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Römisch-Katholische Kirche

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Bild:Disambig-grau2.png Dieser Artikel behandelt die gesamte den Primat des Papstes anerkennende Katholische Kirche; sie besteht aus 23 Teilkirchen. Die Kirche des lateinischen Ritus, die wichtigste dieser Teilkirchen, die ab und zu vereinfachend als römisch-katholische Kirche bezeichnet wird, findet sich unter Lateinische Kirche.

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Bild:St. Peter's Basilica Facade, Rome, June 2004.jpg
Der Petersdom ist eine der wichtigsten Pilgerstätten der römisch-katholischen Kirche.

Die römisch-katholische Kirche (v. griech. καθολικός „allgemein“) ist die zahlenmäßig größte Konfession innerhalb des Christentums. Sie umfasst 23 Teilkirchen mit eigenem Ritus, unterhalb die (zahlenmäßig größte) lateinische Kirche und die unierten Ostkirchen. Mit den altkatholischen Kirchen und den orthodoxen Kirchen teilt die katholische Kirche die Siebenzahl der Sakramente und das Weiheamt, aufgegliedert in Bischof, Priester und Diakon. Unterscheidendes Merkmal ist die Anerkennung des Primats des Papstes.

Der katholischen Kirche gehören international etwa 1,25 Tausend Millionen Gläubige an.

Inhaltsverzeichnis

Zur Bezeichnung

Bild:Petersdom-in-Rom.jpg
Petersdom, Innenansicht

Die Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“ ist ein konfessioneller Begriff, der in der Folge der Reformation zur einfacheren Unterscheidung der gespaltenen christlichen Bekenntnisse entstanden ist. Gemeint ist die katholische Kirche, die den Primat des Papstes anerkennt. Da der katholische Kirchenbegriff eine konfessionelle Verfassung der Kirche wegen ihrer Singularität nicht kennt, hat sie Schwierigkeiten mit dieser Bezeichnung. Nur weisen offizielle Dokumente im ökumenischen Gespräch - wohl aus Vereinfachungsgründen - immer wieder einmal die Bezeichnung „römisch-katholisch“ auf. Die Verwendung der Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“ widerspricht jedoch nicht dem katholischen Glauben, da „römisch“ wirklich ein (Neben-)Merkmal der Kirche ist, nämlich die Leitung der Kirche durch den Nachfolger des in Rom begrabenen Petrus darstellt.

In der Regel aber bezeichnet sich die römisch-katholische Kirche selbst nur mit „katholische Kirche“, oder etwatheologisch gelegentlich ausführlich als „die eine, heilige, katholische und apostolische (d. h. auf die Apostel zurückgehende) Kirche“. Die Bezeichnung „lateinische Kirche“ bezieht sich auf die (katholische) Kirche des Abendlandes (im Gegensatz zu den unierten Ostkirchen). Wenn in diversen kirchlichen Texten, wie zum Beispiel Konzilsdokumenten von der „heiligen römischen Kirche“ oder kurz von der „römischen Kirche“ die Rede ist, ist damit die Diözese von Rom gemeint, der in katholischer Auffassung angesichts des Primats des Bischofs von Rom über die ganze katholische Kirche ebenso eine besondere Bedeutung für die ganze Kirche zukommt.

Alles in allem und amtlichen Sprachgebrauch erstmal in westlichen Ländern werden die Bezeichnungen „katholische Kirche“ und „römisch-katholische Kirche“ in der Regel synonym verwendet. In Deutschland ist die Bezeichnung „katholisch“ auch namensrechtlich geschützt und darf (ohne unterscheidenden Zusatz) als Bezeichnung nur für Einrichtungen und Veranstaltungen der römisch-katholischen Kirche benutzt werden.

Die katholische Kirche versteht sich auch theologisch als die katholische Kirche: Nach ihrer Auffassung kann es nur eine katholische, das heißt universelle Kirche Jesu Christi geben, und in ihr selbst ist diese eine Kirche auf so einzigartige Weise verwirklicht, dass es keine zusätzliche katholische Kirche geben kann.

