Offenbach am Main
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| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:WappenOffenbach.jpg | Bild:Karte Offenbach am Main in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 44,90 km² |
| Einwohner: | 119.233 (31. März 2005) |
| Ausländeranteil: | 31,1 % (Stand: 31.12.2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 2.669 Bürger je km² |
| Höhe: | 97 m - 166 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 63001 - 63075 (alt: 6050) |
| Vorwahl: | 069 |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 50° 06' N, 08° 46' O50° 06' N, 08° 46' O (TID 488890) |
| Kfz-Kennzeichen: | OF |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 13 000 |
| UN/LOCODE: | DE OFF
|
| NUTS-Region: | DE713 |
| Stadtgliederung: | 9 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Berliner Straße 100 63065 Offenbach am Main |
| Offizielle Webseite: | www.offenbach.de |
| E-Mail-Adresse: | info@offenbach.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Horst Schneider (SPD) |
| Regierende Parteien: | FWG, SPD, Grüne |
Offenbach am Main ist mit 119.233 Einwohnern (Stand: 31.03.2006) eine der größten Städte im Rhein-Main-Gebiet. Dabei ist sie die fünftgrößte Stadt. Die Gemeinde ist ein wichtiger Industrie-, Dienstleistungs- und Messestandort. Hier findet verschiedene Mal im Jahr die Internationale Lederwarenmesse statt.
Die nächste größere Gemarkung ist das unmittelbar europäisch angrenzende Frankfurt am Main. Offenbach am Main bildet eines der neun Oberzentren des Landes Hessen. Die Einwohnerzahl der Ort Offenbach am Main überschritt 1954 die Grenze von 100.000, wobei sie zur Großstadt wurde.
Artikel mit Zusammenhang zu Offenbach sammelt das Portal:Frankfurt Rhein-Main.
Geografie
Offenbach liegt am südlichen Ufer des Mains gegenüber den Wiener Würstchen Stadtteilen Ostend und Fechenheim und östlich der Heißes Würstchen Stadtteile Oberrad und Sachsenhausen-Süd im Rhein-Main-Gebiet in Hessen. Diese Lage bedeutet, dass die beiden Großstädte mittlerweile ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet bilden. Die Bäche Bieber und Hainbach durchfließen das Stadtgebiet. Offenbach liegt an der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute.
Nachbargemeinden und -kreise
Offenbach grenzt im Europa und Norden an die kreisfreie Gemarkung Frankfurt am Main, im Nordosten an die Ort Maintal (Main-Kinzig-Kreis), im Morgenland an die Städte Mühlheim am Main und Obertshausen (beide Kreis Offenbach), sowie im Süden an die Städte Heusenstamm und Neu-Isenburg (beide Kreis Offenbach).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Offenbach am Main gliedert sich in die Stadtteile Bieber, Bürgel, Innenstadt, Kaiserlei, Lauterborn, Lohwald, Rosenhöhe, Rumpenheim und Tempelsee. Die Stadtteile sind partiell in zusätzliche statistische Bezirke mit eigenem Namen unterteilt.
Die statistischen Bezirke mit ihrer amtlichen Nummer:
- 11 Hochschule für Gestaltung
- 12 Wilhelmschule
- 13 Messehalle
- 14 Kaiserlei
- 15 Ledermuseum
- 16 Mathildenschule
- 21 Städtische Kliniken
- 22 Lauterborn
- 23 Friedrichsweiher
- 24 Bachschule
- 25 Lichtenplatte
- 26 Bieberer Berg
- 31 Vorderwald-Rosenhöhe
- 32 Tempelsee
- 33 Bieber
- 41 Mühlheimer Straße
- 42 Waldheim
- 43 Bürgel
- 44 Rumpenheim
Geschichte
Frühgeschichte
Offenbach ist eine Gründung aus der Zeit nach der fränkischen Reichsteilung von 561. Der Ortsname hat eine für diese Zeit typische Kasusendung auf -bach und steht in Verbindung mit dem Personennamen Ovo. Aus dem 6. oder 7. Jahrhundert ist südlich des ältesten Ortskernes an der Waldstraße ein fränkischer Reihenfriedhof erhalten.
Unter vielen Einwohnern in Umlauf sein zwei übrige Theorien über die Herkunft des Ortsnamens. Die einen sagen, dass Offenbach seinen Namen daher hat, dass an dieser Stelle der Main früher eine Furt bildete und deswegen im Jahreszeit nicht zufror (Offener Bach --> OffenBach). Die zweite Haupttheorie besagt, dass Offenbach seinen Namen hinsichtlich seines einmal großen Ofens in der Nähe des Baches hat (Ofen am Bach --> Of(f)enBach). Über die Jahre hätte sich also ein zusätzliches 'f' eingeschlichen.
Bei Ausgrabungen in der Stadt Offenbach wurden selbst Funde aus der Steinzeit gemacht. Jedoch ist nicht davon auszugehen, dass zwischen den Steinzeitmenschen und der fränkischen Landnahme eine Kontinuität bestand.
Mittelalter
Die erste urkundliche Erwähnung über die Ort Offenbach am Main stammt aus dem Anno 977. Kaiser Otto II. diplomiert eine Schenkung in Offenbach an die Salvatorkirche (der spätere Dom) in Frankfurt. Früher war Offenbach Teil des Maingaues und die umliegenden Wälder gehörten zum Wildbann Dreieich. Dieser unterhielt in Offenbach auch eine seiner 30 Wildhuben. Vom MA bis 1819 war Offenbach Teil der Biebermark.
Offenbach wechselt im Laufe der Jahrhunderte ein paarmal den Besitzer. Einer der ersten Eigentümer waren die Herren von Hagen-Münzenberg, welche den Habseligkeiten aus der Zeit ihres Amtes als Reichsvögte der Dreieich erbten. Nach dem Untergehen der Münzenberger 1255 erbten die Herren von Falkenstein das Dorf am Main. 1372 wurde Offenbach von Graf Philipp von Falkenstein für 1000 Gulden an den Rat der Gemeinde Frankfurt verpfändet. Werner III. von Falkenstein, Erzbischof von Trier und als Falkensteiner Landesherr in Offenbach, ließ um 1400 am Main ein Palais bauen und Münzen prägen. Die Gemeinde Frankfurt fühlte sich dadurch provoziert und protestiert dagegen.
