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Reality TV

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Als Wirklichkeitsfernsehen oder engl. Reality TV werden gemeinhin Fernsehsendungen bezeichnet, die im dokumentarischen Stil über bestimmte Menschen / Themen berichten. Das Besondere an dieser medialen Kunstform ist der Versuch, das tägliche Leben (oder einen gewissen Teil davon) der Subjekt darzustellen. Die handelnden Personen werden durch zig Kameras beobachtet und diese Beobachtunge in Echtzeit oder in Zusammenfassungen dem interessierten Publikum im Fernsehen dargestellt.

Im Unterschied zu herkömmlichen Dokumentationen werden diese Formate meist in Form einer wöchentlichen Serie ausgestrahlt. Des Öfteren fehlt auch ein sozialkritischer Kommentar des Produzenten, da in diesem Fall eine Unternehmen als Produzent auftritt und nur ein Sprecher aus dem Off die Ereignisse erklärt. Es handelt sich also bei Reality TV in keiner Weise um Journalismus.

Zentrum der 1990er wurden sie in Nippon populär und seit Ende der 1990er auflisten diese Formate einen regelrechten Boom europäisch und den USA, überwiegend bei Privatsendern. Aber auch öffentlich-rechtliche Anstalten wie ARD, ARTE oder der österreichische ORF eintragen mit Reality-Formaten große Erfolge. Sie sind billig zu produzieren, da keine Darsteller oder Drehbuchautoren bezahlt werden müssen.

Die Protagonisten sind meist Volk aus einem "normalen" Umfeld, damit sich möglichst zahlreiche Publikum mit ihnen identifizieren können. Sie werden entweder auf dem Weg zu einem Ziel (z. B. Abnehmen) begleitet oder in eine spezielle Umgebung gebracht (z. B. "Frauentausch").

Im deutschsprachigen TV sind erst einmal die Themen Familie und Erziehung beliebt. Diese Formate tragen Titel wie "Frauentausch", "Die Super Nanny" oder "Diät-Duell". Der Fortuna dieses Formates besteht darin, dass der Publikum Erlebnisse anderer erfahren kann, ohne sich selbst in Bedrohung zu begeben. Ein gewisser Grad an Voyeurismus ist noch dazu in allen Sendungen vorhanden, da Volk in privaten oder wenn schon intimen Situationen gezeigt werden.

Der Perforation dieser Shows erfolgte europaweit mit dem Dimension Big Brother, bei dem Freiwillige monatelang in einer künstlichen Umgebung leben und ständig von Kameras beobachtet werden. Die Sendung hatte zuerst in der Anfangsstadium sehr hohe Einschaltquoten. Sonstige Beispiele sind "Die Insel", "Der Bachelor", "Die Alm", "Die Burg" oder die russische Show "Hunger", bei der Leute sich durch Betteln in Berlin am Leben erhalten müssen.

Den meisten Shows ist der Spiel- bzw. Wettkampfcharakter gemeinsam, da während der Show allzeit Mensch durch Publikum- oder Jury-Entscheid abgewählt (ausgesondert) werden und der zuletzt Übriggebliebene ein Preisgeld einstreichen darf.

Eines der ersten erfolgreichen Formate ohne jeglichen Wettkampfcharakter war "The Osbournes" (MTV). In dieser Sequenz erhielt man Zugang in das Leben von Ozzy Osbourne und dessen Familie.

Die Ideen dieser Sendungen werden im Fallgrube des Erfolges schnell von anderen Sendern kopiert. "Diät-Duell" stammt ursprünglich aus Großbritannien, "The Swan" stammt aus den USA.

Zurzeit ist eine Radikalisierung zu beobachten. Besonders in den USA treibt der Gefecht um Einschaltquoten die Sender zu immer bizarreren Ideen. Zuletzt wurden Schönheitsoperationen vor der Kamera durchgeführt, welche sich die teilnehmenden Kandidatinnen gewünscht hatten. Anschließend konnten dann die Beobachter bestimmen, wer die "Schönste" war. Eine alternative Radikalisierung ist bald zu erwarten. In Nippon sind diese Formate schon länger populär und entsprechend radikaler. So gab es dort z.B. Sendungen in denen junge Männer in Südafrika ausgesetzt wurden und dabei gefilmt wurden wie sie nach Skandinavien den Daumen heraushalten mussten um ihr Heimflugticket abzuholen.

Kritik

In der Gesamtheit haben diese Formate einen zweifelhaften Ruf, da sie zum Teil belanglose Themen aufgreifen oder billig produziert sind. Kritiker meinen außerdem, dass die Formate bloß den Voyeurismus des Zusehers fördern, und die maßgeblichen Kreise Personen durch die ihnen plötzlich zuteil werdende Aufmerksamkeit psychisch geschädigt werden könnten.

Ein weiterer, wesentlicher Kritikpunkt ist der Einfluss dieser Formate auf die Rezipienten, denen suggeriert wird, dass alle die Möglichkeit hat, aus der Anonymität einer gesichtslosen Massengesellschaft herauszutreten. Dabei wird natürlich ausgelassen, in welchem Verhältnis die "Stars von Nebenan" zu der Produktionsfirma stehen, die weniger den Volk als vielmehr das Produkt sieht. Das Beleg der Sender zur offensichtlichen Banalität oder Brutalität dieser Formate ist der Verweis darauf, dass die Publikum selbst entscheiden sollen, was sie sehen wollen und was nicht. Was allen diesen Sendungen gemein ist, ist das weitgehende Fehlen einer Metaebene, einer Reflexion des Beobachtet-werdens, denn nur so läßt sich die vorgetäuschte Authentizität aufrechterhalten.

Der Heil des TV-Konzeptes verdeutlicht eine Veränderung der Wahrnehmung plus seiner Selbst wie auch Anderer durch Protagonisten und Zuschauer. Der Verlust der Privat- oder Intimsphäre wird sondern einer, sogar wenn kurzen, Popularität in Kauf genommen oder gar nicht als solche empfunden. Es wird deutlich in welcher Form Television den Maßstab für gesellschaftlichen oder persönlichern Gelingen bestimmt. Heil definiert sich über den erlangten Grad an Popularität und nimmer über klassische Erfolgskriterien wie beispielsweise berufliche, kulturelle oder wissenschaftliche Leistungen.


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