Dies widerspricht dem Selbstverständnis einer ganzen Reihe von anderen Kirchen, die sich selbst als katholisch verstehen, sei es, da sie sich mit einem der katholischen Kirche ähnlichen Ausschließlichkeitsanspruch als die eine, wahre katholische Kirche sehen, sei es, da sie sich als Teil einer weiter verstandenen katholischen Kirche sehen, die auch übrige konfessionell verfasste Kirchen umfasst. Solche Kirchen gebrauchen in offiziellen Zu Papier bringen für die katholische Kirche in der Regel auch die Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“, sogar wenn im Mühle Angehörige dieser Kirchen meist dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch folgen. Zwar spricht die katholische Kirche auch zum Beispiel den orthodoxen Kirchen nicht die Katholizität ab, allerdings werden sie als „nicht in voll von Einheit“ mit der katholischen Kirche stehend oder als getrennte Kirchen bezeichnet.

Siehe auch: katholisch

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Geschichtliche Herleitung der Struktur

Ein Bischof (v. griech. ἐπίσκοπος „Hüter, Aufseher“) ist seit ca. 100 n. Chr. Prinzipal der christlichen Gemeinde in einer Gemarkung und den umliegenden Dörfern. Der Bereich eines Bischofs heißt Bistum oder Diözese (v. griech. διοίκησις „Verwaltung“), die Ort ist der Bischofssitz. (Als Deutschland christianisiert wurde, gab es keine Städte, daher wurden die Diözesen ziemlich große ländliche Bezirke. Noch in diesen Tagen sind die Diözesen hier viel größer als beispielsweise in Italien, wo es schon in der Antike richtige Städte gab.)

In den ersten 3 Jahrhunderten bildeten sich die Kirchenprovinzen heraus. Eine Kirchenprovinz umfasst verschiedene Diözesen, der Prinzipal heißt Metropolit. Im Deutschen nennt man ihn in der Regel Erzbischof und diejenige Diözese, deren Kleriker der Erzbischof ist, heißt auch Erzbistum. Der Sitz eines Erzbischofs ist die Gemarkung (= Mittel-polis, Großstadt, Hauptstadt). In der römisch-katholischen Kirche haben die Metropoliten an Bedeutung verloren. Es ist dieser Tage mehr ein formaler Vorrang.

Bis 451 n. Chr. wurden die fünf „wichtigsten“ Metropoliten zu Patriarchen (Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia, Jerusalem). Der Streit zwischen Rom und Konstantinopel führte dazu, dass sich die westliche Kirche schließlich von der östlichen (orthodoxen) trennte. Heute gibt es etwas über 10 Patriarchate, wichtig ist erstmal Konstantinopel. Im Europa gab es nur einen Patriarchen (Rom), der sehr zig Rechte auf Rom konzentrierte, während im Orient die Patriarchate sehr viel selbständiger blieben. Einige östliche Bistümer haben sich im Laufe der Geschichte mit Rom versöhnt (uniert), meist durch den Einfluss von katholischen Herrschern (Siebenbürgen, Ukraine u. a.). Es gibt in diesen Tagen an verständigen auf Anpeilen zig Bischöfe, beispielsweise einer mit Rom uniert, einer katholisch, einer orthodox. Die unierten Kirchen haben einen Ritus, der auf die griechische Kultur des antiken oströmischen Reiches zurückgeht, werden deshalb oft auch als griechisch-katholisch bezeichnet.

Siehe auch: Geschichte der Römisch-Katholischen Kirche

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Die eine Kirche und ihre Teilkirchen

Die katholische Kirche besteht aus 23 Teilkirchen, deren bei weitem größte die Lateinische Kirche ist. Die übrigen 22 Kirchen teilen sich auf die anderen Ritenfamilien auf; es sind Teile anderer Teilkirchen, die sich im Laufe der letzten 1000 Jahre mit Rom versöhnt haben, ihren geschichtlich gewachsenen Zeremonie aber beibehalten. Nur die Maroniten haben keinen orthodoxen Gegenpart; sie gehören gänzlich zur katholischen Kirche.

Äußeres Merkmal der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche ist nahe der gemeinsamen Glaubenslehre die Anerkennung des päpstlichen Primats, d.h. der spirituellen und juristischen Leitungsfunktion des Papstes. Dieser übt jedoch nur über die Lateinische Kirche patriarchale Gewalt aus; die übrigen Teilkirchen haben meist eigene Patriarchen oder Großerzbischöfe.

