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Philosophie

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Bild:Auguste Rodin - Grubleren 2005-02.jpg
Auguste Rodin, „Der Denker“ (1880-82) vor der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen. Überzeitliche Darstellung eines Menschen, der in die Tätigkeit des Denkens vertieft ist, gleichzeitig angespannt wie nach innerhalb gewandt.
Die Philosophie (altgriech. φιλοσοφία

(TID 362993)

, philosophia, wörtlich „Liebe zur Weisheit“) hat im Gegensatz zu den einzelnen Wissenschaften keinen begrenzten Gegenstandsbereich. Allgemein könnte man sie als den Versuch der kritisch-rationalen Selbstüberprüfung des Denkens bezeichnen, als eine methodische Reflexion. Jedweder Versuch, den Begriff „Philosophie“ zu definieren oder den Bereich der Philosophie näher einzugrenzen, ist schon Gegenstand der Philosophie selbst.

Der Beginn des philosophischen Denkens im 6. vorchristlichen Jahrhundert markiert den eigentlichen Anfang der europäischen Geistesgeschichte. In Grenze zum Mythos entfaltete sich die ursprüngliche Einheit der menschlichen Denktätigkeit in eigenständige Bereiche. Im Lauf der Jahrhunderte differenzierten sich die unterschiedlichen Methoden und Disziplinen der Welterschließung, indem sich die einzelnen Wissenschaften nach und nach aus der Philosophie ausgliederten.

Als Kerngebiete der Philosophie können die Logik (als die Forschung vom folgerichtigen Denken), die Ethik (als die Forschung vom rechten Handeln) und die Metaphysik (als die Forschung von den ersten Gründen des Seins und der Wirklichkeit) betrachtet werden; übrige Grunddisziplinen sind die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, die sich mit den Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns insgesamt bzw. speziell in den unterschiedlichen Einzelwissenschaften beschäftigen.

(TID 508339)


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein, oder bin ich ein Mensch, der gerade von einem Schmetterling träumt?“ - Zhuāngzi<ref>ZhuÄngzi (vgl. Artikel). Als Parabel ist dieses Grund von dem Sufi-Lehrer Idries Shah ausgearbeitet worden.</ref>

In dem populären Film Die Matrix (1999) erwacht die Charakter eines Tages in einem Tank mit Nährlösung, angeschlossen an eine Maschine und sieht sich mit der bitteren Wahrhaftigkeit konfrontiert, dass sein ganzes vermeintliches Leben und alles, was er für die Realität gehalten hat, nur eine Computersimulation gewesen ist. Ein „Unbehagen“, das ihn schon sein ganzes Leben begleitet hatte, führte ihn letztlich zu dieser Erfahrung des „Erwachens“ in einer anderen Welt.

Wie können wir sicher sein, dass all das, was wir erleben, wirklich stattfindet; von wo wissen wir, dass wir nicht träumen, in einer virtuellen Welt inhaftiert sind oder von einem bösen Dämon getäuscht werden? Wieso stellt sich uns die Welt genau so dar, wie wir sie auffinden und nicht anders? Der Augenblick, in dem das bis dato fraglos Hingenommene fragwürdig wird, ist der Geburtsmoment der Philosophie. Das Sich-Wundern, das kindliche Bestaunen oder das Unbehagen an der Welt: all dies kann der Beginn philosophischen Denkens sein. Der antike Philosoph Platon hielt über diese ursprüngliche Neugierde des Leute fest:

„Das Staunen ist die Einstellung eines Mannes, der die Weisheit wahrhaft liebt, ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen“<ref>Platon, Theaitetos 155 D</ref>, und auch sein Schüler Aristoteles stellte fest: „Staunen veranlasste zuerst – wie noch heute – die Menschen zum Philosophieren.“<ref>Aristoteles, Metaphysik I 2, 982 b 12</ref>

Ein wichtiger Grundzug der Philosophie ist das Fragen, besonders auch das Infragestellen des scheinbar Zweifelsfreien und Selbstverständlichen. Menschen, denen was auch immerselbstverständlich erscheint, finden nicht zur Philosophie.

Was ist Philosophie?

Bild:Europa-philosophen-1-800.png
Übersicht über die Hauptwirkungsstätten einiger bedeutender Philosophen in Europa.

Die Frage, was Philosophie eigentlich ist, ist schon eine philosophische Frage. Philosophie ist nicht in eine allgemeingültige, feste Erklärung zu bringen. Es lässt sich wenigstens keine finden, der alle Philosophen uneingeschränkt zustimmen könnten, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Sachen entwickelt. Daher gibt es haarscharf so zahlreiche Antworten auf diese Frage, wie es Philosophen gibt. Allen gemeinsam ist jedoch die Bedeutung der kritisch-rationalen Selbstüberprüfung des Denkens. Die Verwendung des Begriffs „Philosophie“ in der Geschichte füllt im Historischen Wörterbuch der Philosophie so zig Spalten, dass dieser Artikel als eigenständiges Buch publiziert wurde. Carl Friedrich von Weizsäcker hat es einmal so formuliert: „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“<ref>Carl Friedrich von Weizsäcker, Die Einheit der Natur (1971)</ref>

Für gewöhnlich beschäftigt sich die Philosophie auf der einen Seite damit, die Methoden, Prinzipien und Gültigkeit aller Erkenntnis, Argumente und Theorien – und damit auch aller Wissenschaft – zu untersuchen, zum anderen damit, die Summe allen menschlichen Wissens zu ordnen und zu einem hypothetisch begründeten einheitlichen Weltbild zusammenzuführen. In dieses Weltganze verortet sie den Leute und überdenkt dabei die menschlichen Werte, Rechte und Pflichten. Die Auseinandersetzung mit Standpunkten, die schon in früheren Zeiten einmal entwickelt und vertreten wurden, spielt dabei immerzu eine grundlegende Rolle.

So verstanden ist Philosophie eine Grundlagenwissenschaft. Philosophisches Nachdenken und In-Fragestellen hat die Wissenschaften zeitlebens befruchtet und in ihrer Entwicklung gefördert. Derartige philosophische Fragen können ganz neuartige Forschungsfragen in den einzelnen Wissenschaften auf den Weg bringen: sie leisten einen Beitrag zur Hypothesenbildung. Keine Lehre ist ohne eine ihr zu Grunde liegende philosophische Perspektive denkbar: sei es die These sämtlicher Naturwissenschaften, dass alle Erscheinungen allgemein gültigen Gesetzen unterliegen, sei es die Annahme der Geschichtswissenschaften, dass historische Ereignisse für die Gegenwart bedeutsam sind.

Man kann die Philosophie auch als „Prinzipienwissenschaft“ bezeichnen, das heißt, sie behandelt nicht nur die konkreten Gegenstände, zugunsten auch, wie was auch immer zustande kommt. Am offensichtlichsten kommt dies in der Wissenschaftstheorie zum Tragen, die die Grundlagen aller wissenschaftlichen Erkenntnis behandelt und somit auf alle anderen wissenschaftlichen Disziplinen Einfluss nimmt.

Methoden

Die Methoden der Philosophie umfassen verschiedene geistige Bemühungen. "Geistige Bemühungen" heißen in der Fachterminologie dabei Denkrichtungen, Denktraditionen, Denkschulen, denn um das Denken geht des beim Monolog führen immer. Denken kann Nach-Denken, Analysieren sein oder auch Überprüfen von Argumenten mit Hilfe der Mittel des vernünftig-rationalen, kritischen Denkens. Die Philosophie stellt Fragen von einer Art, die die Wissenschaften (bisher) nicht beantwortet haben oder durch Versuche, Berechnungen oder alternative Forschungen so nicht reagieren werden bzw. können. Derartige Fragen können aber den Gang des Forschens leiten. Der Blick der Philosophie richtet sich letztlich immer auch auf den Menschen selbst und die ihn umgebende Welt. Sie wird also nicht um ihrer selbst, stattdessen um des Volk willen betrieben. Dennoch sind die Antworten, die sie findet, praktisch nie allgemein anerkannte, für bedürfen der ständig neuen Formulierung. Dies ist ein in sich nicht abschließbarer Prozess, der immer in Bewegung ist.

Aus sich hervor kann die Philosophie dem methodischen Zweifel keine Grenzen setzen: Sie stellt radikal was auch immer in Frage – selbst sich selbst. Dadurch beginnt die Philosophie (und sämtliche Philosophierende) quasi oft bei Null, da jede einzelne Aussage wieder und wieder hinterfragt werden kann und muss. Es ist geboten, was auch immer zu bezweifeln, außer dem Zweifel selbst. Der philosophische Diskurs ist daher ein nie endendes, kontroverses Gespräch über die Jahrhunderte hinweg.

Grundsätzlich gewähren sich zwei Ansätze bzw. Bereiche des „professionellen“ Philosophierens unterscheiden: die historische und die systematische Vorgehensweise:

  • Historisch arbeitet die Philosophie dann, wenn sie versucht, die Positionen und Thesen von Denkern wie Platon, Thomas von Aquin oder Immanuel Kant zu rekonstruieren, zu verstehen und zu interpretieren. Auch die Herausarbeitung bestimmter philosophischer Strömungen oder Auseinandersetzungen in der Geschichte gehört hierzu.
  • Systematisch geht die Philosophie vor, wenn sie versucht, zu einem bestimmten Problemkreis Standpunkte zu vertreten, Fragen innerhalb der verschiedenen philosophischen Disziplinen zu Stellung nehmen oder die offenen bzw. unausgesprochenen Voraussetzungen einer bestimmten Fragestellung oder Behauptung zu verstehen; oder wenn sie sich darum bemüht, überhaupt erst die verwendeten Begriffe in bestimmten Fragen, Thesen oder Positionen zu klären. Lautet die Fragestellung etwa „Hat der Mensch einen freien Willen?“, so müssen für eine Antwort zunächst die Begriffe des „Willens“, der „Freiheit“ und des „Menschseins“ – vielleicht wenn schon die Bedeutung von „haben“ – einer genauen Bedeutungsanalyse unterzogen werden.

Die historischen und die systematischen Herangehensweisen bzw. Bereiche sind dabei in der Regel durch das jeweilige Ziel der philosophischen Untersuchungen voneinander abgrenzbar. Diverse Philosophen und Philosophinnen abgrasen allerdings auf beiden Gebieten. Dies ergänzt sich insofern, als die Schriften herausragender philosophischer Autoren auch für das systematische Nachdenken hilfreiche Überlegungen enthalten. Außerdem können in vielen Fällen die heutigen Fragen nur dann präzise gestellt und beantwortet werden, wenn der historische Hintergrund für ihr Entstehen und die seither für die Therapie des Problems entwickelte Begrifflichkeit verstanden werden.

Sinn

Bild:Wither - Emblem Wisdom.jpg
Weisheits-Emblem (1635), Detail: „SAPIENS DOMINABITUR ASTRIS“. Wer wahre Klugheit erlangt, wird Mensch über Himmel und Erde sein.

Das Ausüben von Philosophie vermag schwerlich auf einen direkt verwertbaren Nutzen abzuzielen, für dient zunächst ausschließlich der Klärung theoretischer Sachverhalten zum Zwecke des Erkenntnisgewinns.

