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Russland

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Российская Федерация
Rossijskaja Federazija
Russische Föderation
Bild:Flag of Russia.svg

(TID 604558)

Bild:Russia coa.png
(Details) (Details)
Amtssprache Russisch, Sprachen der Nationalitäten in den Teilrepubliken und Autonomen Kreisen
Hauptstadt Moskau
Staatsform Präsidialrepublik
Präsident Wladimir Putin
Premierminister Michail Fradkow
Nationalhymne Hymne der Russischen Föderation
Fläche 17.075.400 km²
Einwohnerzahl 143.420.309 (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsdichte 8,4 Bevölkerung pro km²
BIP
 - Total
 - BIP/Einw.
2005 (geschätzt)
$755 Mrd. (10.)
$5.341 (63.)
Gründung 12. Juni 1990 (Ausrufung)
26. Dezember 1991 (Auflösung der Sowjetunion)
Währung 1 Rubel = 100 Kopeken
Zeitzone MEZ +1 bis +11
Bevölkerungswachstum (2004) -0,27 %
Lebenserwartung (2004) 67 Jahre
Kfz-Kennzeichen RUS
Internet-TLD .ru
Vorwahl +7
Bild:Russland-Pos.png
Russland (russisch Россия) oder aberRussische Föderation (russisch Российская Федерация, Bild:Loudspeaker.png Aussprache ? / Franchise

(TID 276742)

) – alle beide Bezeichnungen sind gleichviel – ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bild:Rs-map.png

Angrenzende Staaten und Meere

Im Folgenden sind die an Russland angrenzenden Nachbarländer und Meere entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.

Das russische Kernland grenzt an die Amerika Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russische Förderation eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km).

Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von den asiatischen. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km).

In Ostasien grenzt Russische Förderation erstmalig an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit dem der VR Reich der Mitte zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russische Förderation im äußersten Orient von Alaska getrennt.

Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort liegen zu Russische Förderation gehörende Inseln, als nördlichste Franz-Josef-Land. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km.

Angrenzend dem Kernland besitzt Russische Förderation noch eine Exklave, den nördlichen Teil Ostpreußens, die heutige Oblast Kaliningrad. Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und gehörte bis 1945 zu Deutschland.

Strittige Gebiete

Südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka liegt die Inselgruppe der Kurilen. Die Kette von etwa 30 Inseln erstreckt sich bis 4 km vor die Küste Japans. Die Inseln standen seit 1875 unter japanischer Hoheit, als das sowjetische Russische Förderation sie 1945 im Zweiten Weltkrieg eroberte. Die südlichen Kurilen werden bis auf den heutigen Tag von Land der aufgehenden Sonne beansprucht. Seit 2004 laufen nochmals Verhandlungen zwischen den beiden Staaten, die den Gebietsstreit beenden sollen. siehe auch: Kurilenkonflikt

In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. Wirklich herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, das Ausmaß der Kontrolle Russischer Kräfte über das Gebiet ist schwer feststellbar.

Gegenüber Estland verweigert Russische Förderation weiterhin die Unterzeichnung des ausgehandelten Grenzvertrages. Estland hatte bei den Verhandlungen in den 1990er Jahren auf Gebiete im Orient verzichtet, die im Vertrag von Tartu (1920) Estland zugesprochen worden waren, aber während der sowjetischen Besatzung aus der Sowjetrepublik Estland ausgegliedert wurden.

Großlandschaften

Bild:Russland topo.png
Topografie von Russische Förderation

Hauptartikel: Russische Großlandschaften

Russische Förderation gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):

Flüsse und Ströme

Bild:Neva-StPetersburg2.JPG

Im europäischen Teil Russlands ist der wichtigste Fluss die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Kanal erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Vereinigte Staaten von Amerika besitzt auch der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht abendländisch von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht.

Der Ural entspringt im gleichnamigen Gebirgskette und verläuft in Neigung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russische Förderation nur geringe wirtschaftliche Bedeutung, jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen.

In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seither 1689 die Grenze zwischen Russische Förderation und China.

Andere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt):

Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.

Gebirge und Berge

Die bedeutendsten Gebirge in Russische Förderation sind (alphabetisch sortiert):

Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge.

Der höchste Berg in Russische Förderation ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.

Städte

Die größten Städte Russlands sind Moskau (10,10 Mio.), Sankt Petersburg (4,58 Mio), Nowosibirsk (1,42 Mio), Nischni Nowgorod (1,35 Mio), Jekaterinburg (1,26 Mio), Samara (1,16 Mio), Omsk (1,15 Mio), Kasan (1,11 Mio), Tscheljabinsk (1,07 Mio), Ufa (1,04 Mio), Rostow-na-Donu (1,01 Mio), Wolgograd (1,01 Mio),


Siehe auch: Liste der Städte in Russland

Klima

Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Dicke von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens – beim Ort Oimjakon – liegt der Kältepol der Nordhalbkugel.

Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russische Förderation weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:

Klimazone
Klima
Vegetationszone Verbreitung
Polare Zone
Eisklimate
Kältewüste Inseln im Nordpolarmeer, nördlicher Teil der Taimyr-Halbinsel
Tundrenklimate Kältesteppe (Tundra) 200-800 km breite Zone nördlich des Polarkreises, im Mittelsibirischen Bergland nördlich 70° nördlicher Breite
Gemäßigte Zone
Kaltgemäigte Klimate
borealer Nadelwald, in Sibirien "Taiga" 1000-2000 km breite Zone nördlich der Linie St. Petersburg–Ufa–IrkutskSachalin
Kühlgemäßigte Klimate sommergrüner Laub- und Mischwald im europäischen Russische Förderation das Trigon St. Petersburg–Odessa–Ufa, in Westsibirien der Streifen Tscheljabinsk–Krasnojarsk; Amur-Gebiet
Trockenklimate der mittleren Breiten winterkalte Steppe
winterkalte Halbwüste
am Unterlauf von Don und Wolga, Nordkaukasus
Kaspische Senke
Subtropische Zone
Mittelmeerklima
Hartlaubwald Schwarzmeerküste zwischen Noworossisk und Krim

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DDR3-Speicher mit 2.400 MHz bei nur 1,65 Volt: Von Kingston kommt das bisher am höchsten getaktete Speichermodul für Desktoprechner, das Intel für seine Core-i7-CPUs zertifiziert hat. Die DIMMs arbeiten mit bis zu effektiv 2.400 MHz und brauchen dabei nicht mehr als 1,65 Volt Spannung, was Intel als Maximum für den Speichercontroller seiner CPUs garantiert. (Kingston, Overclocking)... Weiterlesen!

Bevölkerung

Bild:Sankt petersburg auferstehungskirche.jpg
Auferstehungskirche in Sankt Petersburg

Russische Förderation ist ein Vielvölkerstaat. So leben daneben den Russen, die mit 79,8 % die Majorität der Bevölkerung stellen, noch fast 100 sonstige Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Armenier (1,9 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Deutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen z. B. die Mescheten und verschiedene Minderheiten jüdischen Glaubens. Sie sprechen des Öfteren Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen.

Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens

Für zahlreiche nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russische Förderation einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 670.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russische Förderation das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind in diesem Zusammenhang erstmal die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Majorität der Persönlichkeit stellen bisherig jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russische Förderation zurückkehren.

Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oft die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die mit der Ausnahmefall Tatarstans einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Tatarisch wird als einzige Ausnahmefall seit 2001 gegen den Widerstand der in Tatarstan ansässigen russischsprachigen Bevölkerung ausschließlich in lateinischer Schrift geschrieben.

58 % der Bevölkerung gehört der Russisch-Orthodoxen Kirche an, 5 % sind Muslime (meist Tataren, zusätzliche Turkvölker sowie Mensch aus Zentralasien), weniger als 2 % gehören anderen christlichen Konfessionen an (meist Protestanten, hinzu kommen einige manche Katholiken, meist Polen oder Litauer) 32 % bezeichnen sich als Atheisten. 0,2 sind jüdischen Glaubens.Im Asiatischen Teil Russlands wird von verständigen auf indigenen Völkern noch Schamanismus oder Animismus praktiziert, hinzu kommt der Buddhismus der besonders bei den Kalmücken und Mongolen üblich ist.

73 % der Russen leben in Städten.


Bevölkerungsentwicklung

Russische Förderation verliert ca. 365.000 Bewohner im Jahr (ca. 1.000 Bewohner am Tag). Die Bevölkerungsdichte war 2004 8,46 Einwohner/km², im Jahr 2005 ist diese noch 8,40 Einwohner/km².

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Geschichte

Bild:KiewerRus.jpg
Die ungefähre Ausdehnung der Kiewer Rus ca. 1000 n. Chr.
Bild:Grossfuerstentum Moskau.jpg
Großfürstentum Moskau
Bild:Europäisches russland.jpg
Europäischer Teil Russlands (1888)
Bild:Geschichte des rußischen reiches.jpg
Entwicklung und Ausdehnung des russischen Reichs

Hauptartikel: Geschichte Russlands

Etymologie

Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Partiell des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), der davon abgeleitete mittelalterliche lateinische Name war Ruthenia, in latinisierter slawischer Version Russia (ab dem frühen 18. Jahrhundert Rossija).

Unnachsichtig genommen würde Rossijskaja Federazija wörtlich übersetzt ‚Russländische Föderation‘ (von Rossija ‚Russland‘) und nicht ,Russische Föderation‘ heißen. Man hat bewusst nicht Russkaja Federazija (‚Russische Föderation‘) als Staatsbezeichnung gewählt, um auch die nicht-russischen Ethnien einzubeziehen. Ist von dem russischen Volk oder der russischsprachigen Kultur die Rede, spricht man daher im Russischen von russkij (‚russisch‘). Ist dagegen von den Staat Russische Förderation betreffenden Sachverhalten die Rede, verwendet man das Wiewort rossijskij (‚russländisch‘). Ungeachtet wird im Deutschen in beiden Fällen nicht selten das Eigenschaftswort ,russisch‘ verwendet. Der Nutzung des Wortes ‚russländisch‘ beschränkt sich weitgehend auf Fachpublikationen. Auch die amtliche Übersetzung der Staatsverfassung verwendet diese Variante.

Entstehung

Die früheste Geschichte des eigentlichen, europäischen Russlands (für die Geschichte des asiatischen Teils, siehe Geschichte Sibiriens) ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, und im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerier, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier bis jetztGriechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In der Mitte, zwischen Dnjepr und Bug, fand die Ethnogenese der slawischen Völker statt, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Orient auszudehnen begannen.

Ab dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse, gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischen Vorbevölkerung. Diese auch Waräger oder aberRus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der "Kiewer Rus" mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren dagegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Geschäft trieben, aber auch mehrfach Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus.

Auf Basis von des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte, die zerstrittenen russischen Fürstentümer zu unterwerfen. Die Goldene Horde beherrschte nun für zwei Jahrhunderte einen großen Teil der Rus, ein anderer Teil wurde dem Großfürstentum Litauen und später Polen-Litauen eingegliedert. Das Großfürstentum Moskau konnte sich schließlich von der mongolischen Fremdherrschaft befreien, und Großfürst Iwan IV. ließ einander 1547 zum ersten "Zar der ganzen Rus" krönen. Unter seiner Herrschaft begann auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken zum ersten Mal im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.

Öffnung Russlands unter Peter dem Großen

An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das partiell in mittelalterlichen Strukturen erstarrte russische Reich westeuropäischen Einflüssen und förderte Forschung und Kultur. 1703 gründet er die Ort Sankt Petersburg, die das Symbol für den russischen Fortschritt werden sollte. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg und der damit erlangten Vormachtstellung im Ostseeraum, machte er Russische Förderation zu einer gesamteuropäischen Großmacht.

