Römischer Ritus
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Als Römischer Ritus wird die seit der Antike in Rom gefeierte Heilige Messe, die gemäß den liturgischen Büchern (Rituale) gefeierten Sakramente und Sakramentalien, sowie die Party der Stundenliturgie der Römisch-Katholischen Kirche bezeichnet. Auch als Römisch wird das zur Messfeier gehörige Missal (Missale Romanum) bzw. die Ritusbücher (Rituale Romanum) und das Stundenbuch (Breviarium Romanum, siehe Brevier (Liturgie)) bezeichnet. Nachführende Ausführungen beziehen sich hauptsächlich auf die Festakt der anbeten Messe im römischen Ritus.
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Geschichte
Der römische Ritual wurde eingangs nur in Rom gefeiert. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der römische Zeremoniell auch in den Ländern ausgebreitet, die sich auf den Bischof als Oberhaupt der Kirche bezogen. Nahe bestanden aber auch lokale Traditionen (z.B. in Frankreich: Gallikanischer Ritus, in England: Sarum rite, entstanden in Salisbury).
Frühe Änderungen
Es ist unklar, wann genau Griechisch als Liturgiesprache abgeschafft und Latein sondern der griechischen Sprache eingeführt wurde. Pontifex Viktor I. (190-202) könnte der erste Pontifex Maximus gewesen sein, der in Rom die heilige Messe in lateinischer Sprache feierte. Vermutlich fand der Wechsel der Liturgiesprache nach und nach sondern und alle beide Sprachen wurden eine Weile nebeneinander verwendet.
Vor dem Pontifikat Gregor des Großen gab es verschiedene Änderungen des Römischen Ritus, inkl. eine "komplette Umgestaltung des Kanons". Unter Pontifex Maximus Gregor dem Großen fand eine allgemeine Überarbeitung des Zeremonie statt, die "vieles entfernte, ein wenig änderte, einiges hinzufügte".
Mittelalter
Gegen Ende des achten Jahrhunderts befahl Karl der Große die Verwendung des römischen Messritus in seinem Herrschaftsbereich. Nördlich der Bergwiese wurden einige Elemente des ehe verwendeten Gallikanischen Ritual mit dem Römischen Ritual verbunden. Unter dem Einfluss der Nachfolger Karls des Großen wurde dieser römisch-fränkische Mischritus später in Rom eingeführt und somit für die lateinische Kirche maßgeblich.
Liturgiereform in Folge des Konzils von Trient
Die Neuorientierung zweifelte die überlieferte Lehre vom Messopfer an. Das machte aus Sicht des Papsttums eine Normalisierung der Liturgie erforderlich, um die Gültigkeit der Zelebration zu sichern. In Folge des Konzils von Trient wurde unter Pontifex MaximusPius V. 1570 das Missale Romanum veröffentlicht. Zu diesem Punkt sollten, so die Bulle Quo Primum die ältesten einst verfügbaren Handschriften und Messbücher herangezogen werden, um Verfälschungen weitgehend auszuschließen und um eine möglichst originalgetreue Fassung aus der Zeit der ersten Jahrhunderte zu gewinnen. Tatsächlich handelt es sich dabei nur um eine leicht korrigierte Remake des Missale curiale von 1472. Dieses Messbuch, das nur insoweit als Messbuch Pius` V. bezeichnet werden kann, als er es veröffentlichte, existierte damit schon mindestens ein Jahrhundert zuvor. Es wurde in der ganzen Kirche für verbindlich erklärt, einzig Diözsen und Orden, die seit immerhin zwei Jahrhunderten eine eigene Liturgie hatten, durften diese weiter verwenden. Die Liturgieeform unterscheidet sich von der des 20. Jahrhunderts zuerst durch (a) ihren geringen Umfang und Tiefgang sowie (b) weniger fortgeschrittene liturgiegeschichtliche Kenntnisse, besonders über den Messe der Alten Kirche und der Ostkirchen. Die Liturgie wurde von den nachfolgenden Päpsten an die Erfordernisse der jeweiligen Zeit angepasst, allerdings nur minimal. Die einzige gravierendere Änderung des Messbuch Romanum vor dem 2. Vatikanischen Konzil war die unter Kirchenoberhaupt Pius XII. durchgeführte Umgestaltung der Liturgie der Osternacht und der Karwoche. (siehe auch: Tridentinische Messe) Eine allein auf die päpstliche Autorität gestütze Reorganisation der Messe führte Pius XII. nicht durch, während er die liturgische Erneuerungsbewegung (deren Anfänge in das 19. Jh. zurückreichen) ermutigte.