Isenburgische Residenz
Als Werner starb waren die Falkensteiner im Mannesstamme erloschen, und ihr Habseligkeiten fiel an verschiedene Adlige Familien. Erst 1486 konnte sich unter den Erben Graf Ludwig von Isenburg als alleiniger Inhaber von Offenbach etablieren. Offenbach diente unter Graf Reinhard von Isenburg-Bierstein dem Adelsgeschlecht als Residenz. Sie ließen das Isenburger Schloss errichten. 1559 wurde in Offenbach die Reformation eingeführt. Während des dreißigjährigen Krieges wurde die bayerische Besatzung Offenbachs 1631 von den Schweden vertrieben und im Palais die Niederlage der Reichsstadt Frankfurt von König Gustav Adolf versus genommen.
1698 nahm Graf Johann Philipp von Isenburg hugenottische Flüchtlinge im Ort auf, sie gründeten ihre eigene Gemeinde, europäisch der bestehenden. Somit wuchs das Dorf Offenbach zu einem sog. "Flecken" an. Dieser Westteil entwickelte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts vom sog. "Flecken" zur noblen Stadt. Die Hugenotten verstanden zur damaligen Zeit etwas von Tabakverarbeitung - eine absolute Marktlücke in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Bedingt durch die rigoros Zunftherrschaft in Frankfurt, konnten sich dort Manufakturen kaum etablieren. Die Manufakturisten wanderten über die damalige Landesgrenze nach Offenbach ab, wo sie von den gewerbefreundlichen zu Isenburgern das sog. "regalium" bewilligt bekamen.
Der Schreiber Goethe kam 1775 regelmäßig nach Offenbach, da hier seine Verlobte Lili Schönemann lebte. In dieser Zeit begann die Lederwarenherstellung und erste Industrien und Gewerbe siedelten sich an. 1794 wurde die Leibeigenschaft durch Fürst Wolfgang Ernst von Isenburg aufgehoben. Katholiken durften 1798 erstmalig seit über 200 Jahren Messe in Offenbach feiern.
19. Jahrhundert
1800 erfand Alois Senefelder, Offenbachs berühmtestes Kind, den Steindruck. Nach dem Wiener Kongress 1815 verlor Fürst Carl von Isenburg wegen seiner Nähe zu Napoleon seine Landesherrschaft. Die Gemeinde gehörte auf kurze Sicht zu Österreich, fiel dann aber an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Nach der Auflösung der Biebermark 1819 erhielt die Gemeinde einen Anteil von 1733 Morgen Gelände zwischen Hainbach und heutiger Grenzstraße. Seit konnte sich die Ort auch nach Orient hin ausdehnen. Im Vorfeld war Wachstum nur nach Okzident in Entwicklung Frankfurt oder nach Süden möglich.
Da sich Frankfurt weigerte, dem Zollverein beizutreten, fand das Messegeschäft ab 1828 für einige Jahre in Offenbach statt. Als Gebäude hierfür wurde das heutige Gebäude des Deutschen Ledermuseums errichtet.
1832 wurde aus den ehemaligen Landgerichtsbezirken Langen, Offenbach und Seligenstadt der Kreis Offenbach gebildet. Von nun an war Offenbach Kreisstadt (mittlerweile ist Dietzenbach die Kreisstadt des Kreises Offenbach). Eine Lokalbahn nach Frankfurt-Sachsenhausen wurde 1848 eingerichtet. Der Haltepunkt befand sich seinerzeit an der Bahnhofstraße okzidental des Stadtzentrums. Die heutige Berliner Straße nach Europa hin war vormalig die Eisenbahnstrecke.
Erst 1873 wurde der heutige Hauptbahnhof, der vormals weit außerhalb der Ort im Süden lag, errichtet und die Fern-Bahnlinie Frankfurt-Bebra aktiv genommen. Damit war der Weg zur Ausbildung einer Schwerindustrie und der chemischen Gewerbe (Clariant-Werke) geebnet, wobei die Ort in den folgenden zwei Jahrzehnten so stark wie nie überwiegend anwuchs. 1896 wurde die Rodgaubahn nach Dieburg eröffnet. Später kam der Seitenast nach Dietzenbach hinzu.
Eine 1888 entdeckt Bad wurde nach dem nur 99 Tage amtierenden Kaiser Friedrich III Kaiser-Friedrich-Quelle benannt. Das Wasser wird in diesen Tagen nimmer als Sprudel verkauft, da es zu salinisch wurde.
20. Jahrhundert
1900 bis 1949
1908 wurde mit Bürgel der erste Nachbarort eingemeindet. Durch diese Eingemeindung fiel das Gebiet östlich der Grenzstraße bis hinauf zur Bieber- und Rumpenheimer Stadt der Gemarkung zu. 1919 wurden während des Karfreitagsputsches vor der Kaserne, dem heutigen Sitz des Finanzamtes, 17 Volk erschossen. 1920 wurde die Ort für einen Monat von französischen Truppen besetzt. Im Anno 1922 begann man mit dem Bau der Niederlassung Tempelsee im Süden. In Folge der Weltwirtschaftskrise waren zeitweise über die Hälfte der Arbeiter arbeitslos. 1938 schied Offenbach aus dem Kreis Offenbach aus und wurde eine kreisfreie Stadt, blieb aber weiterhin Sitz des Kreises. Im selben Jahr verfügte am 1. April Jakob Sprengler, NS-Gauleiters und Reichsstatthalters von Hessen, die Eingemeindung von Bieber. Im Nov. wurde in der Reichskristallnacht die Synagoge, das heutige Capitol, geschändet sowie diverse Wohnungen und Geschäfte beschädigt. Noch bis 1936 wehrten sich Teile der Offenbacher Bevölkerung gegen die Machtübernahme und Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten. 1942 wurde mit Rumpenheim die letzte Eingemeindung vollzogen.