Ein großer Gewinn des Philosophierens besteht in der Fortbildung des Denkens und des Argumentierens, denn plus in methodischer Hinsicht plus im sprachlichen Ausdruck werden strenge Anforderungen an die Philosophierenden gestellt. Weiterhin lehrt die Beschäftigung mit der Philosophie die gegenwärtigen und vergangenen philosophischen Probleme und Debatten. In der akademischen Ausbildung wird weiters Wert darauf gelegt, dass die Philosophierenden, den Regeln der wissenschaftlich betriebenen Philosophie entsprechend, an den unterschiedlichen philosophischen Diskursen teilnehmen können.

Philosophisch gebildete Volk unterscheiden sich von den übrigen nicht darin, dass ihnen mehr (nützliches) Wissen zur Verfügung stünde. Sie sollten allerdings in der Regel über einen besseren Überblick über die Argumente verfügen, die in einer philosophischen Debatte bezüglich eines bestimmten Diskussionsgegenstands schon vorgebracht wurden. So kann es etwa hilfreich sein, bei einem zurzeit diskutierten Problem (z. B. Euthanasie) danach zu fragen, welche Antwortmöglichkeiten die Philosophie in den letzten 2500 Jahren bislang dazu angeboten hat und welche Auseinandersetzungen es um diese Vorschläge schon gab.

Andere sinnvolle Anwendungen und Aufgaben der Philosophie bestehen darin,

  • die Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen, die die einzelnen Wissenschaften verwenden, zu thematisieren. So fragt die Philosophie etwa, was den Begriff „Würde“ ausmacht, den die Rechtswissenschaften oder die Soziologie voraussetzen.
  • die unausgesprochenen Begriffe, Fragen, Thesen und Positionen herauszuarbeiten, die den anderen Wissenschaften „unsichtbar“ zugrunde liegen. So fragt etwa die Erkenntnistheorie „Was können wir wissen?“ und untersucht dabei auch den Begriff und die Grundlagen und Bedingungen von Wissen überhaupt.
  • die Fragen nach dem historischen Denken vergangener Zeiten zu beantworten, auf die die überlieferten Artefakte im Museum keine Antworten zu geben vermögen.
  • die kulturellen Grundlagen der heutigen Zeit besser verstehen zu können.
  • durch die Kenntnis historischer philosophischer Fragen, Thesen, Argumente und Positionen die denkerischen Probleme unserer Zeit besser verstehen und lösen zu können.

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Formen des Philosophierens

Grundsätzlich möglich machen sich drei verschiedene Arten des Philosophierens unterscheiden: die Philosophie als Streben nach Weltweisheit, die Philosophie als Lebensweise und die akademische Philosophie.

Philosophie als Streben nach Weltweisheit

Philosophie als das Streben nach Weltweisheit ist diejenige Philosophie, die sich mit den philosophischen Sachverhalten beschäftigt, die jedermann interessieren. Im Alltag können das verschiedene, für den Einzelnen bedeutsame Gegenstände sein, beispielsweise „Was ist (für mich) das gute Leben?“. Meist handelt es sich um allgemein diskutierte oder gesellschaftlich relevante Fragen. Die Probleme abstammen dabei in der Regel nicht aus dem philosophischen, anstatt aus dem öffentlichen Diskurs.

Von anderen Herangehensweisen – wie etwa dem Reagieren dieser Fragen mit gesellschaftlichen oder religiösen Traditionen – unterscheidet sich die Philosophie insofern, als sie sich bei deren Klärung im weitesten Sinne rationaler, das heißt (allein) auf vernunftgemäßes Denken gestützter Methoden bedient.

Philosophie als Lebensweise

Bild:Gerome - Diogenes.jpg
Jean-Léon Gérôme, „Diogenes“, 1860. Die Kyniker verstanden Philosophie als radikale Lebensform, die sich durch Bedürfnis- und Kompromisslosigkeit auszeichnet; Diogenes soll nackt in einer Fass gelebt haben. (Phantasiedarstellung)

Oft haben Philosophen sich darum bemüht, ihr Denken und ihr Leben in Übereinstimmung zu bringen (Wahrhaftigkeit). Besonders in der Antike waren der Gleichgestimmtheit von Modell und Praxis in der Philosophie häufig von großer Bedeutung. Die Auffassung der Alten lässt sich zugespitzt so auf den Punkt bringen: nur wer „richtig“ denkt, der kann auch „richtig“ leben, vermag weise zu handeln.

Die Leitfrage dieser Art von Philosophie lautet: „Worin besteht das gute Leben?“ Um Weisheit und die Umsetzung eines Ideals vom rechten Leben bemühten sich etwa die Philosophen der Stoa, des Epikureismus und die Kyniker. Dass es sich bei allem Nachdenken nicht allein um Bücherschreiben und Bücherlesen handelt, zeigt erstens das große Vorbild des Sokrates, der nie ein Buch geschrieben und seine Zeit mit Gesprächen verbracht hat. Der Kyniker Diogenes verdeutlichte durch seine radikale Lebensweise das Ideal der Übereinstimmung von Denken und Tun.

Zu aller gelebten Philosophie gehören Muße und Ruhe, freie Zeit zur Selbstbesinnung, zum Nachdenken über das Leben der Leute in der Welt und über den Gang des Denkens selbst. Noch unser Wort „Schule“ geht auf das griechische Wort für Muße (griech.: scholé) zurück. Bei der Philosophie als Lebensform geht es also erst einmal auch darum, sich selbst als Mensch zu formen (zu „bilden“) und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, das durch selbst gewonnene, vernünftige Einsichten geprägt ist.

Philosophie als Wissenschaft

Ihre Neugier machte die Philosophie zur „Mutter aller Wissenschaften“. Dies gilt sowie historisch, da aus ihr alle anderen Wissenschaften denkrichtig wurden, sowie systematisch, da sie als Metawissenschaft über die Aufgaben und Möglichkeiten aller Wissenschaften reflektiert.

In der philosophischen Ausbildung an der Universität ist die wissenschaftliche Philosophie dieser Tage die einzige der drei Formen, die noch gelehrt wird. Natürlich bietet der akademische Betrieb mit seiner Verwissenschaftlichung auch nicht den Rahmen, um eine umfassende „Erziehung des Volk zum Menschen“ zu leisten.

Das akademische Nachdenken unterscheidet sich vom alltäglichen Nachdenken nicht in der Regel durch die Fragen, statt eher durch den Rahmen – in der Regel die Universität – und durch bestimmte Formen der Aus- und Grenzlinie philosophischer Tätigkeit. Es Gültigkeit haben verschiedene Übereinkünfte über die Formen des Argumentierens und der wissenschaftlichen Publikation sowie die zugelassene Fachterminologie. Die Tätigkeiten des szientifisch Philosophierenden umfassen dabei die Prüfung der Voraussetzungen einer Position, das Rekonstruieren und Widerlegen von Argumenten, die genaue Analyse und Unterscheidung von Begriffen, die eigene Positionierung und die Begründung für oder gegen Thesen.

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Begriffs- und Wissenschaftsgeschichte

Zum Begriff

Der Begriff „Philosophie“, zusammengesetzt aus griech. φίλος „Freund“ und σοφία „Weisheit“, bedeutet wörtlich „Liebe zur Weisheit“ bzw. einfach „zum Wissen“ – denn sophía bezeichnete ursprünglich jede Fertigkeit oder Sachkunde, auch handwerkliche und technische. Das Zeitwort philosophieren taucht zum ersten Mal bei Herodot (I,30,2) auf, wo es zur Anleitung des Wissensdurstes Solons dient. Dass Heraklit schon den Begriff philosophos verwendete (Fragment 35 DK), ist nicht anzunehmen. In der Antike pflegte man die Einführung des Begriffs Philosophie Pythagoras von Samos zuzuschreiben, denn der Platoniker Herakleides Pontikos überlieferte eine Erzählung, worauf Pythagoras gesagt hat, nur ein Gott besitze wahre sophía, der Mensch könne nur nach ihr streben. Hier ist mit sophía schon metaphysisches Wissen gemeint. Die Glaubwürdigkeit dieses (nur mehrstufig und unvollständig überlieferten) Berichts des Herakleides ist in der Wissenschaft umstritten. Erst bei Platon eintunken die Begriffe Philosoph und philosophieren eindeutig in diesem von Herakleides gemeinten Sinne auf, namentlich in Platons Wortwechsel Phaidros (278d), wo festgestellt wird, dass Monolog führen und Vermögen der Klugheit sich ausschließen und letzterer nur Gott zukomme.

Ursprünglich bezog sich der Begriff „Philosophie“ auf eine Denktradition, die vom antiken Griechenland ausging. Philosophie wurde im Laufe ihrer Geschichte als Streben nach Weisheit, Offenheit und Erkenntnis (Hobbes, Locke, Berkeley), nach dem Guten, Verewigen und Schönen (Platon) definiert. Sie forsche nach den obersten Prinzipien (Aristoteles) und ziele auf den Erwerb erhalten Wissens (Platon). Sie ringe um die Erkenntnis aller Dinge, auch der unsichtbaren (Paracelsus), sei Lehre aller Möglichkeit (Wolff) und vom Absoluten (Fichte, Schelling, Hegel). Sie ordne und verbinde alle Forschung (Kant, Mach, Wundt), stelle die „Wissenschaft aller Wissenschaften“ dar (Fechner). Die Analyse, Bearbeitung und exakte Bestimmung von Begriffen stünde in ihrem Mittelpunkt (Sokrates, Kant, Herbart). Philosophie sei jedoch zugleich auch die Kunst, Sterben zu erlernen (Platon), normative Wertlehre (Windelband), das vernunftgemäße Streben nach Glückseligkeit (Epikur, Shaftesbury) bzw. das Streben nach Freundlichkeit und Tüchtigkeit (Stoa).

In diesen Tagen werden auch asiatische Denktraditionen (östliche Philosophie) und eher religiöse Weltanschauungen als „Philosophie“ bezeichnet. Nahe taucht der Begriff in jüngerer Zeit im Wirtschafts-Jargon und in der Technik als Synonym für Strategie oder aberGesamtkonzept auf (Unternehmensphilosophie, Designphilosophie).

Fachwissenschaft und Selbstverständnis

Das Selbstverständnis der Philosophie als Fachwissenschaft hat sich im Laufe ihrer Geschichte wieder und wieder gewandelt. Die ersten Philosophen, die sich selbst so bezeichneten – Platon und Sokrates – verstanden die Philosophie als Alternative zur mythischen Religion und ihrer Ordnung. Indem sich der Mensch durch Monolog führen die Welt selbst erklärte, emanzipierte er sich von der Welt des Aberglaubens, der Priesterherrschaft und der Götter. Schon die Naturphilosophie der Vorsokratiker hatte diese Ziele partiell verfolgt. Während die klassischen Philosophen zweckfrei nach den höchsten Idealen, etwa nach Erkenntnis und Schlauheit strebten, boten die Sophisten ihren Ausbildung gegen Auszahlung an und machten wohlhabene Bürger sozusagen in „Management- und Rhetorikkursen“ für ihre Führungsaufgaben in der Gesellschaft tauglich.

Bild:Septem-artes-liberales Herrad-von-Landsberg Hortus-delicarium 1180.jpg
„Die Philosophie thront mitten unter der Sieben Freien Künste“ – Darstellung aus dem Hortus deliciarum der Herrad von Landsberg (12. Jh.)

