Punk
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel behandelt Punk als Jugendkultur. Zur zugehörigen Musikrichtung der Rock siehe Punk (Musik) |
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Punk bezeichnet eine Jugendkultur, die Mittelpunkt der 1970er in New York entstand, bald international, speziell in London, ihren „Boom“ erlebte und sich durch rebellische Haltung, Subkultur, Kleidung und Tun und Lassen auszeichnete. Eine Person, die sich als Angehöriger dieser Jugendkultur bezeichnet, wird gleichfalls Punk genannt (Plural: Punks, deutsche Fremdbezeichnung auch: Punker).
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Etymologie
Das Wort Punk /pʌŋk(TID 438491)
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/ aus dem Englischen ist älter als oft fiktiv wird. Es taucht schon bei Shakespeare auf zum Beispiel in Maß für Maß und bezeichnet eine Prostituierte. Aus einer anderen Bedeutung von Punk „faules Holz“ ergeben sich andere durch Übertragung: Punk bezeichnet allgemein etwas Niedriges, Minderwertiges, also „Unsinn“; auf Personen wolkig „Anfänger, unerfahrene Person; Strolch, Kleinkrimineller, Landstreicher“, oder gar „Abschaum, Dreck“.
Der Ursprung der Verwendung des Begriffes Punk um eine bestimmte Form von Töne oder Jugendkultur zu beschreiben ist nicht völlig geklärt. Laut Punk-Urgestein Marthy Thau (Produzent von Suicide und New York Dolls) tauchte der Begriff zuerst in den 1960er Jahren im Umfeld von Bands aus dem Raum um Detroit wie MC5 oder den Stooges auf. Eine der ersten Verwendungen entstammt einer Plattenkritik der Iggy and the Stooges Platte "Raw power". Lenny Kaye, der Gitarrist der Patti Smith Group gebrauchte den Begriff Punk-Rock 1972 in den Erläuterungen einer von ihm veröffentlichten Sammlung von Gedichten etc. des amerikanischen Garagenrocks der 1960er Jahre.
Später gründete in New York Legs McNeil ein Underground Fanzine namens Punk Magazine. Der Punk-Veteran Donny the Punk hat erklärt, dass das Wort Punk von einem Slangausdruck für Vergewaltigungen im Gefängnis kommt („I punked that kid“). Ein Punk ist in diesem Zusammenhang das Opfer.
Nach Großbritannien gebracht wurde der Begriff Punk Rock durch die Musikjournalistin Caroline Coon, (die damalige Herzdame des the Clash Bassisten Paul Simonon,) die damit englische Bands wie Sex Pistols, The Clash und The Damned beschrieb. Im Voraus war in England für diese Art von Töne der Begriff "Working Class Rock´n´Roll" geläufig.
Daten und Fakten
Die Herkunftsmillieus der Punk-Anhänger sind sehr unterschiedlich. Verschiedene Punks stammten und führen zu aus der Proletariat oder der Unterschicht, neben gab und gibt es aber auch sehr mehrere Punks die der Mittelstand entstammen und auch etliche mit sehr guter Schulbildung. Laut Johnny Rotten dem Frontmann der Punkband Sex Pistols, war einer der Hauptgründe für das Punk-Phänomen der 1970er der Demonstration gegen das Klassensystem und die Chancenungleichheit, die die Jugendlichen der Punkszene dazu motivierte sich Schicht-unkonform zu verhalten und vereint zu solidarisieren.
Im Punk-Konzert-Publikum dominiert der männliche Anteil ab und an stark. Diese Tendenz ist auch im Bereich der aktiv tätigen Szenezugehörigen deutlich sichtbar. Bands und Fanzines bestehen gern zu drei Vierteln aus Männern, obschon der Anspruch auf Gleichberechtigung der Geschlechter szeneintern einen hohen Stellenwert hat. Um dem, überwiegend gegen Ende der 1980er Jahre in der Punk/Hardcore Szene wiedererstarkenden, Machismo aktiv etwas entgegenzusetzen, bildete sich innerhalb der Szene die Riot Grrrl Bewegung in der Frauen und Mädchen sehr aktiv und engagiert als Veranstalterinnen, Urheberinnen von Labels, Autorinnen von Fanzines und besonders Musikerinnen auftraten.
