiet der Doggerbank begrenzt die deutsche Bucht hin zur Zentralnordsee. Das Wattenmeer zieht sich an der südlichen Küste von Den Helder die gesamte deutsche Küste vorwärts bis Esbjerg in Dänemark.

Bild:Doggerbank.jpg
Satellitenaufnahme der Nordsee, die Doggerbank ist rot umrandet
Bild:Rivieren 4.46933E 51.88083N.jpg
Rheinmündung
Bild:Nordsee-lichttunnel.jpg
Lichttunnel auf der Nordsee

Die Flachwasserzone Doggerbank ist etwa halb so groß wie die Holland mit einer Tiefe zwischen nur 13 Metern so weit wie höchstens 20 Metern. Sie ist als Ort zum Fischereiwirtschaft berühmt, bei Stürmen brechen hier wenn schon häufiger die Wellen.

Die Norwegische Rinne ist durchschnittlich 250 bis 300 M tief, wird am Übergang zum Skagerrak so weit wie 725 Metern tief und spielt eine wichtige Rolle beim Wasseraustausch mit Ostsee und Atlantik. Vorwärts der norwegischen Rinne fließt der norwegische Strom über den der größte Teil des Nordseewassers in den Atlantischer Ozean fließt. Ebenso fließt hier ein Großteil des aus der Ostsee stammenden Wassers nach Norden. In der Zentralnordsee, etwa 200 Kilometer östlich der schottischen Gemarkung Dundee finden sich im Devil's Hole übrige Gräben. Die manche Kilometer langen Gräben gehen in einer Umgebung, die etwa 90 M Wassertiefe hat, auf 230 M hinunter.

Die Straße von Dover erreicht Meerestiefen von etwa 30 Metern, der Meeresgrund fällt nach Okzident hin bis zum Ende des Ärmelkanals so weit wie 100 M ab. Zwischen den Niederlanden und Großbritannien liegen Tiefen zwischen 20 und 30 Metern, die so weit wie 45 M an der friesischen Front gehen.

Für Fischerei- und Wettervorhersagen wie zum Beispiel die des Seewetterdienstes Hamburg, wird die Nordsee in verschiedenen Teilbereiche untergliedert:

Westliche Nordsee von Norden nach Süden:

Östliche Nordsee von Norden nach Süden:

Hydrologie

Grundlegende Daten

Der Salzgehalt des Meerwassers ist orts- und jahreszeitenabhängig und liegt zwischen 15 bis 25 Tausendstel in der Nähe der Flussmündungen und so weit wie 32 bis 35 Tausendstel in der nördlichen Nordsee.

Die Wärme schwankt im Mittel zwischen 18 °C (Sommer) und 1 °C (Winter). Die Kälte variiert dabei stark abhängig vom Einfluss des Atlantiks und der Wassertiefe. In der tieferen nördlichen Nordsee, in einem Gebiet südlich und östlich der Shetlands, ist die Wassertemperatur durch das einströmende Atlantikwasser das ganze Jahr über fast feststehend bei 10 °C, während an der sehr flachen Wattenmeerküste die größten Temperaturunterschiede auftreten und es in sehr kalten Wintern auch zu Eisbildung kommen kann.

Wasserzirkulation

Das Austausch-Salzwasser der Nordsee fließt durch den Ärmelkanal und weiter der schottischen und englischen Küsten aus dem Atlantischer Ozean in die Nordsee. Größter Süßwasserzulieferer sind die in die Ostsee mündenden Flüsse, die über das Skagerrak ihren Abfluss in die Nordsee finden. Die Nordseeflüsse entwässern etwa 841.500 km² und bringen jährlich ungefähr 296 bis 354 km³ Frischwasser ins Meer. Die Ostseeflüsse entwässern mit 1.650.000 km² knapp das doppelte Gebiet und tragen 470 km³ Frischwasser jährlich bei.

Entlang der dänischen und norwegischen Küsten fließt das Wasser im Norwegischen Strom in den Atlantischer Ozean zurück. Dieser bewegt sich in erster Linie in einer Wassertiefe von 50 bis 100 Metern. Das Brackwasser der Ostsee und aus Nordsee- und Fjorden stammendes Frischwasser sorgen für einen relativ niedrigen Salzgehalt des Stroms. Ein Teil des wärmeren einfließenden Atlantikwassers dreht weiter des Stroms wiederum nordwärts und sorgt für einen warmen Kern im Gewässer. Im Saison hat der Strom eine Wärme von 2 bis 5 °C, die Salinität beträgt weniger als 34,8 Promille. Das durch eine Front getrennte Atlantikwasser der Nordsee ist im Gegensatz dazu über 6 °C warm, der Salzgehalt liegt bei reichlich 35 Promille. [2]

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In etwa ein bis zwei Jahren ist das Wasser im Meer vollständig ausgetauscht. Innerhalb des Meeres ermöglichen sich qua von Temperatur, Salzgehalt, Nährstoffen und Verschmutzung klare Wasserfronten erkennen, die im Warme Jahreszeit ausgeprägter sind als im Winter. Große Fronten sind die „friesische Front“, die Wasser aus dem Atlantischer Ozean von Wasser aus dem Ärmelkanal trennt und die „dänische Front“, die Küstenwasser vom Wasser der Zentralnordsee trennt. Die Einmündungen aus den großen Flüssen gehen nur langsam in Nordseewasser über. Wasser aus Rhein und Elbe zum Beispiel lässt sich noch bis zur nordwestlichen Küste Dänemarks klar vom Seewasser unterscheiden.

Die wichtigsten direkten Nordseezuflüsse sind [3]

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  • Rhein/Maas (Niederlande) 2524 m³/sek
  • Elbe (Niedersachsen/Schleswig-Holstein) 856 m³/sek
  • Glomma (Norwegen) 603 m³/sek
  • Ijsselmeer (Niederlande) 555 m³/sek
  • Weser (Niedersachsen/Bremen) 358 m³/sek
  • Skjern Å (Dänemark) 206 m³/sek
Bild:Dundee and Firth of Tay from Dundee Law.jpeg
Firth of Tay bei Dundee
  • Firth of Tay (Schottland) 203 m³/sek
  • Moray Firth (Schottland)
    • (diverse Flüsse inclusive des Spey) 168 m³/sek
  • Schelde (Belgien/Niederlande) 126 m³/sek
  • Humber (England) 125 m³/sek
  • Firth of Forth (Schottland) 112 m³/sek
  • Ems (Niedersachsen) 88 m³/sek
  • Tweed (England) 85 m³/sek
  • Themse (England) 76 m³/sek

Gezeiten

Bild:The Wash, Heacham beach.jpg
The Wash bei Tiefwasser

Die Gezeiten werden durch die Gezeitenwelle aus dem Nordatlantik ausgelöst, da die Nordsee selbst zu klein und flach ist um einen nennenswerten Einfluss zu haben. Ebbe und Flut wechseln sich in einem Rhythmus von 12,5 Stunden ab. Die Gezeitenwelle läuft wegen der Corioliskraft um Schottland herum, wider dem Uhrzeigersinn die englische Küste weiter und erreicht etwa 12 Stunden nach Eintreffen in Schottland die deutsche Bucht. Sie läuft dabei um drei Amphidromien (Gezeitenwellen): ein Mittelpunkt liegt kurz vor der Straße von Dover. Er bildet sich durch die Gezeitenwelle, die über den Ärmelkanal transportiert wird. Er geprägt die Gezeiten in dem schmalen Gebiet De Hoofden in der Southern Bight zwischen Südengland und den Niederlanden. Das alternative amphidromische System besteht aus zwei nahe gelegenen Punkten, die eine Gezeitenwelle bilden. Die beiden anderen kurz vor der Küste Südnorwegens und auf einer Schnittlinie zwischen Süddänemark und den westfriesischen Inseln bilden ein einziges Feld, um das die Gezeiten herumlaufen. Ihr Mittelpunkt liegt über der Jütlandbank auf 55° 25' N, 5° 15' O.