Zarin Katharina die Große ging Peters Weg weiter und betrieb konsequent Expansionspolitik, im Laufe derer sie die Schwarzmeerküste vom Osmanischen Reich eroberte (Neurussland) und sich an den Teilungen Polens beteiligte. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russische Förderation ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Bald darauf zog Zar Alexander I. als "Retter Europas" in Paris ein. Russische Förderation war nun die führende Macht europäisch und erlebte ein goldenes Zeitalter.

Ab 1825 gab es im unzufriedenen Volk, in den annektierten Voraussetzen (Polen,Litauen etc.) und bei der Intelligenzija wieder und wieder Aufstände, Unruhen und Attentate (siehe Dekabristen), und in den 1860er Jahren kam es zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Trotz erheblicher Industrieproduktion (Stahl, Kohle, Öl, Militärbedarf) geriet Russische Förderation immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Großmächten. Der Grund hierfür war die Ineffizienz des staatlich kontrollierten Aufbaus der Industrie, der nur in den städtische Ballungszentren vorangetrieben wurde. Während in den großen Städten wie Moskau und Sankt-Pieterburch infolge der Landflucht ein Industrieproletariat entstand, verharrte das übrige Land in Armut und der Rechts- und Sozialordnung der Feudalgesellschaft. Die Industrialisierung drang nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreichs vor, stattdessen beschränkte sich hauptsächlich auf Moskau, Sankt Petersburg, Warschau und Łódź. Mangelnde Infrastruktur, die Armut der Arbeiter und Bauern und die fehlende Demokratisierung bereiteten große Probleme, wie das Zarenreich zum ersten Mal im Krimkrieg und schließlich 1905 bei der Niederlage gegen Japan schmerzlichst erfahren musste. Allerdings war Zar Nikolaus II. nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten. So ließ er ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später erneut auflösen.

Der Russische Bürgerkrieg

Bild:Kustodijew2.jpg
Kustodijew: Der Bolschewik, 1920

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erfasste das Land neuerlich eine patriotische Welle. Die anfänglichen Erfolge, erstmal gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, wurden jedoch bald abgelöst von einem zermürbenden Stellungskrieg, bis schließlich 1917 die Moral der russischen Soldaten nachgab und die Front zusammenbrach. Die Frustration der Bevölkerung und die trostlose Versorgungslage waren die Ursachen, und der Zar wurde zum Niederlegen gezwungen. Eine bürgerliche Regierung unter Alexander Kerenski mit der Partizipation von Vladimir Dmitriewitsch Nabokov (dem Familienangehöriger von Vladimir Nabokov) kam an die Macht. Dieser republikanischen Herrschaft machte kurz darauf die von Lenin und den Bolschewiki initiierte Oktoberrevolution ein Ende. Aus dem darauf folgenden Bürgerkrieg zwischen "roten" kommunistischen und "weißen" monarchistischen, republikanischen und anderen anti-kommunistischen Kräften gingen die Kommunisten im russischen Kernland als Bester hervor. Durch die Verteidigung der kommunistischen Roten Armee erkämpften so die baltischen Amerika Estland und Lettland ihre Unabhängigkeit von Russland. Im Laufe dieses Bürgerkriegs, sowie des darauf folgenden polnisch-russischen Kriegs, verlor Russische Förderation ebenso 1920 Teile Weißrusslands und der Ukraine ("Ostpolen") an Polen. 1921 wurde dann die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen, die den wichtigsten Teil der späteren UdSSR darstellte.

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Am 30. Dezember 1922 wurde der Zusammenschluss aller Sowjetischen Sozialistischen Republiken zur UdSSR beschlossen und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem gegenseitig Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Charakter von "rechts" (u. a. Bucharin) und "links" (Leo Trotzki, später Sinowjew und Kamenew) sowie jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren. Seitdem 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahrplänen unterworfen, die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, vorangetrieben und die Ackerbau kollektiviert.

Der Zweite Weltkrieg

Im Aug. 1939 schloss Stalin einen Vertrag mit Hitler und sicherte sich in einem geheimen Zusatzabkommen die Integration der ostpolnischen Gebiete, des Baltikums und Bessarabiens. Stalin folgte Hitlers Beispiel in Polen und gliederte nach der Besetzung genannter Gebite und Länder durch die Rote Armee diese in die SSSR ein. Nach dem Überfall Deutschlands auf Russische Förderation am 22. Juni 1941 trat Russische Förderation an der Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg (in Russische FörderationGroßer Vaterländischer Krieg genannt) ein. In den ersten Kriegsmonaten verlor die Rote Armee drei Mio. Soldaten, große Teile der westlichen Landesteile wurden verwüstet, später bei der Belagerung Leningrads verhungerten über eine Million Zivilisten. Bei Moskau (Winter 1941), Stalingrad (Winter 1942/43) und Kursk (Sommer 1943) fügte die Rote Streitkräfte den deutschen Truppen schwere Niederlagen zu und eroberte schließlich im Mai 1945 Berlin. Gegen Ende des Krieges eroberten und besetzten sowjetische Truppen schließlich japanisches Gebiet im Fernen Orient (Mandschurei, Karafuto, Korea und die Kurilen). 1945 bekam die RSFSR nach dem Potsdamer Abkommen das nördliche Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad, benachbart gewann sie das südliche Sachalin und die Kurilen von Japan.

Der Kalte Krieg

Nach Ende des Krieges, aus dem die SSSR als Siegermacht hervorging, traten die Spannungen zwischen Stalin und den Alliierten kumulativ hervor. Im Laufe der Friedensverhandlungen sicherte sich die SSSR großen Einfluss auf die angrenzenden Länder Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien sowie auf Bulgarien und die DDR, zeitweise auch auf Albanien. In diesen Ländern blieben Hunderttausende sowjetische Soldaten stationiert. Der Kalte Krieg dominierte bis 1989 die Weltpolitik.

1954 schenkte Nikita Chruschtschow die bis nachher russische Halbinsel Krim der Ukraine.

Zerfall der Sowjetunion

Nach der Perestroika, dem vom sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow eingeleiteten Prozess zum Umbau des politischen und wirtschaftlichen Systems in der Sowjetunion 1987, und Glasnost, der im gleichen Sinne von Gorbatschow eingeführten Politik einer größeren Durchsichtigkeit und Offenheit der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung 1985, entwickelten sich Unabhängigkeitsbestrebungen in den einzelnen Sowjetrepubliken. Kurz vor der bevorstehenden Unterzeichnung eines neuen Unionvertrages putschten konservative Partei im Augustputsch in Moskau 1991 gegen Gorbatschow um die Unterzeichnung des Unionvertrages sowie zusätzliche Reformen zu verhindern. Nach dem mißlungenen Putschversuch beschlossen der russische Präsident Boris Jelzin und Vertreter der Sowjetrepubliken die Auflösung der Sowjetunion zum 31.12.1991. Die russische Föderation hat mit dem Im Jahre1992 als größte ehemalige Sowjetrepublik die Rechtsnachfolge der Sowjetunion angetreten.

In der russischen Verfassungskrise 1993 löste Jelzin per Ukas den - zu Sowjetzeiten gewählten - Kongress der Volksdeputierten sowie den Obersten Sowjet Russlands auf, die sich seinen Bemühungen widersetzt hatten, unpopuläre neoliberale Reformen durchzusetzen. Jelzin ordnete eine gewaltsame Stürmung des Parlamentsgebäudes (Weißes Haus) an, in dem sich etwa 100 Delegierter und andere Anhänger verbarrikadiert hatten. Bei der gewaltsamen Niederschlagung eines weiteren Aufstandes gegen ihn am 3. und 4. Oktober, gab es in Moskau 190 Tote. Im Dezember billigte die russische Bevölkerung per Plebiszit die neue Verfassung Russlands (Zweikammersystem, Präsidialverwaltung). Bei den Wahlen zur wiedereingeführten Duma (die letzte wurde 1917 aufgelöst) im Dezember 1993 erstarkten die nationalistische Liberaldemokratische Partei sowie die kommunistische KPRF.

1996 zählte Russische Förderation zu den Gründungsmitgliedern der Shanghai Five, der heutigen Shanghai Cooperation Organization (SCO).

Das moderne Russland

Unter Boris Jelzin wurden in Russische Förderation Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Alle beide verfehlten jedoch ihr Ziel und führten zum Zusammenbruch der Wirtschaft, hohen Geldentwertung und politischen Destabilisierung. Nach dem Amtsantritt Wladimir Putins 2000 hat sich die politische und wirtschaftliche Lage des Landes etwas stabilisiert.

Ein weltumspannend beachteter Kriegsherd bleibt jedoch die Konstellation in der abtrünnigen Republik Tschetschenien, in welchem Kreise um den Feldkommandeur Schamil Bassajew und Aslan Maschadow (8. März 2005 von den russischen Kräften getötet) eine Aufsplittung Tschetscheniens unter islamistischen Vorzeichen anstreben. Die gegen die Tschetschenen vorgehenden russischen Militärs und die tschetschenischen Regierungstruppen verletzen häufig die Menschenrechte der tschetschenischen Zivilbevölkerung.

Vermöge der Geiselnahme in einer Schule im nordossetischen Beslan, die nach den Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien von tschetschenischen Freischärler verübt wurde und wo hunderte Schüler ums Leben kamen, wurden von Präsident Putin Maßnahmen zur Stärkung der Terrorabwehr eingeleitet, die demokratische Mechanismen erheblich einschränken.

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Politik

Umbruch nach der Auflösung der Sowjetunion

Russische Förderation war die mit Abstand größte Teilrepublik der Sowjetunion: es hatte 76% der Fläche und 52% der Bevölkerung (knapp 150 Millionen), zu denen noch manche Rückwanderer kamen. Seit Auflösung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken im Dez. 1991 ist Russische Förderation ein unabhängiger Staat und wurde mit Zustimmung der übrigen ehemaligen Sowjetrepubliken Rechtsnachfolger der UdSSR, die es politisch seit jeher dominiert hatte. Die nun gültige Verfassung der Russischen Föderation wurde am 12. Dez. 1993 durch eine allgemeine Referendum fiktiv und trat am 25. Dezember 1993 in Kraft.

Außenpolitisch stand die russische Führung nach Auflösung der SSSR vor der Aufgabe, das Verhältnis Russlands gegenüber den übrigen früheren Sowjetrepubliken neu zu gestalten. Dies erfolgte u.a. durch Gründung der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (siehe nächsten Abschnitt) und einiger Verträge zu vertiefter Kooperation, erstmal mit Weißrussland, Ukraine und Kasachstan.

Im Inneren stand und steht die Regierung vor der Herausforderung, die Grundlagen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung Russlands neu zu bestimmen. Russische Förderation war vor der Auflösung des Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken ein von der Kommunistischen Politische Kraft beherrschter Staat mit einer zentral verwalteten Planwirtschaft, die kein Privatbesitz an Produktionsmitteln kannte. Die Wahl von Boris Jelzin zum Staatspräsidenten bedeutete das Ende der KP-Herrschaft in Russland. Privatbesitz an Unternehmen wurde zugelassen, die zentrale Planung der Wirtschaft aufgegeben.

Dieser Umwälzung brachte für die Bürger Russlands unzweifelhaft mehr persönliche politische Freiheit. Die Entwicklung des politischen Systems unter Jelzin wurde von vielen jedoch eher als Auflösung einer gesicherten und berechenbaren staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung empfunden. Die politische Entscheidungsfindung im Geflecht des Familienclans Jelzins und seiner Hintermänner aus dem Kreis der Oligarchen, die durch die Privatisierungspraktiken der Regierung Jelzin innerhalb weniger Jahren zu immensen Vermögen gekommen waren, blieb intransparent, der Einfluss des Parlaments eng begrenzt.