In Spätantike und frühem Mittelalter kam es europäisch und Vorderasien zu einer Verschmelzung von Philosophie und den großen monotheistischen Religionen, d. h. mit dem Islam, Juden- und Christentum. In Westeuropa dominierte dabei nachhaltig das Bild der Philosophie als einer „Magd der Theologie“ (ancilla theologiae), also als Hilfswissenschaft, die die göttlichen Offenbarungen mit Hilfe der reinen Vernunft argumentativ stützen sollte. An den im MA neu entstehenden Universitäten wird die Philosophie zu einem grundlegenden ("propädeutischen") Lehrfach. Der Kern der Studiums war durch die so genannten Artes liberales bestimmt, zu denen „Grammatik“, „Dialektik“, „Rhetorik“ sowie „Geometrie“, „Arithmetik“, „Astronomie“ und „Musik“ gehörten. Ein erster Abschluss in diesem studium generale an der so genannten Artistenfakultät war notwendig, um höhere Studien aufnehmen zu können (daher noch in diesen Tagen die Bezeichnungen der akademischen Grade des B.A., M.A., Ph.D. besser gesagtDr. phil.). Die Philosophie war also hauptsächlich ein unabhängiges, hierarchisch untergeordnetes Grundlagenfach zur Vorbereitung und Zugangsvoraussetzung für die berufsvorbereitenden Studien.

Als die aristotelischen Beibringen im 13. Jahrhundert sich wiederholt im Okzident verbreiteten, führte dies zu einer Aufwertung der Philosophie. Thomas von Aquin führte die ältere, hauptsächlich auf Platon gestützte Philosophie mit der des Aristoteles und mit der christlichen Religionswissenschaft und Naturphilosophie zu einer philosophiegeschichtlich besonders wirksamen Zusammenfügung harmonisch zusammen (Summa theologica). Gleichzeitig bedeutete dies einen Aufschwung der Empirie, womit die langsame Trennung von Glauben und Forschung einsetzte.

Einsetzend mit der Rückkehr erfolgte in der Neuzeit eine schrittweise Säkularisierung, die zu einer grundlegenden Spaltung von Wissenschaft, Geisteswissenschaft und Philosophie führte. Seit den Zeiten des Renaissance-Humanismus und der Aufklärung setzte sich die Philosophie bis in die Gegenwart rein meist kritisch mit der Gottesglauben auseinander, grenzte sich von ihr ab und betrachtet sich dieser in der Regel als überlegen. Das schließt jedoch nicht aus, dass es wieder und wieder mathematisch und naturwissenschaftlich hoch gebildete Philosophen von Blaise Programmiersprache bis Carl Friedrich von Weizsäcker gibt, die ihre Positionen aus einem tiefen Glauben hervor begründen.

Erstmal in bestimmten Phasen der Neuzeit wurde die Philosophie als eine allen Einzelwissenschaften übergeordnete Universalwissenschaft begriffen, die, um die Wirklichkeit als Ganzes zu erfassen und zu den letzten Ursachen und Prinzipien vorzudringen, ewiggültige, allgemeine Wahrheiten aufdeckt und zugänglich macht (Philosophia perennis). Noch bis ins 18. Jahrhundert rein blieb die Philosophie eine der klassischen Fakultäten anliegend Theologie, Medizin und Recht. Weiterhin war eine grundlegende Ausbildung in Philosophie erforderlich, vor sich die Studenten z. B. naturwissenschaftlichen Fragen und Forschungen zuwenden durften. An Kompromiss finden konservativen Universitäten ist ein „Philosophicum“ im Grundstudium bis zum heutigen Tag für alle Studenten Pflicht.

Im 19. Jahrhundert begann dann immer mehr die Verselbständigung zunächst der Naturwissenschaften und später auch der philologischen und der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Die philosophischen Lehrstühle gerieten im 19. und 20. Jahrhundert in ihrer inhaltlichen Kalibrierung kumulativ unter den Spezialisierungsdruck der sich verselbständigenden Fachwissenschaften. In der Moderne verblieb der Philosophie zeitweise nur die Aufgabe der Reflexion der Fachwissenschaften und die Diskussion über deren Voraussetzungen. So findet der Meinungsaustausch der Philosophie an den Universitäten häufig nicht nur von der Religion, für auch von den Sozialwissenschaften, von Literatur und Kniff weitgehend geteilt als theoretische Philosophie mit einer starken Betonung von Wissenschaftstheorie, Sprachanalyse und Dialektik statt.

Die moderne Fachwissenschaft Philosophie zieht ihre Rechtfertigung aus dem Anspruch, philosophische Methoden könnten auch für alternative Wissens- und Praxisgebiete hilfreich sein. Darüber auf betrachten die Philosophen die Erörterung ethischer Themen und Grundsatzfragen als ihr ureigenes Gebiet. Die Universitäten sind in ihrem Selbstverständnis gegenwärtig durch die Vermittlung der traditionellen philosophischen Disziplinen Logik, Ethik, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie und Philosophiegeschichte passend der Lehrerausbildung geprägt. Dennoch gibt es auch in der „Fachwissenschaft Philosophie“ aber und abermal Impulse, am öffentlichen Meinungsaustausch der Gegenwart teilzunehmen wie z.B. in ethischen Fragen zur Technik, zur Ökologie, zur Genetik, in der Medizin oder in der interkulturellen Philosophie.

Angrenzend der universitären Philosophie gab es jedoch auch immer eigenständige Denker außerhalb der Institutionen. Seit die Aufklärer Voltaire, Rousseau und Diderot (als Impulsgeber der Enzyklopädie mit dem Ziel der Aufklärung durch Wissen) in Französische Republikphilosophes genannt wurden, verstand man unterhalb in der Überlieferung von Montaigne allgemein auch gelehrte Schriftsteller, die sich über populäre, also über Themen von allgemeinem öffentlichen Interesse äußerten – so auch Universalgelehrte wie Goethe und Schiller. Denkern des 18. und 19. Jahrhunderts wie Adam Smith, Abraham Lincoln, Jean Paul, Friedrich Nietzsche, Emile Zola, Leo Tolstoj, Karl Marx, Sigmund Freud oder Søren Kierkegaard war gemeinsam, dass sie allesamt nicht an eine Universität angebunden waren und keine akademische Schul-Philosophie betrieben. Dennoch gingen von ihnen in der Öffentlichkeit viel beachtete philosophische Impulse aus und sie reflektierten die Philosophiegeschichte eigenständig - korrespondierend mit den in der Gegenwart viel gelesenen, aber sehr unterschiedlichen Denkern wie Ernst Jünger, Robert Jungk, Paul Watzlawick, Umberto Eco oder aberPeter Sloterdijk.

Eine recht neue Entwicklung sind die Philosophischen Praxen, die eine Alternative zu anderen Beratungs- und Orientierungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft anbieten wollen.

Gerücht: Xbox 360 erscheint als Slim-Version: Schon länger gibt es Spekulationen über eine neue Version der Xbox 360, jetzt sind Fotos aus chinesischen Quellen aufgetaucht, auf denen angeblich eine neue Hauptplatine für die Konsole zu sehen ist. 2009 haben sich bei der PS3-Slim ähnliche Bilder später immerhin als echt herausgestellt. (Sony, Xbox 360)... Weiterlesen!

N24 Dokumentation - Fünf Jahre auf dem Mars : Als 2004 die beiden NASA-Raumsonden Spirit und Opportunity auf dem Mars landeten, ging man von einer maximal sechsmonatigen Mission aus. Ihr Auftrag: die Suche nach Wasser auf dem roten Planeten. ... Weiterlesen!

Gegenstände der Philosophie

Systematische Gegenstände

Bild:Systematik-Philosophie.png
Übersicht über die Disziplinen der Philosophie, Schema in Anlehnung an die Regelmäßigkeit des Aristoteles.

Die Philosophie wird üblicherweise in einen theoretischen und einen praktischen Gegenstandsbereich unterteilt. Die theoretische Philosophie untersucht dabei die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens und die allgemeinen Strukturen des menschlichen Bewusstseins. Außerdem sind allgemeingültige Postulieren über das Sein Gegenstand des philosophischen Denkens. Disziplinen sind u. a. Ontologie, Metaphysik, Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie. Die praktische Philosophie beschäftigt sich im Unterschied dazu mit Bereichen, die direkte Auswirkungen auf das praktische Leben haben können. Disziplinen sind u. a. Ethik, Rechtsphilosophie, politische Philosophie und Sozialphilosophie.

Auch wenn sich der Bereich, den die Philosophie in der Gesamtheit umfasst, in gewissem Sinne nicht abgrenzen lässt (da sie „alles“ behandelt), gibt es doch bestimmte Domänen, in denen sie hauptsächlich tätig ist. Der Philosoph Immanuel Kant hat diese einmal in den folgenden Fragen zusammengefasst:<ref>Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, II 2 2</ref>

  1. Was kann ich wissen?
  2. Was soll ich tun?
  3. Was darf ich hoffen?
  4. Was ist der Mensch?

Etwas weniger allgemein gestellt, können diese Fragen dann auch so lauten:

  1. Wie können wir zu Erkenntnis gelangen und wie sind diese Erkenntnisse einzuschätzen? (Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Logik)
  2. Wie sollen wir handeln? (Ethik)
  3. Was ist die Welt? Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? Gibt es einen Gott? Steuert die Geschichte auf ein Ziel zu und wenn ja auf welches? (Metaphysik, Religions- und Geschichtsphilosophie)
  4. Was sind wir für Wesen? In welchem Verhältnis stehen wir zu der Welt, die wir vorfinden? (Philosophische Anthropologie, Kultur- und Sozialphilosophie, Ästhetik)

Im Weiteren werden einige der wichtigsten philosophischen Disziplinen vorgestellt, die sich dieser Fragen annehmen. Die vorgestellte Folge orientiert sich dabei an der traditionellen Unterscheidung zwischen der theoretischen und praktischen Philosophie, ergänzt durch die wissenschaftsübergreifenden Entwicklungen der letzten Jahrzehnte.

Theoretische Philosophie

Logik, Epistemologie und Metaphysik streiten gleichermaßen um die Krone der obersten wissenschaftlichen Disziplin. Alle drei einfordern mehr oder weniger, die letzten und unhintergehbaren Grundlagen allen Denkens und aller Wahrheit, d. h. die fundamentalsten Gesetze und Strukturen der Realität darstellen zu können.

Logik

Die Logik - die als Metawissenschaft über die Philosophie hinausweist - beschäftigt sich hauptsächlich mit bestimmten allgemeinen Gesetzen des Denkens, gerade den Schlussfolgerungen (Konklusionen), die man aus bestimmten Voraussetzungen (Prämissen) ziehen kann oder eben nicht ziehen kann (Fehlschlüsse). Damit schafft sie die Grundlage einer bedeutungsvollen zwischenmenschlichen Kommunikation, in der sinnvolle von sinnlosen Folgerungen unterschieden werden können. Sie ist Voraussetzung für die Möglichkeit von Wissenschaft überhaupt.