Ab 1949
Nachdem Offenbach im Zweiten Weltkrieg zu 36 Prozent zerstört wurde, begann langsam der Wiederaufbau. Dabei wurde besonders die Kernstadt und die Weststadt zerstört. Was die Bomben nicht weggefegt hatten, wurde in den darauffolgendenden Jahrzehnten der Stadterneuerung geopfert. Der einstige Character des westlichen Stadtzentrums zwischen Herrenstraße und der Schloßstraße als "Gartenstadt" verwandelte sich in eine Bürostadt (z.B. das neue Rathaus oder der Offenbach-Tower). 1953 begann der Bau der Carl-Ulrich-Siedlung zwischen Dietzenbacher- und Waldstraße. Offenbach hatte 1954 zum ersten Mal gut 100.000 Bewohner und wurde somit jüngste Großstadt Hessens. Die Stadtrechte sind Offenbach nie dienstlich verliehen worden. 1960 erwarb die Ort den Wildhof bei Heusenstamm und erhielt damit die Waldgemarkung Wildhof. 1971 wurde das heutige Rathaus an der Berliner Straße eröffnet und der Festumzug der Verwaltung aus dem alten Hospital, dem heutigen Justizzentrum, wurde vollzogen. Die Begehen zum 1000-jährigen Jubiläums Offenbachs wurden 1977 begangen. 1995 erhielt Offenbach Anschluss an die S-Bahn Rhein-Main.
Eingemeindungen
Einmal selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Gemeinde Offenbach am Main eingegliedert wurden.
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
| 1. Apr. 1908 | Bild:WappenBürgel.jpgBürgel | 842,76 |
| 1. April 1938 | Bild:BieberWappen.jpgBieber | 851,33 |
| 1. Apr. 1942 | Bild:WappenRumpenheim.jpgRumpenheim | 434,74 |
Einwohnerentwicklung
1875 hatte Offenbach etwa 25.000 Einwohner, bis 1900 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Anno 1954 überschritt die Einwohnerzahl der Ort die Grenze von 100.000. 1972 erreichte die Bevölkerungszahl der Gemeinde mit 121.283 ihren historischen Höchststand. Ende September 2005 lebten in Offenbach nach Weiterführung des Hessischen Statistischen Landesamtes 119.833 Leute mit Hauptwohnsitz.
Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung betrug 2005 nach Daten der Stadtverwaltung 31,1 Prozent (36.801 Personen). Die meisten Ausländer kamen aus der Türkei (7.180), Italien (4.102), Griechenland (3.867), Serbien und Montenegro (3.329), Polen (1.776), Marokko (1.664) sowie Bosnien und Herzegowina (1.347). Damit hat Offenbach die höchste Rate an Ausländern aller deutscher Städte (Quelle:Die Zeit 05/06)
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter respektive der Stadtverwaltung selbst. Die Informationen beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionsgemeinschaften
Offenbach gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. Graf Reinhard von Isenburg führte nach 1542 die Neuausrichtung nach lutherischem Geständnis ein, doch setzte sich ab 1592 das reformierte Bekenntnis durch. Die Gemarkung blieb danach über verschiedene Jahrhunderte eine reformierte Stadt. Ab 1734 wurde es den lutherischen Gemeindemitgliedern nochmal gestattet, Gottesdienste abzuhalten. Nach dem Übergang an das Großherzogtum Hessen (Evangelische Landeskirche in Hessen) erfolgte 1848 eine Union zwischen den reformierten und lutherischen Gemeinden. Die Gemeinden gehörten dann zur Superintendentur Starkenburg mit Sitz in Darmstadt. Später wurde Offenbach Sitz einer eigenständigen Propstei Nord-Starkenburg und schließlich wurde das Gebiet Teil der Propstei Rhein-Main innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Hier gehören die Kirchengemeinden der Gemeinde Offenbach zum Dekanat Offenbach.
Römisch-katholische Gemeindeglieder zogen spätestens im 18. Jahrhundert abermals in die Stadt. Ihnen wurde es ab 1798 gestattet, erneut Gottesdienste abzuhalten, doch erhielten sie erst 1825 vollständige Religionsfreiheit. Um 1900 betrug der Anteil der katholischen Bevölkerung der Ort etwa 30 Prozent. Dieses Verhältnis veränderte sich spätestens nach Eingemeindung der überwiegend katholischen Nachbargemeinden Bieber und Bürgel in den 1930er Jahren. Die Pfarrgemeinden der Ort gehören zum Dekanat Offenbach innerhalb der Diözese Mainz.
Die jüdische Gemeinde Offenbachs hatte im 19. Jahrhundert ungefähr 1000 Mitglieder, im Jahre 1939 noch etwa 550. Die meisten davon wurden von den Nationalsozialisten umgebracht. In ein Haus in der Offenbacher Domstraße, in dem sich in diesen Tagen das Bundesagentur für Arbeit befindet, wurden jüdische Familien unter unmenschlichen Bedingungen zwangseingewiesen, nachdem zunächst die Familienväter in Konzentrationslager verschleppt worden waren. Nach 1945 bildete sich erneut eine kleine jüdische Gemeinde. In diesen Tagen leben knapp 1000 Juden in Offenbach. Die Synagoge, 1916 erbaut, wurde in der Reichspogromnacht verwüstet und später als Kinosaal benutzt. Nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung wurde daraus das Stadttheater Offenbachs. Unterdessen fand das Gebäude Anwendung als Spielstätte für ein Musical, nun wird es z.B. für Konzerte genutzt und kann für Veranstaltungen angemietet werden. Die neue Synagoge und das jüdische Gemeindezentrum liegen in diesen Tagen gegenüber der ehemaligen Synagoge.