Politische Kooperation der Nachfolgestaaten

Die Auflösung der SSSR stellte Russische Förderation vor die Aufgabe, das Verhältnis zu deren Nachfolgestaaten neu zu gestalten. Im Ergebnis ist Russische Förderation jetzt im Vergleich zum engen Vereinigung in der UdSSR nur noch locker mit Kompromiss finden früheren Sowjetrepubliken verbunden. Die bekannteste gemeinsame Organisation ist die GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten), russisch СНГ (Содружество Независимых Государств). Diesem 1991/1992 vereinbarten Zusammenschluss gehören 12 der 15 Nachfolgestaaten an; nur die 3 baltischen Amerika traten nicht bei.

Mit Weißrussland hat sich Russische Förderation in der Russisch-Weißrussischen Union zusammengeschlossen, auf die sich Jelzin mit Aljaksandr Lukaschenka (beloruss.Präsident seit 1994) verständigte. Sie wird jedoch von Kritikern als "kaum funktionierend und halb-illegal" bezeichnet. Von ihr wurde allein die Verteidigungs- und vorübergehend die Zollunion umgesetzt.
Als nach Jelzin 1999 Wladimir Putin russischer Präsident wurde, kühlte sich das Verhältnis zu Weißrussland ab, dem Putin aber später den Beitritt in die Russische Föderation vorschlug. Lukaschenko lehnte dies ab, doch vereinbarte man 2004/05 eine Währungsunion. Sie soll zwar Anfang 2006 in Kraft treten, allerdings sind gegenwärtig (Nov.2005) noch grundlegende Fragen offen. Summa summarum ist die Integration Weißrusslands mit Russische Förderation von schwankendem Interesse geprägt und hat an Dynamik verloren. Ein Bericht der WZ vom 9. November 2005 trug daher den sprechenden Titel "Minsk–Moskau: Integration mit zahlreichen Hindernissen".

Etwas beständiger ist demgegenüber das militärische Verteidigungsbündnis Russlands mit Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, der sogenannte Rat für kollektive Sicherheit. Ein neues Bündnis in Asien deutet sich mit der Shanghai Cooperation Organization an, zu dem auch Reich der Mitte gehört. Russische Förderation hat schon im August 2005 ein gemeinsames Manöver mit den chinesischen Streitkräften durchgeführt.

„Gelenkte Demokratie“ Putins

Hauptartikel: Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin

Bild:Wladimir Putin.jpg
Wladimir Wladimirowitsch Putin

Wladimir Putin, den Jelzin selbst als seinen Nachfolger nominiert hatte, gewann die Präsidentschaftswahlen im März 2000 mit 52,9 Prozent der Stimmen.

Staatspräsident Putin ist es seitdem gelungen, für mehr politische und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, allerdings nach Anschauung vieler Beobachter zuungunsten der Meinungs- und Pressefreiheit und einer sehr weitreichenden Konzentration der Macht in seinem Amt. Das Ziel, Russische Förderation zu einer pluralistischen Demokratie nach westlichem Muster – mit starken politischen Parteien, unabhängigen Verbänden, freien Medien und einer marktwirtschaftlich geordneten Wirtschaft – zu entwickeln, wird ihm von vielen Beobachtern abgesprochen. Das Leitbild scheint vielmehr ein Staatsform zu sein, das der russische Berufstätiger Sergej Markow als "gelenkte Demokratie" bezeichnete. Von übereinkommen Politologen wird Russlands Staatsform auch als defekte Demokratie bezeichnet. Zusätzliche wiederum verweisen auf die spezifischen geschichtlichen, geografischen und aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen Russlands, die bei der Beurteilung von Putins Politik zu berücksichtigen seien, beispielsweise auch der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Gerhard Schröder, der mit Wladimir Putin befreundet ist.

Der russische Staatspräsident besitzt schon hinsichtlich der Verfassung weitreichende Befugnisse. Putin hat diese Machtposition ausgebaut:

  • Er beschränkte die Macht der Gouverneure der Regionen drastisch.
  • Er schränkte die Pressefreiheit ein.
  • Er beschnitt den Einfluss der "Oligarchen" in Medien und Politik.

Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen gewann Putin deutliche Mehrheiten. Schon seit Januar 2002 werden die Mitglieder des Oberhauses des russischen Parlaments, des sogenannten Föderationsrats, nimmer durch die Gouverneure und die regionalen Parlamentspräsidenten gestellt, an Stelle nur noch durch vom jeweiligen Gouverneur oder Regionalparlament entsandte Vertreter. Die seit 1996 praktizierte direkte Wahl der Gouverneure in den Regionen der russischen Republik schaffte Putin Ende 2004 nochmal ab. Seitdem schlägt der Staatspräsident den Kandidaten für ein Gouverneursamt vor, den die Regionalparlamente bestätigen müssen, wenn dieser sein Amt antreten soll.

Zur Festigung seiner Machtposition verstärkte Putin die staatlichen Eingriffe in die Arbeit von Fernsehen, Funk und Zeitungen. In westlichen Medien und von internationalen Bürgerrechtsorganisationen werden wieder und wieder Einschränkungen der Pressefreiheit in Russische Förderation kritisiert. Verwiesen wird z. B. auf mehrjährige Gefängnisstrafen von Kritikern wie Grigori Pasko und Igor Sutjagin. Das Auswärtige Amt der Teutonia berichtet in seinen Länder-Informationen zu Russische Förderation zu den Einschränkungen der Pressefreiheit: Am deutlichsten ist die staatliche Einflussnahme im Bereich des Fernsehens. Alle drei bundesweit sendenden TV-Stationen sind entweder direkt in staatlichem Hab und Gut oder unter staatlicher Kontrolle. Im Radiobereich ist die Sachverhalt ähnlich.
Im Bereich der gedruckten Medien herrscht nach wie vor eine recht große Meinungsvielfalt. Auflagenstarke Typ Tageszeitungen äußern oft deutliche Besprechung an Putins Politik, an Verstrickungen von Politik und Rechtsprechung oder an Korruptionsaffären. Siehe auch: Medien in Russland.

Gegenüber den „Oligarchen“ verfolgt Putin eine Doppelstrategie: Während er gegen politisch ambitionierte Oligarchen wie Boris Beresowski und Wladimir Gusinski, die über Massenmedien Einfluss ausübten, scharf vorging, bezieht er die Majorität der „kremltreuen“ Firmeninhaber in einen fortgesetzten Wortwechsel ein. Das Strafverfahren gegen Michail Chodorkowski, der an der Spitze des Mineralölkonzerns Jukos stand, zeigte erneut, dass Putin eine politische Rolle der Oligarchen nicht duldet. Chodorkowski hatte eine Reihe von Parteien und Abgeordneten großzügig unterstützt. Die Presse sagte ihm nach, er habe Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur. Weiterhin verhandelte er über einen Vertrieb eines Kontrollpakets von 25 Prozent plus einer Papier des Jukos-Kapitals an die US-Ölkonzerne Exxon-Mobil oder Chevron. Ende Mai 2005 wurde Chodorkowski zu 9 Jahren Haft, speziell wegen Steuerhinterziehung, verurteilt. Das Vorgehen gegen ihn zeigt, dass der Staat die Kontrolle über die einträgliche Energiewirtschaft nicht aus der Hand zu geben bereit ist.

Bei den Wählern fand die Politik Putins viel Zustimmung. Nach den russische Parlamentswahlen 2003 (Duma), Anfang Dezember, erreichte die dem Präsidenten nahestehende Politische Kraft "Einiges Russland" mit 307 von 450 Sitzen eine Zweidrittelmehrheit. Von den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden die Wahlen allerdings als "zwar frei, aber nicht fair" kritisiert. Bei den Präsidentenwahlen am 14. März 2004 wurde Putin mit 71,3 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dieses Ergebnis kann zwar als deutliches Vertrauensvotum der Bevölkerung für seine Politik gelten. Von internationalen Wahlbeobachtern wurde allerdings mangelnde Chancengleichheit unter den Kandidaten kritisiert.

Ungelöster Tschetschenien-Konflikt

Ein ungelöstes Problem für Putin bleibt der Konflikt mit der Unabhängigkeitsbewegung in der zur Russischen Föderation gehörenden Teilrepublik Tschetschenien. Das Auswärtige Amt der BRD berichtete dazu im Februar 2005 in seinen Länder-Informationen zu Russland: "Es wird weiterhin über Menschenrechtsverletzungen durch die russischen und lokalen Sicherheitskräfte, aber auch von Straftat und Vergehen der tschetschenischen Rebellen berichtet. Es kam nicht nur innerhalb Tschetscheniens, statt auch in anderen Benötigen der Russischen Föderation zu Selbstmordanschlägen, bewaffneten Zusammenstößen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften und Terrorakten." Tragischer Höhepunkt war die Geiselnahme von Beslan, bei der Anfang September 2004 in einer Schule 330 Leute getötet wurden.

Der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow wurde am 9. Mai 2004 getötet. Sein Nachfolger wurde der vormalige Minister Alu Alchanow, der bei den Präsidentschaftswahlen vom 29. August 2004 nach offiziellen Unterlagen 74 % der Stimmen erhielt. Die EU und alternative internationale Organisationen äußerten allerdings große Sorge hinsichtlich der Bedingungen, unter denen die Wahlen stattfanden. Kritisiert wurde besonders der Mangel an echtem Pluralismus bei den Kandidaturen für das Präsidentenamt und das Fehlen unabhängiger Medien.

Militär

Hauptartikel: Russische Streitkräfte

Russische Förderation besitzt noch immer den zu Zeiten der SSSR 1949 erlangten Status als Atommacht und verfügt in diesen Tagen über die größte Zahl an Atomsprengköpfen.

In Russische Förderation gilt eine allgemeine Wehrdienst von 18 bis 24 Monaten für wehrfähige Männer ab 18 Jahren. Da die wehrpflichtigen Soldaten auch in Krisengebieten wie Tschetschenien eingesetzt werden können, wird in der Bevölkerung (besonders von Seiten der Mütter) aber und abermal Beurteilung an der Dienst am Vaterland laut.

Die Stärke der Streitkräfte betrug 2001 1.183.000 Mann, davon 321.000 Landstreitkräfte, 171.500 Marine, 184.600 Luftstreitkräfte, 149.600 Atomstreitkräfte. 40.000 dienen in Staaten der GUS als Friedenstruppen und 316.900 werden als "sonstige Militärs" geführt. Dazu kommen noch diverse paramilitärische Einheiten, wie 410.000 Soldaten des Innenministeriums, des Grenzschutzes oder Notstandstruppen. Allein bei den Eisenbahntruppen dienen 48.000 Mann.

Russische Förderation gibt in diesen Tagen ca. 4,3 % seines BSP für das Militär aus (laut [1]). Die Militärausgaben liegen in absoluten Abdrücken mit 44 Mrd. US-Dollar (2001) weit unter denen der USA.

Google News: Blättern in uralten Zeitungen: Google hat eine neue Funktion in sein Zeitungsarchiv Google News Archive implementiert. Nutzer können auf einem Zeitstrahl durch zum Teil jahrhundertealte Ausgaben einer Tageszeitung blättern. (Google)... Weiterlesen!

DDR3-Speicher mit 2.400 MHz bei nur 1,65 Volt: Von Kingston kommt das bisher am höchsten getaktete Speichermodul für Desktoprechner, das Intel für seine Core-i7-CPUs zertifiziert hat. Die DIMMs arbeiten mit bis zu effektiv 2.400 MHz und brauchen dabei nicht mehr als 1,65 Volt Spannung, was Intel als Maximum für den Speichercontroller seiner CPUs garantiert. (Kingston, Overclocking)... Weiterlesen!

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Russlands

Artikel 65 der Verfassung Russlands nennt die 88 Subjekte, aus denen die Russische Föderation besteht: 21 Republiken, 7 Regionen (Kraj), 49 Gebiete (Oblast), 2 Städte föderalen Ranges (Moskau und Sankt Petersburg), 1 Autonomes Gebiet und 9 Autonome Bezirke.