Während der Ausdruck „Logik“ in früheren Zeiten in unterschiedlichster Weise getragen wurde, macht die Modell des korrekten Folgerns, gerade die formale Logik, unumstritten den Kern der modernen Analytik aus. Inwieweit sich Logistik auch auf nicht-mathematische Gebiete ausdehnt (z. B. Argumentationstheorie, Sprechakttheorie) ist dennoch umstritten.

Zu den wichtigsten Logikern der Philosophiegeschichte zählen Aristoteles, Gottlob Frege, Bertrand Russell mit Alfred N. Whitehead und Kurt Gödel.

Erkenntniskritik und Erkenntnistheorie

Die Erkenntniskritik genug an die grundsätzliche Bedeutung der Analytik heran. Seit der „Kopernikanischen Wende“ in der Philosophie durch Immanuel Kant stellt sie deren fundamentalste Disziplin dar. Sie untersucht die grundsätzlichen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen der menschlichen Erkenntnis. Unterschiedlich als die Erkenntnistheorie, die auch das Zustandekommen und den Verlauf der menschlichen Erkenntnistätigkeit untersucht, behandelt die Erkenntniskritik nur die „Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis“.

Bild:System-der-kenntnisse-des-menschen.jpg
Figürlich dargestelltes System der Kenntnisse des Leute (deutsche Übersetzung des „Stammbaums menschlichen Wissens“ zu Beginn von Band 1 der Encyclopédie von D'Alembert und Diderot (1751).

Die Erkenntnistheorie in der Gesamtheit fragt allgemein nach den Möglichkeiten, Erkenntnisse zu erlangen und zu sichern. So befasst sie sich etwa mit den Problemen, wie sich die Wahrheit oder etwaFalschheit von Theorien überprüfen lassen. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit stellt sie ebenso auf den Prüfstand, wie den Einfluss von Sprache und Denken auf den Erkenntnisvorgang. Außerdem versucht sie, die Grenzen der Erkenntnis abzustecken und zu definieren, was in der Regel als „wissenschaftlich“ bezeichnet werden kann.

Wichtige Erkenntistheoretiker waren u. a. Platon, Aristoteles, René Descartes, John Locke, David Hume, Immanuel Kant, Auguste Comte, Edmund Husserl und Ludwig Wittgenstein.

Wissenschaftstheorie

Die Wissenschaftstheorie ist eng verbunden mit der Epistemologie und analysiert bzw. postuliert die Voraussetzungen, Methoden und Ziele von Wissenschaft. Sie legt zuvor die Kriterien für die Begriffe „Wissenschaft“ und „wissenschaftlich“ fest und grenzt sie damit von Para- und Pseudowissenschaften ab. Dazu gehören grundlegende, selbst nicht auf wissenschaftliche Weise zu rechtfertigende methodische Vorgaben, etwa die Bedingung der Reproduzierbarkeit von Experimenten, das Ökonomieprinzip (Ockhams Rasiermesser), das Prinzip der Falsifizierbarkeit als Voraussetzung für sinnvolle wissenschaftliche Postulieren oder die mögliche Gleichstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit Konzepten von Ehrlichkeit bzw. Wirklichkeit. Auch die mögliche Einteilung und Ordnung des menschlichen Wissens in Gebiete und ihre Hierarchisierung, sowie die Untersuchungen der Prinzipien des wissenschaftlichen Fortschreitens gehören zum Aufgabenbereich der Wissenschaftstheorie.

Wichtige Vertreter der Wissenschaftstheorie sind z. B. Aristoteles, Francis Bacon, Rudolf Carnap, Karl Popper und Thomas Kuhn.

Metaphysik und Ontologie

Die Metaphysik bildete fast die gesamte Geschichte der Philosophie hindurch ihren eigentlichen Kern. Sie versucht, das Rundherum der Wirklichkeit, wie sie uns erscheint, in einen sinnvollen Zusammenhang - oft auch in ein universelles System - zu bringen. Sie untersucht die Fundamente und allgemeinen Strukturen der Welt und stellt die „letzten Fragen“ nach dem Sinn und Zweck allen Seins.

Klassisch wird sie in die Teildisziplinen Ontologie, natürliche genauer rationale Theologie, philosophische Kosmologie und rationale Psychologie eingeteilt. Dabei stellt sie Fragen nach der Existenz Gottes und seinen möglichen Eigenschaften, nach der Möglichkeit einer unsterblichen Seele und eines freien Willens, nach Unterschieden zwischen Geist und Materie, nach der Auslöser und dem Sinn des Universums und zuletzt auch nach den allerallgemeinsten Eigenschaften der Dinge.

Diese Fragen können und wollen die Naturwissenschaften mit ihrem Instrumentarium aus prinzipiellen Gründen nicht länger behandeln, da die Gegenstände der Metaphysik in der Regel jeglicher (sinnlichen) menschlichen Erfahrungsmöglichkeit entzogen sind. Wird die Existenz empirisch nicht untersuchbarer Bereiche der Realität bestritten, so verschwindet auch die Zwang einer Metaphysik. Während Positivismus und Analytische Philosophie eher auf eine Abschaffung der Metaphysik drängen, hat Martin Heidegger den Versuch unternommen, in einem Rückgriff auf vorsokratische Ansätze und in einer radikalen Wende der Fragestellung auf die Analyse des menschlichen Daseins einen Neuansatz für die Metaphysik zu schaffen (Fundamentalontologie, Existenzphilosophie).

Zusätzliche wichtige Metaphysiker waren u. a. Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, Gottfried Wilhelm Leibniz, René Descartes und die Vertreter des Deutschen Idealismus.

Sprachphilosophie

Die Sprachphilosophie untersucht die Beziehung zwischen Sprache, Denken und Wirklichkeit. Die überragende Bedeutung der Sprache für kommunikative Prozesse, Wahrheitsfindung, Erkenntnismöglichkeiten und die Schilderung und Wahrnehmung der Welt ist schon früh erkannt worden.

Die Analyse von Sprache, z. B. durch der genauen Zerlegung von Begriffen, ist in der Philosophie seit alters betrieben worden. Schon Sokrates, aber auch Platon und Aristoteles haben im weitesten Sinne sprachphilosophische Probleme erörtert. Eins der bestimmenden Themen der mittelalterlichen Philosophie - der Universalienstreit - kann in großen Teilen als ein Problem dieses Bereichs begriffen werden.

Die moderne Sprachphilosophie befasst sich u. a. mit der Abhängigkeit der Wirklichkeitserfassung von den individuellen sprachlichen Möglichkeiten (vgl. Sapir-Whorf-Hypothese), mit der Zubereitung von Wahrheit, Erkenntnis und Wissen durch Informationsaustausch (vgl. Sprachspiel), mit dem Handeln allein durch Sprache (Pragmatik) und dem verzerrende Einfluss der Sprache auf die Realität (z. B. in der Feministischen Linguistik)

Zu den wichtigsten Sprachphilosophen zählen Gottlob Frege, Charles S. Peirce, George Edward Moore, Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein. Wichtige Beiträge haben auch Ferdinand De Saussure (Strukturalismus), Martin Heidegger (Etymologie und Neologismen), Michel Foucault (Diskursanalyse) und Jacques Derrida (Poststrukturalismus) geliefert.

Praktische Philosophie

Ethik und Metaethik

Die philosophische Ethik erstellt auf Basis der Vernunft Kriterien für die Beurteilung von Handlungen und bewertet diese hinsichtlich ihrer Motive und Konsequenzen. Dabei unterscheidet sie sich von der Moral, die bestimmte Handlungen konventionell oder gebräuchlich vorschreibt, dennoch das Ziel der normativen Ethik in der Begründung von allgemein gültigen Normen und Werten gesehen werden kann (vgl. dazu Goldene Regel). Die deskriptive Ethik dennoch beschäftigt sich mit den verschiedenen vorhandenen Ethik und versucht diese genau zu packen und zu beschreiben. Basis der allgemeinen Ethik ist die Metaethik, die das Sprechen über Ethik und ethische Begriffe („gut“, „böse“, „Handlung“) analysiert.

Die Ethik gehört zu den wenigen Disziplinen der Philosophie, die vor ... nur in geringem Maße von anderen Wissenschaften in Fragestellung gestellt wurden. Ganz im Gegensatz zur Vermutung, dass der zunehmende Relativismus die Ethik überflüssig machen würde, zeigt sich ihre zunehmende Bedeutung in den sich immer stärker entfaltenden Bereichsethiken wie der Medizin-, Tier- oder Wissenschaftsethik bis hin zur Hacker- und Informationsethik.

Einflussreiche Ethiker sind u. a. die Stoiker, die Epikureer, Immanuel Kant, Jeremy Bentham und John Stuart Mill, Max Scheler und Hans Jonas.

Rechtsphilosophie
Bild:Leviathan gr.jpg
Titelbild von Hobbes' Leviathan (1651). Der Körper des Souverän, mit den Insignien weltlicher und geistlicher Macht ausgestattet, setzt sich aus den vielen Einzelkörpern der Untertanen zusammen.

Eine direkte Anwendung der Ethik findet sich in der Rechtsphilosophie, die zugleich eine der Grundlagen der Rechtswissenschaften bildet. Basierend auf der Beurteilung von Handlungen in „gut“ und „schlecht“ wird die Anfrage nach Recht und Gerechtigkeit und der Folge der Verletzung von moralischen und ethischen Normen gestellt. Natürlich fragt die Rechtsphilosophie auch nach der Entstehung, Einsetzung und Berechtigungsnachweis des Rechts, dem Verhältnis von „natürlichem Recht“ (vgl. Menschenrechte) und „gesetztem Recht“ („positives Recht“), nach der Reihe der Wichtigkeit von Rechtsnormen und ihrer Außerkraftsetzung. Hier beginnt sie sich mit der politischen Philosophie zu überschneiden.

Umgang Rechtsphilosophen sind Hugo Grotius, Niccolò Machiavelli, Thomas Hobbes, Hans Kelsen, Niklas Luhmann, Jürgen Habermas und Karl-Otto Apel sowie John Rawls.

Politische Philosophie

Die politische Philosophie ist ähnlich wie die Rechtsphilosophie in großen Teilen von den benachbarten Wissenschaften vereinnahmt worden. So finden große Teile der philosophischen Diskussion in den Rechts- beziehungsweise Politikwissenschaften statt. Die Entstehung, Rechtmäßigkeit und Verfasstheit eines Staates wird von der Staatstheorie untersucht. Die politische Theorie fragt nach der besten Herrschaftsform, dem Verhältnis zwischen Bürger und Staat, nach Machtverteilung, Gesetz, Eigentum, Sicherheit und Freiheit.

Wichtige Beiträge zu diesem Punkt haben u. a. die politischen Denker Platon, Aristoteles, Augustinus, Marsilius von Padua, Niccolò Machiavelli, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant, Karl Marx, Michail Bakunin, Carl Schmitt, Hannah Arendt, Karl Popper und Michel Foucault geliefert.

Neuere Disziplinen

Philosophie des Geistes und des Bewusstseins

Wiewohl sie sehr alte Fragestellungen behandeln, sind die Philosophie des Geistes bzw. die Philosophie des Bewusstseins noch junge, interdisziplinär angelegte Disziplinen, die an die Kognitions- und Neurowissenschaften angrenzen. Im Mittelpunkt stillstehen Fragen nach dem Wesen von Geist genauer Bewusstsein, nach dem Verhältnis von Leib und Seele, Materie und Geist. Aber auch die Möglichkeit eines freien Willens, sowie das Wesen mentaler Zustände, von Bewusstseinsinhalten und Emotionen (Qualia) wird hier untersucht. Weiterhin befasst sich dieses Gebiet mit der Beurteilung verschiedener Bewusstseinzustände, Überlegungen zu künstlicher Intelligenz, mit der Identität des Selbst und mit dem Problem eines möglichen Weiterlebens nach dem physischen Tod.

