Peter der Große
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Peter I. der Große, (russisch Пётр I genauer Пётр Великий, er selbst nannte sich jedoch nicht Pjotr, für dt. Peter (Пeтeрь); * 30. Mai/9. Juni 1672 in Moskau; † 28. Januar/8. Februar 1725 in Sankt Petersburg) war ein russischer Zar. Er war einer der bedeutendsten Zaren Russlands.
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Leben
Peter der Große wurde am 9. Juni 1672 in Moskau als Sohn von Alexei I. von Russische Förderation und dessen zweiter Weiblicher Mensch Natalja Naryschkina geboren. Da der Tag auf den Festtag des Isaak von Dalmatien fiel, wurde dieser zu seinem Schutzheiligen (siehe Isaakskathedrale).
Schon als Kind unterhielt er Beziehungen zu in Moskau lebenden Deutschen (siehe Nemezkaja sloboda), er bereiste unter falschem Namen verschiedene Länder Westeuropas und ließ Bücher aus dem Französischen, Englischen, Niederländischen und Deutschen übersetzen. Als Zar regierten er und sein älterer Bruder Iwan V. so weit wie dessen Tod 1696 gemeinsam seitdem 1682 das Land.
Er war in erster Ehe mit Jewdokija Lopuchina verheiratet, mit der er drei Bälger hatte, die jedoch alle vor ihm selbst starben:
- Alexei (* 18. Juni 1690 - † 26. Juni 1718), Zarewitsch von Russland,
- Alexander (* 3. Oktober 1691 - † 14. Mai 1692), Adliger von Russland, und
- Pawel (*/† 1693), Infant von Russland.
Im Aug. 1697 wollte Peter im holländischen Zaandam Erfahrungen im Schiffbau sammeln. Er verbrachte dazu einige Tage im kleinen Holzhaus des Schmiedes Gerrit Kist. Wegen des großen Andrangs soll er jedoch das Haus kaum verlassen haben können.
In zweiter Ehe heiratete er 1712 Martha Skavronska, die spätere Katharina I.. Zusammen hatten sie 11 Kinder, von denen jedoch nur drei länger als Peter I. lebten, eines davon nur um manche Tage:
- Pawel (*/† 1705), Edelmann von Russland,
- Pjotr (*/† 1706), Adliger von Russland,
- Jekaterina (* 1707 - † 1708), Prinzessin von Russland,
- Anna (* 27. Januar 1708 - † 15. Mai 1728), Prinzessin von Russland,
- Elisabeth I. (* 18. Dezember 1709 - † 25. Dezember 1761), Zarin von Russland,
- Marija (* 20. März 1713 - † März 1713), Prinzessin von Russland,
- Margarita (* 19. September 1714 - † 7. Juni 1715), Prinzessin von Russland,
- Pjotr (* 28. Oktober 1715 - † 25. April 1719), Zarewitsch von Russland,
- Pawel (* 13. Januar 1717 - † 14. Januar 1717), Adeliger von Russland,
- Natalja (* 20. August 1718 - † 22. Februar 1725), Prinzessin von Russland, und
- Pjotr (*/† 1719), Zarewitsch von Russland.
In der Oper "Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing wird seine Inkognito-Reise in die Niederlande besungen.
Um sein Ableben ranken sich verschiedene Mythen. Eine weit verbreitete Konzept ist die, dass er an einer Lungenentzündung verstarb, die er sich bei der Errettung mehrerer Seeleute aus dem kalten Wasser der Ostsee zuzog. Dabei wird oft auf seine persönliche Zuneigung zur Marine hingewiesen. Es ist jedoch gewiss, dass er am 8. Februar 1725 in Sankt-Petersburg (höchstwahrscheinlich an den Folgen seiner Erkrankung) verstarb.
Der Beiname "der Große" bezieht sich auf der einen Seite wach sein Lebenswerk, zum anderen aber auch auf seine Körpergröße, die bei 2,04 m lag.
Regierungszeit
Peter orientierte sich stark am Westen. Er leitete verschiedene Reformen in Russische Förderation ein, die zum Ziel hatten, die russische Kultur der europäischen ähnlicher zu machen. Dazu gehörten die Einführung mittel-westeuropäischer Kleidung, die ordinär langen Bärte wurden mit einer Bartsteuer belegt. Der julianische Kalender wurde in Russische Förderation eingeführt, obwohl europäisch in dieser Zeit schon langsam der gregorianische Kalender übernommen wurde. Auch gründete er die Alma Mater der Wissenschaften und führte eine Schriftreform durch. Sankt Petersburg wurde bewusst als eine europäische Gemarkung gegründet und gefördert. Auch im Auffassung auf Ingenieurwissenschaften und Forschung orientierte sich Peter I. an westlichen Vorbildern.