Im Jahr 2000 schuf Präsident Putin per Dekret sieben Föderationskreise, welche jeweilig zahlreiche Föderationssubjekte zu einer größeren Einheit zusammenfassen. Ziel dieser Umgestaltung war die Stärkung der Vertikalen der Macht und eine Verschärfung der Kontrolle über die regionalen Machthaber.

Digg: NoSQL statt MySQL: Der Internetdienst Digg wechselt von der gegenwärtig verwendeten Datenbankinfrastruktur MySQL zu der NoSQL-Datenbank Apache Cassandra, um Leistung und Geschwindigkeit zu optimieren. Das für die Datenmigration verwendete Werkzeug Transcribe will Digg unter einer freien Lizenz veröffentlichen. (Server-Applikationen, Apache)... Weiterlesen!

Textsoap entfernt Zeichenmüll aus Texten: Die Mac-Anwendung Textsoap von Unmarked Software kann aus beliebigen Texten unerwünschte Zeichen wie Zeilenumbrüche, HTML-Tags und vieles mehr entfernen, ohne die restliche Formatierung zu löschen. Außerdem können zum Beispiel Groß- und Kleinschreibungen geändert, Absätze eingefügt und Zitate-Zeichen aus E-Mails entfernt werden. (Office-Suite, Mac OS X)... Weiterlesen!

Infrastruktur

Bild:Map Trans-Siberian railway.png

Ein Problem des russischen Verkehrsnetzes ist der zunehmende ermattet Zustand, da Erhaltungsmaßnahmen wegen der angespannten Haushaltslage oft unterbleiben.

Eisenbahn

Die berühmteste Verkehrsachse ist die Transsibirische Eisenbahn (Transsib, rote Linie in der Grafik) von Moskau nach Wladiwostok. Parallel dazu wurde Ende des 20. Jahrhunderts zur Erschließung des fernen Ostens Sibiriens die Baikal-Amur-Magistrale (BAM, grüne Linie in der Graphik) vom Baikalsee zum Fluss Amur gebaut. Durch diese beiden und die abzweigenden Strecken wird das Land in west-östlicher Neigung erschlossen. Das Eisenbahnnetz europäisch ist wesentlich dichter. In der Regel umfasst das Eisenbahnnetz (1524 mm Spurbreite) rund 87000 km, davon ist knapp die Hälfte (40000 km) elektrifiziert. Auf der Eiland Sachalin bestehen fast 1000 km in 1067 mm Breite. Angrenzend gibt es zusätzlich 30000 km nicht öffentlicher Industriebahnen (alle Unterlagen 2004).

Straßennetz

Der Straßenverkehr hat an erster Stelle im europäischen Teil Russlands Bedeutung für den Regionalverkehr. Das Fernstraßennetz umfasst etwa 540.000 km (2001), davon sind zwei Drittel befestigt. Erst seit 2003 existiert eine räumlich und saisonal durchgehende Straßenverbindung von der Ostsee zum Pazifik.

Wasserstraßen

72000 km Wasserwege verbinden im europäischen Teil Russlands die Ostsee, das Schwarze Meer, die Binnenseen und das Weiße Meer miteinanderander. Wichtige Wasserstraßen dabei sind die Wolga, die Kama, die Nischni Nowgoroder Oka, die Wjatka, der Don und die Kanäle, die diese Flüsse vereint verbinden. Andere 24000 km sind in Sibirien schiffbar. Für den Güter-Verkehr zwischen dem russischen Kernland und der Exklave Kaliningrad ist der Fährverkehr von Bedeutung.

Flugverkehr

In Russische Förderation und der SU kam der Luftfahrt schon immer eine große Bedeutung zu. Besonders wichtig ist sie in entlegenen Gebieten, deren Erschließung auf dem Landweg nicht lohnt. Mehrere internationale Fluggesellschaften fliegen außer Moskau auch übrige russische Städte direkt an. Bei der Aeroflot fliegen als größere Gesellschaften bisherig Pulkowo, Siberia Airlines oder KMV. ca. 2500 Flughäfen und Flugplätze gibt es in der Russischen Föderation, davon 55 mit einer befestigten Rollbahn über 3000 m Länge. Der größte und wichtigste Airport ist Scheremetjewo-2 bei Moskau.


Siehe auch: Kfz-Kennzeichen (Russland), Wikipedia:WikiProjekt Russische Luftfahrt

Drohender Staatsbankrott - EU stellt Griechenland unter Aufsicht : Die Europäische Union stellt Griechenland bei seiner Haushaltssanierung unter Aufsicht. Die Regierung in Athen plant massive Sparschritte. Im ganzen Land wächst deshalb der Unmut. Streiks drohen. ... Weiterlesen!

Babys mit Rhythmusgefühl: Schon kleine Kinder mögen klare Rhythmen: Hören sie Musik oder auch nur einen regelmäßigen Trommelschlag, bewegen sie sich spontan im Takt mit. Das hat jetzt ein Forscherduo in einer Studie mit insgesamt 120 Kindern im Alter zwischen fünf und 24 Monaten beobachtet. Die Kleinen können sich dem Tempo der Musik sogar schon ziemlich gut anpassen, auch wenn es relativ schnell wechselt. Spaß macht das rhythmische Bewegen dabei offenbar auch die Kinder, die am intensivsten mitwippten, lächelten auch mehr als die anderen, schreiben Marcel Zentner von der University of York und Tuomas Eerola von der Universität im finnischen Jyväskylä. ...... Weiterlesen!

Wirtschaft

Hauptartikel: Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Russlands Hauptartikel: Wirtschaftspolitik Russlands

Währung

Die russische Währung ist der russische Rubel (Рубль; Kürzel RUB) zu 100 Kopeken (Копейка). 1€ = 33,35 RUB (Stand Apr. 2006). Nach starker Geldentwertung in der 90er Jahren wurden im Jahr 1998 eine Währungsreform durchgeführt bei der 1000 alte Rubel (RUR) durch je einen neuen Rubel (RUB) ersetzt wurde, seit ist der Rubel gegenüber US-Dollar und Euro erst einmal stabil.

Anliegend dem Rubel finden auch US-Dollar (und seltener Euro) im Alltagstrott Verwendung. Da die Löhnung in Drittwährung in Russische Förderation ungesetzlich ist, werden Preise häufig in Verrechungseinheiten angegeben, die je einem US-Dollar entsprechen. Kleinere Zahlungen werden jedoch ungeachtet meist in Rubel geleistet. Bei größeren Summen, z.B. Autos, Immobilien etc. ist der US-Dollar üblich. Wegen häufiger Bankeninsolvenzen und Finanzkrisen lagern Russen ihre Ersparnisse meist bar in Euro und Dollar.

Bruttoinlandsprodukt und Produktionsstruktur

Der Wert des russischen Bruttoinlandsprodukts von 21.665 Mrd. Rubel (2005) entspricht 766 Mrd. Dollar. Bei Berücksichtigung der Kaufkraftparität ist der der Wert des russischen Bruttoinlandproduktes jedoch gut doppelt so hoch (2004: 1408 Tausend Millionen $ kaufkraftbereinigt gegenüber 590 Mrd. $ unbereinigt).

Nach Daten der russischen Statistikbehörde Rosstat steuerte der Handels- und Dienstleistungssektor 2004 knapp 60 % zum BIP bei. Auf die Industriezweig entfielen rund 30 %, auf die Bauindustrie und die Landbau jedes Mal rund 6 %. Nach Einschätzung der Weltbank dürfte die amtliche Statistik den Anteil der rohstofffördernden Industrien (2004: 7,7 %) jedoch zu tief und den Anteil des Handels (2004: 21,3 %) zu hoch ausweisen, da die russischen Rohstoffkonzerne durch Anwendung interner Verrechnungspreise Wertschöpfung aus dem Rohstoffbereich auf den Handelsbereich verlagern – gerade um Steuern zu sparen. Die Weltbank schätzt, dass tatsächlich rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Fabrikation vom Rohstoffsektor gestellt wird.

Energie und Rohstoffe haben deswegen für die russische Wirtschaft herausragende Bedeutung, gerade Erdöl und Erdgas. Russische Förderation verfügt aber auch über bedeutende Vorkommen an Metallen (Nickel, Platin, Gold unter anderem) sowie Kohle, Uran, Kobalt und Diamanten.

Mit der kräftigen Genesung der Erdölförderung und der Zunahme der Ölexporte bei steigenden Ölpreisen ist die Bedeutung der Energiewirtschaft seit Ende der 1990er Jahre weiter gewachsen. Der Absatz von Energieträgern und Elektrizität erreichte nach Informationen der russischen Zollbehörde 2005 am Gesamtvolumen der russischen Ausfuhren über die Grenzen der GUS auf einen Anteil von rund 67 %.

2004 nahm die Generierung von Brennstoffen um in der Regel 7,1 % zu (Erdöl und Gaskondensat: +8,9 % auf 459 Mio. t; Erdgas: +1,9 % auf 632 Mrd. m³; Kohle: +1,3 %). Die Stromproduktion wächst seit 1999 im gleichen Sinne wieder. Mit Öl-, Erdgas- oder Moos betriebene Wärmekraftwerke stellte 2003 rund 63 % der gesamten Stromproduktion von rund 851 Mrd. Kilowattstunden. Auf Wasserkraftwerke entfielen 21 %, auf Kernkraftwerke 16 %. Die russische Regierung plant, den Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung bis 2020 auf etwa ein Drittel zu verdoppeln, um noch etwas Erdöl und Erdgas ausführen zu können. Schon in diesen Tagen ist Russische Förderation weltumspannend zweitgrößter Ausführer von Rohöl und weltumspannend größter Ausführer von Erdgas. (siehe auch Liste: Russische Oligarchen)

Hauptartikel: Energiewirtschaft Russlands

Die verarbeitende Branche (Maschinenindustrie, Autoindustrie) fiel nach dem Zerfall der Sowjetunion in eine tiefe Krise. Die Generierung ging stark zurück. Seit verständigen auf Jahren geht es aber auch in der verarbeitenden Gewerbe nochmals bergauf. Zuallererst auf Märkten in der GUS konnten Marktanteile zurückgewonnen und neue Märkte in Asien entdeckt werden, weil sich einige russische Erzeugnisse als einfacher und preiswerter als westliche Konkurrenzprodukte profilieren konnten.

Außenwirtschaft

Wichtigster Vertragspartner Russlands ist Deutschland, das in erster Linie industrielle Fertigerzeugnisse nach Russische Förderation liefert, während Russische Förderation größter Rohöllieferant für Deutschland ist und rund ein Drittel des deutschen Erdgasaufkommens stellt.

Russlands Anteil am weltweiten Warenhandel ist trotz seiner bedeutenden Stellung als Rohstofflieferant jedoch vergleichsweise gering. Er beträgt nur etwa 2 %, knapp ein Drittel des Anteils Deutschlands.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung seit der Finanzkrise 1998

Die russische Wirtschaft hat sich vom Produktionseinbruch im Zuge der Finanzkrise des Jahres 1998 rasch erholt. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um rund 5 % wurde schon 1999 aufgeholt. Von 1999 bis 2004 ist die gesamtwirtschaftliche Generierung jedes Jahr um durchschnittlich 6,7 % gewachsen.

Auf der einen Seite hat die 1998 eingetretene deutliche Abwertung des Rubels der russischen Wirtschaft Auftrieb verschafft. Durch die Abwertung wurden ausländische Güter verteuert. In Russische Förderation hergestellte Produkte wurden auf dem Inlandsmarkt wettbewerbsfähiger. Die russischen Exporteure konnten von der Abwertung wegen der mangelhaften qualitativen Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte auf den westlichen Märkten allerdings nur wenig profitieren.

Ab Zentrum 1999 gaben dann die kräftig steigenden Preise für die russischen Energieexporte der Wirtschaft einen weiteren Wachstumsschub. Steigende Gewinne führten zu höheren Investitionen. Mit wachsenden Steuer- und Zolleinnahmen kam es zu Überschüssen in den öffentlichen Haushalten.