Geschichte
Der Ursprung des modernen Punk liegt in den späten sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Vorreiter dieser Zeit waren die Gruppen The Stooges, MC5, The Sonics und The Velvet Underground. Punk war zunächst in seinen Ausdrucksformen eine Reaktion auf die Hippie-Bewegung. Er wendete sich sowohl .... als auch gegen den Idealismus wie auch gegen die Haltung der Hippies. Anstatt setzte Punk auf offene Ablehnung der Gesellschaft.
Analyse der Entstehung
Greil Marcus' Auffassung zufolge ist Punk zweifellos mit dem Situationismus der 1960er Jahre verknüpft. Diesen Standpunkt wollte auch Malcolm McLaren als einer der frühen Hauptprotagonisten, in der Arbeit mit den Sex Pistols (als Mentor dieser Gruppe) gerne als den Ausgangspunkt dieser Bewegung ausgeben.
Allerdings ist der Situationismus durch politische Ziele des Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus gefärbt. Der Anarchismus bei den frühen Punks wie Steve Jones, Paul Cook und Sid Vicious gleicht jedoch eher Nihilismus oder einer gewaltsamen diebischen Anomie (im wörtlichen Sinne). Dass zwischen dem Situationismus und dem Punk kaum eine Verbindung besteht, geht auch eindeutig aus dem Schinken „Sex Pistols - The Inside Story“ von Fred und Judy Vermorel hervor. Dieses bildet aus heutiger Sicht eine der zuverlässigsten Quellen der Geschehnisse um die Sex Pistols und der frühen Punkbewegung Londons, da es zeit- und protagonistennah erstellt wurde. Durch die Werk Johnny Rottens No Irish, No Blacks, No Dogs wird die These, dass die Londoner Punk-Szene losgelöst vom Situationismus zu betrachten ist, zusätzlich unterstützt.
USA
Die Punkbewegung war immer eng mit der gleichnamigen Musikrichtung verbunden. Punk stellte sich gegen einstmals als progressiv geltende Bands, die nach Gutachten der Bewegung durch rein kommerzielle Strategien in die Hitparaden gepuscht wurden und gegen Bands wie Pink Floyd, Genesis oder aberLed Zeppelin, die sich in immer unglaublicherer Gigantomanie auf LP und im Musikaufführung verbreiteten. Welches die erste Punkrock-Band war, darüber lässt sich streiten. Genannt werden in dem Zusammenhang, oder als Vorläufer, The Ramones, The Stooges, Iggy Pop, The New York Dolls, MC5 oder auch Patti Smith.
Alle diese Bands kommen aus den USA. Als amerikanisches Zentrum des Punks gilt der Verein CBGB in New York City. Als britischer Vorläufer gültig seinthe Who, die frühen Kinks und Bands wie The Troggs.
Großbritannien
Die Entstehung des englischen Punks – in den frühen 1970ern – ist aus vielen Gründen sehr speziell und lässt sich im Großen und Ganzen nicht mit der US-amerikanischen Entwicklung vergleichen.
Grundlage des englischen Punks war ein in erster Linie apolitischer Unmut auf sämtliche institutionellen Organisationen. Fehlender oder mangelhafter Halt durch die Bildungsinstitutionen und nach dem Verlassen dieser die mangelnden Aussichten (soziale und kulturelle Armut) – bedingt durch das steife englische Klassensystem - überhaupt eine Arbeit zu finden, geschweige denn einen gesellschaftlichen Aufstieg innerhalb dieses Systems, bildeten das Fundament für die punkimmanente Grundeinstellung.
So sehr unmöglich aus dem Kreise der Geldverdiener, war es den Jugendlichen (die den Majorität der Bewegung ausmachten) verwehrt, an den Dingen – die ihr Herz begehrte oder begehren gemacht wurde – wie modischer Bekleidung, neue und neueste Töne in allen Formen und in der Regel dem Verbrauch von Getränken in Gaststätten teilzuhaben.
So kann die jugendliche Punkbewegung Londons – wo das Zentrum der Entstehung war – als ein seit dem Anfang der 1970er sich über zig Jahre entwickelnde spätpubertäre Antihaltung und gegenüber politischen Establishment sowohl .... als auch gegenüber der Kulturindustrie (insbesondere der Musikindustrie) und dem Bürgertum allgemein verstanden werden.
