Südafrika
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel befasst sich mit dem Staat Südafrika, auch Republik Südafrika genannt (Republiek van Suid-Afrika, Republic of South Africa). Für die südliche Region Afrikas, siehe Südliches Afrika. |
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Wahlspruch: !KE E: /XARRA //KE | |||||
| Amtssprachen | Afrikaans, Englisch, isiNdebele, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Süd-Sotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga | ||||
| Hauptstadt und Regierungssitz | Tshwane/Pretoria | ||||
| Parlamentssitz | Kapstadt | ||||
| Sitz des obersten Gerichtshofs | Bloemfontein | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik mit föderalen Elementen | ||||
| Präsident | Thabo Mbeki | ||||
| Fläche | 1.219.912 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 46.880.220 (Stand Mai 2005) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 38 Bewohner pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | $4.698 (67.) Stand: Mai 2005</small> | ||||
| Unabhängigkeit | 31. Mai 1910 | ||||
| Währung | Rand | ||||
| Zeitzone | UTC +2 | ||||
| Nationalhymne | Nkosi sikele li'Africa/ Die Stem van Suid-Afrika | ||||
| Kfz-Kennzeichen | ZA | ||||
| Internet-TLD | .za | ||||
| Vorwahl | +27 | ||||
| Bild:Südafrika-Pos.png | |||||
| Bild:Suedafrika karte.png | |||||
Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze Afrikas. Das Land liegt zwischen 22 und 35 Grad südlicher Breite sowie zwischen 17 und 33 Grad östlicher Länge. Im Süden und Südosten grenzt das Land an den Indischen Ozean und im Abendland an den Atlantischen Ozean. Im Norden liegen die Nachbarländer Namibia, Botsuana und Simbabwe, östlich davon Mosambik und Swasiland. Das Königreich Lesotho ist eine Enklave, wird also vollständig von Südafrika umschlossen.
Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Südafrika ist ein ethnisch sehr gemischtes Land, in dem Volk aller Hautfarben leben und das dank dieser Vielfalt oft als Regenbogennation bezeichnet wird. Da die verschiedenen Volksgruppen aber nicht immer konfliktfrei nebeneinander lebten, beherrschten ethnische Probleme und Unruhen zwischen der weißen Bevölkerungsminderheit und der schwarzen Majorität die Geschichte und Politik des Landes. Die National Party, Politische Kraft der niederländisch-stämmigen Buren, installierte nach ihrem Wahlsieg im Im Jahre1948 das international geächtete System der Apartheid, das jedoch schon vorweg unter der politischen Führung der britisch-stämmigen Staatsführung ihren Anfang nahm und bis kurz nach der Wahl des gemäßigten Präsidenten Frederick Willem de Klerk Bestand hatte. Die Wende in der Politik im Anno 1990 wurde durch den jahrelangen Schlacht der schwarzen Bevölkerungsmehrheit unter ihrem politischen Führer Nelson Mandela, der auch 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde, erreicht.
Südafrika ist außerdem eines der wenigen Länder in Afrika, in dem noch nie ein Staatsstreich stattgefunden hat. Freie und geheime Wahlen werden seit Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt, zu gleichen Wahlen wurden sie allerdings erst 1994, als es auch der nicht-weißen Bevölkerung gesetzlich wurde zu wählen. Die Wirtschaft des Landes ist die bedeutendste und meistentwickelte auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, mit gleichmäßig verteilter guter und moderner Infrastruktur über das ganze Land.
Geographie
Das Land liegt am südlichsten Rand des afrikanischen Kontinents und hat eine Küstenlinie, die sich über reichlich 2.500 km ausdehnt und an zwei Ozeanen liegt (der Atlantische und der Indische Ozean). Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km², das entspricht ungefähr dem 3,4-fachen der Fläche Deutschlands. Das Zentralplateau, auch Highveld genannt, liegt in einer Höhe zwischen 900 und 2.000 Metern. Der zur Küste abfallende Landgürtel mit einer Umfang von 20 bis 250 km wird Groot Randkant (Große Randstufe) genannt.
Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m über NN) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die Kalahari-Wüste durch Botsuana bis nach Namibia hinein. Am Kap Agulhas (port.: agulhas = Nadeln), der äußersten Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantischer Ozean und Indischer Ozean, okzidental davon ist das Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder etwaKaap van die goeie Hoop).
Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Orient in Neigung Indischer Ozean. Der längste Fluss, der Oranje, mit einer Länge von 1.860 km entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber nach Abendland und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle am Oranje-Fluss im Nordwesten des Gordoniadistriktes wurden 1778 von Hendrik Wikar entdeckt, haben eine Umfang von ca. 3 km und sind etwa 60 m hoch. Zusätzliche wichtige Flüsse sind der Limpopo, der als Grenzfluss in Nordostrichtung nach ca. 1.600 km in den Indischen Gewässer mündet, und der Vaal (1.251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände dieser Flüsse schwanken sehr stark.
Zu Südafrika gehören weiterhin die Prince-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab Südafrika 1994 auf.
Klima und Vegetation
Südafrika hat eine große Anzahl von Klimazonen. Von extremer Wüste in der Kalahari an der Grenze zu Namibia so weit wie subtropischem Klima im Südosten und an der Grenze zu Mosambik. Das allgemeine Klima ist durch die Lage am südlichen Wendekreis überwiegend sonnig und trocken. Schnee gibt es im Winterzeit meist nur in den Gebirgen. Die über das Jahr verteilten Niederschläge entgegennehmen von Südosten nach Nordwesten ab, gleichzeitig entgegennehmen die Temperaturen zu.
Durch seine Größe und diverse Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes: das Klima der Westküste ist durch den Benguelastrom aus der Antarktis kühler und trockener. An der Ostküste sorgt der Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean für ein eher feuchtes und warmes Klima.
Die Lage auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind. Im Winter, zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und in Johannesburg (1753 m über NN) und Umgebung Schnee liegen, abends und nächtens ist es dann sehr kalt. Tagsüber steigen die Temperaturen auf etwa 23° C, im Saison auf 30° C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m über NN), herrscht im Saison kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZulu-Natals, u.a. in Durban (5 m über NN) und vorwärts der Ostküste ist die Wasserdampfgehalt der Luft hoch, es weht jedoch meist ein kühlender Wind vom Meer. Die Temperaturen liegen hier ganzjährig etwa zwischen 25° und 35° C.
Das Flachland im Morgenland des Landes ist durch warme, aber selten unangenehm heiße Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste und der Kalahariwüste kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen.
Am Westkap weht eine ständige, frische Brise, die Warme Jahreszeit sind warm und selbst die Jahreszeit milde. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert. Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Okzident in die Kalahariwüste und im Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände finden sich nur im regenstarken Orient und Südosten.
Flora und Fauna
Südafrika beheimatet reichlich 20.000 verschiedene Pflanzen, etwa 10 Prozent aller bekannten Pflanzenarten der Welt. In der Fynbos-Region, einem Kreis in der Provinz Westkap, findet man über 9.000 dieser Arten, die das Gebiet zu einem der ökologisch vielfältigsten Markt der Erde machen. Etliche dieser Arten sind endemisch, also nur in der Kapregion beheimatet. Aus diesem Grund wird diese Region von Botanikern unter dem Namen Capensis als das mit Abstand kleinste der sechs Pflanzenreiche der Erde angesehen.
Die Plural der Pflanzen in Südafrika sind immergrüne Hartlaubgewächse mit feinen, nadelförmigen Blättern. Eine sonstige typische Gewächs ist die Protea, die zu den Blütenpflanzen gehört und von denen es etwa 130 verschiedene Arten im Land gibt.
Während es in Südafrika eine große Pulk an Blütenpflanzen gibt, sind Wälder sehr selten zu finden. Nur etwa ein Prozent der Gesamtfläche ist Waldgebiet, welches sich fast ausschließlich in der humiden Küstenebene weiter der Indischen Ozeans in KwaZulu-Natal befindet. In diesen Tagen bestehen die Wälder aus überwiegend importierten Baumarten, wie z. B. Eukalyptus und Fichte. Der ursprünglich vorhandene Wald, der von den europäischen Siedlern bei ihrer Eintreffen vorgefunden wurde, wurde weitgehend abgeholzt und nur noch einige Dorf davon sind dieser Tage übrig. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden südafrikanische Hartholzbäume wie der Real Yellowwood (Podocarpus latifolius), der Stinkwood (Ocotea bullata) oder der Black Ironwood (Olea laurifolia) von der Regierung unter Naturschutz gestellt.
Im sehr heißen und trockenen Namaqualand nahe der Westküste gibt es verschiedene Arten von wasserspeichernden Sukkulenten wie Aloe und Euphorbia. Die vorherrschende Vegetation im Landesinneren ist das Grasland, welches besonders auf dem Highveld zu finden ist. Hier beherrschen verschiedene Gräser, niedrige Sträucher und Akazien. Die Flora wird in Trend Nordwesten spärlicher, was an den geringen Niederschlagsmengen liegt. Die Gras- und Dornsavanne östlich der Kalahari-Wüste wandelt sich im Verlauf nach Nordosten hin zu einer Feuchtsavanne mit dichterem Bewuchs. In der Gegend nahe des nördlichen Endes des Krüger-Nationalparks gibt besonders zig Affenbrotbäume.
Die artenreiche Fauna kann in Hunderten weniger Wildschutzgebieten und den großen Nationalparks (z.B. dem Krüger-Nationalpark) beobachtet werden. In Südafrika sind gut 300 Säugetierarten, über 500 Vogelarten, gut 100 Reptilienarten sowie diverse Insektenspezies zu Hause. Es gibt sehr diverse Antilopenarten wie Impala, Kudu oder auchSpringbock, aber auch Strauße, Flamingos und Zebras. Zig Nationalparks sind Geburtsland der afrikanischen „Big Five“, der fünf großen Säugetierarten: Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn. Darüber hinaus leben etwa 170.000 wilde Brillenpinguine an den Küsten sowie auf den Inseln und stillstehen unter strengem Naturschutz.
