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Rodung - Schlauweb
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Rodung

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Beim Roden (von "roden", "reuten") werden Gehölze, also Bäume und Sträucher, samt ihrer Wurzeln dauerhaft entfernt. Sprachlich verwandt ist das Wort ausrotten.

Von Rodung spricht man, wenn die Waldvegetation bzw. Buschvegetation (Macchia) bis zum Ausbrennen und Entfernen der Stümpfe beseitigt wird, um den Boden einer anderen Gebrauch (Weidefläche, Ackerbau, Siedlungsbau, Verkehrswegebau) zuzuführen, oder aber um Brennholz oder Nutzholz, früher besonders Holzkohle zu gewinnen. Die Waldbeseitigung war dabei Ziel oder wird dieser Tage angemessen einer ungeregelten Bodenbearbeitung toleriert.

Bild:100-0026 AUT.JPG

Großflächige Rodungen sind seit dem Neolithikum belegt, u. a. durch Aulehm-Ablagerungen in den Flusstälern und durch Pollenanalysen. Dabei dürfte die Brandrodung vorherrschend gewesen sein, da die Neolithiker kaum zum Zerteilen und Transportieren von Baumriesen befähigt waren. Nach zurückliegender Ringelung der Bäume, die zum Abebben und Ausdorren führt, war eine Brandrodung einfach. Eine vorgeschichtlich nicht nachzuweisende, dieser Tage im Hackbau aber noch angewandte Methoden ist das Schwenden. Dabei werden die Bäume gefällt, die aufwendige Entfernung des Wurzelwerks entfällt jedoch. Die Wurzeln halten das Untergrund in abschüssigen Lagen noch fest, speziell wenn die Baumart aber und abermal austreibt. Ein Hackbau ist zwischen den Stubben zwar möglich, für den Pflugfeldbau war die Methode aber, besonders wegen des hohen Gewichtes der nicht leicht umzusetzenden Pflüge allerdings ungeeignet. Schwendbau mit Mais wird zum Beispiel dieser Tage noch in Mittel- und Südamerika als häufiger Felderwechsel (shifting) unter Fällen und Brennen des Bewuchses betrieben (im englisch swidden agriculture).

Weltumspannend geht der Anteil von Waldflächen an der gesamten Landfläche weiterhin zurück.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen:

  • Brandrodung - die Bäume der Fläche werden gezielt verbrannt, um Nutzland zu gewinnen.
  • Manuelle Rodung - die Bäume werden mit Äxten und Sägen gefällt und die Stümpfe mit Hilfe von Tieren (z.B. Ochsen) ausgerissen.
  • Maschinelle Rodung - mit Hilfe von Maschinen, in der Regel sogenannten Harvestern, werden die Bäume "geerntet". Zur Beseitigung der Wurzelstöcke kommen Tiefbaumaschinen zum Einsatz.

Aus den negativen Folgen der Rodungen hat sich die Forstwirtschaft entwickelt. Historische Beschreibungen aus Mitteleuropa decken sich im Grunde mit heutigen Bildern aus den Tropen. Durch den technischen Fortschritt und höhere Bevölkerungsdichte hat die Tempo großflächiger Waldvernichtung allerdings um Größenordnungen zugenommen, im Übrigen sind die Folgen für tropische Primärwaldgesellschaften endgültiger.

In Deutschland erfolgt Rodungstätigkeit in der Regel nur noch zufolge infrastruktureller Baumaßnahmen und ist mit entsprechenden Auflagen zu Neubegründung verbunden.

Siehe auch: Kahlschlag

Ortsnamen

Diverse Städte und Gemeinden in Deutschland entstanden in so genannten Rode- oder Rodungslandschaften. Beispiel hierfür sind die so genannten Rodungsinseln südlich von München und etliche Orte im Harz. Einige Beispiele für Rodesiedlungen:

In der Schweiz erinnert die Flur- und Ortsbezeichnung Rüti (oder lokal auch Rhüti) an die früheren Rodungen.

Ortsnamen mit "-rode" ( Walsrode ); "-rath" ( Anrath ); "-rad" ( Niederrad ); "-rott" ( Rott am Inn ); "-rohde", "-rothe", "-raut" bzw. "-rauter", "-ried", "-rieth" (Bechtsrieth), "-reuth" (Bayreuth); "-rheid" oder ähnliche Namen, leiten sich von "roden/Rodung" ab.

Siehe auch: Ortsname, Rath, Rott, Reuteen:Clearing

(TID 29712)

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