Die Alternative hieß Eigenproduktion u. a. der Bekleidung, sogar wenn aus dem Altkleidercontainer, Töne (am Beispiel der Sex Pistols mit geklautem Equipment), und dazugehörige Vertriebswege und -mittel. So bahnte sich langsam aber sicher eine neue Kultur den Weg an die Oberfläche.
Grundsätze waren: Ekstase, Verschwende dich selbst, glaube niemandem, do it yourself, stelle Autorität oder Stars in Frage.
Es entstand eine junge, zynische, flüchtige und schnelllebige Subkultur, mit eigenen poetischen, politischen und apolitischen Ausdrucksformen: Sicherheitsnadeln im Gesicht, ein Begehen von Hässlichkeit, Kopierte Fanzines, in denen man gegen was auch immer und jeden Stellung bezog, aber auch spontane dadaistische Aktionskunst, exzessiver Verbrauch von Alkohol, Drogen und Sex, was auch immerselbstorganisiert und selbstverwaltet.
Die Töne war eine schnelle, sehr einfache effektive und reduzierte Spielart von Rock'n'Roll, wenn man drei Akkorde auf der Musikinstrument beherrschte, konnte man sie schon spielen. Virtuosität, Gitarren-Soli und ähnliche Star-Gesten waren verhasst. Die Texte bestanden aus knappen Anschuldigen und Beschimpfungen, Reflexionen über das eigene Leben oder reinem Dadaismus.
Es war die Zeit, in der die alten Rockdinosaurier, die seit Jahren die Hitparaden beherrschten, sich mit der aufkommenden Disco-Kultur vereinten, weltumspannend waren Massenarbeitslosigkeit und Krisen auf dem Vormarsch. Ronald Reagan, Margaret Thatcher und Helmut Kohl standen in der Politik für eine Abkehr von der sozialdemokratischen Dezennium der 70er (Willy Brandt) mit ihren Appellen an Bürgersinn und Parlamentarismus und der Hoffnung auf Wandel in Folge der 68er-Generation. Konservative Werte waren nun wiederum auf dem Vormarsch, und Leistung sollte sich wiederholt lohnen. Diesem offiziellen Zuversichtlichkeit setzten die Punks ostentativ einen radikalen Pessimismus entgegen, der aber auch die Ziele der Arbeiterbewegung oder die Neue Linke zurückwies. Im Mittelpunkt stand die eigene Subjektivität, das eigene Leiden am Zustand der Welt, das sichtbar gemacht und so gegen sie gewendet werden sollte. Man war nicht der Auffassung, das Beurteilung auch aufbauend sein müsse. Bands dieser Zeit sind die Slits, die X-Ray Spex, die Adverts o. Wire.
Einige der frühen Punkmusiker studierten an Kunsthochschulen und kannten ältere radikale Avantgarde-Konzepte, weitere waren aus kleinen Verhältnissen stammende Arbeitslose oder Arbeitsverweigerer, die was auch immer zurückwiesen, was es an Kultur und Sinnstiftung erstmal feststehend hatte. Ihnen gemeinsam war eine ständige latente Aggressivität als Grundhaltung, auch untereinander. Ohne sich bestimmt politisch zu engagieren, waren Ideen von Emanzipation unter Punks nur wie selbstverständlich verbreitet. Die Kleidung und dieses Auftreten, und die Zurückweisung aller positiven Werte der Gesellschaft als Lügen, die für den Mainstream eine einzige Provokation darstellten, stießen oft auf völliges Unverständnis, offene Feindseligkeiten und Hass in der Gesellschaft. Gleichzeitig wurde Punk unter Jugendlichen aber auch zu einer Art Popkultur.
Parallel zum Entstehen des Punks entwickelte sich der ebenso radikale Industrial mit Vorreitern wie Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire und SPK.
Die nächsten Generationen
Erst die zweite, dritte und vierte Generation politisierte den Punk zunehmend.