Der Tidenhub liegt so in Südnorwegen bei unter einem halben Meter, erhöht sich aber je weiter eine Küste von der Amphidromie weit liegt. Flache Küsten und trichterartige Verengungen erhöhen den Tidenhub, am größten ist er in der Wash an der englischen Küste, wo ein Tidenhub von 6,8 Metern erreicht wird. An der deutschen Nordseeküste beträgt der Tidenhub je nach Küstenform und -lage zwischen zwei und vier Meter. In den Flachwasserbereichen wird der tatsächliche Tidenhub jedoch stark von weiteren Faktoren wie der Küstenlage und dem herrschenden Wind oder Sturm gelenkt (Sturmflut). In den Mündungsgebieten der Flüsse kann ein hoher Wasserstand der Flüsse den Fluteffekt maßgeblich verstärken.

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Flora und Fauna, Naturschutz

Starke Gezeiten, große algen- und kelpwaldreiche Flachwasserbereiche und der große Nährstoffvorrat in der See sorgen für ein vielfältiges maritimes Leben. Bekanntschaften Vertreter sind die Miesmuscheln, Möwen, Krebse, Garnelen und kleine Haie. In der Nordsee liegt das größte Wattenmeer der Welt.

Umweltschutz

Die Nordsee leidet durch direkte Einleitungen von Schadstoffen, durch die Schadstoffbelastungen, die die Flüsse mit sich führen, und zuerst in den Küstenregionen unter den Belastungen, die die menschliche Gebrauch mit sich bringt. Der Küstenschutz hat an der gesamten südlichen Nordseeküste einen stark landschaftsverändernden Einfluss. Reisebranche und Freizeitgestaltung spielen hier eine ambivalente Rolle – auf der einen Seite belasten sie die Küstengebiete stark, zum anderen aber geben sie einen direkten ökonomischen Anreiz, die Landschaft weitgehend unversehrt und „schön“ zu erhalten. Wegen Überfischung schrumpfte in den 1970er Jahren erstens die Fortpflanzungsgemeinschaft des Nordseeherings. Die Kabeljau-Bestände sind trotz einer gemeinsamen EG-Regulierung aus dem Jahre 1983 in den letzten Jahren extrem zurückgegangen.

Zum Schutz der Nordsee trafen die Anliegerstaaten verschiedene Abkommen. Das Bonner Abkommen von 1969 war das erste internationale Abkommen zum Naturschutz in der Nordsee und betraf ausschließlich die möglichen negativen Folgen der Ölförderung.

Die Abkommen von Oslo (1972) und Paris (1974) beschäftigten sich zum ersten Mal in größerem Maßstab mit Schadstoffen im Meer; in ihrer Folge verabschiedeten die Anliegerstaaten 1992 die Oslo-Paris-Konvention. Für den Naturschutz an den Küsten sind die Anliegerländer zuständig, die zu diesem Zweck verschiedene nationale Regelungen getroffen haben. In Deutschland bilden die Nationalparks Wattenmeer in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg die größten deutschen Nationalparks.

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Küste und Inseln

Die Nordseeküste befindet sich aktuell in keinem Endzustand, anstelle ist in stetiger Bewegung. In jüngerer Zeit trugen bei singulären Naturereignissen, wie Sturmfluten auch die, in den letzten 500 Jahren gezielt betriebene, Landgewinnung durch den Menschen, zur Änderung der Küstenlinie bei.

Nördliche Nordsee: Fjorde, Schären, Kliffe

Bild:Geirangerfjord.JPG
Norwegischer Geirangerfjord

Die Nordsee wird durch ihre größte Insel, Großbritannien, nach Europa begrenzt, allerdings liegt nur die Ostküste an der Nordsee. Zu den größten Inseln, die gesamt in der Nordsee liegen, gehören die Shetlandinseln und Orkney.

Die nördlichen Nordseeküsten sind glazial geprägt durch die großen Gletscher, die auf ihnen zu den verschiedenen Eiszeiten lagen. Dadurch entstand eine stark gegliederte und zerklüftete Küstenlandschaft. Die Fjorde entstanden durch Gletscher, welche aus dem Gebirgszug durch sie hindurchzogen und in den Untergrund tiefe Fließen schnitten und schabten. Während des folgenden Anstiegs des Meeresspiegels füllten sich diese mit Wasser. Sie weisen oft steile Küstenlinien auf und sind für Nordseeverhältnisse sehr tief. Fjorde kommen an der Küste Nordnorwegens vor.

Fjärde sind ähnlich wie die Fjorde aufgebaut, jedoch meist flacher mit breiteren Buchten in denen sich auch oft kleinere Inseln befinden. Die Gletscher, die zu ihrer Entstehung führten, konnten den Untergrund auf einem größeren Gebiet beeinflussen und räumten so zusätzliche Strecken des Landes ab. Fjärde finden sich zu Beginn an der schottischen und nordenglischen Nordseeküste. Einzelne Inseln in den Fjärden oder Inseln und Küste sind dieser Tage oft durch Nehrungen oder Halbinseln aus Sandablagerungen verbunden. Lokal heißen diese Tombolos.

Bild:1972 Orkney Islands.jpg
Orkney fotografiert vom Pentland Firth aus.

Die Fjärde gehen nach Süden in eine Kliffküste über, die zuerst aus Moränen der Eiszeitgletscher entstanden sind. Durch den horizontalen Aufprall der Nordseeküste entstehen hier Abbruchküsten; das Material, das dabei abbricht, ist wichtiger Sedimentlieferant für das Watt auf der anderen Seite der Nordsee. Große Ästuare (Trichtermündungen) mit den dazugehörigen Watt- und Marschgebieten unterbrechen diese Kliffküste. Große Mündungen im Süden Englands gehören zu den Flüssen Themse und Humber.

Sowie in Südnorwegen, plus an der schwedischen Küste des Skagerraks finden gegenseitig Schären. Entstanden ähnlich wie Fjorde und Fjärde hatten hier die Gletscher noch größeren Einfluss auf die Landschaft, so dass diese weiträumig abgetragen wurde. Strandflaten, die sich zuerst in Südnorwegen finden, sind Gesteinsplatten, die oft viele Kilometer Ausdehnung haben, fast vollkommen abgeschleift wurden und in diesen Tagen oft einige M unter der Meeresoberfläche liegen.

Südliche Nordsee: Flachküste und Wattenmeer

Bild:Nordholland SchoorlAnZee 2004 022a.jpg
Bild:Henne Strand bei Sonnenuntergang.jpg
Die dänische Nordseeküste bei Hendl Strand

Die Flachküste der südlichen und östlichen Küste bis hinauf nach Dänemark, ist in ihren Grundzügen zwar im gleichen Sinne eiszeitlich geformt, ihre Form wird jedoch überwiegend durch das Meer und Sedimentablagerungen bestimmt. Der gesamte Küstenverlauf ist flach, die Tiden überschwemmen oft große Landstriche und geben diese danach erneut frei. Das Wasser lagert Sedimente ab. Im mikrotidalen Bereich (bis 1,35 M Tidenhub) wie etwa an der niederländischen oder der dänischen Küste bilden sich Strandwälle mit Dünen. Im Mesotidalen Bereich (1,35 bis 2,9 M Tidenhub) bilden sich Barriereinseln, im Makrotidalen Bereich (über 2,9 Meter) wie etwa in der Elbmündung bilden sich unterseeische Sandbänke.

Die niederländischen West- und die deutschen Ostfriesischen Inseln sind Barriereinseln. Sie entstanden an den Brandungskanten des Meeres, an denen durch die Brandung Sedimente aufgeschüttet und hinten der durch die brechenden Bauschen Sedimente abgetragen wurden. Im Laufe der Zeit sammelten sich so Sandplaten an, die schließlich nur noch von Sturmfluten überflutet wurden. Die ersten Pflanzen begannen auf den Sandbänken zu siedeln, das Land verfestigte sich.