In der Erklärung Dominus Iesus der Kongregation für die Glaubenslehre heißt es dazu erläuternd:

„Es gibt also eine einzige Kirche Christi, die in der katholischen Kirche subsistiert und vom Pontifex und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Die Kirchen, die zwar nicht in vollkommener Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber durch engste Bande, wie die apostolische Sukzession und die gültige Eucharistie, mit ihr verbunden bleiben, sind echte Teilkirchen. Deshalb ist die Kirche Christi auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, wenngleich ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt, somit sie die katholische Lehre vom Primat nicht annehmen, den der Pfaffe von Rom nach Gottes Willen objektiv innehat und über die ganze Kirche ausübt.“

Nach dem Annuario Pontificio 2005 gibt es in der katholischen Kirche die folgenden Teilkirchen:

Lateinischer Ritus

  1. Lateinische Kirche

Westsyrischer Ritus

  1. Maroniten
  2. Syrisch-katholische Kirche
  3. Syro-Malankara Katholische Kirche

Ostsyrischer Ritus

  1. Chaldäisch-katholische Kirche
  2. Syro-Malabarische Kirche

Armenischer Ritus

  1. Armenisch-katholische Kirche

Byzantinischer Ritus

  1. albanische griechisch-katholische Kirche
  2. Bulgarisch-katholische Kirche
  3. griechische griechisch-katholische Kirche
  4. Italo-albanische Kirchen
  5. Kirche der Byzantiner der Eparchie Križevci (Kroatien, etc.)
  6. Mazedonisch-katholische Kirche
  7. Melkitische griechisch-katholische Kirche
  8. rumänische griechisch-katholische Kirche
  9. russische griechisch-katholische Kirche
  10. ruthenisch griechisch-katholische Kirche
  11. slowakische griechisch-katholische Kirche
  12. ukrainische griechisch-katholische Kirche
  13. ungarische griechisch-katholische Kirche
  14. weißrussische griechisch-katholische Kirche

Alexandrinischer Ritus

  1. koptisch-katholische Kirche
  2. Äthiopisch-Katholische Kirche

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Eine hierarchische Kirche

Als unverzichtbares Strukturelement wird das Petrusamt angesehen, das gemäß katholischer Lehre von Petrus (Matthäus 16,18) auf alle seine Nachfolger im römischen Bischofsamt übergeht. Die katholische Kirche ist hierarchisch strukturiert. Der Katholizismus unterscheidet sich objektiv feststellbar dadurch von allen anderen christlichen Konfessionen, dass gemäß dem „petrinischen Prinzip“ an einer Überordnung der Kirche über Politik, Staats- und Gesellschaftsordnung festgehalten wird. Die Gottesglauben ist nicht Privatsache, statt dem Christentum kommt ein öffentlicher Autoritätsanspruch zu, der sich im Papsttum manifestiert. Unmittelbare Privilegien in Staat und Gesellschaft beansprucht die katholische Kirche jedoch seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) ausdrücklich nicht mehr. Sie hat in ihrer Erklärung zur Religionsfreiheit das Vorrecht alle einzelnen menschlichen Person vor dem Durchsetzungsanspruch einer institutionell objektivierten Religiosität anerkannt, ohne jedoch ihr Selbstverständnis, die wahre Kirche Christi zu subsistieren, zu ändern. Einige Theologen, wie z. B. der suspendierte Pfarrer Gotthold Hasenhüttl, fordern einen Änderung eines Blickwinkels in dieser Strukturfrage.

Papst und Kardinäle

An der Spitze der katholischen Kirche steht der Papst. Er ist höchste Autorität in Fragen der Lehre und der Kirchenordnung (siehe päpstliche Unfehlbarkeit). Allgemein verbindliche Leitsätze werden als Enzykliken und Instruktionen veröffentlicht.

Ihm zur Seite stillstehen als seine engsten und wichtigsten Mitarbeiter die Kardinäle; sozusagen das Domkapitel des Papstes. Manche Kardinäle arbeiten in der Kurie, der kirchlichen Zentralverwaltung in Rom (Kurienkardinäle); alternative sind Erzbischöfe oder Bischöfe in verschiedensten Vereinigte Staaten von Amerika der Welt (s. u.). Jedweder Kardinal bis auf manche Ausnahmen ist ein geweihter Bischof.

Erzbischöfe und Bischöfe

Unter dem Bischof von Rom kommen in hierarchischer Aufeinanderfolge die Erzbischöfe und Bischöfe. Regional ist die katholische Kirche in Kirchenprovinzen mit einem Erzbistum und mehreren Bistümern organisiert. Die Bischöfe eines oder mehrerer Vereinigte Staaten treffen regelmäßig in Bischofskonferenzen zusammen (siehe auch Bistum). Die Bischöfe sind Leiter der Ortskirchen.