Von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird die langsam entstehende Punk-Kultur 1976 in England, als die Sex Pistols mit ihren Singles (Anarchy in the UK, und 1977 God Save The Queen) Aufsehen machen. Zur selben Zeit schießen aber zahlreiche sonstige Bands aus dem Boden, und die Punk-Bewegung zerstreut in fast ebensoviele Richtungen, wie Anarcho-Punk, Oi Punk, Skapunk, Fun Punk, Skatepunk, und zahlreiche mehr. Eine etwas mehr auf den Massengeschmack ausgerichtete Nachfolgebewegung war New Wave. Einen Versuch, den Geist des Punk zu verewigen bildete die Hardcore-Bewegung, die Anfang der Achtziger Jahre entstand. Als wichtigste Bands seien an dieser Stelle Agnostic Front, Dead Kennedys, Black Flag, Minor Threat und Sick Of It All erwähnt.
Es gibt gemeinsame Merkmale, die typisch sind für die Punk-Kultur: Punk bringt seine Besprechung durch Punkmusik, den Kleiderstil, aber auch Fanzines und eine bestimmte Zeichnung (Collagen, Xerographien und Comic-Zeichnungen) zum Ausdruck. Punk energisch das Hässliche und will provozieren. Er stellt sich gegen die Gewohnheiten, die herrschende Klasse, die Konsumgesellschaft, das Bürgertum und gegen Snobismus. Durch seine strikte Antihaltung und einer Lebensart von „Anarchie und Chaos”, wendet er sich gegen das ihm vorgelebte hierarchische Gesellschaftssystem. Manche Punks sehen für sich keine Zukunftsperspektive (Schlagwort: „No Future” auf sich selbst angewendet), somit ist auch die oft körperschädigende Lebensart vieler Punks zu erklären. Es gibt aber auch ganz gegenteilige Tendenzen in der Punk-Szene, wie die Veganer- und Straight Edge-Bewegung.
Ende der 1970er traten in England verschiedene Bands wie Crass, Conflict oder Zounds auf, die sich einem radikalen Antikommerzialismus verschrieben hatten. Ihr Demo richtete sich nicht nur direkt gegen Institutionen wie Politik, Kapital und Geistlichkeit, anstelle gegen die Gesellschaft und deren grundlegende Werte, namentlich die Konsumgesellschaft. So lebten die Mitglieder der Band Crass nahe London auf einer Farm in dem Versuch einer autarken und selbstversorgten, in kommunenartiger Struktur organisierter Lebensweise. Tonträger dieser Bands wurden meist zum Selbstkostenpreis verkauft, Konzerteintrittspreise waren, wenn sie überhaupt erhoben wurden, nur kostendeckend. Im Verbindung auf Feuerwasser und Drogen, die in der restlichen Punkszene häufig konsumiert wurden, ging diese Strömung auch auf Gegenkurs: Um nicht von Händlern und Herstellern der Alkoholika und Drogen kohlemäßig und moralisch abhängig zu sein, wurden diese Produkte rigoros abgelehnt. Ähnlich verhielt es sich mit Fleischverzehr. Es wurde versucht, sich in keinem Lebensbereich durch etablierte Strukturen vereinnahmen zu lassen, bzw. ihnen zu folgen.
1980er und 1990er
Punk war in den 1980ern die dominierende Kultur in den meisten Autonomen Zentren. Die Chaostage in Hannover waren von 1982 bis 1984 ein fester Treffpunkt der Szene. Diese wurden 1994/1995 wiederholt, führten zu bundesweiten Medienberichten und sorgten für ein kleines Revival der Szene.
Dass soviel „Anti” gleichwohl von der Mode vereinnahmt werden konnte, überraschte in den frühen 1980ern manche Punks selber. Malcolm McLaren und die Sex Pistols hatten allerdings immer darauf beharrt, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit um The great Rock'n'Roll Swindle, also den großen Rock'n'Roll-Schwindel handelte, einen bewusst herbeigeführten Hype, und die kommerzielle Auswertung und somit Verbreitung ihrer absolut antikommerziellen, antibürgerlichen Werte und Lieder war in ihren Augen begrüßenswert.
Bestimmten Bands wie beispielsweise The Exploited wurde vorgeworfen altbacken einen Stil zu wahren um Handels... siegreich zu sein. Punk beeinflusste aber auch die Mainstream-Kultur. Die Neue Deutsche Welle wurde ursprünglich von Bands getragen, die der Punk-Szene sehr nahe standen, im Voraus die Musikindustrie den Tendenz entdeckte und eigene Bands ins Rennen schickte.