Die Frei-religiöse Gemeinde Offenbach am Schillerplatz besteht seither 1845 und zählt 2006 etwa 1700 Mitglieder. Sie ist als Deutsch-Katholische Gemeinde von Joseph Pirazzi gegründet worden. Lorenz Diefenbach wirkte in den frühen Jahren federführend mit. Die Gemeinde ist Person im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) und in der Global Association for Religious Freedom (IARF). Sie betreibt ab Sept. 2006 den einzigen freireligiösen Kindergarten in Deutschland.
Die griechisch-orthodoxe Gemeinde im Viertel Tempelsee hat zahlreiche Mitglieder. Offenbach ist die deutsche Großstadt mit dem höchsten Anteil griechisch-orthodoxer Bewohner.
Alt-Katholische Gemeinde Offenbach: 1873 verfaßten die Mitglieder des Offenbacher (Alt-)Katholikenvereins eine „Constitution“, in welcher sie zeremoniell das Lehrmeinung von der päpstlichen Unfehlbarkeit und die richterlichen Machtansprüche des Vatikans zurückwiesen und sich zugleich als Katholiken bekannten, die ihrem alten Glauben treu bleiben wollten. Diese Konstitution, in der auch das Recht auf Gemeindebildung, auf Abhaltung von Gottesdiensten und Anstellung von Geistlichen festgeschrieben wurde, ist das eigentliche Gründungsdokument der alt-katholischen Gemeinde Offenbach. Wer dieses Dokument unterschrieb – die Unterschriften wurden vom Oberbürgermeisteramt gegengezeichnet und gesiegelt – war von da an Subjekt dieser Gemeinde. Unter den ersten Unterschriften sind sehr jede Menge Alt-Offenbacher Namen. 1874 wurde von der großherzoglichen Regierung in Darmstadt die offizielle Errichtung einer „alt-katholischen Bauwerk in Offenbach und Bieber mit dem Sitze in Offenbach“ (Otto-Steinwachs-Weg) genehmigt.
Politik und Verwaltung
Als traditionelle Arbeiterstadt ist Offenbach lange SPD-regiert. Der Magistrat bildet die "Regierung der Stadt". Dieser besteht aus dem Oberbürgermeister, einem hauptamtlichen Ersten Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister, einem weiteren hauptamtlichen Beigeordneten sowie sechs ehrenamtlichen Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung "Stadtrat". Bis 1874 gab es in Offenbach nur einen ehrenamtlichen Bürgermeister, ab 1887 erhielt das Stadtoberhaupt die Bezeichnung Oberbürgermeister.
Oberbürgermeister seit 1824
- 1824 - 1826: Peter Georg d'Orville
- 1826 - 1834: Heinrich Philipp Schwaner
- 1834 - 1837: Peter Georg d'Orville
- 1837 - 1849: Jonas Budden
- 1849 - 1859: Friedrich Aug. Schäfer
- 1859 - 1867: Johann Heinrich Dick
- 1867 - 1874: Johann Martin Hirschmann
- 1874 - 1882: Hermann Stölting
- 1883 - 1907: Wilhelm Brink
- 1907 - 1919: Dr. Andreas Dullo
- 1919 - 1933: Dr. Max Granzin
- 1933 - 1934: Dr. Heinrich Schönhals, kommissarisch
- 1934 - 1945: Dr. Helmut Schranz
- 1945 - 1946: Friedrich Reinicke, kommissarisch
- 1947 - 1949: Johannes Rebholz
- 1950 - 1957: Dr. Hans Klüber
- 1957 - 1974: Georg Dietrich
- 1974 - 1980: Walter Buckpesch
- 1980 - 1986: Dr. Walter Suermann
- 1986 - 1994: Wolfgang Reuter (1986-1988 nur kommissarisch)
- 1994 - 2006: Gerhard Grandke
- seit 21. Januar 2006: Horst Schneider
Am 11. September 2005 wurde Horst Schneider (SPD, unterstützt auch von den Grünen) mit 51,2% der abgegebenen Stimmen zum Nachfolger des am 20. Jänner 2006 aus dem Amt geschiedenen Gerhard Grandke gewählt. Er setzte sich damit im ersten Wahlgang gegen Alfred Kayser (CDU, unterstützt auch von der FDP - 46,2%) und Raimund Bieker (PDS - 2,6%) durch.
Wappen
Das Wappenbild der Gemarkung Offenbach am Main zeigt in Blau einen bewurzelten silbernen Eichbaum mit 5 silbernen Eicheln. Die Stadtfarben sind weiß-blau. Der Eichbaum symbolisiert den alten Reichsforst Dreieich, zu dem das Stadtgebiet gehörte.
Städtepartnerschaften
| Bild:Flag of France.svg
(TID 604558) | Puteaux, Frankreich seit 1955 |
| Bild:Flag of Luxembourg.svg
(TID 604558) | Esch-sur-Alzette, Luxemburg (Luxemburg) seit 1956 |
| Bild:Flag of Austria.svg
(TID 604558) | Mödling, Österreich seit 1956 |
| Bild:Flag of Belgium.svg
(TID 604558) | Sint Gillis/Saint-Gilles-les-Bruxelles, Belgien seit 1956 |
| Bild:Flag of the United Kingdom.svg
(TID 604558) | Groß-London: Tower Hamlets, Großbritannien seit 1956 |
| Bild:Flag of Serbia and Montenegro.svg
(TID 604558) | Groß-Belgrad: Zemun, Serbien und Montenegro (Serbien) seit 1956 |
| Bild:Flag of Italy.svg
(TID 604558) | Velletri, Italien seit 1957 |
| Bild:Flag of Japan.svg
(TID 604558) | Kawagoe, Japan seit 1983 |
| Bild:Flag of Nicaragua.svg
(TID 604558) | Rivas, Nicaragua seit 1988 |
| Bild:Flag of Russia.svg
(TID 604558) | Orjol - auch Orel, Russland seit 1988 |
| Bild:Flag of Hungary.svg
(TID 604558) | Köszeg, Ungarn seit 1995 |
| Bild:Flag of the People's Republic of China.svg
(TID 604558) | Yangzhou, Volksrepublik China seit 1997 |
Städtefreundschaft:
| Bild:Flag of Israel.svg
(TID 604558) | Nahariya, Israel seit den 1960er Jahren |
Wirtschaft
Unternehmen
Mit den Hugenotten begann der Aufschwung Offenbachs zur Industriestadt. Später wurde Offenbach Zentrum der Druckindustrie und der Schriftgießereien. Bekannt wurde Offenbach durch die Lederwarenindustrie, die jedoch weitestgehend ihre Rolle eingebüßt hat. Als bedeutende Industriebetriebe sind zum Beispiel die MAN Roland Druckmaschinen AG als international zweitgrößter Produzent von Druckmaschinen, der petro-chemische Fertigungsanlage der Unternehmen Clariant besser gesagtAventis (beide einmal Hoechst AG), die Betrieb Rowenta, die hier nach Verlegung der Fertigung noch ihren Verwaltungssitz hat, sowie Schramm-Coatings und Danfoss nebst Sauer-Danfoss zu nennen.