Umgang Vertreter dieser Problemfelder sind Gottfried Wilhelm Leibniz, Baruch de Spinoza, Alan Turing, Hilary Putnam und Donald Davidson. Von großer philosophischer Bedeutung ist hier auch die Perspektive des Buddhismus.

Moderne philosophische Anthropologie

Die moderne philosophische Anthropologie befasst sich mit dem abstrakten und allgemeinen Wesen des Menschen. Da sie von Leute selbst betrieben wird, ist sie eine (dialektische) Selbstreflexion, die gleichzeitig eine Innen- und eine Außenperspektive aufweist. Die Status des menschlichen Lebens wird unter Integration aller wichtigen einzelwissenschaftlichen Erkenntnisse untersucht.

Das Wesen des Leute gibt zahlreiche Rätsel auf. Seine Stellung im Kosmos, das Verhältnis von Kultur zu Natur, Vereinzelung und Vergemeinschaftung, die Probleme der Geschlechtlichkeit, die Rolle von Liebe und Tod sind einige der Grundfragen der philosophischen Anthropologie. Ob der Mensch von Natur aus gut oder böse sei, ob Gewalt und Leid nötig zur menschlichen Existenz gehören, ob das Leben überhaupt einen Sinn hat: all dies sind sonstige Probleme dieser Disziplin. Sie untersucht aber auch grundsätzliche menschliche Bedürfnisse und Fähigkeiten wie Selbstverwirklichung, Kreativität, Neugier und Wissensdurst, Machtstreben und Altruismus, das Phänomen der Ungebundenheit und die Wahrnehmung des Anderen.

Wichtige Philosophen, die zu anthropologische Probleme gearbeitet haben, sind Thomas von Aquin, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Søren Kierkegaard, Max Scheler, Arnold Gehlen, Ernst Cassirer und die Vertreter der Existenzphilosophie.

Rationalitäts-, Handlungs- und Spieltheorie

Zu den aktuellen Problemen der philosophischen Lehre gehört die Analyse des menschlichen Handelns unter den Gesichtpunkten der Vernünftigkeit. Dabei werden weniger die ethischen Motive berücksichtigt, anstatt vielmehr rein mathematische Kosten-Nutzen-Abwägungen oder das logische Kalkül unter der Voraussetzung, dass der Mensch gewöhnlich vernünftig handele.

Die Philosophie verwendet die Spieltheorie, um ethische Probleme aufzuzeigen und zu lösen. Plus individuelle (z. B. das Gefangenendilemma), plus gesellschaftliche Paradoxa (z. B. die Tragik der Allmende) möglich machen sich, selbst nicht lösen, so doch verstehen. Auf die Handlungstheorie wird zurückgegriffen, um motivierte Handlungen zu erklären, so etwa, wie es möglich ist, gegen besseres Wissen zu handeln (Akrasia). Inzwischen ist wenn schon der Begriff „Rationalität“ fragwürdig geworden, so daß die gegenwärtige Philosophie inzwischen vor der Aufgabe steht, ihre eigene Minimalbestimmung kritisch zu hinterfragen.

Philosophische Mystik

Dennoch mystische Elemente in der westlichen Philosophie immer präsent waren, ist der Begriff der „Philosophischen Mystik“ noch jung. Er verbindet sich teils mit der Philosophia perennis, der Natürlichen Theologie und den metaphysischen Spekulationen des Idealismus.

Die philosophische Mystizismus hält auf der einen Seite daran fest, dass es ewige, unveränderliche und universal gültige Wahrheiten bezüglich der Realität und des Volk zu erkennen gibt. Zum anderen ausdrücklich sie, wie alle mystische Strömungen, den Vorrang des gegenwärtigen Hier-und-Jetzt Daseins, die Wichtigkeit der zweckfreien Kontemplation, die Würde was auch immer Lebendigen und die zentrale Bedeutung des Eingebettetseins der individuellen Existenz in das Ganze des Weltgefüges.

Einige westliche Philosophen, in deren Einbläuen sich mystische Elemente finden, sind Plotin, Meister Eckhart, Nikolaus von Kues, Jakob Böhme, Gottfried Wilhelm Leibniz, Baruch de Spinoza, Martin Heidegger, Simone Weil und Ken Wilber. In der außereuropäischen, besonders der östlichen Philosophie, spielt die Mystik ordinär eine große Rolle. Typischerweise überwindet sie nicht nur die Grenzen der Philosophie, für auch die der Religion, so etwa im Zen-Buddhismus, im Yoga, im Sufismus, in der Kabbala und in der christlichen Mystik.

Historische Gegenstände

Die Geschichte der Philosophie beginnt im 6. Jahrhundert v. Chr. im antiken Griechenland und setzt sich bis in die Gegenwart fort. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass aber und abermal neue Erklärungen für die philosophischen Grundfragen entwickelt wurden. Dies lässt sich zum Teil auf die Bedürfnisse des Zeitgeists, zum Teil auf die Bedingung der Berücksichtigung des jeweilig aktuellen Stands der übrigen Wissenschaften zurückführen. „Fortschritte“ macht die Philosophie aus Sicht der meisten Philosophen aber nicht:

Das philosophische Denken hat auch nicht den Charakter eines Fortschrittprozesses. Wir sind gewiss weiter als Hippokrates, wir sind aber kaum weiter als Platon.“ - Karl Jaspers<ref>Karl Jaspers, Einführung in die Philosophie (1950)</ref>

Der Philosoph Alfred North Whitehead charakterisierte die Geschichte der europäischen Philosophie seit Aristoteles einmal als bloße „Fußnoten zu Platon“.<ref>Alfred N. Whitehead, Prozess und Realität (1929) S. 91 </ref> Da philosophische Ideen und Begriffe nicht veralten, hat die Untersuchung ihrer eigenen Geschichte eine bei weitem größere Bedeutung für die Philosophie als für alle anderen Wissenschaften – ihre Vergangenheit ist zugleich auch immer ihre Gegenwart. Erhebliche Kenntnisse der Einsichten und Begrifflichkeiten der zweieinhalbtausendjährigen Geschichte des Denkens sind notwendig, um längst erkannte Fehler vermeiden und überhaupt neue Gedanken entwickeln zu können.

Da es in der Philosophie aus prinzipiellen Gründen absolut nie einen vollkommen neutralen Standpunkt geben kann, ist auch jede Zusammenfassung ihrer Geschichte nötig von persönlichen Sichtweisen geprägt. Dies beginnt schon bei der notwendigen Auswahl und Gewichtung der im Weiteren vorgestellten Strömungen und Standpunkte.

Antike

Mit den Vorsokratikern, die dem Weltbild des Mythos eine aufklärerische Sichtweise wider setzten, beginnt die Geschichte der westlichen Philosophie (Philosophie der Antike). Ihre erste Blütezeit erlebt sie in der klassischen Philosophie Athens, während derer die Grundlagen für die alternative Entwicklung des abendländischen Denkens gelegt werden.

Als Vorsokratiker werden jene Philosophen bezeichnet, die vor oder während der Lebzeit von Sokrates und seinen Schülern gelehrt haben. Diese Pioniere des systematischen Denkens beschäftigten sich überwiegend mit der Naturphilosophie, d. h. sie bemühten sich darum, die Natur und die Vorgänge in ihr zu begreifen. Im Mittelpunkt stand dabei das Zurückführen aller Sachen auf einen „Urstoff“, ein ursprüngliches Prinzip, einen „Urgrund“ (gr. arché). So hielt der erste bekannte Philosoph Thales das Wasser für diesen „Urstoff“, Anaximenes die Luft und Empedokles begründete die fast 2000 Jahre lang wissenschaftlich anerkannte Lehre von den vier Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft, aus denen alle Sachen zusammengesetzt seien. Pythagoras und sein Schule hielten dagegen die Zahl für das was auch immer bestimmende Prinzip und nahmen damit einen wichtigen Grundsatz der modernen Naturwissenschaften vorweg. Die Sophisten wiederrum richteten seitdem 450 v. Chr. ihre Bemühungen zum ersten Mal auf den Leute (Protagoras: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“)<ref> Protagoras wird folgendermaßen von Platon im Theaitetos (152a) zitiert: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge. Derjenigen, die sind, so wie sie sind. Derjenigen, die nicht sind, so wie sie nicht sind.“</ref> und beschäftigten sich u. a. mit ethischen und politischen Fragen, wobei sie eine Tendenz zum Relativismus entwickelten, der sehr modern anmutet.

Mit seiner Lehr- und Lebensweise stellt Sokrates als eigentlicher Gründervater der europäischen Philosophie ein bis zum heutigen Tag nachwirkendes Vorbild dar. Da er selber nichts schriftlich festhielt, ist sein Bild maßgeblich von seinem Schüler Platon bestimmt worden. Sokrates erschütterte die sicheren Überzeugungen seiner Gesprächpartner durch geschicktes Fragen, das schließlich in das Eingeständnis des Nichtwissens führte. Nur Sokrates selbst gestand sich stets – ironisch – ein, nichts wirklich zu wissen („Ich weiß, dass ich nichts weiß“). Diese Methode der unbequemen Verunsicherungen brachte ihm den Vorhaltung ein, Verderber der Jugend zu sein und führte zu seiner Verurteilung zum Tode (Apologie).

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Raffael, „Die Schule von Athen“ (1510-11), Fresco in der Stanza della Segnatura (Vatikan). Dargestellt sind u. a. Zenon von Kition, Epikur, Averroes, Pythagoras, Alkibiades, Xenophon, Sokrates, Heraklit, Platon, Aristoteles, Diogenes, Euklid, Zarathustra und Ptolemäus (Phantasieportraits)

Sein Schüler Platon entwickelte seine Gedanken weiter und schuf ein umfangreiches philosophisches Werk, welches bis auf den heutigen Tag Basis aller abendländischen Philosophie ist. Berühmt ist erst einmal sein Höhlengleichnis, in dem er die Menschen, die nicht nach der Schlauheit streben, mit Personen vergleicht, die in einer dunklen Höhle geboren und dort gefesselt sitzend zu keiner Zeit das Beleuchtung der Sonne erblickt haben und die blassen Schlagschatten an der Wand für die Realität halten. Damit führte er die folgenreiche Vorstellung einer zweigeteilten Wirklichkeit ein, in der der aufregend wahrnehmbaren Welt eine unsichtbare, höhere Realität gegenübersteht (Ideenlehre). Im Gegensatz dazu bemühte sich sein Schüler Aristoteles, die erfahrbare Realität von Natur und menschlicher Gesellschaft umfassend zu analysieren und wissenschaftlich zu ordnen. Er kann damit als Urvater der Naturwissenschaften und der Wissenschaftstheorie gelten, auch die Metaphysik und die Ethik prägte er maßgeblich mit.