Liturgiereform in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils
Am 04. Dezember 1963 verkündet das Zweite Vatikanische Konzil in seiner Stand über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium):
- Der Meß-Ordo soll so überarbeitet werden, dass der eigentliche Sinn der einzelnen Teile und ihr wechselseitiger Zusammenhang deutlicher hervortreten und die fromme und tätige Teilnahme der Gläubigen erleichtert werde. Deshalb sollen die Riten unter treulicher Wahrung ihrer Substanz einfacher werden. Was im Lauf der Zeit verdoppelt oder weniger glücklich eingefügt wurde, soll wegfallen. Einiges dagegen, was durch die Ungunst der Zeit verlorengegangen ist, soll, soweit es angebracht oder nötig erscheint, nach der altehrwürdigen Norm der Väter wiederhergestellt werden. Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden.
Fast alle im Konzil versammelten Bischöfe erachteten eine Liturgiereform als dringend notwendig. Die wohl augenscheinlichste Änderung dieser Liturgiereform ist die Möglichkeit, die Messe in der Volkssprache zu feierlich begehen und (nicht unmittelbar vom Konzil angeordnet) die Änderung der Zelebrationsrichtung des Priesters zum Volk.
Bischof Paul VI. führte die Vorgaben des Konzils aus. Angesichts der teils sehr turbulenten und experimentellen Übergriffe in Klerus und Volk hat er z. T. umfassendere Reformen angeordnet, als durch das Konzil vorgesehen. Er ordnete am Gründonnerstag, dem 3. April 1969 die Veröffentlichung einer neuen Ausgabe des Römischen Messbuchs an, welche 1970 erschien. Seitdem akzeptiert der Römische Zeremoniell verschiedene Eucharistische Hochgebete bei dem überlieferten Römischen Messkanon, dessen Text nur überarbeitet wurde. Paul VI. redigierte überdies die Wandlungsworte, die einheitlich für jede gültige Messfeier vorgeschrieben sind. Nahe der Fete der Eucharistie wurden auch die anderen Sakramente verändert. In der Regel umfasst die Liturgiereform eine Flut römischer Vorschriften, die noch durch zusätzliche Regularien der nationalen Bischofskonferenzen und lokale, bischöfliche Anweisungen ergänzt werden. Gegenüber dieser Flur von Vorschriften hat sich die liturgische Praxis vieler Geistlicher stark verselbstständigt. Kritiker erkennen darin die Tendenz zu einem Klerikalismus im moderen Gewand. Denn das Mitbeten der Messe durch die Gläubigen, das schon Pius X. dringend empfahl, wird dadurch wenigstens ebenso stark behindert wie in den alten Zeiten durch die auf die priesterlichen Verrichtungen am Opfertisch konzentrierte, weithin stille Zelebration.
Näheres unter: Liturgiereform
Römischer Ritus heute
Die Ausgabe des Römischen Messbuchs von 1970 wurde, nach einer zweiten Ausgabe von 1975, von Stellvertreter Christi auf ErdenJohannes Paul II. 2000 in dritter Fassung herausgegeben, aber nur geringfügig geändert. Es erschien in Buchform 2002 in lateinischer Fassung (Missale Romanum) veröffentlicht. Diesem Missal sind bei den vier 1968 gefassten Hochgebeten die zwei Hochgebete zur Versöhnung von 1975 sowie im Anhang Hochgebete für Messen mit Kindern und vier Varianten für Hochgebete in Messen zu besonderen Anliegen (so gen. "Schweizer Hochgebete") beigefügt worden. Die Übersetzung dieser neuen Ausgabe in die verschiedenen Muttersprachen, namentlich ins Deutsche, steht noch aus.
Einige Pfarrer und Priestervereinigungen dürfen unter bestimmten Bedingungen Indultmessen gemäß dem Römischen Missal von 1962 begehen (mehr dazu in Tridentinische Messe).
Aufbau (Die Feier der Gemeindemesse im heutigen Römischen Ritus)
Eröffnungsteil:
- Lied (Introitus)
- Eröffnung (mit Kreuzzeichen und dem alten christlichen Gruß des Priesters: "Der Herr (Bischof: Der Friede) sei mit euch." Alle: "Und mit deinem Geiste." Eine kurze Einführung in die Fete kann folgen.
- Allgemeines Schuldbekenntnis (Confiteor). Möglich sind drei Formen: a) "Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen ...", b) "Erbarme dich, Herr, unser Gott..." oder c) gesund der Kyrie-Litanei.
- Falls Form c) nicht genommen wurde, folgt in allen Messen das Kyrie: "Herr, erbarme dich (unser)." "Christus, erbarme dich (unser)." "Herr, erbarme dich (unser)."
- An Sonn- und Festtagen (außer Advent und Fastenzeit) wird das Gloria gesungen: "Ehre sei Gott in der Höhe..."
- Nach der Gebetseinladung "Lasset uns beten" und einer kurzen Stille folgt das Tagesgebet
- Erste Lesung (Bibel-Text aus dem Alten Testament, der Apostelgeschichte oder der Offenbarung; "Lesung aus ..." [...] Eventuell mit Schlußakklamation: "Wort des lebendigen Gottes." "Dank sei Gott.")