Siehe auch: Liste der Nationalparks in Südafrika
Bevölkerung
Hauptartikel: Bevölkerung Südafrikas
Südafrika hat die größte europäisch-stämmige Bevölkerung und die größte Einwohnerzahl indischer Herkunft in Afrika, was das Land zu einem der ethnisch vielfältigsten Länder des afrikanischen Kontinents macht. Es ist die Vaterland von verschiedenen afrikanischen Völkern, von niederländischen, deutschen, französischen, asiatischen und englischen Einwanderern und von so genannten Coloureds (Farbigen). Als Farbige wurden früher die Nachfahren der Khoisan, der Sklaven aus dem damaligen niederländischen Ostindien sowie Volk mit gemischten Ahnen bezeichnet. Der soziale Aufbau ist gleichfalls sehr vielschichtig. Es ist ein multikulturelles Land, dessen ungeachtet weiterhin die Spuren der Apartheid zu finden sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben.
Bis zum Jahr 1991 teilte die südafrikanische Verfassung die Bevölkerung in vier großen Klassen: Schwarze (Afrikaner), Weiße, Farbige und Asiaten. Obschon es diese Einteilung in diesen Tagen nicht länger gibt, sehen sich jede Menge Südafrikaner weiterhin als Zugehörige einer dieser Klassen. Politische Kraft Afrikaner stellen etwa 79% der gesamten Bevölkerung und sind wiederum in unterschiedliche ethnische Gruppen unterteilbar. Die größten dieser Gruppen sind die Zulu, Xhosa, Basotho, Venda, Tswana, Tsonga, Swazi und Ndebele. Der Anteil der Weißen an der Gesamtbevölkerung beträgt etwa 10 %; hauptsächlich sind es Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer und englischer Einwanderer, die ab dem Ende des 17. Jahrhunderts nach Südafrika immigrierten. Die sogenannten Farbigen sind Bewohner unterschiedlicher ethnischer Herkunft, meist Nachkommen der ersten europäischen Siedler, deren Sklaven und der ursprünglich in Südafrika lebenden Völker. Etwa 9% der Bevölkerung sind zu den Farbigen zu zählen. Die meisten Asiaten sind indischer Herkunft, die in der Zentrum des 19. Jahrhunderts ins Land geholt wurden, um auf den Zuckerrohrfeldern Natals zu arbeiten oder als Händler in den Städten lebten. In diesen Tagen stellen die Inder etwa 3% der Gesamtbevölkerung und leben hauptsächlich in der Provinz KwaZulu-Natal. Es gibt außerdem eine kleine chinesische Gruppe mit etwa 100.000 Einwohnern.
Im Jahr 2005 lebten etwa 58% der Südafrikaner in den Städten. 30,3% der Bevölkerung sind 15 Jahre alt oder jünger, 64,5% zwischen 15 und 64 Jahre und 5,2% älter als 65 Jahre. Das Bevölkerungswachstum betrug 2005 ungefähr -0,3%, die Geburtenrate liegt bei 18 Geburten pro 1000 Einwohner, die Kindersterblichkeit bei 6,1%. Die momentane Lebenserwartung liegt bei Frauen und Männer etwa gleich bei 43 Jahren. Die südafrikanische Frau hat durchschnittlich 2,2 Kinder. Etwa 87% der über 15jährigen Südafrikaner können lesen und schreiben.
Knapp 80% der Bevölkerung zugeben sich zu christlichen Glaubensgemeinschaften. Anliegend den großen christlichen Kirchen, wie der katholischen Kirche, den Protestanten oder der Anglikanischen Kirche, sind auch übrige christliche Gemeinschaften wie die Zion Christian Church oder die Methodisten zu finden. Etwa 2% sind Anhänger von Stammesreligionen (mehrheitlich Animismus), 2% Muslime und 1,5% Hindus. Ungefähr 15% der Bevölkerung gehören keiner Theismus an.
Sprachen
Südafrika hat seit dem Ende der Rassentrennung elf offizielle Landessprachen: Englisch, Afrikaans, isiZulu, Siswati, isiNdebele, Sesotho, Nördliches Sotho, Xitsonga, Setswana, Tshivenda und isiXhosa. Das Land ist damit nach Indien das mit den meisten offiziellen Sprachen der Welt. Daraus resultierend gibt es auch etliche unterschiedliche offizielle Landesnamen:
- Afrikaans: Republiek van Suid-Afrika
- Englisch: Republic of South Africa
- isiNdebele: IRiphabliki yeSewula Afrika
- isiXhosa: IRiphabliki yaseMzantsi Afrika
- isiZulu: IRiphabliki yaseNingizimu Afrika
- Nördliches Sotho: Rephaboliki ya Afrika-Borwa
- Sesotho: Rephaboliki ya Afrika Borwa
- Setswana: Rephaboliki ya Aforika Borwa
- Siswati: IRiphabhulikhi yeNingizimu Afrika
- Tshivenda: Riphabuliki ya Afurika Tshipembe
- Xitsonga: Riphabliki ra Afrika Dzonga
Etwa 0,7% der Schwarzen und 59,1% der Weißen sprechen Afrikaans als Muttersprache. Engl. wird von 0,5% aller Schwarzen und von 39,3% der Weißen zuhause gesprochen. Die restlichen Sprachen werden von der schwarzen Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Etwa 2,0% sprechen IsiNdebele, 22,3% sprechen IsiXhosa, 30,1% IsiZulu, 11,9% Sepedi, 10,0% der Schwarzen büffeln Sesotho als Muttersprache, 10,3% Setswana, 3,4% SiSwati, 2,9% Tshivenda and 5,6% Xitsonga. Nur etwa 0,3% der schwarzen Bevölkerung und 1,1% der Weißen sprechen keine der elf offiziellen Landessprachen als Muttersprache.
Benachbart all diesen Sprachen gibt es in Südafrika zusätzliche nicht-offizielle Sprachen wie z. B. Fanagalo, Lobedu, Nördliches Ndebele, Phuthi, Khoe, Nama und San. Diese Sprachen werden im offiziellen Amtsgebrauch nur in den Gebieten, in denen sie gebräuchlich sind, verwendet. Mehrere dieser nicht-offiziellen Landessprachen der San und Khoikhoi werden auch in den benachbarten nördlichen Ländern Namibia und Botsuana gesprochen. Diese Völker, die sich deutlich von anderen Afrikanern unterscheiden, haben ihre eigene kulturelle Identität, da sie traditionelle Jäger- und Sammlervölker sind. Die Zahl ihrer Angehörigen hat in den letzten Jahrhunderten zügig abgenommen und die Sprachen sind jetzt vom Untergehen bedroht.
Verschiedene weiße Südafrikaner sprechen außerdem übrige europäische Sprachen, wie Portugiesisch, Deutsch und Griechisch. Weiterhin werden Sprachen wie Gujarati oder Tamil von Einwohnern indischer oder asiatischer Herkunft gesprochen.
Wiewohl jede der elf Sprachen als dienstlich gilt und laut Gesetz alle Sprachen als gleich anzuerkennen sind, bildet sich die englische Sprache als Führende heraus, da sie im Land über die unterschiedlichen Volksgruppen hinauf von den meisten Volk verstanden wird und nicht direkt mit dem ehemaligen Apartheids-Regime verknüpft ist. Der Einfluss des Afrikaans, erste Sprache im Land während der Apartheid, sank gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Als Gründe sind anzuführen,
- dass Afrikaans für viele Südafrikaner afrikanischen Ursprungs nahezu untrennbar mit dem abgelehnten Appartheid-Regime verknüpft ist,
- der Zwang von Afrikaans als Pflichtfach in der Schule weggefallen ist,
- der Einfluss der Buren in der Gesellschaft reduziert wurde,
- Afrikaans der Makel des "Gestrigen" und "Provinziellen" gegenüber der Weltsprache Englisch anhaftet,
und die Sprachen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit amtlich renommiert wurden.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Südafrikas
Vor der Ankunft europäischer Siedler
In Südafrika wurden einige der ältesten archäologischen Fossile der Welt ausgegraben. Überreste des Australopithecus africanus wurden in den Höhlen von Sterkfontein, Kromdraai und Makapansgat gefunden, von denen die Ältesten auf etwa 3,3 Mio. Jahre datiert werden. Nach diesen Vormenschen lebten hier verschiedene Arten des Homo, wie der Homo habilis, Homo erectus und schließlich der moderne Mensch, der Homo sapiens. Während der Migration der Bantu-Stämme, die etwa im 4. bis 5. Jahrhundert begann, überquerten die Bantu den Limpopo und ließen sich im heutigen Südafrika als Bauern und Hirten nieder. Sie gelangten im Verlauf ihrer Migration bis zum Fish River, der in diesen Tagen in der Provinz Ostkap liegt. Die seit etwa 20.000 Jahren in den Voraussetzen des heutigen Südafrika lebenden Jäger-und-Sammler-Völker der San und Khoikhoi wurden von den Bantu immer weiter vertrieben.
Niederländische Kolonialzeit
Der Beginn der modernen Geschichtsschreibung in Südafrika war der 6. Apr. 1652, als der Niederländer Jan van Riebeeck i. A. der Niederländischen Ostindien-Kompanie (niederl: Vereenigde Oostindische Compagnie, VOC) am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation errichtete. Diese sollte zufolge ihrer strategisch günstigen Lage Raststätte für Handelsschiffe sein, die zwischen Abendland und Südostasien auf Achse waren. Während des 17. und 18. Jahrhunderts war die Siedlung, die sich langsam aber stetig vergrößerte, in holländischem Besitz. Die Person führten eine Reihe von In den Besitz kommen mit dem Volk der Xhosa an der östlichen Grenze des Siedlungsgebiets und holten sich diverse Sklaven aus Indonesien, Madagaskar und Indien ins Land. Anfang des Jahres 1743 war die Zahl der Sklaven in der Provinz deutlich höher als die der weißen Siedler. Die Nachfahren dieser Sklaven, die vielmals weiße Subjekt heirateten, wurden später zusammen mit den Buschmännern in die Bevölkerungsklasse der Farbigen oder auch Kap-Malaien eingestuft und stellen dieser Tage mit etwa 50% die Majorität der Bevölkerung in der Provinz Westkap.