Im Hellenismus wurden die klassischen Denkansätze weiter fortgeführt. Mit Stoa und Epikureismus entstanden philosophische Schulen, die zwei elementare ethische Grundpositionen für ein glückendes menschliches Leben formulierten. Dabei trachtete der Epikureismus danach, das individuelle Glück durch ideal dosierte Genüsse zu fördern und empfahl ein beschauliches, zurückgezogenes Leben im Kreis der Freunde. Die Stoa nur wendete sich gegen die „Versklavung der Seele“ in der zu keiner Zeit endenden Suchtverhalten nach Bedürfnisbefriedigung und unterstellte diese statt gänzlich der Vernunftkontrolle. Sie sah das Individuum zuvor auch als Teil einer menschlichen Gemeinschaft, der gegenüber Pflichten – z. B. in politischer Betätigung – bestehen. Während die stoischen Ideale sich mit dem Christentum verbanden und im Laufe der europäischen Geschichte wieder und wieder eine Comeback erlebten, wurden die lebenszugewandten, sinnenfreudigen Vorstellungen Epikurs tief als moralisch minderwertig betrachtet.

Während die antike Skepsis die Möglichkeit eines je endgültig gesicherten Wissens bezweifelte, wendete einander Plotin zurück zu Platon und formte dessen Ideologie um (Neuplatonismus). Die mystisch beeinflusste Lehre von den unterschiedlichen Abstufungen des Seins („Gott“, „Engel“, Menschen, Materie) mit klarer Bevorzugung des Geistigen, bot dem Christentum mannigfaltige Anknüpfungsmöglichkeiten.

Mittelalter

Das vorwiegend religiös geprägte Denken zwischen etwa 500 und 1500 wird zur Philosophie des Mittelalters gerechnet. Das Fundament für die Philosophie dieser Zeitabschnitt wurde durch die Kirchenväter in der Patristik geschaffen: das Christentum musste sich gegen die „heidnische“ Philosophie, die Gnosis und den Manichäismus durchsetzen. Nach Vorbereitungen durch die Apologeten und die Systematiker schuf in der Spätantike der Nordafrikaner Augustinus von Hippo das Fundament der Philosophie für die nächsten 500 Jahre. Befehlshaberisch waren dabei seine Vorstellungen von der Weltgeschichte als einem ewigen Gefecht des Reichs des Bösen gegen das Reich des Guten, dem absoluten Vorrang der Kirche und seine bis auf den heutigen Tag unübertroffenen Überlegungen zum Wesen der Zeit.

Während im Morgenland das griechisch geprägte byzantinische Reich das Wissen des Altertums weitgehend bewahrte, beschränkte sich die bruchstückhafte Erhaltung des antiken Erbes im Europa zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert vorerst auf die Klöster. Bis 1100 sind nur manche Philosophen wie Johannes Eriugena und Anselm von Canterbury bekannt. Der letztgenannte formulierte einen rein auf der Vernunft beruhenden Gottesbeweis, der bis auf den heutigen Tag strittig diskutiert wird.

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Benozzo Gozzoli, „Triumph des Hl. Thomas von Aquin über Averroes“ (1468/84), Detail. Thomas thront zwischen Aristoteles und Platon, deren Dozieren er zusammen zu verbinden versuchte, vor ihm liegt niedergestreckt der spanisch-arabische Philosoph Averroes. (Phantasieportraits)

Unter dem Einfluss arabischer Philosophie und durch den Rückfluss antiken Wissens erlebte die westliche Philosophie im späten 11. Jahrhundert ein Aufschwung. Die Wurzeln des Universalienstreits liegen hier in der Frühscholastik. Die Frage, inwieweit Allgemeinbegriffe nur eine gedankliche Abstraktion sind oder ob sie tatsächlich existieren, geht auf ein Problem der platonischen Ideologie zurück: kann mit dem Namen „Rose“ immer nur eine bestimmte reale, individuelle Rose gemeint sein, oder existiert auch die allgemeine Idee der Rose als solche – z. B. im Geist Gottes? Auch wenn Petrus Abaelardus mit seinem Versöhnungsversuch der beiden Gegenpositionen in dieser Auseinandersetzung scheiterte, begründete er doch die scholastische Methode der Gegenüberstellung und Abwägung unterschiedlicher Lehrmeinungen, die die Funktionsweise der Geistes- und Rechtswissenschaften bis zum heutigen Tag bestimmt.

In der Zeit der Hochscholastik kam es zu einem starken Re-Import arabisch überformter antiker Philosophie durch die kulturell überlegene byzantinische und islamische Welt. Besonders gefördert durch Albertus Magnus und seinen Schüler Thomas von Aquin wird der wissenschaftsfreundliche Aristotelismus nun für lange beherrschend. Thomas gilt als der bedeutendste Philosoph des Mittelalters, der einen großangelegten Versuch der Zusammenführung allen theologischen und philosophischen Wissens unternahm – mit unabschätzbarer Wirkung bis in die Gegenwart. Scholastiker wie Roger Bacon, Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham entwickelten nahe Gegenpositionen zu Thomas und bereiteten eine Hinwendung zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen und eine stärkeren Betonung des Individuums und des Individuellen vor. Erstens die beiden letztgenannten können als Vorläufer der Trennung der Welt des Glaubens von der Welt der Philosophie bzw. Lehre betrachtet werden.

In der Spätscholastik entstanden die ersten Werke, die sich mit einer Trennung von geistlicher und weltlicher Macht befassen. Weiterhin existierte im MA eine mystisch geprägte Tradition, für die u.a. Bernhard von Clairvaux und Meister Eckhart stehen. Als Höhepunkt der spätmittelalterlichen Philosophie und zugleich als Übergang zum neuzeitlichen Denken kann die Philosophie des Nikolaus von Kues geachtet werden. Dieser nahm zahlreiche Entwicklungen der folgenden Jahrhunderte vorweg: seine Ideen, die von der Unerkennbarkeit Gottes so weit wie den Gesetzen und Grenzen der Physik und des menschlichen Wissens reichten, weisen auf spätere Denker wie Immanuel Kant, Isaac Newton oder Albert Einstein voraus.

Neuzeit

Der Übergang zur Neuzeit wird von der Renaissance und dem Humanismus markiert. Gewöhnlich werden philosophische Strömungen des 15. und 16. Jahrhunderts zur Philosophie dieser Zeit gerechnet.

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Albrecht Dürer, Selbstbildnis (1500). Ein Individuum stellt sich selbst in der Stellung Christi, des Erlösers, eines Gottes dar: Dies kennzeichnet den fundamentalen Wechsel der Blickrichtung von Gott zum einzelnen Leute an der Zeitenwende zwischen MA und Renaissance.

Pico della Mirandola kämpfte gegen die Astrologie, trat für die Würde des Menschen ein und verortete ihn mittig des Universums. Der Humanist Philipp Melanchthon suchte die Grundgedanken der Reformation mit der Philosophie des Aristoteles zu verbinden, um einen Kompensation zwischen Vernunft und Offenbarung zu schaffen. Gelenkt von Nikolaus von Kues und den Erkenntnissen Keplers lehrte der Vikar Giordano Bruno die Unendlichkeit des Universums, die Präsenz Gottes in allen Dingen (Pantheismus) und die Existenz der Realität nur in unserer Vorstellung. Durch seine naturwissenschaftlichen Leistungen bekannt ist der Charakter und Typ Nikolaus Kopernikus, der zur Durchsetzung des heliozentrischen Weltbildes beitrug. Galileo Galilei schuf die Grundlagen der Mechanik. Der Persönlichkeit und Subjekt Johannes Kepler trieb die Anwendung der Rechnen voran. Mystische und magische Gedanken wurden u. a. von dem Weißkittel Paracelsus und Jakob Böhme vertreten, in deren Einbläuen sich auch die große Bedeutung von spekulativer Naturphilosophie, Aberglaube und Esoterik in dieser Zeit widerspiegeln. Besonders die politische Philosophie geriet in der Comeback in Bewegung: Niccolò Machiavellis These, die Ausübung politischer Herrschaft nicht unter dem moralischen, für allein unter dem Nützlichkeitsaspekt zu beurteilen, erregt noch in diesen Tagen Anstoß. Eine ganz alternative Trend schlug Thomas Morus in seiner vorbildgebenden Utopie ein (Utopia), in der er einen Staat mit Bildung für alle, Religionsfreiheit und ohne Privateigentum entwarf, wodurch er mehrere politische Ideen der Moderne vorwegnahm.

Die Philosophie der Neuzeit (17. und 18. Jahrhundert) war sowie vom neuen naturwissenschaftlichen Weltbild und den Methoden der Mathematik bestimmt, sowie von dem beinahe unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Vernunft; andererseits nahm sie in der Modell schon die politischen Umbrüche vorweg, die in der Französischen Revolution gipfeln sollten.

Als Begründer der neuzeitlichen Philosophie und des Rationalismus gilt zunächst René Descartes, dessen Satz „Ich denke, also bin ich“<ref>René Descartes, Discours de la méthode (1637) genauer Meditationes de prima philosophia (1641) </ref>, mit dem er den unbezweifelbaren Ursprung aller Gewissheiten entdeckt zu verkaufen glaubte, als das wohl bekannteste Behauptung der Philosophie Gültigkeit haben kann. Der rationalistischen Welterklärung liegen vorerst „vernünftige Schlussfolgerungen“ zu Grunde. Denker wie Baruch de Spinoza und Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelten den cartesianischen Rationalismus in großen metaphysischen Systementwürfen (vgl. Monadologie) weiter. Die erkenntnistheoretischen Positionen fanden auch in anderen philosophischen Disziplinen Verwendung, so dass selbst die elementaren Grundsätze menschlicher Moral rein aus „vernünftigen“ – selbst „geometrischen“ (Ethica, ordine geometrico demonstrata, 1677) – Erwägungen durchdacht wurden. Dem Empirismus verpflichtet waren u. a. Thomas Hobbes, John Locke und David Hume. Bei dem Theorietyp des Empirismus werden nur solche Hypothesen anerkannt, die sich auf „sinnliche Wahrnehmung“ zurückführen lassen. Das Prinzip der Ableitung aller Erkenntnis aus Sinneserfahrungen hat als Grundlage des naturwissenschaftlichen Arbeitens eine überragende Bedeutung bis in die Gegenwart. So ist auch die analytische Philosophie in dieser Denktradition verwurzelt. Benachbart der Abduktion bildet auch die Induktion als typische Schlussweise des Empirismus bis zum heutigen Tag das Fundament naturwissenschaftlicher Theoriebildung.

In der emanzipatorisch-bürgerlichen Bewegung der Aufklärung wurde die Vernunft zur Grundlage aller Erkenntnis und zum Maßstab allen menschlichen Handelns. Die Aufklärung forderte die Menschenrechte ein und träumte von der Wiederherstellung „unverfälschter natürlicher Lebensweisen“, staatlicher Gewaltenteilung und Mitspracherechten besonders für das Bürgertum. Ein so genannter Gesellschaftsvertrag und Verfassungen sollen diese Rechte absichern (z. B. bei Jean-Jacques Rousseau). Schließlich erarbeitete der wohl wichtigste Philosoph der Neuzeit, Immanuel Kant, eine seither nimmer übergehbare Erkenntniskritik. Diese besagt, dass wir nicht die Dinge selbst erkennen können, statt immer nur deren Erscheinungen, die von dem Instrumentarium, was uns unser Verstand und unsere Sinne immer schon zur Verfügung stellen, geformt werden. Dies bedeute, dass jede Erkenntnis immer vom Subjekt abhängig sei. Auch Kants andere Arbeiten u. a. zur Ethik („kategorischer Imperativ“), Ästhetik und zum Völkerrecht (Zum ewigen Frieden, 1795/96), können in ihrer maßgebenden Bedeutung für die nachfolgenden Jahrhunderte kaum überschätzt werden.