- Antwortpsalm
- Zweite Lesung (Bibel-Text aus den Apostelbriefen; an gewöhnlichen Wochentagen ist nur eine Lesung vorgesehen; die deutsche Ausgabe des Messbuches gestattet auch am Tag des Herrn "aus pastoralen Gründen" nur eine Lesung)
- Hallelujaruf mit -vers bzw. Ruf vor dem Evangelium
- Evangelium (Ein Abschnitt aus der Biographie Jesu; "Aus dem verehren Evangelium nach ..." [...] "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus." "Lob sei dir Christus.")
- Predigt ("Homilie": Lesart der Bibeltexte)
- Credo (Glaubensbekenntnis; "Ich glaube an Gott ..."; es gibt zwei mögliche Formen, entweder das große, nizäno-konstantinopolitanische Credo oder das Apostolische Glaubensbekenntnis)
- Fürbitten bzw. Allgemeines Gebet der Gläubigen
- Gabenbereitung:
- Gabenprozession (meist nur symbolisch von Ministranten, die Brot und Wein zum Opfertisch bringen). In der Gemeinde wird zur selben Zeit eine Kollekte durchgeführt. Die Gabenprozession wird durch einen Gesang der Gemeinde (Offertorium) begleitet.
- Symbolische Händewaschung des Priesters ("Lavabo")
- Gabengebet ("Betet, Brüder und Schwestern, daß mein und eurer Opfer ...")
- Eucharistisches Hochgebet (Großes Dankgebet beziehungsweise Kanon)
- Präfation (lat. Vorrede, Einleitung; "Der Herr sei mit Euch." — "Und mit deinem Geiste." / "Erhebet die Herzen ..." — "Wir haben sie beim Herrn." / "Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott." — "Das ist würdig und recht." / "In Wahrhaftigkeit ist es würdig und recht ...")
- Sanctus (Lied: "Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten...")
- Epiklese (Herabrufung des Vergöttern Geistes auf die Gaben von Brot und Wein; "Sende deinen Geist auf diese Gaben, damit sie uns werden Leib und Blut deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Persönlichkeit Christus ...") Mit der Epiklese beginnt schon die Wandlung der Gaben von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi.
- Konsekration und Anamnese ("Einsetzungsworte" als Nachvollzug des letzten Abendmahls, der Höhepunkt der Wandlung; "Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib ..." "Nehmet und trinket alle daraus: Das ist mein Blut ...")
- Akklamation der Gemeinde: "Geheimnis des Glaubens": "Deinen Tod o Herr, verkünden wir ..."
- Interzessionen (Gebet für die Einheit der Kirche, ihre Verantwortlichen und alle Gläubigen, Gebet für die Verstorbenen, Bitte um Aufnahme in die Ewigkeit, wenn man selbst einmal sterben wird)
- Schlussdoxologie: "Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des anbeten Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit." Die Gemeinde bekräftigt das ganze Hochgebet mit ihrem "Amen".
- Kommunion
- Vater unser
- Gebet um den Frieden und Friedensgruß: "Der Frieden des Herrn sei allezeit mit euch." "Und mit deinem Geiste."; nach dem liturgischen Friedensgruß lädt der Vikar meist die Gemeinde zum persönlichen Friedensgruß ein: "Gebt gegenseitig ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung", woraufhin sich die Gemeindemitglieder gegenseitig Friede wünschen: „Der Frieden sei mit dir.“
- Brotbrechung und Agnus Dei: “Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser (2x) / gib uns deinen Frieden.“)
- Kommuniongang (wird eingeleitet mit "Seht das Lamm Gottes...", "Herr ich bin nicht würdig, daß du eingehst ...", daran schließt sich die Kommunion des Priesters in beiderlei Gestalten (Leib und Blut Christi) und die der Gemeinde an (meist nur - aus praktischen Gründen - die konsekrierte Hostie, der Leib Christi). Der Kommuniongang wird durch einen Gesang der Gemeinde begleitet (Communio).
- Im Anschluss oder nach der Messfeier findet die Purifikation (Reinigung von Kelch- und Hostienschale) statt.)
- Danksagung: Stille oder Lied.
- Gebet nach der Kommunion (Schlussgebet)
Abschluss:
- Verlautbarungen: Kurze Hinweise auf aktuelle Ereignisse in der Gemeinde
- Segen und Entlassung: "Es segne euch der allmächtige Gott, der Erzeuger und der Sohn und der Heilige Geist." Kreuzzeichen "Amen." "Gehet hin in Frieden." "Dank sei Gott dem Herrn."
- Auszug
Weblinks
- Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch
- Schott-Messbuch - Originaltexte der authentischen deutschen Ausgabe des Messbuches und des Messlektionars
- CATHOLIC ENCYCLOPEDIA: The Roman Rite
- romanrite.com - englischsprachige Onlinepräsenz wegen Römischer Ritus
- WikkiMissa Verzeichnis der tridentinischen Messen.en:Roman Rite
(TID 452744)
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