In den späten 80ern und 90ern gehörte der Punk dann zum selbstverständlichen Straßenbild in Europa. In London ließen sich besonders gestylte Punks zusammen mit Touristen fotografieren. Selbst in Kinderbüchern oder der Fernsehserie Lindenstraße tauchten Punks auf. Mit massenkompatiblen Bands wie Die Toten Hosen oder auchDie Ärzte war Punk teilweise des Mainstreams avanciert und wurde ähnlich verkauft. Von der anfänglichen, noch apolitischen, naiven Radikalität über eine politische Radikalität von Teilen der nächsten Generationen entwickelte sich Punk zur mehrheitsfähigen, aufbauend kritischen Stimme, und ging schließlich in der Grunge- oder Alternative-Bewegung auf. Zugleich entstand eine Gegenbewegung innerhalb der Szene, von vielen wurden die politische und kulturelle Anpassung zwar weiterhin fortgesetzt, die Punk-Mode aber als Klischee (Tracht (Kleidung)) empfunden, das den ursprünglichen Reiz des Experimentellen, Nie-Dagewesenen eingebüßt hatte.
Andererseits verbreitete sich die Teilkultur von Punk in verschiedenen Geschwindigkeiten, von London und New York aus trat sie in Deutschland zunächst in Hamburg und Berlin, später in anderen Großstädten, und noch später dann in den ländlichen Bedürfen auf. Was man unter Punk verstand, wurde dabei oft neu erfunden.
Mehrere Volk sind der Ansicht, dass alle Punks, die nach der ersten Welle kamen, nur noch modische Nachahmungen sein könnten und den Kernsatz des „alles neu” der anfänglichen Punkbewegung, oder die im Punk oft verkörperten politischen Ansichten (z. B. Anarchie) gar nimmer erfüllen können.
Einige dieser Strömungen konstituierten die Hardcore Punk-Bewegung oder später die Hamburger Schule, alternative wandten sich auch den neuen elektronischen Musikstilen zu (Atari Teenage Riot), in denen sie das Element des „neu“ wiederentdeckten. Abermals zusätzliche gingen in den politischen Strömungen der Antifa, den Autonomen oder der Hausbesetzer-Kultur auf. Güter ursprünglich für die Punks Plastik, Künstlichkeit und Müll interessant, wendete man sich nun mitunter auch der Ökologie zu.
Gleichzeitig schwappte in den 90ern in der Folge von Grunge eine neue Welle aus den USA nach Europa. Allen voran die Band Nirvana (Seattle) welche den Punk oder Grunge erstmalig siegreich vermarkteten und somit auch salonfähig machten. Nach dem Freitod des Frontsängers Kurt Cobain, folgten Bands wie Green Day und The Offspring. Diese Bands äußerten sich zum Teil auch politisch, stellten aber oft den Spaß-Aspekt in den Vordergrund. Die Bands hatten Videos auf MTV und erreichten Erfolge in Charts. Für jede Menge der älteren Punks waren sie zu gefahrlos und kommerziell.
Szenetypische Erscheinung
Dennoch Punk als Idee gerade gegen Normen und für Individualität auftritt, hat sich seit den 80ern ein gewisser Dresscode herausgebildet, der innerhalb der Szene vorherrscht, auch wenn er mitnichten obligatorisch ist. Wegen der Heer der Strömungen, die jeweilig eigene Codes hervorgebracht haben, ist es schwierig, „den“ Punk zu beschreiben. Auch solche Leute, deren Aussehen nicht sehr auffällig ist, bezeichnen sich oft selbst als Punks, da der "Punk" als solches weit mehr auf die Einstellung zurückgreift als auf ein rebellisches Äusseres. Auch typisch für Punks ist der Irokesen-Haarschnitt (kurz "Iro" genannt), welcher aber unbelebt muss. Im Allgemeinen treten bei beiden Geschlechtern Kombinationen folgender Elemente auf:
Körperschmuck
Piercingschmuck ist in der Punkszene verbreiteter als in anderen Jugendbewegungen. Schon um 1980 haben sich Punks Sicherheitsnadeln durch die Haut gestochen, um sie als Schmuck zu tragen. Tätowierungen sind im gleichen Sinne sehr häufig. Besonders extreme Formen von Piercings und Tattoos finden sich besonders bei der Szeneströmung der Fetischpunks.