Nach Kant

Die ersten 50 Jahre der Philosophie des 19. Jahrhunderts standen unter dem Zeichen des Versuchs, die Arbeiten Kants zu „vollenden“, zu „verbessern“ oder zu übertreffen. Charakteristisch für die drei Philosophen des Deutschen Idealismus Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Schelling und Georg Wilhelm Friedrich Hegel sind die allumfassenden spekulativen metaphysischen Systeme, in denen das „Ich“, das „Absolute“ bzw. der „Geist“ die Grundlagen der Welt bestimmen.

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Adolph von Menzel, „Das Eisenwalzwerk“ (1872/75). Die soziale Katastrophe, die die Industrialisierung für die Lohnarbeiter bedeutete, führte zur Entwicklung philosophischer Theorien, die die Weltgeschichte für 150 Jahre bestimmen sollten.

Eine zusätzliche Trend schlugen empiristisch geprägte Strömungen wie der Positivismus ein, der etwa die Welt allein mit Hilfe der empirischen Wissenschaften, d.h. ohne theologische oder metaphysische Grundlegung erklären wollte (Auguste Comte). In England erarbeiteten Jeremy Bentham und John Stuart Mill den Utilitarismus, der der Ökonomie und der Ethik durch ein konsequentes Kosten-Nutzen-Konzept und der Idee einer Art „Wohlstand für alle“ (das Prinzip des größten Glücks der größten Zahl) wichtige Impulse gab. Die Ökonomie steht angrenzend der Geschichtstheorie auch im Mittelpunkt der Philosophie von Karl Marx, der im Anschluss an Hegel und die Materialisten den Kommunismus begründete. Auf die zunehmende Politisierung der Philosophie in dieser Zeit weist seine wirkungsmächtige Forderung:

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“<ref>Karl Marx, Thesen über Feuerbach, MEW Bd. 3, S. 535 (1845)</ref>

Als eigenständige Denker Gültigkeit besitzenArthur Schopenhauer, Sören Kierkegaard und Friedrich Nietzsche. Schopenhauer bezog sich noch auf Kant, doch betonte er im Anschluss an die indische Philosophie den Vorrang des Willens gegenüber der Vernunft. Seine pessimistische Weltsicht, die von der Erfahrung des Leidens bestimmt ist, hat ihren Urspung auch in der Aufnahme buddhistischer Vorstellungen. Der Ausnahmephilosoph Friedrich Nietzsche, der wie Schopenhauer großen Einfluss auf die Künste hatte, bezeichnete sich selbst als Immoralisten. Für ihn waren die Werte der überkommenen christlichen Moral Ausdruck von Schwäche und Dekadenz. In seinem Spätwerk thematisierte er die Ideen des Nihilismus, des Übermenschen und der „Ewigen Wiederkehr“, der endlosen Turnus der Geschichte. Der religiöse Denker Sören Kierkegaard gilt als Vorläufer des Existenzialismus, der einen radikalen Individualismus vertrat, in dem kein Systemdenken Platz finden kann. Er fragte nicht danach, wie man grundsätzlich, für wie man je als Individuum in der jedes Mal konkreten Umstand richtig handeln kann.

Moderne

Die Philosophie nach Nietzsche zeichnet sich durch ein großes Spektrum von Positionen und Strömungen aus, aus dem folglich nur ein weniger Ausschnitt bekannt gemacht werden kann.

Wahrhaftigkeit und Wissenschaft

Die Moderne ist von einer starken Fortschritts- und Wissenschaftsgläubigkeit geprägt, die erst in der zweiten Hälte des 20. Jahrhunderts erschüttert wird. Die enormen Erfolge der Ingenieurwissenschaften in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts führten dabei zu einem Erstarken positivistischer Positionen. Zum Neopositivismus (Wiener Kreis) wird Rudolf Carnap gerechnet, der einer der Hauptvertreter des logischen Empirismus war. Beeinflußt von Otto Neurath plädierte er dafür, die Philosophie gänzlich durch eine „Wissenschaftslogik“ – d. h. durch die logische Analyse der Wissenschaftssprache – zu ersetzen. Für den Pragmatismus hingegen, als dessen Begründer Charles Sanders Peirce gilt, müssen Theorien unter dem Gesichtspunkt ihrer Nützlichkeit und Eignung in der Praxis beurteilt werden. Den in Verbindung mit dem Pragmatik diskutierten Wahrheitsbegriff prägte William James: Wahrheiten seien dauernd persönlich und nicht endgültig; von daher gebe es kein sicheres Wissen. Der kritische Rationalist Karl Popper argumentierte, dass wissenschaftlicher Fortschritt wahrscheinlich erstens durch Widerlegung einzelner Theorien durch Experimente („Falsifizierung“) geschieht. Seiner Ansicht nach setzen sich in einem evolutionsartigen Selektionsprozess diejenigen wissenschaftlichen Theorien durch, die der Wahrhaftigkeit am nächsten kommen.

Existenz und Leben
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Franz von Stuck, Sisyphus (1920). Der Mythos von Sisyphus ist von Albert Camus verwendet worden, um die vom modernen Volk empfundene Zwecklosigkeit des Lebens zu versinnbildlichen. Sisyphus nimmt das Absurde seiner Existenz an.

Als Reaktion auf die zunehmende Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche können verschiedene Strömungen der modernen Philosophie verstanden werden, die sich dem Einzelnen und dem Leben zuwenden. So war das Grundverständnis der Lebensphilosophie, dass sich das Anfang des Lebens, die Ganzheitlichkeit, nicht allein durch Wissenschaft, durch Begriffe und Analytik beschreiben läßt. Henri Bergson etwa sah einen fundamentalen Unterschied zwischen der individuell erlebten Zeit und der analytischen Zeit der Naturwissenschaft. Ähnlich kritisch forderte auch Edmund Husserl, der Begründer der Phänomenologie, dazu auf, sich bei der analytischen Betrachtung der Sachen zunächst an das zu halten, was dem Bewusstsein unmittelbar erscheint, um eine vorschnelle Weltdeutung zu vermeiden. Von großem Einfluss war die Existenzphilosophie seines Schülers Martin Heidegger, dessen Werk von der Fragestellung nach dem Sinn von Sein bestimmt, und dessen Ausgangspunkt die Analyse der allgemeinen menschlichen Befindlichkeit war.

Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt, auf die Grundfrage der Philosophie antworten. Was auch immer übrige – ob die Welt drei Dimensionen und der Geist neun oder zwölf Kategorien hat – kommt später. Das sind Spielereien; erst muss man antworten.“ - Albert Camus<ref>Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos, Kap. „Das Absurde und der Selbstmord“ (1942)</ref>

Im Anschluss an Heidegger vertrat der Existenzialismus, besonders repräsentiert durch Jean-Paul Sartre, die These, dass der Mensch „zur Ungezwungenheit verurteilt“ sei: dieser müsse mit jeglicher seiner Handlungen eine Wahl treffen, für die er selbst verantwortlich ist. Für Albert Camus schließlich stand die Nutzlosigkeit einer von Zufall beherrschten, chaotischen Welt fest.

Gesellschaft und Politik

Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert der sozialen Umwälzungen, der zunehmenden Globalisierung, des kalten Kriegs und des Konflikts der politischen Systeme und Ideologien. Geschichts- und sozialphilosophische Fragestellungen nahmen bis zum vorläufigen Ende des Staatskapitalismus einen breiten Raum in der philosophischen Auseinandersetzung ein. Ernst Bloch war ein neomarxistischer Philosoph, der sich mit konkreten Utopien und dem Prinzip der Hoffnungen beschäftigte. Mittig seines Denkens stand der über sich hinausdenkende Mensch; der Mensch, die Gesellschaft seien „noch nicht bei sich angekommen“. Seine Philosophie hatte starke Einflüsse auf die deutsche Befreiungstheologie. Herbert Marcuse kritisierte in der Nachfolge von Marx den Kapitalismus als ultimative Zwangslage des menschlichen Wesens, hier sei der Mensch sich selbst entfremdet und erhalte keine Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Auch in marxscher Überlieferung steht die Kritische Theorie von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, die die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht nur hinterfragen, für auch gestalten und verändern will.

Bild:Epochen der Philosophiegeschichte - Aussicht einfach.png
Epochen und Strömungen der Philosophiegeschichte im chronologischen Überblick

Gegenwart

Die Philosophie der Gegenwart steht vor dem Problem, ihren Gegenstand überhaupt zu erfassen, da eine rückblickende Bewertung der Bedeutung der verschiedenen Ansätze noch nicht vorzunehmen ist.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird der Sprache eine kumulativ zentrale Stellung in der Philosophie eingeräumt. Ludwig Wittgenstein entwarf ein völlig neues Verständnis von Sprache, die sich als ein unüberschaubares Ballung einzelner „Sprachspiele“ erweise. Dabei behandele die Philosophie nur „Scheinprobleme“, d. h. sie heile ausschließlich „Sprachverwirrungen“. Monolog führen sei also keine „erklärende“ für eine „therapeutische“ Tätigkeit:

Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.“ - Ludwig Wittgenstein<ref>Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, S. 109 (1953)</ref>

Die sprachphilosophisch orientierte analytische Philosophie dominiert logisch an den Universitäten, an denen jedoch trotz allem ein ausgeprägter Pluralismus bezüglich Themen und Strömungen in der Lehre herrscht.

Die Postmoderne (z. B. Gilles Deleuze, Jean-François Lyotard, Jean Baudrillard) ist eine Gegenbewegung zu den Ideen der Moderne und empfindet die Welt als pluralistisch, zufällig und chaotisch. Auch die menschliche Identität schätzt sie als äußerst nicht fest ein. Die der Postmoderne nahestehende feministische Philosophie (Judith Butler, Julia Kristeva) arbeitet die Abhängigkeit der Weltinterpretation vom Geschlecht heraus.

In den deutschsprachigen Ländern eher wenig beachtet, stellt auch die Neuscholastik, zu Beginn der Neuthomismus, international eine wichtige Strömung der Gegenwartsphilosophie dar, seither die katholische Kirche diese zum offziellen Lehrinhalt u. a. der Priesterausbildung erhoben hat.

Fluendo veröffentlicht Media Center für Linux: Unter dem Namen Media Center für Linux hat die Firma Fluendo ihren DVD-Player mit ihrer eigenen Codec-Sammlung vereint. Damit lassen sich nicht nur verschlüsselte DVD-Filme unter Linux, sondern auch Mediadateien über Samba, UPnP und DAAP im Netzwerk abspielen. (H.264, Linux)... Weiterlesen!