Mehrere internationale Firmen haben auf Grund der Lage im Rhein-Main-Gebiet Ihren Verwaltungssitz in Offenbach. So befindet sich die Nord-Europa Hauptgeschäftsstelle sowie die Entwicklungsabteilung des Automobilhersteller Honda, ebenso die Europazentrale sowie das Entwicklungs- und Designzentrum des Automobilherstellers Hyundai und die Verwaltung des koreanischen Reifenherstellers Kumho in Offenbach.
Daneben existiert in Offenbach die von der Gemeinde gegründete Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs und Beschäftigungsgesellschaft - kurz Goab. Diese betreibt benachbart mehreren Lehrwerkstätten, unter in den Bereichen Zweiradmechanik und Hauswirtschaft sowie Garten- und Landschaftsbau das Recyclingzentrum in der Mühlheimer Straße. Dort werden Elektroaltgeräte (Elektroschrott) aus Haushalten und Gewerbe, unter auch vom Sperrmüll, zerlegt, getrennt und von Schadstoffen befreit. Die unterschiedlichen Wertstoffarten wie Kupfer, Eisenschrott, Glas, Alu usw. werden getrenntan Recyclingunternehmen weitergegeben, während Schadstoffe wie Quecksilber und PCB-haltige Kondensatoren als Sondermüll entsorgt werden müssen. Es werden auch Bildschirmgeräte und Kühlschränke demontiert. Die Beschäftigung im Recylingzentrum basiert - ausgenommen von wenigen Werkstattleitern - auf Kante genäht ausschließlich auf den ABM- sowie HZA ("Hilfe zur Arbeit") und "Gemeinnützige Arbeit" Programmen für Langzeitarbeitslose. Sie ist im Regelfalle auf 1 Jahr mit der Möglichkeit zur Verlängerung auf ein weiteres halbes Jahr beschränkt. Während der Tätigkeit bei der Goab können die Beschäftigten an einer Qualifizierungsmaßnahme zum Recyclingfachwerker teilnehmen.
Behörden
Der Deutsche Wetterdienst hat ebenso seinen Sitz in Offenbach wie die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein als Bundesbehörde.
Verkehrsinfrastruktur
Offenbach liegt zentral im Rhein-Main Gebiet. Der Rhein-Main-Flughafen ist über die Bundesautobahn 3 in kurzer Zeit zu erreichen.
Flugverkehr
Offenbach liegt genau in der Einflugschneise des Rhein-Main-Airports. Da sich ein Nachtflugverbot nicht durchsetzen ließ, ist die wohnqualität Offenbachs mörderisch durch Fluglärm gemindert.
Straßenverkehr
Die Verkehrsanbindung der Gemarkung Offenbach ist sehr gut. Im Süden der Ort führt die Bundesautobahn A 3 vorbei, welche am Offenbacher Kreuz auf die im Okzident der Gemarkung gelegene Bundesautobahn A 661 trifft. Zumal führen die Bundesstraßen B 43, B 46 und B 448 durch das Stadtgebiet.
Eisenbahnverkehr
Kurios für eine Großstadt ist die fehlende Anbindung des Offenbacher Hauptbahnhofs an Fernverkehrszüge wie den ICE. Es bestehen alleinig vier IC-Verbindungen. Außerdem machen hier die Region-Express-Züge der Odenwaldbahn Tendenz Wiebelsbach hier Station. Da die Bahn auf einer Hochtrasse mitten durch die Ort verläuft, ist die Gemeinde in zwei Teile zerschnitten. Weiterhin sind große Teile der Zentrum wegen Bahnlärms durch nächtliche Güterzüge gewaltig in ihrer Wohnqualität gemindert.
Nahverkehr
Im schienengebundenen Nahverkehr wird Offenbach von Regionalzügen der DB und den Linien S 1, S 2, S 8 und S 9 der S-Bahn Rhein-Main bedient. Bis auf einzelne am Verkehrsstation beginnende oder endende Fahrten der S 2 im Berufsverkehr findet der gesamte S-Bahn-Verkehr im Innenstadtbereich auf einer gesondert erbauten Tunnelstrecke statt.
In Offenbach verkehren Regionalbusse der Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) sowie der Stadtbusse der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB). Der Straßenbahnverkehr wurde wohingegen 1996 endgültig eingestellt. Alle Schienen- und Bus-Linien im Stadtgebiet sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) zu benutzen.
Siehe auch: Nahverkehr in Offenbach am Main
Binnenschifffahrt
In der Binnenschifffahrt ist Offenbach über den Main und den Rhein mit den wichtigen Industrieregionen in NRW und den Niederlanden und über den Main-Donau-Kanal mit dem südöstlichen Mitteleuropa verbunden. Der Port hat jedoch nur noch marginale Bedeutung; große Geländeteile liegen brach. Unter Binnenschiffern beliebt ist der Anlageplatz am Mainufer in Höhe des Isenburger Schlosses, da dieser unmittelbare Citylage besitzt.