19. Jahrhundert
Als die VOC schließlich dem Bankrott nahe war und der Einfluss der niederländischen Händler schwand, besetzten Truppen des Vereinigten Königreichs die Region um das Kap der Guten Hoffnung im Jahre 1797. Die Königreich der Niederlande wurden im Verlauf der Revolutionskriege von Napoléon Bonapartes Truppen belegt und die neu gegründete Batavische Republik war nimmer mit den Briten verbündet. Die Besetzung erfolgte also vor dem Hintergrund, dass dieser für den Deal strategisch wichtige Standort nicht den Franzosen in die Hände fallen sollte. Die Briten mussten das Land nach dem Frieden von Amiens 1802 an die Königreich der Niederlande zurückgeben, eroberten es aber im Jahr 1806 nochmals und errichteten hier nun dauerhaft eine britische Kronkolonie. Die Grenzkriege mit den Xhosa dauerten an und vergrößerten das Land immer weiter bis zum Ostufer des Fish River. Das Dreigestirn Ureinwohner - Buren - Engländer war paradigmatisch repräsentiert, als der englische Schiffsarzt Alexander Dunlop die Khoi-Frau Sarah Baartman 1810 nach London brachte, wo sie als Hottentot Venus von dem Buren Hendrick Caezar der allgemeinen Schaulust verloren wurde. Die Grenze der neuen Kronkolonie wurde von den Briten stark befestigt und das nach liegende Land rasch von Weißen besiedelt. Als im Jahr 1833 das Britische Volksvertretung die Beseitigung der Leibeigenschaft in ihrem weltweiten Einflussgebiet verfügte, entzog dies vielen Buren die Existenzgrundlage. Um sich dem Einflussbereich des britischen Rechts zu entziehen und die Ausbeutung der Nicht-Weißen fortführen zu können, wichen sie als so genannte Voortrekker ins Hinterland aus. Im Großen Treck von 1835-1841 wanderten rund 14.000 Buren in die Gebiete nördlich des Oranje-Flusses aus.
Die Entdeckung von Diamanten im Jahr 1867 und Gold im Jahr 1886 führte zu starkem wirtschaftlichem Wachstum und Immigration vieler Europäer, was die Benachteiligung und Ausbeutung der ursprünglichen Bevölkerung weiter vorantrieb. Die Buren, mittlerweile unabhängig in ihren Mittelpunkt des 18. Jahrhunderts gegründeten Buren-Republiken - der Südafrikanischen Republik und dem Oranje-Freistaat -, wehrten sich während des sogenannten ersten Burenkriegs (1880–1881) gegen die britischen Expansionsbestrebungen, die u. a. auf die reichen Goldvorkommen am Witwatersrand abzielten. Während die Buren zahlenmäßig weit schlechter waren, leisteten sie siegreich Widerstand, da sie sich strategisch besser an die örtlichen Gegebenheiten anpassten. So trugen zum Beispiel die burischen Soldaten khakifarbene Uniformen, durch welche sie besser klandestin waren, während die Briten ihre traditionellen Rotröcke trugen, die sie zu einem leichten Ziel für burische Scharfschützen werden ließen.
20. Jahrhundert
In den Jahren 1899-1902 kehrten die Briten noch zahlreicher, jedoch diesmal ohne rote Uniformen zurück und besiegten die Buren im zweiten Burenkrieg. Der burische Versuch, sich mit dem Deutschen Reich und der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika zu verbünden, war für die Briten ein zusätzlicher Grund, nun vollkommen die Kontrolle über die Burenrepubliken zu übernehmen. Die Buren leisteten diesmal vergeblich Widerstand, da die Briten zufolge ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit und der besseren Nachschubversorgung nicht zu besiegen waren. Im Frieden von Vereeniging wurden die beiden Burenrepubliken in das Britische Empire eingegliedert, den Buren aber ansonsten großzügige Friedensbedingungen gewährt, wie zum Beispiel die Anerkennung von Afrikaans als Amtssprache. Um die Buren weiterhin zu befrieden, stimmten die Briten in dem Vertrag aber auch diskriminierenden Regelungen zu, die die Bürgerrechte der nicht-weißen Bewohner Transvaals und des Oranje-Freistaats einschränkten.
Nach vier Verhandlungsjahren wurde am 31. Mai 1910 aus den vier Kolonien Natal, Transvaal, Oranje-Freistaat und der Kapkolonie die Südafrikanische Union gegründet, auf den Tag genau acht Jahre nach dem Ende des zweiten Burenkriegs. 1934 vereinigten sich die britische South African Party (Südafrikanische Partei) und die National Party (Nationalpartei) der Buren zur United Party (Vereinigte Partei), mit der Absicht, Briten und Afrikaaner zu versöhnen. Diese Gemeinschaftspartei spaltete sich allerdings 1939 erneut auf, da keine Einigkeit über den Eintritt in den zweiten Weltkrieg an der Seite Großbritanniens erzielt werden konnte. Die eher rechtsgerichtete National Festakt sympathisierte mit Drittes Reich und erstrebte eine radikale Rassentrennung.
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs konnte die weiße Bevölkerungsminderheit unter der politischen Führung der National Fest ihre Macht erhalten und installierte das System der Apartheid, in dem sie eine Reihe an Gesetzen durchs Hohes Haus verabschieden erlauben konnte, die das Land und das alltägliche Leben rigoros nach den verschiedenen Hautfarben trennte. Die Rassentrennung war ein bedeutender Konfliktpunkt während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der zu weitreichenden wirtschaftlichen Sanktionen und dem Rückzug vieler Unternehmen aus Südafrika führte. Außerdem wuchs der Unmut der unterdrückten Bevölkerungsschichten und erreichte den Höhepunkt im Jahr 1976, als Sicherheitskräfte gegen eine Studentendemonstration in Soweto vorgingen und 176 schwarze Schüler und Studenten starben.
Im Jahr 1990, nach einem langen Periode des Widerstands mit Streiks, Protestmärschen, Manipulation und auch Terrorangriffen verschiedener Anti-Apartheid-Bewegungen - die bekannteste ist der African National Congress (ANC) - ging die Regierung der National Festakt einen ersten Schritt in Trend ihrer eigenen Entmachtung, als sie das Verbot des ANC und anderer politischer Organisationen aufhob und Nelson Mandela - einen der bekanntesten Widerstandskämpfer - nach 27 Jahren aus dem Gefängnis freiließ. Die Rassentrennung verschwand Schritt für Schritt aus der Verfassung und ermöglichte so die ersten für alle Bewohner freien Wahlen im Jahr 1994. Der ANC errang einen überwältigenden Wahlsieg und ist seit die Regierungspartei. Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt und erhielt zusammen mit dem letzten Präsidenten der National Party, Frederik Willem de Klerk, den Friedensnobelpreis für die Beiträge zur Beendigung der Apartheid. Trotz des Endes der Rassentrennung lebten zu Beginn des 21. Jahrhunderts weiterhin Mio. Südafrikaner, hauptsächlich Schwarze, in Armut.
21. Jahrhundert
Am 9. August 2002 wurde das bis 1974 im Pariser Musée de l'homme ausgestellte Knochengerüst der Sarah Baartman einschließlich weiterer in Formaldehyd konservierter Körperteile ernst bei Hankey am Gamtoos River beigesetzt, nachdem diese Ausschuss im Januar 2002 von Paris nach Kapstadt überführt worden waren. Die Traueransprache hielt Thabo Mbeki. Sarah Baartman wurde zur Integrations- und Identifikationsfigur gerade für die farbige Bevölkerung (coloreds).
Politik
Hauptartikel: Politische Situation in Südafrika
Verfassung
Nach den Wahlen von 1994 galt in Südafrika eine Übergangsverfassung. Eine verfassungsgebende Zusammenkunft musste einziehen werden, welche bis zum 9. Mai 1996 eine neue, dauerhafte Verfassung entwarf und verabschiedete. Diese wurde am 4. Dezember 1996 vom südafrikanischen Verfassungsgericht angenommen, von Präsident Nelson Mandela am 10. Dezember unterschrieben und ist seit dem 3. Feber 1997 gültig. Seitdem ist die Verfassung die oberste und unumstößliche Gesetzesgrundlage des Staates.
Die Verfassung besteht aus einer Präambel, 14 Kapiteln und sieben Anhängen in denen jedes Mal ein bestimmter Teilbereich, wie zum BeispielMenschenrechte oder die Gewaltenteilung, festgeschrieben sind. Die Bill of Rights der neuen Verfassung gewährleisten den Bürgern umfangreiche Rechte, wie z. B. die Gleichheit vor dem Gericht oder den Schutz vor Diskriminierung. Als andere Menschenrechte sind darin das Recht auf Leben, der Schutz vor Knechtschaft und Zwangsarbeit, der Schutz der Privatsphäre und des persönlichen Eigentums, sowie das Recht auf Ungebundenheit und Integrität festgeschrieben. Alternative wichtige Punkte sind die Rede-, Religions-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Die Rechte von Gefangenen und Untersuchungshäftlingen sind gleichfalls aufgeführt. Außerdem sieht die Verfassung eine unabhängige und unparteiische Gerichtsbarkeit vor.
Exekutive
Verfassungsgemäß ist der Präsident der Republik Südafrika sowie Staatsoberhaupt plus Regierungschef. Er wird alle fünf Jahre durch die Nationalversammlung gewählt und durch einen Vizepräsidenten vertreten. Die Politiker werden als Mitglieder des Kabinetts vom Präsidenten ernannt und entlassen. Derzeitiger Präsident ist seit dem 16. Juni 1999 Thabo Mbeki, die Vizepräsidentin ist Phumzile Mlambo-Ngcuka seit dem 22. Juni 2005.