Bild:Keitum Wattenmeer.jpg
Wattenmeer bei Keitum auf Sylt

Während dieser Tage befestigte Inseln, sind einige von ihnen auch weiterhin noch in Bewegung. Für die ostfriesische Eiland Juist z. B. sind seit 1650 fünf verschiedene Kirchplätze nachweisbar, da der Ort des Kirchenbaus mit der sich verlagernden Eiland Nachkommen musste. Zeitweise bestand Juist auch aus zwei Inseln, vorweg es abermals zusammenwuchs. Die benachbarte Eiland Wangerooge verschob sich in den letzten dreihundert Jahren einmal rundum nach Osten. Den herrschenden Umweltbedingungen zufolge wird dabei an den Westküsten Land abgetragen, während sich an den Ostküsten Sedimente ablagern. Die Westküsten werden deshalb gegenwärtig verstärkt von den Leute geschützt. Die Kanäle zwischen den Inseln dienen zum Durchfluss der Gezeiten, so dass dort die Strömung ein Zusammenwachsen der Inseln verhindert.

Bild:Helgoland Vogelperspektive.jpg
Luftaufnahme von Helgoland

Die Nordfriesischen Inseln sind wohingegen aus den Resten alter Geestkerninseln entstanden, die durch Sturmfluten und Wassereinwirkungen partiell abgetragen und vom Hinterland getrennt wurden. Sie sind deshalb oft höher und in ihrem Kern weniger stark Veränderungen ausgesetzt als die südlich liegenden Inseln. Außerhalb des Kerns finden sich aber dieselben Prozesse wie an West- und Ostfriesischen Inseln, besonders ausgeprägt auf Sylt wo ein Perforation der Eiland im südlichen Bereich droht, während der Lister Port im Norden versandet.

An der südöstlichen Küste finden sich auch zig ausgedehnte Ästuare wie die von Maas, Rhein, Weser, Elbe oder Eider.

Besonders die Southern Bight veränderte sich durch Landgewinnung, denn die Niederländer waren in Hinblick auf dabei besonders aktiv; das größte Unternehmen dieser Art war die Abdeichung des Ijsselmeeres und die Landgewinnung im Ijsselmeer.

Zwischen Esbjerg (Dänemark) im Norden und Den Helder (Niederlande) im Okzident erstreckt sich das Wattenmeer. Dies ist eine von Ebbe und Flut geprägte Landschaft, von der wichtige Teile mittlerweile zum Nationalpark erklärt wurden. Die Eiland Helgoland bildet einen Ausnahmefall, da sie nicht durch das auflaufende Watt entstand, für erheblich älter ist und aus Buntsandstein besteht.

Sturmfluten und Küstenschutz

Bild:Hallig Hooge 2005.jpg
Warften wie hier auf Hallig Hooge waren der erste Versuch der Menschen, sich vor dem Wasser zu schützen.

Besonders gefährdet für Sturmfluten sind die Küsten der heutigen Niederlande, Belgiens, Deutschlands und Dänemarks. Diese sind relativ flach, so dass schon eine relativ geringe Erhöhung des Wasserstandes ausreicht, um weite Landstriche unter Wasser zu setzen. Weiterhin sind Stürme aus westlichen Richtungen an der Nordsee besonders heftig, so dass die gefährdetsten Stellen die südöstlichen Küsten sind. Winde aus Nordwest treffen dabei zuerst die Holland und die niedersächsische Küste, Winde aus West- bis Südwest die schleswig-holsteinische Küste. Im Laufe der Geschichte kosteten Sturmfluten hunderttausenden Volk das Leben, diese Fluten formten maßgeblich die heutige Küstengestalt mit. Bis in die frühe Neuzeit rein lagen die Opferzahlen oft bei mehreren 10000 oder gar hunderttausend Aufopfern pro Flut. Inwieweit diese Geld in die Hand nehmen zuverlässig sind, kann aber nach heutigem Wissen nur schwer eingeschätzt werden.

Bild:Kueste Tetrapoden.jpg
Betontetrapoden, hier in Hörnum, werden nimmer aufgebaut. Sie beschleunigten den Landverlust anstelle ihn zu verlangsamen.

Die erste aufgezeichnete Flut ist die Julianenflut vom 17. Feber 1164. In ihrer Folge begann der Jadebusen zu entstehen. Die Erste Marcellusflut 1219 traf erstmal Westfriesland, bei der Sturmflut von 1228 überliefern die Chroniken 100.000 Tote. Die Zweite Marcellusflut oder etwaGrote Mandränke von 1362 trifft die gesamte südliche Nordseeküste, wiederholt überliefern die Chroniken 100.000 Tote, große Teile der Küste werden zerstört und dauerhaft an die See verloren. Unterhalb befindet sich auch die dieser Tage sagenumwobene Ort Rungholt. Die Eiland Strand entsteht aus den Überresten. Bei der Burchardiflut (Zweite Grote Mandränke) 1634 wird u. a. die Insel Strand zerstört. Im 20. Jahrhundert trafen schwerwiegende Sturmfluten die Holland mit der Hollandsturmflut, die am 1. Febr. 1953 für über 2.000 Tote sorgte und die Hamburger Sturmflut am 16./17. Feber 1962, bei der 315 Hamburger starben. Die „Jahrhundertflut“ von 1976 und die „Nordfrieslandflut“ von 1981 brachten die höchsten bis jetzt gemessenen Wasserstände an der Nordseeküste. Da nach der Hamburger Flut jedoch der Deichbau und der Küstenschutz erheblich verbessert wurde, kam es hier nur zu Sachschäden.

Die größe Häufung von Sturmfluten an der deutschen Küste ereignete sich vom 26. bis zum 28. Febr. 1990. Innerhalb von drei Tagen trafen eine Windflut, zwei Orkan- und zwei Sturmfluten auf die Küste. In Büsum wurden Windgeschwindigkeiten bis 160 km/h gemessen. Vermöge des verbesserten Küstenschutzes kam es jedoch nur zu verständigen auf Sachschäden. [4]

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Bild:Afsluitdijk - cropped.jpg
Der 32 Kilometer lange Afsluitdijk der Zuiderzeewerke

Der Übergangsbereich zwischen Land und Meer an den Gegenden mit flacher Küste war ursprünglich stark amphibisch geprägt. Das Land bestand aus zahlreichen Inseln und Halligen, die durch Flüsse, Bäche und Moore getrennt waren. Das „Festland“ wurde regelmäßig überflutet. In den besonders durch Sturmfluten bedrohten Gegenden siedelten die Leute zuerst auf natürlichen Erhebungen wie Nehrungen oder Geestzungen. Erste menschliche Siedlungen im flachen Meeresspiegelbereich wurden ab dem 7./8. Jahrhundert auf Warften errichtet – künstliche Hügel von mehreren Metern Höhe. Bis zum Übergang vom Früh- ins Hochmittelalter dienten Ringdeiche dazu, größere Gebiete zu schützen. Ab dem Beginn des Hochmittelalters begannen die Volk die vereinzelten Ringdeiche zu einer Deichlinie direkt an der Küste zusammenzufassen und so nachhaltig den amphibischen Bereich zwischen Land und Meer in Gegend zu verwandeln.

Die moderne Form des Deichbaus durch kommerzielle Arbeitgeber mit der bis zum heutigen Tag benutzten Deichform begann im 17./18. Jahrhundert in den Niederlanden. Diese niederländischen Deichbauern ausführen diese Form auch in die anderen Nordseeregionen. Die Hollandflut 1953 und die Hamburger Sturmflut 1962 waren Grund dafür, dass die Deiche noch einmal erhöht wurden und die Deichlinie durch Landgewinnung und Sperrwerke verkürzt wurde, um dem Meer so wenig Angriffsfläche wie möglich zu geben.

Bild:Thames Barrier London.jpg
Flussmündungen werden oft durch Sperrwerke geschützt. Hier die Thames Barrier.

Heutiger Küstenschutz an der flachen Nordseeküste besteht aus mehreren Ebenen. Das Deichvorland nimmt dem Meer schon einiges an Kraft mit dem es auf den Kai treffen kann. Liegt der Uferdamm direkt am Meer, ist ein besonders gesicherter Schardeich notwendig. Der Seedeich wurde im Laufe der Zeit immer höher (bis zu 10 Meter) und bekam ein flacheres Profil um ebenso die Angriffskraft der Wellen zu schwächen. Moderne Deiche sind so weit wie 100 M breit. Nachdem folgt ein Deichverteidigungsweg und meist weiteres wenig dicht besiedeltes Land. In vielen Gegenden folgt nach übereinkommen Kilometern eine zusätzliche Deichlinie.