Die bis Mittelpunkt der 90er Jahre deutlich zurückgegangene Ölproduktion erholte sich.

Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich seit 2001 reichlich verdoppelt und 2005 rund 5.000 US-$ erreicht. Allerdings verbesserte sich der Lebensstandard regional sehr unterschiedlich. Während besonders in Moskau und Petrograd dieser Tage einige Viertel in neuem Glanz erstrahlen, ist in anderen Regionen die Armut nach wie vor groß. Alles in allem konnte der Anteil der „Armen“ zwar deutlich gesenkt werden, noch immer lebt aber etwa ein Sechstel der russischen Bevölkerung unter der offiziellen Armutsgrenze. Ansonsten gibt es große Einkommensdifferenzen. So sind die Löhne in der Ölindustrie mit durchschnittlich 22.500 Rubel (rund 800 $) fast dreimal höher als der Durchschnittslohn (8.500 Rubel) und rund sechsmal höher als in der Agrar (3.600 Rubel).

Weiter zweistellig steigende Verbraucherpreise erschweren allerdings die Lebensbedingungen jener Bevölkerungskreise, die vor ... nicht am Rohstoffboom teilhaben. Nach einem Rückgang des Preisanstiegs auf 10,9 % im Jahresdurchschnitt 2004 hat sich die Geldentwertungsrate im Jahresdurchschnitt 2005 wiederum auf 12,5 % beschleunigt.

Ebenso macht sich der Produktionsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt nur allmählich bemerkbar. Mit 7,6 % war die nach Standards der Internationalen Arbeitsorganisation berechnete Arbeitslosenquote 2005 zumindest 0,6 Prozentpunkte niedriger als 2004. Allerdings gilt die Arbeitslosenquote nur als begrenzt aussagefähig, weil verschiedene Arbeitslose nicht erfasst werden dürften.

Der Erdölboom spülte in den letzten Jahren hohe Einnahmen in die russische Staatskasse. So konnte seit 2000 in jedem Jahr ein Haushaltsüberschuss verbucht werden. Er stieg 2004 auf 4,4 % des Bruttoinlandsprodukts und dürfte sich im 2005 weiter auf 7,4 % erhöht haben.

Ein Teil der Öleinnahmen fließt seit 2004 in einen nationalen Stabilisierungsfonds, der die Auswirkungen schwankender Rohstoffpreise auf Wirtschaft und Staatshaushalt herabsetzen soll. Diesem Zweck schauderhaft läuft allerdings, dass künftig aus dem Sondervermögen Gelder zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen abgezweigt werden sollen. Der Wert des Stabilisierungsfonds hat sich von Anfang 2005 bis zum 1. März 2006 verdreifacht und 1.563 Mrd. Rubel erreicht (rd. 56 Mrd. $, rd. 6 % des BIP).

Das gesamtwirtschaftliche Generierung setzte ihren Aufschwung 2005 fort und wuchs um 6,4 %. Gegenüber den beiden Vorjahren, als jeweilig Wachstumsraten von gut 7 % verbucht wurden, bedeutet dies allerdings eine leichte Wachstumsverlangsamung. Zurückzuführen ist sie besonders auf das schwächere Wachstum der Industrieproduktion, die 2005 nur noch um rund 4 % zunahm (2004: + 7,3 %). Auslöser dafür war wiederum das deutlich abgeschwächte Wachstum der Ölförderung, die nur noch um 2,2 % stieg (2004: + 8,9 %). Die Erdgasförderung stagnierte selbst fast. Dagegen hat sich das kräftige Wachstum im verarbeitenden Gewerbe fortgesetzt. Somit machte die russische Wirtschaft auf dem Weg zu einer breiter diversifizierten Produktionsstruktur Fortschritte.

Nachfrageseitig kamen die Wachstumsimpulse 2005 wieder einmal vom gewaltig steigenden Privatverbrauch, der wiederum ein Plus von rund 11 % verbuchte. Dem standen die Bruttoanlageinvestitionen mit einem Zuwachs von 10,7 % (2004: + 11,7 %) nur wenig nach.

Außenwirtschaftlich hat sich die Abhängigkeit der russischen Wirtschaft vom Energiesektor allerdings weiter verstärkt. Nach Informationen der Zollstatistik stieg der Anteil der Energieexporte beim Deal mit Ländern außerhalb der GUS von 60 % auf 67 % aller Ausfuhren.

Der Anstieg der Ölpreise um knapp die Hälfte im Jahresdurchschnitt 2005 ließ die Warenausfuhren nochmal um rund ein Drittel auf rund 245 Mrd. $ steigen. Die Wareneinfuhren nahmen gleichzeitig um rund 29 % auf rund 125 Mrd. $ zu. Damit ist der Außenhandelsüberschuss auf rund 120 Mrd. $ (16 % des BIP) gestiegen. Der Leistungsbilanzüberschuss nahm wenn schon um knapp die Hälfte zu. Er erreichte rund 87 Mrd. $ (11 % des BIP).

Die staatlichen Auslandsschulden dürften bis Ende 2005 auf rund 82 Mrd. $ verringert worden sein, während die Währungsreserven binnen Jahresfrist bis Ende 2005 um knapp die Hälfte auf 182 Mrd. $ gewachsen sind und Ende März rund 204 Mrd. $ betrugen. Deutlich höhere Währungsreserven haben jetzt nur noch Nippon und China.

Der russische RTS-Aktienindex stieg Anfang 2006 auf einen neuen Höchststand.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2006

Anfang April 2006 malen sich für die Entwicklung der russischen Wirtschaft im Jahr 2006 speziell folgende Trends ab:

  • Das kräftige Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion, des Verbrauchs und der Investitionen schwächt sich noch etwas weiter ab. Das Bruttoinlandsprodukt steigt 2006 voraussichtlich um rund 6 % (2005: + 6,4 %; 2004: + 7,2 %).
  • Das Wachstum der Industrieproduktion ist schwächer. Es stagniert bei 4 bis 4½ % (2005: + 4 %; 2004: +7,3 %). Hauptgrund: Die Ölproduktion – bis 2004 wichtiger Wachstumsmotor - wächst wie bereits 2005 nur noch um rund 2 bis 3 %, deutlich schwächer als 2004 (+ 8,9 %), obwohl sich die Ölpreise 2005 um knapp die Hälfte erhöht haben und im ersten Quartal 2006 bei rund 55 $/Barrel lagen..
  • Handels- und Leistungsbilanz dürften dank anhaltend hoher Öl- und Rohstoffpreise ähnlich hohe Überschüsse wie 2005 ausweisen.
  • Die im internationalen Vergleich noch sehr hohe Inflation kann weiterhin nur langsam gedrückt werden. Die Verbraucherpreise werden im Jahresverlauf 2006 mit rund 10 % ähnlich stark wie in den beiden Vorjahren steigen, auch weil die Zentralbank Devisen aufkauft, um die Aufwertung des Rubels zu bremsen.
  • Der föderale Staatshaushalt verzeichnet insbesondere dank der hohen Öl- und Rohstoffpreise 2006 erneut einen hohen Überschuss (5,5 % des BIP nach 7,4 % des BIP 2005).
  • Russland fließen dank der hohen Ölexporterlöse so viele Devisen zu, dass der Stabilitätsfonds, in dem ein Teil der Ölexporterlöse gesammelt wird, am Jahresende 2006 voraussichtlich 2.100 Mrd. Rubel oder rund 75 Mrd. US-Dollar (rund 8 % des BIP) umfassen wird.
  • Die Währungsreserven sind Ende März 2006 auf rund 204 Mrd. $ gestiegen.
  • Dank der hohen Exporterlöse kann der russische Staat darüber hinaus auch 2006 Schulden gegenüber dem Ausland vorfristig zurückzahlen.


Schwachstellen und Probleme der russischen Wirtschaft

Trotz der im Allgemeinen erfolgreichen Entwicklung der russischen Wirtschaft, die seit Ende der 90er Jahre den Produktionseinbruch nach der Auflösung der UdSSR inzwischen weitgehend überwunden hat, sind jede Menge Probleme weitgehend ungelöst:

  • Mit dem Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise hat sich die Energie- und Rohstofflastigkeit der russischen Wirtschaft weiter verstärkt. Eine stärkere Diversifikation der Produktionsstruktur durch Förderung von Wirtschaftszweigen außerhalb des Energie- und Rohstoffsektors ist daher eines der wichtigsten Ziele der russischen Wirtschaftspolitik. Nach Schätzungen der Weltbank, die die Daten der amtlichen russischen Statistik hinsichtlich der Produktionsbeiträge der Wirtschaftssektoren auf Grund von Verzerrungen durch Verrechnungspreise nicht für realitätsnah hält, steuert der Energie- und Rohstoffsektor noch etwa ein Viertel zum BIP bei.
  • Trotz kräftig gestiegener Investitionen wird in Russland im internationalen Vergleich zu wenig investiert. Das zeigt sich insbesondere am geringen Zufluss ausländischer Direktinvestitionen. Der russischen Regierung ist es trotz vieler wirtschaftspolitischer Reformen vor ... nicht gelungen, ausreichend attraktive Rahmenbedingungen für Investoren zu schaffen. Internationale Investoren bemängeln gerade fehlende Rechtssicherheit, weit verbreitete Korruption, eine überbordende Bürokratie und die geringe Leistungsfähigkeit des russischen Bankensystems.

Dazu hat bis dato erstmal die Wechselkurspolitik der russischen Zentralbank beigetragen. Um eine rasche Aufwertung des Rubels mit einer Abwärtsentwicklung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit russischer Produzenten zu verhindern, intervenierte sie am Devisenmarkt. Sie kaufte die Russische Förderation mit den hohen Leistungsbilanzüberschüssen zufließenden Devisen gegen Rubel auf. Die umlaufende Rubelgeldmenge stieg stark. Das Inflationspotential wuchs.

Demgegenüber hat die russische Finanzpolitik in den letzten Jahren für ihren strikten Stabilitätskurs weltweit viel Anerkennung gefunden. Jetzt scheinen sich in der russischen Regierung aber Kräfte durchzusetzen, die eine expansivere Haushaltspolitik verfolgen wollen. Dafür sprechen Beschlüsse, die Auflageziffern für Gehälter im öffentlichen Dienst, Renten und weitere Sozialleistungen zu erhöhen. Damit reagierte die Regierung auf weitverbreitete Proteste der Bevölkerung. Sie wurden ausgelöst, als Anfang 2005 bis jetzt entgeltfreie staatliche Sachleistungen, zum Beispiel Freifahrten für Rentenempfänger in öffentlichen Verkehrsmitteln, durch Geldleistungen ersetzt werden sollten. Künftig sollen die weitgehend den hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu verdankenden unverhofften Gewinne verstärkt für öffentliche Auflage genutzt werden. Dazu wurde der Schwellenwert, ab dem Öleinnahmen in den „Stabilisierungsfonds“ eingestellt werden, ab 2006 auf 27 $/Barrel erhöht.

Wirtschafts- und Finanzpolitik

Priorität hat für die russische Regierung gegenwärtig vermutlich die Aufrechterhaltung möglichst hoher Wachstumsraten – vor einer Stabilisierung der Preise. Das von Präsident Putin gesetzte Ziel, das BIP in einem Dauer von 10 Jahren zu verdoppeln, soll möglichst weitgehend erreicht werden – notfalls mit einer nur auf kurze Sicht wirksamen staatlichen Ausgabenprogrammen. Mit dieser Linie scheint sich Premier Michail Fradkow gegen den stärker stabilitäts- und marktwirtschaftlich orientierten Finanzminister Alexej Kudrin und Minister German Gref durchgesetzt zu haben. Der Internationale Währungsfonds kritisiert diese Entspannung der russischen Haushaltspolitik.