Legislative
Die Legislative des Landes besteht aus einem Zweikammerparlament. Ein Teil des Parlaments ist die Nationalversammlung (Unterhaus), die nach dem Verhältniswahlrecht gewählt wird, wobei jeweilig die Hälfte der 400 Mitglieder über landesweite Listen und Provinzlisten in das Abgeordnetenhaus einzieht. Die zweite Zimmer ist der Nationalrat der Provinzen (Oberhaus) mit 90 Mitgliedern, von denen jede der neun Provinzen, unabhängig von Größe oder Einwohnerzahl, zehn Mitglieder stellt. Eine Legislaturperiode dauert in beiden Häusern fünf Jahre. Die Regierung wird im Unterhaus gewählt und gebildet, wobei üblicherweise der Vorsitzende der stärksten Fraktion das Amt des Staatspräsidenten ausübt. Gemäß der neuen Verfassung von 1997 ersetzt der Nationalrat der Provinzen den bisherigen Senat, wobei sich weder die Mitglieder noch die Parteizugehörigkeiten geändert haben, wohl aber die Zuständigkeiten der neuen Institution. Das Oberhaus hat in diesen Tagen die spezielle Aufgabe, die regionalen Interessen der Provinzen zu vertreten, was auch den Schutz kultureller und sprachlicher Traditionen der Minderheiten einschließt.
Judikative
Die dritte Säule der Gewaltenteilung stellt die Rechtsprechung dar. Das Verfassungsgericht mit Sitz in Johannesburg ist die höchste Instanz in Verfassungsfragen, während das Oberste Gericht in Bloemfontein das höchste Gericht für alle anderen Fragen ist. Die meisten Verhandlungen werden auf lokaler Ebene in den örtlichen Gerichten abgehalten. Die Verfassung garantiert jedem Staatsbürger das Recht auf eine faire, öffentliche Verhandlung, einen angemessenen Spanne für die Urteilsfindung und das Recht auf Berufung.
Regierung und Parlament
Südafrika ist seit 1961 glaubwürdig Republik. Die ersten demokratischen Wahlen fanden aber erst nach dem Ende der Apartheid im April 1994 statt. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde das Leben in Südafrika durch die weltumspannend geächtete Apartheid-Politik (afrikaans: Trennung; Politik der getrennten Entwicklung weißer, schwarzer und farbiger Bevölkerungsgruppen) bestimmt. Die sogenannte Wahrheits- und Versöhnungskommission (englisch: Truth and Reconciliation Commission) unter Vorsitz von Pastor Desmond Tutu versuchte zwischen 1996 und 1998, politisch motivierte Verbrechen, die während der Zeit der Rassentrennung begangen wurden, zu untersuchen und aufzuarbeiten.
Seit dem Ende der Rassentrennung wird die südafrikanische Politik maßgeblich von der ehemaligen Anti-Apartheidsbewegung African National Congress (ANC) beeinflusst, die in den Wahlen von 2004 69,7 % aller Stimmen erhielt. Zweitstärkste und wichtigste Oppositionspartei ist die Democratic Alliance, die aber nur einen Stimmenanteil von 12,4 % hat. Die New National Party, die als frühere hauptsächlich burische National Party das Apartheid-System einführte und jahrzehntelang die Staats- und Regierungschefs stellte, verlor seit 1994 immer weiter an Bedeutung und löste sich schließlich am 9. Apr. 2005 auf. Der derzeitige Staats- und Politiker Thabo Mbeki ist, wie sein Vorgänger Nelson Mandela, Angehöriger des ANC.
Siehe auch:
Außenpolitik
Südafrika war ein Gründungsmitglied des Völkerbundes und begann im Jahr 1927 mit der Errichtung von Diplomatischen Vertretungen in den wichtigsten westeuropäischen Ländern und den USA. Die vormalige deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) wurde nach dem ersten Weltkrieg zum Völkerbund-Mandatsgebiet und unter südafrikanische Verwaltung gestellt. Die südafrikanischen Streitkräfte kämpften während der beiden Weltkriege auf der Seite der Alliierten und nahmen an der Friedensmission der Vereinten Nationen nach dem Ende des Korea-Krieges teil.
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs war Südafrika im gleichen Sinne eines der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen und der damalige Ministerpräsident Jan Christiaan Smuts war gewaltig an Ausarbeitung der Charta der Vereinten Nationen beteiligt. Als Folge der 1948 begonnenen Apartheid-Politik geriet das Land jedoch in eine jahrzehntelange außenpolitische Isolation. Dem Demission aus dem Commonwealth of Nations im Jahr 1961 folgte das UN-Waffenembargo 1977 sowie zahlreiche UN-Resolutionen und Sanktionen. Ein spürbarer wirtschaftlicher Einbruch begann, Investoren zogen sich aus dem Land zurück, verweigerten Investitionen oder unterbanden den Deal mit südafrikanischen Unternehmen. Typ und Sportmannschaften wurden von internationalen Veranstaltungen nicht machbar und der Fremdenverkehr boykottiert.
Als Teil einer neuen Politik, die mit dem Amtsantritt von Präsident F.W. de Klerk 1989 begann und der das Ende der Rassentrennung bedeutete, konnte Namibia im Jahr 1990 die Unabhängigkeit erklären, mit Ausnahmefall der kleinen Exklave Walfischbucht, die erst im März 1994 an Namibia übergeben wurde. Nach den ersten Wahlen im Apr. 1994, die auch für Nicht-Weiße zugänglich waren, und der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela, wurden die meisten Sanktionen, die von der internationalen Staatengemeinschaft gegen das Land verhängt wurden, aufgehoben. Am 1. Juni 1994 trat die Republik Südafrika nochmals in den Commonwealth ein und wurde am 23. Juni des selben Jahres nochmals in die UNO-Vollversammlung aufgenommen. Südafrika trat ebenso der Organisation für Afrikanische Einheit (engl.: Organisation of African Unity, OAU) bei, in diesen Tagen bekannt als Afrikanische Union.
Nachdem das Land die internationale Isolation mit dem Ende der Rassentrennung verlassen hat, ist es abermals ein anerkannter Partner geworden. Wichtigste außenpolitische Zielsetzungen sind dieser Tage die Erhaltung und der Entfaltung guter diplomatischer Beziehungen, besonders mit den Nachbarländern und den Mitgliedern der Afrikanischen Union.
Verwaltungsgliederung
Provinzen
Hauptartikel: Provinzen Südafrikas
Am Ende der Rassentrennung im Jahr 1994 mussten die ehemaligen unabhängigen und quasi-unabhängigen Homelands in die politische Struktur Südafrikas eingebaut werden. Dies führte zur Auflösung der bisherigen vier Provinzen (Kapprovinz, Natal, Oranje-Freistaat und Transvaal), die durch neun neue Provinzen ersetzt wurden und die nun das gesamte Staatsgebiet Südafrikas umfassen. Die Provinzen Südafrikas sind:
| Nr. | Provinz | Ehemalige Homelands und Provinzen | Hauptstadt | Fläche (km²) | Bevölkerung in Mio. (2001) |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Western Cape (Westkap) | Kapprovinz | Kapstadt | 129.370 | 4.524.335 |
| 2 | Northern Cape (Nordkap) | Kapprovinz | Kimberley | 361.830 | 822.726 |
| 3 | Eastern Cape (Ostkap) | Kapprovinz, Transkei, Ciskei | Bisho | 169.580 | 6.436.761 |
| 4 | KwaZulu-Natal | Natal, KwaZulu | Pietermaritzburg | 92.100 | 9.426.018 |
| 5 | Free State (Freistaat) | Oranje-Freistaat, QwaQwa | Bloemfontein | 129.480 | 2.706.776 |
| 6 | North West (Nordwest) | Transvaal, Kapprovinz, Bophuthatswana | Mafikeng | 116.320 | 3.669.349 |
| 7 | Gauteng | Transvaal | Johannesburg | 17.010 | 8.837.172 |
| 8 | Mpumalanga | Transvaal, KwaNdebele, KaNgwane, Bophuthatswana, Lebowa | Nelspruit | 79.490 | 3.122.994 |
| 9 | Limpopo | Transvaal, Venda, Lebowa, Gazankulu | Polokwane | 123.900 | 5.273.637 |
Städte und Gemeinden
Hauptartikel: Liste der Städte in Südafrika
In der großen Gemeindereform des Jahres 2000 wurden mehrere bekannte südafrikanische Städte mit ihren umliegenden Gemeinden und Townships vereinigt. Einige dieser neu entstandenen Metropolen-Gemeinden (engl.: Metropolitan Municipality) wurden umbenannt, wobei die neuen Namen meist von Bantusprachen abgeleitete Bedeutungen haben und so das neue Südafrika repräsentieren sollen. Vier der zehn größten Städte und Gemeinden des Landes liegen in der kleinsten und am dichtest besiedelten Provinz Gauteng.
| Rang | Gemeinde | Fläche (km²) | Bevölkerung (2001) | Provinz |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Johannesburg | 1.644 | 3.225.810 | Gauteng |
| 2 | eThekwini (Durban) | 2.292 | 3.090.117 | KwaZulu-Natal |
| 3 | Kapstadt | 2.499 | 2.893.251 | Westkap |
| 4 | Ekurhuleni (East Rand) | 1.924 | 2.480.282 | Gauteng |
| 5 | Tshwane (Pretoria) | 2.198 | 1.985.984 | Gauteng |
| 6 | Nelson Mandela (Port Elizabeth) | 1.952 | 1.005.776 | Ostkap |
| 7 | Buffalo City (East London) | 2.516 | 701.881 | Ostkap |
| 8. | Emfuleni (Vereeniging) | 987 | 658.422 | Gauteng |
| 9 | Mangaung (Bloemfontein) | 6.283 | 645.441 | Freistaat |
| 10 | Thohoyandou | 2.966 | 584.569 | Limpopo |
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Südafrikas
Südafrika ist ein wohlhabendes Schwellenland und wird von manchen Beobachtern (UN, EU) zur Ersten Welt gerechnet, während die ländlichen Gebiete in den ehemaligen Homelands eher noch einem Dritte-Welt-Land ähneln. Das Land ist sehr reich an Bodenschätzen, besonders die großen Vorkommen an Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom und Eisenerz stärkten die wirtschaftliche Status in den vergangenen Jahrzehnten. Im Jahr 2002 lag der Anteil Südafrikas an der Goldproduktion auf dem Weltmarkt bei 15%.