Genügend der Schutz durch Dünen, um das nach gelegene Land vor der See zu schützen, werden diese in diesen Tagen mit Strandhafer bepflanzt um sowohl .... als auch Abtragung durch Wind und Wasser plus das Wandern der Dünen selbst zu vermindern. Besonders aufwändige Maßnahmen des Küstenschutzes sind die Zuiderzeewerke in den Niederlanden oder Sandvorspülungen vor der deutschen Eiland Sylt.

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Menschliche Nutzung

Die südliche Nordseeküste ist sehr einwohnerstark und wird dementsprechend stark genutzt. In einem 150-Kilometer-Bereich an der Küste leben 80 Mio. Menschen, davon fast die gesamte Bevölkerung der Königreich der Niederlande und Belgiens, fast alle davon in urbanen Gegenden. In diesen Bereichen haben die Küstenregionen eine Bevölkerungsdichte von über 1000 Bewohner pro Quadratkilometer. Der Küstenabschnitt zwischen Hamburg und Brüssel ist stark industrialisiert. Hier findet sich eine der größten Kulmination von Schwerindustrie weltweit.

Politischer Status

Während die faktische Kontrolle der Nordsee seit der Zeit der Wikinger grundlegend für die Machtverhältnisse in Nordwesteuropa war und sich seit dem Ersten Englisch-Niederländischen Seekrieg zur Fragestellung der Weltpolitik entwickelte, gehörte die Nordsee bis nach dem Zweiten Weltkrieg jur. niemanden, die angrenzenden USA nahmen nur schmale Küstengewässer für sich in Anspruch. In den letzten Jahrzehnten hat sich dies allerdings gewandelt.

Die an die Nordsee grenzenden Länder verlangen die Zwölfmeilenzone, in der sie zum Beispiel das zuzüglich Recht zur Fischfang wahrnehmen. Island konnte in den sogenannten Kabeljaukriegen global eine 200-Meilen-Zone der Fischfangrechte durchsetzen, der sich die EU-Staaten anschlossen, und so wirklich die Nordsee gegenüber anderen Ländern verschlossen. Der Fischereitätigkeit ist auf EU-Staaten und den Anrainerstaat Norwegen begrenzt, weitere Länder müssen spezielle Abkommen schließen. Für die Abstimmung sorgt die Gemeinsame Fischereipolitik der EU und Verträge zwischen EU und Norwegen.

Nachdem unter der Nordsee Bodenschätze entdeckt wurden, nahm Norwegen die Rechte der Continental Shelf Convention für sich in Anspruch, der sich die anderen Vereinigte Staaten von Amerika anschlossen. Der Nordseeboden ist weitgehend vorwärts des Mittellinienprinzips aufgeteilt, nachdem die Grenzen am Meeresboden auf einer gedachten Spiegelachse zwischen zwei Küstenstaaten liegen. Einzig zwischen den Niederlanden, Deutschland und Dänemark wurde der Boden nach langwierigen Auseinandersetzungen und einem Spruch des Internationalen Gerichtshofs [5]

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unähnlich verteilt, da Deutschland hinsichtlich seiner geographischen Positionen anderenfalls nur einen sehr kleinen Teil Boden im Verhältnis zur Küstenlinie in Empfang nehmen hätte.

In Beziehung auf Naturschutz und Meeresverschmutzung findet die 25- bzw. 50-Meilen-Zone des MARPOL (marine pollution)-Abkommens Geltung. Die Oslo-Pariser-Abkommen beschäftigen sich gleichermaßen mit Fragen des Meeresschutzes in der gesamten Nordsee. Im Wattenmeer sind jedes Mal die nationalen Staaten zuständig, die dieses Problem national unterschiedlich lösen; um eine gemeinsame Politik in Relation auf das Wattenmeer zu gewährleisten tagt die Trilaterale Wattenmeerkommission.

Für Schiffssicherheit und eine Abstimmung des Seeverkehrs soll die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs sorgen, die Anfang 2003 ihre Arbeit aufnahm. Die Komitee gehört zur EU, Norwegen und Island haben als direkt betroffenen Vereinigte Staaten auch einen Sitz in ihr. Nach dem 1978 verabschiedeten Paris Note of Understanding haben sich u. a. alle EU-Staaten verpflichtet regelmäßig 25 Prozent der Schiffe, die einen EU-Hafen anlaufen auf die Einhaltung internationaler Sicherheitsbestimmungen zu überpfüfen. Das Wattenmeer und die Küsten Großbritanniens, Belgiens und Frankreichs wurden als Particularly Sensitive Sea Area ausgezeichnet. In der Nordsee gültig sein ebenso wie in der Ostsee die strengsten Bestimmungen der MARPOL-Konventionen zur Abwasser- und Müllentsorgung vom Wasserfahrzeug aus.

Rohstoffe

Bild:04 North Sea oil rig May 1975.jpg
Bohrplattform in der Nordsee 1975

1958 entdeckten Geologen bei Slochteren in der niederländischen Provinz Groningen ein Erdgasfeld. Es stand zu vermuten, dass sich sonstige Felder unter der Nordsee befinden würden, jedoch waren zu diesem Zeitpunkt die Besitzrechte an der Nordsee im Hochseebereich unklar.

1966 begannen Probebohrungen, 1969 entdeckte die Phillips Mineralöl Company im norwegischen Zone das Ekofisk-Feld – ehemalig eines der 20 größten Erdölfelder der Welt, das sich ebenso durch sehr hochwertiges schwefelarmes Öl auszeichnete. Die erste kommerzielle Ausbeutung erfolgte ab 1971, das Ekofisk-Öl wurde erst mit Tankern, ab 1975 mit einer Pipeline ins englische Cleveland und seit 1977 auch mit einer weiteren Leitung ins deutsche Emden geleitet. In größerem Maßstab beuten die Ölkonzerne die Vorräte der Nordsee jedoch erst seit der Ölkrise aus, als der weltumspannend steigende Ölpreis dies wirtschaftlich attraktiv machte und die notwendigen hohen Investitionen ermöglichte. In den 1980ern und 1990ern folgten andere große Entdeckungen von Ölfeldern. Obschon die Produktionskosten vergleichsweise hoch sind, haben die hohe Qualität des zu fördernden Öls, die politische Stabilität der Region und die Nähe zu den Absatzmärkten Westeuropas die Nordsee zu einer wichtigen Ölregion werden lassen.

Bild:Oil production Norwegian North Sea.PNG
Ölförderung im norwegischen Bereich nach Ölfeldern

Mittlerweile gibt es im Meer 450 Bohrinseln, die Nordsee ist das wichtigste Gebiet der Offshore-Förderindustrie. Die meisten Plattformen befinden sich im britischen Gebiet der Nordsee, gefolgt vom norwegischen, dem niederländischen und dem dänischen Sektor. Der britische und der norwegische Zone integrieren dabei mit Abstand die größten Ölreserven. Schätzungen gehen davon aus, dass sich allein im norwegischen Gebiet 54 Prozent der Öl- und 45 Prozent der Gasreserven befinden. Bedeutende Ölfelder sind daneben dem Ekofisk-Feld auch das norwegische Statfjord-Feld, zu dessen Erschließung erstmalig die Norwegische Rinne mit einer Leitung überwunden wurde. Das norwegische Staatsunternehmen Statoil erhält per norwegischem Gesetz mindestens 50 Prozent der Anteile an Ölfeldern, die im norwegischen Bereich liegen. Das größte Erdgasfeld der Nordsee, ist das Troll-Feld. Es liegt in der norwegischen Rinne in einer Tiefe von 345 Metern, so dass große Anstrengungen unternommen werden mussten, um es überhaupt zu erschließen. Die Bohrplattform ist mit 472 Metern Höhe und 656.000 Tonnen Gewicht die größte Offshore-Bohrplattform und das größte je von Leute transportierte Objekt.