Angesichts des stark gestiegenen staatlichen Einnahmen drängen verständlicherweise auch verschiedene Duma-Abgeordnete auf Ausgabensteigerungen zur Verbesserung der staatlichen Leistungen. 2005 sind die Einnahmen im Föderationshaushalt um rund die Hälfte gestiegen. Die Auflageziffern wurden vergleichsweise zurückhaltend um rund ein Drittel erhöht. Im Haushalt 2006 sind sonstige Ausgabensteigerungen um in der Gesamtheit rund ein Viertel vorgesehen, besonders zur Terrorismusbekämpfung sowie im Bildungs- und Gesundheitswesen zur Erhöhung der relativ niedrigen Gehälter in diesen Bereichen.

Die Oberhand scheint Fradkow auch im Auffassung auf die Politik gegenüber ausländischen Investoren gewonnen zu haben. Bestimmenden Einfluss sollen sie mindestens in „strategisch wichtigen Bereichen“ nicht gewinnen dürfen.

Angesichts der herausragenden Bedeutung des Energiesektors ist die russische Politik besonders darauf ausgerichtet, die staatliche Kontrolle über die Energiewirtschaft zu verstärken und private Unternehmen aus diesem Bereich zurückzudrängen. Das zeigt die Zerschlagung des Erdölkonzerns Jukos. Ein weiterer Hinweis ist die Übernahme des Ölkonzerns Sibneft durch die halbstaatliche Erdgasgesellschaft Gazprom, die damit ihre Geschäftstätigkeit im Ölbereich weiter ausbaut.

Doch auch außerhalb des Energiesektors baut der Staat seinen Einfluss aus. Die Regierung fördert die Bildung staatlicher Großkonzerne, die wichtige Branchen beherrschen sollen. So wurden zum Beispiel im Bereich des Maschinen- und Automobilbaus private Unternehmen von Staatsbetrieben übernommen.

Im Bankensektor, der von zwei großen Staatsbanken, der Sberbank und der Vneshtorgbank, lässig wird, hat die Vneshtorgbank ihre Marktmacht 2005 durch die Übernahme der seinerzeit privaten Promstroybank ausgebaut. Die verbliebenen Privatbanken sind bis auf manche Ausnahmen klein und unterkapitalisiert. Die Schwächen des russischen Bankensystems zeigten sich im Frühsommer 2004, als ein Run verunsicherter Anleger auf die Banken schnell zu Liquiditätsproblemen führte und das Land an den Rand einer Bankenkrise brachte. Um dies künftig zu verhindern, bedarf es dringend einer grundlegenden Bankenreform.

Aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen ist der Bedarf an marktwirtschaftlich orientierten Strukturreformen nach wie vor hoch. Diverse Beobachter zweifeln mit Blick auf die 2007 und 2008 bevorstehenden Parlaments- und Präsidenten-Wahlen allerdings, dass die russische Regierung jetzt noch durch entschlossene Reformen die Wachstumsbasis der russischen Wirtschaft stärkt. Reichlich fließende Staatseinnahmen könnten eher zur Verteilung von „Wahlgeschenken“ verleiten. Die hohen Öleinnahmen haben offensichtlich den Reformwillen deutlich verringert.

Tourismus

Hauptartikel: Tourismus in Russland

Der Tourismus in Russische Förderation beschränkt sich momentan auf einige wenige, kulturell interessante Städte und Regionen, besonders bei Reisegruppen. Individualtouristen werden häufig durch Visabeschaffung, sprachliche Hürden und ähnliche Probleme abgeschreckt, konträr dazu ist das Land bei Reisegruppen beliebter. 2001 kamen 21,2 Mio. Auslandsgäste nach Russland, dies ließ 7,5 Mrd US-Dollar ins Land fließen.

Übergriffe bei Jesuiten - Auch in Hamburg Schüler missbraucht : Auch an einer Hamburger Jesuiten-Schule hat es offenbar Missbrauchsfälle gegeben. Nach den in Berlin bekannt gewordenen Fällen haben sich auch dort mehrere frühere Schüler gemeldet. ... Weiterlesen!

Canon-Spiegelreflexkameras über Nintendo DS fernsteuern: Eine Gruppe von Fotografen mit Elektronikkenntnissen von HDRLabs hat ein Modul für die Nintendo DS entwickelt, mit dem eine Reihe von Canon- Spiegelreflexkameras über die Displays des Spielehandhelds ferngesteuert werden können. (Canon, Nintendo DSi)... Weiterlesen!

Gesundheit, Soziales

Lebenserwartung (2004) 65 Jahre
Lebenserwartung (Männer) (2004) 59 Jahre
Lebenserwartung (Frauen) (2004) 72 Jahre
Säuglingssterblichkeit (2004) 1,7 %
Kindersterblichkeit (2004) 2,1 %
Müttersterblichkeit 75 / 100000 Geb.
Ärzte 4,7 / 1000 Einw.
Krankenhausbetten 11,6 / 1000 Einw.
Zugang zu sauberem Trinkwasser 96 %(Land) 100 %(Stadt)
Geburtenrate (2004) 9,63 / 1000 Einw.
Sterblichkeit (2004) 15,17 / 1000 Einw.
Bevölkerungswachstum (2004) -0,27 %
Fertilität (2004) 1,26 Blagen / Frau
HIV-Infektionsrate (2001) 0,9 %
HIV/AIDS-Infizierte (2004) 350000
Öffentliche Auflageziffern für Gesundheit (1997) 4,6 % vom BIP
Öffentliche Auflageziffern für Pension (1996) 5,7 % vom BIP
Öffentliche Auflageziffern für Bildung und Erziehung k. A.
Schulpflicht 7 - 17 Jahre
Analphabetenrate 0,5 % (Männer); 1 % (Frauen)
Armutsrate 27 %
Kinderunterernährung 3 %

Armut

Der Anteil der Bevölkerung der unter der Armutsgrenze lebt betrug 2002 etwa 20 - 25 %. Nach Daten der Weltbank - 19,6 %. Dieser Anteil ist jedoch national ungleich verteilt. In Tschetschenien und Dagestan leben reichlich die Hälfte der Volk in Armut. Übrige arme Regionen sind Inguschetien (47 %), Tuwa & Kabardinien-Balkarien (42 %), Mari El (39 %), Kalmückien (36 %), Burjatien & Altai (32 %) und Mordwinien (31 %). Nach dem Zerfall der SU ist die Armut annual erheblich gestiegen und war 1999 mit über 40 % auf dem Höhepunkt. Seit hat sich die Lage bis auf den heutigen Tag spürbar gebessert. Allerdings lebt der Großteil der Nicht-Armen Bevölkerung in der Regel nur knapp über der Armutsgrenze.

Übergriffe bei Jesuiten - Auch in Hamburg Schüler missbraucht : Auch an einer Hamburger Jesuiten-Schule hat es offenbar Missbrauchsfälle gegeben. Nach den in Berlin bekannt gewordenen Fällen haben sich auch dort mehrere frühere Schüler gemeldet. ... Weiterlesen!

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Kultur

Bild:Peter Tschaikowski.jpg

Russische Förderation ist ein Land der Dichter, Denker und Komponisten. In Russische Förderation werden die großen Dichter und Komponisten verehrt wie Ikonen und Propheten.

Literatur

Zu den russischen Schriftstellern von Weltrang gehören: Fjodor Dostojewski, Maxim Gorki, Boris Pasternak, Alexander Puschkin, Alexander Solschenizyn, Lew Tolstoi, Anton Tschechow und Iwan Turgenew. 1990 verzeichneten Bücher in Russische Förderation eine Auflagenstärke von zusammenfassend 1,6 Mrd. Büchern. 2004 waren es nur noch 562 Millionen. Auflagenstärkste Autorin war dabei Daria Donzowa mit 99 Bänden und einer Auflagenstärke von 18,1 Mill. Büchern.

siehe auch: Russische Literatur

Musik und Ballett

Bedeutende russische Komponisten sind Alexander Borodin, Modest Mussorgski, Sergei Prokofjew, Sergei Rachmaninow, Nikolai Rimski-Korsakow, Dmitri Schostakowitsch, Alexander Skrjabin, Igor Strawinski und Peter Tschaikowski.

Sonstige bekannte Komponisten sind Mili Balakirew, Anton Arenski, César Cui, Reinhold Glière, Wassili Kalinnikow, Anatoli Ljadow, Nikolai Mjaskowski, Anton Rubinstein und Alfred Schnittke.

Das Ballett hat in Russische Förderation lange Tradition. Russische Förderation brachte so große Persönlichkeiten wie Anna Pawlowa, Galina Ulanowa, Waslaw Nischinski, Rudolf Nurejew, Mikhail Baryshnikov, Sergej Diaghilew, Michail Fokin und Maja Plissezkaja hervor. Ballett ist in Russische Förderation eine sehr beliebte Form der Unterhaltung. Aus einer 1773 gegründeten Ballettgruppe ging später das weltberühmte Bolschoi-Ballett hervor.

Die in diesen Tagen wohl bekannteste Ballettgruppe ist das Russische Staatsballett. Es wurde 1981 von Irina Tichimisova gegründet und ist seit 1984 unter der Leitung von Wjatscheslaw Gordejew, Ex-Bolshoi-Star. Global hatte das Russische Staatsballett bis jetzt 20 Mio. Besucher.

Theater und Oper

Bei den klassischen Künsten spielt aber auch die Volkskunst eine große Rolle. Etliche russische Volkslieder, wie z. B. "Kalinka", "Schwarze Augen" oder "Das Lied der Wolgaschlepper", sind über die Grenzen Russlands hinauf bekannt.

Malerei

Auch auf dem Gebiet der Malerei leistete Russische Förderation einen großen Beitrag. Im Zusammenhang mit dem Impressionismus und der Russische Avantgarde und Namen wie Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Alexej von Jawlensky, Wladimir Tatlin, Michail Larionow und Natalja Gontscharowa zu erwähnen. Zu den großen russische Malern zählen außerdem Ilja Repin, Marc Chagall, Michail Wrubel, Valentin Serow, Wassili Surikow, Iwan Aiwasowski, Isaak Lewitan, Andrej Rubljow, zu den bedeutenden Landschaftsmalern gehörende Nikolai von Astudin und vielen mehr.

Film

Russische Förderation brachte auch einige der wichtigsten europäischen Filmregisseure hervor, z. B.Sergei Eisenstein und Andrei Tarkowski

siehe auch: Russische Filmgeschichte

Feiertage

siehe Liste russischer Feiertage

Architektur

Bild:NG sopehienkathedrale1.JPG
Sophienkathdrale im Nowgoroder Kreml: das zweitälteste erhaltene Gebäude einer russisch-orthodoxen Kirche

Die frühe Baukunst Russlands orientiert sich an der des Byzantinischen Reichs: frühe Sakralbauten orientieren sich wie die byzantinischen am griechischen Kreuz, das von fünf Kuppeln gekrönt wird. Beispiele hierfür sind die Sophienkathedrale in Nowgorod oder die Kirche Sankt Demetrios in Wladimir.

Ein eigenständiger russischer Stil hatte sich wahrscheinlich ursprünglich nur im Bereich der Holzbauten entwickelt, von denen zwecks des Baumaterials aber keine Bauten erhalten sind, die älter als das 17. Jahrhundert sind. Die Kirchen, die daraus entstanden, bildlich darstellen sich durch eine einfachere zentrale Anlage und einen großen oktogonalen Mittelturm aus. Diese wurden im Laufe der Zeit immer dekorativer ausgestaltet. Ein berühmtes Beispiel ist die Basiliuskathedrale auf dem Moskauer Roten Platz von 1555.

Westeuropäische Einflüsse breiteten sich mit dem Barock aus. Barockeinflüsse (siehe Russischer Barock) begannen sich Ende des 17. Jahrhunderts in Russische Förderation zu zeigen (Kirche der Mutter Gottes von Wladimir in Moskau).