Südafrika hat außerdem ein gut entwickeltes Finanz- und Rechtssystem und eine allgemein gut ausgebaute Infrastruktur (Kommunikations-, Energie- und Transportwesen). Trotz die letzten zehn Jahre vom Wachstum geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 27% (Stand: Januar 2006), und die Nachwirkungen der Apartheid, vorerst Armut und wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung, sind noch nicht beseitigt. Sonstige Probleme sind eine hohe Kriminalitätsrate, Korruption und HIV/Aids. Anfang 2000 kündigte Präsident Thabo Mbeki an, das Wirtschaftswachstum und die Investitionen durch die Auflockerung des Arbeitsrechts, die Privatisierung staatlicher Betriebe und die Senkung der Staatsausgaben zu fördern. Diese Bestrebungen stoßen auf harten Widerstand von Seiten der organisierten Arbeitnehmerschaft. Die Einführung von Mindestlöhnen führte in Südafrika zu einer vermehrten Entlassung von nicht länger bezahlbaren Landarbeitern und zu einer entsprechenden Landflucht und Arbeitslosigkeit.
Ein weiteres Problem der südafrikanischen Wirtschaft ist das fehlende Wissen im Verwaltungsbereich. Öffentliche Stellen wurden in den vergangenen Jahren vielmals an verdiente, aber fallweise verwaltungstechnisch unglücklicherweise auch inkompetente, Widerstandskämpfer gegen das Apartheitsregime vergeben. Diese Praxis wird häufig in den südafrikanischen Medien als Nepotismus bezeichnet.
Trotz der geschilderten Probleme hat sich Südafrika in den letzten Jahren wirtschaftlich positiv entwickelt. In dem geplanten Topf für das Jahr 2007 wird augenblicklich selbst mit einem Haushaltsüberschuss gerechnet. Trotz der zahlreichen laufenden Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur und der Sicherheit im Land, konnten in vielen Bereichen Steuersenkungen beschlossen werden. Angestellte, besonders aber Arbeiter mit niedrigeren Einkommen, werden weniger Steuern abführen müssen, kleine und mittlere Betriebe sollen steuerlich entlastet werden.
Ein Überbleibsel der Rassentrennung ist eine relativ große Rüstungsindustrie mit summa summarum rund 700 Firmen. Fast alle Rüstungsgüter können, teils als Lizenzfertigung, im eigenen Land hergestellt werden.
Der Beitrag der verschiedenen Wirtschaftssektoren zum Bruttosozialprodukt liegt bei 64% durch den Dienstleistungssektor und 32% durch die Industrie, wozu in diesen Tagen auch eine entwickelte Automobilindustrie zählt. Nichtsdestotrotz nur 4% des südafrikanischen Bruttosozialprodukts aus der Landwirtschaft stammen, ist das Land der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten in der Welt. Wichtigste Industriezweige sind Rohstoffförderung (weltweit größter Förderer von Platin, Gold, Chrom, Diamanten), Metallverarbeitung, Eisen- und Stahlproduktion, und die Nahrungsmittelproduktion (Getreide, Zuckerrohr, Obst und Gemüse, Fleisch, Wein). Das BSP beträgt 115 Mrd. Euro und ist damit das höchste aller afrikanischer Staaten.
Südafrika ist an mehreren regionalen Wirtschafts- und Entwicklungsprojekten beteiligt:
Infrastruktur
Flugverkehr
Die beiden größten und wichtigsten Flughäfen des Landes liegen in Johannesburg und Kapstadt. Die staatliche südafrikanische Fortbewegungsmittel South African Airways (SAA) bietet internationale Verbindungen von und zu diesen beiden Flughäfen. Auch alternative große internationale Fluggesellschaften wie Lufthansa, British Airways, Iberia, Air France o. KLM fliegen täglich nach Johannesburg oder Kapstadt. Für Inlandsflüge in Südafrika oder Flüge in afrikanische Nachbarstaaten bestehen zig Angebote von SAA, Comair, Nationwide, Kulula.com, 1Time oder Air Namibia. Außerdem werden auch kleinere Flughäfen wie George, Durban, Port Elizabeth, East London, Pretoria, Lanzeria oder Bloemfontein angeflogen.
Bahnverkehr
In Südafrika verkehren auf einem Schienennetz der South African Railway von rund 24.000 Kilometern regelmäßige Passagierzüge zwischen den größeren Städten, aber auch auf Nebenstrecken. Alle Nachbarländer sind von Südafrika aus mit grenzüberschreitendem Bahnverkehr zu erreichen mit Ausnahmefall von Mosambik. Hier ist eine Bahnstrecke von Johannesburg nach Maputo in Bau.
Für den Reisebranche gibt es diverse wichtige und sehenswerte Bahnverbindungen. Der Trans-Oranje-Express fährt wöchentlich die Strecke von Kapstadt über Durban, Kimberley nach Bloemfontein und benötigt dafür etwa 37 Stunden. Der Trans-Natal-Nacht-Express fährt täglich in 13,5 Stunden von Durban nach Johannesburg, der Luxuszug Blue Train und der Rovos Rail verkehren zwischen Pretoria und Kapstadt.
Busverkehr
Internationale Busverbindungen stellen die Linien Intercape Mainliner von Windhoek nach Kapstadt und Translux von Harare über Bulawayo nach Johannesburg her. Translux falsch wie die Greyhound Berufstätiger Lines, die Baz-Busse und Intercape auch innerhalb Südafrikas. Die Haltestellen sind oft flexibel.
Straßennetz und Autoverkehr
In Südafrika herrscht Linksverkehr. Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, mit Autobahnen in und teils zwischen den Großstädten, z.B. die N3-Autobahn zwischen Johannesburg und Durban. Das gesamte Straßennetz umfasste 1996 etwa 358.596 km, woraus haarscharf 59.753 km geteert sind. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Landstraßen und 60 km/h innerhalb der Ortschaften.
Da das öffentliche Transportsystem schlecht ausgebaut ist, sind zahlreiche Pendler auf Sammeltaxis, Busse oder den Individualverkehr angewiesen. Dies erhöht das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erheblich und führt während der Hauptverkehrszeiten zu überfüllten Autobahnen und Staus in den Großstädten.
Fahrradverkehr
Für jede Menge Südafrikaner ist das Fahrrad ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Besonders in ländlichen Gegenden sind Fahrräder für die ärmere Bevölkerung oft das einzige erschwingliche private Transportmittel. Angesichts der immer wieder einmal großen Entfernungen, der Topografie und der klimatischen Verhältnisse sind Radfahrer im Straßenbild dennoch zusammenfassend recht selten anzutreffen.
In den Städten gibt es eher manche Hobby- und Sportradler. Sie werden vom Tri-Cycling Magazine informiert. Radwege geben nur selten. Die Argus Tour, die im März auf einer 105 Kilometer langen Reiseroute auf der Kap-Halbinsel stattfindet, gilt mit 35.000 Teilnehmern als eine der weltgrößten Eintagesradtouren überhaupt.
Tourismus
Der Tourismus hat sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor Südafrikas entwickelt. Bedeutende Sehenswürdigkeiten des Landes sind unter anderen:
- Sun City mit benachbartem Pilanesberg-Nationalpark
- Kruger-Nationalpark
- Kapstadt mit Tafelberg und Kaphalbinsel (Kap der guten Hoffnung)
- Weinland um Stellenbosch, Franschhoek und Paarl
- Johannesburg und Witwatersrand, bekannt auch für die Goldminen
- Garden Route
- Sandstrände des Indischen Ozean um Durban
- Drakensberge
- Blyde River Canyon
In Jahr 2005 wurde der Tourismusanteil vom Bruttosozialprodukt schon auf reichlich 7% geschätzt. Im Jahr 2002 besuchten gut sechs Mio. Touristen das Land. Ungefähr 3% der erwerbstätigen Südafrikaner arbeiten in der Tourismusbranche, für die zusätzliche Zuwachsraten prognostiziert werden. Am 13. Mai 2002 präsentierte der südafrikanische Umwelt- und Tourismusminister Mohammed Valli Moosa Leitlinien für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Damit soll nicht nur der Fremdenverkehr im Lande gefördert, stattdessen in erster Linie die einheimische Bevölkerung in die Planung und Entwicklung des Reisebranche einbezogen werden. Besonders die ärmeren Anhäufen sollen so direkter vom Reisebranche profitieren.
Probleme des Landes
Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika seit den Wahlen 1994 gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Rassentrennung meist nach wie vor ungleich schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der Bevölkerung leben in Townships außerhalb der Städte. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch in diesen Tagen noch sehr tief ist. Die Spanne zwischen armer und reicher Bevölkerung ist nach wie vor groß. Während die reichen Bürger des Landes, in der Regel Weiße, in abgeschlossenen Wohnsiedlungen leben, die oft von Zäunen und Sicherheitspersonal umgeben sind, wohnt die Plural der Armen, hauptsächlich schwarze Bürger, in den Townships und findet nur schwer Anschluss an die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeitenten des südafrikanischen Staates. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Ein weiteres großes Problem ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestiert hat.