Im deutschen Gebiet befinden sich nur zwei Plattformen, es handelt sich bei ihm um den am wenigsten erschlossenen Zone in dieser Hinsicht. Das größere der beiden Felder ist das Ölfeld Mittelplate.

Ihren Hochstand erreichte die Förderung 1999 als fast 6 Mio. Fass (950.000 m³) Erdöl und 280.000.000 m³ Erdgas täglich gefördert wurden. Mittlerweile gilt die Nordsee als erschlossenes Rohstoffgebiet, in dem kaum noch größere Entdeckungen zu erwarten sind. Alle großen Ölkonzerne sind an der Förderung beteiligt, in den letzten Jahren haben aber große Ölkonzerne wie Shell o. BP die Ölförderung in dem Gebiet schon eingestellt und die Fördermenge geht seit 1999 durch fehlender Reserven kontinuierlich zurück.

Der Preis von Brent Crude, eine der ersten in der Nordsee geförderten Ölsorten wird dieser Tage als Standard- und Vergleichspreis für Erdöl aus Europa, Afrika und dem Ankommen Orient genutzt.

Neben Öl und Gas, entnehmen die Anrainerstaaten dem Meeresboden auch pro Jahr zig Mio. Kubikmeter Sand und Kies. Diese werden überwiegend für Bauvorhaben, zur Sandaufschüttung an Stränden und zum Küstenschutz verwendet. Größte Entnehmer 2003 waren die Königreich der Niederlande (etwa 30 Mio. m³) und Dänemark (etwa 10 Mio. m³ im Nordseeraum). Deutschland entnahm der Nordsee 700.000 m³. [6]

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Regenerative Energien

Bild:DanishWindTurbines.jpg
Dänischer Offshore-Windpark

Die Nordsee-Anrainerstaaten, allen voran England und Dänemark, nutzen seit dem Ende der 1990er Jahre die küstennahen Bereiche der Nordsee zur windbetriebenen Stromproduktion. Erste Windenergieanlagen entstanden vor der englischen Küste (Blyth im Jahre 2000) sowie der dänischen Küste (Horns Rev im Jahre 2002).

Seit 2001 bestehen Planungen auch in der deutschen Wirtschaftszone der Nordsee Offshore-Windparks zu errichten, welche die gegenüber Windparks an Land erheblich stärkeren und gleichmäßigeren Winde auf See nutzen können. Bis jetzt wurden 697 Windenergieanlagen an 10 Standorten genehmigt (Stand Dezember 2005). Gegen diese Windparks werden jedoch auch Bedenken vorgetragen: Befürchtet werden zum Beispiel Schiffskollisionen und eine Beeinträchtigung der Meeresökologie, größtenteils während des Fundamentbaus. Hinzu kommt, dass die Entfernung zu den Abnehmern zu einem Transportverlust von Energie führt und der Neubau von Leitungen im Wattenmeer obligat sein könnte, das jedoch fast rundherum als Biosphärenreservat und Naturpark ausgewiesen ist.

Energiegewinnung aus dem Meer befindet sich noch in den Anfangsstadien. Während die südliche Nordsee nach Ansicht der meisten Experten zu geringen Tidenhub, Blähen und Strömungen für derartige Versuche aufweist, könnten sich an den Küsten Norwegens und am Übergang zwischen Nordsee und Irischer See geeignete Stellen für Wellen- und Strömungskraftwerke finden. Erste Versuche mit dem Wellenkraftwerk Wave Dragon wurden von 2003 bis zum Januar 2005 der dänischen Küste abgeschlossen. Eine Mini-Pilotanlage für ein Osmosekraftwerk existiert beim norwegischen Trondheim.

Fischerei

Bild:Fishing Trawler.jpg
Trawler vor der schottischen Küste

Seit etwas über hundert Jahren wird an der südlichen Nordseeküste Befischung in kommerziellem Ausmaß praktiziert. Fischereiwirtschaft in der Nordsee aufmerksam sich auch dieser Tage noch auf den südlichen Teil und die Küstengewässer, wobei zuallererst mit Grundschleppnetzen gearbeitet wird.

Durch stetige technische Verbessertes Modell dehnten sich die Fangmengen bis in die 1980er-Jahre beständig aus, bis sie mit etwa 3 Mio. Tonnen alljährlich einen Höchststand erreichten. Seither ging die Fangmenge zurück, in diesen Tagen werden etwa 2,3 Mio. Tonnen annual gewonnen, aber mit zum Teil erheblichen Unterschieden in einzelnen Jahren. Nahe dem angelandeten Fisch gehen Schätzungen zufolge jährlich in der Nordsee ca. 150.000 Tonnen nicht marktfähiger Beifangfisch und und rd. 85.000 Tonnen tote oder geschädigte Wirbellose als Beifang wiederholt über Bord.

Vom angelandeten Wirbeltier wird etwa die Hälfte zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet. Zu den wichtigen gefangenen Angeln gehören Makrele, Kabeljau, Schellfisch, Wittling, Seelachs, Scholle, und Zungen. Im gleichen Sinne werden Nordseegarnele, Hummer und Krabben (Kurzschwanzkrebse) gefangen. Verschiedene Muschelarten wie Miesmuscheln, Kammmuscheln oder Austern werden in Kulturen gezüchtet, so dass man bei der Lese nicht von Fischereiwirtschaft im eigentlichen Sinne sprechen kann.

Der Fischerei in einer so dicht besielten Umgebung auf technischem Hochstand birgt die Bedrohung der Überfischung mit sich.

Dessen ungeachtet die Fangquoten seit 1983 von der EG/EU reguliert werden, leiden zuvor Schellfisch und Kabeljau durch den Fang. Alleine die Schleppnetzfischerei Dänemarks kostet jährlich 5.000 Schweinswalen das Leben. Seit den 1960er Jahren wurde versucht die Fischbestände durch verschiedene Regelungen wie bestimmte Fangzeiten, eine begrenzte Zahl von Fischereischiffen etc. zu schonen, diese Regeln wurden aber nicht systematisch angewandt, so dass sie kaum Entlastung brachten. Seit mit dem Vereinigten Königreich und Dänemark zwei wichtige Fischereinationen Mensch der Europäischen Gemeinschaft wurden, versuchen diese mit Hilfe der Gemeinsamen Fischereipolitik das Problem in den Knauf zu bekommen, Norwegen hat in der Hinsicht verschiedene Abkommen mit der EG getroffen.


Befischung in der Nordsee in angelandeten Tonnen
Land 1950 1960 1970 1980 1990 1996 2002
Dänemark 96.494 284.527 528.127 1.806.191 1.328.251 1.284.365 1.249.656
Norwegen 296.337 323.381 480.819 498.777 617.741 618.669 691.062
Ver. Königr. 308.895 343.002 410.775 389.417 343.205 355.385 295.367
Deutschland 233.481 305.776 284.685 90.217 108.990 63.647 69.836
Niederlande 64.438 92.119 121.524 213.365 256.597 140.765 146.835
Sowjetunion 89.269 352.857 429.182 7.181 1 0 0
Frankreich 79.751 149.769 202.948 100.861 64.860 35.262 55.379
Schweden 43.680 71.899 124.790 86.465 116.695 72.863 131.991
Färöer 38.630 17.111 63.725 71.540 23.292 27.572 0
Island 0 50.065 21.111 523 0 8 4.668
Belgien 28.036 30.094 26.547 32.065 26.889 18.880 14.657
Gesamt 1.286.230 2.120.137 2.807.950 3.306.127 2.893.422 2.643.719 2.687.299
Geld in die Hand nehmen abstammen von der FAO, zitiert nach der University of British Columbia. In der FAO-Fangregion „Nordsee“ sind Skagerrak und Kattegatt eingeschlossen. [7]

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Handelschifffahrt

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Waalhafen im Europoort Rotterdam

Im Einzugsbereich der Flüsse, die in die Nordsee münden, leben auf ungefähr 850.000 km² etwa 160 Mio. Menschen. Die Ströme entwässern einen Großteil Westeuropas, unterhalb ein Viertel Frankreichs, dreiviertel Deutschlands, fast die gesamte Helvetien und Großbritannien, die Hälfte Jütlands, die gesamten Königreich der Niederlande und Belgien, den Süden Norwegens, sowie kleine Teile von Österreich. In diesem Bereich findet sich die größte Ballung weltweiter Industrie, allein 15 Prozent der Weltindustrieproduktion finden im Einzugsbereich der Nordsee statt.

