Monarchie
Aus Schlauweb
Die Monarchie (über das französische monarchie aus dem griechischen μοναρχία, monarchía = "Alleinherrschaft") ist eine Staats- und Regierungsform, bei der einer Einzelperson (dem Monarchen bzw. der Monarchin) eine oft von Gott (bzw. einer Gottheit) abgeleitete Autorität zugesprochen wird, die ihre Herrschaft über den persönlichen Machtbesitz auf legitimiert. Die Königtum ist dabei Gegenbegriff zur Republik. Eine demokratische Königreich ist aber möglich, sofern der Gebieter keine reale Machtstellung inne hat. Ein Anhänger oder Befürworter der Königtum wird Monarchist genannt.
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Geschichtliche Entwicklung
Die Art von Monarchie, welche sich durch den Relation auf Gott/eine Gott legitimiert, kann bis ins alte Ägypten zurückgeführt werden, wo der Pharao als Gott verehrt wurde. Ähnliches gilt für das kaiserliche System im Kaiserreich China, das den Mensch u. a. als Sohn des Himmels (天子, Pīnyīn: Tiānzi) bezeichnete, in seiner Herrschaft ein Mandat des Himmels erblickte und ihm dadurch absolute Macht verlieh.
Zur gelegentlich vorkommenden Doppelmonarchie siehe Dyarchie. Siehe zur Geschichte auch König.
Wahl- und Erbmonarchie
Die Wahlmonarchie (mit oft eingeschränktem Kandidaten- und Wählerkreis) scheint geschichtlich älter als die Erbmonarchie zu sein, die die Bürgerkriegsgefahr bei der Erbfolge siegreich verringerte. So weit wie ihrem Ende waren eine Wahlmonarchie das Königreich Polen und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, gegenwärtig (2006) sind es bis datoMalaysia, die Vereinigten Arabische Emirate, die Vatikanstadt.
Bis zur Christianisierung Europas ist hier meist eine Form der Wahlmonarchie zu finden. Germanische wie keltische Stämme haben ihre "Häuptlinge", die zwar in der Regel mächtigen und einflussreichen Familienclans entstammen, aber keine automatische Erbfolge kennen. Beim Tod eines Häuptlings wurde einfach ein neuer durch verschiedene Rituale (Thing, Schilderhebung) gewählt oder proklamiert. Auch wenn einen Anführer das Königsheil verlassen hatte, wurde er einfach durch einen neuen ersetzt. In der sächsischen Ordnung wurde selbst nur für die Zeit eines Krieges, eines Feld- oder Beutezuges ein Herzog gewählt, der nach Ende dieses Krieges wiederholt zum einfachen Freien wurde. Eine übrige Herrschaft wurde von den freien Bauernkriegern abgelehnt.
Diese vorfeudalistische Ordnung, die zum Teil allerdings demokratische Züge hatte, fand ihr Ende mit der Christianisierung. Als im Römischen Reich Kaiser Konstantin der Große mit dem Toleranzedikt von Mailand im Anno 313 das Christentum den anderen Religionen gleichstellte und später dann selber zum Christentum konvertierte, begann eine Allianz zwischen der Kirche und der staatlichen Autorität. Die Kirche legitimierte die absolute Herrschaft und die Erbfolge mit der Ideologie der Herrschaft "von Gottes Gnaden". Im Gegenzug sicherte sich die Kirche selbst dadurch eine privilegierte Stellung und Partizipation an der Macht, die sie in den meisten Ländern bis in die Zeit der französischen Revolution behielt.
Westen wird im Mittelalter steigernd von Erbmonarchien beherrscht: Der Herrscher steht dort an der Spitze eines Gefüges regional mehr oder weniger homogener Herrschaftsgebiete, die als Lehen an Gefolgsleute vergeben worden sind. Dieses Feudalsystem bildet die Grundlage der Verwaltung und des Militärwesens in den beherrschten Gebieten, leidet jedoch am zunehmenden Anspruch der Lehnsleute, selbst in Erbfolge über ihre Gebiete zu verfügen und aus diesen wiederum an Gefolgsleute Lehensgut zu vergeben. Bis zum Aufziehen früher Formen des modernen Staats verliert der europäische Mensch daher in Wahrheit immer weiter an Macht an den so gebildeten feudalen Adel.
