Rodung
Aus Schlauweb
Beim Roden (von "roden", "reuten") werden Gehölze, also Bäume und Sträucher, samt ihrer Wurzeln dauerhaft entfernt. Sprachlich verwandt ist das Wort ausrotten.
Von Rodung spricht man, wenn die Waldvegetation bzw. Buschvegetation (Macchia) bis zum Ausbrennen und Entfernen der Stümpfe beseitigt wird, um den Boden einer anderen Benutzung (Weidefläche, Ackerbau, Siedlungsbau, Verkehrswegebau) zuzuführen, oder aber um Brennholz oder Nutzholz, früher besonders Holzkohle zu gewinnen. Die Waldbeseitigung war dabei Ziel oder wird in diesen Tagen angebracht einer ungeregelten Bodenbearbeitung toleriert.
Großflächige Rodungen sind seit dem Neolithikum belegt, u. a. durch Aulehm-Ablagerungen in den Flusstälern und durch Pollenanalysen. Dabei dürfte die Brandrodung vorherrschend gewesen sein, da die Neolithiker kaum zum Zerteilen und Transportieren von Baumriesen befähigt waren. Nach letzter Ringelung der Bäume, die zum Abflauen und Dehydrieren führt, war eine Brandrodung einfach. Eine vorgeschichtlich nicht nachzuweisende, dieser Tage im Hackbau aber noch angewandte Methoden ist das Schwenden. Dabei werden die Bäume gefällt, die aufwendige Entfernung des Wurzelwerks entfällt jedoch. Die Wurzeln halten das Untergrund in abschüssigen Lagen noch fest, besonders wenn die Baumart oft austreibt. Ein Hackbau ist zwischen den Stubben zwar möglich, für den Pflugfeldbau war die Methode aber, besonders wegen des hohen Gewichtes der nicht leicht umzusetzenden Pflüge allerdings ungeeignet. Schwendbau mit Mais wird zum Beispiel dieser Tage noch in Mittel- und Südamerika als häufiger Felderwechsel (shifting) unter Fällen und Lodern des Bewuchses betrieben (im englisch swidden agriculture).
International geht der Anteil von Waldflächen an der gesamten Landfläche nach wie vor zurück.
Es gibt verschiedene Vorgehensweisen:
- Brandrodung - die Bäume der Fläche werden gezielt verbrannt, um Nutzland zu gewinnen.
- Manuelle Rodung - die Bäume werden mit Äxten und Sägen gefällt und die Stümpfe mit Hilfe von Tieren (z.B. Ochsen) ausgerissen.
- Maschinelle Rodung - mit Hilfe von Maschinen, in der Regel sogenannten Harvestern, werden die Bäume "geerntet". Zur Beseitigung der Wurzelstöcke kommen Tiefbaumaschinen zum Einsatz.
Aus den negativen Folgen der Rodungen hat sich die Forstwirtschaft entwickelt. Historische Beschreibungen aus Mitteleuropa decken sich im Grunde mit heutigen Bildern aus den Tropen. Durch den technischen Fortschritt und höhere Bevölkerungsdichte hat die Tempo großflächiger Waldvernichtung allerdings um Größenordnungen zugenommen, des Weiteren sind die Folgen für tropische Primärwaldgesellschaften endgültiger.
In Deutschland erfolgt Rodungstätigkeit meist nur noch auf Grund infrastruktureller Baumaßnahmen und ist mit entsprechenden Auflagen zu Neubegründung verbunden.
Siehe auch: Kahlschlag
Ortsnamen
Zig Städte und Gemeinden in Deutschland entstanden in so genannten Rode- oder Rodungslandschaften. Beispiel hierfür sind die so genannten Rodungsinseln südlich von München und zig Orte im Harz. Einige Beispiele für Rodesiedlungen:
- Bayreuth
- Beienrode
- Benrath
- Bischofferode
- Brotterode
- Erkrath
- Gernrode
- Herzogenrath
- Osterode
- Overath
- Radeberg
- Radevormwald
- Reutlingen
- Rodenkirchen
- Vockerode
- Walsrode
- Wernigerode
- Wülfrath
In der Schweiz erinnert die Flur- und Ortsbezeichnung Rüti (oder lokal auch Rhüti) an die früheren Rodungen.
Ortsnamen mit "-rode" ( Walsrode ); "-rath" ( Anrath ); "-rad" ( Niederrad ); "-rott" ( Rott am Inn ); "-rohde", "-rothe", "-raut" bzw. "-rauter", "-ried", "-rieth" (Bechtsrieth), "-reuth" (Bayreuth); "-rheid" oder ähnliche Namen, leiten sich von "roden/Rodung" ab.
Siehe auch: Ortsname, Rath, Rott, Reuteen:Clearing(TID 29712)
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