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Hafenschlepper dreht den Ro-Ro-Frachter Tamesis aus Tønsberg auf der Norderelbe.

Europas größte Häfen befinden sich an der Nordsee. Dabei intensiv sich die Wasserverkehr erstens auf sechs große Häfen. Während die kleineren Regionalhäfen in den letzten Jahren kontinuierlich an Bedeutung verlieren, hat sich der Containerbetrieb in den vier größten Häfen, Rotterdam, Antwerpen, Hamburg und Bremen von 1991 bis 2000 um etwa zwei drittel erhöht. Mit Abstand größter und wichtigster Port ist Rotterdam. Nach eigener Auskunft ist das Hinterland des Hafens ganz Europa. Es gibt wöchentliche Feeder-Verbindungen in 140 weitere Städte.

In der Nordsee fanden in den frühen 1990ern 27,5 Prozent der weltweiten Schiffsbewegungen statt, mit steigender Tendenz. Der größte Teil dieser Bewegungen fand in der südlichen Nordsee statt, wiederum ein größerer Teil davon auf der Schifffahrtsstraße zwischen Elbmündung und Ärmelkanal. Seit den späten 1960ern gilt er in der Nordsee ein System der Zwangswege: um den Schiffsverkehr möglichst einfach und unfallfrei zu gestalten, werden spezielle Tiefwasserwege ausgewiesen plus sich behindernder Schiffsverkehr systematisch getrennt. Die wichtigsten Tiefwasserwege laufen von der Straße von Dover in die Germanisch Bucht, große Häfen haben jeweilig eigene Zugangswege, die im Bedarfsfall mit Ausbaggerungen bei einer konstanten Wassertiefe gehalten werden.

Die Nordsee ist ein viel befahrenes Gewässer, in dem wichtige Handels- und Verkehrswege verlaufen. Unter Seefahrern ist sie berüchtigt, u. a. wegen des „Blanken Hans“ und den Untiefen wie der „Große Vogelsand“. Grundseen und sehr schwerer Seegang zu Zeiten der Sturmfluten in Frühling und Herbst haben schon zu vielen Schiffsunglücken geführt, die in früheren Zeiten gelegentlich auch Strandräubern als Verdienstquelle gedient haben.

Tourismus

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Der zuverlässige Wind zieht mehrere Surfer an

An den Küsten werden als auch die Strände wie auch die Küstengewässer touristisch genutzt. Touristisch besonder erschlossen sind dabei die belgische, niederländische und deutsche Küste. In Südnorwegen, Dänemark und Großbritannien gibt es einzelne Touristenorte an der Nordseeküste. Küstentourismus in Dänemarkt intensiv sich aber zuvor auf die Ostsee, in England auf die Kanalküste.

Windsurfen und Segeln sind wegen des immer vorhandenen Windes beliebte Wassersportarten. Die Nordsee gilt wegen der starken Gezeiten und der vielen Flachwassergebiete in Küstennähe als wesentlich schwieriger zu segelndes Gebiet als Ostsee oder Mittelmeer, so dass hier weit weniger Kiste auf dem Weg zu sind, als an den anderen Küsten.

Das Wattwandern an den Halligen und den Nordfriesischen - und Ostfriesischen Inseln, aber auch Angeln und Sporttauchen, z. B. das Wracktauchen bei Scapa Flow, ist möglich.

Eine Besonderheit waren in Deutschland die bis in die 1990er Jahre durchgeführten Butterfahrten, die als Schiffsfahrten außerhalb der Hoheitsgewässer einen zollfreien Einkauf ermöglichten.

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Navteq Natural Guidance: Navigationsanweisungen sollen menschlich werden: Navteq will die Sprachanweisungen von Navigationsgeräten grundlegend überarbeiten. Künftig werden Sprachanweisungen so klingen, als würde sie ein Mensch erteilen. Damit soll die gesamte Navigation vereinfacht werden. (Ifa 2010, GPS)... Weiterlesen!

Geschichte

Nordsee als Verkehrsweg auf die britischen Inseln

Die erste historisch verbürgte intensive Benutzung der Nordsee als Verkehrsweg erfolgte durch die Römer. 12 v. u. Z. ließ Drusus eine Kriegsflotte von über 1000 Schiffen bauen und über den Rhein in die Nordsee segeln. Der überlegenen Zahl, Strategie und Ingenieurwissenschaften der Römer hatten die Friesen und Chauken nichts entgegenzusetzen und als die Römer zu den Mündungen von Weser und Ems vordrangen, mussten sich die dort ansässigen Stämme ergeben.

5 v. u. Z. konnten die römischen Kenntnisse über die Nordsee qualifiziert eines militärischen Vorstoßes unter Tiberius bis hin zur Elbe deutlich erweitert werden: Plinius beschreibt, dass römische Seeverbände an Helgoland vorbeikamen und sich bis an die Nordostküste Dänemarks vorwagten.

Mit den Feldzügen Julius Cäsars und der späteren Eroberung der Eiland durch Aulus Plautius (43 n. Chr.) begann ein reger und regelmäßiger Schiffsverkehr zwischen den Häfen in Gallien (Portus Itius) und denen in England. Diese Aera dauerte knapp 350 Jahre und endete mit dem Rückzug der römischen Legionen um das Jahr 400.

Bild:North sea languages 900.png
Sprachen im Nordseeraum um 900. Die Karte zeigt die nordseeüberspannenden Siedlungsschübe nach Großbritannien in rot (heutiges Norwegen), orange (heutiges Dänemark) und grün (heutiges Norddeutschland und Benelux)

Im verbleibenden Machtvakuum auf der britischen Eiland stießen die ursprünglich aus dem heutigen Norddeutschland und Dänemark stammenden Sachsen, Angeln und Jüten mit der nächsten großen Wanderungsbewegung über die Nordsee vor. Sie waren während der römischen Besatzungszeit Britanniens schon als Söldner während der Spätphase des römischen Reiches eingesetzt worden, überquerten in den Jahrhunderten der Völkerwanderung reichlich die Nordsee und siedelten sich im Süden und Morgenland Englands an, wobei sie die ursprünglich dort lebenden Kelten in die Gebiete des heutigen Schottland und Wales vertrieben.

Ungefähr im 7. Jahrhundert wanderten die ursprünglich aus den heutigen Niederlanden stammenden Friesen über die Nordsee in den Süden Jütlands ein und siedelten im Gebiet des heutigen Nordfrieslands.

Die nächste größere Wanderungswelle über die Nordsee brachte die überwiegend aus dem heutigen Dänemark und Norwegen stammenden Wikinger auf die britischen Inseln. Mit dem Überfall auf Lindisfarne 793 begann der Einfall der Normannen, die die nächsten hundert Jahre erstmal als Piraten und Plünderer auf Reisen waren. Sie überfielen küstennahe Klöster, Gehöfte und Städte und fuhren auf den Flüssen landeinwärts. Dem Anglo-Saxon Chronicle zufolge begannen sie ab 851 auch zu siedeln. Diese Wanderungsbewegungen aus Skandinavien hielten bis etwa 1050 an.

Alfred dem Großen von Wessex gelang es als erstem sächsischen König, den Wikingern Widerstand zu leisten, indem er eine eigene Flotille aufstellte. Er konnte das Gebiet von den Dänen befreien und gilt als erster englischer König. Während das Meer die britischen Angelsachsen von den germanischen Stämmen getrennt hatte, hielten die Skandinavier die gesamte Zeit über die Nordsee Beziehung zur alten Heimat. Somit gehörte der größte Teil der britischen Inseln und der nördliche Teil des Meeres fest zum Einflussbereich skandinavischer Könige, den Wikingern.