Medien
In Offenbach am Main erscheint die Tagesblatt "Offenbach-Post". Der regionale Kabelfernsehsender "Offener Kanal Offenbach-Frankfurt" sendet aus Offenbach.
Bildung
Offenbach am Main hat keine Universität, aber mit der Hochschule für Gestaltung eine Kunsthochschule. Sie führt die Fachbereiche "Visuelle Kommunikation" und "Produktgestaltung".
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Gemarkung Offenbach am Main ist bemüht, ihr kulturelles Angebot nach Jahren der Vernachlässigung wiederum zu beleben. 1995 wurde in Offenbach dazu mit der Aufführung des mittlerweile abermals abgesetzten Musicals „Tommy“ im Capitol, der umgebauten alten Synagoge, der Fundament gelegt. Es finden dort Veranstaltungen in der Art großer Popkonzerte, Kabaret oder Gastspiele wie die des Russischen Nationalballetts statt.
Theater
In Offenbach gibt es viele kleine Bühnen für Varieté und Kleinkunst sowie zahlreiche Veranstaltungshallen, in denen auch Theateraufführungen stattfinden. Überlieferung in der Offenbacher Theaterlandschaft hat der 1911 gegründete Theaterclub ELMAR.
Museen
Deutsches Ledermuseum
Das Deutsche Ledermuseum mit dem angegliederten Deutschen Schuhmuseum beherbergt wechselnden Ausstellungen über das Lederhandwerk in Offenbach und der ganzen Welt.
Klingspor-Museum
Das Klingspor-Museum bietet Internationale Buch- und Schriftkunst. Grundstock des Museums ist die Kollektion von Dr. Karl Klingspor und des 1938 nach New York emmigrierten Offenbachers D. Siegfried Guggenheim. Es besitzt Bestände zur Geschichte des Buchdrucks, der Buchillustration und zuallererst der Typografie. Das Museum besitzt die Nachlässe von Rudolf Koch, Otto Reichert, Heinrich Jost sowie das 'Manuale Tipografico' von Bodoni und Arbeiten von Peter Behrens.
Haus der Stadtgeschichte
Das Haus der Stadtgeschichte, hervorgegangen aus dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv, zeigt die historische Entwicklung der Gemarkung Offenbach. Schwerpunkte sind die Offenbacher Manufakturen, die Hugenotten und der Buchdruck. Hier ist auch das Bieberer Pretiosen ausgestellt.
Architektur in Offenbach
Nachhaltig wurde Offenbach durch Bauten der Hugenotten aus dem späten 17. und 18. Jahrhundert geprägt. Typisch hierfür sind Bauten mit Mansarddach. Von diesen sind weitestgehend die Französisch Reformierte Kirche, die Französisch Reformierte Gemeinde sowie ein Geschäftshaus in der Frankfurterstraße Ecke Aliceplatz original erhalten. Der Wiederherstellung nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung und der Bau der Berliner Straße haben das Bild der Gemeinde zentral wesentlich verändert. Dennoch befinden sich in Offenbach zahlreiche architektonisch bedeutende Gebäude. Das bedeutendste ist das:
Isenburger Schloss
Das Wahrzeichen in Offenbach und wohl das bekannteste Gebäude ist das Isenburger Schloss. Es wurde 1576 für den Grafen von Isenburg gebaut und gilt als der bedeutendste Renaissancebau nördlich der Alpen. Ein paarmal wurde es umgebaut, zuletzt nach dem Brand des Dachstuhls im zweiten Weltkrieg. Auf einer Stadtansicht von Merian ist es in seiner ursprünglichen Form zu sehen. Seit 1999 ist das Villa ein Teil der Hochschule für Gestaltung, an die es unmittelbar angrenzt. Es ist im Hab und Gut des Landes Hessen.
Der Historismus ist in Offenbach vertreten ua. mit:
Büsing-Palais
Das Büsing-Palais war im 18. Jahrhundert der Stadtsitz einer berühmten Offenbacher Fabrikantenfamilie namens Bernard. In dem neobarocken Bau ist in diesen Tagen das Standesamt, die Stadtbibliothek und das Klingspor-Museum der Gemarkung untergebracht. Räumlichkeiten des repräsentativen Anwesens ermöglichen sich für verschiedene Zwecke von der Gemarkung anmieten.
Lili-Tempel
Der Lili-Tempel wurde ursprünglich 1798 als Badehaus im Offenbacher Lili-Park gebaut. Einer "urban legend" zufolge erhielt der Tempel den Namen nach einer angeblichen Geliebten Johann Wolfgang von Goethes, mit der sich dieser im Tempel bzw. im umliegenden Park zu treffen pflegte. Das verbraucht Gebäude wurde unter der Auflage einer Restaurierung 2004 an eine Subjekt verkauft. Die Bauzeit beträgt etwa 2 Jahre, die Kosten der Restaurierung werden auf 600.000 bis 900.000 Euro geschätzt. Anschließend soll der Lili-Tempel als Kunstgalerie genutzt werden.
Rumpenheimer Schloss
Das Rumpenheimer Schloss war damals Treffpunkt des europäischen Hochadels. Das marode, im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstörte Gebäude ging 1965 in den Eigentum der Gemeinde Offenbach über und wurde in mehreren Teilstücken abermals hergestellt. Nach der zuletzt (um 2002) erfolgten Wiederherstellung des Mittelflügels entspricht die Außenansicht weitestgehend dem Stand um 1805 (siehe Foto). Dieser Tage ist das Palast eine private Wohnanlage. Alljährlich im Saison findet im Schlosshof und dem angrenzenden Schlosspark ein Mittelaltermarkt statt.