Formen der Monarchie
Mit dem Entstehen des modernen Staats bilden sich im Okzident der Neuzeit drei Formen der Königtum heraus:
Absolute Monarchie
In dieser Form besitzt der Gebieter den Anspruch nach der alleinigen Staatsgewalt; der Adel verliert seine Position im Feudalsystem im Austausch gegen Privilegien im Staats- und Militärwesen. Der Subjekt ist legibus absolutus (lat. von den Gesetzen losgelöst), das bedeutet, dass er den Gesetzen, die er selbst entlässt, nicht untersteht. Das bekannteste Beispiel für den Anspruch auf absolute Herrschaft des Monarchen ist der Sonnenkönig Ludwig XIV., dessen Selbstverständnis L'état, c'est moi (deutsch: Der Staat bin ich.) als geradezu prototypisch für diese Entwicklung wertgeschätzt werden kann. Der absolute Machtanspruch ist auf Zeitdifferenz jedoch nicht gegen den Adel und das aufstrebende Bürgertum durchzusetzen; dort, wo die Königtum überlebt, nimmt sie Elemente der Republik oder Demokratie an. Trotz Schwierigkeiten in der Begrenzung des Begriffes können dieser Tage (2006) Brunei, Nepal, die Vatikanstadt, Saudi Arabien und eventuell noch weitere arabische Monarchien am Persischen Golf als jetzt existierende absolute Monarchien gelten.
Konstitutionelle Monarchie
In einer konstitutionellen Monarchie ist die Macht des Monarchen nimmer absolut (uneingeschränkt), anstatt von der Verfassung geregelt. Die Regierung wird aber weiterhin vom Monarchen und nicht von einer Abgeordnetenhaus bestimmt. Ein Beispiel dafür ist das Deutsche Kaiserreich 1871 bis 1918 bzw. das Fürstentum Liechtenstein heute. Siehe auch Hauptartikel Konstitutionelle Monarchie
Parlamentarische Monarchie
Die parlamentarische Königreich ist eine Unterform der konstitutionellen Monarchie, bei der der Souverän mit wenigen Ausnahmen keinen Anteil an den Staatsgeschäften mehr hat. Diese werden vom Abgeordnetenhaus und der Regierung geführt. Dem Monarchen kommen meistens nur noch repräsentative Aufgaben zu. Europäisch ist diese Staatsform in Belgien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, den Niederlanden, Schweden und Spanien anzutreffen.
Arten gegenwärtiger Monarchien
Mit dem Stand 2006 gibt es
1 Kaiserreich:
34 Königreiche:
- Bahrain
- Belgien
- Bhutan
- Dänemark
- Jordanien
- Kambodscha
- Lesotho
- Malaysia (offizieller Titel lautet Yang di-Pertuan Agong, dt.: Oberster Herrscher)
- Marokko
- Nepal
- Niederlande
- Norwegen
- Saudi-Arabien
- Schweden
- Spanien
- Swasiland
- Thailand
- Tonga
- Vereinigtes Königreich
und die Commonwealth-Mitglieder
- Antigua und Barbuda*
- Australien*
- Bahamas*
- Barbados*
- Belize*
- Grenada*
- Jamaika*
- Kanada*
- Neuseeland*
- Papua-Neuguinea*
- Salomonen*
- St. Kitts und Nevis*
- St. Lucia*
- St. Vincent und die Grenadinen*
- Tuvalu*
mit Königin Elizabeth II. als Staatsoberhaupt
1 Herzogtum:
- Normandie nach Verlust des Kontinentalbesitzes vorhanden nur noch aus den Kanalinseln als Kronbesitz in Personalunion mit dem Vereinigten Königreich; die Kanalinseln zerfallen in die beiden Vogteien Guernsey und Jersey, die auch den Lehnsstaat Sark mitumfassen
3 Fürstentümer:
- Andorra (offizieller Titel der beiden Staatsoberhäupter: Co-Fürst)
- Liechtenstein
- Monaco
- Isle of Man (offizieller Titel des - z.Zt. weiblichen - Staatsoberhauptes: Lord of Mann in Personalunion mit dem Vereinigten Königreich)
2 Sultanate:
9 Scheichtümer (Emirate):
- Katar
- Kuwait
- die sieben Gliedstaaten, die zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören (Unionsoberhaupt ist ein Gebieter eines Gliedstaates mit dem Titel Präsident)
- Samoa (traditioneller Titel: O le Ao o le Malo)
* Commonwealth-Königreiche (Monarchien, in denen die britische Königin Vorsitzender ist).
Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gibt es keine souveränen Grafschaften und Freiherren mehr.
Argumente gegen die Monarchie
Folgende Aspekte
- Eine inhaltlich-moralische Autorität kann er oder sie nicht sein, weil inhaltliche Stellungnahmen die langjährige Neutralität in Frage stellen würden
Argumentation zugunsten der Monarchie
Die Begründung pro Königreich beruft sich oft auf folgende Aspekte (hier eine Auswahl):
- Ein Monarch sei als Staatsoberhaupt besser geeignet als ein gewählter Volksvertreter, da ein Souverän von Jugend an in sein Amt hineinwächst.
- Eine Monarchie biete den Staatsoberhäuptern die Möglichkeit, über viele Jahre hinweg wertvolle Erfahrungen im Amt zu sammeln, die immer wieder an den nächsten Thronerben weiter gegeben werden könnten.
- Präsidentschaftswahlen schadeten aufgrund des Konkurrenzkampfes dem Ansehen des späteren Regenten.
- Die Herrschaft einer gesamten Familie und nicht wie etwa in der Republik einer "allein stehenden" Person ermögliche eine Aufwertung der Familie (und damit nicht zuletzt der Frau) in der Gesellschaft.
- Die Krone wird als beste Hüterin der nationalen Identität (die sich in Tradition, Religion und Kultur äußert) angesehen. Dies sei gerade in einem vereinten und zusammenwachsenden Europa von großer Bedeutung.
- Ein gewähltes Staatsoberhaupt gehört in der Regel einer politischen Partei an, daher sei in der Republik die Rolle eines unparteiischen, neutralen und allen Bürgern gleichermaßen gegenüberstehenden Oberhauptes schon nicht länger realisierbar.
- Eine parlamentarische Monarchie symbolisiere die Kontinuität und den Verbleiben der freiheitlich-demokratischen Ordnung besser als ein Staatssystem mit immer wechselnden Staatsoberhäuptern.
- Anhänger des Gottesgnadentums vertreten die Ansicht, dass der Gebieter beziehungsweise Thronprätendent von Gott zum Oberhaupt des Landes berufen sei.
Siehe auch
- Bund der Aufrechten
- Kaisertreue Jugend
- Konstitutionelle Monarchie
- Liste der Herrscherlisten
- Monarchismus
- Monarchisten in Deutschland
- Republik
- Tradition und Leben
Weblinks
| (TID 646251) | Wikiquote: Monarchie – Zitate |
(TID 223246)
| (TID 646251) | Wiktionary: Monarchie – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
Kaiser- und Königshäuser
Nimmer bestehende Monarchien sind hier mit einem * gekennzeichnet.
- Afghanistan *
- Äthiopien *
- Belgien
- Brasilien *
- Dänemark
- Deutschland *
- Griechenland *
- Großbritannien und Nordirland
- Indien *
- Japan
- Jordanien
- Serbien und Jugoslawien *
- Kambodscha
- Korea *
- Mexiko *
- Niederlande
- Norwegen
- Portugal *
- Schweden
- Spanien
Monarchisten in Deutschland
- Artikel von Karl-Otto Sattler auf www.das-Parlament.de
- Kaisertreue Jugend
- Monarchiefreunde
- Tradition und Leben e.V. (siehe Artikel Tradition und Leben)
Monarchismus weltweit
- Australian Monarchist League (Australien)
- Pró Monarquia (Brasilien)
- Alliance Royale (Frankreich)
- The British monarchy (Großbritannien)
- Hawaiian kingdom (Hawaii)
- Iraqi Constitutional Monarchy (Irak)
- The Imperial Iranian Guards (Iran)
- Irish High Kingship (Irland)
- לישכת הגזית – Lishkat haGazit (Israel)
- Alleanza Monarchica (Italien)
- Schwarz-Gelbe Allianz – Monarchistisches Parteiprojekt (Mitteleuropa)
- Schwarz-Gelbes Forum (Mitteleuropa)
- Monarchist League of New Zealand (Neuseeland)
- Akademischer Bund Katholisch Österreichischer Landsmannschaften (Österreich)
- Monarquia (Portugal)
- Aleanta pentru Monarhie (Rumänien)
- Всероссийский монархический центр – Allrussisches Monarchistenforum (Russland)
- Thai monarchy (Thailand)
- Koruna Česká (Tschechien)
- Monarchist Society of America (USA)
- Imperial Vietnam (Vietnam)af:Monargie
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