Hardiknut war der letzte dänisch-britische König, nach seinem Tod zerfiel das Reich infolge intern Konflikte, die politische Union zwischen Skandinaviern und Briten über die Nordsee hinweg war getrennt. Nachdem diese Trennung erfolgte, begann die Nordsee zuvor ihre Bedeutung zu verlieren. Seit dem Einfall von Wilhelm dem Eroberer aus der Normandie im heutigen Grande Nation orientierten sich die britischen Inseln ebenso wie die westlichen Küstenregionen der Nordsee vorwärts der großen europäischen Flüsse nach Süden in Neigung Mittelländisches Meer und Orient.

Die wichtigste Verbindung zur Außenwelt für Norddeutschland und Skandinavien war dagegen die Ostsee, wo die Hanse ihre Blütezeit erlebte. Der einzig bedeutendere Handelsweg über die Nordsee führte durch die deutsche Bucht von Flandern in die Häfen der Hansestädte.

Hanse

Bild:Bruges canal.jpg
Kanal in Brügge

Die Hanse hatte ihren Kern zwar in der Ostsee, wichtige Kontore befanden sich aber auch im norwegischen Bergen (Bryggen), dem englischen London und dem flandrischen Brügge.

Der Aufstieg Brügges begann für die Nordsee nicht atypisch mit einer Sturmflut, die 1134 eine tiefe Fahrrinne riss, die das Anlaufen größerer Handelsschiffe in die Gemeinde ermöglichte. Zwischen Brügge und London begann sich ein lebhafter Handelsverkehr mit britischer Wolle und flandrischen Tüchern zu entwickeln.

Ab dem 13. Jahrhundert reisten deutsche Hanse-Kaufleute regelmäßig nach Brügge und London und begannen eine regelmäßige Handelsroute in diese Städte aufzubauen. Brügge wurde zum Endpunkt der Ost-West-Handelslinie mit Nowgorod in Russische Förderation und war über den Schiffsverkehr zugleich mit Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden verbunden.

Schon 1441 musste die Hanse die wirtschaftliche Emanzipation der Niederländer anerkennen, nachdem Brügge als wichtigstem Tochterunternehmen der Hanse mit Antwerpen ein mächtiger Konkurrent mündig war und sich die Königreich der Niederlande zusätzlich mit den Dänen als den „Herren des Sunds“ verbündet hatten. Die Niederländer begannen nach der gewonnenen Grafenfehde in die Handelsgebiete der Hanse vorzudringen und einen eigenen Ostseehandel zu betreiben.

Welthandelsmacht Niederlande

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Niederländischer Ostindien- und Westindienfahrer um 1650

Die Königreich der Niederlande entwickelten sich im 16. Jahrhundert zur ersten Welthandelsmacht. Für die Geschichte niederländischer Händler diente die Nordsee selbst nur reichlich Start für ihre Fahrten über die Ozeane. Sie war zum Tor zur Welt geworden, die Herrschaft über die Nordsee war maßgeblich dafür, einen direkten Weg zu den Märkten der Welt zu haben.

Während des Achtzigjährigen Krieges begannen die Holland auch mit einem groß angelegten Überseehandel – sie jagten Wale daneben Svalbard, betrieben Gewürzhandel mit Indien und Indonesien, gründeten Kolonien in Brasilien, Nordamerika (Nieuw Nederland), Südafrika und in der Karibik (vergleiche auch Die große Tulpenmanie). Der Reichtum, den sie aus diesem Deal anhäuften, führte im 17. Jahrhundert zum sogenannten Goldenen Zeitalter (de gouden eeuw) der Niederlande.

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Die englische HMS Prince Königlich ergibt sich während der englisch-niederländischen Seeschlacht der vier Tage.

1651 verhängte England die Navigationsakte, die vielen niederländischen Handelsinteressen schadete. Der Kleinkrieg um die Akte endete im Ersten Englisch-Niederländischen Krieg, der von 1652 bis 1654 dauerte und im Frieden von Westminster endete, worin die Navigationsakte durch die Königreich der Niederlande renommiert werden musste.

1665 erklärten die Engländer den Niederländern wiederum den Krieg. Der Zweite Englisch-Niederländische Krieg begann. Mit Unterstützung der Franzosen, die in der Lücke in die Spanischen Niederlande – in diesen Tagen Belgien – einmarschiert waren, bekamen die Niederländer die Überhand. Engländer und Niederländer unterzeichneten 1667 einen Friedensvertrag, den Friede von Breda, nachdem der niederländische Admiral Michiel de Ruyter einen großen Teil der englischen Flotille auf der Themse zerstört hatte. Es wurde vereinbart, dass die Engländer die niederländischen Besitzungen in Nordamerika (das Gebiet um das heutige New York City) aufbewahren durften, während die Niederländer Suriname von den Engländern erhielten. Auch die Navigationsakte wurde zu Gunsten der Königreich der Niederlande modifiziert.

Bild:Turner, J. M. W. - The Fighting Téméraire tugged to her last Berth to be broken.jpg
William Turner: The Fighting Téméraire tugged to her last Berth to be broken – Die englische Téméraire liegt in Rotherhithe in der Themsemündung und wartet auf ihr Abwracken

1672 ist in den Niederlanden als das Rampjaar, Jahr des Desasters, bekannt. England erklärte der Republik den Bewaffnete Auseinandersetzung (Dritter Englisch-Niederländischer Seekrieg), gefolgt von Frankreich, Münster und Köln, die alle eine Vereinigung gegen die Königreich der Niederlande bildeten. Frankreich, Köln und Münster marschierten in die Republik ein, während die Landung der Engländer an der Küste nur knapp verhindert werden konnte. Sie selbst wolkig aber auch den südlichen Nordseeraum als Hinterland ein. In Das nördlichste Bundesland machen noch mehrere Hinterlassenschaften von Holländern, die einwanderten oder Handelsgüter mitbrachten. Die Niederländer brachten über das Meer ihre technische Herrschaft in Deichbau und Entwässerungstechnik mit. Hausbau- und Landwirtschaftstechniken wurden von Königreich der Niederlande beeinflusst, die Küstenstriche Schleswig-Holsteins gelangten gleichermaßen zu Reichtum. Verschiedene Bewohner der Küstengebiete heuerten auf niederländischen Schiffen an - besonders bekannt sind in diesem Zusammenhang wohl die Walfahrer der nordfriesischen Inseln.

Die Seemacht England

Englands Aufstieg zur beherrschenden Seemacht begann 1588, als der Invasionsversuch der spanischen Armada an einer Komposition von herausragenden englischen Seegefechten unter der Führung von Sir Francis Drake und dem schlechtem Witterung scheiterte. Die erstarkende englische Marine lieferte sich verschiedene Seekriege mit den auf der anderen Nordseeseite liegenden Niederlanden und konnte diese am Ende des 17. Jahrhunderts als weltumspannende Seemacht ablösen. Der Aufbau des British Empire als Reich, „in dem die Sonne nie untergeht“, war nur möglich, weil die englische Marine die europäischen Gewässer und speziell die Nordsee uneingeschränkt beherrschte. Der einzig ernstzunehmende Versuch, diese Hegemonie zu brechen wurde von Napoleon unternommen. Die von Admiral Horatio Nelson gewonnene Schlacht von Trafalgar, die die englische Hegemonie zur See für gut ein Jahrhundert sicherte, führte dann aber nur zur Kontinentalsperre mit der England von den Importen des europäischen Kontinents abgeschnitten werden sollte.

Erster Weltkrieg

In diesem Krieg standen sich in der Nordsee hauptsächlich die Flotten der beiden Nebenmann Deutschland (Kaiserliche Marine) und Großbritannien (Grand Fleet) gegenüber.