Kriminalität
Die Kriminalität in Südafrika ist ein sehr großes Problem. Das Land hat eine der höchsten Verbrechensraten weltweit. Nur in Kolumbien ist die Lage noch drastischer. Nach einer Studie der Vereinten Nationen für die Jahre 1998 - 2000 ist Südafrika trauriger Spitzenreiter in den Bereichen Mord durch Feuerwaffen, Totschlag, Vergewaltigung und Körperverletzung. Es besetzt außerdem Platz zwei im Bereich Mord und Platz vier bei Raubüberfällen. Die Gründe für die Kriminalität liegen hauptsächlich an den großen sozialen Ungleichheiten und den extremen Gegensätzen von armen (meist schwarzen) und reichen Bürgern in den Städten Südafrikas. Zu Beginn der 2000er Jahre wird die Kriminalitätsrate mit zunehmendem Heil verringert, was hauptsächlich an der immer stärker wachsenden schwarzen Mittelklasse liegt, durch die sich die Kluft zwischen Reich und Arm nicht weiter vergrößert. Da die Beschäftigungslosigkeit in der schwarzen Bevölkerungsgruppe aber nach wie vor besonders hoch ist und dort oft extreme Armut herrscht, sind auch überdurchschnittlich zahlreiche arme Leute von Straftat betroffen. Unter dem Apartheidsregime existierte eine brutale Polizeibehörde, die das Kriminalitätsproblem mit gegen die Menschenrechte verstoßenden Methoden zu lösen versuchte. Nach dem Übergang zu einer demokratisch gewählten Regierung wurde im Polizeiapparat ein Vakuum hinterlassen, das bis zum heutigen Tag nicht gefüllt werden konnte. Seit Kompromiss finden Jahren wird die Polente jedoch in allen Bereichen verstärkt und das aus New York bekannte Zero-Tolerance-Konzept wird auch in Südafrika übernommen. Dies bedeutet, dass auch kleine Straftaten mit hohen Strafmaßnahmen geahndet werden. Zur Verringerung der Kriminalität ist die Zentrum Johannesburgs dieser Tage mit Überwachungskameras ausgestattet.
Nach der Kriminalitätsstatistik der südafrikanischen Bullerei wurden im Jahr 2005 gut 55.000 Vergewaltigungsfälle gemeldet, was einem Zuwachs gegenüber 2001 von 1,5% gleichkommt. Darüber hinaus wurden reichlich 267.000 Fälle von Körperverletzung registriert. Die Anzahl der Morde im Land konnte zwischen 2001 und 2005 um gut 12% eingegangen werden und lag 2005 bei etwa 18.000 gemeldeten Fällen. Eine südafrikanische Besonderheit ist das so genannte Carjacking, bei dem das Auto gewalttätig entführt wird. Sollte der Fahrer Widerstand leisten, wird er häufig erschossen. Auch ohne Widerstand kann dies jedoch oft passieren, um ihn als Zeugen auszuschalten. Im Jahr 2005 wurden auf diese Weise 12.400 Autos entführt. Diese Zahl konnte im Gegensatz zu 2001 um gut 20% verringert werden. Übrige 81.900 Fahrzeuge wurden auf übliche Weise gestohlen und in 142.450 Autos wurde eingebrochen.
Da das Problem der Kriminalität im südafrikanischen Mühle bis auf den heutigen Tag präsent ist, hatte dies in der Vergangenheit z. T. weitreichende Konsequenzen für das gesellschaftliche Leben. Mehrere wohlhabende Südafrikaner zogen in die Vororte, um dort in abgesperrten und bewachten Wohnvierteln zu leben und die relative Sicherheit in den Vororten genießen zu können. Die Nachwirkungen dieser Entkommen aus der Zentrum sind in diesen Tagen noch besonders in Johannesburg zu beobachten, wo das Innenstadt so gut wie verlassen ist und das Leben sich in die noblen nördlichen Vororte von Sandton verlagert hat.
Homelands und Townships
Hauptartikel: Homeland
Townships dienten während der Apartheid in Südafrika als Wohngegenden für die schwarze, die farbige (Coloureds) oder die indische Bevölkerung. Sie konnten Ausmaße einer ganzen Gemeinde annehmen. Ein typisches Beispiel ist Soweto (South Streifen Townships), ein Ortsteil von Johannesburg in der Provinz Gauteng im nordöstlichen Teil des Landes.
Als Homelands wurden während der Rassentrennung die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet, die von den weißen Apartheidsführern abwertend Bantustans genannt wurden. Mit der Homeland-Politik sollten die Apartheid der Rassentrennung unter dem Motto der „separaten Entwicklung“ auch territorial durchgesetzt werden. Ein großer Teil der Schwarzen wurde aus dem Staat Südafrika ausgegliedert, nicht zuletzt um einen von Schwarzen beherrschten Einheitsstaat zu verhindern. Homelands sollten formell unabhängige USA werden, deren Bewohnern die (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands waren ökonomisch, monetär und militärisch jedoch vollständig von Südafrika abhängig. Praktisch stellten sie einzig vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar. Von den zehn Homelands, die während der Rassentrennung installiert wurden, erhielten nur vier die Unabhängigkeit. Die Transkei wurde 1976 zuerst für quasi-unabhängig erklärt, ein Jahr später folgte Bophuthatswana, Venda 1979 und Ciskei 1981. Nach dem Ende des Apartheid-Regimes wurden die Homelands abermals zu in die Republik Südafrika in die neun neuen und umorganisierten Provinzen integriert.
Südafrika hat in diesen Tagen noch mit den Auswirkungen dieser getrennten Entwicklung zu kämpfen. Die Gebiete der ehemaligen Homelands sind am wenigsten entwickelt, haben die größten Bevölkerungsdichten und das geringste Pro-Kopf-Einkommen. So ist zum Beispiel die Provinz Ostkap, in die die größten und bevölkerungsreichsten Homelands Transkei und Ciskei eingebaut wurden, die ärmste und wirtschaftsschwächste Provinz. Durch den niedrigen Lebensstandard in den ehemaligen Homeland und großen Teilen der Townships ist hier auch das Krankheitsrisiko höher und die Lebenserwartung geringer.
Aids
Hauptartikel: Aids in Südafrika
Aids gilt als die „tickende Zeitbombe“ Südafrikas. Im Jahr 2004 waren offiziellen Schätzungen zufolge etwa 21,5% der südafrikanischen Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Damit liegt die Kontingent global auf einem der vorderen Plätze nach Swaziland mit geschätzten 40%. Die offizielle Anzahl der Infizierten ist mit etwa 5,2 Mio. in Südafrika weltumspannend am höchsten. Fokus der Kontamination sind Vertreter afrikanische Volksgruppen in den ehemaligen Townships mit einer Infektionsrate von partiell so weit wie 100%. Diese Entwicklung und die übrige Ausbreitung der Erkrankung haben dramatische demografische Folgen für das Land: die Lebenserwartung nahm in den letzten 15 Jahren um rund 20 Jahre ab, von knapp 65 Jahren 1990 auf 43 Jahren 2005.
Die Ursachen für die nach wie vor stetige Ausbreitung von HIV/Aids liegen gemäß UNAIDS an der frühen sexuellen Aktivität der Jugendlichen (das Durchschnittsalter beim ersten Geschlechtsverkehr beträgt bei Männern 16,4 Jahre und bei Frauen 17 Jahre) in Zusammenhang mit schlechter bzw. schlicht nicht vorhandener Präventionsaufklärung. Bei den Fünfzehn- bis Neunzehnjährigen sind 4,8% infiziert, bei den Zwanzig- bis Vierundzwanzigjährigen schon 16,5%. Auch sexuelle Gewalt scheint in Südafrika eine große Rolle zu spielen: etwa 28% der Frauen geben an, schon mindestens einmal gegen ihren Willen zum Vögeln gedrängt worden zu sein. Die Südafrikanische Aidsstiftung (engl.: Aids Foundation of South Africa) prognostiziert, dass innerhalb der nächsten drei Jahre jährlich etwa 250.000 Südafrikaner an Aids sterben werden und diese Zahl bis zum Jahr 2008 um ungefähr 500.000 jährlich anwachsen wird.
Kultur
Südafrika hat dank der historischen Entwicklung und der ethnischen Vielfalt keine einheitliche Kultur, die Sitten und Gebräuche unterscheiden sich mörderisch je nach Region und Bevölkerungsstruktur. Südafrika wird deshalb in diesen Tagen oft als Regenbogennation bezeichnet, da nur manche Länder der Welt ebenso unterschiedliche Kulturen aus allen Erdteilen beheimaten.
Von der schwarzen Bevölkerungsmehrheit lebt weiterhin ein beträchtlicher Anteil in ärmlichen Verhältnissen in ökonomisch schwachen, ländlichen Gebieten. Besonders von diesen werden dieser Tage noch die traditionellen Riten mit Tanz und Töne sauber und am Leben gehalten, da mit der zunehmenden Verstädterung und Europäisierung Südafrikas und der ursprünglichen Bevölkerung auch traditionelle Bräuche und Gewohnheiten an Bedeutung verloren.
Partei Südafrikaner, die in den Städten leben, sprechen fast alle zusätzlich zu ihren Muttersprachen auch Engl. oder Afrikaans. Zu Beginn der 21. Jahrhunderts gibt es noch immer kleine Bevölkerungsgruppen, die Khoisan-Sprachen sprechen. Diese sind zwar keine offiziellen Landessprachen, aber renommiert als eine der weiteren acht Hauptsprachen. Weiterhin gibt es zahlreiche kleine Gruppen, die vom Untergehen bedrohte Sprachen sprechen, meist aus der Sprachfamilie der Khoi-San, die um die offizielle Anerkennung ihrer Sprache und ihren Bewahrung kämpfen.
Die Lebensgewohnheiten der weißen Bevölkerungsminderheit sind in vielen Zur Verantwortung ziehen ähnlich denen, die auch in Westeuropa, Nordamerika oder Australien zu finden sind. Historische Feindseligkeiten zwischen Afrikaanern und englisch-stämmigen Weißen wurden mittlerweile ausgeräumt und machten den Weg frei für ein friedliches Gemeinsam dieser beiden Volksgruppen.