Nuntien und Weihbischöfe

Wie jedweder Staat, so unterhält auch der Kirchenstaat diplomatische Vertretungen bei den Staaten. Diese werden durch einen Nuntius geleitet, welchem außerdem die Aufrechterhaltung der Verbindung zu den Ortskirchen übertragen ist. Der Nuntius besitzt immer die Bischofsweihe und ist als solcher Inh. eines Titularerzbistums.

Die Weihbischöfe sind permanent Titularbischöfe und unterstützen den Kleriker einer Diözese. Sie aufweisen keinerlei eigene Vollmachten und werden von den Residenzbischöfen mit Sakramentenspendungen und Visitationen beauftragt.

Dechant und Dekanat - Priester und Pfarreien

Mitarbeiter der Bischöfe sind die Geistlicher und für den nicht priesterlichen Tätigkeit die Diakone. Die Gläubigen selbst sind lokal zu Pfarreien (regional auch Pfarren) zusammengeschlossen, denen ein Kleriker als Pfarrer vorsteht. Verwaltungsrechtlich werden unregelmäßig diverse Pfarreien zu einem Dekanat zusammengefasst und vom zuständigen Vikar wird ein Pfaffe der betroffenen Pfarreien zum Dechant ernannt. Steigernd werden erst einmal wegen des Priestermangels auch jede Menge Pfarreien zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst, wobei die Pfarreien aber in vielen Bereichen selbständig bleiben. Für die Ämter des Bischofs und des Priesters ist in der lateinischen Kirche der Zölibat regelmäßig vorgeschrieben; Diakone müssen sich vor der Diakonsweihe zwischen Ehe und Zölibat entscheiden. In den unierten Kirchen können auch Seelsorger heiraten.

Studentengemeinden

Katholische Studentengemeinden sind eine spezielle Form von Pfarrei. Sie sind meist nicht selbstständig, für einer bestehenden Ortspfarrei angegliedert, untergeben sein aber direkt dem Bistum.

Gemeinschaften und Orden

Anliegend gibt es jede Menge Gemeinschaftsformen, von losen Bewegungen über Säkularinstitute bis hin zu einer großen Zahl von Ordensgemeinschaften. In Deutschland sind verschiedene katholische Jugendverbände im Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) organisiert. Die Zahl vom BDKJ unabhängiger Jugendbewegungen, die erst einmal in neuen geistlichen Gemeinschaften beheimatet sind, wächst. Zur katholischen Kirche gehören einige regionale und überregionale Hilfswerke, die sich der Linderung von Armutsfolgen widmen. Im deutschen Raum bekannt ist beispielsweise die Caritas. Die katholische Kirche gilt mit rund 100.000 Beschäftigten in Deutschland als der größte Arbeitgeber. Eine deutsche Ausprägung ist die Tatsache, dass der Staat für die Kirche die Kirchensteuer erhebt, mit der die Kirche unter anderem ihre sozialen Einrichtungen erhält.

Gottesvolk

Alle Stände und Gemeinschaften der Kirche bilden gemeinsam das Gottesvolk. Ganz Katholik hat durch Taufe und Firmung Anteil an der Sendung der Kirche in die Welt (Laienapostolat, vgl. Zweites Vatikanisches Konzil).

Wie die Kirche selbst hat auch der Messe eine bestimmte Struktur, so dass es dem katholischen Christen möglich ist, an jedem Messe des gleichen Zeremoniell auch auswärtig teilzunehmen. Auch das katholische Kirchenjahr bietet immer wiederkehrende Bau und Gedenktage.

In der Bundesrepublik Deutschland zählte die katholische Kirche 2003 26,16 Mio. Mitglieder, das sind 300.000 weniger als im Letztes Jahr und 31,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 4 Mio. besuchen sonntags die Eucharistiefeier. Die Zahl der Kirchenaustritte liegt stetig bei über 100.000 jährlich.