Vermöge der Übermacht britischer Schiffe konnte die „Grand Fleet“ auf Kante genäht ungestört die Seeherrschaft über die Nordsee erlangen und eine Seeblockade einleiten. Das Ziel der Hürde war es, Deutschland von den Schifffahrtswegen zu trennen um die Anlieferung mit kriegswichtigen Importen zu verhindern und das ungestörte Übersetzen des britischen Expeditionskorps zu garantieren. Auf Basis von der defensiven Ausstattung Helgolands mit einer starken Küstenverteidigung war für Deutschland nur die Deutsche Bucht gesichert, während die übrige Nordsee und der Ärmelkanal während des gesamten Krieges durch die Royal Navy kontrolliert wurde.

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Untergang des deutschen Panzerkreuzers Blücher im Kleinkrieg auf der Doggerbank

Das erste Seegefecht fand am 28. Aug. 1914 vor Helgoland zugunsten und endete mit einem klaren britischen Sieg. Da die Überwasser-Streitkräfte der kaiserlichen Marine auf offenem Wasser hoffnungslos waren, leiteten die Deutschen den U-Boot-Krieg ein. Nach anfänglichen Misserfolgen deutscher Unterseeboote, gelang es U-9 am 22. Sept. 1914 drei britische Kreuzer ca. 50 km nördlich von Hoek van Holland zu versenken.

Im Nov. 1914 erklärte die britische Kriegsmarine die gesamte Nordsee zur Kriegszone, die folglich vermint wurde. Schiffe, die unter der Banner neutraler Vereinigte Staaten fuhren, konnten in der Nordsee ohne Mahnung das Ziel britischer Angriffe werden.

Im Gefecht auf der Doggerbank erlitt Deutschland am 24. Jan. 1915 eine andere Niederlage gegen die Briten und in der Folgezeit schlugen sämtliche Versuche, die alliierte Nordseeblockade zu durchbrechen, fehl. Durch dieser Fehlschläge erfolgte am 4. Februar der Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrieges, in dem anliegend alliierten auch neutrale Schiffe angegriffen werden konnten.

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Die in der Skagerrakschlacht schwer beschädigte SMS Seydlitz

Am 31. Mai und 1. Juni 1917 kam es vor Jütland mit der Skagerrakschlacht zur größten Seeschlacht des Ersten Weltkriegs und gemessen an der Zahl der beteiligten Schiffe (258) zur wahrscheinlich größten Seeschlacht der Weltgeschichte. Das Ziel der Deutschen, die britische Marine maßgeblich zu schwächen und damit die Aufhebung der Seeblockade zu erzwingen, wurde nicht erreicht. Letztlich endete die Kampf ohne einen eindeutigen Gewinner und Deutschland setzte erneut alle Hoffnungen auf den uneingeschränkten U-Bootkrieg.

Als sich das Ende des Krieges anbahnte, sollte gegen den Willen der neuen deutschen Regierung am 28. Oktober 1918 noch einmal ein Großangriff auf die britische Marine stattfinden, wonach der Matrosenaufstand von Kiel losbrach und der Seekrieg sein Ende fand. Die Meuterei der Matrosen leitete auch die Entwicklung zur Novemberrevolution in Deutschland ein.

Zweiter Weltkrieg

Bild:UK Radar1940.JPG
Im Zweiten Weltkrieg erwies sich, dass die strategische Bedeutung von Schiffen gegenüber Flugzeugen zurückging. Großbritannien gewann die Luftschlacht um England u. a. deshalb weil es die gesamte Küste mit Radar überwachen konnte.

Auch der Zweite Weltkrieg war hinsichtlich des Seekrieges auf Seiten der Deutschen Marine überwiegend ein U-Boot-Krieg, der allerdings kaum noch in der Nordsee, statt an erster Stelle im Atlantik ausgetragen wurde. Divergent als im Ersten Weltkrieg war die Nordsee auch nimmer ausschließliches Hoheitsgebiet der Alliierten, stattdessen erstens in den ersten Kriegsjahren Podium einer intensiven Küstenkriegsführung mit kleinen Fahrzeugen wie U-Booten, Minensuchbooten und Schnellbooten. Doch trotz anfänglicher Erfolge, die Großbritannien zeitweise in eine Versorgungskrise brachten, gelang es nicht, den Widerstand kritisch zu brechen. Wie im Ersten Weltkrieg beherrschten die Alliierten bald die See, speziell wegen der Luftüberlegenheit auch die Nordsee und schnitten Deutschland von überseeischer Zufuhr ab. Der damit verbundene Mangel an Ressourcen für die Kriegführung war einer der Gründe dafür, dass der Bewaffnete Auseinandersetzung nicht zu gewinnen war.

Am 14. Okt. 1939 gelang es Kapitänleutnant Günther Prien mit U 47 in die Bucht von Scapa Flow einzudringen und das Kriegsschiff HMS Royal Oak mit 1400 Mann Besatzung zu versenken.

Am 9. Apr. 1940 lief auf deutscher Seite die Operation Weserübung an, bei der fast die gesamte deutsche Kriegsflotte mobilisiert und in Tendenz Skandinavien in Reise gesetzt wurde. Kurze Zeit später waren die militärischen Ziele der Okkupation (Besetzung der norwegischen Häfen, Sicherung der Eisenerz-Versorgung, Verhütung einer zweiten Front im Norden) erreicht und Norwegen und Dänemark besetzt. Diese Besatzung dauerte bis zum Ende des Krieges und während der gesamten Zeit diente der quer über die Nordsee laufende Shetland Bus als wichtiger Flucht- und Versorgungsweg von Norwegen nach Großbritannien. Zuerst von norwegischen Fischerbooten betrieben, wurden diese im Laufe des Krieges durch drei U-Boot-Jäger der Royal Navy ersetzt.

Dank der Inferiorität bei den größeren Kampfschiffen, deutlich sichtbar durch die frühen Verluste („Graf Spee“ 1939, „Blücher“ 1940 und „Bismarck“ 1941), verlegte sich die Kriegsmarine mehr und mehr auf die Kriegsführung mit kleinen Einheiten und die verbliebenen Großkampfschiffe wie die „Tirpitz“ ankerten haarscharf untätig in Norwegens Fjorden.

In den letzten Kriegsjahren und den ersten Nachkriegsjahren unter Alliierter Aufsicht wurden große Mischen Kugel in der Nordsee verklappt. Während chemische Kampfstoffe an erster Stelle in Skagerrak und Ostsee versenkt wurde, wurde konventionelle Kugel (Granaten, Minen, Panzerfäuste, Patronen etc) in der Deutschen Bucht versenkt. Die Zahlenschätzungen gehen hier weit auseinander, klar scheint jedoch zu sein, dass verschiedene hunderttausend Tonnen Projektil in der See versenkt wurden.

Nach dem Weltkrieg

Bild:North Sea oil platform.jpg
Bohrinsel in der Nordsee

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg trat die Gebrauch der Nordsee für friedliche Zwecke in den Vordergrund, denn während sich in der Ostsee die Charakter des Kalten Kriegs direkt gegenüberstanden und beäugten, war die Nordsee ein nur von NATO-Mitgliedsstaaten begrenztes Meer.

Ökonomische Bedeutung gewann die Nordsee in den 1960ern als die Anrainerstaaten begannen, gefundenes Erdöl und -gas privatwirtschaftlich auszubeuten. Die größte Katastrophe in der Nordsee war der Untergang der Bohrinsel Piper Alpha 1988, wobei 167 Volk ums Leben kamen.

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Anmerkungen

  1. Karl Heinz Behre: „Die Schwankungen des mittleren Tidehochwassers an der deutschen Nordseeküste in den letzten 3000 Jahren nach archäologischen Daten.“ In: Coastline Reports 1-2004  

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  1. CIMAS – The Norwegian and North Cape Currents  

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  1. Fisheries Centre der University of British Columbia  

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  1. Geschichte Schleswig-Holsteins:Sturmfluten  

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  1. International Court of Justice: Case Summary North Sea Continental Shelf Cases, Judgment of 20 February 1969  

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  1. Working Group on the Effects of Extraction of Marine Sediments on the Marine Ecosystem Jahresreport 2004  

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  1. Fisheries Centre der University of British Columbia  

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Weblinks

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Wiktionary: Nordsee – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

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