Trotz der Diskriminierung während der Zeit der Rassentrennung fühlen sich die farbigen Bewohner dieser Tage näher mit der weißen Kultur als mit der schwarzen südafrikanischen Kultur verbunden. Dies ist besonders bei denjenigen zu beobachten, die Afrikaans als Muttersprache sprechen und die die gleichen oder ähnliche Religionen wie die Weißen haben. Nur eine kleine Minorität der farbigen Bevölkerung, die auch als Kap-Malaien bekannt sind, sind Moslems.
Asiaten, die hauptsächlich indischer Herkunft sind, pflegen ihr eigenes kulturelles Erbe, ihre Sprachen und Religionen. Die Inder wurden im 18. Jahrhundert an die Südspitze des afrikanischen Kontinents geholt, um zunächst als Arbeiter auf den Zuckerrohrfeldern Natals zu arbeiten. Die meisten sind Hindi oder sunnitische Moslems und sprechen mittlerweile als Muttersprache Englisch, während Sprachen wie Tamil oder Gujarati immer seltener in Südafrika anzutreffen sind.
Küche
In der südafrikanischen Küche liegt der Kern auf Fleischgerichten aller Art, worüber sich auch eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Südafrikaner entwickelt hat: das Grillen (Afrikaans: Braai). Typische Gerichte und Speisen für den Braai bei der weißen Bevölkerung sind Boerewors (eine scharfe, grobe Wurstsorte), Steaks, Lamm-, Schweinekoteletts oder Vertebraten über Holzkohle gegrillt. Die Küche der schwarzen Bevölkerung ist dominiert von schlichten Gerichten und kann daher als Arme-Leute-Küche bezeichnet werden, die vorerst von den ärmeren Anhäufen der Bevölkerung gegessen wird. Bekanntestes Gericht hier ist Mealie Pap, eine Art Maisbrei. Eine zusätzliche Spezialität ist Biltong, eine Art getrocknetes Stück Fleisch vom Rind oder Wild, das in Südafrika oft als Snack gereicht wird.
Darüber hinaus entwickelte sich Südafrika zu einem großen Weinproduzent und einige der besten Weingüter der Welt befinden sich in den Tälern von Stellenbosch, Franschhoek und Paarl. Die kulinarische Auswahl wird in diesen Tagen von allen Einwohnern des Landes genossen und auch von den zahlreichen Touristen sehr geschätzt.
Musik
Eine sehr große Vielfalt lässt sich auch in der Musikszene beobachten. Zig schwarze Künstler, die während der Rassentrennung in Afrikaans oder Engl. sangen, singen in diesen Tagen in ihren traditionellen afrikanischen Sprachen und es entwickelte sich ein spezieller südafrikanischer Musikstil, Kwaito genannt. Umgang Repräsentanten dieser Musikrichtung sind Brenda Fassie, die mit ihrem Lied Weekend Special - allerdings in Engl. gesungen - wenn schon die britischen Hitparade erreichte, oder auch die Gruppe Ladysmith Black Mambazo. Das Soweto String Quartet führt klassische Tonkunst mit afrikanischen Beigaben auf. Die weißen und farbigen Musikschaffender und Sänger vermeiden eher die traditionellen afrikanischen Musikstile und pflegen daher eher europäische Musikkultur. Außerdem gibt es im Land einen wachsenden Markt für Tonkunst auf Afrikaans, die sehr häufig Elemente der Country-Musik enthält. Eine übrige wichtige Vertreterin südafrikanischer Töne ist Miriam Makeba. Sie engagierte sich gegen die frühere Apartheids-Politik und wurde für ihre Einstellung Ende der fünfziger Jahre aus dem Land ausgewiesen.
Literatur
Etliche der ersten schwarzen Autoren lernten das Lesen und Schreiben von europäischen Missionaren, wieso die Plural der ersten südafrikanischen Bücher in Engl. oder Afrikaans geschrieben wurden. Einer der ersten bekannten Romane, der von einem schwarzen Autor in einer afrikanischen Sprache geschrieben wurde, war Mhudi von Solomon Thekiso Plaatje im Jahr 1930.
Zu den bekannten südafrikanischen Schriftstellern gehören außerdem Nadine Gordimer, geboren 1923, die als erste Südafrikanerin und siebte Frau summa summarum im Jahr 1991 für den Literatur-Nobelpreis nominiert wurde, und Athol Fugard, dessen Bühnenstücke regelmäßig in den Theatern Südafrikas, Londons and New Yorks Premiere feierten.
Alan Paton veröffentlichte im Jahr 1948 seinen viel beachteten Roman Cry, the Beloved Country, der später auch verfilmt wurde. Die Geschichte, die von einem schwarzen Priester der nach Johannesburg kommt, um seinen Sohn zu finden, erzählt, wurde global zum Bestseller. In den 1950er Jahren begann die spätere Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer mit der Veröffentlichung ihrer ersten Werke. Ihr bekanntester Roman Julys Leute (original: July's People) erschien im Jahr 1981 und handelt vom Fall der weißen Minderheiten-Herrschaft.
Auch Schriftsteller, die in Afrikaans schrieben, veröffentlichten kontroverse Werke. Breyten Breytenbach wurde für seine Teilnahme an der Guerilla-Bewegung gegen das Apartheid-Regime inhaftiert. Andre Brink war der erste Afrikaaner, dessen Bücher von der Regierung indiziert wurden, nachdem er seinen Roman A Dry White Season veröffentlichte, der von einem Weißen handelt, der die Offenheit über den Tod eines schwarzen Freundes in Polizeigewahrsam herausfindet.
Einige wichtige schwarze Urheber gelangten in den 1970er Jahren zu Berühmtheit, wie z. B.Mongane Wally Serote, dessen Werk No Baby Must Weep einen Zugang in den Tretmühle eines schwarzen Südafrikaners während der Rassentrennung gibt. Zakes Mda, ein alternative bekannter schwarzer Romanschreiber, gewann mit seinem Roman The Heart of Redness den Commonwealth Writers Prize im Jahr 2001. Sein Werk wurde fest in den Lehrplan an südafrikanischen Schulen aufgenommen. John Maxwell Coetzee, der seine Tätigkeit als Urheber in den 1970er Jahren begann, wurde erst zwei Dekaden später weltumspannend bekannt. Sein im Jahr 1999 erschienener Roman Schande (original: Disgrace) brachte ihm den renommierten Booker Prize und später auch den Literatur-Nobelpreis im Jahr 2003.
Siehe auch:
Feiertage
In Südafrika gibt es folgende gesetzliche Feiertage. Sollte einer heute auf einen Tag des Herrn fallen, ist der darauf folgende Montag ein Feiertag.
| Datum | Bürger Name | Südafrikanischer Name | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 1. Januar | Neujahr | New Year's Day | |
| 21. März | Tag der Menschenrechte | Menschengerecht Rights Day | Jubiläum des Massakers von Sharpeville 1960 |
| März oder April | Karfreitag und Ostermontag | Freitag vor und Montag nach Ostersonntag | |
| 27. April | Freiheitstag | Freedom Day | Jubiläum der ersten demokratischen Wahlen 1994 |
| 1. Mai | Tag der Arbeit | ||
| 16. Juni | Tag der Jugend | Youth Day | Jubiläum des Beginns der Rassenunruhen in Soweto 1976 (früherer Name: Soweto-Tag) |
| 9. August | Tag der Frauen | Women's Day | Wiederkehr eines Gedenktages der Frauen-Demonstration gegen das Pass-Gesetz 1956 |
| 24. September | Tag des Erbes | Heritage Day | |
| 16. Dezember | Versöhnungstag | Day of Reconciliation | Wiederkehr eines Gedenktages der Schlacht am Blood River 1838 zwischen Buren und Zulu. Dieser Tag war schon während der Rassentrennung als „Gelöbnis-Tag“ oder „Schwur-Tag“ Festtag und bekam 1995 seine neue Bedeutung. |
| 25./26. Dezember | Weihnachten |
Sport
Hauptartikel: Fußball in Südafrika
In Südafrikas Sportart lässt sich, wie in haarscharf allen anderen öffentlichen Bereichen, eine Trennung in ethnische Gruppen beobachten. Die mit Abstand populärste Sport unter der schwarzen Bevölkerung ist Fußball. Da auch Weiße die Sport auf hohem Ebene ausüben, war Fußball während der Zeit der Rassentrennung weniger stark von den ethnischen Abgrenzungen betroffen als zum Beispiel das Rugby. Die Südafrikanische Fußballnationalmannschaft, von den Fans Bafana Bafana (von isiZulu: unsere Jungs) genannt, konnte sich seit dem Ende der Rassentrennung und der Fortführung in die FIFA zweimal für die Letzte Runde um die Fußball-Weltmeisterschaft weiterbilden (1998 und 2002). Nach einem erfolglosen Bewerbungsversuch erhielt das Land als erste afrikanische Nation der Zuschlag für die Adaption der WM 2010. Ein weiterer Fortuna der Fußball-Nationalmannschaft ist der Gewinn der Afrikameisterschaft im Jahr 1996.
Die wichtigste Sport der Weißen ist Rugby, gefolgt von Kricket. Während der Rassentrennung waren diese beiden Sportarten haarscharf ausschließlich der weißen Minorität vorbehalten. Rugby ist bei den Afrikaanern besonders beliebt, während Kricket auch dieser Tage gebräuchlich eher von den englisch-sprechenden Weißen gespielt wird. Die größten sportlichen Erfolge der Springboks, wie die Rugby-Nationalmannschaft genannt wird, war der Gewinn der Rugby-Union-Weltmeisterschaft im Jahr 1995 im eigenen Land und die Gewinne des Tri-Nations-Turniers gegen Australien und Neuseeland in den Jahren 1998 und 2004. Die Springboks waren während der Rassentrennung infolge ihres Ausschlusses nicht-weißer Mensch ein Symbol für die Rassentrennung, wurden aber während der Titelkampf 1995 zu einem Teil des Neuen Südafrikas, als der damalige Präsident Nelson Mandela das Finalespiel in einem Springbok-Trikot verfolgte.