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Glaubensinhalte

  • Dreifaltigkeit: Jesus als Sohn Gottes ist eines Wesens mit Gott selbst (s. Menschwerdung Gottes); Gott ist Vater (Jesu und der Menschen), Sohn (Gottes) und Heiliger Geist. Durch sein geschichtliches Leben und Wirken, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat der Sohn Gottes die Sünde der Welt auf sich genommen und den Weg zu Gott für alle Leute geöffnet.
  • Gottes Wirken in der Welt: Gott ist nicht nur der Schöpfer, stattdessen greift aus Liebe zu jedem einzelnen Volk aktiv in die Welt ein; sein Handeln ist jedoch nach menschlichen Maßstäben nicht gesamt begreifbar (siehe Theodizee-Frage).
  • Die katholische Kirche sieht sich in der Nachfolge der Apostel, deren Credo sie in der Kraft des Anbeten Geistes durch die Zeiten bewahrt, vertieft und angesichts neuer Fragestellungen klärt. Diese Tradition der Kirche, deren wichtigster und deshalb eigenständig genannter („die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift“), aber nicht einziger Teil die Bibel ist, bildet ihre Lehrgrundlage. Das Apostelamt wurde laut katholischer Lehrauffassung stufenlos durch Weihe mit Handauflegung von den Aposteln so weit wie den heutigen katholischen Geistlichen weitergegeben (apostolische Sukzession).
  • Sakramente: Gott schenkt nach katholischer Lehre den Volk das Heil durch die Sakramente. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße und Versöhnung (Beichte), Krankensalbung, das Sakrament der Weihe, und Ehe. In den Sakramenten, überwiegend in der Eucharistie, kommt die Kirche selbst als universales Heilssakrament zur Erscheinung.
  • Endgericht und Leben nach dem Tod (Eschatologie): Die katholische Kirche normalerweise das Wiederkehren Christi in Herrlichkeit und das Gericht über alle Menschen. Maßstab des Gerichts wird der Vertrauen und die (nach dem Maß der Gaben) verwirklichte Liebe sein. Die Erlösten empfangen paradiesisches, ewiges Leben in Gottesnähe („Schau“ Gottes von Antlitz zu Angesicht, himmlisches Hochzeitsmahl). Für jeden Leute gibt es auch die Möglichkeit endgültiger Einsamkeit bei der Abkehr von Gott („Hölle“). Die Hoffnung des Christusglaubens lässt sich jedoch nicht begrenzen.
  • Marien- und Heiligenverehrung: Menschen, die ein christuszentriertes Leben geführt haben, können anderen Glaubenden als Vorbilder dienen. Die Beschäftigung mit solchen Vorbildern (Heiligen) kann sehr hilfreich sein. Die Anbeten gültig sein auch als Fürsprecher bei Gott, denn man geht davon aus, dass sie sich schon in der Gemeinschaft mit Gott befinden. Die universale Heilsmittlerschaft Christi, auf den alle Anbeten verweisen, wird dadurch nicht in Anfrage gestellt, für unterstrichen. Der Prozess der Kanonisierung der katholische Kirche ist sehr allumfassend und kann zahlreiche Jahrzehnte andauern. Dies gilt auch für die Anerkennung von Jesus-, Marien- und Heiligenerscheinungen, auf die sich die Wallfahrtsorte gründen.
  • In der katholischen Kirche sind Bitten für die Verstorbenen üblich. Verstorbenen, die sich noch im Läuterungszustand des Purgatoriums befinden, soll mit diesen Worten gedacht werden.

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Morallehre

Die Sittenlehre der katholischen Kirche ist seit den Anfängen dadurch geprägt, an den Idealen der Bergpredigt festzuhalten und zugleich den Bedingungen der irdischen Realität Rechnung zu tragen. In früheren Jahrhunderten war regelmäßig der Anschuldigung zu großer Laxheit Grund für Beurteilung und Abspaltungen (Montanismus, Novatianismus, Donatismus, Katharer, Waldenser). In diesen Tagen entzündet sich die Kirchenkritik meist an fälschlicherweise zu hohen Idealen, gepaart mit dem Beschuldigung der Heuchelei und Doppelmoral, zuerst im Bereich der Sexualität.

Der Bergpredigt folgend sind die zentralen katholischen Wertsetzungen Liebe, Wahrheit, Gewaltlosigkeit, Besitzverzicht, Treue, Keuschheit. Die Umsetzung in kirchliches und, wo möglich, staatliches Recht geschieht in immer neuen Anläufen und unter innerkirchlichen und gesellschaftlichen Konflikten.