Siemens-Chef bereitet IT-Sparte auf Verkauf vor: Siemens räumt in IT-Sparte auf. Das Sanierungskonzept von Siemens sieht einen deutlichen Stellenabbau vor. Damit will Konzernchef Peter Löscher die Tochter SIS nach häufigen Strategiewechseln und Managementfehlern für einen möglichen Verkauf herausputzen. (IBM, Siemens)... Weiterlesen!

Siehe auch

Spaniens Strategie für das digitale Europa: Die sogenannte Granada-Strategie der spanischen EU-Ratspräsidentschaft sieht unter anderem vor, den Schutz geistigen Eigentums zu stärken. Maßnahmen zur Durchsetzung von Schutzrechten sollen sich auf Websites konzentrieren, die "eine massenhafte Verletzung von Rechten an geistigem Eigentum ermöglichen". (Netzneutralität, Urheberrecht)... Weiterlesen!

Markenschutz für Googles Nexus One verweigert: Google wurde der Schutz der Marke Nexus One vom US-Patent- und Markenamt verweigert. Den Begriff Nexus hat sich Integra Telecom bereits im Dezember 2008 schützen lassen. Vorerst wird das Android-Smartphone Nexus One weiter mit dem bisherigen Namen verkauft. (Google, Smartphone)... Weiterlesen!

Gesprochene Wikipedia

  • Teil 1: Begriffsgeschichte, Was ist Philosophie?, Formen des Philosophierens (ältere Artikelversion)
  • Teil 2: Gegenstände der Philosophie, Sinn und Nutzen der Philosophie (ältere Artikelversion)


Bild:Sound-icon.png Dieser Artikel existiert in einer gekürzten Fassung als zweiteilige Audiodatei: Artikel (Teil 1) downloaden oder etwahier den ersten Teil anhören. Artikel (Teil 2) downloaden oder hier den zweiten Teil anhören. Eine größere AnzahlInformationen zum WikiProjekt Gesprochene Wikipedia.

Gran Turismo 5: Trailer mit Nachtrennen und Schadensmodell: Das oft verschobene Gran Turismo 5 nimmt Fahrt auf: Der neue Trailer zeigt erstmals Rennen bei Nacht und das Schadensmodell. Auch Spekulationen über den Erscheinungstermin laufen auf hohen Touren. (Rennspiele, Gran Turismo)... Weiterlesen!

US-Strafverfolger tummeln sich in sozialen Netzen: Die US-Bürgerrechtsorganisation EFF hat zwei Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wie US-Strafverfolger in sozialen Netzen ermitteln. Das Justizministerium etwa ermutigt Beamte, in Angeboten wie Facebook nach Verdächtigen zu suchen, ihre Kontakte zu überprüfen und ihren Aufenthaltsort herauszufinden. (EFF, Datenschutz)... Weiterlesen!

Quellen

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Fluendo veröffentlicht Media Center für Linux: Unter dem Namen Media Center für Linux hat die Firma Fluendo ihren DVD-Player mit ihrer eigenen Codec-Sammlung vereint. Damit lassen sich nicht nur verschlüsselte DVD-Filme unter Linux, sondern auch Mediadateien über Samba, UPnP und DAAP im Netzwerk abspielen. (H.264, Linux)... Weiterlesen!

Erleichterung durch Ergonomie: Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen halbieren sich die Fehlzeiten am Arbeitsplatz, wenn Mediziner und Spezialisten für eine körpergerechte Arbeitsplatzgestaltung zusammenarbeiten. Das hat ein internationales Forscherteam bei einer repräsentativen klinischen Studie mit 134 Patienten im Alter zwischen 18 und 65 festgestellt. Statt einer reinen Schmerzbehandlung unterzog sich ein Teil der Patienten über zwölf Monate einer integrierten Therapie, bei der ihr Verhalten am Arbeitsplatz und im Privatleben analysiert wurde. Durch Schonung erzeugende Verhaltensprinzipien und Trainingseinheiten gingen sie im Durchschnitt 120 Tage früher wieder einer regelmäßigen Arbeit nach als die Mitglieder einer Vergleichsgruppe. Diese wurde traditionell mit Medikamenten und Physiotherapie behandelt. ...... Weiterlesen!

Literatur

Einführungen

Philosophiebibliographie: Einführungen in die Philosophie – Zusätzliche Literaturhinweise

(TID 593047)

  • Thomas Nagel: Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie. Nachdruck. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-008637-X (Kurze, dichte Einführung durch philosophischer Alltagsprobleme: Sinn des Lebens, Recht usw.)
  • Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. 10. Aufl. Herder, Freiburg i.Br. u. a. 2004, ISBN 3-451-27851-0 (Solide, altbewährte Einführung, die historische und systematische Aspekte verbindet)
  • David Papineau (Hrsg.): Philosophie. Eine illustrierte Reise durch das Denken. WBG, Darmstadt 2006, eRef (Wundervoll ausgestattete Einführung eines englischen Professorenteams auf aktuellestem Forschungsstand)
  • Reinhard Brandt: Philosophie. Eine Einführung. Reclam, Stuttgart 2001, ISBN 3-15-018137-2 (Philosophisches Selberdenken auf Grundlage historischer Texte)
  • Rafael Ferber: Philosophische Grundbegriffe. 2 Bde. Beck, München 2003, ISBN 3-406-45654-5 (Einführung in die zentralen Begriffe der Philosophie wie z. B. Wahrheit, Sein)
  • Jay F. Rosenberg: Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger. Klostermann, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-465-01718-8 (Eine „professionelle“ Anleitung zum Philosophieren)
  • Wilhelm Weischedel: Die philosophische Hintertreppe. 34 große Philosophen im Alltag und Denken. 24. Aufl. Nymphenburger (u. a.), München 2003, ISBN 3-485-00863-X (Leicht lesbarer Klassiker der Hinführung zur Philosophie in Anekdoten)
  • Ted Honderich (Hrsg.): The Oxford Companion to Philosophy. 2. Aufl. Oxford University Press, Oxford 2005. (kompaktes Handbuch aus dem Hause Oxford)

Hilfsmittel/Nachschlagewerke

Philosophiebibliographie: Hilfsmittel zur Philosophie – Zusätzliche Literaturhinweise

(TID 593047)


Kompakte Lexika
  • Arnim Regenbogen, Uwe Meyer (Hrsg.): Wörterbuch der Philosophischen Begriffe. Meiner, Hamburg 2005, ISBN 3-7873-1738-4 (Preiswerte Sondernummer aus Fachverlag)
  • Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. 5. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-499-55453-4 (Preiswert, zum schnipsen Nachschlagen)
  • Georgi Schischkoff: Philosophisches Wörterbuch. 22. Aufl. Kröner, Stuttgart 1991, ISBN 3-520-01322-3 (Handlich, zuverlässig, aber etwas in die Jahre gekommen)
  • Brugger, Walter, Philosophisches Wörterbuch, 21. Aufl., Herder, 1976, ISBN 3-451-20410-X (Klassiker mit christlicher Sicht)
  • Franco Volpi, Julian Nida-Rümelin: Lexikon der philosophischen Werke. Kröner, Stuttgart 1988, ISBN 3-520-48601-6 (Handlich, mit informativen Erstinformationen)
Umfängliche Nachschlagewerke
  • Joachim Ritter, Karlfried Gründer (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. 12 Bde. Schwabe, Basel u. a. 1971-2004. (Das erschöpfendste Werk seiner Art; 2005 abgeschlossen)
  • Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Grundwerk in acht Bänden. 2. Aufl. Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02108-4 (Wissenschaftsorientiert, stark im Bereich Analytik und Mathematik; die 2. Aufl. ist bisherig in 2 Bänden erschienen)
  • Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie. 2 Bände, Meiner, Hamburg 1999, ISBN 3-7873-1452-0 (Nur umfassende Artikel)
  • Edward Craig (Hrsg.): The Routledge Encyclopedia of Philosophy. 10 Bde. Routeledge, London 1998. (Das vielleicht beste Nachschlagewerk; auch als einbändige, allerdings sehr knappe Kurzform erschienen; außerdem auf CD-ROM erhältlich)
  • Krings/Baumgartner/Wild: Handbuch Philosophischer Grundbegriffe. Kröner, München 1973, ISBN 3-466-40051-I (Mehrbändiges Handbuch mit umfassenden Artikeln)
Sonstiges
  • Norbert Retlich: Literatur für das Philosophiestudium. Metzler, Stuttgart u. a. 1998. ISBN 3-476-10308-0
  • Annemarie Pieper, Urs Thurnherr: Was sollen Philosophen lesen? Schmidt, Bundeshauptstadt 1994, ISBN 3-503-03079-4

Siehe auch die Literaturangaben im Artikel Geschichte der Philosophie.

Open Source - Univention lobt Absolventenpreis 2010 aus: Mit dem Absolventenpreis 2010 will die Firma Univention Studenten auszeichnen, die mit ihren Fachhoch- oder Hochschul-Abschlussarbeiten einen Beitrag zum Thema Linux oder Open Source leisten. Der mit 3.500 Euro ausgelobte Preis wird auf dem diesjährigen Linuxtag verliehen. (LinuxTag)... Weiterlesen!

Internet Explorer 9 - Testversion steht zum Download bereit: Microsoft hat auf seiner Entwicklerveranstaltung MIX10 eine erste Vorabversion des Internet Explorer 9 veröffentlicht. Er soll dank HTML5 und einer schnellen Javascript-Engine die Grenzen des Web erweitern. (H.264, Internet Explorer)... Weiterlesen!

Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png

(TID 646251)

Wiktionary: Philosophie – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

(TID 222120)

Bild:Wikiquote-logo.png
   

(TID 646251)

Wikiquote: Philosophie – Zitate

(TID 223246)

Bild:Commons-logo.svg

(TID 646251)

Commons: Philosophy – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

(TID 269231)

Bild:Wikisource-logo.png
   

(TID 646251)

Wikisource: Philosophie – Quellentexte

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zh:哲学

(TID 304365)

Nvidia: Grafiktreiber 197.13 für Flash 10.1 und neue Spiele: Nvidia hat einen neuen Grafiktreiber für die Serien Geforce und Ion als Beta-Version zum Download gestellt. Die Version 197.13 bringt SLI-Profile für viele aktuelle Spiele mit, unterstützt Video-Beschleunigung mit der Beta von Adobes Flash Player 10.1 und soll keine Probleme mehr mit der Lüftersteuerung haben. (Grafik-Hardware, Treiber)... Weiterlesen!

Markant aussehen gilt als gesund: Frauen wählen eher Männer mit markanten Gesichtszügen als Partner aus, wenn es um die allgemeine Gesundheit und die medizinische Versorgung in ihrem Land schlecht bestellt ist. Das haben englische Forscher in einer Studie mit rund 5000 Frauen in 30 Ländern herausgefunden. Eine robuste Gesundheit des Nachwuchses ist in Ländern mit vielen ansteckenden Krankheiten sowie niedriger Lebenserwartung ein hohes Gut und maskuline Gesichtszüge werden bei Männern mit guter Gesundheit und Fitness in Verbindung gebracht. Im Vergleich mit Männern mit weicherer Physiognomie werden sie aber generell als weniger zuverlässige und fürsorgliche Väter eingeschätzt. In Ländern mit einem hohen Gesundheitsindex haben deshalb Männer mit eher femininen Gesichtszügen eine höhere Chance, ausgewählt zu werden. ...... Weiterlesen!


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