Eine sportliche Knüller lieferte die südafrikanische Freistil-Staffel, die 2004 völlig überraschend die erste südafrikanische olympische Goldmedallie über die andernfalls von Amerikanern und Australiern dominierte 4x100m Freistil-Strecke in Weltrekordzeit gewann und in Südafrika einen Schwimmsport-Boom auslöste. Roland Mark Schoeman und Ryk Neethling gehören zu den erfolgreichsten Schwimmern der Gegenwart.
Deutsche Schulen in Südafrika
- Deutsche Schule Pretoria
- Deutsche Schule Hermannsburg
- Deutsche internationale Schule Kapstadt
- Deutsche internationale Schule Johannesburg
- Deutsche Schule Durban
- Deutsche Schule Kroondal
Medien
Südafrika hat seit dem Ende der Rassentrennung eine umfangreiche, freie und sehr aktive Medienlandschaft. Die vielen unterschiedlichen Fernsehsender, Radiostationen und Printmedien des Landes, die in den verschiedenen Amtssprachen senden und veröffentlichen, erklären die kulturelle Vielfalt der Bewohner. Als meistgenutzte Sprache in den Medien hat sich jedoch in den vergangenen Jahren die englische Sprache herauskristallisiert, gefolgt von Afrikaans.
Pressefreiheit wurde in Südafrika nicht zu allen Zeiten garantiert. Weil etliche südafrikanische Medien das Apartheid-System offen kritisierten, wurde sie bis zum Jahr 1994 immer stärker durch staatliche Zensur eingeschränkt. Nach dem Sturz der weißen Minderheitsregierung wurde die Schulnote abgeschafft und eine neue, liberale, nicht diskriminierende Verfassung mit unumstößlichen Menschenrechten wurde in Kraft gesetzt. Diese beinhaltete auch das Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung, die Ungezwungenheit der Presse und Medien, sowie das Recht auf künstlerische Ungezwungenheit und wissenschaftliche Forschung. Im Jahr 2005 befindet sich das Land auf dem weltweiten Index der Pressefreiheit, der von der Organisation Reporter ohne Grenzen hrsg. wird, gemeinsam mit Australien auf Rang 31.
Trotz allen diesen Fortschritten gibt es weiterhin Beurteilung an einigen Punkte sammlen der Pressefreiheit. Knapp alle großen Tageszeitungen werden von nur vier großen Medienunternehmen herausgegeben, was zukünftig zu einseitiger Berichterstattung führen könnte. Zusätzlich wird bemängelt, dass die South African Broadcasting Corporation (SABC), der staatliche Fernsehsender, zu regierungs- bzw. ANC-freundlich berichtet, da die Majorität der führenden Angestellten des Senders Mitglieder der ANC sind oder von diesem geprägt werden.
Zeitungen
Die Geschichte der Journal in Südafrika beginnt im Jahr 1800, als der damalige Gouverneur der Kapkolonie die Cape Town Gazette und den African Advertiser initiierte. Die erste private Zeitung, der SA Commercial Advertiser wurde ab dem Jahr 1824 herausgegeben. Die erste niederländisch-sprachige Gazette De Zuid Afrikaan wurde im Jahr 1830 veröffentlicht, die erste Heft in einer afrikanischen Sprache, Umshumayeli Wendaba 1837 und die erste Magazin in Afrikaans, Die Afrikaanse Patriot, im Jahr 1876.
Nach einem Bericht des South African Audit Bureau of Circulation (ABC) gibt es in den Städten 36 Tages- und Wochenzeitungen - 29 auf Englisch, vier auf Afrikaans, zwei in Zulu und eine in Xhosa. Die Gegensätzlichkeit zwischen Bevölkerungsstruktur und Sprachen der veröffentlichten Zeitungen kann erklärt werden durch die unterschiedliche Alphabetisierungsquoten, den weit verbreiteten Anwendung von Engl. oder auch die früher vorhandene staatliche Zensur, die die Entwicklung einer gemischten Zeitungskultur verlangsamte. Weiterhin gibt es eine sehr große Anzahl kostenloser (werbefinanzierter) lokaler Zeitungen in verschiedenen Sprachen. Täglich werden etwa 1,3 Mio. Zeitungen vollkommen Land verkauft.
Einige Zeitungen sind in diesen Tagen noch nicht in Vermögen großer Medienunternehmen, die Majorität wird aber von den vier großen Konzernen des Landes, Johnnic Publishing, Nasionale Pers, Independent News and Media und CTP/Caxton verlegt.
Fernsehen
Wiewohl Südafrika das meistentwickelte Land des afrikanischen Kontinents ist, war das Land eines der Letzten, in denen das Fernsehen eingeführt wurde. Die Gründe hierfür waren die ideologischen Vorstellungen der weißen Minderheitsregierung, die das Television als Bedrohung für die staatliche Kontrolle der Medien ansah. Es wurde auch als Bedrohung für das Afrikaans und die niederländisch-stämmige Bevölkerung angesehen, die unfairen Wettbewerb gegen die Afrikaans-Presse fürchteten.
Im Jahr 1971, wurde der staatlichen Medienanstalt South African Broadcasting Corporation (SABC), die bis nachher auch das de-facto-Monopol über den Radiofunk hatte, erlaubt, ein Programm auszustrahlen. Die Testsendungen begannen 1975 in den großen Städten und die landesweite Ausstrahlung begann 1976. Erst einmal war das südafrikanische TV rundum gebührenfinanziert, was sich mit der Einführung von Fernsehwerbung im Jahr 1978 änderte.
Das Television ist in diesen Tagen nach wie vor der am stärksten regulierte Mediensektor in Südafrika und wird (wie auch das Radio) durch die Independent Communications Authority of South Africa (ICASA) reguliert. Senderechte, besonders für das Fernsehen, werden nur von dieser Einrichtung vergeben. Bis auf den heutigen Tag haben allein zwei private Fernsehanstalt die Erlaubnis zur Programmausstrahlung erhalten. Die Sendelizenzen beinhalten auch Vorgaben über die Gestaltung des Programms, wie z. B. den Bildungsanteil, die von den Sendern unbedingt eingehalten werden müssen.
Im Jahr 2005 gibt es nur vier freiempfangbare Fernsehanstalt in Südafrika, die Kanäle 1, 2 und 3 der SABC und den Sender e.tv. Der einzige Lieferant von Pay-TV und Satellitenfernsehen ist Multichoice mit dem terrestrischen Pay-TV-Sender M-Net und DStv, dem digitalen Satellitenfernsehen mit etwa 50 nationalen und internationalen Kanälen. Das Pay-TV in Südafrika hat mittlerweile zig Hunderttausend Abonnenten.
Radio
Das Radio war schon immer das größte Massenmedium des Landes. Die Liberalisierung dieses Sektors im Jahr 1996 führte zu einer starken Zunahme der Anzahl der Radiosender. Im Jahr 2005 hatte zum Beispiel Johannesburg gut 40 verschiedene Radiostationen. Der Betrieb von Radiosendern wird weit weniger staatlich reguliert als die Fernsehsparte.
Im Südafrika gibt es sowie Sender mit regionalem Sendegebiet, wie auch landesweite Radiosender. Hinsichtlich der Finanzierung sind auch alle Modelle vorhanden: von den staatlichen Sender des SABC so weit wie völlig werbefinanzierten Privatsendern, die eine bestimmte Stadt, einen Kiez oder eine Bevölkerungsschicht als Zielgruppe haben. Die Plural der Radiostationen sendet in Englisch, wobei auch die anderen offiziellen Sprachen des Landes in der Programmausstrahlung berücksichtigt wird.
Bibliotheken
Hauptartikel: Bibliothekswesen in Südafrika
Das Bibliothekswesen in Südafrika begann in der Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in der auch die ersten Missionsbibliotheken entstanden. Ab 1928 entstand langsam das moderne Bibliothekswesen, wobei sich bis zum heutigen Tag nach wie vor große Unterschiede zwischen arm und reich vielmehr innerhalb verschiedener Regionen herauskristallisiert. Jede Provinz besitzt ihre eigene Bibliotheksautorität. In den Großräumen Johannesburg und Kapstadt sind die meisten Einzelbibliotheken konzentriert.
Literatur
- Mary Fitzpatrick, Rebecca Blond, Gemma Pitcher: South Africa, Lesotho & Swaziland. Lonely Planet, London 2004 (6.Aufl.). ISBN 1741041627
- Michael Iwanowski: Südafrika. Iwanowski's Reisebuchverl., Dormagen 2005 (17.Aufl.). ISBN 3923975082
- Leonard Thompson: A History of South Africa. Yale University Press, New Haven 2001 (3.Aufl.). ISBN 0300087764
- Frank Welsh: South Africa. A Narrative History. Kodansha Internat., New York 1999. ISBN 1568362587
- A. J. Christopher: The Atlas of South African Change. Routledge, London 2000, 2001. ISBN 0415211786
- Heather Deegan: The Politics of the New South Africa, Apartheid and After. Longman, Harlow 2000. ISBN 0582382270
- Nigel Worden: Making of Modern South Africa: Conquest, Segregation and Apartheid. Blackwell, Osford-Maldan MA 2000, 2005 (3.Aufl.). ISBN 0631216618
- Richard Tomlinson: Emerging Johannesburg, Perspectives on the Postapartheid City. Routledge, London 2003. ISBN 0415935598
Weblinks
(TID 508339)
- Offizielle Homepage
- Verfassung der Republik Südafrika (englisch)
- Offizielle Homepage des Südafrikanischen Parlamentes
- Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes zu Südafrika
- Botschaft der Republik Südafrika in Deutschland
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