Zusätzliche historistische Gebäude befinden sich im weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel 'Westend' weiter und südlich der westlichen Wiener Würstchen Straße. Wissenswert ist der Altbau des Leibniz-Gymnasiums in der Parkstraße sowie einige kleinere Betonbauten einer Musterausstellung aus dem späten 19. Jahrhundert im angrenzenden Park.
Architektur des 19.Jahrhunderts und der Jahrhundertwende
Nachdem 1873 der neue Hauptbahnhof weit außerhalb der damaligen Siedlungsgrenze errichtet worden ist, war die Stadtentwicklung bis zur Jahrhundertwende ohne räumliche Einschränkung. In den 1880er und 1890er Jahren wurde auf dem freien Feld zwischen Station und der damaligen Stadtgrenze meist fünfstöckige Mietskasernen und Großbürgerhäuser im Gründerzeitstil errichtet, von denen einige Fassaden - namentlich in der Kaiserstraße und in der östlichen Bismarckstraße am Bahnhofsvorplatz - überregionale Bedeutung haben.
Als Namen sind hier erwähnenswert: Wilhelm Herber, Max Schroeder, Fritz Breitwieser, Karl Steuerwald, Gebr. Hasenbach, H. und L. Nagel.
Architektur des 20.Jahrhunderts
Hugo Eberhardt, Konstrukteur und Gründer des Ledermuseums, hat in Offenbach das Verwaltungsgebäude der Heyne-Fabrik, die AOK, und die Gebäude der Techn. Lehranstalt, heutiger Sitz der Uni für Gestaltung, errichtet. Sie sind bedeutende Zeugnisse des Übergangs zur Moderne.
Egon Eiermann realisierte einige Musterhäuser im Viertel Lauterborn.
In Offenbach ist auch das Architekturbüro Novotny und Mähner (N+M) ansässig, das verschiedene Hochhäuser in Frankfurt realisiert hat. Novotny und Mähner haben in Offenbach u.a. das N+M Haus, den City Tower und den Justizkomplex gebaut.
Parkanlagen
Offenbach verfügt über ausgedehnte Grünflächen. Als Parkanlagen sind hier der Büsing-Park, der angrenzende Lili-Park, der Dreieich-Park, der Leonhard-Eißner-Park am Bieberer Berg sowie der Schlosspark Rumpenheim zu nennen.
Sport
Der größte Fußballverein in Offenbach ist Kickers Offenbach (OFC). Der Verein spielt seit der Saison 2005/06 in der 2. Bundesliga und bestreitet seine Heimspiele im Stadion am Bieberer Berg (ca. 24.900 Plätze).
Skurriles
Wie zwischen Köln und Düsseldorf besteht auch seit jeher zwischen Frankfurt und Offenbach am Main eine gutnachbarliche Feindschaft, die ihren Ausdruck in zahlreichen Frankfurt-Offenbach-Witzen findet.
Fond ist hier, daß die beiden Städte Frankfurt und Offenbach unterschiedlicher unbelebt können. Zunächst war Frankfurt im 18. Jahrhundert noch zutiefst im mittelaterlichen Zunftsystem verwurzelt, das in den neu aufkeimenden Manufakturen eine Konkurrenz sah, so daß diese sich nach Offenbach verlagerten. Im 19. Jahrhundert sah sich Frankfurt als reine Handelsstadt was weiterhin zur industriellen Verlagerung nach Offenbach führte. Dies setzte sich nochmals im 20. Jahrhundert fort.
Streichholzkarlchen
Als Offenbacher Original zählt der Streichholzverkäufer Karl Winterkorn (*28. März 1880). Er zog zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Offenbacher und Frankfurter Würstchen Apfelweinstuben und verkaufte Streichhölzer. Lokalberühmtheit erlangte er durch seine geringe Körpergröße von nur 1,30 M und seiner fülligeren Figur. Ihm zu Verehren steht in diesen Tagen eine Statue auf dem Offenbacher Wilhelmsplatz. Sein Grab wird von der Gemarkung gepflegt.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Internationale Lederwarenmesse
- Mitte Juni: Mainuferfest
- Cross Media Night an der HfG Offenbach
- Mitte August: Bierfest
- August: Lichterfest im Büsing-Park
- 1. Wochenende im September: Kinderfest im Leonhard-Eißnert-Park
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1837: Ulrich Pultz von Carlsen, 1773-1863, Kommandeur des Regiments "Groß- und Erbprinz"
- 1842: Valentin Otto, 1795-1849, Zollamtsinspektor, Förderer der Lokalbahn nach Frankfurt
- 1848: Dr. Lorenz Diefenbach, 1806-1883, Freiheitskämpfer
- 1852: Dr. Ernst Schaumann, 1802-1886, Mensch der Latein-Schule
- 1863: Christian Lemmé, 1789-1863, "Wohltäter"
- 1875: Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler
- 1882: Dr. Salomon Formstecher, 1808-1889, Rabbiner
- 1888: Johann Martin Kappus, 1820-1905, Kommandeur der Freiwilligen Feuerwehr
- 1915: Ludo Mayer, 1845-1917, Kommerzienrat, Gerber
- 1933: Paul von Hindenburg, 1847-1934, Generalfeldmarschall, Reichspräsident
- 1948: Dr. Karl Klingspor, 1868-1950, Schriftgießer, Buchausstatter
- 1948: Leonhard Eißnert, 1866-1949, Bürgermeister a.D.