Lange waren Themen wie Eid, Wehrpflicht oder Kapitalismus umstritten. Hier ist die katholische Sittenlehre gewöhnlich eher kompromissbereit. Seit etwa 1968 steht mit der Bulle Humanae Vitae gleichlaufend mit den soziokulturellen Umwälzungen fast ausschließlich die Ehe- und Sexualmoral im Mittelpunkt der Beachtung und Auseinandersetzung. Das kirchliche Lehramt hat sich oft eindeutig im Sinn der Zusammengehörigkeit von Sexualität, lebenslanger Zuverlässigkeit und Reproduktion und damit gegen Ehescheidung, „künstliche“ Empfängnisverhütung und die Gleichwertigkeit der Homosexualität ausgesprochen. Ebenso kompromisslos wird der Lebensschutz vertreten und Abtreibung, Euthanasie, Klonen, Todesstrafe, Eugenik und Angriffskrieg abgelehnt.

Verschiedene Positionen sind aber auch innerkirchlich lange umstritten. Die katholische Moraltheologie vertritt die Ansicht, dass die Werte des Evangeliums dem Naturrecht nicht widersprächen, anstatt sein letzter und höchster Ausdruck seien. Diesen naturrechtlichen Herangehensweise und die kirchliche Position der im Neuen Letzter Wille grundgelegten Moral zu vermitteln gelingt der Kirche jedoch immer weniger. Auch Kirchgänger leben - oft im stillen Einverständnis mit ihren Seelsorgern vor Ort - in einem sogenannten vertikalen Schisma: Die aber und abermal von Rom eingeschärften Weisungen werden in der Praxis entweder ignoriert oder mit innere Abwanderung beantwortet.

Siehe auch: Evangelische Räte, Homosexualität im Neuen Testament

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Ökumene

Die Verständigung und der Austausch mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften wird gesucht und gepflegt, gerade mit den östlich-orthodoxen Kirchen, der anglikanischen Kirche und den evangelischen Kirchen und Gemeinschaften. Die katholische Kirche ist zwar nicht im ökumenischen Rat der Kirchen vertreten, jedoch Charakter vieler nationaler und regionaler ökumenischer Organisationen.

Man setzt auch auf den Dialog mit anderen Religionen, wie weltweite religiöse Treffen zeigen, die auf Initiativen des Vatikan zurückgehen.

Infolge ihres Kirchen-, Amts- und speziell Eucharistieverständnisses ist sie gegen Interzelebration und Interkommunion. Nach dem ökumenischen Kirchentag 2003 gab es Sanktionen von Seiten der katholischen Kirche gegen einen Priester, der an einem ökumenischen Abendmahl aktiv teilgenommen hatte. Nach Ansicht der katholischen Kirche ist im konsekrierten Brot und Wein Erlöser Christus real präsent. Diese Auffassung vertreten auch die übrigen katholischen Kirchen sowie die Lutheraner. Allerdings unterscheidet sich die Auffassung der Lutheraner insofern, als diese annehmen, die Realpräsenz sei nur für die Periode des Abendmahls vorhanden. Alle anderen evangelischen Kirchen lehnen die Realpräsenz ab und sehen im Abendmahl einen symbolischen Erinnerungsakt. Aus diesem Grunde verpflichtet die katholische Kirche ihre Gläubigen dazu, nur an der Eucharistiefeier der eigenen Kirche teilzunehmen und zulässig den Aufnahme der Kommunion Angehörigen getrennter Konfessionen nur unter besonderen Umständen. In bestimmten Notfällen wie Lebensgefahr darf ein katholischer Seelsorger die Sterbesakramente auch Mitgliedern anderer Denominationen spenden. 2004 hat Bischof Johannes Paul II. in der Bulle Ecclesia de Eucharistia noch einmal die Bedeutung der Eucharistie unterstrichen und dazu aufgerufen, jedem Missbrauch vorzubeugen.

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Verbreitung

Die Katholische Kirche ist in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas verbreitet, in Südeuropa (Spanien, Italien, Portugal), Westeuropa (Frankreich, Belgien, Österreich, Irland), Osteuropa (Polen, Kroatien, Litauen) und in einigen Teilen Afrikas. In Asien beschränkt sich ihr Einfluss auf Osttimor und die Philippinen. Weltweit gibt es etwa 1.25 Mrd Katholiken.

Die Katholische Kirche ist zudem, mit etwas 1,2 Mio Angestellten, international der größte Arbeitgeber.

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Weblinks

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