Bild:KH vom garten.JPG
Katherinenhof, Gartenansicht

Ihren Perforation erreichte sie jedoch in der von Zar Peter I. gegründeten Ort Sankt Petersburg. Europäische Architekten wie Schlüter oder Domenico Trezzini kamen nach Russland, sie bauten Gebäude wie das Menschikow-Palais oder die Peter-Pauls-Festung.

Baukunst von Weltniveau erreichten die Persönlichkeit unter Katharina II. (Bartolomeo Francesco Rastrelli). Die Paläste wie der Winterpalast in St. Petersburg, der große Bau in Peterhof oder der große Villa in Katharinenpalast zeigen an den Fassaden einen großen und gewaltigen Rokoko-Stil und sind im Inneren exorbitant luxuriös ausgestattet.

Mit dem Klassizismus, der in Russische Förderation ungefähr zur selben Zeit einsetzte wie im restlichen Westen begannen erstmalig originär russische Persönlichkeit wie Iwan Jegorowitsch Starow eine herausragende Stellung einzunehmen. Die meisten Gebäude der Petersburger Stadtmitte sind bis zum heutigen Tag klassizistisch geprägt.

Bild:Alexandratheater.JPG
Alexandra-Theater am Ende der Rossistraße

Ein Beispiel dafür ist die Rossistraße, deren gesamte Anlage einschließlich der Häuser einem unnachsichtig geometrischen Gesamtmuster folgt. In den Sakralbauten wie der Isaakskathedrale allerdings mischen sich klassizistische und historistische Stilelemente.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren avantgardistische Strömungen in der gesamten russischen Kultur stark. Nach der Oktoberrevolution konnten ihre Protektionist diese kurze Jahre umsetzen. Beispielgebend ist hier El Lissitzky oder neuartige Prototypen für Wohnungsbau, Industriebau und für die öffentlich Verwaltung. Internationale Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius, Peter Behrens und Mies van der Rohe konnten in Moskau bauen.

Innerhalb weniger Jahre erfolgte ein traditioneller Rückschlag. Ins Monumentale gesteigerte klassische Muster. Der stalinistische Zuckerbäckerstil begann vorherrschend zu werden, die Repräsentativität stand gegenüber künstlerischen Entwürfen klar im Vordergrund.

Seit dem Zusammenbruch der SSSR wird kumulativ ein historisierender Baustil modern, der Anknüpfungspunkte in der traditionellen russischen Baukunst sucht. Beispiele hierfür sind bei vielen anderen Gebäuden die wiederaufgebaute Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau oder die gleichnamige Kathedrale in Kaliningrad.

siehe auch Russische Kultur in Deutschland

Google News: Blättern in uralten Zeitungen: Google hat eine neue Funktion in sein Zeitungsarchiv Google News Archive implementiert. Nutzer können auf einem Zeitstrahl durch zum Teil jahrhundertealte Ausgaben einer Tageszeitung blättern. (Google)... Weiterlesen!

Opera Mini 5 und Opera Mobile 10 sind fertig: Ab sofort gibt es die fertigen Versionen von Opera Mini 5 und Opera Mobile 10. Mit dem Erscheinen der neuen Versionen werden die Bedienoberfläche sowie die Funktionen vereinheitlicht. Lediglich die Technik im Hintergrund unterscheidet die beiden Browser voneinander. (Browser, OperaMini)... Weiterlesen!

Sport

Es gibt kein Land, das in so vielen Sportarten zur Spitzenklasse zählt wie Russische Förderation (speziell in den Kategorien Leichtathletik, Wintersport, Turnen/Gymnastik, Gewichtheben). Die Lieblingssportarten der Russen sind Eishockey, Handball, Basketball, Fußball (siehe auch: Fußball in Russland) und ab jetzt auch Tennis. Die meisten Schachweltmeister und -Großmeister kommen aus Russland.

DDR3-Speicher mit 2.400 MHz bei nur 1,65 Volt: Von Kingston kommt das bisher am höchsten getaktete Speichermodul für Desktoprechner, das Intel für seine Core-i7-CPUs zertifiziert hat. Die DIMMs arbeiten mit bis zu effektiv 2.400 MHz und brauchen dabei nicht mehr als 1,65 Volt Spannung, was Intel als Maximum für den Speichercontroller seiner CPUs garantiert. (Kingston, Overclocking)... Weiterlesen!

Neuer E-Ink-Vizechef: E-Book-Reader werden farbig: Im vergangenen Jahr wurde E-Ink, der Hersteller von Displays vieler E-Book-Reader, vom taiwanischen Unternehmen Prime View gekauft. Der neue stellvertretende Chef von E-Ink spricht nun von farbigen E-Paper-Displays und erklärt, weshalb das iPad keine Konkurrenz für E-Book-Reader wird. (Display, iPad)... Weiterlesen!

Bildung und Wissenschaft

Bildungssystem im Überblick

Bildung

Bild:Bildung russland.png
Bildungssystem in Russische Förderation

Das Bildungssystem in der russischen Föderation gliedert sich in die vier Abschnitte

  • allgemeine Schulausbildung
  • Berufsausbildung
  • Hochschulausbildung
  • Postgraduierte Ausbildung

Die Allgemeine Schulausbildung untergliedert sich in die Abschnitte Grundschule, Schule und Oberschule. Mit sechs bzw. sieben Jahren erfolgt die Schulanfang in die Grundschule. Zwar ist diese formal vierjährig, doch die mit sieben Jahren eingeschulten Bälger zu Potte kommen diese in der Regel in drei Jahren. Danach folgt die sechsjährige Hauptschule. Der erfolgreiche Abschluss ermöglicht, entweder die zweijährige Oberschule zu besuchen und diese mit dem Abitur zu beenden.

Zugunsten der Schule kann auch eine Berufsausbildung an der Penne bzw. dem Technikum gemacht werden. Dort gibt es im gleichen Sinne die Möglichkeit, das Abitur zu machen, wenn zusätzlich zu den berufsspezifischen Fächern auch die allgemeinbildenden Fächer besucht werden.

Für die Hochschulausbildung steht den Studenten in Russische Förderation ein vielfältiges Hochschulwesen zur Verfügung. Außer der klassischen Universität mit einem breiten Fächerangebot gibt es verschiedene Universitäten und Akademien mit einer speziellen technischen, pädagogischen o. ökonomischen Ausrichtung. Universitäten und Akademien. Das Abitur ist zwar Voraussetzung für den Hochschulbesuch, es muss jedoch zusätzlich eine Aufnahmeprüfung bestanden werden. Die Studienfinanzierung gibt es als auch vergütungsfrei wie auch gebührenfinanziert.

Sowie das Studienjahr sowohl .... als auch das Schuljahr etwas in Angriff nehmen in ganz Russische Förderation einheitlich am 1. Sept. eines Jahres.

Universitäten und Hochschulen

Die Hochschule der Wissenschaften wurde in Sankt Petersburg auf Anordnung von Zar Peter I. per Erlass des regierenden Senats am 28. Jänner (8. Februar) 1724 gegründet. Dieses Zeitangabe gilt als Gründungstag der Russischen Hochschule der Wissenschaften. Seit war Forschung und Lehre in Russische Förderation ein wichtiges Anliegen.

Das gegenwärtige Bildungssystem der Russischen Föderation befindet sich jetzt in einer großen Umbruchphase. Nach der zentralistischen Führung haben die Hochschulen stimmig ihrer Autonomie auch größere Rechte zur Selbstgesetzgebung erhalten. Diese Wege werden verstärkt genutzt. Hochschulen werden neu aufgestellt; altehrwürdige Einrichtungen erhalten neue Namen und moderne Strukturen. Generell gestatten sich vier Kategorien von Hochschuleinrichtungen in folgender Hierarchie aufstellen:

  • Universitäten,
  • Akademien,
  • Institute (= Hochschulen),
  • Colleges

Unser Star für Oslo - Die Suche beginnt : Pleiten, Pech und Pannen - so lässt sich das deutsche Auftreten beim Eurovision Song Contest in den vergangenen Jahren beschreiben. Jetzt soll alles besser werden - mit Stefan Raabs Hilfe. ... Weiterlesen!

Huawei übernimmt Teil des Netzbetriebs für O2 Germany: Der chinesische Ausrüster Huawei hat einen Großauftrag von Telefnica O2 Germany erhalten. Künftig liegen Wartungs- und Servicedienste für das Mobilfunknetzwerk bei Huawei. 220 Mitarbeiter wechseln von O2 zu Huawei. Der Netzbetrieb wird jedoch nicht ausgelagert. (Telefnica, Huawei)... Weiterlesen!

Medien

Presse, Printmedien

Die tagesaktuelle Presse wurde jahrzehntelang vorerst durch die halbamtliche Presseargentur TASS mit Angaben versorgt. Wichtigste Tagesblatt ist die Prawda, mit einer Auflage von in diesen Tagen 800.000 Exemplaren pro Tag. Dieses als Parteiorgan der KPdSU eingeführte Printmedium hatte eine Auflagenstärke von bis 14.000.000 Exemplaren pro Tag.

Nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken entwickelte sich in Russische Förderation eine freie Presse, die sich jedoch in diesen Tagen abermals zunehmender Repressalien durch die Regierung ausgesetzt sieht.

Eine staatliche Informations- und Analyseagentur ist seit 1993 RIA Novosti.

Fernsehen

Die meisten Russen können nur vier bzw. drei landesweite und einen bis zwei regionale Fernsehkanal empfangen. In Moskau sind aber je nach Lage über ein Zwölf Fernsehanbieter terrestrisch empfangbar.

Das "öffentlich-rechtliche" Television wird vom Staat kontrolliert. Es ist zwar gebührenfrei, allerdings eher mengenmäßig was Nachrichtensendungen angeht. Zum öffentlich-rechtlichen Angebot gehört auch ein Sportsender namens Sport (russisch: Спорт) und ein Kultursender namens Kultura.

In den 1990er Jahren entwickelten sich in Russische Förderation jede Menge partiell landesweite private Fernsehsender, die benachbart seichter Unterhaltung auch unabhängige und auch Kreml-kritische Informationssendungen im Programm hatten. Seit verständigen auf Jahren sind jedoch die bundesweit sendenden Sender unter die Kontrolle des Staates geraten bzw. sie wurden von diesem aufgelöst und durch öffentlich-rechtliche Sender ersetzt. So sendet Sport auf der Schwingungszahl von TW6. Auch zwang der russische Staat Wladimir Gussinski, der bis nachher NTW (russisch: НТВ), den größten und dieser Tage einzig bundesweit empfangbaren privaten Fernsehsender, kontrollierte, diesen 2001 an den größten Russischen Industriekonzern Gazprom zu verkaufen, der wiederum mehrheitlich dem russischen Staat bzw. seinen Untereinheiten gehört. Der russische Staat übt seither indirekte bis direkte Kontrolle über NTW aus.

Im ländlichen Raum (insbesondere in Sibirien) gibt es jede Menge Menschen, die kein Fernsehgerät besitzen.

Russische Förderation plant auf lange Sicht (in den 2010er Jahren) DVB-T einführen. Angeblich sollen derartige Geräte subventioniert werden, damit sich die Bevölkerung das verhältnismäßig teure Gerät anschaffen kann.

Untertitelung für Hörbehinderte gibt es gar nicht. Die "Öffentlich-Rechtlichen" haben keinen Rundfunkrat, welcher auf Minderheiten Rücksicht nimmt. Kindersendungen laufen selten; sie sind besonders für Kleinkinder interessant.

Hörfunk, Radio, Rundfunk

In Arbeit

Internet

In Russische Förderation ist das Internet schon längst kein mysteriöses Phänomen mehr. Im März 1994, wurde die Domain .ru angemeldet. Seit hat das RUNET, die russischsprachige Teilbereich des Netzes zahlreiche Höhen und Tiefen durchlebt. Das Bild des typischen RUNET-Users könnte man ungefähr so beschreiben: Ein etwa dreißigjähriger Mann, der als Leiter in einem mittelständischen oder großen Unternehmen tätig ist, geht täglich mindestens einmal online.