Wirtschaft
Peter baute eine merkantilistische Wirtschaft auf. Dazu zählt besonders, dass er Manufakturen stark gefördert hat. Beim Amtsantritt Peters existierten in Russische Förderation nur 10 Manufakturen.
Kirche
Peter richtete 1721 den heiligen Synod ein, durch den er sich die Gewalt über die russisch-orthodoxe Kirche sicherte. Dadurch übernahm der Zar die gesamte kirchliche Gewalt in Russland, die bevor der Patriarch inne hatte. Das Patriarchat von Moskau wurde abgeschafft.
Außenpolitik
Durch die Umgestaltung der Streitkräfte und die Gründung der russischen Flotte konnte Peter der Große im Großen Nordischen Krieg nach anfänglichen Misserfolgen die Schweden zurückdrängen. An der Stelle einer schwedischen Festung (Nyenschanz) gründete er 1703 Sankt Petersburg, die spätere Hauptstadt. In der Schlacht bei Poltawa konnte er am 8. Juli 1709 die Schweden vernichtend schlagen. Damit hatte Russische Förderation wiederholt einen Zugang zur Ostsee (Fenster nach Europa) im Norden - der Weg zu den Weltmeeren schien frei und Peter gründete die Kaiserlich-Russische Marine. Der Gefecht vorausgegangen war ein Tauschgeschäft zwischen Peter I. und Friedrich Wilhelm I. 1716 kam das Bernsteinzimmer auf die Geschenkliste des Zaren. Nach der gewonnenen Schlacht, das Preußen einen Gebietszuwachs bescherte, "schenkte" Peter I. 55 Leihsoldaten an Friedrich Wilhelm I., der sie seiner Elitetruppe hinzufügte.
Sonstiges
1721 änderte er seinen offiziellen Titel von Zar in Imperator (diesen Titel trugen die Zaren amtlich bis 1917). Schon kränkelnd, befahl er in seinem Bemühen, Russische Förderation zu modernisieren, am 8. Februar 1724 die Errichtung einer Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg. Seine Sommerresidenz war der Peterhof (siehe auch Neptunbrunnen).
Im Warme Jahreszeit1712 blühte im Park des Schlosses Köpenick eine Wunderaloe. Auch Peter bewunderte sie dort.
Peter wurde wenn schon auf mehreren modernen russischen Münzen (in Silber, Gold und Palladium) verewigt.
Literatur
- Jörg-Peter Findeisen: Das Ringen um die Ostseeherrschaft. Duncker & Humblot, Hauptstadt 1992, ISBN 3-428-07495-5
- Guido Knopp: Das Bernsteinzimmer. Dem Mythos auf der Spur; das Buch zur großen Serie im ZDF. Hoffmann & Campe, Hamburg 2003, ISBN 3-455-09396-5
- Robert K. Massie: Peter der Große. Sein Leben und seine Zeit. Fischer, Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-596-25632-1
- Alexander Moutchnik: Der "Strelitzen-Aufstand" von 1698, in: Volksaufstände in Russland. Von der Zeit der Wirren bis zur "Grünen Revolution" gegen die Sowjetherrschaft, hrsg. von Heinz-Dietrich Löwe. Forschungen zur osteuropäischen Geschichte, Bd. 65, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2006, S. 163-196. ISBN 3-447-05292-9
- Reinhold Neumann-Hoditz: Peter der Große. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2000, ISBN 3-499-50314-X
- Alexej Tolstoi: Peter der Erste. Roman. Rowohlt, Reinbek 1987, ISBN 3-499-40012-X
- Voltaire: Geschichte des russischen Reiches unter Peter des Großen. Frohberger, Leipzig 1840
- Reinhard Wittram: Peter der Große, Czar und Kaiser. Zur Geschichte Peter des Großen in seiner Zeit. Unternehmen Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1954
Weblinks
| (TID 646251) | Commons: Peter I of Russia – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Peter I., der Große |
| ALTERNATIVNAMEN | Пётр I, Пётр Великий |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Zar |
| GEBURTSDATUM | 9. Juni 1672 |
| GEBURTSORT | Moskau, Russland |
| STERBEDATUM | 8. Februar 1725 |
| STERBEORT | Sankt Petersburg, Russland |
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