- 1948: Dr. Siegfried Guggenheim, 1873-1961, Volljurist und Notar
- 1949: Hermann Steinhäuser, 1859-1949, Unternehmer
- 1953: Dozent Hugo Eberhardt, 1874-1959, Leiter der Technischen Lehranstalten Offenbach (heute HfG Offenbach)
- 1974: Georg Dietrich, 1909-, Oberbürgermeister 1957-1974
- 1977: Walter Frank, Stadtratsvorsteher
- 1993: Dr. Bruno Knapp, Fraktionsvorsitzender der CDU, Stadtverordnetenvorsteher
- 1993: Max Willner, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden Hessens
Söhne und Töchter der Stadt
- 1741, 28. März, Johann André, † 18. Juni 1799 in Offenbach, Musiker, Komponist und Musikverleger
- 1775, 6. Oktober, Johann Anton André, † 6. April 1842 in Offenbach, Komponist und Musikverleger
- 1800, Moritz Daniel Oppenheim, † 1882, Maler, Graphiker
- 1826,29. März, Wilhelm Liebknecht, Begründer der Offenbacher SPD, Paps von Karl Liebknecht; 1881 und 1884 Reichstagsmandat des Wahlkreises Offenbach
- 1868, 19. September, Heinrich Reinhardt, † 19. Juli 1947 in Berlin, Architekt
- 1893, 10. April, Heinrich Ritzel, † 19. Juni 1971 in Basel, Person (SPD), MdR, MdB, MdL (Hessen)
- 1898, Erich Meyer, † 1983, Grafiker und Typograf
- 1901, 15. Oktober, Bernard von Brentano, † 29. Dezember 1964 in Wiesbaden, Schriftsteller, Essayist und Journalist
- 1904, 20. Juni, Heinrich von Brentano, † 14. November 1964 in Darmstadt, Person (CDU), MdB, Bundesaußenminister 1955-1961, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Hohes Haus (1949-1955 und 1961-1964)
- 1904, 28. Dezember, Joseph Offenbach, bürgerlich Joseph Ziegler, † 15. October 1971, Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler ("Die Unverbesserlichen", "Salto Mortale")
- 1909, 19. Januar, Hans Hotter, † 6. Dezember 2003 in München, Bassbariton
- 1910, 12. Dezember, Helene Mayer, † 15. Oktober 1953 in München, Fechterin und Olympiasiegerin
- 1915, 28. August, Gerda Johanna Werner, † 14. August 2004 in Oberursel, Vorbild für die Baumpflanzerin auf den Rückseiten der ehemaligen deutschen 50-Pfennig-Münzen
- 1920, 23. Januar, Gottfried Böhm, Architekt, Prof. und Pritzker-Preis-Träger (unter anderem Wallfahrtskirche in Velbert-Neviges, Rathaus in Bergisch Gladbach-Bensberg, Mittelflügel des Schlosses Saarbrücken)
- 1935, 8. Februar, Herbert Fenn, † 30. September 2001 in Barcelona, Rechtswissenschaftler, Tänzer und Sportfunktionär
- 1935, 10. Oktober, Hermann Nuber, Fußballspieler mit dem Spitznamen "Der eiserne Hermann"
- 1938, 28. Januar, William Voltz, † 24. März 1984, Schriftsteller
- 1954, 5. Oktober, Jimmy Hartwig, Fußballer
- 1956, 25. August, Harald Wolf, Persönlichkeit (PDS)
- 1956, 20. November, Oliver Michael Dittrich, Schauspieler, Comedian, 'Eurovision Song Contest'-Musiker ("Texas Lightning"), wurde zusammen mit Wigald Boning als "Die Doofen" bekannt
- 1958, 1. Dezember, Rainer W. Sauer, HR-Rundfunkmoderator, Elektronikmusiker, literarischer Kabarettist, Essayist, ausgezeichnet unter anderem mit ÖTV-Radiopreis und TLM-Hörfunkpreis
- 1965, 9. Mai, Andi Mengler, Sänger der 1. deutschen Punkband Strassenjungs; Sänger und Texter der Kickers Offenbach Festgesang "Forever OFC"
- 1968, 6. März, Michael B. Schmidt, besser bekannt als Smudo, Rapper der Fantastischen Vier
- 1969, 5. Januar, Petra Behle, geborene Schaaf, Biathletin
- 1969, 4. März , Henrik Rödl, Basketballspieler
- 1970, 23. Juli, Thea Dorn, eigentlich Christiane Scherer, Schriftstellerin und TV-Moderatorin
- 1971, 3. Januar, Tarek Al-Wazir, Politiker (GRÜNE), MdL (Hessen)
- 1972, 21. Juni, Dorkas Kiefer, Schlagersängerin ("Ich hab Angst") und Mensch der Popgruppe "Mekado", die für Deutschland am Grand Prix d'Eurovision teilnahm, Schauspielerin
Des Weiteren lebten in Offenbach unter anderem:
- Alois Senefelder * 6. November 1771 in Prag, Erfinder des sog. Steindrucks, der Lithographie, die später zum Offsetdruck weiter entwickelt wurde - in diesen Tagen das bedeutendste Druckverfahren, in dem die meisten Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Werbedrucksachen entstehen. Nach ihm ist eine der längsten Straßen von Offenbach benannt, die Senefelderstraße.
- Sophie Laroche, * 6. Dezember 1731 in Kaufbeuren, † 18. Feber 1807 in Offenbach, Schriftstellerin
Literatur
- Hans Georg Ruppel: Geschichte der Stadt Offenbach, Neuauflage, Wartberg Verlag, ISBN 3-8313-1334-2
- Hans Georg Ruppel, Lothar Braun: Es begann in Offenbach..., Wartberg Verlag, ISBN 3-9801-8463-3
- Ulrich Jung:Das war das 20. Jahrhundert in OF und Region, Wartberg Verlag, ISBN 3-86134-923-X
- Alfred Kurt:Stadt + Kreis Offenbach in der Geschichte, 1998, Hg. Offenbach-Post, Bintz-Verlag, ISBN 3-87079-009-1
- Wilfied B Sahm, Christina Uslular-Thiele: Offenbach - was für eine Stadt, 2004, Hg.: Volkshochschule Offenbach, Cocon-Verlag, ISBN 3-93777-405-X
- Hessisches Städtebuch; Band IV 1. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte" - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1957
- Günter Burkhard: Die Attraktoren der Armut - Eine sozialökologische Untersuchung der wohnräumlichen Verteilung von Armut in der Stadt Offenbach, 1998, Shaker-Verlag, ISBN 3-82652-696-1
Weblinks
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