Kleidung
Manche Punks tragen gerne Turnschuhe, besonders Chucks. Übrige Punks bevorzugen sogenannte „Steels“ (sehen den Springerstiefeln ähnlich), oft handelt es sich um Bundeswehr-Kampfstiefel, die in Second-Hand-Shops oder im „Army“–Versandhandel preisgünstig zu erwerben sind. Seit sich verständigen auf Jahren werden jedoch bevorzugt Boots (Doc Martens) getragen. Auch sogenannte „Modepunks“ bevorzugen dieses Schuhwerk.
Zusätzliche Kleidungsmerkmale:
- (Enge) Hosen, z. B. Jeans, oftmals gebleicht mit verschiedenen Mustern. In der Szene werden auch sog. Bondagehosen in buntem Karomuster getragen, die mit zahlreichen Reißverschlüssen und Stoffbändern versehen sind. Dazu gehört oft eine Art Kilt.
- Nietengürtel und Ketten.
- Jeans- oder Lederjacken (oft bestückt mit Nieten, Sicherheitsnadeln, Sprüchen, Aufnähern, Schottenrockmuster und Felle mit Zebra oder Leopardenmuster), legere Sakkos, auch Bomberjacken, Harrington's oder aberParkas.
- Nietenarm- und Halsbänder, Stiefelbänder und Ketten als Accessoires
Punkkleidung ist gerade bei den Street-Punks oft zerrissen, bemalt, beschriftet oder anderweitig von ihrem Träger verändert.
- Verzierungen wie Buttons, Aufnäher oder z.B. Sicherheitsnadeln
Literatur
- Martin Büsser: If the Kids are united... - von Punk zu Hardcore und zurück. Absperrvorrichtung Verlag, 2000. ISBN 3-930-55948-X
- Greil Marcus: Lipstick Traces - von dada bis punk, eine geheime Kulturgeschichte. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1996. ISBN 3-499-60102-8
- Jürgen Teipel: Verschwende deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave. (=Suhrkamp Taschenbuch 3271) Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001. ISBN 3-518-39771-0
- Paul Ott und Hollow Skai (Hgg.): Wir waren Helden für einen Tag. Aus deutschsprachigen Punk-Fanzines 1977-1981. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983. ISBN 3-499-17682-3
- Jan Off: Vorkriegsjugend. Absperrvorrichtung Verlag, 2004. ISBN 3-930-55988-9
- Legs McNeil, Gillian McCain: Please Kill Me!. Hannibal, 2004. ISBN 3-854-45237-3
- John Savage, Englands Dreaming - Anarchy, Sex Pistols, Punk Rock and Beyond. Edition Tiamat, Kapitale 2001. ISBN 3-893-20045-2
- Klaus N.Frick: Vielen Dank, Peter Pank. Betrieb Thomas Tilsner, 1998. ISBN 3-910-07956-3
- Oxford English Dictionary
- Eva Bude: Verpisst Euch!. Abendland Betrieb Hamburg, 2005. ISBN 3-203-75526-2
- Thomas Lau: Die heiligen Narren. Punk 1976-1986. de Gruyter Verlag, 1992. ISBN 3-110-13377-6
- S.Colegrave / C. Sullivan: Punk München 2005. ISBN 3-89910-255-X
- Craig O'Hara: The Philosophy of Punk. Die Geschichte einer Kulturrevolte. Absperrvorrichtung Verlag, Mainz 2001. ISBN 3-930559-72-2
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Punk – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- http://www.jugendszenen.com/punk Guter Überblick über die Szene
- http://www.bravopunkworld.de Seite für Punk und Alternativesbg:Пънк
da:Punk de:Punk eo:Punko es:Punk en:Punk et:Punk fi:Punk fr:Punk fy:Punk gl:Punk he:פאנק hr:punk hu:Punk it:Punk ja:パンク・ロック lt:Pankai nl:Punk no:Punk pl:Punk pt:Cultura punk ru:Панки simple:Punk sl:Punk sv:Punk tr:Punk
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