Ungefähr 13 Prozent aller Russen nutzen das Internet. 56 Prozent der User sind Männer. 44 Prozent sind Frauen. Die meisten User fallen mit einer Altersspanne von 18-24 Jahren in den attraktivsten Teil der werberelevanten Zielgruppe. Etwa 20 Prozent der RUNET-User sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Der Anteil der 35- bis 44-Jährigen nimmt nur 10 Prozent ein. Mit gerade einmal 4 Prozent abhauen die User, die älter als 45 sind, in der Bedeutungslosigkeit.

Das ergibt ein Durchschnittsalter von 30 Jahren. 29 Prozent der User verfügen über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Der Großteil der RUNET-User verdient aber nur zwischen 3000 und 5000 russische Rubel im Monat. Das entspricht 86,8 bis 144,7 Euro.

Im Vergleich zum letzten Vierteljahr des Jahres 2004 hat die Internet-Nutzung durch Männer etwas zugenommen. Frauen surften in den ersten Monaten dieses Jahres etwas weniger im Netz. Die 18- bis 24-Jährigen waren viel öfter angeschlossen als Ende letzten Jahres, jedoch nicht so viel wie Anfang 2004. Die 35- bis 44-Jährigen nutzten das Internet im ersten Drei Monate 2005 gleichermaßen etwas weniger. Ein leichten Anstieg der Internet-Nutzung kann man bei Leute über 44 erkennen.

27 Prozent der Internet-Nutzer studieren zur Zeit. 20 Prozent sind berufstätige und hoch qualifizierte Fachleute. 17 Prozent sind als Personalbestand tätig. Die Unterlagen ergeben sich aus einer dreimonatigen Untersuchung unter 1500 volljährigen Volk in einhundert Städten und Siedlungsgebieten der Russischen Föderation. Stand 26. Juli 2005, Quelle: Romir

Kontrolle des Internets in Russland

Seit 1998 wird der russische Telefonverkehr und das russische Internet (RUNET) vom Inlandsgeheimdienst FSB überwacht. Betroffen ist auch der gesamte russischsprachige E-Mail-Verkehr. Als Entsprechung zu den europäischen und amerikanischen Projekten Enfopol und Echelon wurden die Monitoring-Systeme SORM 1 und SORM 2 geschaffen. Dabei bewegte sich der FSB vor ... in einer rechtlichen Grauzone. Im Jahr 2005 sollen die juristischen Grundlagen dafür geschaffen werden. Dann könnten gespeicherte Daten auch als Beweismittel vor Gericht verwendet werden.

Vormalig stellte der FSB die Internetprovider Russlands vor eine bedeutende Entscheidung. Entweder Unabhängigkeit des eigenen Geschäfts oder Unabhängigkeit des Internets. Im Juli 1998 wurde nach SORM 1, dem Überwachungssystem für Festnetz- und Mobiltelefone, SORM 2 eingeführt. SORM ist die russische Abkürzung für „System technischer Versorgungsmittel für operative Ermittlungen“ (SORM = Sistemy techniceskich sredstv obespeceniju operativno-rozysknych meroprijatiej, COPM = системы технических средств обеспечения оперативно-розыскных мероприятий). Die Provider wurden schon ehedem verpflichtet, die über ihre Server übermittelten Daten permanent für den FSB zugänglich zu machen Quelle:A. Levencuk, in einer Sendung auf Radio Liberty Radio Free Europe, 04. April 2000.). Dies betrifft auch den E-Mail-Verkehr. Dafür mussten sie sogenannte Hotlines einrichten, deren Kosten die Versorger selbst zu tragen hatten.

Ein förmlicher Gerichtsbeschluss zur Telekommunikationsüberwachung einzelner Personen wurde bald hinfällig. Die Umsetzung wurde vom Ministerium für Telekommunikation und vom Ministerium für staatliche Sicherheit der Russischen Föderation mitgetragen. Das Justizministerium gab am 29. Mai 1999 auch seine Zustimmung. Jedoch liegt der Hauptschwerpunkt von SORM-2 nicht in der Sendung von Beweismaterial für kriminelle Handlungen (Quelle: A. Koreckij: Segodnya, 22. Juli 1999.), statt in der Erweiterung der Kontrollmöglichkeiten (Prikazy Minsvjazy Nr. 226 (vom 24. Juni 1992 (13. September 1995, 30. Juni 1998)). Der Beweiswert der SORM-Informationen und die staatsanwaltliche Kontrolle von SORM blieb bis jetztundefiniert.

1999 reagierten die Anbieter sehr ungehalten auf diese Maßnahme, denn auch der Einsatz von Kryptographie-Tools ohne FAPSI-Lizenz ist in Russische Förderation seit April 1995 verboten. Die FAPSI ist die russische Bundesbehörde für Regierungskommunikation und Information. Diese Reaktion regulierte der FSB, indem er unfügsamen Providern mit Schließung drohte (Quellen: Ukaz No. 334, April 1995, J. Tracy: FSB Sets Sights On Internet Control, in: St. Petersburg Times, Nr. 441, 16. Februar 1999. S.1.). Einzig die Wolgograder Unternehmen Bayard-Slavia-Communication wagte den Schritt vors Gericht und verklagte den FSB (Siehe Artikel in St. Petersburg Times, und chiark.greencard.org.uk und http://jedi.kosnet.ru/sorm/.

Bei einer Sitzung des Runden Tisches zur Telekommunikations- und Internet-Gesetzgebung kam es am 29. April 2005 zum Streit zwischen dem Vertreter des Inlandsgeheimdienstes FSB, Dmitri Frolow und Alexander Parschukow, dem Pressesekretär des Ministeriums für Informationstechnologie und Fernmeldewesen. Parschukow lehnte eine Ausweitung der Kontrolle des Internets ab. Die Verantwortung der Provider für den Inhalt der bei ihnen gehosteten Seiten sei ausreichend. Dmitri Frolow vom FSB betonte, dass das Internet eine Bedrohung für den russischen Staat darstellen würde. Dabei bezog er sich auf die politischen Umschwünge in der Ukraine und in Georgien (Quelle: „Sicherheitsdienst FSB für stärkere Kontrolle des Internet“, Wostok Newsletter 03.2005). Um solche Ereignisse in der Russischen Föderation zu vermeiden, müsse man Internet- und Mobilfunk-Provider legal dazu verpflichten, die Internetaktivität der Benutzer zu erfassen. Er forderte eine Eintragung der Internet-User und die Bereitstellung aller Daten für behördliche Nutzung. Gruppen diverser politischer Orientierungen könnten über das Internet Kräfte gegen die russische Staatsmacht mobilisieren, sagte der FSB-Vertreter. Das Internet sei ein Medium zur Verbreitung tendenziöser Unterlagen und geheimer Dokumente und verletze das Urheberrecht.

Textsoap entfernt Zeichenmüll aus Texten: Die Mac-Anwendung Textsoap von Unmarked Software kann aus beliebigen Texten unerwünschte Zeichen wie Zeilenumbrüche, HTML-Tags und vieles mehr entfernen, ohne die restliche Formatierung zu löschen. Außerdem können zum Beispiel Groß- und Kleinschreibungen geändert, Absätze eingefügt und Zitate-Zeichen aus E-Mails entfernt werden. (Office-Suite, Mac OS X)... Weiterlesen!

Silverlight 4: Release Candidate ist fertig: Anlässlich der Mix Konferenz in Las Vegas hat Microsoft den Release Candidate von Silverlight 4 vorgestellt. Die fertige Version ist für April 2010 geplant. (Silverlight, Microsoft)... Weiterlesen!

Literatur

Allgemeines

  • Fischer Weltalmanach aktuell (mit Analysen und Reportagen aus der ZEIT und Zahlen, Daten und Fakten aus dem Fischer Weltalmanach): Russland und der Kaukasus. Fischer Taschenbücher Bd. 72303, 192 S., Juni 2005, EUR 9,90, ISBN 3-596-72303-5

Aktuelle Politik

  • Margareta Mommsen: Wer herrscht in Russland? Der Kreml und die Schatten der Macht, BECK C. H., 2003, 260 S.
  • Aus Politik und Zeitgeschichte Russland Heft 11/2006 vom 13. 3. 2006 (D. Stachow, L. Shevtsova, Roland Götz, J. Scherrer, E.-M. Auch) Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, Onlinetext

Geschichte

  • Pipes, Richard 1977: Rußland vor der Revolution: Staat und Gesellschaft im Zarenreich, München
  • Abraham Ascher: Geschichte Russlands. Essen: Magnus-Verlag 2005. 256 S., ISBN 3-88400-432-8
  • Guldimann, Tim: Moral und Herrschaft in der Sowjetunion: Erlebnis und Theorie, Ffm, ISBN 3518112406
  • Andreas Kappeler: Russland als Vielvölkerreich: Entstehung, Geschichte, Zerfall, München, 2001 ISBN 3-406-47573-6
  • Tanja Wagensohn: Russland nach dem Ende der Sowjetunion. Regensburg: Pustet 2001, ISBN 3-7917-1751-0

Soziologie & Kultur

Canon-Spiegelreflexkameras über Nintendo DS fernsteuern: Eine Gruppe von Fotografen mit Elektronikkenntnissen von HDRLabs hat ein Modul für die Nintendo DS entwickelt, mit dem eine Reihe von Canon- Spiegelreflexkameras über die Displays des Spielehandhelds ferngesteuert werden können. (Canon, Nintendo DSi)... Weiterlesen!

Xeon 5600: 4 oder 6 Kerne und 40 bis 130 Watt (Update): Nach Gulftown kommt Westmere-EP: Intel liefert seine ersten Server-CPUs mit 32-Nanometer-Technik ab sofort aus. Neben 50 Prozent mehr Kernen sind für diese Rechner auch andere neue Funktionen wie Verschlüsselung in der CPU und Trusted-Computing wichtig. (Computer, Prozessor)... Weiterlesen!

Siehe auch

Übergriffe bei Jesuiten - Auch in Hamburg Schüler missbraucht : Auch an einer Hamburger Jesuiten-Schule hat es offenbar Missbrauchsfälle gegeben. Nach den in Berlin bekannt gewordenen Fällen haben sich auch dort mehrere frühere Schüler gemeldet. ... Weiterlesen!

Roboter hilft Schlaganfallpatienten: Roboterunterstützte Physiotherapie nennt eine Gruppe von italienischen Wissenschaftlern eine von ihnen entwickelte Methode zur Behandlung von Schlaganfallpatienten. Ein Roboter mit Namen Braccio di Ferro, Eisenarm, hilft den Patienten bei der Mobilisierung der Arme. (Roboter, Technologie)... Weiterlesen!

Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png

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Wiktionary: Russland – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

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Bild:Wikiquote-logo.png
   

(TID 646251)

Wikiquote: Russische Sprichwörter – Zitate

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Koordinaten: 41°-78° N, 58°O - 170°W

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Kein Ende des Schnees - "Miriam" bringt weiteren Nachschlag : Der Winter bleibt Deutschland treu. In weiten Teilen des Landes haben Schnee und Eis bereits zu reichlich Chaos geführt. Jetzt bringt Tief "Miriam" weiteren Schnee-Nachschub. ... Weiterlesen!

Spieletest: God of War 3 - Tod den Göttern!: Den Olymp aufmischen, lebend aus dem Hades entkommen und am Ende endlich Rache nehmen und Zeus vernichten: Anti-Held Kratos hat sich für den dritten und letzten Teil der God-of-War-Saga viel vorgenommen. Auf den Spieler warten also viele Rätsel, noch mehr Action - und einige der imposantesten Gegner aller Zeiten. (Sony, Spieletest)... Weiterlesen!


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